Sich reinsteigern

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    • Mit the work.
      Mit überprüfen der Gedanken oder Sorgen.
      Nicht aus einer Mücke Elefanten machen. Vor allem, wenn noch nicht mal ne Mücke da ist. :m(: :d
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Linnea wrote:

      ...meine Neigung zum übertreiben oder dramatisieren. Nicht laut oder extrem, wie man das oft dann vor Augen hat. ..Aber doch too much, um zu stören, zu verspannen, statt hilfreich zu agieren. :nerved:
      Das nervt so.
      Meine Güte. ..Wo kommt das her und wie bekomme ich diese Art zu denken weg? :roll:
      Mein Workaround: mich bei bestimmten Triggerthemen komplett zurückziehen, sonst geht es mir wie dir. :(
      Wenn du einen Praktikablen Weg gefunden hast um gelassen mit den Themen umzugehen, lass mich bitte wissen wie.
    • Linnea wrote:


      Hm. Heute. ..natürlich erst wieder im Nachbetrachten... merke ich wieder meine Neigung zum übertreiben oder dramatisieren. Nicht laut oder extrem, wie man das oft dann vor Augen hat. ..Aber doch too much, um zu stören, zu verspannen, statt hilfreich zu agieren. :nerved:

      Das nervt so.
      Meine Güte. ..Wo kommt das her und wie bekomme ich diese Art zu denken weg? :roll:
      Bei mir hat sich das mit fortschreitendem Alter immer weiter zurüvkntwickelt.
      Ab dem 50 Geburtstag wurde es merklich weniger. Der alte Spruch, daß nichts
      so heiß gegessen wird, wie man es kocht, nahm immer mehr Gestalt und Wahrheit
      an. Ich habe alles, was mir in jungen Jahren vorhergesagt wurde und dann nicht
      eingetreten ist, immer deutlich gesehen und die damaligen Reaktionen mit denen
      von heute verglichen.

      Und Räder müssen immer wieder neu erfunden werden. Weil Gefühle eben sehr individuell
      sind und deshalb nicht verallgemeinerbar sind. Das muß jedes Individuum selbt für sich
      lernen und erfahren.

      Grüß vom alten weißen Mann :d
      Spontanität will wohlüberlegt sein.
    • @Fred Kasulzke Ich glaub nicht, dass das was damit zu tun hat. Die Stimmen stressen mich ungemein, ich meine, fremde Stimmen, wenn ich unterwegs bin z.B. Und da steigere ich mich dann wirklich hinein und würde am liebsten allen die Stimmbänder veröden.

      Einzeln mag ich viele Menschen ja.

      Gegen dieses Gestresstsein würd ich gern was machen können, leider blenden die NC-Kopfhörer manche Tonlagen nicht gut aus.

      The post was edited 1 time, last by Lefty ().

    • Linnea wrote:


      Hm. Heute. ..natürlich erst wieder im Nachbetrachten... merke ich wieder meine Neigung zum übertreiben oder dramatisieren. Nicht laut oder extrem, wie man das oft dann vor Augen hat. ..Aber doch too much, um zu stören, zu verspannen, statt hilfreich zu agieren. :nerved:

      Das nervt so.
      Meine Güte. ..Wo kommt das her und wie bekomme ich diese Art zu denken weg? :roll:
      Och. Vielleicht hilft tatsächlich "dramatisieren" im Sinn von "als ein Drama (Theaterstück) darstellen". Bild erzeugen, in nötigen Details beschreiben, wieder friedlich sein :) . Irgendwie ist ein "den möchte ich an seinen Eingeweiden aufhängen" sowieso gesellschaftsfähiger als ein einfaches "umbringen". Die meisten NTs glauben schließlich, dass Du ironisch o.ä. bist. Ansonsten sei froh, dass sich niemand der Folgen seiner Tat bewusst ist; wenn Du die Avocado kaufst, sterben (am Ende einer langen Kausalkette) Achmed und seine drei Brüder, wenn Du sie nicht kaufst, stirbt Selina.

      Oder bin ich auf der völlig falschen Spur?
    • Fred Kasulzke wrote:

      wurde es merklich weniger. Der alte Spruch, daß nichts
      so heiß gegessen wird, wie man es kocht, nahm immer mehr Gestalt und Wahrheit
      an. Ich habe alles, was mir in jungen Jahren vorhergesagt wurde und dann nicht
      eingetreten ist, immer deutlich gesehen und die damaligen Reaktionen mit denen
      von heute verglichen.
      Das stimmt..besser ist es schon geworden als frühr.
      Ich würde nur wünschen, es würde mir etwas früher einfallen,
      dass ich da gerade wieder übertreibe,
      bevor ich mich oder gar andere nerve.

      Fred Kasulzke wrote:

      Grüß vom alten weißen Mann
      hihi :d
      Grüße zurück.

      Lefty wrote:

      "the work" hab ich auch schon ausprobiert, kurzfristig hilft es, aber langfristig nicht und mir kommt es vor, als ob man sich damit selbst gehirnwäsch
      manchmal ist dem so, aber grundsätzlich finde ich schon gut, mal hin udn wieder alles zu übrprüfen...
      .....und darin dann echt das Drama oder gar die Unwahrheit/ das Nichtwissenkönnen...zu entdecken.

      Ich bin dann hinterher oft befreit und muss über mich lachen. " ach, Mädel/Frau da warst du doch schonmal!" :m(: ..ertappt :roll: .....Scham ist dennoch noch da.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Linnea wrote:

      sage mir: ich weiss nichts über gleich, also geniesse ich das Jetzt...
      es ist so viel nicht so gewesen, wie ich fürchtete...ich lebe jetzt...was würde mir jetzt gut tun?....

      Ich züchte diese Gedanken täglich wie eine Pflanze.
      Weil mir dieser Thread durch einen anderen, aktuellen Thread einfiel, lese ich gerade darin und finde das oben Zitierte vor. Linnea ist ja leider nicht mehr hier, sonst hätte ich sie gern gefragt, ob sie das beibehalten konnte - ob die Pflanze gut gedeiht ist.

      Ich würde mir diese Einstellung auch gern zu eigen machen. Und das mit dem Züchten funktioniert, das weiß ich. Wenn ich mich morgen gut fühlen möchte, dann muss ich heute etwas dafür tun, denn der eine Tag baut auf dem anderen auf. Das kann man für alles Mögliche anwenden, also auch für das "sich reinsteigern". Die Wahrscheinlichkeit, dass ich morgen beruhigt bin, ist sehr gering, wenn ich heute nicht aufhöre mit dem Reinsteigern.

      Das sind so ein paar Gedanken, die mir kamen zu dem Zitierten.
    • In einem Video über AD(H)S hörte ich, dass es bei AD(H)S so ist, wenn man etwas nur in der Vorstellung durchlebt, dann wird es so wahrgenommen, als wäre es wirklich passiert. Z.B. die Erwartung, dass gleich etwas Schlimmes passiert, löst sofort starke entsprechende innere Reaktionen aus, so, als würde es in dem Moment tatsächlich passieren. Bei mir ist das so. Und auch, wenn sich schnell zeigt, dass es gar nicht passiert ist, bleibe ich erstmal eine Weile in der Wahrnehmung stecken - ich muss es verarbeiten (obwohl gar nichts passiert ist). Genauso kann ich mir aber Schönes vorstellen und erlebe das dann auch, als wäre es Realität.
      Ist das bei AS auch so?
    • Ich neige auch dazu, mich in viele Dinge heineinzusteigern.
      Das geht von positiven Dingen, für die ich dann wirklich viel mache und alles andere vernachlässige bis hin zu negativen Dingen, zu denen meine Gedanken dann ewig lange kreisen und ich nicht weiß, was ich dann machen soll. Dann will ich meist auch zu niemandem direkten Kontakt haben und für mich sein. Meistens höre ich dann Musik oder fahre mit dem Auto umher, wie ich es letztes Wochenende getan habe, um mich abzureagieren.

      Das Problem dabei ist, dass viele Menschen, die eher NT sind, mich nicht so wirklich verstehen. Entweder wollen die mir dann Tipps geben, wie ich mich verhalten soll oder aber - wenn ich so aus der Verzweiflung heraus einfach mal eine Nachricht hinschicke - einfach gar nichts mit mir zu tun haben.
      Ja ja, ich bin als Mensch getarnt, ja ja, ich habe Sie gewarnt!
    • Lex wrote:

      Durch innere Anspannung, würde ich sagen.

      Stell dir mal vor du hast z. B. Schmerzen oder die Ecke vom Zimmer brennt oder sonstwas aber nieman glaubt dir, alle ignorieren es oder reden es klein oder lachen dich sogar aus oder sagen du sollst ruhig sein. Währenddessen werden aber die Schmerzen immer unerträglicher oder das Feuer immer bedrohlicher und so wirst du immer lauter und dramatischer um endlich Gehör zu finden oder weil daß Problem für dich mehr und mehr in den Mittelpunkt rückt, da sich kein Ende des Problems abzeichnet. So ähnlich ist es mit dem Reinsteigern auch in anderen Situationen.

      In manchen Fällen würden "erlösende Worte" einer anderen Person schon genügen, um das Drama zu beenden. Müssen aber die richtigen Worte sein. Welche das sind ist je nach Situation unterschiedlich.
      Ich finde, du hast das sehr schön und bildlich “treffend“ beschrieben. Danke dafür.
    • Lex wrote:

      Leider versteht das Umfeld oft nicht, dass wenn jemand lauter und vehementer wird, das auf einer gesteigerten inneren Not resultiert. Sie denken dann eher die Person sei unverschämt unhöflich, bestimmerisch, übergriffig etc. Und reagiert entsprechend.

      Ähnlich auch das Problem, wenn jemand mir nicht glaubt und ich deshalb aus Verzweiflung lauter werde. Die glauben dann an den Spruch "wer schreit hat Unrecht!" Wäre bei mir umgekehrt. Eine Lüge durch die Gegend schreien würde ich nicht tun, sie überhaupt auszusprechen würde mir schon schwer genug fallen.

      Und die Erkenntnis, nichts unter Kontrolle zu haben, wäre für mich nicht erlösend sondern würde das Drama noch verstärken bzw. tut es.
      Genauso erlebe ich es auch. Ich werde immer verzweifelter und das Gegenüber kommentiert: “Wie kann man nur so “aggro“ sein?“, oder “Kannst du dich mal beruhigen und leiser reden?“, oder auch “Jetzt beruhige dich mal wieder, du bist ja total hysterisch.“
      Alles Aussagen, die die Situationen noch verschlimmern. Denn ich fühle mich nicht aggressiv , sondern total verzweifelt.
    • Louveteau wrote:

      Ferner lernen NTs irgendwann, welche Details zu was führen, weil sie nur teilweise Details wahrnehmen und diese dann in einen Kausalzusammenhang bringen. Sprich: "Sonne scheint - Mutter ist weg (arbeiten)." Einfacher Zusammenhang. Autisten sehen aber "Sonne scheint, Geschirr ist in der Spüle, Spinne in der Ecke, draußen bellt ein Hund - Mutter ist weg (arbeiten)." Es ist schwierig zu verstehen, was davon jetzt der Zusammenhang ist, welche "Regel" also zugrunde liegt. Ist die Mutter immer weg, wenn der Hund bellt? Oder doch tagsüber, wenn die Sonne scheint?
      Ja, sie sehen das Wesentliche, alles andere blenden sie aus, weil es für sie unwichtig ist. Aber ist es das wirklich? Ich kann für mich nicht wirklich nachvollziehen, dass es so viele unwichtige Dinge gibt. In dieses, mein Unverständnis, kann ich mich dann auch extrem reinsteigern.
    • Ich glaube die meisten Probleme resultieren daraus, immer alles diskutieren zu müssen.
      Ich hab schon vor Jahren aufgegeben alles zu diskutieren, da in der Regel sowieso jeder nur auf seinem eigenen Standpunkt beharrt und darüber hinaus nicht weit blicken kann.
      Seitdem habe ich deutlich weniger Konflikte. In der Arbeit kann ich das jedoch besser, als privat. Ich hab schon bemerkt, dass ich bei Bekannten gerne wieder zum diskutieren anfange, weshalb ich jetzt auch den Umgang mit Bekannten meist vermeide, es stresst sowie nur.
      Außerdem darf man nicht in die Falle tappen, vom anderen verstanden werden zu wollen, jeder will verstanden werden aber beim verstehen des Gegenübers scheitert es dann.
      Es ist immer die Frage nach Aufwand und Nutzen. Die meisten Diskussionen ( damit meine ich keine interessanten, bereichernden Diskussionen) kosten viel Energie und bringen wenig Nutzen.
    • Etwas Ähnliches erlebe ich zuur Zeit in einer gewissen Krankenhausserie. Da ist ein junger Arzt, der sich zur Zeit extrem engagiert, wenn er etwas bestimmtes erreichen will um jemandem zu helfen. Aber gerade, weil er sich so engagiert (und auch wegen medizinischer Vorgeschichte in der Familie) halten sie ihn für verrückt und nehmen ihn nicht ernst und bremsen seine Bemühungen so aus. Aber erst dadurch, dass sie das tun, beginnt er sich dann aus Verzweiflung wirklich wie verrückt zu benehmen im Bemühen der Person doch noch helfen zu können und ist zudem noch verletzt vom Verhalten der anderen. Ob er nun wirklich die Krankheit hat oder nicht ist noch nicht raus nur hat er bislang mit seinen Ambitionen und Bestrebungen in der Tat immer Recht gehabt. In einigen Fällen hat er dadurch bereits sehr Gutes bewirkt (ja, fanatisches Verhalten kann auch seine Vorzüge haben!) und einmal ist es ihm leider nicht gelungen, aber nur, weil die anderen ihn nicht unterstützt haben. Und dadurch dafür gesorgt haben, dass er der einen Person nicht helfen konnte und auch nicht beweisen konnte, dass er Recht hatte was sie betrifft und er weiter Ärger hat wegen seinem Verhalten. Ich kann verstehen, wie er sich fühlen muss. :( Wenn sie ihn ernst nehmen und respektvoll behandeln würden, müsste er nicht zum Einzelkämpfer werden und ne Szene machen jedes Mal.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.