Allgemeine Haushalts- und Alltagsfragen

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    • FruchtigBunt wrote:

      Muss die Hausverwaltung tatsächlich mit den Kabelbetreibern Verträge für jede Wohnung abschließen?
      Nein, die haben einen Vertrag für X Wohnungen.
      Du schließt ja auch nicht für jeden TV-Sender einen eigenen Vertrag, sondern hast einen Vertrag für X Sender.

      Wenn der Kabelanbieter für jeden Anschluss das gleiche Geld bekommt, klingt das zwar auf den erste Blick gerechter. Aber dann zahlt ein Einfamilienhaus 100€ im Monat und ein Hochhaus mit 200 Wohnungen auch. Klappt so nicht. Daher ist eine Staffelung nach Anzahl der Wohnungen in meinen Augen ganz OK.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.

      The post was edited 1 time, last by Garfield ().

    • Garfield wrote:

      Die "Ich-zahle-nur-was-ich-nutze-Mentalität" hasse ich zutiefst.
      Ich sage es mal so: Es gibt Leute, die können ihr Geld für Wichtigeres gebrauchen, als einen Kabelanschluss. Ich finde die Solidargemeinschaft wichtig, aber auch nur für wichtige Dinge wie Krankenversicherung, hygienische Versorgung (Wasseranschluss, Abwasser etc.). Kabelfernsehen gehört für mich nicht dazu. Wo soll man denn da die Grenze ziehen? Irgendwo muss es ja eine Grenze geben, denn es könnte ja auch niemand kommen und z. B. sagen, ab jetzt muss jeder die SUVs der Nachbarn mitfinanzieren oder irgendwelche Güter, die überflüssig sind.
      Außerdem sollte meiner Meinung nach in einer Solidargemeinschaft (gerade da) auch mit berücksichtigt werden, dass diejenigen, die wenig haben, nicht benachteiligt werden. Das sehe ich hier nicht.
    • Garfield wrote:


      Nein, die haben einen Vertrag für X Wohnungen.
      Du schließt ja auch nicht für jeden TV-Sender einen eigenen Vertrag, sondern hast einen Vertrag für X Sender.
      Na ja, der Vergleich ist jetzt etwas witzlos.

      Die Hausverwaltung könnte dann also auch sagen, dass sie für gar keine Wohnung einen Kabelvertrag abschließen will. Also sind sie nicht gezwungen, diese Verträge abzuschließen? Dann wären es ja die Hausverwaltungen, die diesen Mist aufrechterhalten.
    • FruchtigBunt wrote:

      Wo soll man denn da die Grenze ziehen?
      Da wo sie aktuell liegt: Wenn die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung es nutzt.
      Ein einzelner SUV eines einzelnen Nachbarn erfüllt dieses Kriterium definitiv nicht.

      FruchtigBunt wrote:

      Na ja, der Vergleich ist jetzt etwas witzlos.

      Die Hausverwaltung könnte dann also auch sagen, dass sie für gar keine Wohnung einen Kabelvertrag abschließen will. Also sind sie nicht gezwungen, diese Verträge abzuschließen? Dann wären es ja die Hausverwaltungen, die diesen Mist aufrechterhalten.
      Klar. Wenn die Eigentümer sich entscheiden, keinen Kabelanschluss zu brauchen, dann gibt es auch keinen Vertrag mit irgendeinem Kabelanbieter. In vielen Häusern lohnt sich z.B. eine Sat-Schüssel auf dem Dach und eigene Verteilertechnik, sog. Antennengemeinschaften. Man hat einmalig Kosten und dann nur noch minimale Betriebskosten.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • 65536 wrote:

      Die Kabel-TV-Anbieter brauchen eh nicht zu jammern - schließlich verdienen sie inzwischen über Kabel-Internet sehr viel Geld an dem längst abbezahlten Kabelnetz.

      Garfield wrote:

      Die "Ich-zahle-nur-was-ich-nutze-Mentalität" hasse ich zutiefst. Wenn man das weiterdenkt, haben wir dann wieder Brückenzoll, Maut auf allen Straßen, Gehwegnutzungsgebühr, Abwassergebühr abhängig von der Länge der Leitung usw. Das gesparte Geld würde durch den Verwaltungsaufwand mehr als aufgefressen werden.

      FruchtigBunt wrote:

      Ich verstehe aber nicht, wieso man gezwungen wird, Kabelfernsehen als Mieter zu beziehen. Es könnte doch einfach dieses An- und Abmelden dem jeweiligen Mieter überlassen werden, so wie es beim Telefon auch funktioniert.

      FruchtigBunt wrote:

      Könnte eine Hausverwaltung nicht sagen, dass sie keinen Kabelanschluss wollen und das jeder Mieter selbst entscheiden soll?
      Ich bin da eher auf der Seite von @Garfield. Man sollte schon auch bedenken, von welchem Zustand her wir auf dem Gebiet kommen: Strom- und Telekommunikationsnetze waren monopolistisch in staatlicher Hand, weil sie als kriegswichtig erachtet wurden. Nicht einmal der Telefonapparat gehörte den Nutzern, sondern auch der war nur gemietet.

      Ja, die Kabelnetzbetreiber verdienen heute gut. Sie sind aber auch in Vorlage gegangen, überhaupt erst einmal Netze zu bauen, die Konkurrenz zum Staatsnetz sein konnten. Und die auch in den Ausbau des Netzes in der Ex-DDR investierten (die hatten bis zur Wende im wesentlichen nur das Telefonnetz der 30er Jahre!). Ich will damit nicht die Kabelnetzbetreiber "adeln", sondern sehe das als Erklärung, warum man in den 90ern gesetzliche Rahmen schuf, deren Garantien auch als Anreiz verstanden werden müssen.

      Und wir reden dabei ja - siehe die aktuelle Debatte um Glasfasernetze und 5G Ausbau - nicht nur um den Ausbau und die Situation in Städten. Man will ja auch, dass gleichermaßen der ländliche Raum (bei erheblich höheren Kosten) ebenso an Netze angeschlossen wird. Nehmen wir doch Glasfaser: Die Investitionen für den Ausbau in Großstädten werden deutlich geringer sein und sich in wenigen Jahren amortisiert haben. Aber der Ausbau (und die Instandhaltungskosten) für dieses Netz bis zur letzten Milchkanne ist etwas ganz anderes.

      Klar, eine Hausverwaltung/ -eigentümer kann den Anschluss kündigen. Aber dann hat eben kein Mieter in dem Haus mehr Zugang zum Kabelnetz - mit all den Konsequenzen.

      Die Kabelgesellschaft (oder auch bspw. die Telekom, wenn es um den Glasfaserausbau geht) schließen nur Verträge mit den Eigentümern. Das ist einerseits Vertragsfreiheit, andererseits eine sachliche Notwendigkeit, denn Teile einer solchen Installation berühren Besitz und Eigentum außerhalb der Verfügung eines einzelnen Mieters. Um bspw. einen Glasfaseranschluss in ein Haus zu verlegen, muss von der Straße in das Grundstück eingegriffen werden. Und im Haus müssen außerhalb der Mieterwohnung Anschlüsse eingerichtet und Kabel verlegt werden.

      Last but not least: Es ist (Vertragsfreiheit!) auch niemand gezwungen, in eine Wohnung einzuziehen, bei denen zu den Nebenkosten im Rahmen des Mietvertrags! ein Kabelanschluss gehört. Ich muss auch keinen Mietvertrag unterschreiben, bei dem mir das Verhältnis in der Heizkostenabrechnung nicht gefällt.


      FruchtigBunt wrote:

      weil das ja alles unter Putz verlaufen dürfte
      Es braucht keine zig Meter; wenn man sich auskennt genügt eine ganz kleine Strecke.
      Of course I talk to myself! :nod: Sometimes I need expert advice. :prof:
    • @Garfield
      Ich finde es nicht gut, da die Grenze zu ziehen, wo die überwiegende Zahl der Bevölkerung es nutzt. Nur weil die Mehrheit etwas nutzt, heißt das ja noch lange nicht, dass es dieses Gut wert ist, durch die Solidargemeinschaft geschützt zu werden. Da muss meiner Meinung nach ein anderer Ansatz her. Z. B. dass man sagt, dass die Solidargemeinschaft nur Dinge mittragen soll, die lebensnotwendig sind. Die Erhaltung der Gesundheit ist lebensnotwendig, aber Fernsehen schauen zu können ist meiner Meinung nach nicht lebensnotwendig. Es gibt bestimmte auch andere Ansätze. Das sollte nur verdeutlichen, wie man es abgrenzen könnte. Für mich ergibt die aktuelle Abgrenzung keinen Sinn, zumal beim Telefon ja auch anders entschieden wurde.
    • @Digital_Michael
      Ich sehe das anders. Die Netze sind mehrere Jahrzehnte als, das erschließt sich mir nicht, wieso da heute noch die Nutzer an Kosten beteiligt werden sollen, die schon seit Jahrzehnten längst abgeschrieben sind.

      Mein Vorschlag wäre, dass die Hausverwaltung den Anschluss kündigt und jeder Mieter kann einen Vertrag abschließen, wenn er möchte. Wieso ist das nicht umsetzbar? Beim Telefon geht es doch auch.
      Der Kabelnetzbetreiber liefert bis zum Hausanschluss und ab da machen die Mieter Verträge, wenn sie die Leistung wollen. Das wäre eine privatrechtlich faire Abwicklung.

      Eine Heizanlage gehört meines Erachtens nach zum Standard, weil damit eine Wohnung ausgestattet sein muss. Das hat auch mit der Gesundheit der Bewohner zu tun. Ein Kabelanschluss dient nicht der Gesundheit der Bewohner. Da es fast überall so gemacht wird, dass die Kabelgebühren umgelegt werden, hat man kaum eine Chance, eine Wohnung zu finden, wo die Kabelgebühr nicht mit drin ist. Von daher ist es zwar ein Wahlrecht, aber eines, was in der Realität nicht wirklich besteht, wenn man eine Wohnung anmieten möchte. Man ist quasi gezwungen, das mit anzumieten, weil die Hausverwaltungen am längeren Hebel sitzen.

      Na ja, was soll. Ich werde weiter Urteile dazu verfolgen und hoffen, dass diese Zwangskabelgebühr bald abgeschafft wird.

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    • Digital_Michael wrote:

      Ja, die Kabelnetzbetreiber verdienen heute gut. Sie sind aber auch in Vorlage gegangen, überhaupt erst einmal Netze zu bauen, die Konkurrenz zum Staatsnetz sein konnten.
      Netze gebaut haben sie eigentlich nicht. Das war die staatliche Post.
      Sie haben zugegriffen, als die Telekom das Kabelnetz abgeben musste, weil man ein Monopol befürchtete - die DSL-Anschlüsse hatte die Telekom ja auch schon exklusiv.
      Die haben allenfalls das Netz weiter ausgebaut, in Richtung Internet.
      Kurioserweise haben wir nun fast wieder ein Monopol im Kabelnetz. Es gibt eigentlich nur noch Unitymedia und Vodafone. Und viele kleine, aber für den Gesamtmarkt unbedeutende Anbieter.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • FruchtigBunt wrote:

      Ich finde es nicht gut, da die Grenze zu ziehen, wo die überwiegende Zahl der Bevölkerung es nutzt. Nur weil die Mehrheit etwas nutzt, heißt das ja noch lange nicht, dass es dieses Gut wert ist, durch die Solidargemeinschaft geschützt zu werden. Da muss meiner Meinung nach ein anderer Ansatz her.
      Diese Meinung sei Dir gegönnt, ich teile sie halt nicht.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • FruchtigBunt wrote:

      Mein Vorschlag wäre, dass die Hausverwaltung den Anschluss kündigt und jeder Mieter kann einen Vertrag abschließen, wenn er möchte. Wieso ist das nicht umsetzbar? Beim Telefon geht es doch auch.
      Dann hat der Kabelanbieter statt eines Kunden in einem größeren Haus plötzlich 20, 50, 100 Kunden. Alle mit eigenem Vertrag - zig-facher Aufwand der Verwaltung - die Preise steigen deutlich.
      Außerdem muss der Kabelanbieter dann noch einen zusätzlichen Vertrag mit dem Hauseigentümer schließen, um Zugang zum internen Kabelnetz zu erlangen bzw. der Eigentümer muss erlauben, dass der Kabelanbieter selbst Leitungen legt.
      Mein Vorschlag: Es gibt Häuser ohne Kabelanschluss für Leute, die sowas nicht brauchen.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • FruchtigBunt wrote:

      Ich sehe das anders. Die Netze sind mehrere Jahrzehnte als, das erschließt sich mir nicht, wieso da heute noch die Nutzer an Kosten beteiligt werden sollen, die schon seit Jahrzehnten längst abgeschrieben sind.
      Dass Nutzer an den Kosten beteiligt werden, finde ich ja ok.

      Ich finde aber auch nicht so toll, dass auch Nichtnutzer dafür zahlen sollen. Technisch spricht ja überhaupt nix dagegen, dass man dem Kabelanschluss für jede Wohnung buchen/nicht buchen kann. Wenn man ihn kündigt, stöpselt eben ein Techniker das Kabel im Verteiler aus.
      Und inzwischen könnte man die Verstärker im Kabel-Verteiler sogar so bauen, dass sich die einzelnen Anschlüsse aus der Ferne aktivieren und deaktivieren lassen. Damit müsste nicht mal ein Techniker vorbeikommen, um den Anschluss ein- oder auszuschalten.
      Technisch gibt's absolut keinen Grund, warum man einen TV-Kabelanschluss in einem Mehrparteienhaus nicht kündigen kann.

      Aber die aktuelle Gesetzeslage ist für die Anbieter natürlich ideal: Viele Leute zahlen für etwas, was sie gar nicht nutzen. Solange das zulässig ist, ändern die Anbieter natürlich auch nix.
      Das Ganze passt natürlich politisch auch schön zur GEZ-Haushaltsabgabe. Wenn man den TV-Anschluss kündigen kann, könnte man die Haushaltsabgabe noch kritischer hinterfragen.
      Ich kann mir gut vorstellen, dass sich das im kommenden Jahrzehnt ändert.

      FruchtigBunt wrote:

      Mein Vorschlag wäre, dass die Hausverwaltung den Anschluss kündigt und jeder Mieter kann einen Vertrag abschließen, wenn er möchte. Wieso ist das nicht umsetzbar? Beim Telefon geht es doch auch.
      Das geht so direkt nicht, weil nur ein Kabel ins Haus reinkommt.
      Beim Telefon kommt ja tatsächlich für jede Wohnung ein Paar Drähte ins Haus, die bis zur Vermittlungsstelle oder dem nächsten DSL-Anschlusspunkt gehen. Damit sind alle Anschlüsse voneinander unabhängig.
      Beim TV-Kabel kommt nur ein einziges Kabel ins Haus, was in dem Kabel-Verteiler (eben dem "Kasten" von vor ein paar Posts) auf die Wohnungen verteilt wird. Nur in diesem Kasten kann man die Anschlüsse für einzelne Wohnungen (de)aktivieren.

      FruchtigBunt wrote:

      Da muss meiner Meinung nach ein anderer Ansatz her. Z. B. dass man sagt, dass die Solidargemeinschaft nur Dinge mittragen soll, die lebensnotwendig sind. Die Erhaltung der Gesundheit ist lebensnotwendig, aber Fernsehen schauen zu können ist meiner Meinung nach nicht lebensnotwendig.
      Das finde ich nicht so gut, weil man damit eine massive Zwei-Klassen-Gesellschaft schafft.
      Dinge wie brauchbare Straßen, ÖPNV-Versorgung, schnelles Internet und gute Mobilfunknetze sind nicht lebensnotwendig. Trotzdem sind Gegenden, in denen es diese Dinge nicht gibt, extrem unattraktiv. Und gerade junge Leute ziehen da kaum hin, bzw ziehen weg.
    • FruchtigBunt wrote:

      Mein Vorschlag wäre, dass die Hausverwaltung den Anschluss kündigt und jeder Mieter kann einen Vertrag abschließen, wenn er möchte. Wieso ist das nicht umsetzbar?

      Einfaches, wenn auch vielleicht ein wenig überzogenes Beispiel, um die juristische/ gesetzgeberische Schwierigkeit darzustellen: Sagen wir, ich wollte als Mieter gerne einen Gasherd nutzen (oder Fermwärme beziehen), statt der Anschlüsse, die nun einmal von meiner Vermieterin vorgehalten werden.
      Damit gehen Umbaumaßnahmen einher und selbst wenn ich die Kosten dafür trüge, dann muss doch meine Vermieterin, welcher das Haus gehört! (Eigentum!) dem nicht zustimmen.

      Du übersiehst m.E.n. einen wesentlichen Punkt: Die Eigentumsrechte von Vermietern. Du setzt gemieteten Besitz mit Eigentumsrecht gleich und das ist - nicht zuletzt juristisch - falsch. Eine Wohnung zu mieten macht es noch nicht zur Eigentumswohnung! Und selbst da (Eigentümerversammlung) gölten Mehrheitsrechte!
      Of course I talk to myself! :nod: Sometimes I need expert advice. :prof:
    • 65536 wrote:

      Das Ganze passt natürlich politisch auch schön zur GEZ-Haushaltsabgabe. Wenn man den TV-Anschluss kündigen kann, könnte man die Haushaltsabgabe noch kritischer hinterfragen.
      Das Argument hielte ich nicht für stichhaltig. Nur weil man den Wehrdienst verweigern konnte, durfte man ja auch nicht seine Steuern um den prozentualen Anteil der Wehrausgaben kürzen.

      65536 wrote:

      Ich kann mir gut vorstellen, dass sich das im kommenden Jahrzehnt ändert.
      Das kann ich mir allerdings auch vorstellen (wobei ich allerdings mehr als ein Jahrzehnt veranschlagen würde). Die technologische Seite ist dabei aber nur eine Seite, ein Teil der Debatte. Es geht auch um gesellschaftliche Anpassung und die verläuft nicht annähernd so schnell.
      Stichwort: Bankfilialen/ Bankautomaten/ Bargeld.
      Of course I talk to myself! :nod: Sometimes I need expert advice. :prof:
    • Digital_Michael wrote:

      Das Argument hielte ich nicht für stichhaltig. Nur weil man den Wehrdienst verweigern konnte, durfte man ja auch nicht seine Steuern um den prozentualen Anteil der Wehrausgaben kürzen.
      Klar, aber auch bei der Haushaltsabgabe gilt:
      Zumindest bei der Abgabe fürs Fernsehen könnte man das technisch lösen, indem die ÖR-Sender nur noch verschlüsselt senden und man für eine jährliche Gebühr eine Karte kaufen muss um sie schauen zu können (natürlich muss man pro Haushalt mehrere Karten bekommen können). Mit dazu bekommt man auch Zugangsdaten für die Mediatheken.
      Oder man macht es zweigeteilt: Man reduziert die Abgabe nur und schafft sie nicht ganz ab, ARD und ZDF bleiben als Grundversorgung unverschlüsselt, und nur für die zig anderen ÖR-Kanäle muss man extra zahlen.
      Wäre nicht undenkbar.

      Und je geringer das Interesse der Gesellschaft am normalen TV wird, desto eher wird auch die Haushaltsabgabe mal öffentlichkeitswirksam hinterfragt.

      Digital_Michael wrote:

      Stichwort: Bankfilialen/ Bankautomaten/ Bargeld.
      Für die Abschaffung von Bargeld bin ich wiederum nicht. Allein schon weil damit fast jeder Zahlungsverkehr 100% überwachbar wäre.
      Bargeld sehe ich als ein wichtiges Stück Freiheit.
    • Digital_Michael wrote:

      FruchtigBunt wrote:

      Mein Vorschlag wäre, dass die Hausverwaltung den Anschluss kündigt und jeder Mieter kann einen Vertrag abschließen, wenn er möchte. Wieso ist das nicht umsetzbar?
      .........Damit gehen Umbaumaßnahmen einher und selbst wenn ich die Kosten dafür trüge, dann muss doch meine Vermieterin, welcher das Haus gehört! (Eigentum!) dem nicht zustimmen.

      Du übersiehst m.E.n. einen wesentlichen Punkt: Die Eigentumsrechte von Vermietern. Du setzt gemieteten Besitz mit Eigentumsrecht gleich und das ist - nicht zuletzt juristisch - falsch. Eine Wohnung zu mieten macht es noch nicht zur Eigentumswohnung! Und selbst da (Eigentümerversammlung) gölten Mehrheitsrechte!
      Richtig.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • FruchtigBunt wrote:

      Mein Vorschlag wäre, dass die Hausverwaltung den Anschluss kündigt und jeder Mieter kann einen Vertrag abschließen, wenn er möchte. Wieso ist das nicht umsetzbar? Beim Telefon geht es doch auch.
      Der Kabelnetzbetreiber liefert bis zum Hausanschluss und ab da machen die Mieter Verträge, wenn sie die Leistung wollen. Das wäre eine privatrechtlich faire Abwicklung.
      Das würde für den einzelnen Mieter aber wahrscheinlich teuer werden. Ein Sammelanschluss, wo die Kosten aufgeteilt werden, ist wesentlich günstiger als Einzelverträge. Wenn es dann irgendwann nur noch tatsächlich Einzelverträge geben sollte, dann wird das Geheule wieder groß sein, weil der Kabel-Anschluss auf einmal so teuer ist.
      Aber ein Kabelanschluss hat auch einen Vorteil, man kann da dieses Internetz reinpacken und das geht bzw. rennt dann ganz schnell.

      65536 wrote:

      Ich finde aber auch nicht so toll, dass auch Nichtnutzer dafür zahlen sollen. Technisch spricht ja überhaupt nix dagegen, dass man dem Kabelanschluss für jede Wohnung buchen/nicht buchen kann. Wenn man ihn kündigt, stöpselt eben ein Techniker das Kabel im Verteiler aus.
      Das geht so einfach oftmals nicht. Es gibt Häuser da läuft das TV-Kabel in der Wand von einer Etage zur nächsten. In einem Standard Mehrfamilienhaus mit sagen wir 4 Etagen und 2 Wohnungen pro Etage und jeweils nur einem Anschluss in der Wohnung, braucht man nur 2 Kabel im Keller, eins links für die Wohnungen und eins rechts. Stöpselt man ein Stecker raus, ist entweder der linke oder rechte Teil Kabel-TV frei. Und weil das in einem Haus so verkabelt ist und in einem anderen vllt. wieder anders, wie willst du das als Kabelanbieter alle diese Verkabelungsarten auseinanderhalten, wenn du überhaupt dahinter kommst, wie da was verkabelt wurde? Das geht nämlich nicht, weil dem Kabelbetreiber es nichts angeht, wie der Hauseigentümer die Hütte verkabelt hat. Und der Hauseigentümer hat kein Bock mit jedem Mieter einen Kabel-TV Vertrag abzuschließen, das wird ein Gehampel ohne Ende. Also macht man es sich einfach, alle kriegen ob sie wollen oder nicht. Der Vorteil ist übrigens, dass der Kabel-TV-Anschluss dann pro Wohnung weit unter dem eines Einzelanschlusses liegt (sofern ich mich recht erinnere).

      65536 wrote:

      Und inzwischen könnte man die Verstärker im Kabel-Verteiler sogar so bauen, dass sich die einzelnen Anschlüsse aus der Ferne aktivieren und deaktivieren lassen. Damit müsste nicht mal ein Techniker vorbeikommen, um den Anschluss ein- oder auszuschalten.
      Wie schon oben steht, es hängt von der Kabelverlegung ab. Ich denke nicht, dass in einem Hochhaus mit 50 Wohnungen z. B. alle einzelnen Wohnungen einen "Stecker" im Keller haben. Vllt. kommen unten nur 6 Kabel an, der Rest findet irgendwo unterwegs statt (Verteilen, verstärken usw.). Das ist aber eine Sache der Eigentümers und nicht des Kabelanbieters. Es entzieht sich also der Kenntnis des Anbieters, wie das was wo verläuft. Der Eigentümer oder die Eigentümergemeinschaft kann auch jederzeit entscheiden, die Kabelstruktur zu verändern.

      65536 wrote:

      Technisch gibt's absolut keinen Grund, warum man einen TV-Kabelanschluss in einem Mehrparteienhaus nicht kündigen kann.
      Den gibt es, nämlich dann, wenn ein Kabel mehrere Wohnungen versorgt. Und sollte es gehen, dann könnte man den Verweigerern die Werbe- und zensierte Pornoprogramme in Massen auf's Kabel legen. Machen die das TV an, geht sofort in schlechter SD-Bildqualität das Gestöhne los. Am besten mit HD+, sodass die Verweigerer ihr TV für 15 Minuten nicht ausschalten können. Und zwischendurch immer wieder Werbung. Strafe muss halt sein.

      65536 wrote:

      Aber die aktuelle Gesetzeslage ist für die Anbieter natürlich ideal: Viele Leute zahlen für etwas, was sie gar nicht nutzen. Solange das zulässig ist, ändern die Anbieter natürlich auch nix.
      Ja, so ist das mit 40 Jahren CDU oder so. Da werden die Firmen von dem bösen Endverbraucher geschützt. Das der Endverbraucher mal mehr Rechte bekommt, ist m.M.n. auch keine Errungenschaft der Regierung, sondern der Gerichte, die in solchen Sachen die Gesetze für ungültig erklären bzw. erst mal für Rechtssicherheit sorgen, s. Taschenkontrolle im Supermarket.
      Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit. Erasmus von Rotterdam (1465/1469 - 1536)
    • Als wir vor fast 20 Jahren gebaut haben, habe ich beim Kabelanbieter angerufen und gesagt, dass ich Kabelfernsehen möchte und man uns anschließen soll, solange unsere Hauszufahrt noch nicht gepflastert ist. Antwort: "Wir kümmern uns derzeit nur um unsere Bestandskunden und schließen keine Neukunden an!".

      Also habe ich meine Zufahrt pflastern lassen, Satellitengeraffel (Schüssel, LNB, Halterung fürs Dach, ein paar Receiver) gekauft und montieren lassen und abgesehen von ersetzten Receivern und einem defekten Multischalter (vor 14 Jahren!) hatte und habe ich keine laufenden Kosten. Wenn alle paar Jahre (ist bisher dreimal passiert) ein Orkan die Schüssel verstellt, dann übernimmt die Hausratversicherung die Kosten für die Korrektur.

      Ich danke dem Kabelanbieter von damals heute noch! :d
    • Nervenbündel wrote:

      Vllt. kommen unten nur 6 Kabel an, der Rest findet irgendwo unterwegs statt (Verteilen, verstärken usw.).
      Richtig, z.T. wird das Signal auch passiv verteilt, oder einfach bei ein paar Wohnungen von Dose zu Dose durchgeschleift. Das hatte ich ganz vergessen.
      Da wird's dann wirklich schwierig.

      Aber die Idee, dass man den Kabelanschluss abbestellen kann, wird wirklich diskutiert: teltarif.de/kabelfernsehen-kab…nprivileg/news/77135.html

      Man könnte den Spieß natürlich auch ganz umdrehen (RW) und mal ernsthaft hinterfragen, ob ein Kabel-Hausanschluss heute überhaupt noch so hohe monatliche Gebühren kosten sollte.
      Wenn man das Internet nicht als Neuland betrachten würde, könnte man auch Internet als neuen Haupt-Nutzen des Kabelnetzes definieren, und TV ist nur noch eine Nebenfunktion, die viel günstiger/konstenlos angeboten wird.

      zaph wrote:

      Als wir vor fast 20 Jahren gebaut haben, habe ich beim Kabelanbieter angerufen und gesagt, dass ich Kabelfernsehen möchte und man uns anschließen soll, solange unsere Hauszufahrt noch nicht gepflastert ist. Antwort: "Wir kümmern uns derzeit nur um unsere Bestandskunden und schließen keine Neukunden an!".
      An Neukunden scheinen die Kabel-Anbieter echt kein Interesse zu haben.
      Mein Vater und ich haben da vor ein paar Jahren auch mal angefragt, die Antwort war ganz ähnlich. Um TV ging's uns da gar nicht wirklich, wir hätten den Anschluss v.a. zwecks Internet gewollt.
    • 65536 wrote:

      Klar, aber auch bei der Haushaltsabgabe gilt:
      Zumindest bei der Abgabe fürs Fernsehen könnte man das technisch lösen, indem die ÖR-Sender nur noch verschlüsselt senden und man für eine jährliche Gebühr eine Karte kaufen muss um sie schauen zu können (natürlich muss man pro Haushalt mehrere Karten bekommen können). Mit dazu bekommt man auch Zugangsdaten für die Mediatheken.
      Oder man macht es zweigeteilt: Man reduziert die Abgabe nur und schafft sie nicht ganz ab, ARD und ZDF bleiben als Grundversorgung unverschlüsselt, und nur für die zig anderen ÖR-Kanäle muss man extra zahlen.
      Wäre nicht undenkbar.

      Und je geringer das Interesse der Gesellschaft am normalen TV wird, desto eher wird auch die Haushaltsabgabe mal öffentlichkeitswirksam hinterfragt.
      Das wird dazu führen, dass ein Großteil der geistig verarmten Bevölkerung diese Gebühr nicht mehr zahlen wird und das Geld lieber in Werbe-TV steckt.
      Das Bildungsniveau sinkt weiter und das Angebot kann auch nur noch sehr beschränkt aufrecht erhalten werden.
      Ich sehe ein, dass man Millionenverschwendungssendungen absetzt und auch die Regionalprogramme etwas zurückfährt - aber all zu drastische Schritte halte ich für unverantwortlich.
      Das Senden allein kostet meines Wissens nicht übermäßig viel und ein Großteil der Sendungen in der ARD wird ja von den Regionalprogrammen produziert.

      Hab mir gerade mal ein Angebot von KD/VF machen lassen für einen Kabelanschluss an meinem Häusel. Soll angeblich nur 10€ im Monat kosten fürs erste Jahr. Die Verfügbarkeitsprüfung ist also fürs Gesäß. Denn dort gibt es weder eine geschlossene Ortschaft, noch eine Straße noch überhaupt ein Kabel. Da liegen 1000m bis zur nächsten Straße, wo das Kabel erst übern fremden Acker gezogen werden muss...
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.

      The post was edited 1 time, last by Garfield ().