Woher kam euer Verdacht?

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    • Woher kam euer Verdacht?

      Hallo

      Ich würde gerne wissen woher ihr den Verdacht hattet, dass ihr im autistischen Spektrum sein könntet.

      Waren es Ähnlichkeiten zu Autisten oder Aspies?

      Hatten andere den Verdacht?


      Und was habt ihr aus dem Verdacht gemacht?

      Geleugnet und weggeschoben?

      Oder nachgeforscht, um ihn zu wiedergeben oder zu bestätigen?


      Ich selbst erkenne mich in vielen Beschreibungen von Aspies wieder. ZT erschrecken mich die Ähnlichkeiten. Lassen mir keine Ruhe.
      Manchmal frage ich mich, ob ich mir all diese Gemeinsam-/ Ähnlichkeiten einbilde. Ob ich sie vielleicht sehen will, um mich irgendeiner Gruppe zugehörig zu fühlen. Aber dann finde ich eine neue Parallele und fühle mich in meinem Verdacht bestätigt.
    • LiltihEve wrote:

      Hatten andere den Verdacht?
      Ja, ich wurde darauf angesprochen. Von mir aus wäre ich nicht drauf gekommen, da ich zuvor ein anderes Bild von Autismus hatte.

      LiltihEve wrote:

      Und was habt ihr aus dem Verdacht gemacht?

      LiltihEve wrote:

      Oder nachgeforscht, um ihn zu wiedergeben oder zu bestätigen?
      Genauso, ich bin dem nachgegangen, habe mich über Asperger informiert , Videos angeschaut, habe mich im Forum angemeldet.
      Als ich etwas mehr von Vera Birkenbihl mitbekam wurde mir klar, daß es bei Autismus wohl auch um anderes geht als ich bisher dachte.
      Letztlich habe ich dann Kontakt zu "diagnostizierendem Fachpersonal" gesucht.
      Wenn wir den Kirschbaum spalten, finden wir dort keine Blüte.
      Es ist der Frühling, der die Blüten hervorbringt.

      Ama Samy

      The post was edited 1 time, last by ifi ().

    • Ich habe mich völlig unerwartet in der Quarks & Co Sendung wiedererkannt. Dann habe ich mich durch ein paar Online-Tests gehangelt, die mich in Richtung AS geschoben haben. Ich habe es abgestritten und mir gesagt, dass es nicht sein könne, schließlich komme ich zurecht. Aber meine Neugier war geweckt und ich habe immer wieder was dazu gelesen und auch hier mitgelesen. Nach ein paar Jahren war die Erkenntnis da, dass es sinnvoll ist, einen Spezialisten draufgucken zu lassen. Ich hatte gehofft AS ausschließen zu können, kamen mir die anderen doch alle viel stärker betroffen vor.
      In der Diagnostik wurde mir dann gezeigt, wo ich scheitere, und dass bei mir einige Auffälligkeiten sichtbar sind, wenn man weiß, worauf man gucken muss bzw. hinter die Fassade guckt und genau fragt, wie manche Sachen bei mir ablaufen.
      Nun weiß ich, woran ich bin und kann auf mich Rücksicht nehmen.

      Die Unsicherheit ist normal. AS ist nicht umsonst so kompliziert zu diagnostizieren.
    • 3f3ublatt wrote:

      Woher weißt Du, dass jeder zuerst einen Verdacht hatte? Das "ich glaub' ich bin Autist, hab' da nämlich 'was gelesen im Internet" ist m.M.n. hoffentlich eine Mode, die irgendwann vorbei geht. Obwohl es iwie zur Zeit nicht so aussieht.
      Ich glaube das meint sie nicht so eng. Weiter unten fragt sie ja auch, ob andere den Verdacht hatten. Irgendwie ist jeder mit dem Thema in Berührung gekommen.
    • Den allerersten Verdacht auf Autismus hatte ich mit 16 Jahren (also vor 24 Jahren). Ich fragte mich damals, warum ich so anders als andere war. Mir kam dann Autismus in den Sinn, aber ich kannte Autismus nur in der Form, wie mein Cousin ihn hat. Nämlich als Kanner-Autismus. Da ich ja aber nicht so wie mein Cousin bin, habe ich den Gedanken ganz schnell als dummes Zeug abgetan und verworfen. Ich habe mich dann mehr oder weniger damit abgefunden, dass ich mich wohl doch einfach nur anstellen würde und ich an all den Missverständnissen und Problemen selbst schuld sei.

      Erst, als man mir nach dem Selbstmord meines Neffens vor vier Jahren vorwarf, ich sei ja völlig gefühlskalt und hätte ihn nicht leiden können (was definitiv nicht stimmt, denn er war wie ein kleiner Bruder für mich und wäre für ihn barfuß durch die Hölle und zurück gegangen), habe ich mich wieder auf die Suche nach dem Grund meiner "Andersartigkeit" gemacht und bin dann zufällig über einen Bericht über das Asperger-Syndrom gestolpert. Da das doch sehr auf mich passte, habe ich dann nach weiteren Infos gesucht. Ich hab alles gelesen und angesehen, was ich zu dem Thema gefunden habe, informierte mich auch über die Differentialdiagnosen und mir wurde immer klarer, dass Asperger der Grund für meine Andersartigkeit sein dürfte. Mehrere Internet-Tests bestätigten mich zusätzlich in meinem Verdacht und schließlich habe ich mich dann Ende 2014 in diesem und einem anderen Asperger-Forum angemeldet und es mag sich zwar kitschig anhören, aber es war wie ankommen. Plötzlich waren da Menschen, die auch solche Macken hatten wie ich und die mich deswegen nicht ausgelacht haben. Plötzlich war ich nicht mehr allein mit all meinen Macken und Eigentümlichkeiten.

      Ich wollte dann eine Diagnostik machen lassen, aber mir fehlte dazu das Geld. Doch nachdem ich meinem Sachbearbeiter beim Jobcenter von meinem Verdacht erzählt hatte, übernahm das Jobcenter die Kosten für die Diagnostik. Nach mehreren Terminen stand dann Mitte 2015 fest, dass ich tatsächlich ein Aspie bin. Mag jetzt vielleicht blöd klingen, aber als ich dann mit der Diagnose aus dem ATZ kam, war es, als würde ich eine neue Welt betreten. Irgendwie war plötzlich alles anders. Endlich wusste ich, warum ich so anders bin und dass ich im Grunde nichts für all die Probleme kann, die mich schon mein ganzes Leben begleiten. Es war, als hätte mir jemand ein schweres Gewicht von den Schultern genommen.

      Obwohl mein Leben durch die Diagnose dann erst mal ziemlich ins Schlingern gekommen ist, bereue ich es nicht, dass ich das habe abklären lassen. Das Wissen um AS hat mir viel Druck genommen. Ich habe seither auch sehr viel über mich selbst gelernt und setze mich selber nicht mehr so sehr unter Druck. Ich gehe jetzt behutsamer mit meiner Energie um und achte darauf, mich nicht mehr ständig zu überfordern. Ich muss (und will) nicht mehr immer so sein, wie die anderen. Ich gestehe mir jetzt endlich zu, auch mal einfach nur ich selbst zu sein. Mit all meinen Macken und Eigentümlichkeiten und ohne zu schauspielern und mich anzupassen. Und das tut verdammt gut.
      Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein, wie Andere mich gern hätten.
    • Ich habe sozusagen das Spezialinteresse "herausfinden, warum ich so komisch bin" entwickelt und beschäftige mich ganz viel mit Psychologie. Das hat mir aber nichts gebracht. Ich habe ab und zu mal was über Asperger gelesen und dachte "hm, aber ich kann doch gar kein Mathe und einfühlsam bin ich auch".

      Irgendwann habe ich den Comic Schattenspringer von Daniela Schreiter in der Stadtbibliothek gefunden. Schon der Untertitel "wie es ist anders zu sein" war irgendwie magisch anziehend. Beim Lesen musste ich mehrfach heulen, weil durchgängig meine Probleme angesprochen wurden. Daraufhin habe ich im Germanistikstudium eine Hausarbeit über den Comic geschrieben und mich mehr ins Thema eingearbeitet. Dabei habe ich mich daran erinnert, dass mein Cousin ja Autist ist und meiner Tante die Hausarbeit zum Lesen gegeben. Sie meinte, sie hätte "Tränen der Erkenntnis" geweint und sagte mir dann, dass sie bei mir als Kind ebenfalls Aspergersymptome gesehen hätte.
      Over-thinking, over-analyzing separates the body from the mind.
      Withering my intuition, leaving opportunities behind.
    • Meine "Andersartigkeit" habe ich spätestens mit 12 - 13 Jahren erkannt.
      Natürlich war ich schon im Kindergarten und der Grundschule sehr auffällig, aber damals war ich noch nicht in der Lage wahrzunehmen, dass ich anders denke und fühle als die meisten anderen Menschen.
      Mit 14 - 15 war ich eindeutig der Meinung, dass ich psychisch gestört sei.
      Erst 10 Jahre später, kurz vor meiner Diagnose, bin ich erst mal auf Asperger gestoßen und habe bemerkt, dass die Symptome bei mir zutreffen, somit hatte ich einen Anfangsverdacht.
      Allerdings hatte ich keinen eindeutigen Verdacht auf Asperger, sondern habe mich zum Beispiel noch mit Persönlichkeitsstörungen wie Schizoide/Schizotypische beschäftigt.

      In der Klinik habe ich dann aber einige Zeit später die AS-Diagnose erhalten.
      Die Diagnose wurde durch ein Ausschlussverfahren festgelegt, wodurch es möglich war, mir zu erklären wieso nur Asperger in meine Fall logisch ist und alle andere Verdachtsdiagnosen eindeutig wegfallen.
    • Der erste Verdacht, dass ich Autismus haben könnte, kam damals von Kinderärzten/-therapeuten und von Erzieherinnen im Kindergarten. Eltern anderer Kinder erzählten meinen Eltern manchmal, ich sei "anders" als deren Kinder. Eine autismus-spezifische Therapie wurde auf Wunsch meiner Eltern abgebrochen. Danach wurde das Thema Autismus jahrelang "unter den Teppich gekehrt". Es folgten Mobbing in der Schule und erhebliche Probleme im Ausbildungs- und Berufsleben. Durch Zufall stieß ich im Internet auf den Begriff Asperger-Syndrom und las viel darüber. Durch meine Selbstreflexion meiner frühkindlichen Entwicklung und meiner gegenwärtigen Probleme kam es dann zum Eigenverdacht. Zuerst sah ich mich darin nicht wieder, weil ich beim Lesen auf viele Klischees stieß, außerdem hielt ich auch andere Störungsbilder für sehr wahrscheinlich (z.B. ADS, schizoide PS, soziale Phobie). Aber je mehr ich mich mit diesem Thema beschäftigte, desto eher konnte ich mich darin wiedererkennen. Es folgte die Kontaktaufnahme zur Autismus-Ambulanz, auf die ich in einem anderen Selbsthilfeforum hingewiesen wurde. Während der Diagnostik kamen mir Zweifel, ob denn bei mir tatsächlich eine Autismus-Spektrum-Störung vorliegt. Im November 2015 bekam ich dann die Diagnose.

      The post was edited 1 time, last by Grübler_1988 ().

    • Der Verdacht wurde von meiner Frau vor ca. 10 Monaten ausgesprochen.

      Die erste Reaktion war "Ne, ich doch nicht". Mein Cousin ist diagnostizierter atypischer Autist, mit ihm habe ich ausser dem Familiennamen vor der Wesensart her "nichts gemein". Ich wusste zwar schon vor der Diagnose meines Cousins, das es nicht DEN Autisten mit dem EINEN "Krankheitsbild" gibt (ich lese viel und interessiere mich für viele Themen), und nach der Diagnose las ich mich noch mehr in die Materie ein, aber selbst danach... Wäre ich nie darauf gekommen, das ich ein Autist sein könnte. Die Diagnose steht ja noch aus.

      Und ja, nach der ersten Abwehrreaktion "ich doch nicht" begann ich nachzudenken... Viel nachzudenken und denke immer noch nach.
      Erinnerungen von der Kindheit, wie ich mit 8-9 Jahren etliche Tests machen musste, wie ein Elektroenzephalogramm (EEG, Gehirnströme messen) durchgeführt wurde, wie ich einige Therapien (Gespräche, Bewegung, Fingerfertigkeiten) hatte, Erinnerungen darüber, das ich in der Kind- und Jugendzeit immer der komische Aussenseiter war, der nie Kontakt zu anderen aufbaute, Erinnerungen über motorische Störungen usw usw.

      Während der ersten 3 Monate nach dem Aussprechen des Verdachts war ich mir nicht sicher, ob ich überhaupt eine Diagnose durchführen will. Ich empfand mich trotz einiger Widersprüche, weil ich mich wohl in vielen Bereichen der normalen Welt "angepasst" hatte und diese Widersprüche oft quasi nicht mehr "vorhanden" waren, eigentlich "normal". In diesen 3 Monaten allerdings musste ich erkennen... So "normal" bin ich dann doch nicht und mit der Zeit und einigen Onlinetests zeigte sich, dass ich viele Eigenschaften besitze, die auch bei Aspies zu finden sind. Das heisst allerdings nicht automatisch, das auch ich ein Aspie bin und das führte mich zur Erkenntnis, das nur eine Abklärung/Diagnose Klarheit bringen kann. Nun warte ich auf die Durchführung der Diagnose und das Resultat.
      Wer mit der Herde geht
      kann nur Ärschen folgen :d
    • 3f3ublatt wrote:

      LiltihEve wrote:

      Ich würde gerne wissen woher ihr den Verdacht hattet, dass ihr im autistischen Spektrum sein könntet.
      Woher weißt Du, dass jeder zuerst einen Verdacht hatte?

      Naja ich denke mal keiner wurde mit der Diagnose geboren. Auch wenn sie sehr früh gestellt wurde. Irgendjemand hatte den Verdacht. Eltern, Lehrer, man selbst usw. Klar kann es sein, dass man eigentlichtlich wegen etwas anderem zum Arzt gut und dann die Diagnose bekommt. Aber das ist denke ich eher selten, zumal sie viele Ärzte mit Autismus eher schlecht auskennen.

      Reine Eigendiagnosen bringen nichts. Das ist klar. Daher möchte ich auch eine Meinung eines Facharzt einholen. Allerdings will ich vorher für mich einiges klar bekommen im Kopf. Und ich muss den Mit finden. schaffe es nämlich seit Jahren nicht mehr selbst Arzttermine auszumachen. Also muss ich mit meinem Mann reden und habe ehrlich gesagt etwas Angst wir er reagiert.

      Ob es Mode ist, kann ich nicht beurteilen. Wenn man einen Verdacht hat, egal was es ist, denke ich ist es gut sich zu hinterfragen und bei Unklarheit einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Wobei ich denke es ist falsch ohne offizielle Diagnose zu sagen ich habe xy. Onlinetests sind maximal Hinweise. Laut diesen wäre ich auch Boderliner und eventuell ADHSler. Wenn ich mir die Symptome dieser Störungen (oder wir auch immer man es nennen will) ansehe, finde ich deutlich weniger Parallelen. Entgültig abklären kann es nur eine kompetenter Facharzt.

      @Windtänzerin
      Eigentlich traurig, dass Menschen gleich denken man sei kaltherzig, wenn man anders trauert. Es nicht so zeigt wie alle anderen. Ähnliches habe ich erlebt als meine Mutter starb. Sie war lange krank. Hatte Krebs. Als sie starb, hatte ich schon angeschlossen. Ich hatte als einzige nicht geleugnet, dass sie sterben wird. Ich habe anders getrauert. Es anders verarbeitet. Habe aber nur gehört ich sei kaltherzig und das ich ja eh schon immer so war.

      Was ihr von Abwehrhaltung schreibt kenne ich. Vor ein paar Jahren hatten die Kindergärtnerinne den Verdacht, dass mein Tochter autistischen könnte. Manches würde passen. Aber vieles nicht. Sie hat Freunde. Erzählt und zeigt jedem alle möglichen Dinge. Mag so tun als ob Spiele. Zu der Zeit hatte sie aber nicht geredet. Mit drei Jahren. Anfangs war die Sprachentwicklubg normal. Auf einmal nix mehr. Ich wusste sie hört mich nicht. So war es auch. Nach einer OP hat sie wieder angefangen zu reden. Damals habe ich mich mit dem Thema auseinander gesetzt. Und Autismus nur als Behinderung gesehen. Und ich fühlte mich nicht behindert. Anders aber nicht behindert. Damit war das Thema auch schon abgehackt.
    • Grübler_1988 wrote:

      Der erste Verdacht, dass ich Autismus haben könnte, kam damals von Kinderärzten/-therapeuten und von Erzieherinnen im Kindergarten. Eltern anderer Kinder erzählten meinen Eltern manchmal, ich sei "anders" als deren Kinder. Eine autismus-spezifische Therapie wurde auf Wunsch meiner Eltern abgebrochen. Danach wurde das Thema Autismus jahrelang "unter den Teppich gekehrt". Es folgten Mobbing in der Schule und erhebliche Probleme im Ausbildungs- und Berufsleben. Die

      Glaubst du es wäre besser gewesen, wenn du es früher gewusst hättest? Das ist oft so schwer. Eine Therapie zum frühen Zeitpunkt wann helfen. Aber ob sie das getan hätt?
    • Im Referendariat.
      In der Mängelliste bei den Unterrichtsbesuchen kann man die komplette Symptomatik abhaken.
      Meinen Mentoren ist es als erstes aufgefallen.
      Damit war dann auch klar, dass ich auf Dauer als Lehrer nicht überleben würde zumindest nicht ohne Burnout.

      Psychologin meinte aber, richtige Diagnose bringt nichts, solange ich keinen wirklichen Leidensdruck habe und prinzipiell in einen besser passenden Job wechseln könnte, bei dem ich zufrieden bin.
      Spezialgebiet: Biologie / Genetik. Alles lässt sich irgendwie biologisch begründen und belegen.
    • Zuerst hat die Kindergärtnerin meines Sohne das zu ihm ausgesprochen. Da war er grade 3, glaube ich. Sie war vorher in einem Sonderkindergarten gewesen.
      Dann kam, nach und nach, sein Diagnoseprozess.
      Dass das auch mich betreffen könnte, habe ich erst am Ende, also kurz nach der Diagnose meines Sohnes, vermutet. Und dann einige Zeit später abklären lassen, als es sich anbot.
    • Ich bin seit 2 Jahren in Therapie...
      Erste Diagnose: Anpassungsstörung

      2 Jahre später hat meine Therapeutin nun viele Ursachen ausgeschlossen und da die verhaltenstherapeutischen Ansätze trotz hoher Motivation für mich kaum umzusetzen waren hat meine Therapeutin den Verdacht ASS geäußert.

      Selber wäre ich nie darauf gekommen - mein Bild von Autismus war ein ganz anderes. Aber es würde vieles erklären. Nachdem ich 40 Jahre gedacht habe, ich müsste mich nur genug anstrengen, damit ich normal sein kann, wäre eine Diagnose eine echte Erleichterung.

      Ich könnte anfangen, meine Eigenarten zu akzeptieren - das wäre ein wichtiger erster Schritt...

      Aber ich bin auch maximal verunsichert - was, wenn ich doch nur ein Freak bin?

      In ein paar Wochen weiß ich mehr...

      Meine Kinder haben übrigens ähnliche Schwierigkeiten - auch sie gehen jetzt zur Diagnostik.
      Es ist nicht Dein Job mich zu mögen - sondern meiner...

      The post was edited 2 times, last by Ellewoods2017 ().

    • TalkativeP wrote:

      Ich habe mich völlig unerwartet in der Quarks & Co Sendung wiedererkannt.
      Mir ging es ähnlich. Es muss aber nicht die gleiche Sendung gewesen sein, wie bei dir. Das Thema wurde mehrmals bei Quarks und Co. behandelt.

      Windtänzerin wrote:

      Den allerersten Verdacht auf Autismus hatte ich mit 16 Jahren (also vor 24 Jahren). Ich fragte mich damals, warum ich so anders als andere war. Mir kam dann Autismus in den Sinn, aber ich kannte Autismus nur in der Form, wie mein Cousin ihn hat. Nämlich als Kanner-Autismus. Da ich ja aber nicht so wie mein Cousin bin, habe ich den Gedanken ganz schnell als dummes Zeug abgetan und verworfen.
      Auch das war bei mir ähnlich. Allerdings war meine Mutter die erste, die mein Verhalten mit Autismus in Verbindung gebracht hat. Da damals aber AS eigentlich noch gar nicht bekannt war und es Kanner-Autismus offensichtlich nicht sein konnte, sind wir dem nicht weiter nachgegangen.

      Bei der Sendung von Quarks und Co, die ich dann im Alter von 53 gesehen habe, habe ich mich einerseits zar durchaus in den Verhaltensweisen wiedererkannt, aber ernsthaft daran geglaubt habe ich zunächst nicht.
      Ich dachte eigentlich, der AQ-Test, den sie ins Netz gestellt hatten, würde beweisen, dass ich so etwas wie Autismus bestimmt nicht hätte. War aber nicht so.

      Daraufhin habe ich weiter im Internet recherchiert, weitere Tests gemacht, und dann stand relativ schnell für mich fest, dass ich das abklären lassen wollte.
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)
    • Wie ein Hammerschlag traf mich der Verdacht aus dem Nichts heraus, weil er gar nicht von mir kam. Ich hatte in vielen Jahren viele Erklärungen / Verdachte gehabt, aber Asperger hatte ich gar nicht im Blick. Ich war so eloquent im Umgang mit Menschen, dass ich mich selber für einen hielt. Ihr wisst, was ich meine.


      In drei Schritten kam meine jetzige Frau zum Verdacht:

      1. Außer Haus benehme ich mich zwar wie ein Sozialphobiker, aber auch wenn ich drinnen bin, benehme ich mich weiterhin eigen. Sozialphobiker brauchen keinen inneren Anlauf, um sich die Schuhe zu putzen oder so. Und seit wir zusammenleben, wurde ich immer seltsamer (bzw. immer mehr ich selber, hoho), so dass stärkere Ausprägungen zu beobachten waren als jemals.

      2. Meine Frau musste mir erklären, warum Penny in Big Bang Theory die normale Referenzfigur ist und nicht Sheldon. Ich weiß, dass Bezüge zur Sheldon-Figur in diesem Forum oft nicht wohlgelitten sind, aber was soll ich machen, es ist nun mal meine Frau.

      3. Sie war dabei, als ich meinen ersten unverheimlichten Meltdown bekam (heimliche Meltdowns waren ja etwas Normels für mich) (und das war sehr unheimlich für sie), so dass ich keine Ausrede mehr vor einer wirklichen psychiatrischen Untersuchung hatte. Und jetzt bin ich endlich ich selber, so als wäre ich aus meinem eigenen Meltdown herausgeschlüpft wie aus einem Ei.

      The post was edited 1 time, last by Herr Mayer ().

    • Mein Vater kam zu mir und meinte, er hätte den Verdacht, dass ich Aspie sein könnte. :d War mitten in meiner übelsten Pubertätszeit.

      Naja, ich hatte Autismus für ne Weile zu meinem SI gemacht und alles darüber gelesen, was ich in die Hände bekommen konnte. Als dann die Diagnose kam, war ich erst geschockt und dachte "So. Du bist behindert." - etwas, mit dem man als "normaler" Mensch nicht rechnet.
      Dann kam die Phase "Mann ist das cool!" :lol: weil Pubertät und Abgrenzung und Anderssein und so. Ich hielt mich für einen kleinen Einstein (zu der Zeit registrierte ich mich im alten Forum) und fand es einfach so toll, anders zu sein, besonders, um nicht zu sagen "auserwählt"

      Als nächstes kam die Nüchternheits- und Verdrängephase "ja gut, ich zeige Symptome aber ganz ehrlich, ich bin gar nicht sooooo tief drin, ich bin wahrscheinlich nur ein NT mit autistischen Zügen" dachte ich mir, als mir klar wurde, dass es gar nicht so "obercool" ist, für sein Leben vom Autismus gezeichnet zu sein. "Guck mal ich kann ja Gesichter lesen, Sarkasmus verstehen, es gibt soooooo viele schlimmere Fälle als mich.... ja, vielleicht war es sogar eine Fehldiagnose!" Da hörte ich mit dem Forum auf.

      Momentan - fast fünf Jahre nach der Diagnose - bin ich in der Akzeptanzphase. Ich bin beeinträchtigt, nichts ist unmöglich für mich aber alles wird noch eine Spur anspruchsvoller wegen meinem AS und ADS. Ich bin autistisch mit allen Pros und Contras und jetzt muss ich zusehen, wie ich da das Beste aus mir herausholen kann, damit ich meine hohen Träume doch noch erreichen kann, auch wenn das - wie gesagt - nochmal eine Spur härter für mich werden wird als für andere.
      Da ich meinen Autismus jetzt endlich als Teil von mir akzeptiere, bin ich wieder dem Forum beigetreten.
      Dieser Weg wird kein leichter sein/ Dieser Weg wird steinig und schwer
      Nicht mit vielen wirst du dir einig sein / Doch dieses Leben bietet so viel mehr.
      Profilbild von David Gaillet
    • Tuvok wrote:

      Mir ging es ähnlich. Es muss aber nicht die gleiche Sendung gewesen sein, wie bei dir. Das Thema wurde mehrmals bei Quarks und Co. behandelt.
      Ich bin nicht sicher, welche es war. Dazu müsste ich die alle durchgehen. Der AQ-Test dort war auch meine erste Anlaufstelle.

      In der Kindheit war ich (natürlich) auch auffällig, aber niemand in meinem Umfeld konnte was mit meinen Marotten anfangen. Aber ich habe halt niemanden gestört.