Beispiele für Fettnäpfchen und (zu) wörtliches Verstehen

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    • @panda Das mit den Corona-Regeln fand ich am Anfang auch irritierend. Die waren für mich oft viel zu unpräzise formuliert und überall unterschiedlich. Normalerweise stört mich so was nicht so sehr, dann lege ich Hinweisschilder u.Ä. eben so aus, wie ich es im Kontext und nach Sinn und Zweck der Regeln für richtig halte.

      Leider hilft mir das im Zusammenhang mit Corona nicht weiter, denn erstens wirken die Regeln auf mich oft einfach willkürlich. Und zweitens werden die Leute sofort pampig, wenn ich sie nicht so einhalte, wie es ihrer Meinung nach richtig und offensichtlich ist. :nerved:
    • Mein Vater mit Fotoapparat in der Hand zu meinem Kind, welches einen Spielzeugbohrer in der Hand hat: "Sag mal Cheese". Mein Kind überdreht dabei, grinst wie ein Clown. Er "Nee nicht soo." Sag mal Bohrmaschine. Mein Kind sagt Bohrmaschine. Mein Vater ist kurz still. Und sagt dann: "Ist das ein Motorrad?" Er ruft die Aufmerksamkeit meines Kindes zurück. "Ist das ein Motorrad?" Ich wache halb aus meiner Geistesabwesenheit auf, wobei ich aber alles bisher mitbekommen hatte, und sage zu meinem Vater: "Nein" Und er winkt mit der Hand runter zu mir und fragt mein Kind noch mal ob das ein Motorrad ist. Ich denk mir "Will er wahrscheinlich immer noch ein Lachen einfangen" (RW), und überlegte kurz, worin beim Wort Motorrad das mimische Lachen sein könnte. Dann kam es mir (RW), dass er nun belustigt "Neeeeeein" sagen soll, und dabei dann so den Mund bewegt, dass er dann so grinst bei dem "I" oder bei dem "ei" strahlend lacht, um das auf das Foto aufzunehmen. Was dann auch so folgte.

      Ich war aber so neben der Spur, dass ich mich nicht mal kurz gewundert hatte, dass er noch ihn das noch mal mit dem Motorrad fragte, und wie er überhaupt darauf kam.

      So was war mir schon öfters mit den Diagnostikern meines Kindes passiert. Zuletzt mit der Ärztin. Das fällt mir gerade nicht mehr ein. Jedenfalls wollte sie auch eine bestimmte Reaktion von ihm, und wank dann kurz mir ggü. ab, als ich das beantwortete.

      Ich muss mich auch oft bremsen, generell zu antworten, wenn jemand meinem Kind Fragen stellte, als es noch nicht antwortete, oder wenn ich davon ausgehe, dass es die Frage nicht versteht. Ich merkte das bald, nach dem mich nun auch die eine Diagnostikerin dann immer ignorierte, wie auch einige Passanten zuvor, und dann weiter nur versuchten weiter Kontakt mit meinem Kind aufzunehmen. Bei der Diagnostikerin checkte ich es dann. Es ging ihnen weniger um die Information, als darum, entweder mit meinem Kind in einen persönlichen Dialog zu treten der Stimmung oder einer Reaktion wegen, egal ob nonverbal oder verbal. Z. B. um ihn zu etwas zu motivieren, z. B. um ihn zum Nachdenken anzuregen, und / oder ihm ein bisschen ihm was beizubringen.


      Ansonsten hatte mein Vater letztens was zwischenzeiliges gesagt. Er fängt an mit "Ich muss dir jetzt auch mal was auf's Brot schmieren." Ich visuelles Bild, und "hä"?. Er "Ja, weil du mir gerade das mit Sache zu deinem Bruder auf's Brot geschmiert hast. Ich ordne das Brotschmieren einem Sprichwort zu, weil er schon wieder die Körperspannung und Tonlage draufhatte, und immer so reagiert, wenn ich ihn 5 Minuten zuvor kritisiere. Zu dem das unser vorheriger Dialog war.
      Mein Vater sprach dann etwas von Kosten einer Betreuung, und mein Kopf ratterte kurz. Dann dachte ich mir er meint die Betreuung meines Bruders. Antworte ihm in diesem Bezug. Er "Nein, ich meinte mit Betreuung Kinderbetreuung". Ich wieder "hä"? Und dann begriff ich es. Wobei, das worum es ging, hätte auch andere verwirren können, da das ziemlich dreist war, und noch in einem weiteren Kontext stand.

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    • Erst seit ich mich mit dem Thema des wörtlichen Verstehens beschäftige, fällt mir auf wie sehr das bei mir im Vergleich zu meinen Mitmenschen ausgeprägt ist. Erst dadurch konnte ich überhaupt erkennen, dass die meisten Menschen Dinge nicht wortwörtlich meinen und ein Großteil der Unsicherheiten meinerseits auf der Annahme beruht, dass alle so denken wie ich.

      Ich arbeite im Einzelhandel und mir fällt es oft schwer direkt das Problem von Kund*innen zu verstehen, da diese oft nicht das meinen, was sie sagen oder ich durch die Beschreibung ein anderes Bild konfiguriere als das, was sie tatsächlich meinen. Manchmal verwenden sie falsche "Fachbegriffe" und ich korrigiere sie dann, einfach um abzugleichen, ob wir kognitiv auf dem gleichen Weg befinden. Das empfinden Manche als Affront, obwohl deren Aussage einfach faktisch falsch ist.
      Wenn jemand eine Beratung bei "Waschbecken" einfordert, bekommt er exakt das und nicht eine Beratung zu Unterschränken, weil er zwar Unterschränke meinte, aber eben falsch benannt hat.
      Ich gehe ja auch nicht zu McDonalds und bestelle einen McRib wenn ich gerne Pommes hätte.

      In Restaurants bestelle ich meist die gleichen Gerichte und gehe nicht gerne in andere Lokale, einfach weil die Umsetzung des gleichen Gerichts auch immer unterschiedlich ist, vor allem wenn Bestandteile des Gerichtes nicht vollständig benannt werden. Ich verabscheue rote Bete und nicht selten wird ein "gemischter Salat" mit roter Bete "aufgewertet" (Ernährungsphysiologisch vielleicht, geschmacklich eher weniger) , aber exakt diese nicht aufgeführt.
      Bei Gerichten treibt mich die Beschreibung "Gemischtes Gemüse" regelmäßig in den Wahnsinn, weil es gar nicht definiert wird. Ich meine als Beilage wird zwischen Pommes, Ofenkartoffel, Kroketten und Püree unterschieden, obwohl es die gleiche Frucht ist.
      Aber bei Gemüse weiß ich weder was ich bekomme noch wie es zubereitet ist, also kenne ich die Konsistenz nicht einmal. Ich meine niemand käme auf die Idee "Fleisch" zu bestellen ohne genauere Definition zu kennen.

      In der Schule oder in der Uni hingegen war und ist das ein Vorteil, weil ich bei Beschreibungen von Sachverhalten sehr präzise und analytisch vorgehen kann und präzise Aufgabenstellungen eben auch genau so bearbeite. Offene Aufgabenstellungen hingegen waren für mich schon immer schwierig.
      "Du willst doch nur nicht normal sein, damit du dich nicht anstrengen musst."
    • Als ich das erste Mal die Überschrift vom Thread "Wie mit Körben umgehen?" las, kam mir zuerst der große, grobgeflochtene Weidenkorb in den Sinn, der in meinem alten Kinderzimmer in meiner elterlichen Wohnung steht. Ich dachte daran, wie schwierig ist, den Deckel des Korbs genau auszurichten, damit er richtig schließt. Und dass man dabei aufpassen muss, keine Zweige abzubrechen.

      Und ich dachte, was für ein aussergewöhnliches, hochspezielles Thema! Ob das überhaupt jemanden hier im Forum interessiert?

      Dass sprichtwörtliche "Körbe" gemeint sind, kam mir erst später in den Sinn. :m(:

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      Nette Fachperson spricht mir zu, und ist sehr besorgt und bemüht mir in diversen Situationen zu helfen, wobei ich eigentlich mich nicht so zum Thema machen wollte, aber sie hatte nachgehakt, kannte den Hintergrund, und das Interesse schien echt, so dass ich nach anfänglichem Versuch nicht groß darüber zu sprechen, in einen Redeschwall ausbrach, wo ich am Ende sagen wollte, dass mir das unangenehm ist, sie so vollzuquasseln. Und suche dafür im Kopf ein passendes Sprichwort. Und sage im beschämten Ton "Ich rede mich hier um Kopf und Kragen."
      Sie daraufhin "Nein, nein. Ich schreib das auch nicht in den Bericht." (psychologischer) Ich denk: "Hä?" Und denke dann: "Vielleicht passt das Sprichwort doch nicht." Später google ich es. Es bedeutet, dass man empfindet, sich durch seine zu offene Art und Weise selbst in die Pfanne gehauen zu haben (RW), - damit einhergehend denkt, dass das Gegenüber das nun ausnutzt / negativ sieht. :m(:

      Wenn sie sich nun noch wie geplant bei mir melden sollte, werd ich ihr das sagen, dass ich das Sprichwort versehentlich falsch gewählt hatte. Wobei sie meine Schwäche in sowas auch ein bisschen kennt.