Beispiele für Fettnäpfchen und (zu) wörtliches Verstehen

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    • Hier versteht das vermutlich die Mehrheit. Draußen eher... ned.

      Ein Freund hatte Tee aus einer schwarzen Tasse auf meinen Boden verleppert. Was ihn nerfte. Wollte trösten. Sagte: "Es ist ja auch Schwarztee." Darauf zeterte er allerliebst und schümpfte: "Und jetzt guck nicht wieder so unschuldig." Ähm...

      @Karou: Stell dir mal vor, du hättest zum Guten Schluss den Friedhof erwähnt...
      equo ne credite
    • Letztens meinte mein Schichtleiter "Er müsse noch seinen Akku aufladen" - daraufhin guckte er in meine Richtung.
      Ich dachte er meint das so, das ich hier "im negativen" (vielleicht weil das bei manchen nicht so gern gesehen wird, wegen Stromklau) meinen Fahrradakku auflade, der in dem Moment unter der Theke auflud.

      Da, ich mir aber nicht sicher war (da er den Akku von da nicht sehen konnte, er aber weiß das ich das oft tue), fragte ich nach "wie er das meint".
      Daraufhin meinte er, das ein Kollege von mir "seinen Akku aufladen muss".

      Ich wusste nicht, das dieser Kollege auch ein E-Bike hat, da ich ihn noch nie mit so einem Fahrrad sah. Dennoch dachte ich, das er anscheinend jetzt wohl 1nes hat, wenn der Schichtleiter das schon so anspricht.

      Daher meinte ich daraufhin zu dem Schichtleiter "ich wusste gar nicht das er ein E-Bike hat".

      Der Schichtleiter meinte dann (gar nicht so sehr erbost das ich es schon wieder falsch verstanden habe, wahrscheinlich weil er sich an das schon bei mir gewöhnt hat) - "Das Er Umgangsprachlich seinen Akku aufläd". Er also seine menschliche (gesundheitliche) Energie aufläd.

      Ich habe diesen Spruch im Laufe meines Lebens in dem (menschlichen, gesundheitlichen) Zusammenhang natürlich auch schon öfter mal gehört (ich bin ja auch fast 40 Jahre alt). Dennoch gehe ich zuerst immer von einer Realen, direkten Sache aus, anstatt einer irgendwie anders gemeinten Sache (Zweideutigen).
      Wenn man zuerst immer nur annimmt das alles im Scherz oder Umgangsprachlich gemeint ist, funktioniert doch gar nichts mehr. Wie soll man denn dann überhaupt noch Tätigkeiten mit anderen Menschen (Arbeit usw) nachgehen können, wenn man gar nichts mehr ernst nehmen kann? Es würden dann doch nur noch Fehler entstehen!?
    • Mein Kollege hat an einem Abend noch lang an einer Aufgabe gesessen und mir um 0:40 Uhr sein Ergebnis geschickt mit dem Satz: "Lass uns morgen darüber sprechen". Ich habe "morgen" wörtlich genommen, schließlich war der neue Tag schon angebrochen, und auch nicht weiter darüber nachgedacht. Er meldete sich dann von sich aus später am Tag leicht irritiert, warum ich seine Mail ignoriere.
    • CypressT81 wrote:

      Letztens meinte mein Schichtleiter "Er müsse noch seinen Akku aufladen" - daraufhin guckte er in meine Richtung.
      Ohne irgendwelchen Kontext würde ich das auch wörtlich verstehen. Durch das Drumherum komme ich eher darauf, wenn etwas umgangssprachlich gemeint ist.

      Im Laufe meines Lebens ist durch Erfahrung die Unterscheidung einfacher geworden, trotzdem, wenn etwas Neues auftaucht, falle ich wieder darauf herein.
      So kann es eigentlich nicht weitergehen. Wird es aber.
    • Wenn Jemand von "seinem" Akku spricht, dann würde ich das in der Regel als die sprichwörtliche mentale Energie ansehen, nicht als technischen Akku.
      Denn ich sage zumindest in solchen Fällen immer dazu, WELCHEN Akku ich aufladen möchte. Also Handyakku, Laptopakku etc.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • kim wrote:

      Ohne irgendwelchen Kontext würde ich das auch wörtlich verstehen. Durch das Drumherum komme ich eher darauf, wenn etwas umgangssprachlich gemeint ist.
      Er hatte sich Zeitgleich mit anderen unterhalten. Ich dachte aber er spricht mich vor allem an und will zugleich die anderen Personen darauf aufmerksam machen, das ich hier im negativen Sinn (Stromklau) Fahrradakkus auflade.

      Garfield wrote:

      Wenn Jemand von "seinem" Akku spricht, dann würde ich das in der Regel als die sprichwörtliche mentale Energie ansehen, nicht als technischen Akku.
      Denn ich sage zumindest in solchen Fällen immer dazu, WELCHEN Akku ich aufladen möchte. Also Handyakku, Laptopakku etc.
      Ich habe bei Menschen die Erfahrung gemacht, das sich fast alle sehr "flappsig" bzw sehr ungenau unterhalten. Sprich: Details immer weglassen, da sie die Details anscheinend mit ihrer Mimik und Tonlage trotz ungenauer Sprache irgendwie dem anderen erzählen können.
      Zumindest verstehen andere Menschen im Gegenteil zu mir fast immer wie solch ungenaue ("flappsige") Sätze gemeint sind.

      Im Moment haben wir einen neuen Kollegen bei uns, der Nie in irgendeiner Weise detailliert spricht. Sprich: der sich Ausschließlich "flappsig" unterhält.
      Bei diesem frage ich nach Jedem 2. Satz nach, wie er das meint. Entweder das, oder ich ignoriere seine Sätze (die meistens privaten Inhalt haben), indem ich gar nichts sage, oder nur "ja" bzw "Mm" mache ohne zu verstehen was er sagt. Was bei ihm teilweise geht, da ich nicht auf ihn angewiesen bin bzw in dem Bereich selbstständig arbeiten kann.
    • Mal etwas, was glaube ich auch zum wörtlichen Verstehen paßt, aber gar nicht so lustig ist. Es betrifft die Maskenpflicht im Zusammenhang mit Attesten zwecks Befreiung von dieser.
      Nun ist es oft so, daß Strafen angedroht werden, wenn man keine Maske trägt, beispielsweise im Bus oder in Geschäften. Natürlich gilt das nicht für Menschen mit einem Attest.
      Trotzdem verunsichert es mich jedes Mal, wenn irgendwo steht, wer keine Maske trägt, muß ein Bußgeld zahlen. Hilfreicher wäre für mich, wenn da stände "Wer keine Maske trägt und kein Attest hat, der....".
      So verunsichert mich das jedes Mal, und ich habe immer Angst, mein Attest könnte mal nicht anerkannt werden.
      Für andere ist das mit der Attest-Ausnahme wohl selbstverständlich, für mich irgendwie nicht so ganz... :roll:
      Diese Signatur wurde autistomatisch erstellt und ist ohne Unterschrift gültig :m(:
    • Und im Bus steht man soll während der Fahrt in die Armbeuge husten und niesen. Da stell ich mir dann vor absichtlich zu husten, obwohl ich gar keinen Hustenreiz habe.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Wolkenfrosch wrote:

      Nun ist es oft so, daß Strafen angedroht werden, wenn man keine Maske trägt, beispielsweise im Bus oder in Geschäften.
      Ich bin immer irritiert, wenn irgendwo steht "Einlass nur mit Maske" o.ä., weil ich im ersten Moment dann denke, ich darf gar nicht rein. Ich muss auch immer erst für mich ergänzen, dass ich mit Attest doch darf. Ging mir sogar heute morgen so in der Apotheke, obwohl ich da schon zwei Mal ohne Maske drin war.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Wolkenfrosch wrote:

      Trotzdem verunsichert es mich jedes Mal, wenn irgendwo steht, wer keine Maske trägt, muß ein Bußgeld zahlen. Hilfreicher wäre für mich, wenn da stände "Wer keine Maske trägt und kein Attest hat, der....".
      Ich habe neulich von einem Fahrgast gelesen, der trotz Attest vom Kontrolleur mit Nachdruck zum Aussteigen aufgefordert wurde. Die Kontrolleure sind also anscheinend auch oft unwissend. In dem Fall musste dann die Polizei anrücken und dem Kontrolleur die Rechtslage erklären und den wütende Mob (wegen Verspätung) beruhigen.
      Am Anfang der Pandemie wurden einige Leute, die z.B. wegen Krebs im Alltag eine Maske tragen mussten, ausgelacht und angefeindet - heute ist es umgekehrt.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • @Wolkenfrosch, @Shenya: Mit ärztlichem Attest ist es eindeutig. Und wegen dem Recht auf Teilhabe darf niemand mit Attest von Einkauf, Bahnfahrt, Arztbesuch, Unterricht etc. ausgeschlossen werden. Es besteht keine Mitführ- und Vorzeigepflicht, jedoch ist es sinnvoll, wenigstens eine Kopie mitzuführen. Wenn ich meins Nicht-Amtspersonen zeige, dann immer mit dem freundlichen Hinweis, dass ich das nicht muss - dass ich es aber zu Aufklärungszwecken gerne tu. Meine Adresse und die Fachrichtung des Arztes halte ich zu, das geht niemand was an. Bin auch schon gefragt worden, was mir fehlt. Damit müsst ihr rechnen aber selbstverständlich nichts dazu sagen. Auch nicht der Polizei. Das ist geheim zwischen Arzt und Patient.

      Garfield wrote:

      Am Anfang der Pandemie wurden einige Leute, die z.B. wegen Krebs im Alltag eine Maske tragen mussten, ausgelacht und angefeindet - heute ist es umgekehrt.
      Ich kenne das so gar nicht, kann es mir aber (leider) vorstellen. Die wenigen Maskierten, die ich vor 2020 gesehen habe, waren in der Hauptsache asiatische Touristen. Und natürlich Michael Jackson.
      equo ne credite
    • Wolkenfrosch wrote:

      Trotzdem verunsichert es mich jedes Mal, wenn irgendwo steht, wer keine Maske trägt, muß ein Bußgeld zahlen. Hilfreicher wäre für mich, wenn da stände "Wer keine Maske trägt und kein Attest hat, der....".

      So verunsichert mich das jedes Mal, und ich habe immer Angst, mein Attest könnte mal nicht anerkannt werden.
      Für andere ist das mit der Attest-Ausnahme wohl selbstverständlich, für mich irgendwie nicht so ganz... :roll:
      Das kann ich gut nachvollziehen, so geht es mir auch häufig mit Formulierungen, in denen nicht alles enthalten ist. Es verunsichert mich immer sehr und ich muss teilweise mehrfach nachfragen oder im Internet recherchieren, um sicher zu sein. Ein Zweifel bleibt meistens bis zum Schluss, da die lückenhafte Formulierung ja immer noch besteht.

      Ein Beispiel, dass einigermaßen hierzu passt: im Flugzeug warte ich darauf, dass sie, nach der Ansage, dass man die ganze Zeit eine Maske tragen muss, noch anfügen, dass man sie zum Essen und Trinken absetzen darf. Einmal haben sie es sofort hintereinander angesagt und außerdem verkaufen sie auch Snacks, trotzdem warte ich beim nächsten Mal darauf, ob sie die Ausnahme wieder durchsagen und erst danach fühle ich mich sicher und weiß, dass ich nichts falsch mache, wenn ich im Flugzeug esse, also die Maske mal abnehme.

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    • Shenya wrote:

      Wolkenfrosch wrote:

      Nun ist es oft so, daß Strafen angedroht werden, wenn man keine Maske trägt, beispielsweise im Bus oder in Geschäften.
      Ich bin immer irritiert, wenn irgendwo steht "Einlass nur mit Maske" o.ä., weil ich im ersten Moment dann denke, ich darf gar nicht rein. Ich muss auch immer erst für mich ergänzen, dass ich mit Attest doch darf. Ging mir sogar heute morgen so in der Apotheke, obwohl ich da schon zwei Mal ohne Maske drin war.
      Wir hatten es jetzt einmal gelesen, dass aus Rücksicht auf das Personal Personen mit Befreiung bitte an der Info ein Visier holen sollen. Das fand ich eine recht gute Lösung, direkt am Eingang gut lesbar platziert (war ein Möbelhaus).

      Wie wörtlich "kein Einlass ohne Maske" zu nehmen ist entscheidet wohl jeweils der Ladenbesitzer.
      Manche finden dann zB Regelungen wie oben.
    • Matou wrote:

      @Wolkenfrosch, @Shenya: Mit ärztlichem Attest ist es eindeutig. Und wegen dem Recht auf Teilhabe darf niemand mit Attest von Einkauf, Bahnfahrt, Arztbesuch, Unterricht etc. ausgeschlossen werden.
      Das sieht die Antidiskriminierungsstelle des Bundes differenziert. Ich zitiere daraus (die Hervorhebungen sind vion mir):

      "Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schützt Kund_innen davor, wegen einer Behinderung benachteiligt zu werden. Im Zusammenhang mit der Maskenpflicht können sich insoweit nur diejenigen auf das AGG berufen, denen das Tragen der Maske wegen einer Behinderung nicht möglich ist." (Gemeint ist ein GdB.)

      "Das AGG verbietet auch sogenannte mittelbare Benachteiligungen wegen einer Behinderung. Eine ausnahmslose Durchsetzung der Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, hat zunächst eine gegenüber Menschen mit beispielsweise behinderungsbedingten Atemwegserkrankungen, Epilepsien usw. mittelbar benachteiligende Wirkung. Davon ist auszugehen, wenn – wie hier – in erster Linie Menschen mit einer Behinderung durch eine an alle gerichtete Regelung besonders nachteilig betroffen sind. Eine mittelbare Benachteiligung liegt allerdings dann nicht vor, wenn die Maskenpflicht sachlich gerechtfertigt werden kann und diese Regelung angemessen und erforderlich ist. Ein sachliches und auch wichtiges Ziel liegt hier vor, da die Maskenpflicht Kund_innen und Beschäftigte vor Neuinfektionen schützt sowie insgesamt die Verbreitung des Corona-Virus eindämmt."

      und

      "Allerdings muss die ausnahmslose Durchsetzung der Maskenpflicht auch aufgrund der Situation vor Ort und der Interessen aller Beteiligten insgesamt angemessen erscheinen. Hier wird man je nach Situation zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Wenn es sich um ein kleines Geschäft handelt und das Verkaufspersonal zur Risikogruppe gehört, erscheint es eher angemessen, keine Ausnahme von der Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung zuzulassen. Der Umstand, dass eine Landesverordnung Einzelne von der Maskenpflicht befreit, um Menschen mit Behinderungen nicht von der Teilhabe im öffentlichen Leben auszuschließen, spricht allerdings in der Tendenz gegen die Angemessenheit einer ausnahmslosen Durchsetzung der Maskenpflicht in jedenfalls großen Ladengeschäften."
    • Die Behindertenbeauftragten sehen das anders, aber natürlich muss eine Stelle vom Bund eher vorsichtig schreiben, und im Zweifel ist es eine Einzelfallentscheidung, da ist man erstmal fein raus, denn dann hat man ja nichts falsches gesagt.

      Polarlicht wrote:

      Wir hatten es jetzt einmal gelesen, dass aus Rücksicht auf das Personal Personen mit Befreiung bitte an der Info ein Visier holen sollen.
      In den meisten Bundesländern ist ein Visier als Ersatz für eine Maske nicht erlaubt.
      Außerdem würde das bei Autismus auch nichts nutzen, denn ein Visier verschafft genauso ungewohnte zusätzliche Reize wie eine Maske. Es wäre also nur für Menschen mit Atemwegsproblemen eine theoretische Alternative.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Neulich war ich bei "Saturn" - dort wird eine attestliche Maskenbefreiung nicht respektiert - der Kundschaft wird ein Visier mit schwachem Klettverschluss aufgenötigt, welches schlecht hält und so platt auf der Nase sitzt, dass es beschlägt, wenn es nicht eh dauernd runterfällt.

      Falls ich nicht in der Lage bin, dieses Teil ständig am Kopf festzuhalten, habe ich dieses Etablissement - unter "Geleitschutz" des Sicherheitspersonals - umgehend zu verlassen.

      Ich bin der Meinung, dass ein Laden, welcher meine Rechte nicht respektiert und mich so behandelt, mein Geld nicht verdient hat!

      Zumal das Personal selbst keine Masken trägt...

      The post was edited 1 time, last by Coocy ().

    • Ich bin der Meinung, dass das Hausrecht nicht über dem Gesetz (in Form der Verordnungen) steht, und die Verordnungen der Länder sehen eindeutig Ausnahmen vor, daran müssen sich alle Geschäfte auch halten.

      Man könnte den Saturn anzeigen wegen Diskriminierung, aber ich weiß nicht genau, wo und wie man das machen würde oder welche Kosten entstehen würden. Mindestens könnte man sich damit an den zuständigen Behindertenbeauftragten wenden.
      McDonalds ist wohl auch so ein Kandidat, da ist es noch seltsamer, weil ja die Leute eh nachher zum Essen ohne Maske dasitzen. Ja, meiden würde ich solche Geschäfte dann langfristig, auch nach dieser Zeit.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Ich bin der Meinung, dass das Hausrecht nicht über dem Gesetz (in Form der Verordnungen) steht, und die Verordnungen der Länder sehen eindeutig Ausnahmen vor, daran müssen sich alle Geschäfte auch halten.
      Das Hausrecht beruht auf dem Grundgesetz (Art. 13 Unverletzlichkeit der Wohnung) - und ist daher sicher nicht nachgeordnet.