Aspies haben fast nur Aspies als Partner?

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    • Ich bin mir ziemlich sicher das keiner meiner Partner autist war. wirklich lange hat auch keine beziehung gedauert. ich war zwar durchaus jahre mit einem partner zusammen, aber nach einem jahr oder so nur aus gewohnheit und nicht weil es die super partnerschaft war.
    • Von meinen Ex-Partnerinnen war, soweit ich das einschätzen kann, keine Autistin.

      Meine heutige Frau ist es auch nicht, verfügt jedoch über ADHS-Persönlichkeitsmerkmale ohne therapeutische Behandlungsnotwendigkeit.
      Ihr Wesen sorgt dafür, dass ich gezwungen bin, mich regelmäßig auch mit neuen Dingen auseinanderzusetzen. Ich denke, dass ich ohne sie sehr in einer "Themenblase" festsitzen würde.
      Zwei Prozent aller Hauskatzen reagieren allergisch auf Menschen.
    • bin hier rein zufällig reingeraten, nur zur Klärung der Tatsachen:

      Aspies (oder Autisten) haben keine Partner, es sei denn, sie denken so, als hätten sie einen.

      Dass sie fast nur Aspies als Partner haben könnten, ist eine sehr 'spießige' Vorstellung, die mit Autismus absolut nichts zu hat, ich schäme mich, hier sowas lesen zu müssen.
    • Danke, dass du uns mit deiner Weisheit erhellst. Wie konnten wir nur vorher alle so falsch liegen?

      Spaß beiseite, ich glaube, man muss die etwas optimistische Schätzung in Forenregel 3.1.2 mal anpassen. :lol:
      Teile dieser Signatur könnten die Bevölkerung verunsichern.
    • floater wenn der Partner des Aspie von ihm selbst erdacht ist, dann hat er im Grunde ja doch einen Aspie als Partner, nämlich sich selbst. Somit steht deine erste Aussage im Widerspruch zur zweiten Aussage.

      Und ich weiß nicht, was daran spießig sein soll, wenn Aspies sich die Partnerschaft mit einem Neurotypischen nicht zutrauen oder das Experiment scheitert.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • floater70 wrote:

      bin hier rein zufällig reingeraten, nur zur Klärung der Tatsachen:

      Aspies (oder Autisten) haben keine Partner, es sei denn, sie denken so, als hätten sie einen.

      Dass sie fast nur Aspies als Partner haben könnten, ist eine sehr 'spießige' Vorstellung, die mit Autismus absolut nichts zu hat, ich schäme mich, hier sowas lesen zu müssen.
      Wie kommste darauf ?

      Mein Mann ist kein Asperger , aber ein IT- Nerd. Es gibt leichte Überschneidungen. Ich glaube, mit einem sehr extrovertierten Partner, der einen großen Freundeskreis pflegen möchte, könnte ich nicht leben bzw das würde mich extrem stressen.
      "Autismusdiagnose - Potius sero quam numquam.
      ( Lieber spät als nie.) "
      :irony:
    • Rhianonn wrote:

      Ich glaube, mit einem sehr extrovertierten Partner, der einen großen Freundeskreis pflegen möchte, könnte ich nicht leben bzw das würde mich extrem stressen.
      Das wäre für mich auch der Horror. Ich mag es auch lieber in kleinen Runden und für mich sind auch meine Geburtstagsfeiern mit mehr als 5 oder 6 Leuten eher nichts. Ich könnte mich auch nicht auf so viele Menschen konzentieren.
    • Ich hätte ja nichts dagegen, wenn mein Partner sich mit vielen Freunden trifft, solange er dadurch nicht zu viel außer Haus ist.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Eigentlich ist die Diagnose ja zweitrangig, denn am Ende kommt es immer auf die Individuen an. Klar ist aber auch, je ähnlicher man sich in einigen Dingen ist als Partner, desto einfacher hat man es auch. Sei es, weil der schwierige Perspektivwechsel einfacher wird (weil zumindest Analogien zu einem selbst schon mal besser klappen), weil man durch gemeinsame Interessen mehr Zeit miteinander verbringen mag, oder weil man durch ähnliche Vorstellungen von Einrichtungsstil und Lebensführung weniger Kompromisse machen muss im Zusammenleben.
      Am Ende muss man dann aber doch immer wieder sehen, wie man zusammen findet. Und als Aspie braucht man da, wie auch mit manchen anderen Diagnosen, einen Partner der einen so akzeptiert, wie man ist. Trotzdem, oder gerade dann, muss man aber auch weiter an sich und seinem Verhalten arbeiten. Die Art zu denken und wahrzunehmen ändert sich vielleicht wenig mit der Zeit, aber man kann neue Wege finden zu einer anderen Expression. Quasi: Innenleben tut sich wenig, aber nach außen kann viel anders werden.
      Wichtig ist jedenfalls, dass genug Austausch darüber stattfindet, was man selbst und was der Andere braucht, wünscht.
      Also wortkarge Menschen haben es schon schwer, und sollten dann entweder einen anderen Menschen finden, mit dem es "einfach passt", wo kaum Ansprüche sind (schwierig) - oder einen Menschen, bei dem sich irgendeine Form von Kommunikation entwickelt, die dazu führt, dass beide Seiten Bescheid wissen (evtl auch schwierig). Denke, der verständnisvollste NT stößt jedenfalls an seine Grenzen bei einem verschwiegenen Aspie, und auch ein anderer Aspie hätte damit vermutlich in den meisten Fällen viel mehr Probleme als mit klarer, aber vorhandener Kommunikation.

      Soweit meine Gedanken gerade dazu.
      Die Begriffe "Partner" usw. sind bitte geschlechtsneutral zu lesen.
    • Morrow wrote:


      außen kann viel anders werden.
      Wichtig ist jedenfalls, dass genug Austausch darüber stattfindet, was man selbst und was der Andere braucht, wünscht.
      Also wortkarge Menschen haben es schon schwer, und sollten dann entweder einen anderen Menschen finden, mit dem es "einfach passt", wo kaum Ansprüche sind (schwierig) - oder einen Menschen, bei dem sich irgendeine Form von Kommunikation entwickelt, die dazu führt, dass beide Seiten Bescheid wissen (evtl auch schwierig). Denke, der verständnisvollste NT stößt jedenfalls an seine Grenzen bei einem verschwiegenen Aspie, und auch ein anderer Aspie hätte damit vermutlich in den meisten Fällen viel mehr Probleme als mit klarer, aber vorhandener Kommunikation.
      Unmöglich ist es nicht so jemanden zu finden aber schwierig. Ich kenne auch Paare bei denen der eine Teil sehr introvertiert ist und der andere Teil total extrovertiert - es funktioniert weil man gemeinsame Interessen hat und beide viel Geduld und Vertrauen zueinander haben. Bei Aspies kommen natürlich auch noch andere Probleme hinzu aber nicht jeder Nicht-Autist wird sich an den Eigenarten des Aspies stören. Es gibt auch Nicht-Autisten die damit klarkommen oder es ihnen sogar zusagt wenn jemand einen strukturierten Tagesplan hat, sehr direkt ist oder sich so leidenschaftlich mit bestimmten Interessensgebieten beschäftigen kann.
    • Ich hab´s geschafft 14 Jahre mit meiner Partnerin (NT) zusammen zu sein (die letzten 6 Jahre davon verheiratet). Vielmehr hat es vielleicht meine Frau geschafft, mit mir zusammen zu leben. Jetzt hat sie aber aufgegeben und sich von mir getrennt. Und dabei hatte ich echt geglaubt und gehofft, dass wir trotz aller Kommunikationsprobleme für immer zusammen bleiben könnten. Ob unsre zwei Kinder die Trennung beschleunigt oder heraugezögert haben kann ich nicht sagen...
      Eine AS-Partnerin hatte ich noch nicht. Aber ich denke, nach diesem BeziehungssuperGAU werde ich wohl für den Rest meines Lebens wieder zum Eremitendasein zurückkehren. Vielleicht besser so. :cry:
    • Ich bin jetzt fast 14 Jahre mit meinem NT Partner zusammen. Er hat mit mir die schwere Zeit durchgemacht wo ich noch nicht wusste an was ich bin und von einer depressiven Phase in die nächste gerutscht bin. Er hat mir dabei nie irgendwie Druck gemacht, so nach dem Motto, wenn du dich nicht anstrengst und bald wieder gesund wirst, gehe ich.

      Ich glaube unser Geheimnis ist, dass wir eine Art offene Beziehung führen. Jetzt nicht im Sinne von mehreren Partner haben, sondern dass wir uns einfach gegenseitig unsere Freiheiten lassen und uns eben nicht ständig auf der Pelle hocken. Wir leben zusammen, aber jeder darf sich auch immer wieder Zeit für sich und seine Interessen nehmen. Auch mal mehrere Tag. So fährt er zum Beispiel mit Kumpels auf ein Festival und ich dafür zu einem anderen Zeitpunkt ein Sportcamp.

      Sicherlich gibt es auch immer wieder Unstimmigkeiten, aller, so kannst du das doch jetzt nicht direkt sagen. Aber wir versuchen im Nachhinein mit etwas Abstand darüber zu reden und beide daraus zu lernen wie man es nächstes mal besser machen kann.

      Und selbst in der jetzigen Situation, wo wir zwangsweise sehr viel zusammen sind, fühlt es sich noch gut an morgens neben ihm aufzuwachen.
      Er hat manchmal auch einfach den richtigen Instinkt. Gestern Nacht zum Beispiel, er hat schon geschlummert und mich haben Gedankenkreise genervt und mir ging es einfach gar nicht gut. Das hat er irgendwie gespürt und statt den Arm nur wie sonst locker um mich gelegt zu haben, mich fest in den Arm genommen. Also ganz ohne Worte und irgendwas erklären zu müssen.
      Ich mag es eigentlich sonst nicht gedrückt zu werden, selbst von meinen Eltern nicht, aber bei ihm fühle ich mich dann geborgen und fordere es auch manchmal ein.
      Mit Freude im Leben udn Freunden an der Hand ist schnell jeder Kummer im Leben gebannt.