Sprüche, auf die man gerne verzichtet hätte

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    • Ich kenne es auch anders herum.
      Eine von der Stadt ausgewiesene Hundefreilauffläche. Spaziergänger gehen dort über die Pfade, obwohl 100 m weiter rechts ein paralleler Gehweg auf dem Leinenpflicht ist.
      Anfeindungen wie "asozial" zu Leuten, die mehre Hunde haben, sich darüber aufregen, wenn ein Hund etwas diichter vorbeiläuft, schon aggressiv reagieren, wenn der guckt oder gar hingeht und schnüffelt, also "die Neuen auf der Wiese kennen lernen will".

      Letztens fragte mich jemand dort unfreundlich "Haben sie eine Leine" und ich antwortete nur fröhlich "Ja", zeigte sie ihm, ging weiter, ....200 Meter weiter machte es dann Klick beii mir, was gemeint war :m(: :d

      Interessant war auch derjenige, der behauptete, bei der Stadt zu arbeiten un zu wissen, dass man hier anleinen müsste. Tja, bei genauerem hinhören erkannte ich dann, er ist Mitarbeiter der Stadt, in der ich früher gewohnt hatte. Und hab ihn mal über die unterschiedlichen Verordnungen in den beiden Städte aufgeklärt.

      Lustigstes Erlebbnis: Ich gehe mit meinen damals 3 recht großen Hunden auf einem Waldweg ohne Leinenpflicht.
      Vor mir andere Hundehalter, ein Hund angeleint, einer frei. An einer Kreuzung kommt eine Walkinggruppe entgegen, die die gesamte Wegbreite einnimmt und kein bisschen Patz macht, damit entgegenkommende vorbeiikommen, aber einige gleich auf die Hunde schimpfen.
      Und dann kommt noch von links ein Rennradfahrer mit irrem Tempio......
      und alle schreien aufeinander ein. In wechselnden Koalitionen.

      Ich hatte in etwas Entfernung meine Hunde zu mir gerufen und ins Sitz gebracht, und dann hatten wir ganz großes Freiluft-Kino. :d
      Als es mir dann langweilig wurde, hab ich die Hunde - ohne Leine - dicht neben mir gehen lassen und bin mit freundlich säuselndem "Dürfen wir bitte mal durch...danke" durch die "Gruppe".
      Ich hatte den Eindruck, meine Hunde kichern auch, die waren ja sowas von brav und exakt bei Fußgehen. Und ihre Blicke zu mir waren eindeutig Hundegrinsen. SIE hatten sich in alldem "bestens benommen" :d
      "AS? Sie wirken gar nicht so" -"Danke für die Bestätigung und Anerkennung all der geleisteten Arbeit, die dahinter steckt :) ".
    • Sprüche auf die man verzichtet hätte?

      Bei mir ist es weniger ein Spruch sondern das "Ich habe auch Probleme"

      Wo ich mir denke "Mag ja sein aber wir reden hier doch gerade über etwas das mich beschäftigt". Wo dieses Denken mir selber aber auch egoistisch vorkommt:
      Andererseits regt es mich aber auch auf wenn ich mal über etwas rede das mich beschäftigt, mir zu schaffen macht und dann kommen Kommentare wie (beispiel bei meinen Eltern)
      "Uns/Mir geht es auch gerade nicht besser. Wir/Ich haben auch Probleme".
      Das fühlt sich für mich immer wie ein Konter an und ein "Stell dich nicht so an. Du bist nicht der Einzige der Probleme hat".
      Echt nicht schön.
    • Neulich steh ich beim Lidl an der Kasse und lege meinen Einkauf direkt hinter dem Kunden vor mir auf das Band.
      Hinter mir steht eine ältere Dame und lauert auf jeden Zentimeter, die das Band weiter läuft, um ihre Ware aufzulegen. Dabei stößt sie mich mehrfach an, so sehr rückt sie mir auf den Pelz..
      Ich hasse es, wenn jemand so dicht hinter mir steht, dass ich seinen Atem im Nacken spüre.
      Selber tu ich das auch nicht.

      Da sagt sie: "Können Sie mal weiter aufrücken?!"
      "Nö. Wo ist das Problem?
      " Sie sind das Problem!"zischt sie ungeduldig.
      "Hm. Wenn Sie mit dem Herrn vor mir kuscheln wollen, lasse ich Sie gerne vor.", biete ich ihr gelassen an.

      Der Herr vor mir dreht sich um, schaut mich aus 30 Zentimeter mehr Höhe an und fängt an zu lachen.
      Hinter mir zickt es weiter: "Der passt besser zu Ihnen als zu mir!"
      Ich schaue dem lachenden Riesen ins Gesicht und sage ebenfalls lachend: "Stimmt! Wir können zusammen lachen!"

      Danach ist Stille. Aber der Riese und ich, wir zwinkern uns zu, als er geht.

      Dass ich solche Sprüche gelassen pariere, habe ich lange lernen müssen.
    • @grace54: Schön, dein Erlebnis. Ich meine: Es liest sich schön, vor allem wegen deiner Reaktion. :thumbup:

      Ich hasse die Typen auch, die einem am Warenband so auf die Pelle rücken. Ich reagiere in solchen Fällen eher mit sturem Nicht-Hören. (Vielleicht ist das eher eine mänliche Reaktion?) Wird weiter gedrängelt, sage ich klar: "Nein, ich rücke nicht auf. Und trauen Sie sich nicht, meine Waren anzufassen!" Denn das ist ja dann noch die Höhe des Ganzen, die, die einem die Waren zusammenschieben, damit sie selbst schneller ihre aufs Band legen können. :evil:
      "Ein Buch muss Wunden aufreißen, ja sogar welche hervorrufen. Ein Buch muss eine Gefahr sein." (E. M. Cioran)
      In: ders., Ébauches de vertige. Gallimard 2006 (=folio 4100) (trad.: FM)
    • Andre wrote:

      Sprüche auf die man verzichtet hätte?

      Bei mir ist es weniger ein Spruch sondern das "Ich habe auch Probleme"

      Wo ich mir denke "Mag ja sein aber wir reden hier doch gerade über etwas das mich beschäftigt". Wo dieses Denken mir selber aber auch egoistisch vorkommt:
      Andererseits regt es mich aber auch auf wenn ich mal über etwas rede das mich beschäftigt, mir zu schaffen macht und dann kommen Kommentare wie (beispiel bei meinen Eltern)
      "Uns/Mir geht es auch gerade nicht besser. Wir/Ich haben auch Probleme".
      Das fühlt sich für mich immer wie ein Konter an und ein "Stell dich nicht so an. Du bist nicht der Einzige der Probleme hat".
      Echt nicht schön.
      das ist so ein "Tot-Schlag-Argument". Mir fällt nichts besseren ein, darüber will och jetzt nicht reden usw. Hat schon was herabwürdigendes :-/
      »Bist du denn verrückt geworden?« »Nein. Mich gab's schon so ab Werk.« 8-)
    • Christian87 wrote:

      Andre wrote:

      Sprüche auf die man verzichtet hätte?

      Bei mir ist es weniger ein Spruch sondern das "Ich habe auch Probleme"

      Wo ich mir denke "Mag ja sein aber wir reden hier doch gerade über etwas das mich beschäftigt". Wo dieses Denken mir selber aber auch egoistisch vorkommt:
      Andererseits regt es mich aber auch auf wenn ich mal über etwas rede das mich beschäftigt, mir zu schaffen macht und dann kommen Kommentare wie (beispiel bei meinen Eltern)
      "Uns/Mir geht es auch gerade nicht besser. Wir/Ich haben auch Probleme".
      Das fühlt sich für mich immer wie ein Konter an und ein "Stell dich nicht so an. Du bist nicht der Einzige der Probleme hat".
      Echt nicht schön.
      das ist so ein "Tot-Schlag-Argument". Mir fällt nichts besseren ein, darüber will och jetzt nicht reden usw. Hat schon was herabwürdigendes :-/
      Erinnert mich an das da :d
      ADHS & Autismus.
    • ich krieg das zeitnah auch nie hin und selbst wenn einem was einfällt, muss man sich das auch noch trauen. Menschen, die einem was vor dem Kopf werfen, können sich unberechenbar verhalten, wenn die selbst was an den Kopf bekommen oder wenigstens Kritik. So zumindest die Angst.
      Im nachhinein oder im überlegen zu einem hypothetischen Problem, da fallen mir ne Menge zu ein :roll:
      »Bist du denn verrückt geworden?« »Nein. Mich gab's schon so ab Werk.« 8-)
    • Platypus wrote:

      @grace54 Sehr cool! Und ich bin grad etwas neidisch auf deine Schlagfertigkeit ;) Aber vielleicht entwickelt die sich bei mir auch noch weiter. Meinen Spruch oben würde ich im fraglichen Moment mit Sicherheit nicht zeitnah produzieren können :m(:
      Ich war auch sehr sehr zufrieden mit mir. :nod:
      Mir fällt sowas meist zu spät ein.
      Aber wenn ich ganz bei mir bin und wenn ich mich ernst nehme, dann geht das plötzlich.
      Du siehst, ich brauche bestimmte Bedingungen. ;)

      Wenn du das willst, dann entwickelt es sich bestimmt bei dir.
      Du müsstest halt Übungssituationen nutzen statt meiden.
    • Christian87 wrote:

      ich krieg das zeitnah auch nie hin und selbst wenn einem was einfällt, muss man sich das auch noch trauen. Menschen, die einem was vor dem Kopf werfen, können sich unberechenbar verhalten, wenn die selbst was an den Kopf bekommen oder wenigstens Kritik. So zumindest die Angst.
      Im nachhinein oder im überlegen zu einem hypothetischen Problem, da fallen mir ne Menge zu ein :roll:
      Das ist doch ein guter Anfang.
      Wenn du es jetzt noch hinkriegst, die Einfallmenge näher an die auslösende Gegenwart zu rücken....... :nod: