Beim Vorstellungsgespräch AS Diagnose erwähnen?

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    • Beim Vorstellungsgespräch AS Diagnose erwähnen?

      Hallo zusammen,
      welche Erfahrungen habt Ihr damit? Erwähnt Ihr beim Vorstellungsgespräch die Diagnose? Wie haben die Personaler darauf reagiert? Wird eher davon abgeraten gleich davon zu erzählen? Was denkt Ihr darüber?
      Ich mache momentan eine Umschulung in einem bfw, nun stehe kurz vor der Praktikumsphase und habe nächste Woche ein Vorstellungsgespräch. Unser sogenannter Erfolgstrainer rät mir klipp und klar davon ab und meine Psychologin hingegen rät mir geanau das Gegenteil. Jetzt stehe ich mal wieder vor zwei Stühlen. Deshalb würde ich gerne mal wissen welche Erfahrungen Ihr damit gemacht habt...
    • Ich muss aber auch noch dazu sagen, dass der sogenannte "Erfolgstrainer" der meinung ist, dass ich keinerlei Probleme habe und ich mir sowieso alles nur einrede, er glaubt besser Bescheid über mich zu wissen wie die Ärzte und ich selbst. Deshalb halte ich seine Ansichten auch nicht als sehr qualifiziert in dieser Hinsicht.
    • Die Meinungen hier im Forum gehen darüber auseinander, ob man es erwähnen sollte. Da gab es vor einiger Zeit schon ein paar Threads dazu.

      Ich würde erst was sagen, wenn Einschränkungen offensichtlich werden. Es geht ja erstmal "nur" um ein Praktikum. Und dann bei den konkreten Problemen bleiben, z. B. dass Du durch Geräusche leicht ablenkbar bist oder ein ganz schlechtes Namensgedächtnis hast.
      Wenn Du ohne Anlass direkt den Autismus erwähnst, dann weißt Du nicht, was die Leute draus machen. Wenn Du Glück hast, kennen sie sich einigermaßen aus und fragen, wie sich das konkret äußert oder was Dir helfen würde. Wenn Du Pech hast, trauen sie Dir nichts zu oder vermuten durch ein falsches Bild von Autismus Sachen, die auf Dich nicht zutreffen.
    • Meine Intension ist eben mit Offenheit, Missverständnisse im Vorhinein aus dem Weg zu räumen, damit hatte ich in der Vergangenheit sehr zu kämpfen.
      Aber vermutlich hast Du recht, weil die Allgemeinheit einfach ein falsches Bild von der Problematik hat, und das richtige Bild in einem Bewerbungsgespräch zu vermitteln wohl kaum möglich sein wird.
      Man wird mich aber sicher fragen warum ich eine Umschulung in einem Berufsforderungswerk mache, dann muss ich es wohl auf den Tisch legen, oder? Ich frage mich wie ich die Situation dann beschreiben kann ohne das sie gleich davor erschrecken?
    • Generell kommt es darauf an, wie die Situation ist: wenn jemand glaubt, dass er im Job ohne Hilfen bestehen kann, weitgehend unauffällig ist, und auch Ambitionen hat, möglichst gut voranzukommen, dann würde man eher sagen, dass er eine Diagnose für sich behalten soll.
      Wenn dagegen wichtig ist, im Job gut zurechtzukommen und man dafür Hilfen oder Entgegenkommen braucht, und die Karriere erstmal nicht so wichtig ist, dann sollte man es lieber sagen.

      Ich denke, wenn jemand eingeladen wird, der aus einem Berufsförderungswerk kommt, dann weiß man sowieso, dass da irgendwas ist, und dann ist es vielleicht besser, es auch gleich zu benennen.

      Vielleicht kannst du dir vor einem Vorstellungsgespräch überlegen, was die Situationen sind, wo häufig Missverständnisse passieren, um dann gleich sagen zu können, wo du evtl. besondere Unterstützung brauchst. Gleichzeitig aber auch Stärken überlegen und erwähnen, damit es nicht zu einseitig ist.

      Du kannst dich auch bei verschiedenen Firmen bewerben und beide Strategien ausprobieren und schauen, was funktioniert...
      Alles wird galaktisch gut.
    • Bei mir war es folgendermaßen:
      Meine derzeitige Teilzeitstelle bekam ich durch ein Praktikum im Rahmen einer Reha-Maßnahme. Meine Chefin wusste damals, dass ich von der Maßnahme der "Unterstützten Beschäftigung" des Beruflichen Trainingszentrums (BTZ) kam. Als ich dann übernommen wurde und die ganzen Formalitäten erledigt werden mussten, zeigte ich auch meinen Schwerbehindertenausweis. Zu dem Zeitpunkt hatte ich die Autismus-Diagnose noch nicht, das war während der Wartezeit auf das diagnostische Erstgespräch.

      Jetzt habe ich zwar seit einem halben Jahr meine AS-Diagnose, aber für mich kommt es nicht in Frage, meiner Chefin von der Diagnose zu erzählen. Aus folgenden Gründen:
      - meine Chefin wäre mit meinem "Outing" möglicherweise überfordert
      - Vorurteile/falsche Vorstellungen über Autismus sind noch weit verbreitet
      - ich bin für Außenstehende weitestgehend unauffällig (kaum jemand würde glauben, dass ich Autismus habe)
      - ich zweifle meine Diagnose oft an, ich schließe die Möglichkeit einer Falsch-Positiv-Diagnose nicht aus

      Sollte ich irgendwann mal ernsthafte Probleme auf meiner Arbeit bekommen (z.B. dauerhafte Überforderung, Erschöpfungszustände oder Konflikte mit Kolleginnen), dann wäre es eine Überlegung wert, meine Diagnose meiner Chefin offen zu legen.
    • Hallo zusammen,
      ich möchte keinen neuen Thread aufmachen und hänge meine Fragestellung mal einfach hier an.

      Ich habe eine Einladung zum Gruppenvorstellungsgespräch bekommen, mit anschließendem Einzelgespräch. Nun frage ich mich, ob es überhaupt Sinn macht dort hin zu gehen, da ich mich kenne und weiß dass es mir schwer fällt, mich in einer Gruppe einzubringen.

      Am liebsten wäre mir nur das Einzelgespräch, denn nach der Gruppenaktion werde ich wahrscheinlich auch nicht mehr in Höchstform sein.

      Also, Augen zu und durch, Erfahrung sammeln und abhaken?

      Ich hätte halt gerne eine reale Chance, aber diese Konstellation ist denkbar schlecht.

      Hat jemand eine Idee?

    • So ein Gruppenvorstellungsgespräch hatte ich auch schon mal. Das Feedback war dann, dass ich zu zurückhaltend war, ich wusste einfach nicht wo und wie ich mich einbringen kann. Ich bin halt mehr der Beobachter.

      Ich würde die Erfahrung aber trotzdem mitnehmen und versuchen, das Beste daraus zu machen.
      Ist da wer?
    • Gluon wrote:

      Am liebsten wäre mir nur das Einzelgespräch, denn nach der Gruppenaktion
      Das wird keine Option sein. Die haben sich bei dem Gruppenvorstellungsgespräch was gedacht. Vielleicht findet so eine Art Assessment-Center statt.

      Gluon wrote:

      Also, Augen zu und durch, Erfahrung sammeln und abhaken?
      Auf alle Fälle mitnehmen und gucken, was passiert.
    • Gluon wrote:

      Ich habe eine Einladung zum Gruppenvorstellungsgespräch bekommen, mit anschließendem Einzelgespräch. Nun frage ich mich, ob es überhaupt Sinn macht dort hin zu gehen, da ich mich kenne und weiß dass es mir schwer fällt, mich in einer Gruppe einzubringen.
      Ich habe mehrere Kurse über Assessment-Center bei der Agentur für Arbeit und der vhs besucht und das half mir sehr. Ich habe dort quasi gelernt, worauf man achten und was man tun muss.

      Was ich mir gerade überlege, ist, ob es nicht sogar vorteilhaft sein kann, wenn man die Schwerbehinderung im Vorstellungsgespräch angibt dazu zu sagen, dass die wegen ASS besteht? Weil das Bild von ASS im Allgemeinen positiver ist als z.B. von Schizophrenie und berechenbarer als z.B. Migräne. Oder ob es vom Umfeld abhängt? Also davon, wo man sich bewirbt.
      Surprised by the joy of life.