Trauma, PTBS und AS

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    • kaktusbluete wrote:

      @Alys

      Dann beeinträchtigt dich deine Erinnerungen auch nicht, wenn du sie nicht als negativ verankerst hast?
      Ich glaube, da unterscheiden sich die Traumafolgestörungen vielleicht auch ? Wenn man eine dissoziative Identitätsstörung hat, oder Ego-States, oder PTBS....Da liegen die Dinge vielleicht auch einfach anders. Ich bin durchaus beeinträchtigt, aber ich kann eben keine Gefühlt "abrufen", wenn ich mir Bilder vorstelle......ob das nun an der Art
      Traumafolgestörung liegt oder am autistisch sein.....ich weiß es nicht. Ich befinde mich immer noch im Prozess des Herausfindens und bin noch nicht sicher. Ich finde die Mischung Autist und durch Traumata geschädigt wirklich schwierig. Und es macht für mich auch einen größeren Unterschied in den Therapiemöglichkeiten, ob man Autist ist und dann/danach/dadurch traumatisiert ist, oder ob das "autistische Verhalten" eine Traumafolge ist. Wer hat so gute Therapeuten/Diagnostiker, die das mit einem auseinander nehmen ?!

      Grüsse
      Alys
    • Gestern Nachmittag sind entsprechende Knöpfe bei mir gedrückt worden, so dass ich abends plötzlich nicht mehr konnte. Nicht denken, nicht sprechen, nicht bewegen. Verflucht! Ich hatte das nämlich nicht wirklich bemerkt! So im Nachhinein ahne ich, was es war, und erinnere mich, dass ich im Hintergrund doch was bemerkte. Scheiß Trauma & Co.
    • Das Interessante nach der Aspergerdiagnostik war, dass einiges, was ich für eine Traumafolge hielt, einfach eine Folge der Reizüberflutung durch Asperger war, dafür anderes, zu dem ich Asperger dachte, eine Traumafolge war bzw noch ist, und sich ab und zu bemerlbar macht.
      Der innere Zustand, in den mich das "wirft" ist gleich, aber der Weg heraus ist dann jeweils ein anderer.
      so oder so, das was mir bei beidem hilft, ist gaaanz aspergisch damit umzugehen.
      Rein sachlich identifizieren, was es ist, passende Methode wählen, für mich anwenden. Und raus aus dem Zustand in einen besseren.
      "AS? Sie wirken gar nicht so" -"Danke für die Bestätigung und Anerkennung all der geleisteten Arbeit, die dahinter steckt :) ".
    • Wolkenfrosch wrote:

      "Sie MÜSSEN aber Smalltalk lernen...."
      Wenn mir jemand mit so etwas kommt, daß ich etwas müßte, was ich nicht kann oder absolut nicht möchte, werde ich schnell trotzig.
      Meine Antwort wäre dann: "Wenn ich muß, gehe ich aufs Klo".
      So geht es mir beim Thema Augenkontakt. Ich kann’s ja, wenn es gerade wichtig ist, aber ich möchte das meist einfach nicht. Aber ich brauche das deswegen nicht üben, wenn ich’s doch einfach nicht will... .
    • Alys wrote:

      Ich bin durchaus beeinträchtigt, aber ich kann eben keine Gefühlt "abrufen", wenn ich mir Bilder vorstelle......ob das nun an der ArtTraumafolgestörung liegt oder am autistisch sein.....ich weiß es nicht.
      Bei mir ist das auch so.

      Ich habe vor einigen Monaten ein Trauma erlitten. Die erste Zeit danach traten Alpträume auf und später kamen richtige Flashbacks dazu, die zwar selten vorkommen, mich jedes Mal extrem treffen. Bewusst kann ich diese Gefühle aber auch nicht abrufen. Wenn ich an das Trauma denke, dann ist da nichts. Ich kann mich zwar an alles erinnern, aber es besteht keine wirkliche emotionale Verbindung dazu. So ist es generell bei allen Erinnerungen.
    • Happy to be wrote:

      Das Interessante nach der Aspergerdiagnostik war, dass einiges, was ich für eine Traumafolge hielt, einfach eine Folge der Reizüberflutung durch Asperger war, dafür anderes, zu dem ich Asperger dachte, eine Traumafolge war bzw noch ist, und sich ab und zu bemerlbar macht.
      Wie kannst du wissen, was woher stammt?......denn, ja:

      Happy to be wrote:

      Der innere Zustand, in den mich das "wirft" ist gleich, aber der Weg heraus ist dann jeweils ein anderer.
      Und das sieht meine eine Thera leider anders.
      Es sei doch egal, was es sei.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Ich hatte ja das "Glück", nichts von meinem Aspie-Dasein zu wissen. Arbeitete intensiv zu Trauma, nur half das bei manchen Dingen nicht.
      Bei vielem konnte ich mich aus den Auswirkungen von erkannten Triggern herausholen, und dann wupps, hing ich wieder drin.
      Ratlosigkeit und die Suche nach weiteren Ursachen aus dem Bereich Trauma - manchmal fand/findet sich noch was, das sich bearbeiten ließ/lässt, aber das änderte nichts. Obwohl vieles verarbeitet war, entstand "wie aus dem nichts" das Problem wieder.

      Nimm dieses "vor den Kopf geschlagen sein". Das kann durch triggernde Menschen und deren Verhalten ausgelöst sein, das Altes hochspült, es kann allein aufgrund der spezifischen Reizüberflutung oder der allgemeinen Mehrbelastung entstehen.
      Ebenfalls macht jetzt Traumafolgen empfindlicher gegen allgemeine Reize, andererseits lassen diese vielen Reize eher etwas plötzlich "hochkommen".

      Ebenfalls macht sich ja Depression breit, und hier auch aus zwei Quellen gespeist. Eine dieser Quellen ist das ja eindeutig Verrückte, das man erlebt hat, die andere die Selbstabwertung, hier wiederum einerseits aus den eigenen Schwierigkeiten mit Reizen und Sozialem überhaupt umzugehen und dieser Mehrbelastung, also aus nie so gut wie die anderen, zu empfindlich, zu kompliziert usw, was man ja selbst im Normalzustand schon zu hören kriegt und dann nochmal, weil man Opfer geworden war, sich das nicht verzeihen kann - ich hätte doch merken müssen, ich hätte doch was tun können müssen, wieso war ich so blöd, das war doch ungerecht, wieso seht das keiner, wieso hab ich nicht, wieso hat niemand..... - Gedankenkreisel.

      Und das alles arbeitet und ergänzt sich und verstärkt sich gegenseitig und verknüpft sich miteinander. Ergebnis, taucht eines auf, spült es die anderen auf der Gefühlsebene jetzt mit hoch.

      Beispiel:
      Man hatte einen anstrengenden Tag, der ja eh anstrengender ist als für viele andere, und ist total müde.
      Selbstabwertende Gedanken können auftauchen, wenn man sich hier noch nicht völlig akzeptiert hat - nicht gut genug, zu schwach, andere können mehr, ich hätte doch noch...usw.
      Diese Müdigkeit ist aber eine, die man AUCH hatte, als man voll in der Depression hing bzw Gedankenkreiseln im Opfer-Modus hatte.
      Und diese Gedanken hatte man AUCH in der Depression bzw im Opfer-Modus.
      Wo dann noch depressive Anteile sind, wo man etwas aus dem früheren Opfersein noch nicht völlig verarbeitet hat, spült also das reine auftauchen einer Müdigkeit das alles mit hoch - das ist ja immer noch miteinander verbunden.

      Und das ganz ohne weitere Trigger, der Trigger ist einfach das Gefühl von sehr müde, das man auch hatte, als alles noch viel schlimmer war - und wupps fühlt es sich jetzt wieder ganz schlimm an - incl aller dann auftauchenden Ängste, die sich gleich mitmelden und mit verstärken.
      Mich hatte damals gewundert, warum andere PTBS-Betroffene irgendwann besser klarkamen, wenn sie vieles verarbeitet hatten, und ich, die ja genau das Gleiche verarbeitet hatte, an wesentlichen Punkten "hängenblieb", und es mich dann manchmal wieder zurückwarf in diese Zustände.

      Heute denke ich, dass die Depression eine Art "Not-Aus" der Seele war, ein automatisches Abschalten. was natürlich den Preis weiterer Selbstabwertungen hatte, aber mich in eine Ruhe und Abkehr von allem zwang, was ich brauchte, UM anfangen zu können, zu verarbeiten.
      Das wurde nämlich besser, als ich beschloss, mich "einzuigeln" und so weit wie möglich von allem fernzuhalten was mich zusätzlich zu dem, was in mir "tobte" belasten könnte.

      Es wird ja immer gesagt, wer keine Sozialkontakte hat, würde vereinsamen und depressiv, diese würden helfen gegen Depression.
      Ich stellte fest, JEDER Sozialkontakt, der nicht wirklich verstehend, oder mindestens mich so akzeptierend, wie ich gerade drauf bin und unterstützend ist, verstärkt die Depressionen - und spült Traumatisches mit hoch.

      Als Aspie ist Sozialkontakt eh mit deutlich mehr anstrengend und mit mehr bewusstem Handeln verbunden, da ist vieles eben nicht "instinktiv". Der Druck, es "richtig" zu machen, ist enorm hoch - vor allem, wenn man weder die Funktionsmechanismen der NT-Sozialkontakte kennt, noch weiß, wie man unterscheiden kann, ob die wenigstens nach NT-Funktionsweisen normal agieren oder nach einem "unnormal", das man nicht durchschaut und ebenfalls für normal hält, weil die ja vermutet "irgendwie doch mit anderen klarkommen", man selbst aber nicht.

      Hat man dann noch eine PTBS, bedeutet schon das simple "Guten Morgen" zur Nachbarin im Treppenhaus, das man sowohl alles was die PTBS mit sich bringt "besiegen" muss und das unter diesem beständigen Dauer-Druck, "richtig" sozial sein zu müssen, der einem natürlich jetzt noch mehr auffällt. Und schon geht dieses "nicht gut genug" wieder los - weil man gar nicht erkennt, WAS für eine Leistung man im diesem Kampf schon erbracht hat, um überhaupt Guten Morgen sagen zu können.

      Ich hatte instinktiv den Weg des "Einigelns" gewählt. Weg von allem, was irgendwie ein "benimm dich NT-normal" fordern könnte. Habe mich so weit als irgend möglich allen Reizüberflutungen allgemeiner Art entzogen.
      Einfach um genug Energie zu haben, mich mit den Traumata auseinanderzusetzen.
      Es gab nur wenige Menschen, mit denen ich überhaupt Kontakt hatte, die mich damals genau so annahmen, wie ich gerade war - und selbst das strengte enorm an. Eine Stunde mit so jemandem bedeutete trotzdem zwei Tage völlig fertig und müde. Nur eben ohne zu denken, was die von mir denken könnten....

      Es waren mehrere Baustellen.
      Die eine war das erlebte und nicht verarbeitete, dieses vielfache "Opfer-gewesen-sein". Nicht nur die "dramatischen Sachen", sondern auch diese vielen kleinen sich aufaddierenden "du bist nicht normal".
      Das zweite war meine abwertende Haltung zu mir, die Selbstverurteilungen, dieses "nicht gut genug" , womit dann selbst objektive Leistungen innerlich abgewertet wurden "wenigstens etwas, reicht aber nicht, weil hier nicht und da nicht", oder weil ich es so gewohnt war, im Höchstleistungsmodus zu arbeiten, dass mir das gar nicht mehr als Leistung auffiel, bzw ich das nicht als solche empfinden konnte - und oft noch immer nicht kann.

      Als ich akzeptierten konnte "das ist PTBS" gelang es mir, wenigstens zu sehen, dass ALLES, was ich noch oder wieder hinkriege, eine enorme Leistung gegen die PTBS ist. Ich lernte die kleinen Zwischenschritte würdigen als Siege, anstatt dauernd auf das zu starren, was nicht bzw noch nicht geht.
      Je erschöpfter ich bin, desto weniger gelingt mir das "Würdigen der Etappensiege" - blöde Verknüpfung im Hirn, aber zumindest ist sie erkannt, ich weiß, hier ist eine Traumafolge die Ursache, die sich mit dem "Aspie-Perfektionsanspruch" in mir verbunden hat. Alte erlebte "extreme Strafen bei Minderleistung, aber ebenfalls Abwertung , dann Ausrasten bis Schläge bei Höchstleistungen, völliges Ignorieren bei guten bis sehr guten Leistungen".
      Verrückte Eltern, doofe neuronale Verknüpfung im Hirn, aber, sie ist zumindest jetzt schon so weit aufgelöst, dass ich sie erkenne und mir das erklären kann. Mich jetzt nicht mehr darüber ärgere, dass es mich blockiert bzw, dass ich mich nicht immer sofort freuen kann, wenn mir was gelingt -
      Das Beschreiben der Absurdität dieser Verknüpfung hilft, sie schneller wieder zu erkennen, wenn sie zu wirken beginnt - um sie dann zu stoppen.
      Daraus ergab sich nämlich ein "Sicherheitsmuster". Fordert niemand und werde ich nicht sichtbar, bin ich sicher. WENN aber etwas gefordert ist, dann muss ich die schmale Grenzlinie zwischen gut/sehr gut und "bloß nicht so gut, dass es auffällt" einhalten, um sicher zu sein. Wenn jetzt andere sagen "das war super" entsteht ein Unbehagen, jetzt könnte ich ja "auffallen", was bei anderen für Unmut sorgt, Neid hervorruft, bei diesen eigene Abwertungsmechanismen in Gang kommen lässt - allein dieses "könnte" triggert jetzt das früher erlebte. Also lieber alles mal kleinreden mit "ok, war vllt ganz gut, aber hier und da fehlt was und dort ist gar nicht..." - Selbstabwertungsmechanismen, um sich gegen vergangene, aber unverarbeitete traumatische Erlebnisse, die sich jetzt als Gefühl melden, zu schützen.

      Anstatt sagen zu können "Super, das hat geklappt, hier kann ich etwas bzw jetzt wieder etwas, und das war jetzt gut, und unter den gegebenen Voraussetzungen sogar besonders gut".

      Kannst du dir vorstellen, dass der erste komplett über 15 Minuten gelungene smalltalk im Frühjahr sich für mich nach mehr "das hab ich endlich hingekriegt" sich nach mehr eigener Leistung anfühlt, noch immer mehr Freude hervorruft, als die jetzt abgeschlossene Fortbildung, die mit sehr gut bewertet wurde? Was ich aber so gar nicht empfinde? Und auch noch keine Freude dazu habe, obwohl das vor zwei Jahren noch undenkbar war? Statt dessen "andere kriegen sowas hin, trotz Vollzeitjob und Kindern", die Zweifel, ob die Facharbeit wirklich gerecht bewertet wurde....

      Ich muss mir immer wieder sagen, dass es trotz noch vorhandener PTBS-Folgen und MIT den Aspiebesonderheiten zu dem vielen Sozial, dem Lärm, dem Drück aus "gefordert" geklappt hat - und werde die Arbeit trotzdem noch mal anderen vorlegen, um weitere Meinungen zu hören :m(: :d
      Vllt kann ich mich an dieser Leistung freuen, wenn mehrere sagen "das ist wirklich gut" ohne dass "etwas Schlimmes passiert" - Einmal reicht hier nicht, um das alte Muster wegzukriegen.

      Asperger war dieses Jahr ein Problem aufgrund der Reizüberflutung. Allein der Weg zur Fortbildung, sowie aufgrund des ganzen "Sozial" drumherum. Was die allgemeine Reizüberflutung anging, musste ich darauf achten, davor und danach genug echte Ruhe einzuplanen. Nichts anderes "drumherum" zu machen. Wege zu finden, wie z.B mit dem grellen Licht umgehen - hier half ein Augenschirm. Oder ich hab angekündigt, dass das Licht blendet, und ich jetzt die Augen zumache, aber geistig dabei bleibe.
      Ich hatte offengelegt, dass ich Aspie bin, manchmal Rückzug und Ruhe brauche. Ich hab nicht gefragt, oder gebeten, sondern nur angekündigt, dass es sein kann, dass ich mich manchmal zurückziehen muss. War genau einmal nötig, denn das Wissen, es jederzeit zu können, half schon über manches hinweg.
      Triggernd war das manchmal fiese Verhalten zweier DozentInnen mir gegenüber. Hier fand ich einiges, das "Altes" hochspülte und bearbeitet werden konnte, weil es jetzt endlch deutlicher wurde.

      Es ist NICHT egal, woher etwas kommt, und es ist auch nicht egal, wie sich das zusammensetztu nd gegenseitig verstärkt.
      Mit der Diagnose wusste ich ja endlich, worauf ich bei mir unbedingt achten muss, UM dann damit umgehen zu können, wenn "altes hochkommt".
      Ebenfalls wundere ich mich nicht mehr, wenn ich plötzlich in einem "Zustand" hänge.

      Mein Ablaufplan bei "Zuständen".
      • Schritt 1. Alles was aufgrund von Asperger sein könnte, ab- bzw auschalten - also Ruhe und Allein.

      • Schritt 2: Sich selbst erklären, "keine Panik", das kann jetzt nur wegen Asperger gekommen sein, auf jeden Fall mischt es mit, also erst mal beobachten, was jetzt schon besser wird. In Worte fassen, was jetzt schon besser ist als ein paar Minuuten vorher. Bsp: "Vorhn war es extrem laut, jetzt ist nur noch wenig zu hören".

      • Schritt 3: Alle Gedanken zu "ich bin mal wieder unfähig" konsequent stoppen. Aus dem Selbstabwertungsmodus wieder in den Selbstbeobachtungsmodus gehen.

      • Schritt 4: Erinnert mich das hier an etwas von früher und wirkt von damals noch nach?
        Wenn nein, dann war es nur Asperger.
        Wenn ja - und das ist anfangs fast immer noch mit dabei, weil so viel noch nicht verarbeitet ist - Kurznotiz zur Situation machen, sich bewusst machen, das Alte ist vorbei, das ist nicht jetzt.
        Der Vorteil hier, wenn man es notiert hat, würdigt man ja die Gefühle, die da sind, und sich aus früherem dazu addieren, also überschwemmen einen nicht so - sie "wissen" ja jetzt, dass sie auf Wiedervorlage sind.

      • Schritt 5: Sich fragen, geht es wieder?
        Wenn ja, jetzt schon nächste Ruhe-Pause einplanen.
        Wenn nein, "Mit einem sozialverträglichen " "Mir gehts irgendwie heute nicht gut, tut mir leid, ich muss nach Hause" aus allem austeigen. Machen NTs ja auch genau so, un sagen auch manchmal auf Rückfragen sowas wie "Lieb dass du nachfragst, aber Ich mag/kann grade nicht darüer reden,, beim nächsten mal..." Copy/Paste aus dem. wie andere das in diesem Rahmen machen.
      • Schritt 6: Sich freuen, dass man sich selbst aus dem Zustand in einen besseren herausgeholt hat :d
      • Schritt 7: Überlegen, welchen der Trigger man sich allein ansehen will, und welchen man demnächst in der Therapie mal genauer beleuchtet, um dann Wege zu finden, diese erst kleiner und dann wegzuarbeiten.
      Je mehr ich von den diesen vielen alten Situationen bearbeitet hatte, je mehr ich aus der Selbstabwertungsspirale heraus kam, je mehr wieder gelang und gelingt, desto offensichtlicher blieb dann das Asperger zurück - Was bei Nicht-Berücksichtigung in einen Zustand führen kann, der Traumafolgen verdammt ähnlich sieht und sich auch so anfühlt.

      Bisschen wie der Effekt, wenn man etwas sehr Kaltes anfasst und festfriert, das "brennt" ja auch auf der Haut, auch wenn die Ursache ein ganz andere ist - und auch andere Maßnahmen erfodert als bei etwas Heißem.

      Bei einer Sache ist es aber wirklich egal, ob der Zustand aufgrund von Trauma oder Asperger oder in Kombination entsteht - bei beidem ist für den Umgang und die Wahl der geeigneten Mittel das Wichtigste, die Selbstabwertungsspirale zu stoppen, die in einem losgeht, WEIL man in diesem Zustand ist bzw hineingeraten ist und aus dem, wie der entstanden ist.
      Und vllt ist es das, was deine Therapeutin "auf NT" mit dem Wort "egal" dazu meinte :m(: :d

      Kannst ihr ja diesen Post zeigen und sie fragen :d
      "AS? Sie wirken gar nicht so" -"Danke für die Bestätigung und Anerkennung all der geleisteten Arbeit, die dahinter steckt :) ".
    • Hallo @Happy to be!
      Der Ablaufplan ist grandios. Vielen Dank, dass du ihn hier mitgeteilt hast. Der ist sicher für viele hilfreich und da können sich so manche Therapeuten noch was mitnehmen, denke ich.
      Alles Gute und liebe Grüße. Veronika.
      Man sieht nur mit dem Herzen gut.
      Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
      (Antoine de Saint-Exupéry)

      "Was ist falsch an sonderbar?"

      "Das Ende der Störung ist derzeit nicht absehbar."
    • @Veronika
      freut mich, dass du etwas "damit anfangen" kannst. :)

      Es hatte so lange gedauert, bis ich den herausgefunden hatte - die Zeit kann man sich echt sparen :d

      Genau wie der Ablaufplan "raus aus der Panikattacke" - hier ist ein Bestandteil, sich genau zu erklären, was im vegetativen Nervensystenm gerade alles passiert und wechselwirkt - logische Erklärungen sind allein schon beruhigend für viele Aspies :m(: :d

      velleicht sollte ich noch ein Copyright drunter setzen :d Mist geht nicht mehr, zu spät... :roll:

      da mir früher mal Kozepte geklaut wurden und sie dann jemand mit dem c im Kringel für sich "geschützt" hat, so dass dann Menschen Ärger bekamen, wenn sie die Konzepte "einfach so" nutzten, sogar dafür zahlen sollten, also jetzt folgender Weg, damit es "freeware" bleibt

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      Ich hatte ja das "Glück", nichts von meinem Aspie-Dasein zu wissen. Arbeitete intensiv zu Trauma, nur half das bei manchen Dingen nicht. Bei vielem konnte ich mich aus den Auswirkungen von erkannten Triggern herausholen, und dann wupps, hing ich wieder drin. Ratlosigkeit und die Suche nach weiteren Ursachen aus dem Bereich Trauma - manchmal fand/findet sich noch was, das sich bearbeiten ließ/lässt, aber das änderte nichts. Obwohl vieles verarbeitet war, entstand "wie aus dem nichts" das Problem wieder.

      Nimm dieses "vor den Kopf geschlagen sein". Das kann durch triggernde Menschen und deren Verhalten ausgelöst sein, das Altes hochspült, es kann allein aufgrund der spezifischen Reizüberflutung oder der allgemeinen Mehrbelastung entstehen.
      Ebenfalls macht jetzt Traumafolgen empfindlicher gegen allgemeine Reize, andererseits lassen diese vielen Reize eher etwas plötzlich
      "hochkommen".

      Ebenfalls macht sich ja Depression breit, und hier auch aus zwei Quellen gespeist. Eine dieser Quellen ist das ja eindeutig Verrückte, das man erlebt hat, die andere die Selbstabwertung, hier wiederum einerseits aus den eigenen Schwierigkeiten mit Reizen und Sozialem überhaupt umzugehen und dieser Mehrbelastung, also aus nie so gut wie die anderen, zu empfindlich, zu kompliziert usw, was man ja selbst im Normalzustand schon zu hören kriegt und dann nochmal, weil man Opfer geworden war, sich das nicht verzeihen kann - ich hätte doch merken müssen, ich hätte doch was tun können müssen, wieso war ich so blöd, das war doch
      ungerecht, wieso seht das keiner, wieso hab ich nicht, wieso hat niemand..... - Gedankenkreisel.

      Und das alles arbeitet und ergänzt sich und verstärkt sich gegenseitig und verknüpft sich miteinander. Ergebnis, taucht eines auf, spült es die anderen auf der Gefühlsebene jetzt mit hoch.

      Beispiel:
      Man hatte einen anstrengenden Tag, der ja eh anstrengender ist als für viele andere, und ist total müde.
      Selbstabwertende Gedanken können auftauchen, wenn man sich hier noch nicht völlig akzeptiert hat - nicht gut genug, zu schwach, andere können mehr, ich hätte doch noch...usw.
      Diese Müdigkeit ist aber eine, die man AUCH hatte, als man voll in der Depression hing bzw Gedankenkreiseln im Opfer-Modus hatte.
      Und diese Gedanken hatte man AUCH in der Depression bzw im Opfer-Modus.
      Wo dann noch depressive Anteile sind, wo man etwas aus dem früheren Opfersein noch nicht völlig verarbeitet hat, spült also das reine Auftauchen einer Müdigkeit das alles mit hoch - das ist ja immer noch miteinander verbunden.

      Und das ganz ohne weitere Trigger, der Trigger ist einfach das Gefühl von sehr müde, das man auch hatte, als alles noch viel schlimmer war - und wupps fühlt es sich jetzt wieder ganz schlimm an - incl aller dann auftauchenden Ängste, die sich gleich mitmelden und mit verstärken. Mich hatte damals gewundert, warum andere PTBS-Betroffene irgendwann besser klarkamen, wenn sie vieles verarbeitet hatten, und ich, die ja genau das Gleiche verarbeitet hatte, an wesentlichen Punkten "hängenblieb", und es mich dann manchmal wieder zurückwarf in diese Zustände.

      Heute denke ich, dass die Depression eine Art "Not-Aus" der Seele war, ein automatisches Abschalten. was natürlich den Preis weiterer
      Selbstabwertungen hatte, aber mich in eine Ruhe und Abkehr von allem zwang, was ich brauchte, UM anfangen zu können, zu verarbeiten. Das wurde nämlich besser, als ich beschloss, mich "einzuigeln" und so weit wie möglich von allem fernzuhalten was mich zusätzlich zu dem, was in mir "tobte" belasten könnte.

      Es wird ja immer gesagt, wer keine Sozialkontakte hat, würde vereinsamen und depressiv, diese würden helfen gegen Depression.
      Ich stellte fest, JEDER Sozialkontakt, der nicht wirklich verstehend, oder mindestens mich so akzeptierend, wie ich gerade drauf bin und
      unterstützend ist, verstärkt die Depressionen - und spült Traumatisches mit hoch.

      Als Aspie ist Sozialkontakt eh mit deutlich mehr anstrengend und mit mehr bewusstem Handeln verbunden, da ist vieles eben nicht "instinktiv". Der Druck, es "richtig" zu machen, ist enorm hoch - vor allem, wenn man weder die Funktionsmechanismen der NT-Sozialkontakte kennt, noch weiß, wie man unterscheiden kann, ob die wenigstens nach NT-Funktionsweisen
      normal agieren oder nach einem "unnormal", das man nicht durchschaut und ebenfalls für normal hält, weil die ja vermutet "irgendwie doch mit anderen klarkommen", man selbst aber nicht.

      Hat man dann noch eine PTBS, bedeutet schon das simple "Guten Morgen" zur Nachbarin im Treppenhaus, das man sowohl alles was die PTBS mit sich bringt "besiegen" muss und das unter diesem beständigen Dauer-Druck, "richtig" sozial sein zu müssen, der einem natürlich jetzt noch mehr auffällt. Und schon geht dieses "nicht gut genug" wieder los - weil man gar nicht erkennt, WAS für eine Leistung man im diesem Kampf schon erbracht hat, um überhaupt Guten Morgen sagen zu können.

      Ich hatte instinktiv den Weg des "Einigelns" gewählt. Weg von allem, was irgendwie ein "benimm dich NT-normal" fordern könnte. Habe mich so weit als irgend möglich allen Reizüberflutungen allgemeiner Art entzogen. Einfach um genug Energie zu haben, mich mit den Traumata auseinanderzusetzen. Es gab nur wenige Menschen, mit denen ich überhaupt Kontakt hatte, die mich damals genau so annahmen, wie ich gerade war - und selbst das strengte enorm an. Eine Stunde mit so jemandem bedeutete trotzdem zwei
      Tage völlig fertig und müde. Nur eben ohne zu denken, was die von mir denken könnten....

      Es waren mehrere Baustellen.
      Die eine war das erlebte und nicht verarbeitete, dieses vielfache "Opfer-gewesen-sein". Nicht nur die "dramatischen Sachen", sondern auch diese vielen kleinen sich aufaddierenden "du bist nicht normal".
      Das zweite war meine abwertende Haltung zu mir, die Selbstverurteilungen, dieses "nicht gut genug" , womit dann selbst objektive Leistungen innerlich abgewertet wurden "wenigstens etwas, reicht aber nicht, weil hier nicht und da nicht", oder weil ich es so gewohnt war, im Höchstleistungsmodus zu arbeiten, dass mir das gar nicht mehr als Leistung auffiel, bzw ich das nicht als solche empfinden
      konnte - und oft noch immer nicht kann.

      Als ich akzeptierten konnte "das ist PTBS" gelang es mir, wenigstens zu sehen, dass ALLES, was ich noch oder wieder hinkriege, eine enorme Leistung gegen die PTBS ist. Ich lernte die kleinen Zwischenschritte würdigen als Siege, anstatt dauernd auf das zu starren, was nicht bzw noch nicht geht.
      Je erschöpfter ich bin, desto weniger gelingt mir das "Würdigen der Etappensiege" - blöde Verknüpfung im Hirn, aber zumindest ist sie
      erkannt, ich weiß, hier ist eine Traumafolge die Ursache, die sich mit dem "Aspie-Perfektionsanspruch" in mir verbunden hat. Alte erlebte
      "extreme Strafen bei Minderleistung, aber ebenfalls Abwertung , dann Ausrasten bis Schläge bei Höchstleistungen, völliges Ignorieren bei
      guten bis sehr guten Leistungen".
      Verrückte Eltern, doofe neuronale Verknüpfung im Hirn, aber, sie ist zumindest jetzt schon so weit aufgelöst, dass ich sie erkenne und mir das erklären kann. Mich jetzt nicht mehr darüber ärgere, dass es mich blockiert bzw, dass ich mich nicht immer sofort freuen kann, wenn mir was gelingt.
      Das Beschreiben der Absurdität dieser Verknüpfung hilft, sie schneller wieder zu erkennen, wenn sie zu wirken beginnt - um sie dann zu stoppen. Daraus ergab sich nämlich ein "Sicherheitsmuster". Fordert niemand und werde ich nicht sichtbar, bin ich sicher. WENN aber etwas gefordert ist, dann muss ich die schmale Grenzlinie zwischen gut/sehr gut und "bloß nicht so gut, dass es auffällt" einhalten, um sicher zu sein. Wenn jetzt andere sagen "das war super" entsteht ein Unbehagen, jetzt könnte ich ja "auffallen", was bei anderen für Unmut sorgt, Neid hervorruft, bei diesen eigene Abwertungsmechanismen in Gang kommen lässt - allein dieses "könnte" triggert jetzt das früher Erlebte. Also lieber alles mal kleinreden mit "ok, war vllt ganz gut, aber hier und da fehlt was und dort ist gar nicht..." - Selbstabwertungsmechanismen, um sich gegen vergangene, aber unverarbeitete traumatische Erlebnisse, die sich jetzt als Gefühl melden, zu schützen.

      Anstatt sagen zu können "Super, das hat geklappt, hier kann ich etwas bzw jetzt wieder etwas, und das war jetzt gut, und unter den gegebenen Voraussetzungen sogar besonders gut".

      Kannst du dir vorstellen, dass der erste komplett über 15 Minuten gelungene smalltalk im Frühjahr sich für mich nach mehr "das hab ich
      endlich hingekriegt" sich nach mehr eigener Leistung anfühlt, noch immer mehr Freude hervorruft, als die jetzt abgeschlossene Fortbildung, die mit sehr gut bewertet wurde? Was ich aber so gar nicht empfinde? Und auch noch keine Freude dazu habe, obwohl das vor zwei Jahren noch undenkbar war? Statt dessen "andere kriegen sowas hin, trotz Vollzeitjob und Kindern", die Zweifel, ob die Facharbeit wirklich gerecht bewertet wurde....

      Ich muss mir immer wieder sagen, dass es trotz noch vorhandener PTBS-Folgen und MIT den Aspiebesonderheiten zu dem vielen Sozial, dem Lärm, dem Drück aus "gefordert" geklappt hat - und werde die Arbeit trotzdem noch mal anderen vorlegen, um weitere Meinungen zu hören
      Vllt kann ich mich an dieser Leistung freuen, wenn mehrere sagen "das ist wirklich gut" ohne dass "etwas Schlimmes passiert" - Einmal reichthier nicht, um das alte Muster wegzukriegen.

      Asperger war dieses Jahr ein Problem aufgrund der Reizüberflutung. Allein der Weg zur Fortbildung, sowie aufgrund des ganzen "Sozial"
      drumherum. Was die allgemeine Reizüberflutung anging, musste ich darauf achten, davor und danach genug echte Ruhe einzuplanen. Nichts anderes "drumherum" zu machen. Wege zu finden, wie z.B mit dem grellen Licht umgehen - hier half ein Augenschirm. Oder ich hab angekündigt, dass das Licht blendet, und ich jetzt die Augen zumache, aber geistig dabei bleibe.
      Ich hatte offengelegt, dass ich Aspie bin, manchmal Rückzug und Ruhe brauche. Ich hab nicht gefragt, oder gebeten, sondern nur angekündigt, dass es sein kann, dass ich mich manchmal zurückziehen muss. War genau einmal nötig, denn das Wissen, es jederzeit zu können, half schon über manches hinweg.
      Triggernd war das manchmal fiese Verhalten zweier DozentInnen mir gegenüber. Hier fand ich einiges, das "Altes" hochspülte und bearbeitet werden konnte, weil es jetzt endlch deutlicher wurde.

      Es ist NICHT egal, woher etwas kommt, und es ist auch nicht egal, wie sich das zusammensetzt und gegenseitig verstärkt.
      Mit der Diagnose wusste ich ja endlich, worauf ich bei mir unbedingt achten muss, UM dann damit umgehen zu können, wenn "altes hochkommt". Ebenfalls wundere ich mich nicht mehr, wenn ich plötzlich in einem "Zustand" hänge.

      Mein Ablaufplan bei "Zuständen".
      • Schritt 1. Alles was aufgrund von Asperger sein könnte, ab- bzw auschalten - also Ruhe und Allein.

      • Schritt 2: Sich selbst erklären, "keine Panik", das kann jetzt nur wegen Asperger gekommen sein, auf jeden Fall mischt es mit, also erst mal beobachten, was jetzt schon besser wird. In Worte fassen, was jetzt schon besser ist als ein paar Minuuten vorher. Bsp: "Vorhn war es extrem laut, jetzt ist nur noch wenig zu hören".

      • Schritt 3: Alle Gedanken zu "ich bin mal wieder unfähig" konsequent stoppen. Aus dem Selbstabwertungsmodus wieder in den Selbstbeobachtungsmodus gehen.

      • Schritt 4: Erinnert mich das hier an etwas von früher und wirkt von damals noch nach?
        Wenn nein, dann war es nur Asperger.
        Wenn ja - und das ist anfangs fast immer noch mit dabei, weil so viel noch nicht verarbeitet ist - Kurznotiz zur Situation machen, sich bewusst machen, das Alte ist vorbei, das ist nicht jetzt.
        Der Vorteil hier, wenn man es notiert hat, würdigt man ja die Gefühle, die da sind, und sich aus früherem dazu addieren, also überschwemmen einen nicht so - sie "wissen" ja jetzt, dass sie auf Wiedervorlage sind.

      • Schritt 5: Sich fragen, geht es wieder?
        Wenn ja, jetzt schon nächste Ruhe-Pause einplanen.
        Wenn nein, "Mit einem sozialverträglichen " "Mir gehts irgendwie heute nicht gut, tut mir leid, ich muss nach Hause" aus allem austeigen. Machen NTs ja auch genau so, un sagen auch manchmal auf Rückfragen sowas wie "Lieb dass du nachfragst, aber Ich mag/kann grade nicht darüer reden,, beim nächsten mal..." Copy/Paste aus dem. wie andere das in diesem Rahmen machen.
      • Schritt 6: Sich freuen, dass man sich selbst aus dem Zustand in einen besseren herausgeholt hat
      • Schritt 7: Überlegen, welchen der Trigger man sich allein ansehen will, und welchen man demnächst in der Therapie mal genauer beleuchtet, um dann Wege zu finden, diese erst kleiner und dann wegzuarbeiten.
      Je mehr ich von den diesen vielen alten Situationen bearbeitet hatte, je mehr ich aus der Selbstabwertungsspirale heraus kam, je mehr wieder gelang und gelingt, desto offensichtlicher blieb dann das Asperger zurück - Was bei Nicht-Berücksichtigung in einen Zustand führen kann, der Traumafolgen verdammt ähnlich sieht und sich auch so anfühlt.

      Bisschen wie der Effekt, wenn man etwas sehr Kaltes anfasst und festfriert, das "brennt" ja auch auf der Haut, auch wenn die Ursache ein ganz andere ist - und auch andere Maßnahmen erfodert als bei etwas Heißem.

      Bei einer Sache ist es aber wirklich egal, ob der Zustand aufgrund von Trauma oder Asperger oder in Kombination entsteht - bei beidem ist für den Umgang und die Wahl der geeigneten Mittel das Wichtigste, die Selbstabwertungsspirale zu stoppen, die in einem losgeht, WEIL man in diesem Zustand ist bzw hineingeraten ist und aus dem, wie der entstanden ist.

      © Happy to be

      Alle in diesem Post verwendeten Beispiele sowie der Ablaufplan können jedezeit frei von jeder und jedem zur persönlichen Verwendung genutzt und weitergegeben werden. Eine Verwendung im therapeutischen Zusammenhang ist unter Hinweis auf das Aspie-Forum ok, jeder weiterer kommerzielle Zusammenhang wie Printmedien, Videos, Vorträge, Trainings, Seminare usw. ist nur unter Angabe der vollständigen Quelle Trauma, PTBS und AS gestattet.




      das müsste reichen :d
      "AS? Sie wirken gar nicht so" -"Danke für die Bestätigung und Anerkennung all der geleisteten Arbeit, die dahinter steckt :) ".
    • Gute Schritte, danke......die mit dem Unfähig-fühlen bewegen mich sofort, ...da ist noch einiges zu tun. :?

      Insgesamt ist es durch Therapien und Eigenregulation , Ressourcenarbeit etc... schon besser,
      da darf sich dennoch manches tun.
      Und auch das Akzeptieren,
      dass manches evtl eben nicht änderbar ist.
      Und vermutlich geht es in Dialog mit dem Unfähigfühlen.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • "Unfähig" ist ja kein Gefühl, sondern eine Abwertung der eigenen Person, weil man etwas, dem man eine enorme Bedeutung zuspricht, gerade nicht kann und daraus ein "werde ich nie können" ableitet oder es gar nicht kann, und daraus eine generalisierte Abwertung der eigenen Person konstruiert.
      Die Gefühle dahinter sind Ohnmacht und Trauer und Angst

      Das Zusprechen der enormen Bedeutung geschieht darüber, dass andere einen Anspruch bzw eine Forderung an einen hatten, kritisiert hatten, dass man etwas - noch - nicht kann. dazu abwertende Kommentare abgegeben haben und generalisierte Abwertungen zu einem abgegeben haben.
      Solche Kommentare verletzten und man bekommt Angst vor weiteren solcher Verletzungen und versucht, diese zu vermeiden.

      Diese Abwertungen jedoch, sowohl zum jeweiligen Noch-Nicht-Können oder Wirklich-Nicht-Können sowie komplett zur eigenen Person werden aufgrund der emotionalen Eindrücklichkeit eines Kommentars oder aufgrund der ständigen Wiederholungen irgendwann übernommen und internalisiert als "meine Gedanken".

      Das wird irgendwann weiter generalisiert, zu jeglichem "Gerade-jetzt-mal nicht-Können".Das Verknüpft sich jetzt und wirkt in beide Richtungen. Das eine holt das andere hervor, und alle verstärken sich gegenseitig.Der Treibstoff, der das weiter antreibt, ist die Angst.

      Was jeweils als "bedeutungsvoll" angesehen wird, ist eher zufällig, je nachdem, was das Umfeld zu welchem Themenbereich an Forderungen und dann folgenden Abwertungen zu Eigenschaften, Können, und daraus "begründet" zu gesamten Person abgegeben haben, und wie eindrücklich bzw lange das auf einen eingewirkt hat, insbesondere in sensiblen Phasen der Entwicklung, wenn das Gehirn gerade wächst.

      Nicht-Können - Angst vor generalisierter Abwertung anderer - Erinnerte Verletzungen/unverarbeiteter hochkommender Schmerz daraus - Angst, dass es wieder und mehr passiert - Erinnerungen an die Hilflosigkeit in den damalige Situationen - Hochkommen der Gefühle von damals, die als JETZT empfunden werden - Selbstabwertung, WEIL man hilflos war und dieses Gefühl jetzt übernimmt.

      Unverarbeitete Gefühle kennen ja keine lineare Zeit. Das was war, als auch das, was man für die Zukunft befürchtet, wirkt als "Jetzt ist das so"-Gefühl, also als "gefühlte Wahrheit". Oder anders, erlebte seelische Verletzungen, die nicht ausheilen konnten, weshalb die Gefühle nicht als "das war mal, ist jetzt aber nicht mehr so" abgespeichert werden können in den dazu gehörigen Gehirnregionen, wabern in der Amygdala rum und kommen auf Trigger wieder zu dem dazu, was man gerade erlebt und dazu fühlt.
      Und jedes mal, wenn die früheren Gefühle hochschwemmen und die Gefühle der neuen Situation sich dazu addieren, wird es schwerer, diese zurückzudrängen, es dauert länger, bis das gelingt und es reichen beim nächsten Mal kleinere Trigger um das alles wieder hochschwemmen zu lassen. Auf NT ausgedrückt, man wird immer empfindlicher.

      Die Angst davor sowie das Vermeiden wollen dieser Überflutung durch die eigenen unverarbeiteten Gefühle lässt einen jetzt sogar akribisch nach Triggern Ausschau halten. Alles, was auch nur ein bisschen "ähnlich" ist, kann einer werden, alles, was irgendwie damit im Laufe der Zeit verknüpft wurde, kann einer werden und dann sein. jegliche eigene Gefühlsregung die "Unbehagen" auslöst, kann einer werden - incl der am Ende losgehenden Selbstabwertungen.

      Parallel dazu die vielen ebenfalls internalisierten Aussagen wie "Stell dich nicht so an, nimm dich nicht so wichtig" plus die vielen erlebten "mir hilft keiner", das zu einem "mir kann eh keiner helfen" generalisiert wird"....

      Als ich die Bauchschmerzen nicht als potenziell lebensbedrohlich erkannte und nur kurz vor knapp doch noch so gerade rechtzeitig auf dem OP-Tisch lag - alles was mich daran hinderte, früher Hilfe zu suchen....hier wirkte sich diese Kombination unheilvoll aus. Und trotzdem und auch die Tage danach, immer wieder diese Ambivalent aus "andere belästigt haben" und Selbstabwertungen, nicht früher ins Krankenhaus gegangen zu sein.

      Es war der Pförtner, der mir mal spät Abends heraus half, mit einem kleinen lapidaren Satz. "Andere kommen ja schon wegen einem abgebrochenen Fingernagel" - Endlich hatte ich eine "Referenzgröße" für die Eigenlegitimation, bei Beschwerden einen Arzt aufsuchen zu können, ich muss nicht erst im Sterben liegen, um das gefühlt zu "dürfen".
      Und erst jetzt, wo ich das hier schreibe, fällt mir ein, dass es dazu mehrere Situationen in meiner Kindheit gab, als meine "Eltern" abwarteten, bzw einmal die Ärzte, bis es auch "Kurz vor knapp" war, bevor diese aktiv wurden.

      In einem Buch über eine psychisch kranken Frau ließ die Autorin diie Hauptperson mal folgenden Satz sinngemäß sagen. Niemand kann mir antun, was mein eigener Verstand nicht besser und schlimmer hinkriegt.
      Was dann auch ein Gefühl der Macht gibt, denn jetzt ist im Vergleich zu der Hölle, die man sich selbst bereiten kann, das, was anderen tun ja "nicht so schlimm". Was dann natürlich immer wieder "bewiesen" werden muss.

      Selbstabwertung als "Gegenfeuer" - was mir jetzt erklärt, warum es so extrem schwer ist, diese alle zu entdecken und dann aufzugeben. Der "emotionale Gewinn", sich darüber vor den Abwertungen anderer abgrenzen zu können und wenigstens hierin "besser und mächtiger" zu sein. Selbstabwertung als letzte Bastion der Selbstverteidigung und Handlungsfähigkeit. Wenigstens bestimmt man selbst, wo es weh tut.
      Der Versuch, wenigstens darüber die totalen Opfer-Gefühle und den Schmerz von damals wegdrängen zu können, als man wirklich nichts gegen die Verletzungen anderer machen konnte.

      Doof nur, dass das nach hinten losgeht. Es widersprechen dann zwar manche, aber das kommt bei einem nicht an durch diesen "Schutzwall" - man konstruiert daraus sogar die Bestätigung weiterer erlebter Verletzungen und diese Gefühle kommen jetzt auch mit hoch "Keiner glaubt mir, niemand nimmt mich ernst" - neue jetzt gefühlte Hilflosigkeit, die wieder weitere nicht verarbetete schmerzhafte Gefühle zu" Nicht als Mensch ernst genommen werden" hervorholt, dagegen wieder Selbstabwertung und vor allem sich selbst und die eigenen Bedürfnisse und Gefühle nicht ernst nehmen, sich immer weniger berücksichtigen...

      @Linnea, perfekt zusammengefasst mit "blöde PTBS". :)

      Manche gehen dann immer weiter, in Selbsthass bis zur Selbstvernichtung, andere tragen das nach außen und versuchen das über Hass auf andere loszuwerden, andere suchen immer wieder nach Menschen, bei denen sie hoffen, dass diese so eindrücklich widersprechen können, dass man ihnen das glauben kann und diese Abwärtsspirale gestoppt wird, nur ist man ja so mächtig darin und hat so viel Erfahrung im Umgang damit, da kommt niemand ran - und da, wo jemand das "abliest" und einen eine Weile besonders eindrücklich zu dem einen oder anderen Thema bestätigt, so dass man einen Moment glaubt, jetzt könnte das gestoppt werden - ist man dann für jegliche Manipulation anfällig - vor allem wenn dann gezeigt wird "weil ich dich erreicht habe im Positiven, kann ich das auch verletzend, und das mache ich jetzt ganz subtil, nutze die entstehende unbewusste Angst, dass das bisschen "schön", das du gerade empfindest, auch wieder weg geht......"

      Wenn jemand jetzt einen auslachen würde, behaupten würde, man wäre als Person unfähig und doof, weil man kein Chinesisch kann - den würden alle für "etwas bekloppt" halten. So etwas würde gar nicht als verletzend empfunden, die Absurdität, Chinesisch einfach so können zu sollen, die Abwertung, weil man es nicht mal eben so hervorzaubern kann, und vor allem die generalisierte abgeleitete Abwertung der eigenen Person würde einen sagen lassen "der spinnt" :d

      Anders ist das, wenn es sich um etwas handelt, was viele einfach so können oder auf den allgemein üblichen Wegen nebenbei lernen können, bzw was gesellschaftlich als Norm oder Ideal vorgegebenen ist, mit dem man ja dann auch beständig und überall konfrontiert ist.

      Das kann man besonders gut an der bis zum Selbsthass werdenden Abwertung bei Nichterfüllung von Schönheitsidealen beobachten, Jemand wird aufgrund der Figur, der Form der Nase oder der Ohrenstellung auf diese Weise generalisierend abgewertet - und leidet das ganze Leben daran, quält sich, einem vorgegebenen Ideal nahe zu kommen, lässt OPs machen, um sich dem anzunähern...nur geht das Gefühl nicht weg, also wird sich weiteres gesucht, woran es liegt. Erst die Ohren, dann die Nase, Fettabsaugen, Liftings usw.usw. ein beständiger Kampf gegen die Schmerzen der inneren Wunde, die man unbewusst aus dem Selbstschutzversuch selbst immer wieder öffnet und vertieft, Salz hinein streut, infiziert mit anderem. Dort wo etwas sehr weh tut, spürt man die Nadelstiche anderer nicht. Sie wirken aber trotzdem....

      Und besonders gemein an diesem inneren Mechanismus ist die Meta-Ebene. Geht man daran, und will das loswerden, dann wertet man sich irgendwann ab, weil man sich noch immer so oft selbst zu so vielem abwertet hier immer wieder noch was entdeckt, und anfangs so viel davon, und das alles mit der Selbstannahme und dem "tu dir was Gutes" nicht gleich "einfach so mal kann"

      Es geht also um nichts weniger, als sich als erstes mit dieser Selbstabwertung anzufreunden. Sie hatte einen guten Grund und hat gute Dienste geleistet, weil sie einem ermöglicht hat, trotz der erlittenen Verletzungen, als man damals wirklich hilflos war gegenüber den Verletzenden, nicht den Verstand zu verlieren und durchzuhalten, bis die eigene Seele kräftig und bereit ist, sich damit beschäftigen zu können. Also mal ein dickes Danke dahin :)
      Der Preis, den man für diese Dienste zahlen musste, war hoch, aber anders hätte das nicht funktioniert.
      Damals gab es keine andere Option. Aber jetzt :)

      Das ist auch nicht leicht, geht nicht "einfach so", tut oft weh, weil man ohne diesen "Schutz" die Gefühle von damals und alles, was sich dazu addiert hat, fühlen muss, um es als "das war mal und ist jetzt nicht mehr so, das ist vorbei" abspeichern kann. Und es wird auch nie alles gleich an denn geeigneten Ort weggespeichert, sondern Stückchen für Stückchen - man krabbelt die Abwärtsspirale wieder nach oben, kommt nach jeder Runde wieder an die gleichen Themen, aber mit jeder Runde wird wieder etwas mehr weggespeichert dahin, wo es hingehört, in die Vergangenheit.
      Anfangs merkt man nicht, dass man wieder eine Runde höher ist, kommt schneller an die jeweiligen Themen, manchmal rutscht man ein Stück zurück, aber mit jeder Umdrehung aufwärts erkennt man mehr, und man gewinnt beim Blick zurück, also nach unten, tiefere Einsichten, und plötzlich ist etwas leichter, das vor einiger Zeit nicht mal denkbar war.

      Und ich danke allen, die hier mitschreiben, denn heute konnte ich mich mal wirklich mit dieser Selbstabwertung ein bisschen anfreunden, hier war noch ein "Knackpunkt", den ich bisher gar nicht gesehen hatte :)
      "AS? Sie wirken gar nicht so" -"Danke für die Bestätigung und Anerkennung all der geleisteten Arbeit, die dahinter steckt :) ".
    • Happy to be wrote:

      Es geht also um nichts weniger, als sich als erstes mit dieser Selbstabwertung anzufreunden. Sie hatte einen guten Grund und hat gute Dienste geleistet, weil sie einem ermöglicht hat, trotz der erlittenen Verletzungen, als man damals wirklich hilflos war gegenüber den Verletzenden, nicht den Verstand zu verlieren und durchzuhalten, bis die eigene Seele kräftig und bereit ist, sich damit beschäftigen zu können. Also mal ein dickes Danke dahin
      Der Preis, den man für diese Dienste zahlen musste, war hoch, aber anders hätte das nicht funktioniert.
      Damals gab es keine andere Option. Aber jetzt
      Genau.

      Happy to be wrote:

      Anfangs merkt man nicht, dass man wieder eine Runde höher ist, kommt schneller an die jeweiligen Themen, manchmal rutscht man ein Stück zurück, aber mit jeder Umdrehung aufwärts erkennt man mehr, und man gewinnt beim Blick zurück, also nach unten, tiefere Einsichten, und plötzlich ist etwas leichter, das vor einiger Zeit nicht mal denkbar war.
      :nod:
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Ich denke über dieses Thema auch seit einer Weile regelmäßig nach, da bei mir vor der Autismusdiagnose immer wieder mal von Traumata die Rede war. Ich war vor ein paar Jahren tatsächlich mal in einer Traumaklinik, wo eine K PTBS, also eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung, vermutet wurde. Anders als bei der regulären posttraumatischen Belastungsstörung, die durch ein Monotrauma ausgelöst wird, entwickelt sich die komplexe Form durch lang anhaltende Belastung oder mehrere Traumata, zum Beispiel jahrelanger Missbrauch, leben in einem Kriegsgebiet oder Folter über Jahre. Das klingt viel dramatischer als das, was ich durchgemacht habe; aber schlimme Erinnerungen kann man ja auch verdrängen, sagte man mir. Ich habe sicher das ein oder andere verdrängt. Und da auch meine Verhaltensauffälligkeiten und die .. suboptimale Familiensituation schon früh angefangen haben, ist es schwer zu sagen, ob ich "nur" autistisch bin oder mein Verhalten nur von negativen Erfahrungen ausgelöst wurde. Es heißt ja, traumatisierte Menschen benehmen sich auch oft autistisch, jedoch verschwinden diese vermeintlich autistischen Verhaltensweisen, wenn das Trauma verarbeitet wurde. Bin selbst seit dem elften Lebensjahr in Therapie, aber Vieles ist dennoch geblieben, wie es ist; auch die Depressionen und Anspannung. Und unter Sachen aus der Vergangenheit leide ich auch noch immer wieder, es sind eigentlich keine sehr furchtbaren Sachen, aber sie waren für mich sehr schlimm. War schon immer sehr sensibel. Meine Mutter hat deutlich Schlimmeres erlebt und ist dennoch stabil, sie versteht gar nicht, wieso ich das nicht auch bin. .. Ist es möglich, dass man durch Autismus anfälliger für Traumata ist?
    • Happy to be wrote:

      Die PTBS macht unendlich müde. Als sie entstand, musste man ja ununterbrochen wach und leistungsfähig sein, um noch schlimmere Katastrophen zu verhindern und um den eigenen Verstand beisammen zu halten. Das Doofe ist, selbst wenn es heute eine ganz normale Müdigkeit ist aus viel Geleistetem, macht jetzt diese Müdigkeit allein schon enorme Angst, und holt dann Symptome der PTBS hervor. Beides ist noch miteinander verknüpft und wirkt in beide Richtungen.
      Danke für den Hinweis!! Das hilft mir gerade sehr.

      Deine Beiträge ( @Happy to be ) helfen mir insg. total viel. Einiges kenne ich, aber kann es häufig nicht so gut formulieren. Und ich finde immer wieder sehr gute Denkanstöße oder Erinnerungen an "sollte eigentlich present sein-Dinge"
      Solltest du mal nix zu tun haben und weißt nicht, wohin mit deiner Energie, fasse es in ein Buch zusammen. Ich werd es kaufen :d

      (Die sache mit der selbstabwertung/ mangel an positiven selbstbild ist, glaube ich, gerade eins meiner größten probleme)

      @kaktusbluete
      EMDR hatte ich angetestet. Die Erfahrungen waren sehr gemischt. Teilweise überraschend hilfreich. Teilweise getriggert (in dem Sinne falsche Anwendung und zu wenig Aufklärung ). Deswegen bin ich damit sehr vorsichtig und habe es erstmal nicht für "große Baustellen" genutzt. Die Therapeutin sollte (für mich) wirklich sehr erfahren damit sein und muss sehr klar mit mir kommunizieren können.



      Alys wrote:

      Ich finde die Mischung Autist und durch Traumata geschädigt wirklich schwierig. Und es macht für mich auch einen größeren Unterschied in den Therapiemöglichkeiten, ob man Autist ist und dann/danach/dadurch traumatisiert ist, oder ob das "autistische Verhalten" eine Traumafolge ist. Wer hat so gute Therapeuten/Diagnostiker, die das mit einem auseinander nehmen ?!
      Du solltest auf jeden fall sehr gute/ erfahrene diagnostiker aufsuchen und dieses thema ganz klar benennen. leider gibt es nicht so viele fachmenschen, die sich mit beidem wirklich auskennen. meistens "können" sie nur das eine oder das andere. es ist dann schon viel wert, wenn sie trotzdem bereit sind, mit dir zusammen "gucken zu gehen"

      Ich musste mittlerweile auch sehr oft feststellen, dass vieles, was in den "Traumatopf" geworfen wurde (RW), durch den Autismus bedingt ist und sich mit entsprechenden Verhaltensmaßnahmen (relativ) gut handeln lässt. Von allein hätte ich das wahrscheinlich niemals herausgefunden (es ist mir ehrlich gesagt, auch ein rätsel, wie immer wieder leute schreiben können, sich so sehr im artikel/ buch/ film XY wiedererkannt zu haben und dadurch auf die Autismusidee kamen. Da fehlt mir scheinbar zu sehr diese perspektivübernahmen oder reflexionsfähigkeit :roll: )

      The post was edited 1 time, last by kastenfrosch ().

    • ZeroLifeSkills wrote:

      Ist es möglich, dass man durch Autismus anfälliger für Traumata ist?
      Da bin ich sicher, vor allem, wenn noch hohe Sensibilität vorliegt.

      Alys wrote:

      Wer hat so gute Therapeuten/Diagnostiker, die das mit einem auseinander nehmen ?!

      Meine Thera gibt sich viel Mühe, alles mit mir auseinander und zusammen zu pflücken.
      Inzwischen ist sie sicher,
      dass eben bei mir alles da ist....AS/HB und Hs sowie PTBS..was immer mal depressive Episoden oder Angststörung verursachen kann.
      Und wir gucken , was möglich ist an VT oder Veränderungen,
      und wann eher Kontrolle/Rückzug und Sicherheit/Schutz wichtig ist.
      Es dauert halt.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)

      The post was edited 1 time, last by Linnea ().

    • An alle PTBS-Betroffenen..

      hat einer von euch das/die Traumata halberlei aufarbeiten können?

      Hat einem von euch Traumatherapie oder Tiefenanaylse oder Somatic Experience geholfen?

      Ich habe das Gefühl, Verhaltentherpaie ist zwar gut, aber hat da sehr seine Grenzen.
      Man macht ja quasi sein ganzes Leben VT, insbesondere kognitiv arbeitende Menschen.
      Man entwickelt Resilienzen, Hilfsprogramme noch und nöcher....aber davon ist es nicht ver- und bearbeitet.

      Trigger , Psychosomatiken, Thema Vertrauen und Grundstabilsierung,....wenn Körper und Seele zeigen, da ist noch massiv unaufgearbeitetes..was tun? Und wie vor allem?
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)