Reha-Abteilung des Jobcenters - wer hat damit Erfahrungen?

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    • LadyInBlack schrieb:

      Unter Punkt 10. wird dann nach vorangegangen Untersuchungen/Begutachtungen durch Jobcenter gefragt, incl Aktzenzeichen und Datum.
      Danke für die Information. Vielleicht werde ich dann EM-Rente beantragen, einfach, um ein "unbefangenes" Gutachten zu bekommen.

      Windtänzerin schrieb:

      da ich da ja gleich wieder rausgeflogen bin
      Das verstehe ich nicht. Ich wurde noch nie begutachtet, gelte also als voll erwerbsfähig und werde trotzdem von der Reha-Abteilung betreut, allein aufgrund meiner Diagnose und der Gleichstellung. Vielleicht hast du mehr Ruhe und Verständnis, wenn du dich wieder in die Reha-Abteilung überstellen läßt.

      LadyInBlack schrieb:

      Bei meinem lokalen Arbeitsamt gibt es scheinbar so etwas wie ein Rotations-System,
      Ich habe heute nachgefragt, das ist leider bei der Reha-Abteilung genauso. Die Sachbarbeiterin wunderte sich nur, daß ich vorab nicht über den Wechsel informiert worden war, und kündigte an, daß sie auch nicht wisse, wie lange sie für mich zuständig sein wird.
      Das Gespräch heute war trotz der ruhigen, verständnisvollen Art der neuen Sachbearbeiterin recht mühsam, ich sollte langsam mal alles auf Tonband aufnehmen und dann abspielen. Sie will sich mit dem Integrationsfachdienst in Verbindung setzen. Ich mußte eine neue Eingliederungsvereinbarung unterschreiben.

      Eine neue Information gab es: Ich sollte mal nach "Inklusionsfirmen" schauen, das sind Betriebe, die zu 50% Schwerbehinderte oder Gleichgestellte beschäftigen, und zwar in verschiedenen Branchen.
    • @Necroghoul7: Ich kann nicht zurück in die Reha-Abteilung, weil die mir da nicht helfen können. Sonst wäre ich da ja gar nicht erst rausgeflogen. Bei mir ist das Problem, dass ich zwar als vollschichtig arbeitsfähig gelte, aber mit so vielen Einschränkungen, dass ich im Grunde unvermittelbar bin. Hinzu kommt, dass ich weder eine Ausbildung noch einen Führerschein habe. Ich könnte höchstens zurück in die Reha-Abteilung wechseln, wenn ich den Führerschein machen würde. Aber das hab ich ja vor einigen Jahren schon versucht und das hat leider nicht geklappt, weil ich damit völlig überfordert war.
      Ganz leise ging sie über die Regenbogenbrücke
      Madame Mim (Mimchen)
      2000 - 2018
    • Windtänzerin schrieb:

      Ich kann nicht zurück in die Reha-Abteilung, weil die mir da nicht helfen können. Sonst wäre ich da ja gar nicht erst rausgeflogen. Bei mir ist das Problem, dass ich zwar als vollschichtig arbeitsfähig gelte, aber mit so vielen Einschränkungen, dass ich im Grunde unvermittelbar bin.
      Dass die dann daraus schlussfolgern, Dich in die reguläre Abteilung zurück zu schicken, ist schon eine merkwürdige Logik. Eigentlich müsste man dann doch eher nach Alternativen (Rente, Grundsicherung) schauen, oder Dich in der Reha-Abteilung lassen, die passt doch besser als "einfach ganz normal".
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Leonora schrieb:

      Dass die dann daraus schlussfolgern, Dich in die reguläre Abteilung zurück zu schicken, ist schon eine merkwürdige Logik.
      Ja, das finde ich auch. Ich habe auch keinen Führerschein und bin in meinem erlernten Beruf unvermittelbar, und ich gelte auch als voll erwerbsfähig, aber mit vielen Einschränkungen. Aber vielleicht liegt es daran, daß sie bei mir noch Hoffnung haben, mich "rehabilitieren" zu können, während sie bei @Windtänzerin denken, daß keine Reha-Maßnahmen mehr sinnvoll seien. Also wird sie in der normalen Abteilung "abgelegt". Vielleicht komme ich in ein, zwei Jahren auch wieder dorthin, wer weiß das schon...
    • @Leonora: Wie gesagt, ich bin eh nur noch eine Karteileiche bei denen. Die wissen nicht, was sie mit mir machen sollen. Die haben sich und mir mit dem tollen Gutachten ja quasi alle Möglichkeiten verbaut. Soll mir aber mittlerweile auch egal sein, denn immerhin hab ich momentan meine Ruhe und kann mich so in aller Ruhe mit dem SBA-Antrag und der bevorstehenden Begutachtung beschäftigen. Das kostet nämlich schon genug Energie.
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      2000 - 2018
    • Windtänzerin schrieb:

      Das kostet nämlich schon genug Energie.
      Apropos Energie, die heutige Sachbearbeiterin war die erste, die mir von sich aus zugestanden hat, daß die Betreuung von zwei Kindern, davon einem mit ADS und Teilleistungsstörung, und einer Mutter mit GdB100 und Pflegegrad 2 ganz ohne Freunde, Bekannte, Nachbarn und sonstige Verwandte außer dem Kindesvater, der nur selten was machen kann, auch schon genug Energie kostet, so daß es selbst ohne Asperger-Diagnose schon ein Akt wäre, eine Vollzeit-Tätigkeit zu stemmen. Die erste aus meiner Sicht vernünftige Frau, was das angeht.
    • Necroghoul7 schrieb:

      Ich habe auch keinen Führerschein und bin in meinem erlernten Beruf unvermittelbar, und ich gelte auch als voll erwerbsfähig, aber mit vielen Einschränkungen.
      Die Kombination scheint mir für viele (wenn auch natürlich längst nicht alle) spätdiagnostizierten Autisten typisch zu sein. Im ursprünglichen Feld geht nichts mehr, weil man dort viel zu lange "raus" und der Bereich sehr von Konkurrenz geprägt ist. Der Lebenslauf ist ungerade, oft gibt es auch wenig "offizielle" Berufserfahrung. Da wird auch ein Quereinstieg in "bessere" Bereiche schwierig. Im Prinzip wäre man erwerbsfähig, aber die Bereiche, wo man komplikationslos reinkommt, sind gerade nicht geeignet, prekarisiert, schlecht bezahlt, "praktische" Tätigkeiten mit hohen sozialen Anforderungen und Zeitdruck usw. usf. Für Selbständigkeit fehlen die Fähigkeiten zu Selbstvermarktung und Akquise, teilweise auch das Organisationstalent. Rente oder ähnliches passt aber auch nicht, und man wirkt auch nicht, wie manche Menschen mit psychischen Erkrankungen, so "durch", dass irgendjemand Frührente oder Grundsicherung für angemessen hielte. Denn - prinzipiell ginge es doch, praktisch aber halt nicht. Für diese Gruppe scheint es mir bisher noch kaum Ansätze zu geben. Da ist es schon wichtig, zunächst einmal ein Bewusstsein dafür zu schaffen.

      Windtänzerin schrieb:

      @Leonora: Wie gesagt, ich bin eh nur noch eine Karteileiche bei denen. Die wissen nicht, was sie mit mir machen sollen. Die haben sich und mir mit dem tollen Gutachten ja quasi alle Möglichkeiten verbaut. Soll mir aber mittlerweile auch egal sein, denn immerhin hab ich momentan meine Ruhe und kann mich so in aller Ruhe mit dem SBA-Antrag und der bevorstehenden Begutachtung beschäftigen. Das kostet nämlich schon genug Energie.
      Das kann ich gut verstehen. Derartige "Baustellen" verunsichern und blockieren mich auch immer sehr, und nehmen auch die Energie für anderes. Im Grunde zeigt die ganze Vorgehensweise des Jobcenters ja nur deren Hilflosigkeit, dass die halt auch nicht wissen, was sie mit solchen "Fällen" anfangen sollen.

      Necroghoul7 schrieb:

      Windtänzerin schrieb:

      Das kostet nämlich schon genug Energie.
      Apropos Energie, die heutige Sachbearbeiterin war die erste, die mir von sich aus zugestanden hat, daß die Betreuung von zwei Kindern, davon einem mit ADS und Teilleistungsstörung, und einer Mutter mit GdB100 und Pflegegrad 2 ganz ohne Freunde, Bekannte, Nachbarn und sonstige Verwandte außer dem Kindesvater, der nur selten was machen kann, auch schon genug Energie kostet, so daß es selbst ohne Asperger-Diagnose schon ein Akt wäre, eine Vollzeit-Tätigkeit zu stemmen. Die erste aus meiner Sicht vernünftige Frau, was das angeht.
      Immerhin. Wie ich schon weiter oben schrieb, dürfte das selbst für voll leistungsfähige Nichtautisten kaum parallel zu einer Vollzeiterwerbstätigkeit, womöglich noch im Schichtdienst (das bedeutet "vollschichtig" ja) zu schaffen sein. Insbesondere ohne privates Netzwerk bzw. ausreichend Geld, um entsprechende Hilfe privat einkaufen zu können.
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    • Die neue Sachbearbeiterin scheint weniger "ehrgeizig" als ihre Vorgängerin zu sein. Keine Vermittlungsvorschläge und keine Maßnahmen, aber ich finde auch keine passenden Stellen auf der Arbeitsagentur-Seite.

      Leonora schrieb:

      Derartige "Baustellen" verunsichern und blockieren mich auch immer sehr, und nehmen auch die Energie für anderes.
      Das geht mir auch so, aber ich verstehe nicht, weshalb das so ist, denn objektiv bedingen sich diese "Baustellen" gar nicht, nur in meinem Kopf (also eingebildet). Kann man das "abtrainieren"? Es nervt und es blockiert andere (sinnvollere) Ziele und Aufgaben.

      Leonora schrieb:

      Für diese Gruppe scheint es mir bisher noch kaum Ansätze zu geben
      Also, jeder einzelne Satz trifft auf mich zu, das ist wohl die Gruppe der in dieser Gesellschaft "Überflüssigen", "Nicht-rein-passenden". :sarcasm: Ich kann nicht einmal mehr realistisch einschätzen, wofür ich (noch) geeignet wäre und wofür nicht (mehr). Der beste "Ansatz" wäre ein geduldiger Arbeitgeber, der eine längerfristige Förderung bekommt bzw. für den ich (mindestens 1-2 Jahre) billiger arbeite, und der dafür bereit ist, individuell auf meine Vermittlungshemmnisse einzugehen bzw. meine Arbeit so zu gestalten, daß wir es länger miteinander aushalten (ich nicht bald wieder rausfliege oder selbst kündige). Meiner Meinung nach geht das nur auf dem "2." Arbeitsmarkt, aber davon wollten meine Bearbeiter alle nichts wissen. Vielleicht muß ich noch eine Weile erfolglos bleiben, damit das endlich eingesehen wird?