Sprüche, auf die man gerne verzichtet hätte

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    • @Lex Ich bin mir ziemlich sicher, daß sie das eigentlich weiß. Aber sie hatte sich zu dem Zeitpunkt in die Idee "verrannt", daß die richtige Einstellung jedes Übel heilen kann, und angeborene Störungen paßten da offenbar nicht "ins Bild"... :nerved:

      @Happy to be Autsch! Solche Sprüche sind wirklich verletzend. Da beginnt man gerade zu verstehen, wo die eigenen Grenzen liegen und daß man nicht "einfach faul/schwach/..." ist, und dann bekommt man statt Verständnis noch blöde Kommentare. (Die Idee mit dem Pferd finde ich aber super )

      Bei mir haben derlei Sprüche auch dazu geführt, daß ich mir immer noch nicht richtig selbst vertraue. Es fällt mir schwer, um Hilfe zu bitten oder meine eigenen Grenzen zu respektieren, weil da immer noch dieser Gedanke ist: Was, wenn ich mich wirklich nur "anstelle"? Verdiene ich gerade Unterstützung? Mache ich es mir "auf meiner Krankheit bequem"? Und dann breche ich irgendwann zusammen und denke mir: "Schon wieder drauf reingefallen..." Ich habe es diese Woche zum Glück geschafft, zur Beratungsstelle meiner Uni zu gehen und zuzugeben, daß ich gerade überfordert bin. Nächste Woche habe ich noch einen Termin mit der Beraterin, und wir wollen gemeinsam nach Möglichkeiten schauen, wie ich u.a. auch mit diesen Selbstzweifeln umgehen kann.
      Так! я буду крізь сльози сміятись...

      Achtung: Benutzer kann sich nicht "kurz fassen" :oops:
    • Louveteau wrote:

      "Du willst immer nur Recht haben."
      "Du willst immer das letzte Wort haben."

      All sowas.
      Antwort: Ich hab hier recht und damit das letzte Wort - denken kannst du dazu, was du willst :d

      @Emek
      mir hatte früher schon ein bisschen geholfen, als ich kennenlernete, dass es sich bei den meisten dieser Sprüche um sogenannte Killerphrasen handelt. Sie werden auch in der Kommunikation unter NTs als Machtinstrument benutzt, um den anderen abzuwerten, sich klein und schwach fühlen zu lassen, und dessen Aussagen und Inhalte zu entwerten und als unberücksichtigenswürig zu bezeichnen.
      Als eine der wenigen Frauen in politischen Zusamenhängen habe ich sie dann auch abgekriegt, hier war offensichtlich, dass schon früher, als ich sie als Kind abbekam, diese NICHT persönlich und als Kritik an meiner Person gemeint gewesen sein konnten.

      In den SHGs, egal ob Opfer direkter oder emotionaler Gewalt, PTBS Betroffene, überall war das Leiden an diesen Sprüchen, die verheerenden Folgen für das Selbstwertgefühl.

      So als gäbe es ein Handbuch "Wie mache ich Kinder und gute Menschen fertig, nutze sie aus und lasse sie auch noch an sich sebst zweifeln und sich die Schuld dafür geben".

      In den Schlagfertigkeitstrainings wuden dann Methoden gelehrt, wie mit solchhen Sprüchen umgehen - heute erkkenne ich, vieles ist einfach "aspergiisch antworten"

      Es gab Sprüche, die trotzdem immer wieder "reinhauten". hier musste ich bei jedem erst mal erausfinden, wo die Quelle der besonderen Empfidlichkeit zu diesem Spruch lag.
      Es waren immer tiefe Verletzungen in der Kindheit - hier galt es dann, die Verletzung anzuerkennen, die Ungerechtigkeit als solche zu benennen - der andere war böse und doof gewesen, DAS lag nicht an mir.
      Um dann nachzusehen, was denn an diesem Sruch stimmt und das selbst endlich mal positiv anzuerkenen.
      Ich denke zu viel? Ja, ich denke, also bin ich. Wch denke viel, also bin ich viel. Du stellst hier mein Sein, so sein, denken, viel denken in Frage und wertest das ab.
      DIR ist das vielleicht zu viel, weil du weniger denkst, Ich aber finde das gut, ich mag es viel zu denken und will da auch gar nichts dan ändern. DEIN Problem, nicht meines.

      Du sagst, ich bin faul und will nur nicht? Machst du gerne, was dir schwerfällt und/oder wozu du gar keine Lust hast? Du weigerst dich seit Jahren in einen Tanzkurs zu gehen und stellst dich da so an, mir fallen eben Behördensachen schwer. Mach mir vor, wie du gegen deine starken Blockaden und Nicht-Talente ankommst, dann kann ich vlt was lernen.
      Ich habe genauso ein Recht, auf etwas keine Lust zu haben wie du.
      Nur muss ich dauernd etwas machen, wozu ch keine Lust und kein Talent hane.
      Also halt die Klappe.

      usw. usw.

      Jedes mal, wenn ich für mich eine Antwort gefunden hatte zu einem Spruch, der für mich stimmte, heilte die Verletzung. Und dann machte es sogar Spaß, wenn so einer kam - einfach weil meine Antworten jetzt tief und ganz selbst-berechtigt aus mir kamen.

      Schwierig sind Zusammenhänge in denen offiziell "Alle sind gleich sind, egal wie anders" behauptet wird.
      Display Spoiler
      Wo angeblich jedes Wissen und jede Erfahrung ihren Wert hat, der für alle da sei soll. Offiziell soll sich auf auf Störungen einngestellt werden, dazu dieses "Kommunikative Störungen haben Vorrang". Offiziell " Achtet gut auf euch und teilt mit, was ihr braucht. Tja, und dann Abwehr meines Wissens, keine Akzeptanz meines "anders", und mein Ich-Wissen ist mal wieder "zu viel", meine Probleme, meine Sichtweisen sind scheinbar "unwichtig" und "unerwünscht, trotz offiziellem "Jeder Mensch erlebt etwas aus seiner Perspektive.
      Und meine Sichtweise darauf, vor allem mit dem ganzen Ich-Wissen, das kannst du dir ja vorstellen. :d

      Gerade in politischen Zusammennhängen trauen sich ja viele deshalb nicht, sich ganz und radikal einzubringen.
      Kleines Beispiel: In eire größeren Aktionsgruppe ärgerten sich die Männer darüberm dass Frauen mmer wieder an Aktionen nicht teillahmen, dafür immer wieder Gründe fanden, die das verhinderten. Die Aktionen wurden zwar gemeinsam beschlossen, und dan.....Fazit, die sind Faul.
      Dann kam ich dazu, und fragte einfach, wo ich denn bei so einer Aktion bitte pinkeln und eventuell den Tampon wechseln soll????? Es fanden sich dann technische Lösungen, die Frauenquote stieg enorm - und eine sagte "Ich hab mich nie getraut das anzusprechen.

      Schwieriger wurd es dann, wenn nur wenige ein Problem haben. Da kann es passieren, dass sie selbst die Person, die ihr Problem anspricht, abgelehnt wird und als Störenfried betrachtet wird - sie wollen sich ncht "outen".
      Die "üblichen" Probleme sind "normal", zu dem "Unnormalen" will man nicht gehören oder als "sowas" betrachtet werden.
      Nochmals schwieriger, wenn man der einzige Mensch mit diesem Problem ist. Hier zeigt sich dann, wie ernst diese ganzen netten offiziellen Werte genommen werden.
      Und spricht man diese Ebene an.... :d

      Mittlerweile denke ich, vllt sollte ich einfach nur sagen, Ich hab halt ein angeborenes Talent, mich, egal wie gutwillig ich ewas meine, unbeliebt zu machen

      Es sind ja auch die Widersprüche:
      Du denkst zu viel - kannst du vorher nicht mal nachdenken?
      Du bist so egoistisch - ständig lässt du dich von anderen ausnutzen - gemeint ist "wenn, dann nur von mir, aber das ist dann kein Ausnutzen sondern mein Recht".
      Schau doch mal genau hin - musst du immer auf jedes Detail achten?
      Wieso nimmst du das nicht ernst - musst du immer alles so ernst nehmen?
      Mal eher unbewusst eingesetzt, weil irritiert duch dieses ganz oder gar nicht, hier gekonnt, dort nicht.
      Aber auch, und das ist meine Erfahrung aus den SHGs und dann der dazu gehörigen Literatur als Destabilisierungsechnik im Rahmen emotionaler Gewalt eingesetzt..

      Aber es ist ja völlig egal für die Folgen, ob man von jemand Besoffenen über den Haufen gefahren wird, oder von jemandem, der das absichtlich macht - die Verletzungen sind die gleichen und heilen auch nicht schneller, weil der eine das unabsichtlich macht. Und abnehmen kann einem das auch niemand - hier ist das Leben wirklich ungerecht.

      Es sind weniger die Sprüche selbst, die die Probleme machen, sondern das Prinzip dahinter und die Folgen - und manchmal auch die erweiterten Absichten, die damit verfolgt, und auch oft erreicht, werden.
      Liebe braucht Mut
      worldometers.info/
      Gegen Komplexität kann man nicht demonstrieren (scobel)
      ted.com/talks/stephanie_busari…urce=facebook&language=de
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    • Ich kann's nicht ab, wenn jemand mir einfach irgendwelchen Müll unterstellt, weil er meint, ich hätte was anders gemeint, als ich gesagt habe. Wenn ich es anders gemeint hätte, hätte ich das auch gesagt, aber egal. Manche meinen ja immer, sie wüssten besser als ich, was ich meine. :nerved:
    • Emek wrote:

      Bei mir haben derlei Sprüche auch dazu geführt, daß ich mir immer noch nicht richtig selbst vertraue. Es fällt mir schwer, um Hilfe zu bitten oder meine eigenen Grenzen zu respektieren, weil da immer noch dieser Gedanke ist: Was, wenn ich mich wirklich nur "anstelle"? Verdiene ich gerade Unterstützung? Mache ich es mir "auf meiner Krankheit bequem"? Und dann breche ich irgendwann zusammen und denke mir: "Schon wieder drauf reingefallen..." Ich habe es diese Woche zum Glück geschafft, zur Beratungsstelle meiner Uni zu gehen und zuzugeben, daß ich gerade überfordert bin. Nächste Woche habe ich noch einen Termin mit der Beraterin, und wir wollen gemeinsam nach Möglichkeiten schauen, wie ich u.a. auch mit diesen Selbstzweifeln umgehen kann.
      Das kenne ich sehr gut. Hast du da auch schon die Erfahrung gemacht, dass du scheinbar so emotionslos dabei rüber kommst, dass du die Intensität der Überforderung garnicht rüberbringen kannst? Also dass man das dann sehr herunterspielt, weil du einfach nicht wirkst, als wärst du überfordert? - Ich weiß in solchen Momenten einfach nicht mehr weiter.

      -----

      "Du schaffst das schon." - Ich kann es nicht mehr hören. Ich kenne mich eigentlich sehr gut und bin immer sehr lösungsorientiert, wenn ich dann also sage, dass ich überfordert bin und nicht mehr weiter weiß, hat das seine Gründe, aber andere denken dennoch, sie würden mich besser kennen und das hört sich für mich meist genauso an, wie "Stell dich nicht so an." oder "Andere kriegen das doch auch hin." und das finde ich in solchen Momenten wirklich sehr verletzend, weil es sich bei mir anfühlt, als würde meine Welt untergehen. Noch schlimmer, wenn ich explizit nach Hilfe frage und dann so ein Kommentar kommt (z.B. von meiner ambulanten Hilfe) oder Sätze wie "Das wird schon laufen." / "Das wird sich schon fügen." Oder die Krönung: "Wir machen das schon irgendwie." - weil "wir" dann nämlich garnichts machen, sondern ICH mache das und hab mich auch noch selbst gedemütigt, indem ich nach Hilfe gebettelt habe. Zum Kotzen.

      Edit: Ich las dies hier gerade noch.

      Happy to be wrote:

      Es sind ja auch die Widersprüche:
      Du denkst zu viel - kannst du vorher nicht mal nachdenken?
      Du bist so egoistisch - ständig lässt du dich von anderen ausnutzen - gemeint ist "wenn, dann nur von mir, aber das ist dann kein Ausnutzen sondern mein Recht".
      Schau doch mal genau hin - musst du immer auf jedes Detail achten?
      Wieso nimmst du das nicht ernst - musst du immer alles so ernst nehmen?
      Mal eher unbewusst eingesetzt, weil irritiert duch dieses ganz oder gar nicht, hier gekonnt, dort nicht.
      Aber auch, und das ist meine Erfahrung aus den SHGs und dann der dazu gehörigen Literatur als Destabilisierungsechnik im Rahmen emotionaler Gewalt eingesetzt..
      Diese Widersprüche fallen mir gerade erst so richtig auf, wo du sie zusammengefasst hast. Kein Wunder, dass ich nie weiß, was ich machen soll, wenn das jeder so dreht, wie er es gerade für sich braucht. ':D
      An Unmögliches verschwendet Hamish keine Gedanken. Vielleicht ist das auch ganz gut, denn wer nur wenige hat, darf keine verschwenden.
      Alice im Wunderland (2010), Hörspiel

      The post was edited 1 time, last by OtherSide ().

    • OtherSide wrote:

      Diese Widersprüche fallen mir gerade erst so richtig auf, wo du sie zusammengefasst hast. Kein Wunder, dass ich nie weiß, was ich machen soll, wenn das jeder so dreht, wie er es gerade für sich braucht. ':D
      Sowas ist eben situationsabhängig - wovon NTs nunmal mehr verstehen.
      Ein eigenes Beispiel von mir:
      Denk doch mal mit / Du sollst nicht denken, frag nach!
      Das habe ich früher teilweise den gleichen Personen gesagt. Bis mir auffiel, dass nur eins von beidem möglich ist. Ich hab mich aber für das Nachfragen entschieden, weil ich "denk ja auch zu viel". Dann kann ich für die anderen gleich mitdenken. :D
      Vielleicht hilft es, den Leuten diese Widersprüche mal klar zu kommunizieren. Aber wahrscheinlich kommt von vielen NTs dann nur: "Du weißt doch, wie es gemeint ist!" - DAS ist ein Spruch, auf den ich sehr gut hätte verzichten können, weil der einfach so unglaublich oft und gefühlt jedes Mal ungerechtfertigt kam.
    • OtherSide wrote:

      Edit: Ich las dies hier gerade noch.

      Happy to be wrote:

      Es sind ja auch die Widersprüche:
      .........
      Diese Widersprüche fallen mir gerade erst so richtig auf, wo du sie zusammengefasst hast. Kein Wunder, dass ich nie weiß, was ich machen soll, wenn das jeder so dreht, wie er es gerade für sich braucht. ':D
      Genau, aber dann wird gesagt, DU würdest dir das so drehen, wie du es gerade willst. Auch eine Technik.
      Bleiwüstenverhinderungsspoiler :d

      Dazu gehört auch
      "Wieso has du nichts gesagt - immer musst du alles kritisieren"
      "Wieso hast du nicht gefragt - immer musst du alles nachfragen/hinterfragen/willst eine Sonderbehandlung, was willst du eigentlich?"

      Hier gehört auch dazu, dass z.B ausgerechnet die, die einen dauernd kritisieren, dann, wenn man es eimal macht. behaupten, man würde "dauernd" kritisieren.
      Du stellst also fest, der andere ignoriert, bagatellisiert, ist widersprüchlich, sagt nicht ehrlich, was ist - und genau das wird dir dann vorgeworfen.
      Diese "Schuldumkehrtechnik" wird dann gerne in einem Moment eingesetzt, in dem man aufgrund der eigenen Verwirrung vllt wirklich mal auf Bagatellisieren ausweicht, etwas nicht mitgekriegt hat, oder die eigenen Gedanken noch gar nicht geklärt haben konnte - was man dann selbst als "Beweis" gegen sich betrachtet. Jetzt kann der andere fröhlich weitermachen, denn "du bist doch genauso und viel schlimmer, sieht man ja hier".
      Bei solchen Menschen kann man nur rennen.
      Ich hab mal jemanden damit konfrontiert - und dann war der sehr stolz und fragte nur "Und? du siehst doch was herauskommt wenn man es macht we du".

      "Du schaffst das schon." - Ich kann es nicht mehr hören.
      Hier distanziert sich der Zuhörende vom anderen und der Problematik, bagatellisiert die Schwierigkeit.
      Ergänzt mit "du bist doch so stark" sagt er, welchen Eindruck er bisher über dich hatte, von dem er nicht abgehen will.

      Der Unwille bzw das Unbehagen über die hier empfundene eventuelle Handlungsaufforderung wird durch einer "Mit diesen Worte fühle ich mich wieder wohl"- Aussage zu sich selbst weggedrückt.

      In der Traumatisierung allerdings hatte ich ja komplett das Gefühl zu meinen Stärken und Fähigkeiten verloren. Diese lagen "im Koma"
      Damals gab es auch einige gutwillige Menschen, die darum noch wussten, die hier mit solchen Sätzen versuchten, mich daran zu erinnern, dass irgenwo in mir die Stärke noch vorhanden ist, die sie sogar, im Gegensatz zu mir, noch sahen, als ich so schwach war..
      Was jetzt bei mir auch als Banalisierung und Abwehr ankam.

      Genau wie bei diesem "wir kriegen das hin". Die einen meinen damit wirklich "du machst das und ich behaupte es dann vllt sogar als gemeinsame oder sogar allein meine Leistung, und du wirst das dann auch glauben" - das sind aber die "Widersprüchlichen"
      oder jemand denkt wirklich "wir" im Sinne von "du machst das, ich mache jenes".
      Auch das konnte ich in der Schwäche der Traumatisierung nicht mehr unterscheiden, da mir ja alles, was ich ja auch nur allein für mich tun konnte, gefühlt zu viel zu viel war.

      Es hat lange gedauert, bis ich bei solchen Ausssagen wieder differenzieren lernte, mit was für einem Menschen ich es da zu tun habe, um dann die Konsequenzen ziehen zu können.

      Was um Hilfe bitten angeht war hier auch ein Problem, dass ich in der umfassenden, mein ganzes Wesen dominierenden Hlflosigkeitsgefühe nicht mehr genau und konkret formulieren konnte, welche Hilfe ich genau brauche. Also "bitte räum meine Küche auf, bitte schreibe für mich in das Formular, bitte ruf für mich an und frage nach, ob.."". Und selbst wenn ich die Worte dafür hatte, hatte ich dann Panik, dass der andere das als "Zumutung" bewerten und sowohl die konkrete Bitte, als auch mich als Person abblehnen könnte.
      Wer kann was genau für mich tun, damit ich das, was nur ich tun kann, mit all der Mühe angehen kann, die sich zu diesen Dingen ja - noch - da ist?, dafür hatte ich gar keinen Bewusstsein mehr.

      Weiteres Problem, die konkreten Hilfen, die erfolgten, bestätigten ja die Negativ-Gedanken, die ich zu mir hatte. Sie waren "Beweis" für meine Unfähigkeit - was dann rüberschwappte auf das, was ich eigentlich in dem so geschaffenen Freiraum tun wollte. Als Folge fühhlte ich mich jetzt auch hier noch schwächer, da jetzt durch die Hilfe weitere defizitär-hilflos Gefühle und Abwertungs-Gedanken zu mir entstanden.

      Irgendwann fiel mir das Buch "die Masken der Niedertracht" in die Hände, in dem auch erwähnt wurde, dass ständiges Ausgesetzt Sein von Anklagen und Widersprüchen allein reicht, um schleichend zu traumatisieren. Wie kleine dosen Arsen über llangen Zeitraum im Unterschied zu einer großen, sofort tötlichen Dosis.

      Mein Fazit

      aus Lesen dazu, vielen eigenen Überlegungen und Überprüfungen und den Erfahrungen anderer, und das waren damals fast nur NTs
      Ein weites Problem ist, wer dem schon als Kind ausgesetzt war, hält das ja für "normalen Umgang, den es nur nicht versteht", wird dann eher solche Menschen als normal betrachten, die das genauso machen - und sich - wie damals - für defizitär halten und unnormal.
      Die, die es anders machen, erscheinen ihm komisch.
      Das es hier IN dem Ganzen gar nichts zu verstehen gibt, weil das gar nicht darin! vorgesehen ist, dieses Gefühl von "ich immer falsch" das Ziel dieser Methode ist, wer kommt schon auf diese Idee? Und wer will das wahrhaben und als "so ist das halt und ich muss damit umgehen, mich dazu verhalten und dann auch noch die traurigen und schmerzhaften Konsequenzen ziehen, die sich aus diesem Wissen logisch ergeben, im eigenen Leben umsetzen?

      Wer dem erst später ausgesetzt ist, kann gar nicht glauben, dass es sowas gibt, dass es sich um eine Methode der Machtgewinnung über Destabiliisierung anderer handelt, dass en anderer Mensch sowas sogar wollen könnte - hie werden dann "pädagogisch-psychologische Erklärungen gesucht, versucht, da was zuändern, damit der andere "einsieht" und "versteht". Der aber sieht ja hinein und versteht, nämlich, dass diie Methode auch hier funktioniert. Und hat genau die gleichen Probleme, überwindet nur die entsandenen Selbstzweifel etwas schneller.

      Ich hab mal versucht, bei jemandem, bei dem ich das erkannt hatte, diese Widersprüche und Sätze zu knacken.
      Z.B ein "Wir schaffen das schon". Hab dann gefragt, wer ist mit "wir" gemeint und was hast du vor, dabei zu tun, wirst du mir beim Umzug helfen und wann und womit, vllt könntest du x und y übernehmen?
      Es war interessant, denn jetzt kam, "dafür hab ich keine Teit, ds kann ich nicht, ich haab ja noch was anderes zu tun und am Ende "Das ist nicht men Problem".
      Tatkräftig haben die Menschen geholfen, die vorher sagten "ups, da hast du ein echtes Problem, sag mir, wie ich dir helfen kann, dann sprechen wir ab, wann"

      Aussage: Du bist zu empfindlich.
      Antwort"Du meinst also, es ist ok, wenn man x und y zu hören bekommt, dies und das mit einem gemacht wirrd, und soll das klaglos und ohne zu leoden hinnehmen? Antwort: "Du kannnst dich ja wehren, wer sich nicht wehrt, iist selbst schuld, der will das ja nicht anders, mit mir konnte man das nicht machen".
      Stellt man dann in Frage, dass sich ja nicht alle Menschen wehren können kommt "Das ist dann eben deren Pech".

      Und lässt man dann nicht locker, kriegt man die enorme Aggression zu sehen bzw ein jammendes "Was tust du mir alle an" unnd wieder "so jemanden kann man wollen, ich will dich nicht".

      Eine weitere Methode darin ist auch, total nett zu anderen zu sein, so wie man sich das für sich wünschen würde, es aber nie bekommt. mir der "Begründung, "das liegt nur an dir weil du so bist wie du bist". Hier werden die anderen als Hilfsmittel benutzt, um dieses "Ach bin falsch, an mir muss ja was falsch sein" zu verstärken.

      Sobald man bei jemandem der diese Methoden anwendet die Widersprüche aufdeckt, also "mal sagst du die, mal das, was git denn jetzt" werden sie wütend, verlagern auf andere Themen. Fragt man konkret nach, ist dieses "das hättest du merken müssen, und dann wieder allgemeine Verurteilung". Sobald man fragt, was derjenige konkret bereit ist zu tun, kommen Ausreden und diese "du bist eine Zummutung". Weist man auf, was die alles Feses machen, kommt die Schuldumkehr "Aber duuuuu....".
      Und am Ende die Totalverurteilung in Form von "Du denkst falsch, du bist komplziert, du hast dauernd Ansprüche, mit dir kann ja keiner klarkommen, du vestehst gar nichts."
      Was ja stimmte, denn das für jemanden, der diese Methoden anwendet, damit ja oft erfolgreich ist, ist es falsch, wenn ein anderer nicht wie gewünscht reagiert, kompliziert, wenn sich weitere Methoden ausgedacht werden müssen, ein unzumutbarer Anspruch, am eigenen Verhalten was zu ändern, ER kommt damit nicht klar, und dass ich damals nicht verstanden hatte, mit was ich es zu tun hatte, stimmte auch. Weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass es sowas gibt und jemand das so machen will, um die eigenen Ziele zu erreichen.

      Leider übernehmen auch die, die mal mit sowas aufgewachsen sind, diese Methode, einfach weil sie keine andere kennen. Diese sind dann aber nicht erfolgreich damit, dafür fallen sie schnell auf Erfolgreichere rein und denken, das seien bewundernswerte Vorbilder und Freunde, machen sie . Und wundern sich, wenn sie es plötzlich doch "abkriegen". Denken wieder, an ihnen sei was falsch, sie verstehen nicht.


      Heute ist es für mich ein Alarmsignal, wenn solche Sätze bzw Kommentare wie "Pech gehabt" fallen, nicht nur gegenüber mir, sondern vor allem auch gegenüber anderen. Wenn nach dem Nachfragen Aggression und Schuldumkehr kommt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, es mit so einem Methodiker zu tun zu haben. egal wie nett der vllt gerade zu mir ist und was für ein gutes Gefühl aktuell - noch - in mir ausgelöst wird durch das, am Anfang sogar enorme "nett", mit dem man "eingefangen" wird.



      Das einzige, womit man dafür sorgen kann, dass sowas immer weniger in einem wirkt bis dahin, dass man sich immer besser vor den Folgen schützen kann, und solche Menschen meiden lernt, ist das Wissen, wie sowas funktioniert, und das Erkennenlernen, wenn hier etwas angewendet wird, weil es in einem selbst beginnt zu funktieren.
      Aufpassen muss man hier nur, damit man wirklich differenzieren kann, und nicht sofort bei dem ersten Satz, der etwas in einem auslöst, denkt, so jemanden vor sich zu haben. Sondern hier erst mal die eigenen Gefühle in den Griff kriegen und dann in den Überprüfungsmodus zu gehen, und die Punkte einen nach dem anderen "abhaken".

      Ich gehe heute so vor: Finde ich drei Punkte, die sich immer wieder zeigen, gegenüber anderen und/oder mir, dann ist das jemand, den ich meide bzw den Kontakt abbreche. Weil für mich zu toxisch.
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    • OtherSide wrote:

      Das kenne ich sehr gut. Hast du da auch schon die Erfahrung gemacht, dass du scheinbar so emotionslos dabei rüber kommst, dass du die Intensität der Überforderung garnicht rüberbringen kannst? Also dass man das dann sehr herunterspielt, weil du einfach nicht wirkst, als wärst du überfordert? - Ich weiß in solchen Momenten einfach nicht mehr weiter.
      Ja, ich scheine zumindest oft nicht den Eindruck zu machen, daß es mir schlecht geht. Oder ich zeige meine Emotionen auf unpassende Art und lächle z.B., wenn ich über negative Erinnerungen spreche. Das mit dem Herunterspielen passiert mir dann auch: Man sagt mir "bis eben war doch noch alles gut" oder "so schlimm kann es doch nicht sein". Dabei habe ich mich bis zu diesem Moment meistens nur mit viel Kraft "zusammengerissen". Bei solchen Reaktionen fühle ich mich dann auch immer ziemlich hilflos. Oft bin ich dann auch schon so sehr mit allem überfordert, daß ich mich nicht mehr eloquent ausdrücken oder gar mit anderen argumentieren kann.

      Ich würde gern noch mehr dazu schreiben, auch zu @Happy to bes Text, aber ich bin gerade auch total "platt"...
      Так! я буду крізь сльози сміятись...

      Achtung: Benutzer kann sich nicht "kurz fassen" :oops:
    • @Emek @Happy to be @Louveteau

      Ich danke euch für eure Antworten, die sind sehr hilfreich und aufschlussreich. Ich bin allerdings zu sehr down/zu erschöpft grad um ausführlich zu antworten, auch wenn ich gerne würde.

      @Emek ich schaff dann meist noch den gröbsten Standart, was das Ausdrücken angeht, merke aber, dass ich definitiv nicht über meine 100% verfüge. Ich finde es sehr verrückt wie andere da auf einen reagieren, während man selbst gefühlt so in sich zusammensackt. Manchmal lächle ich auch, wenn es um belastendes geht, darauf wurde ich irgendwann aufmerksam gemacht.
      An Unmögliches verschwendet Hamish keine Gedanken. Vielleicht ist das auch ganz gut, denn wer nur wenige hat, darf keine verschwenden.
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    • Ich hab mittlerweile erkannt, je mieser ich mich innerlich fühle, egal ob sich das durch diese nach außen extreme Starre, weil alle Gefühle im "Gläsernen Wartesaal" oder durch extremen Ausbruch der Emotionen zeigt, desto "cooler" werde ich wahrgenommen bzw als "stark".
      Und genau DAS kommt dann auch noch als Kommentar.

      Die kapieren aber auch echt nix. :d
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    • "Ruh dich nicht auf deiner Diagnose aus, du kannst die nicht für alles verantwortlich machen!"
      Nachdem ich von meinen Schwierigkeiten bei Massenveranstaltungen gesprochen habe und erzählt habe, dass ich froh bin einen Tanzpartner zu haben, der Rhythmusgefühl besitzt. Im Nebensatz habe ich als interessanten Fakt eingeworfen, dass Tony Attwood in seinen Büchern erwähnt, dass viele Autisten Probleme mit dem Rhythmusgefühl haben.

      Oh und:

      "Sicher, dass du Hilfe brauchst? Du bist ja die letzten Jahre auch gut klargekommen."

      Und:

      "Warum musst du dein Studium abbrechen? In meinem Studiengang ist ein Autist, der ist ja offensichtlich viel schwerer betroffen und studiert auch zu Ende."

      The post was edited 2 times, last by MangoMambo ().

    • MangoMambo wrote:

      "Sicher, dass du Hilfe brauchst? Du bist ja die letzten Jahre auch gut klargekommen."
      Auch gerne in Verbindung mit Sachen wie "Du musst damit lernen umzugehen. Dann wird es besser!"
      Ja. Es sei denn, es ist tatsächlich eine Behinderung. Einem Rollstuhlfahrer sagt man ja auch nicht "jetzt streng dich endlich an und lauf!"