Neue Hinweise auf Synästhesie-Ursachen: autismus-relevant

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    • Bei mir haben Buchstaben, Zahlen und Töne Farben. Aber sie sind zudem auch noch weich, rau oder so. Bei mir ist es übrigens nicht so, dass ein Wort die Farbe des ersten Buchstaben hat. Der Buchstabe "L" ist bei mir z.B. gelb, glatt und weich, das Wort "Leiter" ist hingegen glänzend-weiß und hart, während das Wort "Luftballon" matt-rot und weich ist.

      Edit: Ich hab vergessen zu erwähnen, dass der Geruchssinn und der Geschmackssinn zum Teil auch noch involviert sind. Manche Buchstaben/Wörter haben zusätzlich einen Geschmack/Geruch. Zahlen haben aber weder Geschmack noch Geruch.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Windtänzerin ()

    • HCS schrieb:

      Morgenstern schrieb:

      Wenn Synästhesie auch unabhängig von Farben auftreten kann und man Zahlen oder Buchstaben stattdessen in einer bestimmten Position im "Raum" "sieht", dann habe ich es
      Das ist sogar die häufigste Form. Kann in Schwarz-Weiß, aber auch zusätzlich farbig vorkommen (bei mir in Grautönen).
      In verschiedenen? :o Als Farben "sehe" ich Zahlen und Buchstaben überhaupt nie. Die sehen in meinen Gedanken alle schwarz aus, vor einem grauen (Zahlen) bzw. weißen (Alphabet) Hintergrund. Die Zahlen von 1 bis 10 für sich kann ich aber auch weiß vor schwarzem Hintergrund "sehen", und zwar dann, wenn ich meditiere und die Atemzüge zähle. Dann seh ich immer die eine Zahl, und beim nächsten Atemzug "rückt" die Zahl nach rechts und die nächsthöhere Zahl kommt von links ins Bild. Das klingt jetzt bestimmt total merkwürdig :m(:
      Whatever you lose, you'll find it again. But what you throw away you'll never get back.
    • Ok. Den ganzen Artikel gelesen. Kein Wort zu Autismus oder Asperger. Also umsonst gesorgt, dass man beides haben muss.

      Naja, vllt bringt das ja auch bezüglich der Autismusforschung was, so genetische Gehirnvernetzung und dann noch ein bisschen gelernt oder so...

      PS @Morgenstern Nein, von dir erwartet man nichts anderes :-p
    • HCS schrieb:

      Morgenstern schrieb:

      Wenn Synästhesie auch unabhängig von Farben auftreten kann und man Zahlen oder Buchstaben stattdessen in einer bestimmten Position im "Raum" "sieht", dann habe ich es
      Das ist sogar die häufigste Form. Kann in Schwarz-Weiß, aber auch zusätzlich farbig vorkommen (bei mir in Grautönen).
      Ich verstehe nicht ganz, inwiefern man das vom visuellen Denken an sich abgrenzen kann.
      Erklärung: Für mich erscheint es logisch, dass beim visuellen Denktypus zeitliche Abfolgen (z. B. Wochenverlauf, Monate etc.) oder auch Zahlenfolgen auch in einem bestimmten räumlichen Verhältnis zueinander "gesehen" (= visuell gedacht) werden (so auch bei mir).

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    • Turtle schrieb:

      Für mich erscheint es logisch, dass beim visuellen Denktypus zeitliche Abfolgen (z. B. Wochenverlauf, Monate etc.) oder auch Zahlenfolgen auch in einem bestimmten räumlichen Verhältnis zueinander "gesehen" (= visuell gedacht) werden (so auch bei mir).
      Richtig, bei mir ist das auch so. Ich dachte bisher immer, das wäre normal :question:
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    • Morgenstern schrieb:

      Ich dachte bisher immer, das wäre normal
      Das man das denkt, ist normal ;) . Es ist ja von Anfang an so und kommt nicht erst irgendwann plötzlich. Und warum sollte man der Einzige sein, der die Dinge so wahrnimmt? Für so etwas Besonderes halten sich die Leute meist nicht, jedenfalls nicht im Kindesalter.
      Ist ein bißchen so wie die Symptome bei Asperger. Auch da hält man es zunächst für normal, daß man von sozialen Situationen oder vielen Reizen schnell überfordert ist und denkt, das wäre bei den anderen auch so. Nur treten die Verständnisprobleme da viel früher auf, weil man schon sehr bald hört, man solle sich nicht so anstellen. Ich habe mich lange gewundert, warum die anderen solche Dinge mit sich machen und auch noch so unverschämt sind, das von anderen ebenfalls zu verlangen. Auch da kam ich erst mit meiner Diagnose (mit 49) dahinter, daß das bei Anderen eben nicht so stark ausgeprägt ist.
      Synästhesie fällt da meist nicht so stark auf, weil das im praktischen Leben nicht so störend auffällt. Da man es für normal hält, spricht man als Synästhetiker auch nicht so darüber. Andere Menschen führen auch keine langen Gespräche über die Tatsache, daß Tomaten rot sind und Zitronen gelb. Das ist eben einfach so.

      Bei mir ist es so, daß Töne und Geräusche farbig sind. Das gab zwar manchmal auch Verwunderung, wenn andere nicht verstanden, was ich beispielsweise mit einem roten Lied meinte. Ich habe dann zwar vermieden, Lieder mit ihren Farben zu bezeichnen, mir aber weiter nichts dabei gedacht und mich nur gewundert, daß ich damit irgendwie nicht verstanden wurde. Allerdings konnte das ja auch daran gelegen haben, daß es mehrere Lieder mit derselben Farbe gibt, so daß andere nicht wußten, welches von den roten Liedern ich jetzt meinte. Daß das mit den Musikfarben bei mir eine Besonderheit war, erfuhr ich erst, als ich mit etwa 25 irgendwo einen Artikel über Synästhesie las.
      Diese Signatur wurde autistomatisch erstellt und ist ohne Unterschrift gültig :m(:
    • Morgenstern schrieb:

      In verschiedenen? Als Farben "sehe" ich Zahlen und Buchstaben überhaupt nie. Die sehen in meinen Gedanken alle schwarz aus, vor einem grauen (Zahlen) bzw. weißen (Alphabet) Hintergrund.
      Dann ist das ganz ähnlich wie bei mir. Geht aber bei anderen Leuten auch in Farbe, hier ist es sogar mal nachgebildet:de.wikipedia.org/wiki/Syn%C3%A4sthesie, für das Alphabet. Ich glaube, dass ich deshalb auch in der Schule in Rechtschreibung immer gut war, ich sehe im Zweifel das Wort vor mir und merke dann gleich, wenn es komisch aussieht (=ich es falsch schreiben wollte).

      Morgenstern schrieb:

      Richtig, bei mir ist das auch so. Ich dachte bisher immer, das wäre normal
      Ein Datum sehe ich als Punkt auf einem Kreis, Weihnachten oben, Sommer unten, der ist auch ein wenig farbig (im Sommer-Abschnitt zumindest). Ich habe erst mit über 50 gelernt, dass das überhaupt nicht normal ist. Ich habe im wahren Leben auch bisher niemanden kennen gelernt, der auch eine Synästhesie hat, noch nicht mal meine Tochter und meine Geschwister.
    • HCS schrieb:

      hier ist es sogar mal nachgebildet:de.wikipedia.org/wiki/Syn%C3%A4sthesie, für das Alphabet
      Mein Alphabet sieht ein kleines bisschen anders aus. A, B, C, D und E bilden die erste Reihe, dann geht mit F eine neue los, bis zum I, das J steht dann schräg rechts unter dem I, dann geht es senkrecht nach unten bis zum O, das P ist dann wieder schräg unter dem O und dann geht es gerade weiter bis zum Schluss.

      Ä, Ö, Ü, AU, EU, ÄU etc. sehe ich übrigens auf einer neuen Seite, als wäre es ein Heft.
      Whatever you lose, you'll find it again. But what you throw away you'll never get back.
    • Ich verknüpfe gehörtes immer mit Bildern aus meiner Erinnerung. Also wenn jemand das Wort "Pferd" sagt, sehe ich Bilder des alten Bauernhofs mit Reitkoppel (mit Pferden) aus meiner alten Nachbarschaft, und dann wieder Szenen aus "Herr der Ringe". Das sind auch keine statischen Bilder, sondern eher Filmausschnitte, manchmal sogar mit Ton. Und das ganze bis ins kleinste Detail.

      Zählt das noch zur Synästhesie?
      AS, diagnostiziert am 14.06.2017
    • happily_alone schrieb:

      Ich verknüpfe gehörtes immer mit Bildern aus meiner Erinnerung. Also wenn jemand das Wort "Pferd" sagt, sehe ich Bilder des alten Bauernhofs mit Reitkoppel (mit Pferden) aus meiner alten Nachbarschaft, und dann wieder Szenen aus "Herr der Ringe". Das sind auch keine statischen Bilder, sondern eher Filmausschnitte, manchmal sogar mit Ton. Und das ganze bis ins kleinste Detail.

      Zählt das noch zur Synästhesie?
      Nein, das ist dann eher eine bildhafte Erinnerung. Die Wörter haben ja keine Farbe und keinen Geschmack oder dergleichen, sondern Du siehst dann Bilder aus Deiner Erinnerung - oder eben gleich ganze Gelegenheiten als Filmausschnitt, wo der entsprechende Gegenstand vorkam. In diesem Fall eben Pferde. Beim Wort "Auto" siehst Du dann wahrscheinlich irgendwelche Autos, und bei "Schuhe" eben Schuhe, die Du vielleicht mal besessen hast. Das ist, wie Du sagst, eine Verknöpfung oder Assoziation. Ist bei mir übrigens ähnlich, wenn jemand "Pferd" sagt, sehe ich auch ein Pferd. Und bei einem gewissen Lied steht das Pferd dann sogar vor meiner Wohnungstür im Hausflur, obwohl da noch nie ein Pferd gestanden hat :lol: . Das ist aber keine Synästhesie, die läge vor, wenn das Wort "Pferd" beispielsweise blau wäre oder nach Erdbeeren schmecken würde oder so was.
      Kannst Du auch überprüfen bei nicht gegenständlichen Worten wie beispielsweise "Vorsicht" oder "Gefühl". Bei Synästhesie hätten die dann Farben, bei der Assoziation wohl eher nicht.
      Diese Signatur wurde autistomatisch erstellt und ist ohne Unterschrift gültig :m(:
    • HCS schrieb:

      ich sehe im Zweifel das Wort vor mir und merke dann gleich, wenn es komisch aussieht (=ich es falsch schreiben wollte).
      Das ist bei mir genauso. Als Kind habe ich ein Wort auch testweise mehrmals geschrieben, bis es "richtig" aussah.

      Und auch Zahlen sehe ich bildhaft vor mir, was manchmal recht praktisch ist, wenn ich z.B. mit langen Zahlenreihen arbeite.
      Auch ich habe angenommen, das alle so sind.
      "Ich kehre in mich selbst zurück und finde eine Welt."


      (Johann Wolfgang von Goethe)
    • Ich finde die Synästhesie recht nützlich. Dass bei mir Zahlen ihren Platz in meinem 3D-Kopfkino haben, erleichtert z.B. das Kopfrechnen, unterstützt das Gedächtnis und ermöglicht mir eine sehr plastische Vorstellung von historischen Abläufen. Das ist in einem historischen Fach bei der Forschung schon ganz praktisch und verbessert sicher die Ergebnisse.

      Aber um auf den verlinkten Artikel zu kommen: der Erklärungsansatz ist eine viel engmaschigere Verdrahtung als in normalen Gehirnen. Das könnte die Erklärung sein, weshalb (falls die Zahlen denn stimmen) Synästhesie und ASS gehäuft gemeinsam vorkommen: die engmaschigere Verdrahtung überspielt teilweise die Nachteile der abweichenden Verdrahtung bei ASS und ermöglicht die bessere Nutzung der potenziellen Vorteile wie Mustererkennung etc., denn der Unterschied bei den Synästheten wird sich in seinen Auswirkungen nicht auf die eigentliche Synästhesie beschränken. Platt gesagt: man denkt etwas schneller als ohne Synästhesie. Das heißt nicht, dass einen die Synästhesie intelligenter macht, man erkennt nur etwas schneller als andere Querverbindungen zwischen Informationen. Und wenn man dann sowieso wegen AS zum Querdenken neigt, kommt man eben auf Ideen, die andere nicht haben, die aber für die Gruppe wichtig genug sind, dass in einer Horde von 100 bis 200 Menschen immer etwa ein Aspie ist, am besten mit zusätzlicher Synästhesie (und übrigens auch jeweils etwa ein Schizophrener), die Gene müssten andernfalls längst verschwunden bzw. auf die paar Spontanmutationen beschränkt sein.
    • Nach dem ich den Artikel auf Wikipedia lass, vor 24 Minuten seit ich hier tippe. Und ich so darüber nach denke gibt es seit längeren sowieso schon "Auffälligkeiten", die ich für mich als normal abgetan habe. Mein Betreuer und im Vergleich, nach dem ich es erzählte, immer als anders komisch Abgetan worden sind.
      Das mit den Zahlen {1, 10} (zahlen von 1- einschließlich 10) ist die Fünf 5 genauso dunkel wie die Zehn den die Null ist hell wie die 9, aber die 1 extrem dunkel. 9-0 sind sehr weiß. 8 und 7 ein dunkleres gelb. Eigentlich einfach ein farbverlauf von dunkel nach gelbliches weiß.
      Bei Geräuschen besonders beim Musik hören sehe ich vorm Auge wie ein Overlay (billboard ) aus spielen je nach höhe und Frequenz eine "wave kurve" ähnlich eine wave Visualisierung. Die Instrumente spüre ich anhand der Positionen als spezifisches Kribbeln, piksen am Körper - ähnlich einer berührung - oft bei trommeln mit nach hall.

      Das mit den sehen von solchen wellen ist im Straßenverkehr sehr hinderlich. Oft kommt es zu beinah Unfällen. So viele Geräusche die alle gesehen werden möchten - erfasst werden wollen das kaum platz zum sehen des wichtigen ist. So oft schon Autos übersehen - Einfacher ist es nur wenn ich draußen Musik höre, mit Kopfhörer es ist eine Geräusche Welle gleichbleibend und nicht durch einander. Zwar extrem laut aber besser um nicht als gematsche zu enden. Rose Wesen mögen keine AutoWesen.

      ~ Ich hasse Veränderungen, um mit Veränderungen klar zukommen muss ich mich verändern und deswegen lass ich das ~
    • Was ist das eigentlich, wenn man, wie ich keine Zahlen oder Wörter im Kopf als das sehen kann, was sie sind (also mit Buchstaben oder Zahlen), sondern "nur" in Formen? Keine Farben oder Gerüche oder Geräusche oder so.
      Also bestimmte Buchstaben oder Wörter werden von mir in runde, gebogene, eckige etc. Kategorien eingeteilt und so sehe ich sie auch, aber lesen kann ich sie nicht. Also wenn ich z.B. einen Namen lese oder höre, dann merke ich ihn mir nicht als den Namen sondern die Form, natürlich kann ich dann den echten Namen nicht mehr als einen Namen wiedergeben sondern so nach dem Motte: "Er/sie hat einen eckigen Namen." Ich habe eigentlich ein gutes visuelles Gedächtnis und ich denke auch primär in Bildern, bevor da Wörter zustande kommen, aber Zahlen und Buchstaben werden zu Formen und an Gesichter kann ich mich gar nicht erinnern...