Gibt es einen Menschen oder einen Ort, wo ihr euch verstanden fühlt?

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    • Moi wrote:

      Hmmm... Findest du, jemanden zu verstehen heißt, seine Meinung zu teilen? ich denke, das muss es nicht heißen.
      Ja, das sehe ich auch so.
      Ebenso heisst Loyalsein nicht, immer übereinzustimmen, einer Meinung zu sein.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Der gleichen Meinung muß man nicht immer sein. Es reicht, wenn man die Meinung des anderen akzeptiert, auch wenn sie von der eigenen abweicht.
      Leider meinen die meisten Leute, sie müßten andere unbedingt von ihrer Meinung überzeugen, anstatt beide Meinungen einfach nebeneinander stehen zu lassen. ("Es gibt nur zwei Meinungen, nämlich meine und die falsche").
      Wenn die Meinung des anderen nicht zu meiner paßt, dann gibt es im ungünstigsten Fall eben keinen weiteren Kontakt zwischen mir und dieser Person. Mit einem Nazi beispielsweise (wo ist meine Keule? ;) ) möchte ich eben nichts zu tun haben. Aber ich muß nicht unbedingt versuchen, aus dem Typ einen Anarchisten zu machen.

      Einen Ort, wo ich mich vielleicht nicht unbedingt verstanden, aber wenigstens angenommen fühlte, gab es während meiner Schulzeit und noch die knapp 10 Jahre danach. Das war da, wo meine Großeltern lebten, die hatten sich in Spanien ein Haus mit Garten gekauft und sind dorthin gezogen, kurz nachdem ich in die Schule kam. Dort wurde nicht über jede Seltsamkeit von mir gemeckert, nur wenn ich wirklich schlimme Dinge anstellte gab es Ärger. Das war aber sehr selten (habe mal aus Versehen meiner Großmutter einen Stein an den Kopf geworfen, das tat mir dann auch sehr leid :( . Aber es war keine Absicht gewesen, und ich habe Steine danach nur noch dort hngeworfen, wo ich genau wußte daß da niemand war.) Und auch dieser Vorfall hatte nicht solche Folgen wie es andere, weniger schlimme Sachen zu Hause hatten, da gab es dauernd Prügel für irgendwas. Und seltsamerweise habe ich aus den Schlägen nichts Sinnvolles gelernt, zumindest habe ich nicht das Gefühl, daß es irgend etwas gebracht hätte außer Haß auf meinen Vater.

      Ich glaube, meine Großeltern waren die einzigen Menschen, die mich tatsächlich gemocht haben. Leider sind sie inzwischen beide schon lange verstorben :cry: . Aber in meiner Kindheit waren sie sehr wichtig für mich, obwohl ich nur 6 Wochen im Jahr dort war, nämlich in den Sommerferien.
      Manchmal möchte ich gerne dorthin zurück, aber es gibt keine Zeitmaschine.....
      Diese Signatur wurde autistomatisch erstellt und ist ohne Unterschrift gültig :m(:
    • Wolkenfrosch wrote:

      Leider meinen die meisten Leute, sie müßten andere unbedingt von ihrer Meinung überzeugen, anstatt beide Meinungen einfach nebeneinander stehen zu lassen. ("Es gibt nur zwei Meinungen, nämlich meine und die falsche").
      stimmt.
      Ab und zu tendiere ich auch zum Überzeugenwollen; allerdings hat das wenig mit dem Menschen an sich zu tun,
      den mag ich wie vorher...er verändert sich im Falle einer anderen Meinung ja nicht automatisch.


      Wolkenfrosch wrote:

      Aber in meiner Kindheit waren sie sehr wichtig für mich, obwohl ich nur 6 Wochen im Jahr dort war, nämlich in den Sommerferien.
      Manchmal möchte ich gerne dorthin zurück, aber es gibt keine Zeitmaschine.....
      seufz...das ist gut nachzuvollziehen.
      Ich wünsche dir und allen in ähnlicher Situiation, auch als Erwachsene Menschen zu finden,
      die einen akzeptieren, ...wo man sich "nachnähren" kann, wie es die Psychologie bisweilen nennt.

      Sich selber annehmen lernen ist ungleich schwieriger, aber doch auch ein wichtiger Faktor dabei.
      Und nicht aus den Augen verlieren, wo einzelne Aspekte von Einem angenommen werden, ein Interesse an Einem da ist....da schliesse ich mich nicht aus,
      dass ich das auch mal in Seufzphasen verliere.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Wolkenfrosch wrote:

      Der gleichen Meinung muß man nicht immer sein. Es reicht, wenn man die Meinung des anderen akzeptiert, auch wenn sie von der eigenen abweicht.
      Leider meinen die meisten Leute, sie müßten andere unbedingt von ihrer Meinung überzeugen, anstatt beide Meinungen einfach nebeneinander stehen zu lassen.
      Sehe ich auch so. Leider haben in der Hinsicht gerade die politischen Kontroversen gezeigt, dass einige nicht damit umgehen können, wenn andere mal eine andere Meinung haben und wiederholt wurde dann die persönliche Ebene ins Spiel gebracht. Das finde ich sehr schade, denn das hatte ständig interessante Diskussionen abgewürgt.
      In letters of gold on a snow white kite I will write "I love you"
      And send it soaring high above you for all to read
    • Sich akzeptiert fühlen und sich verstanden fühlen sind für mich auch verschiedene Dinge (gut zu unterscheiden bei Meinungen oder Verhalten). Akzeptiert fühle ich mich häufiger, aber verstanden selten. Das sind ja immer nur kurze Momente, auch bei sogenannten normalen Menschen, und gewissermaßen ist es eine Illusion (da man sich ja nicht mit dem Gehirn eines anderen verbinden kann). Wenn ich z.B. sage, was die Farbe blau in mir auslöst und mein Gegenüber mir verständlich macht, daß er dasselbe empfindet, dann bedeutet das nicht, daß er dasselbe Blau sieht wie ich, vielleicht sieht er ja Rot. Jetzt könnte man diskutieren, ob es nur entscheidend ist, sich verstanden zu fühlen, nicht verstanden zu werden. Auch die Ebene der Kommunikation beeinflußt die Reaktion, ich z.B. neige dazu, Menschen zu verstehen, indem sie mir alles genau erklären, das trägt jedoch eher zur emotionalen Entfremdung bei als dazu, daß sie sich von mir verstanden fühlen.
      Als Ort fällt mir spontan der Friedhof ein (auch nur eine Illusion).
      Wenn einem die Bezüge verlorengehen, wird das "All" zum "Nichts".
    • Ein Ort, an dem ich mich geborgen fühle, ist der Platz vor meiner Staffelei, wenn ich male...

      Es gibt Menschen, die mich so RESPEKTIEREN, wie ich bin, ohne dass ich mich verbiegen muss: Meine Mutter, meine sehr wenigen Freunde. Aber VERSTEHEN können sie mich nicht wirklich. Ebenso ist es umgekehrt.

      Aber so richtig total VERSTEHEN kann mich mein Partner - und umgekehrt. Wir sind BEIDE Aspies und teilen all unsere Interessen. Ich bin mit meinem Partner erst in meinen Vierzigern zusammengekommen und habe ihn wegen unserer gemeinsamen Spezialinteressen über einen gemeinsamen Bekannten kennengelernt.
      Vorher hatte ich nie eine Liebesbeziehung und wollte auch keine, weil ich nicht an so etwas glauben konnte.

      Von den meisten anderen Menschen fühle ich mich weder verstanden noch respektiert, kann aber damit leben.
    • Ich hab sowas nicht wirklich, aber wünsch es mir.
      Es gibt Situationen, in denen ich mich wohl fühle. Zb wenn ich mit dem Auto bestimmte Straßen fahre oder bestimmte Lieder seit Ewigkeit mal wieder höre.
      Insgesamt löst es in mir ein positives Gefühl aus, etwas Vergangenes nochmal zu sehen oder nochmal zu erleben und die Erinnerung zu stärken.

      Heimkommen ist auch immer ein schönes Gefühl - wenn ich der Heimat näher komme und die kleinen Kurven sehe, Orte erkenne und alles immer vertrauter wird.

      Menschen stressen mich nach ner Zeit, selbst die, denen ich ähnlich bin oder Menschen, die ich im Lauf der Jahre über Problemforen kennen gelernt habe (und die mich nicht kritisieren oder verbiegen wollen). Ich weiß nicht, ob ein Mensch mir ein Geborgenheitsgefühl geben kann - mein Ex konnte es irgendwie, aber ich hab nach der Trennung angefangen, mich besser und wohler zu fühlen und mehr Stärke aus mir selbst zu ziehen und nicht so überfokussiert auf jemand anders zu verlassen wie damals auf ihn.
    • Hallo in die Runde,

      ich fühle mich bei Jesus verstanden, geborgen und geliebt. Nicht bei dem katholischen Jesus oder dem Jesus irgend einer anderen Denomination, sondern bei Jesus, dem Menschensohn.

      Ein Traum vom Mittwoch: ich fahre, gleite, wie auch immer, einen dermaßen steilen Abhang hinunter,der dazu noch sehr lang an Strecke war und traute mich dies: da war ein Mann hinter mir, der hielt mich nicht fest, aber ich spürte ihn ganz deutlich, seine Hände berührten meine Taille, wie das bei einem Tandemsprung vorstellbar wäre. Ich fuhr, und ja, ich empfand Freude, auch darüber, dies zu schaffen. Konzentriert fuhr ich, da berührte der Mann meine Lippen, die waren fest verschlossen und das Kinn halb auf die Brust gedrückt. Er bedeutete rein geistig, durch seine Berührung, das meine Lippen sich öffnen sollen, das taten sie. Sie öffneten sich und aus der strammen Konzentration wurde ein Wohlgefühl in Geborgenheit an diesem Mann. Nach dem Aufwachen wusste ich: ach Jesus, was bist Du doch für ein Meister, und so süß!

      Was hat mir Jesus mit diesem Traum gedeutet? Nun, es ist möglich mit Ihm zu leben, auch dann, wenn ich neben dem Bewältigen des Lebens an sich, nicht viel tun kann. So kann ich ihm vertrauen, er führt mich, mit sicherer und unsichtbarer Hand. Dazu zeigte Er mir, wie das ist, mit der wahren Freude. Nochmal tausend Dank an Dich, Jesus.

      in Liebe
      -Lehor
      Römer 14,7: keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber.
    • es gibt schon einige menschen, die mich respektieren. wobei ich bei vielen auch nur eine rolle spiele und vieles von mir auch verstecke. insofern bleibt die frage, ob sie auch ein "mehr" von mir auch noch respektieren würden. es gibt wenige, die dann mehr von mir wissen/ kennen. zwei helfer aus meinem hilfesystem kennen sehr viel von mir und ihnen traue ich auch viel zu. ich glaube, sie respektieren mich wirklich, nicht nur weil sie "müssen". alles verstehen tuen sie aber auch nicht. da habe ich quasi für viele teile mehrere leute.
      mit meiner familie habe ich viele probleme und bin deswegen auf abstand. allerdings freunde ich mich mit einem familienmitglied so langsam wieder an. ich glaube, das ist gut.

      "geborgen" oder sowas ähnliches fühle ich mich eigentlich bei niemandem. ich hatte das gefühl mal bei bestimmten pferden (reitterapie). das war etwas besonderes. am wohlsten fühle ich mich am ehesten wenn ich weiß, dass wirklich kein mensch da ist (in der natur). ich habe immer die erfahrung machen müssen, dass meine mitmenschen mich stressen. egal, wie sehr sie mich mochten/ liebten o.ä. Das soll nicht heißen, dass ich menschen ablehne. nur entspannen kann ich mich auch nicht richtig in ihrer nähe weil ich immer fürchten muss auf irgendwas reagieren zu müssen.
    • kastenfrosch wrote:

      alles verstehen tuen sie aber auch nicht. da habe ich quasi für viele teile mehrere leute
      Das habe ich auch..ich denke, das geht Einigen so. Keiner kann alles verstehen, meine ich.


      kastenfrosch wrote:

      nur entspannen kann ich mich auch nicht richtig in ihrer nähe weil ich immer fürchten muss auf irgendwas reagieren zu müssen.
      Das ist zwar bei mir nicht immer so, aber das ist gut formuliert; oft habe ich aus demselben Grund eine gewiss Anspannung inne.
      Die, wie du sagst, in der Natur am geringsten ist....Wenn einen Einer begleitet, hat man wegen seines Gesprächsbedarfs oft keine Ruhe zum Geniessen und Staunen.
      Wie viele unzählige Spaziergänger reden und reden und gucken garnicht hin, das finde ich sehr schade.
      Sogar wenn man sie hinweist, kommt oft nur ein kurzer Blick oder Aha und wieder sind sie beim Gespräch, meist sich Über-etwas-aufregen.
      So sind auch sie eigentlich nicht entspannt. Wie soll da die Welt friedlicher werden,
      wenn alle nicht entspannen können und wollen?
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Ich weiß nicht, ob ich unbedingt verstanden werden möchte. Aber ich möchte akzeptiert werden. Dass es respektiert wird, wenn ich sage, dass mir etwas zu viel ist - ungeachtet dessen ob der andere Mensch das nun verstehen oder nachvollziehen kann. Das ist eigentlich das einzige, was ich mir wünschen würde. Ich verstehe doch auch so vieles von anderen Menschen nicht. Aber es existiert nicht so wirklich...
      Ich fühle mich nur an Orten oder in Situationen ohne Menschen entspannt. Jeder Mensch stresst mich, egal ob ich ihn mag oder nicht. Auch nach Menschenkontakten habe ich noch Stress. Nicht nur die soziale Komponente finde ich stressig, sondern auch dieser unkontrollierbare Lärm, den andere Menschen machen, und auch diese vielen visuellen Eindrücke - Menschen bewegen sich ja immer! Selbst zuhause fühle ich mich oft nicht entspannt, weil da irgendwelche Nachbarn immer Lärm machen müssen - Musik, lautes Tratschen, Hämmern, Schleudern der Waschmaschine, Rasenmähern, Sägen... Aber Gott sei Dank höre ich keinen Verkehr!
    • SpFLeedY wrote:

      Aber ich möchte akzeptiert werden. Dass es respektiert wird, wenn ich sage, dass mir etwas zu viel ist - ungeachtet dessen ob der andere Mensch das nun verstehen oder nachvollziehen kann
      Ja, stimmt...das ist wichtiger als das übliche Verstandenwerden, das meine ich mit dazu zu meinen Ausführungen.
      Aber es ist schon auch schön, wenn ich z.B im Job oder in Therapie... etwas erkläre und man versteht, um was es mir geht.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Am meisten verstanden fühle ich mich von Pflanzen fressenden* und dabei nicht-domestizierten Tieren, Pflanzen* - lol*, "und Steine sind ok" (Spruch) xD ;D. Von Wasser, Wind.. Manchmal auch durch Menschen. Aber ob sie mich dann tatsächlich und annähernd verstehen oder sich das nur für beide so anfühlt, keine Ahnung. Das Gefühl ist schön. Leider nicht von Dauer und Medien geben meist ein falsches oder einseitiges Bild, so dass sich nicht wenige oft unzulänglich fühlen oder sich nach den Verhaltensweisen dort richten, wenn sie selbst verunsichert mit sich sind. So gibt es auch immer mal wieder Angst / Stress dementsprechend. Zu dem scheinen alle oder viele genetisch einzigartig. Und selbst beim 4-Ohren-Modell kann es zu Konflikten kommen, zumindest aus meiner Erfahrung.

      Ich liebe das Gefühl, sich nonverbal mit jemandem oder etwas eins zu fühlen und wenn das Gegenüber auch so zu fühlen scheint. Momente wo die Zeit still zu stehen scheint und alles andere mehr transportiert als übliche Worte. Ich bin aber auch ein Träumer.

      In Autismus-, ADHS-, Sozial-Phobie- und Hoch-Sensibilitätsforen fühle ich mich am besten online verstanden, so wie durch manche ehrenamtliche Online-Berater. Allerdings sprenge ich mit meiner extremen Detailliertheit nicht selten zeitliche Rahmen. Und auch spreche ich auch viel unangenehmes aus, teilweise vermischt mit Abstraktem und versuche neutral und ehrlich zu bleiben und gehe mir dabei mitunter selbst auf die Nerven oder frage mich, wo ich meinen "Rahmen" und meine "Kanten" lasse. Ob ich mir selbst etwas vormache oder zu sehr dem Idealismus hinter her eifere.
      Wobei ich mir versuche vor Augen zu halten, dass es eben wenige Autisten gibt oder diagnostizierte und die dann auch noch mal verschieden sein können. Immerhin habe ich in Autismus-Foren zum ersten Mal auch ein paar Menschen gefunden, die auch so viel wie ich textlich theorisieren mögen.
      Ansonsten unterhalte ich mich gerne mit toleranten Naturwissenschaftlern und mit Umwelt- und Friedensaktivisten.

      Da vermutlich alle Menschen, die noch leben und gerade keinen Suizid beginnen leben, atmen und Nahrung haben möchten, ergibt sich ansonsten da schon Mal eine Wellenlänge / gemeinsame Grundlage.^^ Und vermutlich möchte keiner wirklich gern in Ungewissheit leben. Keiner möchte Angst haben. Das Leben strudelt so vor sich hin. Ich versuche mir meine Säule darin zu sein, sollten andere Stricke reißen. Von Menschen, die gern neues entdecken, aber dabei andere Leben achten fühle ich mich auch sehr verstanden, aber eher noch passt da für mich das Wort "Verbundenheit", gefühlte. Ist aber vielleicht das Selbe. Ansonsten, - wenn es allen Menschen grundlegend ok geht, denke ich, hätten alle weniger Probleme mit ihren Unterschiedlichkeiten. Irgendwie fühlt sich alles zersplittet an. Chaotisch, durcheinander, gespalten, irgendwas ist aus dem Ruder gelaufen (RW), aber ich habe auch das Bild vom Urknall im Kopf.

      The post was edited 1 time, last by Four ().

    • Ich hatte mal einen besten Freund. Eigentlich eine beste, befreundete Familie. Das war wunderschön und wir waren fast täglich zusammen. Dann gab es wohl ein furchtbares Missverständnis, dass ich bis heute nicht verstanden habe. Wir haben uns nach 15 Jahren Freundschaft von jetzt auf gleich zerstritten und nicht mehr gesehen. Das ist fast 5 Jahre her und es belastet mich immer noch ziemlich. Ich vermisse die Menschen sehr.
      Nicht jeder Antifaschist ist ein aufrechter Demokrat, aber jeder aufrechte Demokrat ist auch ein Antifaschist.
    • Windtänzerin wrote:

      Ja, ich brauche es, verstanden zu werden. Meine Mutter hat zwar viel Verständnis, aber sie kann vieles einfach nicht nachvollziehen und daher fehlt ihr manchmal halt doch das Verständnis.
      Vor zwei Jahren habe ich jemanden gefunden, der Verständnis für mich hat. Der mich so nimmt, wie ich bin und bei dem ich immer so sein kann, wie ich bin. Nämlich meinen Verlobten, der ebenfalls Aspie ist.
      Achtung! Kennenlernstory mit Gefühlsduselei! Wer sowas nicht lesen mag, bitte nicht öffnen!
      Kennengelernt habe ich ihn in einem anderen Forum und das auch nur durch Zufall. Eigentlich wollte ich dort schon gar nicht mehr schreiben, aber dann tauchte er dort auf und was er schrieb, machte mich neugierig. Wir fingen an, uns per PN zu schreiben und stellten fest, dass wir gar nicht weit auseinander wohnen. Irgendwann haben wir uns getroffen, weil ich ihm helfen wollte, seinen Haushalt besser in den Griff zu kriegen und nach einigen weiteren Treffen wurde mehr daraus. Rückblickend wundere ich mich immer noch, dass ich mich für meine Verhältnisse so früh mit ihm getroffen habe (und das auch noch bei ihm zuhause!) und das alles so schnell ging. So oder so: Er ist das Beste, was mir je passiert ist und das größte Glück in meinem Leben. Wir sind in diesen knapp zwei Jahren schon durch einige Tiefen gegangen und jede davon hat uns nur noch enger zusammengeschweißt. Ich kann mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen und freue mich schon riesig auf den Tag, an dem wir den Bund fürs Leben schliessen. :cryforjoy:
    • @Windtänzerin: Das liest sich schön und ist schön dieser Zusammenhalt. Eine tolle Basis, gemeinsame Tiefen durchzuhalten. Und gerade in den heutigen Zeiten. Ich wünsche euch weiterhin alles Liebe!

      @Leu Chris: Ich wünsche dir, dass ihr wieder zusammen findet. Vielleicht magst du ja (wieder) einen ersten Schritt auf sie zu wagen. Dann hast du es versucht.
    • Four wrote:

      @Leu Chris: Ich wünsche dir, dass ihr wieder zusammen findet. Vielleicht magst du ja (wieder) einen ersten Schritt auf sie zu wagen. Dann hast du es versucht.
      Ich würde das gerne machen, weiß aber nicht wie. Ein Brief, anrufen, einfach vor der Tür stehen, einen gemeinsamen Bekannten als Vermittler einspannen, ... So viele Möglichkeiten, es irgendwie falsch anzustellen. Hast Du eine Idee, wie ich das angehen könnte?
      Nicht jeder Antifaschist ist ein aufrechter Demokrat, aber jeder aufrechte Demokrat ist auch ein Antifaschist.
    • Jemanden verstehen und für Jemanden Verständnis haben sind zwei unterschiedliche Dinge und soltlen klar voneinander getrennt werden. Natürlich hilft es Verständnis für Jemanden zu haben, wenn man ihn versteht, aber nur weil man jemanden versteht, heißt das nicht das man auch verständnis für ihn hat und nur weil man jemanden nicht versteht hat man noch lange nicht automatisch kein Verständnis.
      Meine Freundin versteht mich längst nich immer, das ist aber auch kein Problem, weil sie fast immer Verständnis für mich hat. Das finde ich eigentlich noch wichtiger. Verständnis haben wenn man etwas versteht ist relativ leicht, Verständnis haben wenn man etwas nicht versteht ist weitaus schwieriger und umso wichtiger, da man nicht erwarten kann, dass Jemand einen immer versteht. Daher halte ich das für die wichtigste Grundlage meiner Beziehung, dass ich und meine Freundin jeweils Verständnis füreinander haben, gerade dann wenn wir den anderen nicht verstehen. Das zeigt wie sehr wir dem anderen vertrauen und wie wichtig er uns ist bzw. sie mir ist und ich ihr.