Beispiele für Fettnäpfchen und (zu) wörtliches Verstehen

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    • Geist schrieb:

      Wenn die Frau nur so im Sessel hängt, weil es Ihr nicht gut geht - dann macht man so etwas. Wenn Sie das Kind beschäftigt - dann macht man so etwas. Wenn... Das ist eine Sache der Beziehungsdynamik.
      Ja, schon, aber deswegen muss man nicht gleich beleidigt sein, nur weil du nicht in zwei Sekunden in der Küche stehst. Gerade wenn deine Frau ja selbst irgendwo die Ursache für die Verzögerung ist.

      Lex schrieb:

      Wir können wohl davon ausgehen, dass Sir und Alexa autistisch sind und es daher in der Kommunikation mit ihnen zu Mißverständnissen kommt.
      Wenn in ferner Zukunft alle kommunikationsfähigen Maschinen autistisch sind, sind irgendwann NTler in der Unterzahl.
    • Neu

      @Geist: Ich finde das auch eine höchst verzwickte Situation.
      Nicht das Kaffee kochen und zuhören an sich, aber mit beidem und der Gesprächslücke, wie von Dir beschrieben.

      "...Oder: "Kannst Du mir bitte einen Kaffee machen?" (Oder ähnliche Aufforderungen, die ein Verlassen des Raumes bedingen) Froh, dass sie endlich mal sagt was sie will drehe ich mich um und gehe zu Tür. Und dann fängt die an zu reden und von Ihrem Tag zu erzählen, etc. Teilweise nichts unwichtiges! Ich bin immer hin und gerissen zwischen: Gespräch abwürgen (RW) und Kaffee machen. Nachteil: Sie ist beleidigt. Oder weiterrede lassen. Nachteil: Ich bekomme Ärger weil ich den Kaffee net beibringe. Ich versuche da eine "Gesprächs"lücke zu finden (wenn die meiner Meinung nach die wichtigen Informationen durch sind) und dann zu sagen, dass ich erstmal Kaffee mache. Dann ist Sie aber beleidigt... Wie lange muss ich da warten, bis ich gehen darf?..."

      Sorry, die Zitierfunktion klappte auch schon mal besser.

      Ich befinde mich auch manchmal in so'ner Situation, wenn Besuch da ist und ich will Kaffee kochen, aber gleichzeitig reden und zuhören, und der Besuch sitzt schon im Wohnzimmer auf dem Sofa. Weiß, das ist ein bisschen anders, weil nicht alltäglich, aber da bin ich in einer ähnlichen Zwickmühle. Manchmal frage ich dann: kommst Du noch mal mit in die Küche, dann können wir weiterreden. Denn wenn das Gespräch einmal in Gang ist, fällt mir manchmal ganz viel ein, und dann ist die Unterbrechung ungünstig. Nachher ist die Hälfte (was ich noch sagen wollte) vergessen, oder kurz: Der "Flow" ist weg.
      Aber ich bin auch so direkt, so dass ich, wenn mein Partner mich um einen Kaffee bitten würde, aber dann anfängt zu erzählen, so dass ich nicht dazu komme, in die Küche zu gehen, sagen würde: ich höre dir gerne weiter zu, aber wolltest du nicht einen Kaffee? Was denn nun?!

      Aber hiermit wollte ich keinen guten Rat geben, denn ich bin auch nicht gerade die Erfolgreichste in solchen Dingen. Konnte das nur gerade so gut nachvollziehen.
    • Neu

      Am schlimmsten finde ich noch immer, was meine Mutter mir von ihrer Mutter erzählt hat. Wenn ihre Mutter früher einen Kaffee wollte, sagte sie zu meiner Mutter: "Hast du nicht auch Lust auf eine schöne Tasse Kaffee?" Meine Mutter hätte am liebsten "nein" gesagt, aber das hat sie nicht gewagt, denn sie wusste aus Erfahrung die Frage ist nur eine Umschreibung für: "Ich habe jetzt Lust auf Kaffee also mach mir gefälligst welchen! (Und wenn du schon dabei bist kannst du natürlich auch eine Tasse Kaffee für dich selbst haben...)".
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Neu

      Lex schrieb:

      Am schlimmsten finde ich noch immer, was meine Mutter mir von ihrer Mutter erzählt hat. Wenn ihre Mutter früher einen Kaffee wollte, sagte sie zu meiner Mutter: "Hast du nicht auch Lust auf eine schöne Tasse Kaffee?" Meine Mutter hätte am liebsten "nein" gesagt, aber das hat sie nicht gewagt, denn sie wusste aus Erfahrung die Frage ist nur eine Umschreibung für: "Ich habe jetzt Lust auf Kaffee also mach mir gefälligst welchen! (Und wenn du schon dabei bist kannst du natürlich auch eine Tasse Kaffee für dich selbst haben...)".

      Boah, das hasse ich wie die Pest! :twisted:
      Die Schwiegermutter meiner Schwester ist auch so: Jetzt brauchen wir alle nur noch eine Tasse Kaffee!

      Ich antworte bei sowas: Du möchtest einen Kaffee, ja? Dann sag's doch einfach. (versuche, dabei freundlich zu klingen, was mir meist völlig misslingt - klingt wahrscheinlich eher so provokant wie es gemeint ist)
    • Neu

      Es handelt sich hier um klassische sogenannte Double-Bind-Situationen.
      Egal was man macht, es ist falsch.
      jbt.de/double-bind-in-der-kommunikation/
      Manche Menschen machen sowas ubewusst, andere bewusst, Ziel ist, den anderen als "falsch" dastehen zu lassenn bzw sich so fühlen zu lassen.

      Letztendlich hilft nur das (freundliche) Offenlegen - Möchtest du erst den Kaffe, oder soll ich dir erst zuhören?

      Wenn der andere dann mit Reakrionen wie
      Mach es nicht so kompliziert
      Mit dir kann man nicht reden
      Wieso greifst du mich an
      entscheide du (und dann war es wieder fasch)
      usw.

      statt mit einem klaren "ups entschulige, erst den Kaffe und dann" oder umgekehrt reagiert, kann man davon ausgehen, dass es sich um Absicht handelt und Verärgerung darüber da ist, dass diese Stragie "durchschaut und unterlaufen" wurde.

      Kommt so etwas oft/regelmäßig vor, sollte man überprüfen, ob man sich nicht in einer sogenannten toxischen Beziehung befindet.

      Literatur dazu:
      "Masken der Niedertracht" von Marie-France Hirigoen (Nicht nur Beziehungen betrachtend, sondern auch allgemein Familie und Berufsleben, etwas schwerer zu lesen als die beiden anderen Bücher)
      "Wie schleichendes Gift" von Christine Merzeder
      "Giftige Beziehungen" von Harriet Braiiker
      Sachlichkeit ist meine Ausdrucksweise von Liebe. Ohne Subtext! Versuche von Subtext werden gesondert kenntlich gemacht.