Angststörungen

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    • Sobald ich die Öffentlichkeit betrete bin ich gleich in Alarmbereitschaft. Bei hängt Reizüberflutung sehr zusammen. Eine Reizüberflutung löst bei mir eine Panikattacke aus. Einkaufen gehen, U-bahn fahren ect.. alles nicht so einfach für mich - gerade als Hauptstadtbewohner...
      Der beste Trick ist für mich persönlich Musik. Ich verlasse meine Wohnung nieeeeemals ohne Musik. Ich übertöne einfach den Hauptstadtkrach gegen meinen eigenen "Krach", das macht es etwas erträglicher.
      Tippfehler, Rechtschreibfehler und sonstige Fehler sind mir zwar nicht egal aber ich hab trotzdem andere Prioritäten.
    • Reine/Meine Hypothese: Wenn an Markrams "Intensive World"-Theorie was dran ist (intensiveres Erleben, überkompensierende Nerven), dann würde sie erklären, warum Autismus und Angst stark zusammenhängen. In den Experimenten mit Valproinsäure haben die Wissenschaftler (wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe) beobachtet, dass durch diese Schädigung im Mutterleib bestimmte Nerventeile stärker ausgebildet werden als gewöhnlich. Das führt dann bei Valproinsäure-geschädigten Gehirnen dazu, dass sich Furchtreflexe viel schneller, und gleichzeitig auf viel mehr Stimuli bilden -- und zu allem Überfluss auch noch viel schwerer wieder abzubauen sind als bei neurotypischen Gehirnen.
      Laut Makram erhöht Valproinsäure im Mutterleib das Risiko, dass der Säugling Autismus hat, um das siebenfache.

      Als Beispiel (wie ich das verstanden habe): Wenn eine gewöhnliche Maus einen roten, runden Knopf drückt, und daraufhin einen leichten Schock bekommt, dann wird sie nach mehreren Versuchen das Drücken dieses Knopfes mit diesem Schock in Verbindung setzen.
      Drückt eine Maus mit VPS-Schädigung den gleichen Knopf, dann reagiert der gesamte "Lernkomplex" für Furcht über: Die Maus reagiert nicht nur mit erhöhter Furcht und lernt den Reflex oft schon im ersten Versuch, sondern assoziiert auch viel mehr Auslöser mit diesem Furchtreflex: Die Farbe rot, die Form rund, das Drücken auf etwas -- und andere Dinge, die mit dem echten Auslöser oft nichts zu tun haben (z.B. den Geruch der Testkammer, oder die Farbe der Wände). Diese "Streuung" der Furcht würde auch gut dazu passen, dass viele Autisten eine "Detailwahrnehmung" haben, und oft kleine Bausteine und Nuancen sehen, aber oft nicht "das große Ganze", den Kontext.
      Und zu schlechter Letzt verlernen VPS-geschädigte Mäuse diese überkompensierenden Furchtreflexe nur sehr schwer wieder.

      Zumindest auf mein persönliches Erleben würde dieser Ansatz gut passen. Ich kämpfe nämlich ziemlich oft mit Furcht und diversen Angst-/Unwohlseinsgefühlen, für die ich keine bessere rationale Erklärung habe.

      n13l4n4j wrote:

      Sobald ich die Öffentlichkeit betrete bin ich gleich in Alarmbereitschaft. Bei hängt Reizüberflutung sehr zusammen. Eine Reizüberflutung löst bei mir eine Panikattacke aus. Einkaufen gehen, U-bahn fahren ect.. alles nicht so einfach für mich - gerade als Hauptstadtbewohner...
      Der beste Trick ist für mich persönlich Musik. Ich verlasse meine Wohnung nieeeeemals ohne Musik. Ich übertöne einfach den Hauptstadtkrach gegen meinen eigenen "Krach", das macht es etwas erträglicher.


      Kenne ich genau so, und dürfte mit ein Grund sein, warum ich gerne Musik höre, die von anderen oft als "Krach" empfunden wird (=Metal in verschiedenen Richtungen). Aber das ist einfach die einzige musik, die zuverlässig Außengeräusche übertönt.

      The post was edited 2 times, last by Muesli ().

    • Alarmbereitschaft in der Öffentlichkeit hab ich auch, ich denk grad drüber nach, warum. Wegen angegriffen worden sein auf offener Straße in der Kindheit, nehme ich an. Ich hab mich jetzt in die Gedanken über meine Ängste ein bisschen reingesteigert, sodass ich jetzt, in diesem Moment, Angst fühle :? Hatte das längere Zeit nicht und es kotzt mich irgendwie an, dass ich jetzt, nur durch Gedanken, wieder mal in so einem Zustand bin :(

      Vielleicht liegt's auch daran, dass das Wochenende ungewöhnlich wird und ich weiß, dass ich durch die Stadt in eine Gegend fahren muss, wo ich mich nicht so wohl fühle.

      The post was edited 1 time, last by Lefty ().

    • Ich glaub, ich weiß, was gerade zusätzlich die Angst auslöst. Ist das bei euch auch so, dass ihr oft erstmal gar nicht wisst, wodurch ein Angstzustand ausgelöst wurde, obwohl es, wenn es euch dann einfällt, euch eigentlich vorher schon hätte klar sein müssen, dass eine bestimmte bevorstehende Situation oder Veränderung euch ängstigt?
    • Lefty wrote:

      Ich glaub, ich weiß, was gerade zusätzlich die Angst auslöst. Ist das bei euch auch so, dass ihr oft erstmal gar nicht wisst, wodurch ein Angstzustand ausgelöst wurde, obwohl es, wenn es euch dann einfällt, euch eigentlich vorher schon hätte klar sein müssen, dass eine bestimmte bevorstehende Situation oder Veränderung euch ängstigt?
      Ja, kenne ich . Wenn ich in einem Angstzustand bin, ist es bei mir aber meist durch meine eigenen Gedanken ausgelöst worden, da ich eigentlich immer über meine Ängste nachdenke, mal weniger, mal mehr reinsteigernd.
      Aber dass ich mich manchmal vor bevorstehenden Situationen fürchte kenne ich auch zu gut, aber meist weiss ich dann gleich , dass meine Angst daher kommt. Dann habe ich davor Angst bis sie überstanden ist. Oder ich vielleicht mitten drin bin.