Aspies haben fast nur Aspies als Partner?

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    • Hallo zusammen,
      ich bin seit fast 22 Jahren mit meiner Frau (NT) verheiratet und habe vor ca. drei Jahren von meinem doch stark ausgeprägten AS erfahren; wir haben drei Kinder und das Zusammenleben klappt. Hochs und Tiefs wird es immer und in jeder Personenkonstellation geben...
      ...aber er war nun einmal da! Asperger-Diagnose F84.5 (diagnostiziert Uni-Klinik Köln)
    • Eines der Zwillingsmädchen hat mit großer Wahrscheinlichkeit AS; ein paar Probleme macht dies aber nur hin und wieder in der Schule, wenn es um das Arbeiten in Arbeitsgruppen geht.
      Die Erziehung unserer Kinder, besonders der Zwillinge, lag berufsbedingt oftmals in meinen Händen; vielleicht wurden gerade die beiden so pflegeleicht, weil sie durch diese Erziehung wie auf Schienen fuhren... das ist bis heute so und die weitere Erziehungsarbeit fällt keinem von uns schwerer.
      ...aber er war nun einmal da! Asperger-Diagnose F84.5 (diagnostiziert Uni-Klinik Köln)
    • Die Zwillinge sind 15 geworden; meiner Meinung nach sollte man sich bezüglich Kinder ja oder nein im Hinblick auf AS keine als so großen Gedanken machen. Wir ASler haben mit Sicherheit auch den NTs vieles in Fragen der Erziehung voraus...
      ...aber er war nun einmal da! Asperger-Diagnose F84.5 (diagnostiziert Uni-Klinik Köln)
    • Ich habe auch eine Adoptivtochter (7 Jahre). Sie ein echtes NT-Weibchen. Sie lebt bei Ihrer Mutter, da ich mich von meiner Frau getrennt habe. Ich liebe meine Tochter und habe auch schöne Zeiten mit ihr. Ich finde es aber auch sehr anstrengend. Allerdings liegt die Haupt"last" bei meiner Frau, die mit Kindern viel besser umgehen kann. Sie macht vieles instinktiv und auch wirklich gut. Ich muss dafür oft recht lange nachdenken. Spontan wird es dann oft schwierig.
    • Mr. Correctly wrote:

      Wir ASler haben mit Sicherheit auch den NTs vieles in Fragen der Erziehung voraus...
      Davon gehe ich auch aus, vermutlich ist das besonders dann so, wenn man die eigenen Defizite kennt und erst gar nicht versucht, es wie andere anzugehen. Jeder kann einen persönlichen und dennoch guten, förderlichen Erziehungsstil entwickeln und optimieren. Abgucken und dann zu versuchen, wie es andere umsetzen klappt hingegen nur bedingt, zumal man höchstens erahnen kann, wie (umfangreich) die nachgeahmte Person ein Kind wahrnimmt (interpretiert). Erziehung ist Beziehung mit reflektierter Vorbildfunktion!
    • Ich finde aber, dass NT-Kinder durchaus Bedürfnisse haben, die ich als Autist nur schwer erfüllen kann. So ist z.B. das Rollenspiel für die Entwicklung meiner Tochter wichtig. Ich kann das gar nicht. Zum Glück ist ihre Mutter darin sehr gut und kann das ausgleichen.
    • antwort42 wrote:

      Ich finde aber, dass NT-Kinder durchaus Bedürfnisse haben, die ich als Autist nur schwer erfüllen kann. So ist z.B. das Rollenspiel für die Entwicklung meiner Tochter wichtig. Ich kann das gar nicht. Zum Glück ist ihre Mutter darin sehr gut und kann das ausgleichen.
      Aber eigentlich sind dafür auch nicht die Eltern zuständig, sondern Spielkameraden - also andere Kinder.
      Also kein schlechtes Gewissen bekommen wegen sowas, man muss als Elternteil nicht der ideale Spielpartner sein.
      Wichtiger ist, dass das Kind sich bei einem sicher und geborgen fühlt und das geht auch ohne Rollenspiel :)
    • Vielen Dank Hypatia für dein Antwort. Mit der Geborgenheit hast du sicherlich recht. Trotz der Trennung, glaube ich bekommen wir das ganz gut hin. Doch leider fehlen mir die notwendigen Antennen um dies sicher zu sagen. Ich muss mich da leider auf meine Frau verlassen. Da aber die Eltern die ersten Spielpartner sind, ist es wahrscheinlich schon hilfreich das Rollenspiel ein wenig zu beherrschen.
      PS Hypatia -bist du Mathematikerin oder Feministin, wenn man fragen darf?
    • Bei solchen Rollenspielen tat ich mir zu Beginn auch schwerer und im Wesentlichen habe ich da eher Kinder einbezogen, nebenbei beobachtet und ggf. vermittelt. Unter Gleichaltrigen/ Geschwistern ist mir das ansonsten auch eher bekannt. Ansonsten kann man vergangene und/oder alltägliche Situationen einigermaßen gut einbauen und nachspielen z. B. Verreisen/Urlaub, Inhalt von Kinderbüchern/ -geschichten abwandeln, Wohnung einrichten, kochen/ backen und andere Haushaltstätigkeiten, Freunde besuchen, (Einkaufs)Geschäft,... Vielleicht selbst ein bisschen erwachsenes Kind spielen, wobei es dafür auch nützlich sein kann, Kinder untereinander zu erleben.
    • Hypatia wrote:

      Aber eigentlich sind dafür auch nicht die Eltern zuständig, sondern Spielkameraden - also andere Kinder.
      Also kein schlechtes Gewissen bekommen wegen sowas, man muss als Elternteil nicht der ideale Spielpartner sein.
      Wichtiger ist, dass das Kind sich bei einem sicher und geborgen fühlt und das geht auch ohne Rollenspiel
      Auf jeden Fall. Andererseits können Rollenspiele mit Erwachsenen meiner Einschätzung nach gerade für autistische Kinder, bei denen es in der Peer Group nicht so richtig funktioniert, auch sinnvoll sein, um viel über Kommunikation zu lernen. Das muss dann aber nicht ausgerechnet der Elternteil sein, dem das nicht liegt. ;) Und es ist natürlich vom Kind abhängig, ob das überhaupt Sinn macht.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Leonora wrote:

      Das muss dann aber nicht ausgerechnet der Elternteil sein, dem das nicht liegt. Und es ist natürlich vom Kind abhängig, ob das überhaupt Sinn macht.
      :nod: Das ist wohl wahr. Es ist ja auch gut, wenn Kind lernt, dass Menschen nicht immer die selben Interessen haben, unterschiedlich sind und nicht alles gleich gut können. Sie muss ja auch verstehen, dass man Menschen und deren Fähigkeiten nicht miteinander vergleichen soll, wodurch sie ja auch lernen kann, gut damit umgehen zu können. Bestimmt kann deine Tochter auch andere Dinge von dir lernen, die sie durch die Mutter nicht unbedingt (gleich gut) lernen kann, eben worauf es im Leben noch so ankommt - wahrscheinlich wird sie dadurch umso vielfältiger denken.

      Edit: Trete ihr mit deinen Fähigkeiten, Kenntnissen und positiven Eigenschaften gegenüber und denke nicht so darüber nach, was Du evtl. weniger gut kannst als ein NT.

      The post was edited 1 time, last by FailureForever ().

    • FailureForever wrote:

      Leonora wrote:

      Das muss dann aber nicht ausgerechnet der Elternteil sein, dem das nicht liegt. Und es ist natürlich vom Kind abhängig, ob das überhaupt Sinn macht.
      :nod: Das ist wohl wahr. Es ist ja auch gut, wenn Kind lernt, dass Menschen nicht immer die selben Interessen haben, unterschiedlich sind und nicht alles gleich gut können. Sie muss ja auch verstehen, dass man Menschen und deren Fähigkeiten nicht miteinander vergleichen soll, wodurch sie ja auch lernen kann, gut damit umgehen zu können.
      Ja, eben. :nod:

      FailureForever wrote:

      Bestimmt kann deine Tochter auch andere Dinge von dir lernen, die sie durch die Mutter nicht unbedingt (gleich gut) lernen kann, eben worauf es im Leben noch so ankommt - wahrscheinlich wird sie dadurch umso vielfältiger denken.

      Edit: Trete ihr mit deinen Fähigkeiten, Kenntnissen und positiven Eigenschaften gegenüber und denke nicht so darüber nach, was Du evtl. weniger gut kannst als ein NT.
      Da kann ich mich nur anschließen. Anstatt Dich zu etwas zu zwingen, was Dir nicht liegt, mach Dinge mit ihr, die Euch beiden gefallen. Das kann zu unvergesslichen Erlebnissen führen. :)
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    • GabiWach wrote:

      Leben und leben lassen, die Zeit des "aussortierens" ist vorbei !!!!
      stimmt überhaupt nicht. Von den mir bekannten männlichen Autisten hat bis auf einen keiner eine Beziehung, geschweige denn Kinder. Die haben allerdings "wasserdichte" Diagnosen, und da ist wenig von "Pride," "Lifestyle" und ähnlichem Quatsch zu bemerken.

      Früher wurde für Kommunikationsgehemmte in bestimmten Gesellschaften mehr arrangiert, weil das Umfeld bei der Partnerwahl mitbestimmte. Kontaktanbahnung durch die Eltern oder andere Verwandte war früher üblich, teils aus wirtschaftlichen Gründen (, wenn es z.B. einen Hof zu erweitern gab), teils aus standesbedingten Gründen (Heiraten zum Erhalt oder Verbessern der gesellschaftlichen Position), wohl auch noch aus anderen Gründen.
    • Also ich bin mir was meine Diagnose angeht sicher. Ich habe um wirklich ganz sicher zu gehen sie mehrmals machen lassen und auch speziell jemanden kritischen es beurteilen lassen. Trotzdem hab ich zahlreiche Kompensationsmöglichkeiten entwickelt um nicht sonderlich aufzufallen und mich einigermaßen in einer NT-Welt zu bewegen (vor meiner Diagnose). Das finde ich sehr anstrengend, aber wie gesagt möglich.
      Von dem Unsinn Pride und Co halte ich auch Nichts. Autist zu sein halte ich für einschränkend und vor allem für sehr anstrengend. Die manchmal erwähnten Vorteile kann ich nicht sehen. Die ganzen Kompensationen sind wirklich sehr mühselig. Man kann natürlich darauf verzichten. Dann muss man aber sicherlich auch auf Beziehung, zu mindestens mit NTs und auf Kinder verzichten. Wie das zwischen zwei Autisten ablaufen kann, weiß ich nicht. Deshalb bin ich auch an diesem Thema so interessiert.