Verhalten bei Feiern und Zusammenkünften

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    • @unikum

      Die Probleme kenne ich nur all zu gut. Deshalb gehe ich kaum auf Feiern, wenn ich nicht unbedingt muss. Heute war ich z.B. bei einem Basteltreffen in einem Tageszenterum. Dort wurde heute so viel geschwafelt, dass ich mich ganz unwohl fühlte und nur still dabei saß und meinen eigenen Kram machte. Es ging die ganze Zeit nur um Klatsch und Tratsch über Andere. Das interessiert mich überhaupt nicht. Nach einer Stunde verschwand ich daher wieder.
    • unikum wrote:

      - Die Themen, die da besprochen werden, interessieren mich so überhaupt nicht.
      Hm, damit wäre das Thema für mich eigentlich schon erledigt...

      Wieso sollte ich mich mit Leuten treffen, mit denen ich nichts zu bereden habe? (Außer, es ist ein Geburtstag von einer befreundeten Person, dann nehme ich das ausnahmsweise hin...) Um dann ist der Freundin dein Verhalten auch noch unangenehm, du fühlst dich also eigentlich durchgängig unsicher?

      Es handelt sich ja hier um deine Freizeit und nicht um einen Termin, den du dringend wahrnehmen musst.

      Beim nächsten Mal sagst du deiner Freundin ab und triffst dich stattdessen mit ihr zu zweit an einem anderen Tag. Viel erklären musst da wohl nicht, deine Freundin wird sicherlich bemerkt haben, dass du nicht wirklich Spaß an diesen Veranstaltungen hast...

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    • unikum wrote:

      - Am liebnsten wäre ich unsichtbar, dann bin ich nicht unter Druck, mich beteiligen zu müssen udn würde nicht auffallen
      Das ist mein Hauptwunsch, wenn ich unter Menschen bin, doch leider lässt sich dieses nicht realisieren.

      Wenn sich ein feierlicher Anlass gar nicht vermeiden lässt, ist meine Strategie, mich in eine ruhige Ecke zu verziehen, freundlich zu gucken und Musik zu hören. Falls es keine ruhige Ecke gibt, kümmere ich mich selbst um die Musik, das funktioniert oft recht gut und ich habe meine Ruhe.
      An Betriebsfeiern und Ausflügen nehme ich nicht teil - ohne jeden Kommentar.
      Andere berufliche Pflichtveranstaltungen versuche ich auf ein Miminum zu reduzieren.
      Heutezutage erhalte ich mangels Sozialkontakten gar keine Einladungen mehr zu irgendwelchen Festivitäten. Familienkontakte bestehen nicht mehr in der Form, dass mit Familienfeiern zu rechnen wäre.

      Prosopagnosie, Geräuschbei bei mehr als drei Personen im Raum, Hilflosigkeit bei Smalltalk und Socialising etcpp. waren und sind einfach unüberbrückbare Hürden für mich bei solchen Anlässen.
    • unikum wrote:

      - In der Gruppe rede ich fast nichts mehr (bin von naur aus ein stiller mensch)
      - Ich versuche den Parallelgesprächen (in dem Fall 2) irgendwie zu folgen, es gelingt mir aber kaum.
      - Wenn ich versuche, etwas zum Gespräch beizutragen, ist der richtige Zeitpunkt vorbei, wenn mir eingefallen ist, was ich sagen könnte - also sage ich nichts.
      - Die Themen, die da besprochen werden, interessieren mich so überhaupt nicht.
      - Meine Themen würden die anderen überhaupt nicht interessieren und nur falsches Interesse oder Langeweile hervorrufen
      - Ich fühle mich irgednwie nicht kompatibel und nirgendwo zugehörig
      - Am liebnsten wäre ich unsichtbar, dann bin ich nicht unter Druck, mich beteiligen zu müssen udn würde nicht auffallen
      - Je mehr Menschen in der Gruppe sind, desto schlimmer wird alles. 2 ist gut, 4 noch OK, ab 6 wird es anstrengend für mich
      - Nach spätestens 4 Stunden will ich einfach nur noch, dass es aufhört und ich nach Hause kann.
      - Ich kann das alles nicht überspielen, ich glaube man sieht mir meine Stimmung an.

      Kennt das jemand von Euch auch so?

      Wenn ich alleine auf Feiern oder Ähnlichem bin, und merke, dass ich keine Lust mehr habe, dann verschwinde ich meist ohne Kommentar und Veranschiedung.
      Das kenne ich von mir fast genauso.

      Ich komme allerdings um einiges besser klar, wenn es sich um eine Zusammenkunft handelt, die ich mir ganz bewusst selber ausgesucht habe, und wo ich mich dazugehörig fühle. Zum Beispiel bei geselligen Events meines Sportvereins.

      Noch wohler fühle ich mich in reinen Autisten-Gruppen. Auf Aspie-Treffen habe ich ein angenehmes Dazugehörigkeitsgefühl und habe nichts dagegen, wenn das Event sehr lange dauert. :)
    • Ich gehe nur selten zu Feiern und Zusammenkünften, weil mir das oft zu anstrengend wird, da zu sein unter vielen Leuten, es ist mir da oft zu laut und unübersichtlich.
      Feiern im kleinen Kreis gehen bei mir besser, eine lockere Atmosphäre ist mir lieber als eine große Veranstaltung. Bei Stadtfesten oder anderen großen öffentlichen Veranstaltungen bleibe ich meist ganz weg, weil ich von den Reizen sehr schnell genervt bin.
      Wenn irgendeine Feier ansteht, würde ich gerne etwa eine Woche vorher schon wissen worum es dabei geht, um mich besser entscheiden zu können, ob ich hingehe oder nicht. Klingt jetzt vielleicht egozentrisch oder gemein, aber bestimmte Feiern kommen überhaupt nicht in Frage, da sage ich in der Regel frühzeitig ab.
    • Ich versuche erstmal, einigermaßen "dabei" zu sein, also freundlich, paar Worte wechselnd, und irgendwann kommt immer der Punkt, wo sich die anderen fragen, wo ich eigentlich stecke (falls sie meine Anwesenheit überhaupt bemerken). Ich zieh mich immer ab einem gewissen Punkt zurück (in den Garten, in ein Zimmer, das gerade leer ist, einmal sogar in ein Zelt, das für Kinder aufgestellt worden war aber von denen nicht mehr genutzt wurde :o , oder früher, wo ich auch mal auf Gartenfeiern war, bin ich am späten Abend als ich "nicht mehr konnte", allein spazieren gegangen - das war herrlich :) ) - und atme dann regelrecht auf.

      Wenn ich aber irgendwo "festsitze", z.B. bei Teamabenden von der Arbeit, dann schweige ich meistens, weil mir nie rechtzeitig was Passendes einfällt zu etwas, das ein anderer sagt, und irgendwann schleiche ich mich weg. Also ich sag dann, dass ich gehe, aber ich bin auch schon mal "abgehauen", weil ich so frustriert war von meiner Unfähigkeit und nicht wusste, wie ich mich elegant verabschieden kann.

      Ganz gut funktioniere ich noch, wenn man eine Aktivität zusammen macht. Vor allem, wenn was gespielt wird: da bin ich, wenn es mir Spaß macht, voll dabei und reiße vielleicht sogar noch andere mit meiner Aufgekratztheit mit :lol:

      Wenn ich Besuch von meiner Familie habe, würde ich auch am liebsten die ganze Zeit über bestimmen, wer wo sitzt, wann gegessen wird usw. Meine Mutter ist kein Problem, die ist wie ich, aber meine Schwester komstruiert die ganze Zeit über nur Chaos, es ist kaum auszuhalten. Und sie will auch immer nicht gehen und ist jedes Mal beleidigt, wenn man ein Treffen beenden will.

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    • Vulkan wrote:

      @unikum

      Habe erst eben diesen Thread entdeckt und was du geschrieben hast kenne ich nur zu gut. Je älter ich werde, je schweigsamer bin ich bei allen möglichen Zusammentreffen mit anderen Menschen.
      Bin erst gerade wieder nicht zu einem Treffen gegangen. Wahrscheinlich dachte ich, da stehe ich dann wieder nur rum, denn Smalltalk ist einfach nicht so mein Ding.
    • Sind Familienfeiern für euch anstrengend ?, nervig ?

      Ich nehme hier mal die typische Geburtstagsfeier aus meinem Familienkreis (Eltern, Tante und Onkel, Cousinen, 2x Oma und Opa, Ich ) als Beispiel.

      Meine Eltern und ich treffen ein, es wird erstmal begrüßt und gratulliert, anschließend gibt es warmes Essen und danach mit Pause Dessert/Kuchen.
      Die Situation ist hierbei für mich in etwa die selbe.
      Nach dem Begrüßen tausche ich mich meistens mit meinen Cousinen aus bis zum Essen.
      Das gemeinsame Beisammensitzten verlangt mir sehr starke Selbstdisziplin ab, da während dem Essen quasi die Gesprächsführung am Tisch von zwei bis drei Personen dominiert wird und ich quasi nur schweigend da sitze und warte darauf, dass endlich alle fertig sind.
      Ich stehe dann meistens früher mit meinen Cousinen auf (wobei ich mir nicht sicher bin wie lange dass mit 22 Jahren noch höflich oder in ordnung ist) und ziehe mich bis dann zum Nachtisch komplett zurück, da in dieser Zeit meine Cousinen fast nur miteinander reden.

      Ich persönlich finde das geinsame Sitzen am Tisch schon oft sehr anstrengend, vor allem dann wenn eine Person ewig braucht um den Tee auszutrinken. Ich habe allerdings
      gemerkt, dass mir der soziale Kontakt, und sei es auch nur das Beisammensein mit meinen Verwandten mir fehlen würde, da ich schon so ein recht kleines soziales Umfeld habe.
      Fazit: Ich fahre zwar nicht wirklich gerne hin, allerdings "tanke" ich dort soziale Nähe, so komisch dass auch klingen mag, und deshalb lohnt es sich irgendwie trotzdem.

      Wie ist es bei euch ?
      Link zu meinem Single-Profil:
      Der Single-Profile-Thread NEU - NUR PROFILE
    • Bin auf Familienfeiern früher oft zusammen geklappt. Klassischer Shutdown. Der Kopf war überreizt. Mittlerweile weiss ich ja wieso und meide solche Situationen bzw schaffe Möglichkeiten mich zurück zu ziehen. Bei meiner Hochzeit waren wir zu 8. Sie Hochzeit meiner Schwester hab ich gemieden. 4h Anfahrt ca 30-40 Gäste, da hätte ich es keine Stunde ausgehalten. Schade aber leider nicht möglich.
      Mein Problem ist ich merke oft zu spät wen es zu viel wird
    • Jup, kenne ich.

      Ich beschreibe das gerne mit den 2 Geschwindigkeiten: Einerseits bin ich emotional normal an der Sache - andererseits tröppeln bei mir die "mechanischen" Information (besprochene Themen) und ToDos (wann sprechen, angucken nicht vergessen, warten usw.) nacheinander durch das Frontalhirn, bis das System einfach stehen bleibt. Und dann ziehe ich mich "auf 0" zurück und warte ab, bis das System weitermacht.

      Ergebnis: teilweise frustriert, weil gleichzeitig über- und unterfordert

      Je unterschiedlicher die Gruppenteilnehmer, umso schneller bleibe ich hängen.
    • Also ich habe heute, bis auf Weihnachten oder mal einen Geburtstag, keine Familienfeiern mehr, zu denen ich irgendwie hin "muss". Und diese sind dann auch nur im sehr kleinen Kreise. Das geht also.

      Früher war das noch anders. Es war öfter und es waren mehr Leute da. Ich fand es immer schrecklich, wenn man mit diesen gezwungenen Fragen nach der Schule etc. konfrontiert wurde. Was soll man da sagen? Wie soll Schule schon sein, wenn man kaum mit jemandem zu tun hat?
      Oft saß ich dann einfach da und habe nichts gesagt. Gott sei Dank haben sich ja hauptsächlich die Erwachsenen dann untereinander unterhalten. Schlimm war es, wenn dann Kinder dabei waren, die irgendwie ansatzweise in meinem Alter waren. Es wurde dann eben erwartet, dass man sich mit denen beschäftigt. Ich habe nie verstanden, warum man sich zwangsweise mit Leuten beschäftigen muss, nur weil sie mit einem verwandt sind. Wenn ich keine Themen habe, über die ich mit ihnen sprechen kann, dann habe ich einfach keine Themen.
      Das ist aber wahrscheinlich so die Sicht, die ich in meiner Jugend hatte.

      In meiner Kindheit fand ich solche Treffen eher furchteinflößend, weil da so viele Leute waren, die irgendwas von mir wollten und über einen geredet haben, von wegen man sei ja groß geworden etc. Am liebsten hätte ich mich dann immer versteckt. Habe ich auch oft, glaube ich, wirklich hinter meiner Mutter.
      Bei mir war es also weniger der Lärm etc., als eher, dass ich nicht wusste, was ich dort sollte, was man von mir erwartet, was ich sagen soll, warum ich was sagen soll und wozu das alles.
    • Als Kind waren die Familienfeiern für mich immer angenehm, weil ich dort meimen Adoptiveltern habe entgehen können, quasi im Schutz der Verwandschaft den Tag verbringen können.

      Als Jugendlicher habe ich das auch noch gut geschafft, wobei das wohl auch daran gelegen hat, dass meine dozierende Art zu erzählen entweder auf Wohlwollen oder auf Interesse gestoßen ist (was davon zutrifft, weiß ich bis heute nicht).

      Als junger Erwachsener ist es mir dann aber meist zu anstrengend gewesen, an Familienfeiern teilzunehmen. Schon die weite Anreise (mehrere Autostunden) ist für mich ein kaum überwindbares Hinderniss gewesen. Habe ich doch mal teilgenommen, dann meist nur an Feiern, bei denen es akzeptiert gewesen ist, stark alkoholisiert zu sein. Rückblickend bin ich mir sicher, dass ich in diesen Situationen den Stress in Alkohol ertränkt habe.

      Mittlerweile ist es so, dass ich engeren Kontakt nur noch mit der Verwandtschaft meiner Frau habe. Da gibt es einerseits Feiern, die ich ganz gut bewältigen und genießen kann, weil die Feier in einer gewohnten, ruhigen Umgebung stattfindet. Das erschöpft mich zwar nach relatuv kurzer Zeit, aber ich fühle mich wohl und kann das genießen.

      Größere Feiern, im schlimmsten Fall noch auswärts in einer Gaststätte bereiten mir hingegen schon im Vorfeld sehr viel Stress und Angst. Solche Feiern halte ich nicht lange aus, fühle mich sehr unwohl (insbesondere, wenn es gemischte Feiern sind = Familie + mir unbekannte Freunde des Gastgebers/der Gastgeberin). Ich bin dann mit den vielen Reizen und den mir unbekannten Personem dermaßen überfordert, dass ich an solchen Feiern nicht mehr teilnehme.
    • Photep67 wrote:

      Fazit: Ich fahre zwar nicht wirklich gerne hin, allerdings "tanke" ich dort soziale Nähe, so komisch dass auch klingen mag, und deshalb lohnt es sich irgendwie trotzdem.
      Das ist bei mir genauso. Ich fühle mich dort irgendwie fehl am Platz und weiß nie wie ich ein Gespräch beginnen soll.
      Meistens sitze ich einfach da und warte, dass ich angesprochen werde und hoffe, dass es ein Thema ist was ich mag und worüber ich auch reden möchte. Fern bleiben möchte ich aber auch nicht, weil mir die soziale Nähe gut bekommt.

      Bei den Familienfeiern meiner Cousine ist es am Schlimmsten, weil die dann auch die Familie ihres Mannes einladen, wodurch die Gruppe oft doppelt so groß ist. Je mehr Menschen es sind, umso stressiger wird es für mich und um so stiller werde ich.

      Ich hab mir allerdings angewöhnt, was vielleicht etwas untypisch oder merkwürdig sein mag, die Feier so gut und still wie es geht hinter mich zu bringen, um am Ende länger als die anderen Gäste zu bleiben. Ich habe so die Gelegenheit mich ganz in Ruhe mit dem Gastgeber zu unterhalten über Themen, die wir beide mögen und etwas runter zu kommen. Somit gehe ich zumindest mit einem kleinen, positiven Gefühl nach Hause.

      Trotzdem verlangen solche Feiern mir viel ab. Am besten ist es, wenn ich mir für das Wochenende nichts weiter vor nehme. Letztes Mal habe ich mich vorher noch mit einem Freund getroffen, was rückblickend betrachtet ziemlich dumm war. Das Resultat war ein Shut down während der Feier.
      "Etwas ist nicht recht, weil es Gesetz ist, sondern es muss Gesetz sein, weil es recht ist." Charles de Montesquieu
    • Das Thema Familienfeiern und Zusammenkünfte ist bei mir schnell abgehandelt. Ich gehe seit ein paar Jahren einfach nicht mehr hin.
      Es ist anstrengend, energieraubend, ohne dass auf der anderen Seite etwas Positives stünde. Die Gespräche dort interessieren mich nicht, haben nichts mit meiner Lebenswirklichkeit zu tun. Viele Nachfragen empfinde ich auch als grenzüberschreitend. Da möchte ich nur die Antwort geben "Das geht euch/dich nichts an."...was natürlich einen Affront darstellen würde.
      Dazu kommt, dass ich mich den Verwandten durch das Verwandtschaftsverhältnis keineswegs "näher" fühle als anderen Personen.
      Ich werde mittlerweile auch nicht mehr kontaktiert und eingeladen und empfinde das als sehr angenehm.