Schlaganfall

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    • Schlaganfall

      Hallo zusammen,

      möglichweise gehört das nicht hier her, aber vielleicht hat ja jemand was ähnliches erlebt und kann berichten.

      Ich hatte vor 2 Monaten einen leichten Schlaganfall.
      Direkte offensichtliche Ausfallerscheinung war der Verlust der Lesefähigkeit (Alexie) und eine Sehstörung
      in der rechten Blickfeldhälfte, die besonders zum Ausdruck kam, wenn ich ich ein Gesicht gesehen habe.
      Die rechte Gesichtshälfte war irgenwie verzerrt, was das erkennen von Gesicht und der Mimik extrem erschwerte.
      Recht gruselig das Ganze....

      Die Sehstörung hat sich innerhalb der ersten Tage wieder zu 90% zurückgebildet und dann in den nächsten 2 Wochen völlig normalisiert.

      Das Lesen kam in den ersten Tage in der Form wieder zurück, dass ich aus Buchstabe für Buchstabe mir die Wörter zusammenbasteln konnte.
      Es ist inzwischen eine Dyslexie (Leseschwäche).

      Auf weitere neurologische AUsfallerscheinungen wurde ich eingehend untersucht, jedoch wurde (zum Glück) nichts gefunden.

      Was ich nachwievor habe, ist eine schnelle Ermüdbarkeit (ist wohl normal) und das Lesen ist sehr anstrengend, macht keinen Spaß mehr und ich brauche absolute Ruhe dabei.
      Auf der Arbeit bin ich nicht in der Lage, mich dafür genügend zu konzentrieren, weil mich die Umgebungsgeräusche und Radiolärm verrückt machen.

      Damit hatte ich vorher schon so meine Probleme, aber nun ist es extrem :(

      Hat jemand von Euch in dieser Richtung Erfahrungen?


      P.S. Tippfehler bitte entschuldigen...

      The post was edited 1 time, last by unikum: Tippfehler... ().

    • unikum wrote:

      Hat jemand von Euch in dieser Richtung Erfahrungen?
      Ich hatte vor 19 Jahren einen leichten Schlaganfall. Im Krankenhaus war es eine Krankenschwester, die den Arzt erst darauf hinweisen musste. :m(: Ich konnte ja zu diesem Zeitpunkt nicht sprechen und meine Mutter, die meinem Anfall mitansehen musste und mich begleitete, konnte auch keine konrete Auskunft geben. Ich weiß noch, dass der Arzt die Schwester zuerst anpflaumte, dass man mit 30 nach keinen Schlaganfall haben kann. Was für ein Idiot!

      Die linke Gesichtshälfte war eine Zeit lang nicht mehr mir. Sie führte ein Eigenleben, bis die Nerven sich regeneriert hatten. Mir fiel alles aus der linken Hand, Pinsel musste ich mir fürs Malen festbinden. Geblieben ist eine nachgewiesene Nervenschädigung, die mich aber heute nicht mehr sehr beeinträchtigt. Ein leichter Tremor der linken Hand und mein Lächeln fällt manchmal grimassenhaft aus, weil mir das Gefühl fehlt.
      Da ich mein Arbeitsleben erst danach begann, kann ich nicht sagen, wie sehr mich das gehindert hat. Ich habe keinen Vergleich.
    • Mein Großvater hatte im Alter mehrfach sehr leichte Schlaganfälle. Die Folgen waren immer nach wenigen Tagen komplett weg.
      Bei einer Bekannten, die mit Anfang 40 einen hatte, hat es einige Monate gedauert. Kopfrechnen klappte selbst ein halbes Jahr später nicht wieder so gut wie vorher, der Rest der Beeinträchtigungen war weg.
    • unikum wrote:

      Auf der Arbeit bin ich nicht in der Lage, mich dafür genügend zu konzentrieren, weil mich die Umgebungsgeräusche und Radiolärm verrückt machen.
      Das hatte ich vor einigen Monaten auch verstärkt, in Verbindung mit ungewöhnlichen Sehstörungen und motorischer Unsicherheit, die ich so in Zusammenhang mit meiner Migräne nicht kannte.

      unikum wrote:

      Recht gruselig das Ganze....
      Ja, fand ich auch.

      Wegen Verdacht auf einen kleinen Schlaganfall wurde dann ein Röntgenbild vom Kopf gemacht, was aber ohne Befund blieb.

      Die von Dir beschriebene schnelle Ermüdbarkeit, vor allem durch außerhäusliche Arbeit/Erledigungen, ist bei mir ebenfalls vorhanden, bin mir aber bei all den Symptomen bewusst, dass es sich dabei auch um die Folgen von Kompensationsversuchen des Organismus handeln könnte, der ja mit den Jahren eh immer mehr Mühe damit hat.

      An anderen Stellen hier im Forum (und im Alten) wurde schon öfter erörtert, dass Autisten sich in der Regel ziemlich wohl bzw. /nicht krank fühlen oder werden wenn man sie einfach 'in Ruhe lässt', was nur leider mit den Erfordernissen in einem Leben schwer einzurichten ist.
    • Ich hatte im Sommer auch einen kleinen Schlaganfall (sog. TIA). Plötzliche starke Kopfschmerzen mit Schwindel, dann bewusstlos und auf der Intensivstation wieder aufgewacht. In den ersten Stunden redete ich wohl wirres Zeug, aber außer einer Gedächtnislücke von mehreren Stunden (die Zeit auf der Intensivstation ist größtenteils weg) habe ich zum Glück keinerlei Schäden davongetragen. Es konnte auch keine Ursache gefunden werden, da ich in jeder Hinsicht kerngesund bin.
      "Ich würde nie einem Club beitreten, der bereit wäre, jemanden wie mich als Mitglied aufzunehmen" (Groucho Marx) “Sich zu akzeptieren als den, der man ist, ohne etwas anderes sein zu wollen - das ist Freiheit“ (Ramesh Balsekar)
    • Bei starkem Stress laufe ich Gefahr, dass mir das nochmal passiert. Vor 3 Wochen war es fast wieder so weit. Kopfschmerzen, Schwindel. Warnzeichen, dass sich die Blutgefäße in meinem Kopf gefährlich zusammenziehen.
      Ich hatte mir 2016 hohe Ziele gesetzt und nicht auf mich geachtet. Ich wollte unbedingt noch dieses Jahr ein Buchprojekt veröffentlichen und das hat mich fast umgehauen. Ich muss ich lernen, besser auf mich zu achten. Das kann ich mit meinen 49 Jahren immer noch nicht. Mir auch mal Ruhe zu gönnen. Zu spüren, wenn es mir nicht gut geht, bevor körperliche Warnzeichen aktiv werden.
    • Schönen guten Morgen, Unikum.
      Berufsbedingt arbeite ich mit Schlaganfallpatienten, und kann Dir berichten, dass das, was Du beschreibst, nach einem Schlaganfall völlig normal ist.
      Dein Gehirn muss schließlich wieder alles neu lernen. Stark vereinfach kannst Du Dir vorstellen, dass Deine Festplatte (=Gehirn) quasi gelöscht wurde, und Du jetzt das Gelöschte wieder herstellen musst oder gar die Festplatte neu beschrieben werden muss (=andere Hirnareale müssen lernen, die Funktion(en) des geschädigten Hirnareales zu übernehmen).
      Das ist anstrengend für Deinen Körper. Erfordert (geistige) Kraft und Angstrengung.
      Daher Deine Ermüdbarkeit und das schnelle(re) Nachlassen der Konzentration.

      Geb Dir also noch Zeit. Zwei Monate sind noch keine lange Zeit, auch wenn es "nur" ein leichter Schlaganfall war.
      Der Körper und das Gehirn brauchen (ganz individuell) ihre Zeit, sich nach so einem Ereignis zu erholen.
      Also Geduld :)

      Viele Grüße und weiterhin gute Genesung!
      Yelva

      PS:
      Bist Du noch in ergotherapeutischer und logopädischer Behandlung?
      Sometimes
      I wrestle with my demons.
      Sometimes
      we just snuggle
    • Meistens werden Logopädie und Ergotherapie zu kurz verschrieben.
      Frag bitte Deinen Arzt, ob Du da noch ein Rezept bekommen kannst.
      "Ich kehre in mich selbst zurück und finde eine Welt."

      (Johann Wolfgang von Goethe)
    • Daran liegts es nicht, die Therapeuten sind vielmehr ratlos, was konkret helfen könnte und vertreiben sich die Zeit aus Verlegenheit mit irgenwas, was mit Buchstaben zu tun hat.

      Das, was mir hilft, ist Lesen.
      Da brauch ich keinen Therapeuten zu...