Sich reinsteigern

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    • Sich reinsteigern

      Ich kann mich wahnsinnig in Sachen reinsteigern.
      Das ist schon immer so gewesen. Egal was es ist. Ich kann mich damit richtig krank machen. Dann kann ich nichts anderes mehr denken, mein Denken kreist nur um diese eine Sache.
      Natürlich sind es nicht positive, sondern negative Dinge, in die ich mich reinsteigere. Warum kann ich die Sache nicht "drehen", also mich in positive Dinge reinsteigern und die negativen links liegen lassen?
      Das gelingt mir nicht. Wobei ich mich wenn es mir gut geht, sehr freuen kann. Dann ist meine Welt rosa.
      Geht euch das auch so? Ich habe manchmal das Gefühl, dass es etwas mit AS zu tun hat. Weil ich das schon öfters bei Personan beobachtet habe, die aus dem Spektrum sind..
      Rot Orange Gelb Grün Blau Violett
    • Ja, ich steigere mich beispielsweise nach einem Streit zu sehr in die Sache rein weil ich es meistens zu persönlich genommen habe.
      Um das zu lösen versuche ich, den Streit so schnell wie möglich zu schlichten.
      Allerdings klappt das auch nicht immer, weil ich dann auf der anderen Seite je nach Streit auf stur schalte und nicht den ersten Schritt machen kann und ich mich dann frage, ob das die richtige Entscheidung ist, warum die andere Person nicht auf mich zukommt oder wieso ich es immer bin, der der anderen Person hinterherrennt.
    • exorcist wrote:

      Ja, ich steigere mich beispielsweise nach einem Streit zu sehr in die Sache rein weil ich es meistens zu persönlich genommen habe.
      Um das zu lösen versuche ich, den Streit so schnell wie möglich zu schlichten.
      Allerdings klappt das auch nicht immer, weil ich dann auf der anderen Seite je nach Streit auf stur schalte und nicht den ersten Schritt machen kann und ich mich dann frage, ob das die richtige Entscheidung ist, warum die andere Person nicht auf mich zukommt oder wieso ich es immer bin, der der anderen Person hinterherrennt.
      Das mit dem Streit kenne ich auch.
      Ich kann mich da auch nicht abgrenzen. Sollte dann eher in den Wald gehen und meditieren. Aber was tue ich- meine Gedanken nur um das Thema kreisen lassen..
      Ich will auch nie den anderen hinterher laufen.. Warum denke ich nur so? Scheine mir das Leben doch schwer zu machen- wie die NT's es hier sagen würden..
      Rot Orange Gelb Grün Blau Violett
    • Ich steigere mich schnell in eine Panik hinein, wenn sich etwas plötzlich ändert, z.B. ein Termin auf den letzten Drücker verlegt wird oder ich ein Produkt, das ich dringend brauche, beim Einkaufen nicht bekomme. Meine Mutter sagt immer, ich würde mich viel zu sehr in alles reinsteigern und dann hysterisch werden.

      Schlimm war es damals auch, als ich den Termin beim ATZ hatte und ich dann auf den Bus nach Hause gewartet habe und der nicht kam. Ich hatte wahnsinnige Angst, ich könnte dann nicht mehr nach Hause kommen und müsste da bleiben. Ich hab dann in Tränen aufgelöst meinen Onkel angerufen und ihn regelrecht angebettelt, dass er mich da bitte wegholen möge. Er hatte zwar eigentlich keine Zeit, hat mich dann aber so schnell es ging da abgeholt. Ich habe erst später rausgefunden, dass der Bus nicht wie im Fahrplan angegeben am Bahnhof hält, sondern in einer Nebenstraße. Ich hab dem Busunternehmen dann eine E-Mail geschrieben und mich deswegen beschwert. Kommentar: "Sie hätten doch mal einen der Fahrer der anderen Busse fragen können, die hätten das gewusst!". Leider war ich in dem Moment viel zu panisch, um auf so eine Idee zu kommen. Ich kann in solchen Situationen einfach keinen klaren Gedanken mehr fassen und bin dann wie das sprichwörtliche "kopflose Huhn". Ich bin ja im Nachhinein schon froh, dass ich es zumindest noch geschafft habe, meinen Onkel anzurufen. :oops:
      Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein, wie Andere mich gern hätten.

      The post was edited 1 time, last by Windtänzerin ().

    • Windtänzerin wrote:

      Ich hab dem Busunternehmen dann eine E-Mail geschrieben und mich deswegen beschwert. Kommentar: "Sie hätten doch mal einen der Fahrer der anderen Busse fragen können, die hätten das gewusst!". Leider war ich in dem Moment viel zu panisch, um auf so eine Idee zu kommen.
      Vielleicht kannst du ja, wenn wieder so eine Situation auftritt, diese Erfahrung verwenden. :)
      「人上人不造」 All Men Are Created Equal

      It's simple. There are no guarantees. I have to trust in luck. That is all.
    • Rasmuss wrote:

      Warum kann ich die Sache nicht "drehen", also mich in positive Dinge reinsteigern und die negativen links liegen lassen?
      Vermutlich, weil die negativen Dinge nach einer Lösung "verlangen" .

      Windtänzerin wrote:

      Ich steigere mich schnell in eine Panik hinein, wenn sich etwas plötzlich ändert, z.B. ein Termin auf den letzten Drücker verlegt wird oder ich ein Produkt, das ich dringend brauche, beim Einkaufen nicht bekomme.
      Bei Produkten kann ich dann schon loslassen, aber vor allem kurzfristige Änderungen machen mir teils schon gut zu schaffen.
    • Ich steigere ich hauptsächlich in Befürchtungen sehr rein.
      Z.B. die Befürchtung, ich könnte irgendwo zu spät kommen. Oder die Befürchtung, ich könnte auf die Toilette müssen, und es gäbe keine o.ä.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Ich kenne es auch sehr gut.
      Ich diskutiere und argumentiere dann mit mir,
      weil das aushalten der Gedanken zu dem Thema (Streit...) unerträglich sind.
      Rauskomme ich da nur mit Schlaftabletten, die ich wohldosiert dann einsetzte ;)
      Ansonsten endet es in Selbstverletzendem Verhalten.
    • Dieses Reinsteigern ist bei mir auch sehr stark ausgeprägt. Heute hat z. B. jemand auf dem Nachbarbalkon ein Klangspiel aufgehängt. Jeder Ton davon regt mich so auf, dass ich keinen einzigen klaren Gedanken mehr fassen kann. Ob oder wie ich dagegen vorgehen kann, weiß ich noch nicht. Irgendwie werde ich insgesamt bei Geräuschen immer empfindlicher und gleichzeitig aggressiver.
    • Mir geht es genau so wie Rasmuss!

      Was Windtänzerin betrifft: Ja, diese Art von Reinsteigern habe ich auch manchmal. Allerdings wie hätte sie denn auf die Idee kommen sollen, dass es einen Anlass gibt, den anderen Busfahrern eine Frage zu stellen, wenn sie davon ausging, dass der Bus sich verspätet hat, und ihr eine andere Möglichkeit gar nicht in den Sinn kam?
      Hinzu kommt noch das Hemmnis, überhaupt Leute anzusprechen, das für manche, gerade auch für manche Autisten, recht groß ist.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Hallo zusammen,
      reinsteigern ist gerade ein ganz großes Thema bei mir.
      Möchte mal fragen, wie es bei Euch ist.
      Vielleicht kommen noch zusätzliche Infos.

      Wenn was nicht geht oder ich Angst habe, dass es scheitert, ist es für mich wie ein Weltuntergang, da ich so unflexibel bin und keine Alternativen parat habe.

      F.G. Daniel
    • da helfe ich mir mit Logik und Mathematik
      Da es unwahrscheinlich ist, dass etwas zu 100% funktioniert, überlege ich, dass was ich tue, wenn es nicht klappt und lege mir Alternativen zurecht
      Plan B bis Z
      auch ist es extrem hilfreich, nach einer misslungenen Aktion noch mal drüber nachzudenken, was man das nächste mal besser machen kann. Das hat mir schon sehr oft geholfen.
      man geht dann auch entspannter durch den tag.
      man braucht nicht mehr so viel Angst haben, wenn etwas schief geht, denn man hat ja mehrere Möglichkeiten.
      man kann auch bessere Entscheidungen treffen, wenn man nicht blind in sein Unglück rennt.
      Zb einkaufen
      Da ist es mir oft zu laut, so dass ich am liebsten den Wagen stehen lassen und rausnehmen würde, die Leute sind mir zu viel(e) wenn sie wieder was umgeräumt haben, erstarre ich vor dem regal ... IN der Situation ist es sehr schwer für mich, andere Möglichkeiten zu finden, Gerate schnell in einen zustand, in dem ich Handlungs unfähig bin.

      also mache ich mir vorher Gedanken
      Laut-> ohr Stöpsel oder Mynoise app
      viele leute->zu Zeiten gehen, in denen wenig los ist, Wagen an der Kasse HINTER mich stellen, um Abstand zu gewinnen
      Sachen stehen nicht am gewohnten platz-> Verkäuferin fragen oder suchen (ich gehe immer in denselben markt, da kann ich mir meist denken, wo es gelandet ist)

      oder gleich online bestellen, wenn es mir gar nicht gut geht (allyouneedfresh zb), für ca zwei Wochen Vorräte im Haus haben

      also anstatt sich Vorwürfe zu machen, dass man unfähig ist und wie schlecht die Welt ist, die Energie auf Lösungen lenken
    • Ja..so ähnlich..ich übe es seit einiger Zeit über Kognition...sage mir: ich weiss nichts über gleich, also geniesse ich das Jetzt...
      es ist so viel nicht so gewesen, wie ich fürchtete...ich lebe jetzt...was würde mir jetzt gut tun?....

      Ich züchte diese Gedanken täglich wie eine Pflanze.

      Sonst ablenken..rausgehen...in der Natur fotografieren...einen ganz interessanten sachlichen Text lesen...

      manchmal vorher kurz die Emotionen rauslassen (im Auto schreien... daheim trommeln, fuchteln, stampfen etc...)
      "Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen."
      © Kurt Marti
    • Reinsteigern kann ich auch gut, bei Dingen die mich geistig sehr beschäftigen.
      Barockfan ist so ein Thema wie es scheint das ich den Typen irgendwie wiedersprüchlich interesannt und amysant fand, aber auch nervig. Das scheint mich geistig zu triggern.
      Ich will es analysieren und verstehen.
      Das kann aber auf andere nervig wirken, weshalb ich es versuche zu unterdrücken.
      In anderen Bereichen bei negativen Emotionen kann das natürlich auch passieren, und es ist mir schon bei einer Situation in einem praktikum passiert wo ich dann durch mein Verhalten vermutlich den Chef auch noch getriggert habe weiter auf das Thema einzugehen weil ich geheult hab und er meinte ich bin kein 4 jähriges Kind mehr, (war damals 19 oder so) und ich hab ihm dann versucht zu erklären wieso ich so bin, da ich aber weder was über Autismus noch über sonst was wusste was mein Verhalten begründet konnte ich nur meinen Gefühlszustand erklären und das ich nunmal schon immer so in stressituationen reagierte. Das ganze endete in einer merkwürdigen Situation das ich dann einen meltdown bekam und mich auf der Tiolette einschloss.
      Meine Klassenkameradin die mit mir zusammen das Praktikum durchlief konnte meine Reaktion auch nicht verstehen bzw meinte ich verhalte mich nicht meinem Alter entsprechend, auch wenn sie meine Beweggründe verstand. Sie fand meine reaktion nur übertrieben.