Trauma, PTBS und AS

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Ich bin raus. Es macht mich fassungslos, wie man heutzutage so denken kann.
      Dazu sage ich null mehr.
      Natürlich hat das Kind Seele und vermutlich auch Bewusstein.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Über das Konzpt "Seele" wird ja gestritten.

      Was aber klar ist, wenn Empfindungen da sind, die nicht im Bwusstsen ankommen, weil dieses noch nicht da ist bzw ausgeschaltet, landen sie im Unbewussten und wirken von dort.

      Die Frage wäre also, ab wann werden Empfindungen "zugestanden".
      Liebe braucht Mut
    • Für alle, die sich für das Thema Traumata interessieren, habe ich einige interessante Informationen in einem Fachbuch eines der renommiertesten Traumaforscher gefunden.


      Bessel van der Kolk - verkörperter Schrecken wrote:

      Fortschritte in der Neurowissenschaft haben uns zu einem besseren Verständnis dessen verholfen, wie Traumata die Gehirnentwicklung, die Selbstregulation und die Fähigkeit, fokussiert und mit anderen Menschen in Einklang zu bleiben, verändern. Mit Hilfe komplizierter Imaging-Verfahren ist es gelungen herauszufinden, wie und wo PTBS im Gehirn entsteht, so dass wir jetzt verstehen, warum Traumatisierte sich durch Geräusche und Lichter gestört fühlen und weshalb sie manchmal Wutanfälle bekommen oder sich bei den kleinsten Provakationen aus dem Kontakt zurückziehen. (S. 412)

      Bessel van der Kolk - Verkörperter Schrecken wrote:

      Die meisten Lehrer, mit denen wir arbeiten, sind verblüfft, wenn sie hören, dass missbrauchte, misshandelte oder vernachlässigte Schüler jedes Abweichen von routinemäßigen Verhaltensweisen als gefährlich deuten und dass die extremen Reaktionen der Betreffenden gewöhnlich Formen dse Ausdrucks von traumatischem Stress sind.
      Ich fand es verblüffend, wie stark die Überschneidungen der Symptome von Autisten und Traumatisierten zu sein scheinen. Nach dem, was im Buch zur Gehirnentwicklung gesagt wurde, gehe ich davon aus, dass die abweichenden Aktivitäten im Gehirn bei Traumatisierten und Menschen mit Autismus in ähnlichen Arealen lokalisiert sind. Ich werde dazu im Neurofeedback-Thread noch etwas posten.

      Aufhorchen ließ mich auch noch der Hinweis auf die mangelnde Fähigkeit, Zeit und Raum, Distanz und Beziehungen zu organisieren


      Bessel van der Kolk - verkörperter Schrecken wrote:

      Wir können wir Menschen zu lernen helfen, ihr Leben im Hinblick auf Zeit und Raum, Distanz und Beziehungen zu organisieren? Fähigkeiten, die ihr Gehirn in den ersten Lebensjahren entwickelt, deren normale Entwicklung jedoch durch ein Trauma gestört wurde? Weder Psychopharmaka noch herkömmliche Therapien aktivieren nachweislich die Neuroplastizität, die erforderlich ist, um die genannten Fähigkeiten nach Verstreichen des dafür eigentlich vorgesehenen Entwicklungsfensters herauszubilden.
      Auch da sehe ich sehr starke Überschneidungen zum Thema Autismus. Das Fachbuch fokussiert auf andere Ansätze als die herkömmliche Psychotherapie (analytisch, tiefenpsychologisch, Verhaltenstherapie) und bespricht mehr körperbezogene Therapieformen, Theater, Neurofeedback, sensorische Integration etc. Ich halte das Buch für sehr wichtig und denke, dass man auch in Hinblick auf Autismus daraus Entsprechendes mitnehmen kann. Dazu muss man aber vermutlich die herrschende Lehrmeinung über Autismus (angeboren, unheilbar) über Bord werfen.

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • FruchtigBunt wrote:

      Auch da sehe ich sehr starke Überschneidungen zum Thema Autismus.
      Ursache—Wirkung?
      Wenn bei Autisten der Reizfilter nicht so gut funktioniert, müsste folglich die Schwelle, wann ein Reiz zum Trauma wird, schneller überschritten werden.
      Dann geht es (nur) um eine Folgeerkrankung (Komorbidität), und die ist nach allgemeiner Meinung zu behandeln.
    • FruchtigBunt wrote:

      shnoing wrote:

      Ursache—Wirkung?
      Ich sprach nicht von Ursache und Wirkung, sondern von Überschneidungen.
      Das sehe ich auch so: dass Dein Text auf Überschneidungen hinzielt. So wie Dein letzter Satz in jenem Post formuliert war: Autismus als Variante von Traumatisierung ("angeboren, ... über Bord werfen").
      Ich bin der gegenteiligen Meinung: dass das Bild einer "Überschneidung" hier nicht passt, weil es sich um 2 Ebenen handelt. Also Autismus und darauf "aufgesattelte" Traumatisierung.
    • shnoing wrote:

      Also Autismus und darauf "aufgesattelte" Traumatisierung.

      So wurde es mir auch bei meiner Diagnostik erklärt, was mir schlüssig erschien.
      Wenn wir den Kirschbaum spalten, finden wir dort keine Blüte.
      Es ist der Frühling, der die Blüten hervorbringt.

      Ama Samy
    • shnoing wrote:

      weil es sich um 2 Ebenen handelt. Also Autismus und darauf "aufgesattelte" Traumatisierung.
      Das gibt es auch, ja. Es ist genauso möglich, dass Traumata und Autismus parallel nebeneinander bestehen und ich wollte darüber hinaus dafür sensibilisieren, dass Traumata und Autismus weitere Gemeinsamkeiten in der neurologischen Entstehung haben könnten und eben nicht so strikt zu trennen sind. Das war die Idee dahinter. Die muss man natürlich nicht teilen.
    • FruchtigBunt wrote:



      Aufhorchen ließ mich auch noch der Hinweis auf die mangelnde Fähigkeit, Zeit und Raum, Distanz und Beziehungen zu organisieren


      Bessel van der Kolk - verkörperter Schrecken wrote:

      Wir können wir Menschen zu lernen helfen, ihr Leben im Hinblick auf Zeit und Raum, Distanz und Beziehungen zu organisieren? Fähigkeiten, die ihr Gehirn in den ersten Lebensjahren entwickelt, deren normale Entwicklung jedoch durch ein Trauma gestört wurde? Weder Psychopharmaka noch herkömmliche Therapien aktivieren nachweislich die Neuroplastizität, die erforderlich ist, um die genannten Fähigkeiten nach Verstreichen des dafür eigentlich vorgesehenen Entwicklungsfensters herauszubilden.
      Auch da sehe ich sehr starke Überschneidungen zum Thema Autismus. Das Fachbuch fokussiert auf andere Ansätze als die herkömmliche Psychotherapie (analytisch, tiefenpsychologisch, Verhaltenstherapie) und bespricht mehr körperbezogene Therapieformen, Theater, Neurofeedback, sensorische Integration etc. Ich halte das Buch für sehr wichtig und denke, dass man auch in Hinblick auf Autismus daraus Entsprechendes mitnehmen kann. Dazu muss man aber vermutlich die herrschende Lehrmeinung über Autismus (angeboren, unheilbar) über Bord werfen.
      Das Buch habe ich mir schon länger vorgemerkt, vorher will ich aber erstmal anfangen, ein anderes Buch durchzuarbeiten.

      Leider gibt es am Amazonas keinen Blick ins Buch und die Leseprobe von der Verlagshomepage umfasst lediglich den Pro- und Epilog. Zumindest erwecken die aber auch den Eindruck, dass das Buch interessant ist.

      Bei mir (aufgrund des Traumas im Kindergartenalter habe ich keine AS-Diagnose erhalten) würde ich mal folgende These aufstellen: Die Entwicklung verlief offenbar relativ normal, bis zu einem einschneidenden Ereignis im Alter von ca. 5 Jahren. Das hat insbesondere eine (aus der Sicht des Kindes damals eine sehr wohl logische, aus dem Blick von heute eine irrationale) panische Angst vor künftig eintretenden Ereignissen zufolge. Es ist also praktisch logisch (aus der Sicht des Kindes, das es nicht besser weiß), dass es alles dafür tut, dass die furchtbaren künftigen Ereignisse nicht eintreten. Dazu gehört u.a., die Erinnerung an das Ereignis komplett abzuschotten. Und die Entwicklung muss nun zwangsläufig vom "Normalstrahl" abweichen, denn der würde ja genau dorthin führen, was unbedingt verhindert muss.

      Vielleicht hätte in einem Elternhaus, in dem man miteinander geredet hätte, diese Abweichung noch wieder geradegebogen werden können. Doch leider war mein VAter zwar ein netter Kerl, aber vollkommen erziehungsunfähig und meine Mutter (wohl auch nicht mit sehr mitfühlenden Eltern gesegnet) mit der Familie überfordert. Und für mich kam so da mit 12 noch ein andauernder Zustand hinzu, der seinerseits die Entwicklung noch einmal negativ beeinflusste. Und während mir letzteres natürlich im Gedächtnis war (auch wenn ich erst jetzt verstehe, welche Auswirkungen daraus resultieren), blieb das singuläre Ereignis aus der frühen Kindheit weiterhin von der bewussten Erinnerung abgeschnitten, jahrzehntelang.

      Das bedeutet eben auch, dass positive Veränderungen nicht bis dorthin durchdringen. Das Trauma schlägt schon weit im Vorfeld zu, bevor überhaupt eine Situation entstehen kann, in dem man ihm zunahe kommen könnte.

      Und DAS ist natürlich auch ein massives Problem in der Therapie. Deren Ziel wäre ja, dass das Trauma in die Gesamtpersönlichkeit integriert wird. Unabhängig davon, dass derartig komplexe Traumalagen wohl auch viele Therapeuten überfordern dürften, bleibt im Kern des Traumas ein kleines Kind, das voller Misstrauen steckt. Häufig sind am Trauma ja die nächsten Bezugspersonen beteiligt, und das ist für das Kind ein Worst-Case-Szenario. Und daran will es nicht erinnert werden, also DARF die Therapie nicht zum Ziel führen. Folglich DARF der Therapeut nicht kompetent sein.

      Die persönliche Entwicklung ist ja wegen des Traumas so verlaufen, wie sie verlaufen ist. Das bedeutet im Umkehrschluss eben auch, dass eigene Leben hätte ganz anders verlaufen können.

      Und über einen Zeitraum, der in der Kindheit begann, betrifft das nicht nur den Punkt, an dem alles begann. Die gesamte Persönlichkeit musste sich ja von diesem Punkt weg bewegen.

      Du bist Trauma.
      Nobody expects the spanish inquisition!
    • thelord wrote:

      Dazu gehört u.a., die Erinnerung an das Ereignis komplett abzuschotten.

      thelord wrote:

      blieb das singuläre Ereignis aus der frühen Kindheit weiterhin von der bewussten Erinnerung abgeschnitten, jahrzehntelang.
      Das ist typisch für Traumata. Das Geschehene kann nicht integriert werden. Aus Selbstschutz wird es 'weggesperrt'. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist eine Traumatherapie dann geglückt, wenn man gelernt hat, das, was das Ereignis ausgelöst hat, nicht weiter abspalten zu müssen, sondern es integrieren kann. Bis dahin kann es immer wieder passieren, dass durch Trigger das Abgespaltene 'erinnert' wird, mit den bekannten Folgen wie Zusammenbrüchen, Dissoziationen und bei manchen Menschen auch Wechsel zwischen unabhängig bestehenden Teilpersönlichkeiten etc.


      thelord wrote:

      Das bedeutet eben auch, dass positive Veränderungen nicht bis dorthin durchdringen. Das Trauma schlägt schon weit im Vorfeld zu, bevor überhaupt eine Situation entstehen kann, in dem man ihm zunahe kommen könnte.
      Richtig. Das sind die Überlebensanteile (Schematherapie). Sie verhindern bzw. achten darauf, dass das Trauma schön weggesperrt bleibt. Es ist so auch schlecht möglich, "neue, positive Erfahrungen" zu machen. Manche Therapeuten/innen erzählen das öfters mal so, dass man ja einfach nur die nicht ausreichenden oder schlechten Erfahrungen durch neue überschreiben müsse. Wenn ich aber nicht an das Blatt oder Band rankomme, auf dem die Sachen überschrieben werden müssen, bin ich der Meinung, dass es nicht so wirklich funktioniert. Erst muss das Traumata integriert werden. Danach ist meiner Meinung nach auch überhaupt kein 'Überschreiben' mehr nötig, das geschieht dann von selbst, dass man positive Erfahrungen auch in sich hineinlässt und auf dieses Blatt drauflässt.
      Bei mir ist es z. B. so, dass man versuchen kann, so viel man will irgendwas zu überschreiben. Das geht einfach nicht. Kaum passiert wieder irgendetwas Negatives, raste ich total aus. Es ist nicht so, dass mir die positiven Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren erst gesammelt habe, nutzlos gewesen wären. Sie sind wie schöne Blumen oder sowas, aber das Grauen in mir drin ist trotzdem noch da.


      thelord wrote:

      Und DAS ist natürlich auch ein massives Problem in der Therapie. Deren Ziel wäre ja, dass das Trauma in die Gesamtpersönlichkeit integriert wird. Unabhängig davon, dass derartig komplexe Traumalagen wohl auch viele Therapeuten überfordern dürften, bleibt im Kern des Traumas ein kleines Kind, das voller Misstrauen steckt. Häufig sind am Trauma ja die nächsten Bezugspersonen beteiligt, und das ist für das Kind ein Worst-Case-Szenario. Und daran will es nicht erinnert werden, also DARF die Therapie nicht zum Ziel führen.
      Richtig. Ja, der letzte Satz ist ein ganz großes Problem. Bisher wurde bei mir von keinem Therapeuten erkannt, dass dieser Mechanismus (dass ich die Therapien unbewusst sabotiere bzw. es immer wieder zu Kommunikationsproblemen, Vertrauensverlust usw. kam) teil der Störung ist. Es wurde jedes Mal mir zugeschrieben und dadurch fand eine Re-Traumatisierung statt. Von daher braucht man wirklich Kompetenzen auf dem Gebiet. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass selbst Traumatherapeuten da nicht durchsteigen und sich getriggert fühlen, wenn der Klient den Therapeuten prüft (ist ja auch eine Maßnahme, mit der in der Therapie abgeklopft wird, ob der Therapeut wirklich vertrauenwürdig ist, weil das Misstrauen so ein großes Thema spielt). Ich weiß nicht. Ich hab vielleicht 25 Fachbücher zur Traumatherapie gelesen und das scheinen offenbar schon sehr viel mehr zu sein als der Standard-(Trauma)therapeut (sofern es den gibt) gelesen hat. Denn selbst wenn ich diese Mechanismen mit Therapeuten besprechen will, hatte ich selten den Eindruck, dass die kapieren, was ich meine. Immer hieß es, ich würde in die Abwehr gehen, was ja auch richtig ist, aber es wurde falsch herum ausgelegt. Es wurde so gedeutet, dass ich in die Abwehr gehe, weil ich böse, uneinsichtig etc. sei. Es wurde nie als der zur Traumatisierung zugehörige Abwehrmechanismus erkannnt.

      So lange dieser selbst von den Therapeuten nicht mit ins Boot geholt wird, sondern bekämpft wird, kann man sich die Therapie an den Hut stecken. Meine Meinung. Denn dadurch wird nur eine Verfestigung des Traumas (Spaltung bzw. Nicht-Integration bleibt weiter bestehen) gefördert.



      thelord wrote:

      Du bist Trauma.
      Sorry, aber das ist aus dem Blickwinkel der Traumatherapie vollkommener Quatsch. Die ganze Persönlichkeit mag vom Trauma beeinfluss worden sein, aber man besteht nicht nur aus diesem Traumaanteil. Man besteht auch z. B. aus den Überlebensanteilen, die sich sicherlich auch um das Trauma herum aufgebaut haben. Aber weiterhin besteht man noch aus sehr vielen anderen Anteilen. Es gibt auch gesunde Anteile. Überleg mal, du bekommst doch auch deinen Alltag hin und machst Dinge, obwohl du traumatisiert bist.
      Aber gut, ich kann nicht in dich reingucken. Vielleicht war es bei dir so überwältigend schlimm, dass nur noch dieser Traumaanteil da ist und du die anderen Anteile gar nicht mehr spürst. In der Regel ist das bei Traumatisierten aber nicht so. Viele funktionieren extrem gut (während es unglaubliche Kräfte kostet, das Trauma wegzudrücken). Gut, wenn man es so will, ist das Funktionieren auch wieder vom Trauma hervorgerufen.
      Ich weiß nicht genau, was du sagen wolltest. Vielleicht kannst du das nochmal erklären


      thelord wrote:

      Leider gibt es am Amazonas keinen Blick ins Buch und die Leseprobe von der Verlagshomepage umfasst lediglich den Pro- und Epilog. Zumindest erwecken die aber auch den Eindruck, dass das Buch interessant ist.
      Ich habe das Buch leider schon nicht mehr hier, sonst hätte ich dir das Inhaltsverzeichnis abfotografiert. Dieses geht über 9 oder 10 Seiten, meine ich und ist sehr umfangreich. Das Buch selbst ist auch sehr umfangreich (500 Seiten). Wenn man sich mit dem Thema Traumata auf anspruchsvollem Niveau beschäftigen will, soll man es meiner Meinung nach gelesen haben, weil es sehr interdisziplinär ist. Es gibt aber meiner Meinung nach noch revolutionärere und bessere Bücher zu der Thematik. Aber vielleicht war mir das meiste schon bekannt, so dass mich das Buch zwar sehr überzeugt hat, aber emotional nicht mehr so vom Hocker gerissen hat.

      The post was edited 2 times, last by FruchtigBunt ().

    • @thelord

      Hier findest du das Inhaltsverzeichnis auf Englisch: penguinrandomhouse.ca/books/31…der-kolk-md/9780143127741


      (unter dem Book-Cover auf "look inside" klicken).


      :]


      Auf deutsch habe ich leider kein Inhaltsverzeichnis gefunden.

      Äh, ich weiß nicht, wo du gesucht hast, aber es steht auf der Verlagshomepage: gp-probst.de/pdf/buecher/VAN-D…en/Inhaltsverzeichnis.pdf


      Ich bin mir 90% sicher, dass das Inhaltsverzeichnis im deutschen Buch selbst wesentlich aufgegliederter ist und über sehr viele Seiten geht. Warum das in der Vorschau nicht der Fall ist, weiß ich nicht. Möglicherweise erinnere ich mich aber auch falsch.

      Display Spoiler
      Ein wirklich revolutionäres Buch zur Beschäftigung mit einer K-PTBS ist "The PTSD workbook - a mind body aproach". Damit könntest du auch ohne Therapeut an deinen Themen arbeiten. Es baut im Prinzip auf den meisten dieser recht aktuellen Erkenntnisse auf.

      The post was edited 2 times, last by FruchtigBunt ().

    • FruchtigBunt wrote:

      Äh, ich weiß nicht, wo du gesucht hast, aber es steht auf der Verlagshomepage: gp-probst.de/pdf/buecher/VAN-D…en/Inhaltsverzeichnis.pdf
      Das liest sich wie ein Buch, in dem es um Traumata geht.
      Hat denn der Autor selbst einen Bezug zu Autismus hergestellt? Da würde ich ja mindestens eine Überschrift dazu erwarten.
    • FruchtigBunt wrote:



      thelord wrote:

      Du bist Trauma.
      Sorry, aber das ist aus dem Blickwinkel der Traumatherapie vollkommener Quatsch. Die ganze Persönlichkeit mag vom Trauma beeinfluss worden sein, aber man besteht nicht nur aus diesem Traumaanteil. Man besteht auch z. B. aus den Überlebensanteilen, die sich sicherlich auch um das Trauma herum aufgebaut haben. Aber weiterhin besteht man noch aus sehr vielen anderen Anteilen. Es gibt auch gesunde Anteile. Überleg mal, du bekommst doch auch deinen Alltag hin und machst Dinge, obwohl du traumatisiert bist.Aber gut, ich kann nicht in dich reingucken. Vielleicht war es bei dir so überwältigend schlimm, dass nur noch dieser Traumaanteil da ist und du die anderen Anteile gar nicht mehr spürst. In der Regel ist das bei Traumatisierten aber nicht so. Viele funktionieren extrem gut (während es unglaubliche Kräfte kostet, das Trauma wegzudrücken). Gut, wenn man es so will, ist das Funktionieren auch wieder vom Trauma hervorgerufen.
      Ich weiß nicht genau, was du sagen wolltest. Vielleicht kannst du das nochmal erklären
      Natürlich ist es richtig, dass es nicht nur die Traumaanteile gibt. Das würde ich auch nicht abstreiten.

      Aber es ist schon so, dass sich die normalen Anteile sich ja sozusagen um die "Leibwache" der Traumaerinnerung stets herumschlängeln müssen. Und ich denke, die Auswirkungen auf die persönliche Entwicklung gehen über den Bereich, wo die Zusammenhänge offensichtlich sind, hinaus.
      Nobody expects the spanish inquisition!
    • FruchtigBunt wrote:

      thelord wrote:

      Und ich denke, die Auswirkungen auf die persönliche Entwicklung gehen über den Bereich, wo die Zusammenhänge offensichtlich sind, hinaus.
      Wie meinst du das?
      Das weiß ich selbst noch nicht so wirklich. Aber gerade vor dem Hintergrund, dass ein Teil des Gehirns die Erinnerung vor einem anderen Teil des Gehirns lange Zeit geheim hielt, stellt sich doch die Frage: Wer bin ich eigentlich?
      Nobody expects the spanish inquisition!
    • @thelord

      Ich hatte nicht verstanden, auf welche "Zusammenhänge" du hinaus willst.


      thelord wrote:

      Aber gerade vor dem Hintergrund, dass ein Teil des Gehirns die Erinnerung vor einem anderen Teil des Gehirns lange Zeit geheim hielt, stellt sich doch die Frage: Wer bin ich eigentlich?
      Ja. Nicht umsonst ist die Identität bei Traumatisierten oft ein heikles Thema. Oft herrscht eine ganz große Leere, die dann mit Drogen gefüllt wird oder mit einem exzessiven Funktionieren bis zum Zusammenbruch. In Therapien wird meiner Meinung nach auch darauf kaum eingegangen.

      Ich denke, man ist eben die Person, die sich aus all diesen Anteilen zusammensetzt. Aber irgendwie ist man ja doch mehr als das und steht darüber. Denn mal angenommen, die Traumaanteile werden mal irgendwann integriert, so dass die Überlebensanteile nicht mehr so auf den Plan treten müssen, wird sich ja das eigene Verhalten oder zumindest Erleben auch massiv ändern. Da kann ich dann die Frage verstehen, wenn man nicht mehr weiß, wer man ist,weil ja dann ein ganz großer Teil von einem Selbst sozusagen verschwindet. Ich stelle mir vor, dass das Ich das ist, was diese ganzen Anteile zusammenhält. Selbst wenn einzelne Anteile verschwinden oder neue dazukommen, bin ich diese Energie, die auf die ganzen Anteile schauen kann und diese beobachten kann.
      Das soll man ja auch in der Traumatherapie lernen. Dass man von außen auf diese Anteile schauen kann. Deshalb glaube ich wirklich, dass das Ich diese Meta-Position ist, die man von außerhalb einnimmt.

      Im Grunde wäre die Identität dann etwas Konstruiertes, denn sie entsteht dadurch, dass man sich selbst beobachtet. :roll: :| Aber gleichzeitig würde die Identität auch immer gleichbleiben, unabhängig davon, WAS man beobachtet. Denn sie entsteht ja durch den VORGANG des Beobachtens. Und Beobachten tut man immer noch, egal ob sich die Anteile austauschen oder nicht. Man ist also nichts und alles. x( :fun:
    • FruchtigBunt wrote:

      ich wollte darüber hinaus dafür sensibilisieren, dass Traumata und Autismus weitere Gemeinsamkeiten in der neurologischen Entstehung haben könnten und eben nicht so strikt zu trennen sind. Das war die Idee dahinter. Die muss man natürlich nicht teilen.

      FruchtigBunt wrote:

      shnoing wrote:

      Da würde ich ja mindestens eine Überschrift dazu erwarten.
      Wieso?
      Das war vielleicht zu indirekt formuliert. Also jetzt direkt: enthält das Buch "Verkörperter Schrecken" die These, Autismus sei nicht angeboren? Stellt das Buch die "neurologische Entstehung" von Autismus dar?