Wie mit Ärztin und Therapeut umgehen?

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    • Wie mit Ärztin und Therapeut umgehen?

      Guten Morgen,

      Achtung wird sicher lang....

      Aufgrund eines netten Kollegen, der mich an die Hand genommen hat (ist wörtlich zu verstehen) und mit zu seiner Hausärztin genommen hat ist nun der erste schwierige Schritt wieder einen Arzt zu haben erledigt.

      Diese Ärztin ist nun der Meinung, dass alle!!! meine Probleme an meiner total verkorksten Kindheit liegen. Also egal ob das eindeutig psychische Probleme sind oder sogar für Laien erkennbare körperliche Dinge.
      Sie ging im Gespräch davon aus, da ja vor mehreren Jahren!!! Diagnostik betrieben wurde nach der es keine vollständig sichere Erklärung gab, dass es daher nur alles psychisch ist. Ihr liegen keine Ergebnisse vor noch hat sie selbst etwas untersucht.
      Trockener Husten = Psyche
      Mein Gangbild = Psyche
      Flattern mit den Händen = Psyche
      Blaue Nagelbetten = Psyche
      Gefühl von Atemnot = Psyche
      Gelenkschmerzen = Psyche
      Müde, kraftlos = Psyche
      Abweichendes Gefühl der Körperhälften = Psyche
      usw.

      Wobei ihre Meinung schien, dass die Psyche ausschließlich aufgrund der Kindheit so geworden ist.

      Dass ich um die Psychotherapie nicht herumkomme ist mir klar. Und wenn es am Ende nur als "Beweis" ist, dass ich nicht total bekloppt bin und mir alles einbilde. War auch jetzt schon bei einem Therapeuten mit dem ich ganz gut klarkam menschlich gesehen.

      Nun habe ich aber das Problem mit dem Formulieren von meinen Problemen.
      Ich kann zwar Problemlos erzählen was gewesen ist, aber ich kann nicht einmal sagen ob mich das heute überhaupt noch bedrückt oder mich beeinflusst.

      Auf der Überweisung stand Angststörung und psychosomatische Funktionsstörung.

      Der erste Termin lief wie erwartet sehr Chaotisch. Inklusive einer Panikattacke mit Ohnmacht und Übergeben im Vorfeld (die mir aber immerhin gezeigt hat, dass das sonst wenn der Kreislauf spinnt etwas anderes sein muss, da es sich total anders anfühlt). Ich und fremde Leute, schwieriges Thema.
      Bei dem Versuch sich erstmal ein Bild zu machen wurden dann sehr offene Fragen gestellt, wo ich nicht wusste was als Antwort erwartet wird. Es ging dann ganz wirr mal um dies, mal um das.

      Ich werde ihm beim Nächsten mal sagen, dass ich konkretere Fragen brauche um mich zu sortieren.
      Sowas wie "was bedrückt Sie? Warum sind Sie hier?" Macht bei mir überhaupt keinen Sinn.

      Ich stehe nun vor dem Problem, dass ich Gefühle nicht in Worte fassen kann. Nicht fähig bin zu vermitteln warum ich der Meinung bin, dass nicht alles psychisch bedingt ist. Nicht definieren kann worüber ich reden möchte.

      Offenbar erwartet man von mir zu definieren wo mein größtes Problem liegt. Ich habe da keine Gewichtung. Was wenn ich jetzt irgendwo anfange und es wird sich dann daran festgehalten und in Wirklichkeit ist es irgendwas unwichtiges?

      Versteht das irgendjemand?
      Soll ich dem Therapeuten von meinem Verdacht anders zu sein erzählen? Ein anderer hatte mich aufgrund dessen abgelehnt.
      Ich habe Angst, dass mir unterstellt wird ich würde mir irgendwelche Diagnosen anlesen/einbilden.

      Es sind soviel einzelne Kleinigkeiten, die ich jeden Tag ertrage. Zum Teil Dinge, die eher mein Umfeld belasten als mich. Ich dann maximal durch deren Reaktion mitbekomme was los ist (falsche Mimik, falsch ausgedrückt).

      Was mache ich nun um meine Denkweise so zu entwirren, dass mir normale Menschen folgen können, ich Anliegen äußern kann?
      Bin total überfordert.

      Danke schonmal für Tipps
      Polarlicht
    • Ich denke, für eine gute Beziehung zum Therapeuten ist es wichtig, völlig ehrlich zu sein. Wenn er gut ist, wird er damit umgehen können (z.B. mit einem geäußerten Verdacht auf AS). Aber er wird sicher nicht sofort zustimmen, sondern dich erst besser kennenlernen wollen. Also sei geduldig. Wenn er etwas sagt, was aus deiner Sicht nicht stimmt, dann sag es. Wenn es dir hilft, kannst du mit ihm aushandeln, dass du ihm auch mal schriftlich was erklären kannst, wenn es mündlich nicht so gut klappt.

      Es sollte am besten ein Verhaltenstherapeut sein. Falls es ein Analytiker ist, muss man aufpassen, dass er nicht zu viel wild rumanalysiert.

      Die Symptome, die du schilderst, könnten natürlich zum Teil wirklich psychosomatisch sein, v.a. der Husten, das Gangbild, das Flattern und die Müdigkeit. Es klingt für einen Arzt sicher so, als würdest du dir zu viele Gedanken um die Eindrücke machen, die du von deinem Körper bekommst (kenne ich selber auch ziemlich gut). Aber ein Check-up mit EKG und Blutbild sollte ja drin sein, dann hätte man schon mal einiges an körperlichen Ursachen ausgeschlossen.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Ich weiß nicht einmal ob der Therapeut ein Verhaltenstherapeut oder Analytiker ist.
      Außer dem Namen und Sprechzeit und einer! Bewertung findet man online nichts. Homepage hat er keine. Ist hier aber nicht unüblich.

      Zum Gangbild, das ist wirklich recht heftig und auch schon immer so. Ein Orthopäde sagt die Hüfte ist eben schief, der nächste sagt da ist garnichts. Ich wackel wie ein Pinguin. So heftig, dass mich die Leute von weitem am Gang erkennen bevor ich nah genug dran bin um anderweitig erkannt zu werden. Das ändert sich auch nicht mit der Tagesform. Müsste das nicht besser sein wenn es mir gut geht?

      Was ich nicht verstehe, dass man sagt damals wurde nichts gesichertes gefunden, also ist es nichts. Man wollte sich zwischen Lupus und Einbildung zb nicht festlegen! Der letzte Stand war klinisch siehts nach Lupus aus, aber die Blutwerte passen nicht und so lang gibts auch keine Therapie.

      Das Belastungs EKG vor zwei Jahren wurde übrigens nach der ersten Stufe abgebrochen, weil wohl die Sauerstoffsättigung besch... war. Mir wurde gesagt ich soll nicht lügen und zugeben, dass ich eben starker Raucher bin. Nur habe ich noch nie geraucht.

      Das war ja nicht alles erst gestern, sondern ist zum Teil jetzt über 10Jahre! her. Dennoch sind die damaligen Ergebnisse wie in Stein gemeißelt. Nur das vom Lungenfacharzt festgestellte Asthma wurde von Hausärzten verworfen, weitere Kontrolle sei nicht nötig.

      Bin ich einfach zu blöd den Ärzten meine Lage klarzumachen? Warum glaubt mir niemand, wischt alle Probleme mit einer Handbewegung bei Seite?
      Ich fühle mich als wenn ich darum betteln muss ernst genommen zu werden. Und jeder Versuch macht es schlimmer, stempelt mich noch mehr als eingebildet ab.

      Eigentlich wollte ich nur normal leben dürfen. Ich will nicht krank sein und auf dies und das verzichten, mir überlegen ob ich irgendwas grad machen kann oder ob dann die Kraft für wichtigeres fehlt.
    • Polarlicht wrote:

      Nur das vom Lungenfacharzt festgestellte Asthma wurde von Hausärzten verworfen, weitere Kontrolle sei nicht nötig.
      Wenn der Feld- Wald- und Wiesenarzt meint, es besser als der Facharzt zu wissen, halte ich es für eher unwahrscheinlich dass Du hier derjenige bist, der zu blöd ist. Rumgeeiere bei der Diagnose spricht i.d.R. eher für eine psychische Ursache - aber "psychisch" ist ein weites Feld, das kann zwar die "verkorkste Kindheit" sein, aber auch alles mögliche andere, AS plus Komorbiditäten z.B. Ich würde an Deiner Stelle erst mal die nächsten zwei oder drei Termine beim Therapeuten abwarten, denn der muss sich ja auch erst mal ein Bild von Dir machen, bevor er konkreter werden kann. Wichtig für ihn dürfte es sein, dass Du solche Dinge wie zu unkonkrete Fragen sofort ansprichst, damit er weiß, dass es dort hakt.
    • Polarlicht wrote:

      Zum Gangbild, das ist wirklich recht heftig und auch schon immer so. Ein Orthopäde sagt die Hüfte ist eben schief, der nächste sagt da ist garnichts. Ich wackel wie ein Pinguin. So heftig, dass mich die Leute von weitem am Gang erkennen bevor ich nah genug dran bin um anderweitig erkannt zu werden. Das ändert sich auch nicht mit der Tagesform. Müsste das nicht besser sein wenn es mir gut geht?
      Mein Asperger Syndrom lässt mich ebenfalls watscheln wie ein Pinguin und meinen Vater auch. Wir können kaum beim Treppensteigen das Gleichgewicht halten, nicht auf Leitern steigen und schon das normale vorwärts bewegen ist unter extremen Stress schwierig. Orthopäden sagten mir auch schon verschiedene Dinge, aber die müsste mein Vater dann ja auch haben. Das Einzige, was wir gesichert beide haben ist AS.

      Polarlicht wrote:

      Ich stehe nun vor dem Problem, dass ich Gefühle nicht in Worte fassen kann. Nicht fähig bin zu vermitteln warum ich der Meinung bin, dass nicht alles psychisch bedingt ist. Nicht definieren kann worüber ich reden möchte.
      Ich habe meinem Therapeuten anfangs Briefe zugeschoben und ich würde Dir empfehlen, alles aufzuschreiben, was Dir durch den Kopf geht. So wie hier. Und das kannst Du dann vorlegen.

      Polarlicht wrote:

      Soll ich dem Therapeuten von meinem Verdacht anders zu sein erzählen? Ein anderer hatte mich aufgrund dessen abgelehnt.
      Das verstehe ich jetzt nicht. Warum sollte er?
      Ich würde dem Therapeuten ehrlich meine Bedenken mitteilen. Was hat man zu verlieren?
    • Ich bin jetzt etwas verwirrt. Im Fibromyalgie- Thread hattest du doch noch geschrieben, du hättest systemischen Lupus.
      Zu Ärzten du alles auf die Psyche schieben würde ich persönlich nicht mehr gehen. Es gibt gute, ehrliche Ärzte, die sind nur schwer zu finden.

      Wenn alles für eine systemische rheumatische Erkrankung spricht und nur die Blutwerte nicht passen, schau nochmal in Richtung angeborene CTD.


      Ich habe mit meiner Therapeutin den Verdacht auf ASS besprochen. Allerdings war ich dort schon länger in Behandlung, und sie hat von sich aus den immer wieder angesprochen dass sie mich nicht "lesen" kann, weil meine Mimik im Gespräch anscheinend kaum vorhanden ist. Also eigentlich war es mit ihre Idee dass da mehr dahinter steckt.
      Life is now
    • ja. Das war vor dem letzten Arztbesuch bei dem mir wieder einmal alles abgesprochen wurde was irgendwann mal festgestellt wurde bzw im Raum stand.

      Ich bin eigentlich auch der Meinung meine Kindheit recht gut weggesteckt zu haben verglichen mit dem was war. Kommentar der Ärztin "nein haben Sie nicht". Aha. Nach zehn Minuten Gespräch weiß die das. Hoffe der Psychologe schreibt da mal was passendes zu.

      Vielleicht bin ich beim nächsten Besuch bei der Hausärztin auch gesprächiger und hab mehr Mut etwas zu sagen.
      Ich bin da echt müde geworden zu kämpfen, weil mir in der Vergangenheit von Ärzten zu oft unterstellt wurde ich lüge. An schlechter Sauerstoffsättigung ist das Rauchen schuld. An miesen Leberwerten das Saufen. Alle Einwände, dass ich nie geraucht habe und auch im Leben bisher soviel getrunken habe wie andere zu einer! Party sind ja gelogen gewesen.
      Manchmal frage ich mich dann ob ich eventuell die Lüge bin. Existier ich überhaupt als Mensch? Oder nur in meiner Realität und für die Welt bin ich jemand ganz anderes und weiß es nur nicht?

      Was CTD ist muss ich mal google fragen.
    • ok grad mal geschaut.
      Tja... was soll ich sagen, rheumatologische Diagnosen werden hier im sitzen am Schreibtisch gemacht, nur auf Grundlage der Blutwerte. Seronegativ existiert in den Köpfen der Ärzte nicht, schon garnicht bei jungen Leuten. Im üblichen Befragungsbogen kannst ankreuzen was alles nicht geht. Da wird dann ne Prozentzahl ausgerechnet und im Bericht genannt. Ohne darauf einzugehen, der Bogen wird eh erst betrachtet wenn man wieder raus ist.
      Da man vor dem Arzt ins Zimmer gebeten wird und dieser den Raum vor einem verlässt sieht dieser einen nichtmal stehen...

      Und wenn man dann mal jemand erwischt, der sich was anguckt dann heißt es "Sie sind doch beweglich, was wollen Sie?". Ich weiß, dass ich überbeweglich bin. Beighton score wird dir ja was sagen @Zebra
      Arme und Beine durchbiegen geht. Finger bis zum Boden ähm ich leg die Handfläche auf. Daumen an den Arm ran geht auch. Nur Finger nach hinten ist durch den Wachstumsschaden (zu kurze Knochen in der Handmitte an manchen Fingern wodurch die Knöchel woanders liegen) nicht ganz wie gefordert möglich - Haut zu kurz.
      Nur fanden das bisher alle Ärzte lediglich lustig.

      Ich zweifel da echt an mir. Kann das alles "spinnerei" sein?
    • Zebra wrote:

      Es gibt gute, ehrliche Ärzte
      Ehrlichkeit bedeutet auch, zu sagen, dass man etwas für psychisch hält. Es wäre dann nur wichtig, dass das nicht einfach so stehen bleibt, sondern dass man mit dem Patienten darüber spricht und überlegt, was man weiter tun könnte. Ärzte müssten eigentlich viel mehr Beziehungsarbeit leisten, aber das geht halt oft zeitlich nicht.
      Aber wenn man nur zu Ärzten geht, die einem immer sagen, was man hören möchte, ist das auf lange Sicht schlechter.


      Polarlicht wrote:

      Was ich nicht verstehe, dass man sagt damals wurde nichts gesichertes gefunden, also ist es nichts. Man wollte sich zwischen Lupus und Einbildung zb nicht festlegen! Der letzte Stand war klinisch siehts nach Lupus aus, aber die Blutwerte passen nicht und so lang gibts auch keine Therapie.
      Eine ähnliche Erfahrung habe ich mit einem Verdacht auf rheumatoide Arthritis gemacht, wobei es da so war, dass einige Blutwerte dafür sprachen, aber es war insgesamt alles nicht deutlich genug. Ich weiß nach Jahren noch nicht, ob ich das nun habe oder nicht.
      Der Arzt sagt eigentlich "ja", aber ich glaube, dass er es eigentlich nicht glaubt, sondern nur sagt, damit ich zufrieden bin, obwohl mir eine ehrliche Meinung viel lieber wäre, s.o. Das Wort "Einbildung" oder auch nur "psychisch" hat er nie gebraucht.
      Aber ich denke mir, wenn ich es habe, dann offenbar nur in einer leichten Ausprägung, und dann ist es nicht so schlimm, auch wenn manchmal deutlich lästig. Dann kann ich ja warten, bis es ggf. schlimmer wird. Mit dieser Gelassenheit komme ich besser klar als früher, wo ich fast 24 Stunden am Tag darüber gegrübelt habe, weil mir immer was wehtat.

      Dass Schmerzen eingebildet sind, glaube ich nicht unbedingt, aber ich glaube, dass es sein kann, dass man Schmerzen stärker wahrnimmt als sie sind, dadurch dass man ständig darauf achtet, jedes kleine Ziehen gleich überbewertet und sich ständig Sorgen macht oder darüber nachdenkt.

      Ich habe auch schon überlegt, weil manche ja eine Unterempfindlichkeit gegenüber Schmerzen beschreiben, ob es das Gegenteil vielleicht auch gibt, dass man überempfindlich auf solche Signale vom Körper reagiert. Mir kommt es manchmal so vor.
      Alles wird galaktisch gut.
    • mhh ne. Das geht nicht um Kleinigkeiten.
      Ein Grundrauschen an Schmerzen hab ich immer. Sobald ich massiv Einschränkungen merke stört es mich dann.

      Als ich damals bei den Ärzten Stress gemacht habe was nun ist war ich durch die Schmerzen bereits ans Bett gefesselt über längere Zeit...

      Blutwerte passen zum Teil - da sagte die Rheumatologin noch das käme auch von der Psyche , angeblich Stress vom Studium.
      Ok da vernichtet Stress also Leukozyten und sorgt trotz auffüllen immer wieder für Eisenmangel, setzt die Leber- und Nierenwerte in die Höhe, bildet ANAs usw
      Da das ein auf und ab war hieß es dann einmal oh da ist was (brachte mir unter anderem dann Ausschlussdiagnostik MS ein wo die Ärzte nur sagten kein akuter MS Schub aber sonst keine Idee und könne sich noch draus entwickeln) und dann wieder ne da ist nix.
      Man wartete immer auf Entzündungswerte - die fehlen aber selbst bei vereitertem Weisheitszahn noch...

      Wenn so vieles wie Ärzte tun von der Psyche kommt, warum geht man dann überhaupt zuerst zum Arzt und nicht erst wenn die offenbar wahrscheinlichere psychische Belastung ausgeschlossen wurde?
      Wenn selbst Blutwerte inkl. Antikörper psychisch bedingt sein sollen, kann man dann überhaupt noch Diagnostik betreiben?
    • Mir fällt bei Erkrankunge, die sowohl die Psyche als auch den Körper betreffen zunächst die Schilddrüse ein. In meiner Familie gibt es ein gehäuftes Auftreten von Hashimoto, dass wird meist auch erst über viele Umwege entdeckt und verusacht diffuse Beschwerden.

      In deinem Fall macht es evtl. auch Sinn noch eine zweite ärztliche Meinung einzuholen.

    • Polarlicht: Nur das vom Lungenfacharzt festgestellte Asthma wurde von Hausärzten verworfen, weitere Kontrolle sei nicht nötig.

      HCS wrote:

      Wenn der Feld- Wald- und Wiesenarzt meint, es besser als der Facharzt zu wissen, halte ich es für eher unwahrscheinlich dass Du hier derjenige bist, der zu blöd ist.
      Als Feld- Wald- und Wiesenarzt muss ich sagen: So einfach ist es mit Asthma nicht. So mancher "Asthmaanfall" ist ein Angstzustand der tatsächlich auch die Bronchien verkrampfen kann und damit "echt" wird, ein jugendliches Asthma kann sich "auswachsen", die Mitarbeit bei der Lungenfunktion ist entscheidend für die Diagnose aber leider nicht immer optimal, das RS-Virus kann auch bei Gesunden mal einen Asthmaanfall verursachen, es gibt Übergangsformen zur COPD, die Grenze zwischen "hyperreagiblem Bronchialsystem" und Asthma sind definitionsfrage usw. . Lauter Unsicherheiten. Ich habe auch schon langjährige Asthmatiker weil ich Zweifel hatte mal zu einem anderen Lungenarzt geschickt und siehe da, plötzlich COPD und kein Asthma. Ein Laie denkt sich: Entweder habe ich das oder nicht. Aber leider ist es nicht so einfach. Gelegentlich kann man auch mal ein Asthma "heilen" indem man dem Patienten seinen Betablocker absetzt. Dann gibt es immer wieder Patienten die sich nicht gut erinnern was genau der Lungenarzt gesagt hat. Bestellt man sich die Briefe dann steht da manchmal: "Ausschluß von ....", der Patient hat nur das Wort "Asthma" verstanden. Kommt bei neuen Patienten erstaunlich häufig vor.
      Leider haben viele ein Interesse an der Diagnose: Patienten wollen Schwerbehindertenprozente (hier nicht!), der Lungenarzt setzt teure Medis an (ich will nicht behaupten dass er dafür von Pharmafirmen belohnt wird ;) ), die Krankenkassen bekommen mehr Geld aus dem Gesundheitsfond. Nur die Hausärzte sind die Dummen, die werden bei Weiterverschreibung der Asthmamittel mit Regressen bedroht. So funktioniert unser Gesundheitsystem leider. Wir Hausärzte sind also diejenigen die auch mal daran denken Medis wieder abzusetzen.
    • Einfach ALLES auf die Psyche zu schieben, ist eigentlich nicht sehr seriös.
      Ich denke, die Ärztin wollte vielleicht zum Ausdruck bringen, dass vieles davpn psychische Ursachen haben kann und dass man diese erst einmal abklären muss, bevor man die evtl. "echten" Krankheiten behandeln kann.

      Polarlicht wrote:

      Mir wurde gesagt ich soll nicht lügen und zugeben, dass ich eben starker Raucher bin. Nur habe ich noch nie geraucht.
      Sowas ist wirklich peinlich für einen Arzt. Starke Raucher erkenn man doch am Geruch, an den gelben Zähen und Fingern schon von Weitem - außer man ist selbst Raucher, dann riecht man es nicht mehr und hält die Verfärbungen für normal...
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • @aphylla der Lungenfacharzt hat das ganze damals sogar vor dem Versorgungsamt (erfolgreich!) begründet. Unsicher bei der Diagnose klingt anders oder seh ich das falsch?
      Mir ist letztlich auch egal warum die Luft fehlt. Auffällig ist nur, dass sich auch das nicht mit meinem Gemütszustand verändert.

      Ich hab halt den Eindruck man will sich mit "psychische Ursache" Arbeit vom Hals halten.
      Gibt es auf der Welt auch nur eine einzige Person bei der man nicht irgendeinen Grund hervorzaubern kann, wenn man es drauf anlegt?
      Nichts von der Kindheit erwähnt wars bei mir angeblich dann das schwere Studium...
    • Bei ASS muss man doch gar nicht weit in die Vergangenheit gehen. Da kann selbst das tägliche Leben als Ursache ausreichen, sofern man sich der Diagnose nicht bewußt ist und daher die entsprechenden Stressoren nicht meidet.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • Polarlicht wrote:

      @aphylla der Lungenfacharzt hat das ganze damals sogar vor dem Versorgungsamt (erfolgreich!) begründet. Unsicher bei der Diagnose klingt anders oder seh ich das falsch?
      Mir ist letztlich auch egal warum die Luft fehlt. Auffällig ist nur, dass sich auch das nicht mit meinem Gemütszustand verändert.
      wenn der Lungenarzt das sorgfältig untersucht hat dann ist es schon recht wahrscheinlich dass es stimmt. Im Zweifelsfall nochmal bei einem anderen untersuchen lassen. Das Versorgungsamt glaubt natürlich was in Arztbriefen steht, warum sollten sie es auch bezweifeln, das taugt also icht als Bestätigung. Letztlich zählt hier ja da die Behinderung (also Luftnot) im Alltag. Die Ursache der Luftnot wäre natürlich schon interessant, erst dann kann man ja eine sinnvolle Therapie anbieten. Luftnot gehört auch regelmäßig zu Angstanfällen. Antiasthmatische Sprays enthalten adrenalinähnliche Wirkstoffe die einen so richtig aufputschen können und sind damit bei einem Angstzustand genau das falsche.
      Wenn Luftnot mit blauen Fingernägeln (Zyanose) zusammenkommen dann sollte man aber auch eine Ursache im Herz ausschließen (Herz-Sonographie beim Kardiologen).

      Diagnosen wird hier natürlich niemand stellen können, da hilft nur die gedultige Ärztetour. Auch bei Autoimmunerkrankungen gibt es kein schwarz oder weiß. Manche schleichen sich über Jahre heran, auch das ist ein großes Spektrum.

      Psyche ODER Körper als Ursache so streng zu trennen macht wenig Sinn. Wenn der Patient sich über die Schmerzen ärgert und die Ehefrau anschreit dann hat auch die Arthrose ihre psychische Auswirkung.

      Ich kann nur allgemein raten: Nicht entmutigen lassen, Notizzettel mit Symptomen und Fragen machen damit das Gespräch bei der Sache bleibt, als König Kunde ruhig ein bisschen Selbstbewustsein mitbringen.
    • @aphylla
      Herzsono ist vor zwei Jahren mit gemacht worden (dort hatte man dann ja behauptet ich sei Raucher).
      Ich war dort, weil ich auch um den Mund herum häufig blau-grün wurde bereits nach kurzen Wegen zu Fuß.
      Die blau-lila Nagelbetten haben dort niemand interessiert.
      Laut einem Rheumatologen ist dies zu begründen mit "Frauen frieren halt" und die Hausärztin sagte sofort wäre vom Stress (sie weiß nichts vom Kardiologen, war vor ihrer Zeit, fragte auch nicht ob das mal abgeklärt wurde).

      Ich komm mir halt echt dumm vor. Egal was ich an mir feststelle, immer heißt es kommt von der Psyche oder wäre normal. Seltsamerweise fangen andere sogar an zu kreischen wenn sie das bei mir sehen. Alles schon passiert.
      Schön ist es nicht, wenn man den Kollegen sagen muss, dass sie ruhe bewahren sollen wenn ich spontan die Farbe wechsel, ich weiß zwar nicht warum, aber es passiert nix, ist nur bunt...
      Zum Glück wurde es mit einem Augenzwinkern und dem Spruch "aber wenn du ganz zum Schlumpf (wegen der blauen Farbe) mutierst sag bescheid, dann nähen wir dir ne weiße Mütze" akzeptiert.

      Ich habe den Eindruck, dass das mit dem Zettel hier nicht so akzeptiert ist. so nach dem Motto was man sich aufschreiben muss kann ja so schlimm nicht sein, wenn man es sonst vergisst.

      Auch damit sein Anliegen durchzusetzen habe ich bei einem Arzt schon miese Erfahrung gemacht. Ich vertrug das Schmerzmittel nicht, reagierte darauf mit Ohnmacht und wollte daher etwas anderes, kippte kurz vor der Praxis auch nochmal um. Der Arzt war sehr schnippisch zu mir, das sagte auch meine Begleitung. Es war eine Gemeinschaftspraxis, später sah ich durch Zufall, dass an diesem Tag "Achtung, wehleidige, fordernde Patientin" in der Akte vermerkt wurde.

      Ich bin ohnehin nicht sehr selbstbewusst, da mir immer klargemacht wurde, dass ich eigentlich nur störe. Meine Eltern sagen über mich ich sei das fünfte Rad am Wagen gewesen, da man kein Mädchen wollte und ich somit überflüssig war. Man hätte mich gern loswerden wollen, aber das sei nicht gegangen, weil dann die Nachbarn geredet hätten.
      Da ich mich ohnehin wie ein Alien auf einem fremden Planeten fühle hat sich das leider total eingebrannt, der Störe fried, der dann auch noch etwas möchte...