Beispiele für Fettnäpfchen und (zu) wörtliches Verstehen

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    • @panda Das mit den Corona-Regeln fand ich am Anfang auch irritierend. Die waren für mich oft viel zu unpräzise formuliert und überall unterschiedlich. Normalerweise stört mich so was nicht so sehr, dann lege ich Hinweisschilder u.Ä. eben so aus, wie ich es im Kontext und nach Sinn und Zweck der Regeln für richtig halte.

      Leider hilft mir das im Zusammenhang mit Corona nicht weiter, denn erstens wirken die Regeln auf mich oft einfach willkürlich. Und zweitens werden die Leute sofort pampig, wenn ich sie nicht so einhalte, wie es ihrer Meinung nach richtig und offensichtlich ist. :nerved:
    • Mein Vater mit Fotoapparat in der Hand zu meinem Kind, welches einen Spielzeugbohrer in der Hand hat: "Sag mal Cheese". Mein Kind überdreht dabei, grinst wie ein Clown. Er "Nee nicht soo." Sag mal Bohrmaschine. Mein Kind sagt Bohrmaschine. Mein Vater ist kurz still. Und sagt dann: "Ist das ein Motorrad?" Er ruft die Aufmerksamkeit meines Kindes zurück. "Ist das ein Motorrad?" Ich wache halb aus meiner Geistesabwesenheit auf, wobei ich aber alles bisher mitbekommen hatte, und sage zu meinem Vater: "Nein" Und er winkt mit der Hand runter zu mir und fragt mein Kind noch mal ob das ein Motorrad ist. Ich denk mir "Will er wahrscheinlich immer noch ein Lachen einfangen" (RW), und überlegte kurz, worin beim Wort Motorrad das mimische Lachen sein könnte. Dann kam es mir (RW), dass er nun belustigt "Neeeeeein" sagen soll, und dabei dann so den Mund bewegt, dass er dann so grinst bei dem "I" oder bei dem "ei" strahlend lacht, um das auf das Foto aufzunehmen. Was dann auch so folgte.

      Ich war aber so neben der Spur, dass ich mich nicht mal kurz gewundert hatte, dass er noch ihn das noch mal mit dem Motorrad fragte, und wie er überhaupt darauf kam.

      So was war mir schon öfters mit den Diagnostikern meines Kindes passiert. Zuletzt mit der Ärztin. Das fällt mir gerade nicht mehr ein. Jedenfalls wollte sie auch eine bestimmte Reaktion von ihm, und wank dann kurz mir ggü. ab, als ich das beantwortete.

      Ich muss mich auch oft bremsen, generell zu antworten, wenn jemand meinem Kind Fragen stellte, als es noch nicht antwortete, oder wenn ich davon ausgehe, dass es die Frage nicht versteht. Ich merkte das bald, nach dem mich nun auch die eine Diagnostikerin dann immer ignorierte, wie auch einige Passanten zuvor, und dann weiter nur versuchten weiter Kontakt mit meinem Kind aufzunehmen. Bei der Diagnostikerin checkte ich es dann. Es ging ihnen weniger um die Information, als darum, entweder mit meinem Kind in einen persönlichen Dialog zu treten der Stimmung oder einer Reaktion wegen, egal ob nonverbal oder verbal. Z. B. um ihn zu etwas zu motivieren, z. B. um ihn zum Nachdenken anzuregen, und / oder ihm ein bisschen ihm was beizubringen.


      Ansonsten hatte mein Vater letztens was zwischenzeiliges gesagt. Er fängt an mit "Ich muss dir jetzt auch mal was auf's Brot schmieren." Ich visuelles Bild, und "hä"?. Er "Ja, weil du mir gerade das mit Sache zu deinem Bruder auf's Brot geschmiert hast. Ich ordne das Brotschmieren einem Sprichwort zu, weil er schon wieder die Körperspannung und Tonlage draufhatte, und immer so reagiert, wenn ich ihn 5 Minuten zuvor kritisiere. Zu dem das unser vorheriger Dialog war.
      Mein Vater sprach dann etwas von Kosten einer Betreuung, und mein Kopf ratterte kurz. Dann dachte ich mir er meint die Betreuung meines Bruders. Antworte ihm in diesem Bezug. Er "Nein, ich meinte mit Betreuung Kinderbetreuung". Ich wieder "hä"? Und dann begriff ich es. Wobei, das worum es ging, hätte auch andere verwirren können, da das ziemlich dreist war, und noch in einem weiteren Kontext stand.

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    • Erst seit ich mich mit dem Thema des wörtlichen Verstehens beschäftige, fällt mir auf wie sehr das bei mir im Vergleich zu meinen Mitmenschen ausgeprägt ist. Erst dadurch konnte ich überhaupt erkennen, dass die meisten Menschen Dinge nicht wortwörtlich meinen und ein Großteil der Unsicherheiten meinerseits auf der Annahme beruht, dass alle so denken wie ich.

      Ich arbeite im Einzelhandel und mir fällt es oft schwer direkt das Problem von Kund*innen zu verstehen, da diese oft nicht das meinen, was sie sagen oder ich durch die Beschreibung ein anderes Bild konfiguriere als das, was sie tatsächlich meinen. Manchmal verwenden sie falsche "Fachbegriffe" und ich korrigiere sie dann, einfach um abzugleichen, ob wir kognitiv auf dem gleichen Weg befinden. Das empfinden Manche als Affront, obwohl deren Aussage einfach faktisch falsch ist.
      Wenn jemand eine Beratung bei "Waschbecken" einfordert, bekommt er exakt das und nicht eine Beratung zu Unterschränken, weil er zwar Unterschränke meinte, aber eben falsch benannt hat.
      Ich gehe ja auch nicht zu McDonalds und bestelle einen McRib wenn ich gerne Pommes hätte.

      In Restaurants bestelle ich meist die gleichen Gerichte und gehe nicht gerne in andere Lokale, einfach weil die Umsetzung des gleichen Gerichts auch immer unterschiedlich ist, vor allem wenn Bestandteile des Gerichtes nicht vollständig benannt werden. Ich verabscheue rote Bete und nicht selten wird ein "gemischter Salat" mit roter Bete "aufgewertet" (Ernährungsphysiologisch vielleicht, geschmacklich eher weniger) , aber exakt diese nicht aufgeführt.
      Bei Gerichten treibt mich die Beschreibung "Gemischtes Gemüse" regelmäßig in den Wahnsinn, weil es gar nicht definiert wird. Ich meine als Beilage wird zwischen Pommes, Ofenkartoffel, Kroketten und Püree unterschieden, obwohl es die gleiche Frucht ist.
      Aber bei Gemüse weiß ich weder was ich bekomme noch wie es zubereitet ist, also kenne ich die Konsistenz nicht einmal. Ich meine niemand käme auf die Idee "Fleisch" zu bestellen ohne genauere Definition zu kennen.

      In der Schule oder in der Uni hingegen war und ist das ein Vorteil, weil ich bei Beschreibungen von Sachverhalten sehr präzise und analytisch vorgehen kann und präzise Aufgabenstellungen eben auch genau so bearbeite. Offene Aufgabenstellungen hingegen waren für mich schon immer schwierig.
      "Du willst doch nur nicht normal sein, damit du dich nicht anstrengen musst."
    • Als ich das erste Mal die Überschrift vom Thread "Wie mit Körben umgehen?" las, kam mir zuerst der große, grobgeflochtene Weidenkorb in den Sinn, der in meinem alten Kinderzimmer in meiner elterlichen Wohnung steht. Ich dachte daran, wie schwierig ist, den Deckel des Korbs genau auszurichten, damit er richtig schließt. Und dass man dabei aufpassen muss, keine Zweige abzubrechen.

      Und ich dachte, was für ein aussergewöhnliches, hochspezielles Thema! Ob das überhaupt jemanden hier im Forum interessiert?

      Dass sprichtwörtliche "Körbe" gemeint sind, kam mir erst später in den Sinn. :m(:

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    • Nette Fachperson spricht mir zu, und ist sehr besorgt und bemüht mir in diversen Situationen zu helfen, wobei ich eigentlich mich nicht so zum Thema machen wollte, aber sie hatte nachgehakt, kannte den Hintergrund, und das Interesse schien echt, so dass ich nach anfänglichem Versuch nicht groß darüber zu sprechen, in einen Redeschwall ausbrach, wo ich am Ende sagen wollte, dass mir das unangenehm ist, sie so vollzuquasseln. Und suche dafür im Kopf ein passendes Sprichwort. Und sage im beschämten Ton "Ich rede mich hier um Kopf und Kragen."
      Sie daraufhin "Nein, nein. Ich schreib das auch nicht in den Bericht." (psychologischer) Ich denk: "Hä?" Und denke dann: "Vielleicht passt das Sprichwort doch nicht." Später google ich es. Es bedeutet, dass man empfindet, sich durch seine zu offene Art und Weise selbst in die Pfanne gehauen zu haben (RW), - damit einhergehend denkt, dass das Gegenüber das nun ausnutzt / negativ sieht. :m(:

      Wenn sie sich nun noch wie geplant bei mir melden sollte, werd ich ihr das sagen, dass ich das Sprichwort versehentlich falsch gewählt hatte. Wobei sie meine Schwäche in sowas auch ein bisschen kennt.
    • Dieser Thread ist so witzig, im Nachhinein sind viele Situationen echt zum Schmunzeln.
      Bei mir gab und gibt es auch viele solcher Gegebenheiten und ich hab mal ein paar Sachen zusammengestellt, die mir grad so eingefallen sind.

      Aus der Kindheit:

      Ich saß in Omas Wohnzimmer und als es zu gewittern begann, traute ich mich nicht mehr, mein gefülltes Wasserglas anzufassen, weil ich wusste, dass man sich bei Gewitter von Wasserflächen fernhalten soll.

      Ein Bekannter redete mit meinen Eltern und wandte sich dann mir zu und sagte: Na, und du?
      Ich: Und ich was?

      Mama packt mit mir Umzugskartons und beschriftet einen Karton mit dem Wort "Spiele". Da kamen alle meine Brett- und Gesellschaftsspiele rein.
      Als alle drin waren, sagte ich: Ok, fertig, man kann die Schachtel jetzt zumachen.
      Die Schachtel war aber noch halb leer!
      Mama: Was ist mit deinen ganzen Puzzels, die hätten da doch noch wunderbar Platz?
      Ich: Das sind keine Spiele. Die dürfen da nicht rein.
      Mama: Hätt ich mir eigentlich denken können, dass so eine Antwort kommt...

      Mama schimpft mit mir, weil ich im Keller Unordnung gemacht habe, als ich was suchte.
      Sie sagte: Ich kam da rein und dachte, der Schlag trifft mich!
      Ich überlegte, ob es in dem Moment wohl gewittert hat.
      Diese Redewendung habe ich erst nach mehrmaligem Hören als solche erkannt und ich denke heute immer noch an einen Blitzschlag.

      In der dritten Klasse behandelten wir in Mathe gerade das Thema Geld und plötzlich gab es eine Diskussion (ich weiß es nicht mehr genau, was da war), jedenfalls sagte die Lehrerin irgendwann: Es gibt keinen 300-Euro-Schein! Es sei denn, es beweist mir einer das Gegenteil und bringt morgen einen mit. Dann lasse ich mich gerne umstimmen.
      Daraufhin setzte ich mich nach der Schule zu Hause hin und malte einen 300-Euro-Schein, den ich am nächsten Tag mit in die Schule nehmen wollte. Meine Mutter hat mich aber davon abgehalten und erklärte mir, dass das von der Lehrerin wohl nur so flapsig dahergesagt war.
      ...dabei hatte ich mir solch eine Mühe mit dem Schein gegeben mit vielen Verzierungen und Details und hatte sogar seitlich einen Streifen mit Hologramm-Folie draufgeklebt, damit er noch echter wirkt.

      Eine Frau (Bekannte meines Vaters) stellt sich mir mit ihrem Vornamen vor.
      Sie gibt mir die Hand und sagt: Hallo, Daniela.
      Ich irritiert: Hallo und denke: häh, ich heiß doch Stella.

      Aus meiner Jugend:

      Wir sollten im Englischunterricht Steckbriefe über uns machen mit Dingen, die wir mögen und nicht mögen. Die Steckbriefe wurden im Klassenzimmer aufgehängt. Ein Junge schrieb: "I don't like Metal."
      Daraufhin fragte ich mich, wieso man Metall denn nicht mögen kann, das ist doch ein so toller Werkstoff.
      Wochen später fiel mir ein, dass damit wohl die Musikrichtung gemeint sein könnte.

      Eine Mitschülerin hatte auf ihren Ordner den Songtext von "I kissed a girl" von Katie Perry draufgeschrieben. Mir war nicht klar, dass damit der Songtext gemeint ist und ich dachte: "Ok, die ist wohl lesbisch."

      In der 7. Klasse wurde das Wort LOL gerade aktuell. Ein Junge sagte das andauernd und schrieb es auf seine Hefte und an die Tafel usw. Viele andere wussten auch noch nicht, was das bedeutet und ein Mädchen fragte einen anderen Jungen, was das heißt und warum der eine Junge das immer sagt. Darauf kam die Antwort: "Das ist halt dem seine Sprache."
      Ich glaubte deshalb, dass der Junge das Wort erfunden hat (als Neologismus) und bewunderte ihn dafür und war fasziniert davon, wie er es wohl geschafft hat, dieses Wort in der ganzen Welt zu etablieren, dass es überall in Chats auftaucht. Die richtige Bedeutung und dass es die allgemein bekannte Abkürzung für "laughing out loud" ist, hab ich erst in meiner Studienzeit begriffen. :m(:

      Als Kind hatte man mir erklärt, dass ein Nachbar jemand ist, der nebenan wohnt.
      Viele Jahre später sagt mal meine Mama: Unser Nachbar, der Herr E., hat gesagt, dass...
      Ich irritiert: Wieso bezeichnest du den jetzt als unseren Nachbarn, der wohnt doch gegenüber?! (und nicht nebenan)

      Mama: Hol mal das bunte Handtuch dort.
      Ich: Ich seh's nicht. Da ist keins.
      Mama: Das hier. Da ist es doch.
      Ich: Ach, das. Das ist aber doch nur zweifarbig?!
      Und füge noch hinzu: Als bunt bezeichne ich es erst, wenn es mindestens drei Farben hat. :prof:
      Mama: Du immer mit deinen übergenauen Definitionen!
      (Ich wollte wirklich nicht provozieren und habe das Handtuch echt nicht visuell wahrgenommen.)

      Ich bin in Tagträumen versunken auf dem Weg, bei einem Einkaufszentrum den leeren Einkaufswagen zurückzubringen. Ich erschrecke, weil mich plötzlich ein Mann anspricht und sagt: "Ein Euro?"
      Ich verstehe nicht was der von mir will und denke im ersten Moment: "Will der mir jetzt einen Euro schenken!? Oder schnorrt der??"
      Ich sagte verunsichert einfach mal: "Ja????" und blieb erstarrt stehen und hoffte auf eine genauere Erklärung.
      Daraufhin riss er mir den Wagen weg und drücke mir (etwas grob) eine 1-Euro-Münze in die Hand. Dann lief er schnell in den Laden. Der hatte es wohl eilig.
      Ich stand da verwirrt und musste erst einmal über die Situation nachdenken.
      Langsam kapierte ich es dann und war nur einfach froh, dass ich wirklich einen Euro im Wagen gehabt hatte. Ich weiß nicht, wie der ausgerastet wäre, wenn es nur ein Chip gewesen wäre und er es gemerkt hätte...

      Ich fahre mit zu hoher Geschwindigkeit in eine geschlossene Ortschaft rein.
      Fahrlehrer: Na, du hast wohl vor gar nichts Angst!
      Ich (voller Stolz): Nein, ich kann sehr mutig sein!

      aktuelle Beispiele:

      Beim Vorstellungsgespräch fragt mich mein heutiger Chef: Wie sind Sie auf unser Büro gekommen?
      Ich: Indem ich nach Büros in der Stadt ... gesucht hab?!
      Daraufhin hat er aber zum Glück gegrinst und mir erklärt, dass mit der Frage gemeint war, über welches Medium, also Anzeige in der Zeitung oder Internet etc. ich auf das Büro gekommen bin. Ich glaub, er hat selbst gemerkt, dass die Frage eigentlich blöd formuliert ist.

      Meine Kollegin kommt von einem Termin zurück, der scheinbar nicht so gut gelaufen ist und sagt: Ich kann mir das alles grad in die Haare schmieren!
      Obwohl ich diese Redewendung kenne, schaue ich ihr reflexartig auf die Haare und stelle sie mir mit einer Gelfrisur vor.

      Meine Kollegin kommt von der Besichtigung eines alten Bestandsgebäudes zurück und sagt: Der
      Brandschutz dort ist unterirdisch.
      Mein erster Gedanke: Aha, Rauchmelder in den Kellerräumen!?

      Zum Glück kann ich relativ gut umdenken, dass mir oft im letzten Moment bevor es peinlich wird, doch noch die eigentlich gemeinte Bedeutung einfällt. Ich hatte auch schon immer die Strategie, erst einmal nichts zu sagen, wenn ich was nicht verstehe und dann nachzudenken.

      Die Tatsache, dass Autisten in Verbindung mit ToM-Problemen häufig beim Gegenüber Wissen voraussetzen, das der andere gar nicht haben kann, passiert mir irgendwie eher umgekehrt. Also dass NTs immer Wissen bei mir voraussetzen, was ich nicht habe bzw. auf das ich in der Situation gerade nicht zugreifen kann.
      In diesem Zusammenhang passiert bei mir oft dieses falsch verstehen oder wörtlich nehmen.
      Gerade diese Woche ist auch wieder sowas passiert:
      Ich öffne einem Kunden die Tür, weil er einen Termin beim Chef hat.
      Kurz darauf mein Kollege: War das jetzt der Frank, der hereinkam?
      Ich irritiert: Häh, der Frank hat doch Urlaub?!
      Zur Erklärung: Einer unserer Mitarbeiter heißt Frank. Und ich konnte aber nicht wissen, dass auch der Kunde mit Vornamen so heißt, mein Kollege ihn von früher kennt und deshalb mit ihm per du ist.
      Aber ganz dunkel erinnere ich mich dann doch, dass mal in einer Projektbesprechung vor Wochen der Name des Kunden erwähnt wurde und aus dem Kontext hätte mir klar werden müssen, dass mein Kollege den privat kennt und ihn deshalb beim Vornamen nennt. Das ist mir in dem Moment aber nicht eingefallen.
    • Stella123 wrote:

      Ich hatte auch schon immer die Strategie, erst einmal nichts zu sagen, wenn ich was nicht verstehe und dann nachzudenken.
      In meiner Vorstellung kommt solch ein Satz vorne in mein Hirn rein, pingt dann nach libnks, wo ein Bild entsteht (z. B. Rauchmelder im Keller) und pongt dann nach rechts, um den Sinn des Gesagten noch einmal zu überdenken und mit schon einmal registrierten Phrasen abzugleichen.
      Jedes mal, wenn man mir sagt, ich wäre nicht gesellschaftsfähig,
      werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin überaus erleichtert.
    • Nelke wrote:

      Stella123 wrote:

      Ich hatte auch schon immer die Strategie, erst einmal nichts zu sagen, wenn ich was nicht verstehe und dann nachzudenken.
      In meiner Vorstellung kommt solch ein Satz vorne in mein Hirn rein, pingt dann nach libnks, wo ein Bild entsteht (z. B. Rauchmelder im Keller) und pongt dann nach rechts, um den Sinn des Gesagten noch einmal zu überdenken und mit schon einmal registrierten Phrasen abzugleichen.
      Das hast du gut beschrieben. So ähnlich ist das bei mir tatsächlich auch. Zuerst ist das Bild da, und das wird dann überschrieben mit der Bedeutung. Irgendwie hab ich auch das Gefühl, das die richtige bzw. eigentlich gemeinte Bedeutung wie aus einer anderen Richtung daherkommt.
      Vielleicht aus einer anderen Hirnregion?!
      Und mir war schon immer auf eine gewisse Art bewusst, dass meine Gedanken erst Umwege gehen müssen, um die Bedeutung von nicht wörtlich gemeinten Aussagen zu verstehen.
    • Das Thema ist herrlich. Ich habe mich schon lange nicht mehr so köstlich amüsiert. Mir fallen da auch so ein paar ein.

      Mutter: "Die XY hat doch nicht mehr alle Tassen im Schrank"
      Nächste Mal, als wir bei der Person waren, hab ich nach den Tassen gesucht... Daraufhin wurde es sehr peinlich.

      Oder meine Mutter wollte es zum drölfhundersten Mal testen, ob ich auf Fotos wirklich keine Gesichter erkenn. Zeigt mir so ein Foto, ob ich den Mann darauf erkenne. Ich so "Der sieht aber komisch aus, der ist bestimmt doof!". Mein Vater war sehr beleidigt ;)

      Das waren sogar ganz allgemein typische Fettnäpfchen für mich. Da ich einfach keine Gesichter erkenne, mussten immer irgendwelche stereotypischen Merkmale herhalten. Und der Hirn-Mund-Filter funktioniert(e) ab und an nicht sooo gut. Da kam dann auch mal gerne was zustande wie "Die Dicke mit der großen Nase" oder dergleichen.

      Mama so zum Busfahrer: "Fahren Sie über den Bahnhof?"
      Klein-Sirius: "Seit wann kann der Bus fliegen?"
      Mama guckt mich total verdutzt an.
      Ich: "Ja ÜBER den Bahnhof"
      Mama: "Das sagt man so. Ich hab ihn gefragt, ob er da vorbei fährt"
      Ich: "Wieso soll er vorbei fahren, wir wollen da doch hin :? "
      Mama: "....."

      Vor ein paar Wochen hab ich dann wohl den autistischen Busfahrer erwischt. Ich so, wie ich es gelernt habe "Fahren sie über den Bahnhof?". Der so ganz trocken "Ich halte auch am Bahnhof, aber fliegen kann ich nicht".

      The post was edited 1 time, last by Sirius ().

    • 3 Tage Führerschein, nachts um 5 Uhr Rückweg von der Disco. Polizei hält mich an:
      Polizist: „Sie fahren zu vorsichtig „
      Ich: „ Ich wollte ihnen die Vorfahrt nicht nehmen“
      Polizist:“ Haben sie was getrunken?“
      Ich „ ja, Cola“
      Polizist: „mit was drin?“
      Ich: mit Eiswürfeln
      Polizist: „ Nein, mit Alkohol“
      Ich: Nein

      war etwas irritiert, durfte dann aber weiterfahren.
    • ifi wrote:

      Man soll sich unauffällig in den Verkehrsfluss einfügen, allerdings ohne die erlaubte Höchstgeschwindigkeit zu überschreiten - womit man in vielen Fällen ein Verkehrshindernis darstellt.
      Wenn man dann noch weiß, dass der Tacho immer zu wenig anzeigt und auch die Messgeräte eine Toleranz haben, snd 5km/h mehr normalerweise noch im erlaubten Bereich. Teils auch noch mehr, ich hab mir mittlerweile 8-9 angewöhnt, damit bin ich nicht im Weg und bisher blitzerfrei.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Garfield wrote:

      Wenn man dann noch weiß, dass der Tacho immer zu wenig anzeigt und auch die Messgeräte eine Toleranz haben, snd 5km/h mehr normalerweise noch im erlaubten Bereich.
      Ich war zuerst auch etwas über dem Tempolimit gefahren, weil ich das so bei meinen Eltern gesehen hatte. Das hatte der Fahrlehrer aber auch nicht gut gefunden. Dem war es wohl wichtig, das Tempolimit ganz genau zu treffen.
    • Theta wrote:

      Ich war zuerst auch etwas über dem Tempolimit gefahren, weil ich das so bei meinen Eltern gesehen hatte. Das hatte der Fahrlehrer aber auch nicht gut gefunden. Dem war es wohl wichtig, das Tempolimit ganz genau zu treffen.
      Bei der Fahrschule und in der Prüfung ja. Aber später im normalen Alltag passe ich mich der Masse halbwegs an.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Mein Fahrlehrer hat mich angeschrien: "Du lahmer Pisser!" Ich war ihm zu vorsichtig und zu bedacht gefahren. (War eine meiner ersten Fahrstunden auf der richtigen Straße.) Der war aber insgesamt jähzornig und hat mich während der Fahrstunden gerne angeschrien und zusammengeschissen. Nach der Fahrstunde war er dann immer ganz nett und hat sich nett verabschiedet.

      Ein bisschen wie Dr Jekyll und Mr Hyde. Ich glaube, der hat überhaupt nicht registriert, wie er eigentlich abgeht.

      Wenn ich jetzt Auto fahre, denke ich immer, ich müsse möglichst schnell fahren. Mein Fahrlehrer hat mir da unwahrscheinlich Druck gemacht und mich zum schnell fahren regelrecht angetrieben. ("Kiste fliegen lassen! Kiste fliegen lassen!") Bei der Autobahnfahrstunde bin ich die ganze Zeit mit 160 km/h auf der Überholspur gefahren, obwohl es meine erste Fahrt auf der Autobahn war. Da hat er dann nichts gesagt. Das hat ihm wohl in den Kram gepasst. Für mich war das Stress und Anspannung pur.

      Als ich eine Fahrstunde mal bei einem anderen jüngeren Fahrlehrer hatte, hat der nur gemeint, ich würde super Auto fahren. Mein Stammfahrlehrer hingegen hat mich immer angemotzt und angeschrien. Selbstvertrauen fürs Autofahren hat er mir so natürlich nicht vermittelt.
    • Gretchen wrote:

      Mein Fahrlehrer hat mich angeschrien: "Du lahmer Pisser!" Ich war ihm zu vorsichtig und zu bedacht gefahren. (War eine meiner ersten Fahrstunden auf der richtigen Straße.) Der war aber insgesamt jähzornig und hat mich während der Fahrstunden gerne angeschrien und zusammengeschissen. Nach der Fahrstunde war er dann immer ganz nett und hat sich nett verabschiedet.
      Dein Fahrlehrer scheint nicht ganz Knusper im Kopf zu sein. (RW)
    • Theta wrote:

      Garfield wrote:

      Wenn man dann noch weiß, dass der Tacho immer zu wenig anzeigt und auch die Messgeräte eine Toleranz haben, snd 5km/h mehr normalerweise noch im erlaubten Bereich.
      Ich war zuerst auch etwas über dem Tempolimit gefahren, weil ich das so bei meinen Eltern gesehen hatte. Das hatte der Fahrlehrer aber auch nicht gut gefunden. Dem war es wohl wichtig, das Tempolimit ganz genau zu treffen.
      Ja, der Fahrlehrer muss einem natürlich beibringen wie es richtig ist. Privat fährt er aber höchstwahrscheinlich auch nicht so.

      Ich erinnere mich, als mein Fahrlehrer mich und drei andere zur theoretischen Prüfung gebracht hat. Wir waren spät dran und er ist mit 80 durch die Stadt gebrettert. Wenn ich in der Fahrstunde versehentlich mal 51 gefahren bin, gab es sofort einen Anschiss von ihm. Aber er hatte ja insofern Recht als er die Fahrschüler auf die Prüfung vorbereiten muss und in der Prüfung gibt es quasi keine Toleranz bei "zu schnell".
    • Naja, der Polizist konnte ja nicht wissen, dass du Fahranfänger bist. Die fallen schon leicht durch ne überkorrekte Fahrweise auf, die unsicher wirken kann. Hättest du erwähnt, dass du Fahranfänger bist, wäre die Sache für ihn klar gewesen.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.