Vater mit Asperger-Syndrom wurde mit Kind allein gelassen

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    • shnoing wrote:

      manifestieren tut sich was, was vorher latent war (also vorhanden aber unsichtbar). Es wird also sichtbar.
      Na also. Demnach ist auch Asperger angeboren, auch wenn es sich vorher nicht gezeigt hat. Zu behaupten, Asperger sei nicht angeboren, ist also völliger Schwachsinn von dieser Ärztin. Dann wären wir ja sofort wieder bei den Kühlschrankmüttern :roll:
      Glücklich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht.
    • Das eigentliche Problem ist doch, dass hier das Aspergersyndrom als eine extrem gravierende Beeinträchtigung dargestellt wird und dabei dann von vornherein in Zweifel gestellt wird, ob ein Mensch mit Aspergersyndrom in der Lage ist ein Kind großzuziehen! Und wenn solch eine Einstellung die Runde macht, sind Aspieeltern bei Sorgerechtsstreits und Problemen mit dem Jugendamt automatisch die Verlierer! Das wird dann gleichgesetzt wie z. B. ein Elternteil mit starker geistiger Behinderung und dergleichen! Und schwupps - das Kind ist weg!

      Gibt übrigens einen hübschen Spielfilm zu dem Thema, wo ein geistig behinderter Mann mit seinem Kind allein gelassen wurde und dann nach gewissen Vorfällen das Kind bei Pflegeeltern geparkt wurde weil man seine Fähigkeiten in Frage stellte und er fast permanent das Sorgerecht verloren hätte. Ist zwar nur fiktiv aber nicht ganz unrealistisch.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.

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    • Morgenstern wrote:

      shnoing wrote:

      manifestieren tut sich was, was vorher latent war (also vorhanden aber unsichtbar). Es wird also sichtbar.
      Na also. Demnach ist auch Asperger angeboren, auch wenn es sich vorher nicht gezeigt hat. Zu behaupten, Asperger sei nicht angeboren, ist also völliger Schwachsinn von dieser Ärztin. Dann wären wir ja sofort wieder bei den Kühlschrankmüttern :roll:
      Hast Du Probleme mit den Wörtern, die ich verwende?? 70Quadrillionen hat in der Klammer eine FALSCHE Definition/Übersetzung geliefert, und ich habe das richtiggestellt. Also ist nicht die Ärztin inkompetent, sondern alle Personen, die immer noch nicht kapieren, was "manifestiert" bedeutet.
    • 70Quadrillionen wrote:

      wir waren erst letzte Woche zu einem Diagnosegespräch bei einer Fachärztin, die unseren Sohn untersuchte.
      Sie sagte auch, dass sich Asperger-Autismus erst ab dem vierten Lebensjahr manifestiere (= also keine angeborene Form des Autismus sei).

      shnoing wrote:

      manifestieren tut sich was, was vorher latent war (also vorhanden aber unsichtbar). Es wird also sichtbar.

      Morgenstern wrote:

      Na also. Demnach ist auch Asperger angeboren, auch wenn es sich vorher nicht gezeigt hat. Zu behaupten, Asperger sei nicht angeboren, ist also völliger Schwachsinn von dieser Ärztin.
      Hinweis auf Forenregel 2.2.: Urteilen ja, nicht jedoch Verurteilen. Wertungen müssen sachlich sein. Nicht: "Was für ein Schwachsinn!" sondern: "Das sehe ich anders, weil...".

      Die Formulierung "Schwachsinn" wird ausdrücklich als Negativbeispiel genannt, wie man es bitte nicht machen sollte.


      Zur inhaltichen Diskussion: In DSM 5 wird es allgemein für Autismus-Spektrum-Störungen so formuliert

      DSM 5 wrote:

      Domäne C: Symptome müssen in früher Kindheit vorhanden sein, können sich aber erst dann voll manifestieren, wenn die sozialen Anforderungen entsprechend hoch sind.
      Sowohl die Schlussfolgerung von Morgenstern, AS sei zwangsläufig angeboren, als auch die Schlussfolgerung der Ärztin (oder von 70Quadrillionen?), AS sei keine angeborene Form des Autismus, sind voreilig.
      DSM 5 lässt ausdrücklich offen, wann genau die ersten Symptome auftreten. "Frühe Kindheit" kann ab der Geburt bedeuten, oder auch erst nach einigen Lebenswochen oder -monaten.
      Die Frage, wann und wie genau ASS entstehen, ist bislang ungeklärt. Das gilt nicht nur für das Asperger-Syndrom (volle Manifestation in der Regel im 4. Lebensjahr), sondern ebenso auch für den frühkindlichen Autismus (volle Manifestation vor dem 4. Lebensjahr, aber auch nicht notwendigerweise ab Geburt).

      Das sind genau die spannenden Fragen, die die Autismusforschung noch zu klären hat: wann und wie entstehen eigentlich Autismus-Spektrum-Störungen?

      Das ist auch der Grund, weswegen man es nicht als Krankheit bezeichnet. ASS ist ein Sammelbegriff für wahrscheinlich verschiedene Subtypen mit völlig unterschiedlichen Ursachen. Die Erwartung, dass man eine einzige gemeinsame Ursache für alle Fälle findet, ist wahrscheinlich ebenso falsch, wie die Annahme, dass es in allen Fällen angeboren ist oder in allen Fällen nicht angeboren ist. Wahrscheinlich gibt es sowohl Fälle, wo es angeboren ist, als auch Fälle, wo es durch äußere Einflüsse in der frühen Kindheit ausgelöst wird.

      Accelerator wrote:

      Zu sagen, dass es sich erst später "manifestiert" klingt so, als könnte man den "ausbruch" noch verhindern. Dem ist aber nicht so.
      Es ist im Moment noch spekulativ, aber ich halte es für durchaus denkbar, dass man in einigen Fällen Möglichkeiten finden wird, den "Ausbruch" zu verhindern, wenn die Forschung erst weit genug ist und ursachen entdeckt werden, die Autismus erst nach der Geburt auslösen.
      Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anderswerden, wenn es besser werden soll. (Georg Christoph Lichtenberg)
      Veränderungen führen deutlich öfter zu Einsichten, als dass Einsichten zu Veränderungen führen. (Milton H. Erickson)
      Morgen werde ich mich ändern, gestern wollte ich es heute schon. (Christine Busta)

      The post was edited 1 time, last by Tuvok ().

    • Die Diagnosen im DSM kommen so zustande, dass ein Komitee von Fachleuten/Psychiatern ein paar Jahre darüber debattiert, was man in der künftigen Auflage aufgrund der klinischen Erfahrungen (also bei Therapie etc.) in der gehabten Form beibehält und was man vielleicht ändert oder neu definiert. Am Ende wird dann abgestimmt, die Diagnosen werden also durch Mehrheitsbeschluss modifiziert oder eben nicht. Beim Autismus-Spektrum als Neudefinition der bisherigen Diagnosen ging die Debatte vermutlich darum: Macht es im täglichen klinischen Alltag, für Diagnostiker, Therapeuten usw. Sinn, die einzelnen Autismen weiterhin getrennt zu betrachten oder nicht?

      Die neue Diagnose besagt NICHT, dass all das, was man da jetzt zusammengefasst hat, auch die gleiche Ursache hat - denn was die Ursachen angeht, hat man bisher ohnehin nur Hypothesen.
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