Dysthymie

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    • Ich glaube, AS und Dysthymie kommen oft zusammen vor. Ich habe eine Double-Depression, also eine Dysthymie, die gelegentlich zur Depression wird. Wie geht ihr mit der Dysthymie um und schafft es, im Alltag irgendwas zu genießen?
    • Dysthymie kenne ich als Begriff für eine leicht depressive Grundstimmung. Also etwas, was nicht einer schweren Depression entspricht sondern weniger gravierend aber was dafür permanent vorhanden ist und nicht nur phasenweise. Die habe ich denke ich schon seit ich etwa 10-11 Jahre alt war, wenn nicht länger. Und meine erste offizielle Diagnose (als ich 15 war und zum ersten Mal bei ner Therapeutin) war auch was in Richtung Depression. Und ja, ich kann Dinge nicht so ausgelassen und unbeschwert genießen wie andere. Selbst dann, wenn ich lache oder mich über etwas freue, bleibt die depressive Grundstimmung in der Regel unterschwellig vorhanden. Aber dennoch gibt es für mich Momente im Leben, die schöner sind als andere. Es ist nur schwerer, mich in entsprechend positive oder gar fröhlich-ausgelassene Stimmungen zu versetzen. Ich sehe immer vor allem die negativen Dinge, was ebenso typisch ist in solchen Fällen. Den Ausdruck Double-Depression habe ich als Synonym noch nie gehört. Aber ich glaube es gibt ein anderes Synonym. War es neurotische Depression? Komme selbst durcheinander jetzt.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Ich glaube, dass das viele Leute haben, die sich selbst als Melancholiker beschreiben.

      Windtänzerin wrote:

      Von einer Double Depression spricht man, wenn man quasi zusätzlichen zur Dysthymie eine "richtige" Depression bekommt. Double Depression ist also kein Synonym für Dysthymie.
      Das dürfte dann das sein, was mich Ende September erwischt hat. Eine mittelschwere Depression, die sich zu meiner eh leicht depressiven Grundstimmung gesellte. Eine beschissene Sache, weil es doppelt schwer ist, sich da wieder rauszuziehen. Depressionen wurden bei mir mit 15 nach meinem ersten Suizidversuch festgestellt. Eine Therapie konnte aber leider aufgrund meiner Meltdowns nicht erfolgen und damals hatte man sich wohl gesagt: "Das verwächst sich." :m(:
    • Dysthymie wurde mir auch diagnostiziert, allerdings auch mal Depressionen, allerdings bin ich mir ziemlich sicher, damals nicht wirklich depressiv gewesen zu sein, weil viele Verhaltensweisen von Depressiven auf mich nicht zutrafen, Lustlosigkeit, Rückzug, Appetitverlust oder ähnliches. Depressionen sind ja auch eher phasenweise Erkrankungen, die häufig eine konkrete Ursache haben und nach einiger Zeit wieder abklingen, während die Dysthymie zwar weniger stark ist, dafür aber dauerhaft vorhanden. Ich war schon als Kind recht melancholisch, als Jugendlicher erst recht und auch während meines gesamten Lebens bis heute habe ich so eine gewisse Grundtraurigkeit in mir, die aber nicht so weit geht, dass ich z.B. das Interesse an meinen SI verliere oder mich dauerhaft vor der Welt verschließe.

      Ich habe vor einigen Jahren mal einen Suizidversuch unternommen, habe aber überlebt (ach, wirklich?), das war aber auch eine wirklich fiese, düstere Phase in meinem Leben. So niedergeschlagen war ich vorher noch nie und seitdem auch nicht wieder. Das war dann wohl eine richtige Depression.

      Medikamente haben mir eigentlich nie wirklich lange geholfen, diese Melancholie scheint da ziemlich resistent zu sein. Das beste für einen dürfte sein, sich so zu akzeptieren, wie man nun einmal ist. Ansonsten helfen die häufig gehörten Ratschläge, was tun, sich nicht immer der Traurigkeit hingeben, versuchen, einen Realitäts-Check zu machen, oft vor die Tür gehen, sich mit Menschen unterhalten, sofern das möglich ist, seine Ängste überwinden und mal Neues ausprobieren. Auch ein Haustier kann sehr hilfreich sein, weil man dafür Verantwortung übernehmen muss, die dann aber auch mit bedingungsloser Liebe belohnt wird.

      Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass gute Ratschläge manchmal einfach nicht ankommen, wenn man sich zu intensiv der Traurigkeit hingibt. Von daher werden meine hier wohl auch nicht sehr hilfreich sein...

      Sich neu verlieben kann auch Wunder wirken. Aber das sollte a) den meisten bewusst sein und ist b) für Autisten nicht immer leicht zu bewerktstelligen. Allerdings kann, wenn die Liebe richtig doll ist, auch Verlustangst aufkommen, was dann wiederum traurig macht.

      Ja, so ein Melancholiker hat es nicht leicht. Mir ist es dennoch lieber, als eine richtig tiefe Depression zu haben, denn mit fortlaufender Lebensdauer lernt man ja meist doch, sich damit zu arrangieren. Man sollte seine Angst beherrschen und sich nicht von ihr beherrschen lassen.