Theater (anschauen und selber spielen)

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    • Theater (anschauen und selber spielen)

      Hallo,

      ich möchte euch mal fragen,...

      1) ob jemand schon mal Theater gespielt hat/ spielt. Und wenn ja, wie ihr es findet (fandet).

      2) geht Ihr in öffentliche theatervorführungen? wie findet ihr das?
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      zu 2)

      Ich gehe (seit ca 2 jahren) in öffentlich stücke und finde es meistens interessant. ich bereite mich meistens inhaltlich vor (inhaltsangabe lesen oder kritiken, damit ich die handlung verstehe/ besser verstehe. manchmal ist es mir allerdings zu laut (vor allem moderne stücke, wo mit videos o.ä. gearbeitet wird. ich gehe meistens zu den gleichen häusern und kann deswegen ganz gut einschätzen, was auf mich zu kommt und wie die abläufe dort sind. die häufigkeit ist sehr unterschiedlich. ich bekomme über eine institution öfters freikarten (hat nichts mit der beschriebenen schauspielgruppe zu tun) und gehe quasi nach deren angebot. ich gehe fast immer mit begleitung. ich bin allerdings auch schonmal in der pause gegangen, da ich absolut garnichts verstanden habe und es auch sonst sehr schrecklich fand. das gehen war in dem moment etwas genauso schlimm wie nichts zu verstehen (weil es "nicht der plan war")


      zu 1)
      ich spiele seit etwa 2,5 jahren in einer kleinen, betreuten gruppe in einem sozialen zentrum. die betreuerin dort kennt mich ("mehr oder weniger", keine diagnosen o.ä.). Es ist für mich meine anstrengenste aktion der ganzen woche (bei einer durchschnittlichen woche ohne besondere vorkommnisse und ohne feiertage o.ä.). fast immer bin ich danach ganz ko. ich überlege immer wieder, die gruppe zu verlassen.
      ich habe aber auch spaß dabei und die auftritte, so nervös, chaotisch, laut, ... es auch ist, geben am ende ein gutes gefühl.
      anfangs musste ich keine sprechrolle spielen. mittlerweile habe ich auch text. es fällt mir sehr schwer, die forderungen an irgendwelchen "körperausdrücken" und mimiken zu erfüllen. ich verstehe oft echt nicht, was die anleiterin von mir will und habe irgendwie auch oft keine ahnung, warum es manchmal "gut" ist und manchmal "völlig inadäquat" (so die rückmeldungen). das einzige, was ich immer merken kann, ist, ob ich mein "dauergrinsen" im gesicht habe (ist ein eintrainierter zwang, "nett und höflich sein"). ich befürchte, die anleiterin ahnt nicht, dass ich oft ihre erklärung garnicht verstehe (als würde sie mir unbekannte fachwörter benutzen, die ich zwar schonmal gehört habe, aber deren genaue definition ich nicht kenne)
      ich überlege, ob ich dadurch wirklich etwas über meine mimik (und körperausdruck) lernen kann (sie scheint oft anders zu sein, als ich denke) und ob es "den stress wert ist".
    • Theater anschauen mache ich kaum, ist ganz interessant, aber ich schaue dann doch lieber daheim etwas übers Internet oder Filme im Fernsehn an.

      Ich war mal in der Theater-AG an meiner alten Schule, dort hatte ich viel Spaß am spielen. Dort habe ich auch meistens Sprechrollen gespielt, bei unserer Hauptaufführung war ich sogar eine der Hauptrollen. Vor dieser war ich extrem aufgeregt, aber am Ende war es das alles wert. Mit dem Text hatte ich nie Probleme, mit spielen hat es einigermaßen funktioniert bisschen zu wenig Körpersprache und ich habe wie immer zu leise gesprochen.

      In einem Filmprojekt habe ich auch mal mitgespielt, dort durfte ich mir meine Rolle frei aussuchen und mit der Mimik gab es keine Probleme da ich eine Maske getragen habe.

      Und ich gehe seit vielen Jahren larpen. Larp ist mein Lieblingshobby und dafür kann ich sogar mal eine oder zwei Wochen meine SIs vernachlässigen und den ganzen Tag mit Menschen zusammen sein. Dort gibt es keine Zuschauer und eigentlich kaum Leute die mein Verhalten für seltsam halten.
      Die Rolle kann ich mir selbst überlegen und basteln und im Gegensatz zu normalem Theaterspielen einfach das tun und sagen was ich möchte. Für meine Charaktere gebe ich mir viel Mühe, einmal habe ich z.B. eine erfundene Fantasiesprache mit ungefähr 300 eigenen Wörtern, Grammatik und ~40 Seiten Hintergrund gelernt.
      Dadurch habe ich auch einiges gelernt.
    • Ich spiele seit Ende letzten Jahres in einer Integrationstheatergruppe. Das ist Improvisationstheater mit einigen professionellen Schauspielern, interessierten Laien und Leute mit psychischen, körperlichen und sozialen Probleme (daher Integrationstheater). Ein Stück haben wir bereits aufgeführt, wobei die letzte Aufführung gestern war.
      Meine Arbeit kam offenbar gut an. Ich bekam sehr viel positive Kritik vom Publikum und den Kollegen, was ich anfangs gewundert hat. Ich denke, ich bin nicht gut im Schauspielen, aber mir fielen halt viele gute Witze ein (die ich selbst auch lustig finde).
      Ich finde die Arbeit dort toll. Ich bin seit Langem arbeitslos, weswegen mir die Gruppe von einem Sozialarbeiter empfohlen wurde. Und ich ging anfangs eigentlich nur hin, weil ich nichts unversucht lassen wollte. Aber vielleicht bekomme ich nun dadurch Arbeit. Professionell beim Theater zu arbeiten stelle ich mir toll vor.

      Ich ging nun auch zweimal ins Theater und sah mir ein Stück an, in dem einer unserer Profis die Hauptrolle spielte. Ich fand die Inszenierung des Stücks sehr interessant. Ich denke, ich werde öfter ins Theater gehen.

      Allerdings habe ich große Probleme mit dem Applaus. Dieser ist mir einfach viel zu laut. Ich könnte Ohropax verwenden. Aber diese müsste ich entweder im richtigen Moment reintun, den ich erraten müsste. Oder ich müsste sie sehr früh reintun und würde möglicherweise etwas vom Stück nicht mitbekommen. Das macht mich fertig und es wird wohl weiterhin ein Grund sein, selten ins Theater zu gehen.
      Wenn ich selber auf der Bühne bin, ist der Applaus etwas abgeschwächt, weil das Publikum weiter entfernt sitzt. Trotzdem ist das schwer auszuhalten. Bei der Premiere des Stücks, in dem ich mitspielte, bekam ich einen Overload und zwei Kolleginnen haben mir schätzungsweise eine halbe Stunde geholfen, mich davon zu erholen. Sie haben sehr nützlich gehandelt. Das freut mich, denn normalerweise wissen Leute in meinem Umfeld gar nicht, wie sie darauf reagieren sollen!
      "Igitt, die Muse hat mich geküsst." ~ ein autistischer Künstler
    • kastenfrosch schrieb:

      1) ob jemand schon mal Theater gespielt hat/ spielt. Und wenn ja, wie ihr es findet (fandet).
      Ich habe in der Schule an kleinen komödiantischen Stück mitgewirkt. Ich hatte meist Nebenrollen und war damit zufrieden. Es hat Spaß gemacht, da ich mich in den Rollen mal komplett anders verhalten konnte als sonst. Und da ich an sich auch ein eher humorvoller Mensch bin, konnte ich mich dort mal richtig austoben.
      So richtig professionell habe ich aber noch nicht geschauspielert.


      kastenfrosch schrieb:

      2) geht Ihr in öffentliche theatervorführungen? wie findet ihr das?
      Finde ich an sich sehr gut und mache ich auch ab und zu. Ich mag vor allem kleinere Indie-Produktionen. Da habe ich schon ein paar echte Perlen sehen dürfen (RW). Probleme machen mir, wie überall, vor allem die Menschen um mich herum. Oft fängt beispielsweise die Person neben mir an, mit dem Bein zu wackeln oder sonstwie rumzuzappeln, was mich dann extrem ablenkt und mir den ganzen Abend versaut.
      Wenn kein nerviger Nebenmann vorhanden ist, kann ich das Stück aber in der Regel auch genießen.
    • Ich hatte nur 1x eine kleine Rolle mit einem Satz in der Schule und fand es schrecklich. Ich kann nicht schauspielern.
      Theater anschauen mache ich aus eigenem Antrieb auch nicht, nur wenn mich jemand mitschleppt. Ob es mir dann gefällt, hängt vom Stück ab, aber im Prinzip würde ich mir lieber einen Film anschauen.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Shenya schrieb:

      Ich hatte nur 1x eine kleine Rolle mit einem Satz in der Schule und fand es schrecklich. Ich kann nicht schauspielern.
      Theater anschauen mache ich aus eigenem Antrieb auch nicht, nur wenn mich jemand mitschleppt. Ob es mir dann gefällt, hängt vom Stück ab, aber im Prinzip würde ich mir lieber einen Film anschauen.
      Genau so geht es mir auch..in der Schule war es die Hölle! Jede Form von Schauspielerei, Verkleiden (Fasching :m(:
      8o ) usw waren absolut angstbesetzt. Obwohl ich sonst sprachlich total gut war. Aber dieses "verstellen" und eine Rolle spielen, kam mir nicht nur lächerlich sondern auch extrem schambehaftet und bloßstellend vor.

      Theaterstücke ansehen muss ich auch nicht. Interessiert mich nicht sonderlich.DAnn doch lieber Comedians oder Kinofilme.
      "Nichts geht jemals vorbei, bis es uns gelehrt hat, was wir wissen müssen." Pema Chödron
    • danke für eure rückmeldungen!

      ich bin grad (mal wieder) sehr am hadern mit meiner gruppe. mir fällt es extrem schwer, text und mimik/ körperausdruck gleichzeitig zu präsentieren (entweder klappt es mit dem text oder ich muss so über die körperspannung, mimik etc nachdenken, dass ich keinen satz mehr vernünftig raus bekomme).
      nachdem ich um ein extra gespräch gebeten hatte, will die anleiterin nochmal versuchen, das ganze etwas besser an mich anzupassen. wenn es in 4 wochen nicht besser ist, werde ich mich zumindest aus diesem stück zurückziehen. grenze erreicht.
    • kastenfrosch schrieb:

      mir fällt es extrem schwer, text und mimik/ körperausdruck gleichzeitig zu präsentieren (entweder klappt es mit dem text oder ich muss so über die körperspannung, mimik etc nachdenken, dass ich keinen satz mehr vernünftig raus bekomme).
      Bei mir geht das auch nicht zusammen.
      Es war katastrophal..und die Leiterin dachte immer, es wäre wegen Angst.

      Jetzt im inklusiven Theater mit Musik und Non-sprechrollen geht es ganz gut.
      Es überfordert mich bisweilen so ein Probentag...dennoch bleibt irgendetwas Schöne oder/und Befriedendes,
      was ich noch nicht ganz orten kann.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert? "
      (Schrödinger lässt grüßen ;) )
    • Linnea schrieb:

      Es war katastrophal..und die Leiterin dachte immer, es wäre wegen Angst.
      war bei mir auch so....
      leider war der AS-Verdacht da noch nicht bestätigt. deswegen konnt ich es ihr auch nicht erklären.über eventualitäten wollte ich nicht reden. dass ich mit der mimik überfordert war, hat sie irgendwie nicht verstanden (oder nicht ernst genommen).

      ich muss gerade aber auch feststellen, dass einige aussagen erst durch die AS-Diagnose ernstgenommen werden (oder anders verstanden werden?). ich bin ja kein anderer mensch dadurch geworden. und trotzdem reagiert die umwelt so sehr anders.

      oh, ich sehe gerade, dass ich da noch in der gruppe war. bin ich schon längere zeit nicht mehr. Ich glaube 2 Monate nach dem Posting von oben stieg ich aus. Ich war am ende ziemlich überfordert. es war lange ein "grenzgang" (immer mal wieder überlegt, ob ich aussteige oder nicht), aber das letzte stück und die erwartungen von außen waren dann zu viel.
      nach meinem ausstieg ist allerdings die ganze gruppe "auseinander gebrochen" (RW). Ich denke, ich hatte einige Dinge ausgesprochen, die auch von anderen nicht gut befunden wurden, was aber niemand laut gesagt hatte. Ich hatte dann den Ärger, aber "abgehauen" sind dann mehrere.
      Ich verstehe nicht, wieso so oft niemand etwas sagt, obwohl offensichtlich Probleme bestehen (die Erfahrung habe ich schon häufiger gemacht und ebenso häufig hatte ich dann den "Ärger" deswegen). Diese "Feigheit" macht mich manchmal wirklich sauer.
    • kastenfrosch schrieb:

      Ich verstehe nicht, wieso so oft niemand etwas sagt, obwohl offensichtlich Probleme bestehen (die Erfahrung habe ich schon häufiger gemacht und ebenso häufig hatte ich dann den "Ärger" deswegen). Diese "Feigheit" macht mich manchmal wirklich sauer.
      Kann ich absolut nachvollziehen und ist ja nun auch kontraproduktiv, auch wenn sie wohl irrigerweise denken, es sei das Gegenteil.
      Jessasnee. :shake:
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert? "
      (Schrödinger lässt grüßen ;) )
    • Ich habe im Theater nun größere Sprechrollen und muss für das nächste Stück sogar singen. Ich bin schon gespannt, wie das wird. Früher sang ich gerne, habe es aber aufgegeben. Ich war zu perfektionistisch und habe es nie gut gelernt, aber ich vermute, dass ich musikalisch genug bin.
      Mir gefallen auch die vielen Kostüme, die ich anziehen kann. Für das letzte Stück waren sie sehr bunt, für das nächste vermutlich auch.

      Aber ich habe immer noch mit dem Lärm zu kämpfen. Wenn die Vorstellung schlecht läuft, dann sitzen weniger Leute im Publikum und sie klatschen weniger. :roll:
      "Igitt, die Muse hat mich geküsst." ~ ein autistischer Künstler
    • Wir spielen derzeit in einem nicht zu großen Raum..ich hoffe, der Lärm hält sich in Grenzen.

      Ich liebe, dass wir so viel mit Musik spielen. :)
      Und ja, wir haben auch Kostüme..teils bestellte, teils improvisierte.

      Singen würde ich wohl auch, lieber, als eine größere Sprechrolle zu haben.

      Sprechen wiederum würde ich sehr gerne für ein Hörspiel.
      Da hatte ich mich auch mal beworben vor Jahrzehnten,
      aber die wollten nur echte Schauspieler.. Pfft. :nerved: Manche echten sprechen gar nicht so toll, finde ich. :shake:
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert? "
      (Schrödinger lässt grüßen ;) )
    • kastenfrosch schrieb:

      1) ob jemand schon mal Theater gespielt hat/ spielt. Und wenn ja, wie ihr es findet (fandet).

      2) geht Ihr in öffentliche theatervorführungen? wie findet ihr das?
      1. ich erinner mich jetzt nicht wirklich an sowas, bis auf vereinzelte Schulaufführungen.
      Ich muss dazu sagen das ich selber sowas nicht gern mache, außer ich mag die Rolle sehr und muss nicht zwangslebend was auswändig lernen und vor Publikum andere "beeindrucken". Das macht mich nervös und ich kann mich dann nicht konzentrieren.

      2. Ich war nur einmal im Theater und das war mit der Grundschule ein Ausflug.
      ich hab keine Ahnung was da aufgeführt wurde, ich fand es recht langweilig weil ich nicht verstand was da passierte. Das einzig lustige und interesannte war eine Figur die aussah wie ein bräunlicher großer spitzer Berg mit 4 Füßen oder so und durch das Bühnenbild wankte weil er motorisch eher eingeschrängt bewegungsfähig war und dabei spiele eine eher eigentümliche Musik, das brachte mich zum lachen. Leider kam dieses Etwas nur 2mal in der Aufführung vor. Als wir aus dem Theater kamen fand ich auf dem Boden vor dem Eingang einige seltsame Teile die wie sich später herausstellte, Punks gerne an ihre Kleidung machten und als Nieten bezeichnet werden. Warum die da herum lagen weiß ich nicht. ich sammelte sie aber auf.
    • Theater habe ich nicht gespielt, aber ich war bis zu meiner Konfirmation in einem Singkreis. Da gab es auch jährlich mehrere Auftritte und u.a. ein Krippenspiel, bei dem ich auch Text aufsagen musste. Natürlich nicht vergleichbar mit einem richtigen Theaterstück.

      Ich war schon lange nicht mehr im Theater, aber würde gerne gehen. Zuletzt war ich im Februar in einem Stück, aber das hat mir nicht gefallen. War eigentlich auch nur dort, weil es für einen guten Zweck war. Was mich mal Reizen würde ist Impro – Theater.