Allgemeine Arztbesuche

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    • Alys wrote:

      Eine Begleitung zu Arzt-Terminen kommt für mich nicht in Frage.
      Ich hätte Bedenken dass mich dann erst recht niemand mehr ernst nimmt und mit mir gesprochen
      wird als sei ich intellektuell eingeschränkt.
      Das gute ist ja, dass man selbst entscheiden kann wie viel Unterstützung man möchte und in welcher Form. Meine Frau vom betreuten Wohnen begleitet mich auch zu den meisten Facharztterminen. Da ich körperlich chronisch krank bin, kommt das also regelmäßig vor. Es ist allein schon eine riesen Hilfe, wenn sie mich mit dem Auto zu den Terminen bringt und ich mich nicht alleine an fremden Orten orientieren muss. Wir haben grundsätzlich die Abmachung, dass sie erst einspringt, wenn ich an meine Grenzen komme, oder wenn mir etwas zu unangenehm ist. Sie kann das mittlerweile recht gut einschätzen und kann dann quasi die Notbremse ziehen und für mich kommunizieren.

      Sie fragt dann zum Beispiel, ob wir auch auf dem Flur warten können, wenn das Wartezimmer überfüllt ist, oder sie fragt nochmal nach, wenn mir etwas unklar ist. Bei den eigentlichen Arztgesprächen ist sie nur dabei, wenn ich sie explizit darum bitte. Meistens wenn ich weiß, dass ich mit dem Arzt nicht zurecht komme und Verständnisprobleme entstehen können. Sie kann sich sehr gut durchsetzen, ohne respektlos oder unprofessionell zu wirken. Sie outet sich auch nur auf Nachfrage als Betreuerin, meistens wird sie eh für meine Mutter gehalten. :d Ich hatte dadurch bisher keine Nachteile.
    • nichtgeschwindigkeit wrote:

      Sie kann sich sehr gut durchsetzen, ohne respektlos oder unprofessionell zu wirken. Sie outet sich auch nur auf Nachfrage als Betreuerin, meistens wird sie eh für meine Mutter gehalten. Ich hatte dadurch bisher keine Nachteile.
      Das ist natürlich auch eine Überlegung, dass man gar nicht so genau erklärt, was die Person dabei soll (wobei man sich das in meinem Alter vermutlich dann doch fragen würde). Ich hätte aber kein Problem damit, zu sagen, dass mich die Person beim Arztbesuch unterstützt, weil ich schnell mit Informationen überfordert bin. Ich würde die Person dann auch nicht "Betreuerin" nennen, weil man da glaube ich wirklich schnell in die Ecke "entscheidungsunfähig", "geistig behindert", "entmündigt" gestellt wird. Mir würde es schon helfen, wenn ich wüsste, dass eine Person einspringen kann, wenn das Gespräch entgleist oder auch nach einem Termin, wenn man nochmal über die Vorkommnisse sprechen kann und dann jemanden hat, der die Situation miterlebt hat und man das dann gemeinsam auswerten kann. Ich wäre einfach nur heilfroh, wenn ich jemanden hätte, der besonnen reagieren kann, wenn das Gegenüber unsachlich oder manipulierend wird oder auch jemanden, um Arzthelferinnen Kontra zu geben. Ich wollte z. B. auch mal im Flur einer Arztpraxis warten und bin da wegen Overload heulend zusammengebrochen. Dennoch hat man dann gesagt, dass ich da nicht sitzen darf. Ins Wartezimmer konnte ich aber auch nicht, das war noch schlimmer. Ich wusste also nicht mehr was ich tun soll und stand nur noch heulend da. Wenn da eine Begleitung dabei gewesen wäre, wäre das sicher auch anders ausgegangen. Da hätte die Begleitung vielleicht gefragt, ob wir draußen im Freien warten können und man uns auf dem Handy anrufen kann. Das hatte ich in einer anderen Arztpraxis mit proppevollem Wartezimmer auch mal gefragt, aber da wurde mir gesagt, dass das nicht geht. Ich glaube, man würde eine "erwachsene Person" dabei ernster nehmen. Ich bin ja auch erwachsen, aber mir werden solche Bitten häufig abgelehnt, weil ich es vermutlich nicht rüberbringen kann, wie wichtig mir das wäre. :shake:
    • @FruchtigBunt
      Die Punkte die du genannt hast sind genau die Situationen, für die ich die Begleitung brauche und nutze. Ich kann meine Anliegen auch oft nicht so rüber bringen, wie ich eigentlich möchte, ich werde damit auch oft nicht ernst genommen. Meistens fragen die Ärzte übrigens nicht mal nach, wer die Begleitung ist. Und wenn meine Betreuerin zb an der Anmeldung etwas nachfragt sagt sie nur, dass sie Frau nichtsgeschwindigkeit begleitet und schildert dann mein Anliegen. Das klappt wunderbar und ich habe trotz Unterstützung nicht das Gefühl, dass irgendwie über meinen Kopf entschieden wird.

      Auch wegen deinem Alter würde ich mir keine Sorgen machen. Ich bin wirklich ständig bei diversen Ärzten und da sind alle möglichen Menschen-Kombinationen im Wartezimmer vertreten. Egal ob Ehepaare, Geschwister, Freundinnen, Oma und Enkelin oder Menschen, bei denen man keine Verbindung erahnen kann. Nicht gerne gesehen ist nur, wenn man das halbe Wartezimmer mit seiner Verwandtschaft einnimmt.
    • FruchtigBunt wrote:

      @nichtgeschwindigkeit
      Ich habe es gerade nicht mehr präsent: Wie bist du an diese Begleitung nochmal gekommen bzw. wer bezahlt die? :roll: Ich habe schon im Internet nach Begleitungsdiensten gesucht, finde aber nicht wirklich etwas (außer für Kinder, Senioren und Migranten :frown: )
      Bei mir läuft das über das ambulant betreute Wohnen, welches das Sozialamt meines Landkreises bezahlt. Leider kommt das bei dir ja wegen deinem Einkommen nicht in Frage.

      Wäre Soziotherapie eventuell eine Alternative? Das bekommt man vom Arzt verordnet, höchstens 120 Einheiten je 60 Minuten in drei Jahren. Meines Wissens nach wird da auch der Bedarf individuell abgesprochen, wie oft man in welchem Umfang Hilfe benötigt. Man muss zwar pro Termin 10€ Eigenanteil leisten, aber man kann sich immerhin bei der Krankenkasse von den Zuzahlungen befreien lassen, wenn man einen gewissen Betrag übersteigt.

      In der ambulant psychiatrischen Pflege/Soziotherapie arbeiten meines Wissens auch größtenteils Leute, die schon eine Ausbildung in einem pflegerischen Beruf absolviert haben und somit auch ein medizinisches Basiswissen haben. Das war dir ja auch wichtig.

      Das wäre tatsächlich die einzige Alternative die mir in diesem Bereich einfallen würde.
    • Ginome wrote:

      Wie Du es willst.
      Ich habe eher Probleme wenn sie nicht dabei ist. Ich kenne sie aber auch nackt da wir gemeinsam Schwimmen gehen.
      Bei mir ist es nur ein Ehrenamtlicher, und ich kenne ihn erst seit wenigen Monaten. Ich glaube, da wäre es dann besser, wenn er zum Arztgespräch dabei wäre, weil ich damit mein Hauptproblem habe, aber bei der Untersuchung dann rausgehen würde.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Bei mir ist es nur ein Ehrenamtlicher, und ich kenne ihn erst seit wenigen Monaten.
      Bei wenigen Monaten und Männlich hätte ich da vermutlich auch Schwierigkeiten :D
      Meine Betreuerin kenne ich seit 2000.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Sogar NTs wird es ja empfohlen eine zweite Vertrauensperson mit zum Arzt zu nehmen, um nichts zu vergessen und sich Dinge besser behalten zu können, aus dem Gespräch.

      Ich werde jetzt aber versuchen nicht immer meine Mutter mitzunehmen, da das als über fürsorglich wahrgenommen werden kann.
    • Shenya wrote:

      Wie läuft das praktisch ab, wenn man eine Begleitperson zum Arzt mitnimmt? Geht die Person während der körperlichen Untersuchung dann raus? Ich hätte relativ wenig Lust, mich vor meiner Begleitperson auszuziehen.
      Das ist ganz allein meine Entscheidung. Als ich beim Augentarzt, Phebologen (Venen und Co) und Orthopäden war, blieb meine Betreuerin auch während der Untersuchung im Raum. Bei der Gynäkologin war sie beim Vorgespräch dabei, verließ den Raum als die Untersuchung gemacht wurde.

      Alys wrote:

      Eine Begleitung zu Arzt-Terminen kommt für mich nicht in Frage.
      Ich hätte Bedenken dass mich dann erst recht niemand mehr ernst nimmt und mit mir gesprochen
      wird als sei ich intellektuell eingeschränkt. Das wäre noch viel schlimmer als nicht zu einem hilfreichen
      Ergebnis zu kommen.
      Ich fühle mich mit meiner Begleitung sicherer. Wir haben vereinbart, dass sie 'stumm' bei mir ist und nur im Notfall eingreift. Anders würde ich es nicht wollen.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~
    • Kommt ein Autist zur Arzthelferin und fragt: Wieviele Notfälle sind vor mir?
      Sagt diese: Keine.
      Dann erfolgt blah blah.
      Arzthelferin: Es sind Patienten mit und ohne Termin vor Ihnen.
      Autist: Sind die ohne Termin nicht Notfälle?
      Arzthelferin: Das diskutiere ich nicht und breche das Gespräch nun ab. *total sauer*
      Analyse:
      1. Falsch die Frage gestellt. Notfälle sind für die was anderes.
      2. Erhalte dann die Info die ich haben wollte, Leute ohne Termin nennt sich das.
      3. NTs erleben es als Affront solche Definitionen zu klären.
      When nothing goes right ... go left.
    • Ich glaube, Dein Denkfehler ist einfach, dass DU vielleicht nur ohne Termin zum Arzt gehen würdest, wenn du wirklich ein Notfall
      wärst. Viele andere Menschen gehen da aber auch als "nicht Notfall" hin, dann eben einfach "ohne Termin". Also ich käme
      zumindest niemals auf die Idee ohne Termin zum Arzt zu gehen......deshalb die Diskrepanz in der Definition "Notfall". Und ja,
      das macht dann leider Kommunikationsprobleme.....
      Grüsse
      Alys
    • Wahrscheinlich sind viele Arztpraxen einfach genervt von den vielen vermeintlichen Notfällen, die gar keine sind und so bald dieses Unwort genannt wird, schrillen alle Alarmglocken.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • Das Wort Notfall nahm ich, weil ich es zu dem Thema las. Wenn ich mir Infos zum Thema Wartezeit und Gesetze anschaue, dann wird immer von Notfällen geredet.
      Es gibt aber auch das Wort Akutfall. :prof: Das werde ich dann mal ausprobieren.
      anwalt.de/rechtstipps/ihre-fue…nsicht-und-co_083083.html
      gesundheit.de/medizin/gesundhe…mt-wie-lange-ist-zumutbar

      Die gesetzliche Wartezeit beträgt 30 Minuten, dann sollte ein Arzthelfer dem Patienten mitteilen, warum es länger dauert. Dass es zwischen Gesetz und Praxis eine große Diskrepanz gibt, tja damit tue ich mich schwer. Der Hintergrund ist natürlich, dass ich nicht lange irgendwo sitzen kann ohne Overload zu kriegen und wenn es nicht nach Plan läuft... naja ist ja bekannt.
      When nothing goes right ... go left.
    • Echte Notfälle gehören ja auch eigentlich in die Notfallambulanz des nächsten Krankenhauses.

      Wahrscheinlich ist es besser, gleich bei der Anmeldung höflich nach der voraussichtlichen Wartezeit zu fragen und auf die eigene Behinderung hinzuweisen.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.