Beispiele für Fettnäpfchen und (zu) wörtliches Verstehen

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      hä? wrote:

      nicht ungesund" heißt für mich nicht, daß es gesund sei - nur eben nicht ungesund, also mehr so in der Mitte, weder/noch
      dann wäre es logisch es auch so zu formulieren anstatt die doppelte verneinung zu missbrauchen.

      Abgesehen davon ist das beispiel in bezug auf nahrungsmittel sowieso ein spezialfall, da die meisten vergessen eine referenz zu nennen.

      beispiel: ein big mac von mcdonnalds ist ungesund.

      eine absurde aussage ohne referenz. keine nahrungsaufnahme führt recht schnell zum tod. jedwede zufuhr von für den menschlichen körper nicht giftigen kohlehydraten verlängert das leben und ist somit gesund, selbst so ein big mac. wenn keine andere referenz genannt wird ist also nicht essen die standardreferenz und somit ist jede nahrungsaufnahme gesund.
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      gizmo wrote:

      essen wir heute abend lasagne und gehen wir ins kino?
      So etwas höre ich eher selten. Ich würde das mit "ja" nur dann beantworten, wenn beides zutrifft. Falls nicht würde ich entweder "nein" antworten oder mich um eine differenziertere Antwort bemühen wie z. B. "Das erste ja, das zweite nein". Wie ein Roboter (Computerhirn) mit Kurzschluss würde ich mich jedenfalls nicht fühlen oder falls doch dann nur für einen kurzen Moment, bevor ich mich gedanklich neu sortiert habe.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
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      gizmo wrote:

      dann wäre es logisch es auch so zu formulieren anstatt die doppelte verneinung zu missbrauchen.
      Mir kommt es so vor, als wäre dein Sprachgefühl nicht so gut ausgeprägt. Du verstehst offenbar viele Nuancen der Sprache nicht so richtig und störst dich daran. Versuche doch mal, mehr mit der Sprache zu spielen und es weniger rigide zu sehen. Fremdsprachen können den Horizont auch sehr erweitern, weil in anderen Sprachen viele Dinge nochmal ganz anders ausgedrückt werden.
      Alles wird galaktisch gut.
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      @Shenya Da magst Du durchaus recht haben. Was fremdsprachen anbelangt, ich spreche Deutsch und Englisch nahezu muttersprachlich, in Frankreich komme ich halbwegs gut durch, in itlaienisch kann ich nach dem weg fragen und einkaufen gehen und walisisch lerne ich gerade noch.

      Ich verstehe in der tat nicht viele Nuancen in der Sprache, interessanterweise wird mir im deutschen und englischen aber nachgesagt dass ich ein ausgesprochen gutes ausdrucksvermögen habe, besser als der durchschnitt, wobei das ja immer subjektive aussagen sind. Möglicherweise liegr es aber auch ein wenig daran dass ich die sprache in ihrer bedeutung benutze. So würde ich zum beispiel praktisch nie sagen "Ich muss noch einkaufen gehen" weil es gelogen wäre.

      Ich habe gelernt dass der Ausdruck "muss" bedeutet das es keine alternative gibt. Beim ainkaufen gibt es die aber, ich kann es sein lassen, ich kann einen lieferdienst anrufen oder eine freundin fragen etc. Darum kommt es mir nicht in den sinn das zu sagen.

      anderes beispiel, exact und präzise. ich benutze die Ausdrücke so wie sie definiert sind. und es gibt deren viele, und ich störe mich dann daran wenn es (was ich als) "Falsch"empfinde daran weil ich dann mühe habe der konversation weiter zu folgen und versuche zu ergründen was tatsächlich gemeint ist und dann verliere ich oft den Anschluss.

      ich finde aber auch keinen mechanismus wie ich das abschalten soll, zumal es mir wiederstrebt zu lügen. in dem moment wo ich etwas höre oder lese geht mein hirn eben in den suchmodus "was könnte gemeint sein" wenn ich erkenne das die aussage keinen sinn ergibt. wenn sie einen gibt und was anderes gemeint ist, was auch oft genug vorkommt dann merke ich erst später das es unstimmigkeiten gibt.
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      @Lex war vielleicht nicht das beste beispiel aber ich höre es doch schon oft genug das ich es merke wie ich dann blockiert bin und mein hirn nach einer lösung sucht ich aber recht lange brauche bis ich mein geneüber bitte die fragen nochmal einzeln zu stellen.
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      gizmo wrote:

      hä? wrote:

      nicht ungesund" heißt für mich nicht, daß es gesund sei - nur eben nicht ungesund, also mehr so in der Mitte, weder/noch
      dann wäre es logisch es auch so zu formulieren anstatt die doppelte verneinung zu missbrauchen.
      Wenn die doppelte Verneinung miss-braucht werden kann, bedeutet das ja, dass es auch einen angedachten Ge-brauch für sie gibt. In welchen Fällen ist die doppelte Verneinung angemessen oder korrekt?
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      gizmo wrote:

      So würde ich zum beispiel praktisch nie sagen "Ich muss noch einkaufen gehen" weil es gelogen wäre.

      Ich habe gelernt dass der Ausdruck "muss" bedeutet das es keine alternative gibt. Beim ainkaufen gibt es die aber, ich kann es sein lassen, ich kann einen lieferdienst anrufen oder eine freundin fragen etc. Darum kommt es mir nicht in den sinn das zu sagen.
      Ich kenne den Wunsch, Dinge möglichst richtig und ehrlich zu sagen auch, aber ich versuche, das in Maßen zu halten. Sonst ist die Zeit dafür doch zu schade, wenn man auch noch was anderes machen will, als sich bei jedem Satz zu fragen, ob man gerade alles korrekt ausdrückt. Es gibt wichtigere Dinge im Leben, denke ich, weil man mit vielen gängigen (unperfekten) Formulierungen perfekt verstanden wird.
      Alles wird galaktisch gut.
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      Shenya wrote:

      Es gibt wichtigere Dinge im Leben, denke ich, weil man mit vielen gängigen (unperfekten) Formulierungen perfekt verstanden wird.
      Das mag sein. Nur ist bei mir so, dass ich, wenn ich mich einer bewusst unperfekten Formulierung hingeben würde, befürchte das mein Gegenüber es auch so versteht. Worin besteht also der Sinn einer bewusst schwammig gehaltenen Formulierung, oder sogar bewusst gelogenen Formulierung in der Hoffnung das gegenüber a) merkt den Schwindel nicht, oder b) merkt ihn aber korrigiert ihn in einer weise wie ich es hätte ausdrücken wollen?

      Der Aufwand zu überlegen wie ich bewusst lüge ist für mich derselbe wie mich möglichst so auszudrücken das es meint was ich übermitteln möchte.

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      gizmo wrote:

      in dem moment wo ich etwas höre oder lese geht mein hirn eben in den suchmodus "was könnte gemeint sein" wenn ich erkenne das die aussage keinen sinn ergibt. wenn sie einen gibt und was anderes gemeint ist, was auch oft genug vorkommt dann merke ich erst später das es unstimmigkeiten gibt.
      Das kann ich für mich so unterschreiben. Vor allem passiert mir das häufig genug, dass ich es erwähnenswert finde. Danke für die treffende Beschreibung.
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      gizmo wrote:

      Beispiele: Das ist nicht gesund = Das ist ungesund. Daraus folgt: Das ist nicht ungesund = Das ist gesund
      Das ist nicht üblich = Das ist unüblich. Daraus folgt: Das ist nicht unüblich = Das ist üblich
      Es fällt mir öfter auf. Aber ich intepretiere es so, dass "nicht ungesund" aussagt, dass man nur negiert, dass es ungesund ist. Deswegen muss es ja noch lange nicht gesund sein.
      Auch das nicht unüblich heißt nur, dass es vorkommt, aber deswegen noch lange nicht üblich ist.
      Die Frage ist nur, ob die Leute, die das von sich geben, das ebenfalls so definieren.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
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      @Garfield dann erklär mir doch mal was eine negierung das etwas ungesund ist nicht gesund zu sein hat. genau da setzt mein verstand ja aus, vor allem fehlt die referenz, gesund oder ungesund im verlgeich zu WAS?

      selbiges für üblich, wenn etwas vorkommt ist es üblich tut es das nicht ist es unüblich und auch hier fehlt die referenz zu ab wann etwas üblich ist und ab wann nicht, wenn es die referenz nicht gibt dann kann sich jeder selber eine basteln, was aber dazu führt das man mit zwei unterschiedlichen massstäben zugange ist ohne die vorher abgeklärt zu haben.

      und das ist der moment wo ich hadere und es nicht mehr verstehe. wenn alle anderen in der lage sind das wortlos in gedankenübertragung auszuhandeln, schön... ich kann das nicht
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      Es gibt Lebensmittel, die sind uneingeschränkt gesund (z.B. ein frischer Apfel direkt vom Baum, der keine Pestizide gesehen hat), dann gibt es welche, die sind definitiv ungesund (ein XXL-Burger mit haufenweise Speck, ranziger Soße, welkem Gemüse, Gammelfleisch und von einem KÜchengehilfen zubereitet, der sich seit Tagen nicht die Hände gewaschen hat) und es gibt auch einen ganzen Haufen, der irgendwo dazwischen ist (ein Apfel vom Vorjahr, der keine Vitamine mehr hat, oder Nudeln, die sowieso nie Vitamine haben usw.) - weder tut man beim Essen was für die Gesundheit, noch verschlechtert sich der Gesundheitszustand.
      Die Grenzen dürften fließend sein.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
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      "Gesund" ist vollkommen subjektiv, denn für jemanden mit Fruktoseintoleranz ist ein Apfel auch nicht wirklich gesund.
      Ich glaube, diese Subjektivität führt auch dazu, dass ständig neue Ernährungsformen als "gesund" gelten. Es ist in vielen Fällen wohl so, dass "die Dosis das Gift macht".

      Viele Wörter sind von Schwarz-Weißdenken geprägt, also Gegensätzen, dabei beschreiben sie eine Welt in der fast alles aus Graustufen besteht. Wenn einem das bewusst ist, dann wird man gelassener, was diese ganzen wertenden und zugleich oft absoluten Begriffe angeht, wie "gut/schlecht", "gesund/krank", "arm/reich" usw.
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      In diesem Fall wäre wohl "nicht ungesund" auch passend. Für denjenigen mit dem Fruktoseproblem ist es zwar ungesund, den Apfel zu essen - aber der Apfel ist nicht ungesund.

      Dass die Dosis das Gift macht, kam mir auch schon in den Sinn - aber ich bin mal davon ausgegangen, dass man nicht muwillig Unmengen von Irgendwas zu sich nimmt, wodurch aus gesund auch mal tödlich werden kann.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
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      Die Fettnäpfchen die mir gerade einfallen, betreffen meine Arbeitsstellen.

      Ein Mal beobachtete ich einen meiner Kollegen, welcher noch nicht so gut Deutsch spricht, wie er krampfhaft vor mir versuchte möglichst schnell und sicher einen Text auf Deutsch auf ein Papier zu bringen. Dabei fragte ich mich wirklich Interessehalber, seit wann er wohl schon in Deutschland lebt, von dem Aspekt her, wie seine Vergangenheit / sein Leben früher wohl war - ohne das böse zu meinen und stellte ihm deshalb dann diese Frage "Wie lange lebst du schon in Deutschland?". Während die Kollegen (auch ausländische) laut loslachten, schaute er mich halb lachend und halb fassungslos an, fing dann auch an zu lachen, sagte "Selbstmord" und setzte ein Pistolenzeichen an seinen Kopf.

      Ein Mal fragte mich mein Chef, wie ich einen bestimmten Redner finde, der in meinem Fachgebiet einen hohen Bekanntheitsgrad hat und online viele Vorträge hält. Da sagte ich, dass mir dieser zu viel unnötiges Zeugs rede, wenn auch manches von ihm wirklich nicht schlecht sei. Aber er mir durch den meisten Teil seines Geredes zu ineffizient sei. Und dann sagte mir mein Chef, dass er mir ein teures Seminar bei diesem Mann gebucht hat. Und ich dann so: "Ehehe, Fettnäpfchen." Mein Chef schien diese Einstellung von mir jedoch mit Humor und / oder zumindest nicht wirklich tragisch zu nehmen / finden.