Doofe Fragen in Autismus-Fragebögen

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    • Kaspar wrote:

      Ich habe sogar noch eine DINA A 4 seite Anmerkungen zu den Fragen und Antwortmöglichkeiten mit abgegeben. zusätzlich zu den Amerkungen auf den Fragebögen. :lol:
      Ich hatte auch noch ein A4-Blatt dabei, mit extra Notizen: alles, was mir so eingefallen war und ich für bedeutsam hielt. Das gleiche damals bei derAD(H)S-Diagnostik. Ich hab's noch schlimmer gemacht für die Diagnostiker, indem ich ihnen diese Blätter nicht einfach überreicht, sondern stattdessen die Punkte vorgelesen und dann noch Erklärungen und Beispiele dazu geliefert habe.
    • Lefty wrote:

      Ich hab's noch schlimmer gemacht für die Diagnostiker, indem ich ihnen diese Blätter nicht einfach überreicht, sondern stattdessen die Punkte vorgelesen und dann noch Erklärungen und Beispiele dazu geliefert habe.
      Hurra! :thumbup:

      Gut gemacht!

      Hast du dazu eine Rückmeldung bekommen?
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Lefty wrote:

      Ich hatte mehrere Bemerkungen an den Rand geschrieben bei den Fragebögen, weil mir auch einige der Fragen zu unpräzise waren. Im Grunde hätte ich zu vielen Fragen einen halben Aufsatz schreiben können :nerved:
      Bei den Fragebögen aus Köln stand explizit dabei, dass man keine Anmerkungen an den Rand der Fragebögen machen soll. Diese Anmerkungen werden ohnehin nicht in die Bewertung "miteinfließen". Dafür gab es aber auf einem dafür vorgesehenem Zettel die Möglichkeit, persönliche Anmerkungen zu ergänzen :)

      Ich denke, es ist nicht leicht, Fragebögen so zu formulieren, dass sich alle hochfunktionalen Autisten und Aspies gut mit diesen zurecht finden. Wenn jemand die Fragebögen als kritisch betrachtet, finde ich es sinnvoll, sich gleich an die zuständigen Stellen zu wenden und die Kritik konstruktiv zu formulieren, damit ggf etwas verändert werden kann.
    • LailandaDemia wrote:

      Wenn jemand die Fragebögen als kritisch betrachtet, finde ich es sinnvoll, sich gleich an die zuständigen Stellen zu wenden und die Kritik konstruktiv zu formulieren, damit ggf etwas verändert werden kann.
      Wenn man Energie und Geisteskraft genug hat, um dies konkrete Projekt anzugehen.
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • LailandaDemia wrote:

      Lefty wrote:

      Ich hatte mehrere Bemerkungen an den Rand geschrieben bei den Fragebögen, weil mir auch einige der Fragen zu unpräzise waren. Im Grunde hätte ich zu vielen Fragen einen halben Aufsatz schreiben können :nerved:
      Bei den Fragebögen aus Köln stand explizit dabei, dass man keine Anmerkungen an den Rand der Fragebögen machen soll. Diese Anmerkungen werden ohnehin nicht in die Bewertung "miteinfließen". Dafür gab es aber auf einem dafür vorgesehenem Zettel die Möglichkeit, persönliche Anmerkungen zu ergänzen :)
      Ich denke, es ist nicht leicht, Fragebögen so zu formulieren, dass sich alle hochfunktionalen Autisten und Aspies gut mit diesen zurecht finden. Wenn jemand die Fragebögen als kritisch betrachtet, finde ich es sinnvoll, sich gleich an die zuständigen Stellen zu wenden und die Kritik konstruktiv zu formulieren, damit ggf etwas verändert werden kann.
      Bei mir stand das nicht. War auch nicht Köln. Dass es nicht mit einfließt, konnte ich damals nicht wissen (weiß ich jetzt auch nicht, denn ich kann ja nicht wissen, was sie im Detail aus den Antworten machen).

      Und ich hab auch nicht die Fragebögen kritisiert, sondern nur gesagt, dass mir die Fragen teilweise zu unpräzise waren. Daher hab ich mich halt auf die genannte Weise beholfen. Es liegt mir fern, die Fragebögen dermaßen in Frage zu stellen, dass ich den Stellen Briefe schreibe, wie sie es besser machen sollen. Das maße ich mir nicht an.
    • Ich störte mich an diesem "Gehen Sie lieber ins Theater oder ein Museum?"

      Denn eigentlich reicht meine Motivation in den meisten Fällen weder für das eine noch das andere, da ich mich ohne die vielen Menschen um mich in der Regel viel wohler fühle. Im Zweifelsfall ziehe ich eher ein gutes Theaterstück (oder auch mal ein kostenloses Konzert im Funkhaus eines Rundfunksenders) vor, aber die von vielen (?) Autisten beschriebene große Freude an Ausstellungen (inklusive aufwendigen Fahrten zu weiter entfernten Städten) kann ich absolut nicht teilen.
    • Lefty wrote:

      Bei mir stand das nicht. War auch nicht Köln. Dass es nicht mit einfließt, konnte ich damals nicht wissen (weiß ich jetzt auch nicht, denn ich kann ja nicht wissen, was sie im Detail aus den Antworten machen).
      Und ich hab auch nicht die Fragebögen kritisiert, sondern nur gesagt, dass mir die Fragen teilweise zu unpräzise waren. Daher hab ich mich halt auf die genannte Weise beholfen. Es liegt mir fern, die Fragebögen dermaßen in Frage zu stellen, dass ich den Stellen Briefe schreibe, wie sie es besser machen sollen. Das maße ich mir nicht an.
      Ich habe auch nicht von dir verlangt, zu wissen, was in die Bewertung miteinfließt, sondern dich aufgeklärt - zumindest von dem, was ich über Köln weiß und was für mich auch Sinn ergibt, weil dies für den einzelnen Diagnostiker einen Haufen Arbeit bedeuten würde, würde er jede einzelne Anmerkung auch noch zusätzlich bewerten.
      Ist keine Kritik an dich.

      Und der zweite Absatz bezog sich auf den Thread im Allgemeinen - siehe Threadtitel.
    • Capricorn wrote:

      Wenn man Energie und Geisteskraft genug hat, um dies konkrete Projekt anzugehen.

      Das ist die Voraussetzung für sämtliche Projekte :)

      Ich habe einmal eine Autorin per Email auf einen Fehler hingewiesen. Von ihr kam sogar eine Antwort, in der sie sich bedankte. Diese Reaktion ist vielleicht nicht die Regel, aber hin und wieder lohnt sich der Aufwand, konstruktive Kritik zu erteilen.
    • Ich habe bislang nur ganz schlechte Theateraufführungen gesehen und mag daher Theater nicht. Und teure könnte ich mir auch eher nicht leisten.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Capricorn wrote:

      Lefty wrote:

      Ich hab's noch schlimmer gemacht für die Diagnostiker, indem ich ihnen diese Blätter nicht einfach überreicht, sondern stattdessen die Punkte vorgelesen und dann noch Erklärungen und Beispiele dazu geliefert habe.
      Hurra! :thumbup:
      Gut gemacht!

      Hast du dazu eine Rückmeldung bekommen?
      Hab diese Antwort vorhin nicht gesehen, sorry.

      Also gesagt wurde nichts dazu, man hat mich einfach machen lassen und mir wurde auch nicht das Wort abgeschnitten, ich wurde nicht unterbrochen oder so. Ob diese Anmerkungen irgendwie berücksichtigt wurden letztendlich, weiß ich nicht.
    • Fragen, die sich darauf beziehen, wie man von anderen beschrieben wird oder was man von anderen oft gesagt bekommt, sind generell schwer wenn man wenig Sozialkontakte hat. Oder Fragen zum Fahrstil, wenn man nicht Auto fährt...


      Das Problem ist, dass die Fragebögen, die man von Diagnostikern bekommt, in der Regel offizielle Diagnoseinstrumente sind, die vom Diagnostiker nicht eigenmächtig abgewandelt werden "dürfen" quasi. Oft steht das Punkte-Resultat der Fragebögen im Diagnosebrief zur Rechtfertigung der Diagnose.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Lex wrote:

      Ich habe bislang nur ganz schlechte Theateraufführungen gesehen und mag daher Theater nicht. Und teure könnte ich mir auch eher nicht leisten.
      Ja, gut, wenn das Dein Empfinden ist oder die Aufführungen wirklich schlecht waren, dann ist das eben so für Dich; damit habe ich ja kein Problem.

      Gehst Du (oder andere hier) denn gerne in Ausstellungen?
      Wie gesagt, mir geben Ausstellungen wenig, obwohl ich natürlich auch schon (selten) zu Ausstellungen mitgegangen bin, weil es sich irgendwie so ergab.
    • sempron wrote:

      Ich störte mich an diesem "Gehen Sie lieber ins Theater oder ein Museum?"

      Denn eigentlich reicht meine Motivation in den meisten Fällen weder für das eine noch das andere, da ich mich ohne die vielen Menschen um mich in der Regel viel wohler fühle. Im Zweifelsfall ziehe ich eher ein gutes Theaterstück (oder auch mal ein kostenloses Konzert im Funkhaus eines Rundfunksenders) vor, aber die von vielen (?) Autisten beschriebene große Freude an Ausstellungen (inklusive aufwendigen Fahrten zu weiter entfernten Städten) kann ich absolut nicht teilen.
      Nun, da hätte ich dann die Gegenfragen:

      - Zählt zu "Theater" auch Kino (aka "Lichtspieltheater")? Damit wäre die Sache klar.

      - Welches Museum bzw. welche Art von Museum? Klassische Geschichte ist überhaupt nicht mein Gebiet, aber das Polizeimuseum fand ich sehr interessant. Oder ein Filmmuseum. Das Bahnmuseum in Nürnberg etc.

      - Welche Art von Theater? Die plattdeutsche Version von "Soul kitchen" im Ohnsorg-Theater war geil. "Arsen und Spitzenhäubchen" ist auch gerne gesehen. Mit den hoch subventionierten künstlerisch ambionierteren Häusern kann icht nicht viel anfangen.


      Was soll ich also auf die Ausgangsfrage antworten?
      "In das Popcorn, das Sie gerade essen, hat wer reingepisst!" (Kentucky Fried Movie)


      "Sind Sie Polizisten?" "Nein, Ma'am. Wir sind Musiker!" (The Blues Brothers)
    • Die Fragebögen fand ich teilweise auch kompliziert. Bei den Bögen, die ich zuhause ausgefüllt habe, habe ich auch ein paar Anmerkungen gemacht. Entweder als Zettel oder mit Pfeil auf die Rückseite. 3-4 Fragen habe ich freigelassen und dann in die Anmerkung geschrieben, wie meine Antwort ausfiele, je nach dem, was die Frage bedeuten soll.

      z. B. "Wenn ich ein Gebäude sehe, interessiert mich, wie es aufgebaut ist" (oder so ähnlich) Da schrieb ich als Anmerkung, wenn es sich um einen Plattenbau, ein normales Haus oder eine Gartenlaube handelt, interessiert es mich nicht, wenn es sich aber um eine altes historisches Gebäude, vergleichbar mit Koloseum oder einem Dom oder Pyramide mit vielen Gängen und Kammern oder so handelt, dann schon. Dazu vermerkte ich eben noch, dass im Falle A meine Antwort nein lautet, im Falle B aber ja. Habe also meine Antwortmöglichkeiten für beide Interpretationen angegeben und derjenige, der die Bögen auswertete, konnte sie dann nachtragen. Ob das gemacht wurde, weiß ich nicht.

      Oder die Frage "Haben Sie Probleme, sich zu schminken". Tja, habe ich ein Problem, weil ich nicht so im Gesicht rummalen kann, dass es am Ende gut aussieht, mir also die nötige Feinmotorik oder der farbliche Geschmack fehlt oder habe ich generell ein Problem damit, mir überhaupt was ins Gesicht zu schmieren, weil ich den Geruch und die Konsistenz nicht mag?


      Lex wrote:

      Fragen, die sich darauf beziehen, wie man von anderen beschrieben wird oder was man von anderen oft gesagt bekommt, sind generell schwer wenn man wenig Sozialkontakte hat.
      Die Fragen fand ich auch nicht einfach. Einge Fragen habe ich später meinen Freund gefragt und er hätte sie teilweise ganz anders über mich beantwortet als ich vermutet hätte.
    • Ich erwähnte das mit dem Theater deshalb, weil die Gründe dafür, nicht ins Theater zu gehen, ja unterschiedlich sein können. Wenn mein Grund schlechte Schauspielkunst ist oder schlechte Scripts usw., die das aber so auswerten als würde ich mir generell lieber Gegenstände ansehen als Menschen (unter der Annahme, dass das bei Autisten so ist), dann versucht die Frage aussagekräftig zu sein, ohne es zu sein, denke ich mal.

      Lustig, die Frage, ob ich Probleme habe, mich zu schminken, hatte ich noch nie in einem Fragebogen, habe ich aber.

      Wird die Frage auch an männliche Autisten gestellt (die es vielleicht noch nie versucht haben)?

      Und bei den Fragen, was andere über mich meinen, gab es Fragen, wo ich alternativ gerne angegeben hätte, dass ich selbst es von mir meine, aber da Selbstbeobachtung in dem Moment nicht zählt, geht der "Punkt" quasi verloren.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Lex wrote:

      Lustig, die Frage, ob ich Probleme habe, mich zu schminken, hatte ich noch nie in einem Fragebogen, habe ich aber.
      Die Frage kam in einem Bogen, den ich vor Ort ausfüllen musste. Bei dem Bogen gab man als Antwort nicht nur ja oder nein an, sondern es war auch durchgestuft mit "nie selten oft immer". Es störte mich, dass keine mittlere Auswahl wie "manchmal" dabei war, die bei einigen Fragen passend gewsen wäre. Bei den Fragen gings um den normale alltägliche Sachen wie Körperpflege, Einkaufen, Haushalt usw.
      An die Frage, was Männer da wohl ankreuzen, hab ich gar nicht gedacht. Evlt bekommen die eine andere Version?
    • sempron wrote:


      Gehst Du (oder andere hier) denn gerne in Ausstellungen?
      Ich, zu Themen, die mich interessieren: Kunst, Naturwissenschaften, Technik.
      Theater mag ich eher nicht so, Ausnahme: Ich hatte mal ein Abo fürs Jugendtheater zusammen mit meiner Tochter, das war wirklich toll, sehr unkonventionell, und interessante Stücke (ich lese auch gerne Jugendbücher). Aber insgesamt ist der nicht wirklich regelmäßige Charakter kombiniert mit einer festen Uhrzeit für mich ein echtes Problem. Die übliche Routine zu unterbrechen kostet mich sehr viel Überwindung :? Wenn mein Partner sowas mitmacht, geht es besser, aber der mag kein Theater. Aber auf diese Weise komme ich hin und wieder mal in ein Konzert. Das mag ich gerne.
      Ansonsten trägt das enge nebeneinander Sitzen im Theater auch dazu bei, dass ich mich alleine nicht dazu überwinde... Wenn es in einer Ausstellung irgendwo knubbelt (selten...), gehe ich schnell weiter zu einem anderen Exponat.
    • Kaspar wrote:

      Mich würde mal interessieren, wie NTs diese Fragebögen behandeln. Ob sie nur einfach ankreuzen? Ohne diese ganzen Fragen und Anmerkungen?
      Ich weiß es zwar nicht sicher, aber ich vermute, dass das Typsache ist und nicht mit AS oder NA zusammenhängt.
      Selbst habe ich die Fragebögen ganz ohne Anmerkungen ausgefüllt, und bin ja auch Asperger. Ich hatte da irgendwie Vertrauen, dass die schon wissen werden, welche Schlüsse sie aus meinen Antworten ziehen müssen. Ist ja alles standardisiert.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Geschlossene Oderfragen sind generell schlecht. Was wenn man weder ins Theater noch ins Museum gehen mag?

      Und ja, Asperger neigen tendenziell häufiger zu Anmerkungen, machen sich viel nen Kopf.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.