An Experimental Autism Treatment Cost Me My Marriage

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    • Ich habe da gemischte Gefühle. Einerseits wird irgendwie porträtiert, dass es eine quasi-heilung für Autismus gibt - in der Form von "Schaut her was ich erlebt habe, wenn das mal kein Forschritt ist!". Andererseits werden die gewaltigen Umwälzungen beschrieben, die im Leben geschehen, wenn jemand eine nicht unbedingt näher definierte Therapie durchlaufen hat.

      Mich würde interessieren 1) was exakt wird während der Therapie auf neurologischer Ebene getan 2) auf welcher Basis geschieht das?

      Der Artikel lässt eine große Anzahl von Fragen offen und liest sich leicht reißerisch.
    • Nur damit ich den Link nicht verliere: Einen anderen Artikel kann man hier im Volltext lesen bzw. als PDF herunterladen. Ich habe ihn aber bisher nicht gelesen und kann nichts wesentliches zum Inhalt sagen. Es scheint darin aber weniger um magnetische Stimulation als um DBS Deep Brain Stimulation zu gehen, also um Hirnschrittmacher mit Elektroden im Gehirn. 8o
    • Ich finde das Thema auch spannend, insbesondere weil ich nach mehreren Weiterbildungen im Bereich Psychologie eine ähnliche Erfahrung, wenn auch in stark abgeschwächter Form gemacht habe: die (dann lesbaren) Emotionen sind in der Tat häufig negativ, und es bedarf viel Trainings, damit umgehen zu lernen — dafür hat man ja sonst die ganze Kindheit und Jugend.
    • Dazu gibt es ziemlich viel in der (Paläo)anthropologie, vermutlich hat Darwin das anhand der z.T. seltsam verdrehten Mimik beim Lächeln (Zähnefletschen und Augenaufreissen bei wie im Flow aufgedrehter sonstiger Motorik gibts sonst nur beim Beute reißen) diskutiert. Die menschliche Mimik usw. zum Zweck der sozialen Interaktion ist eine Art Schichtkuchen alter und neuer Anpassungen, die teilweise (wie der Blinddarm) regrediert sind, teilweise neue Funktionszusammenhänge erhielten (was bei Regressionen ein üblicher Zufallseffekt ist).

      Einer der Entwicklungspunkte war eine Klimaveränderung im südlichen Afrika, als innerhalb kürzester Zeit (ca. 1-2 Generationen) die dadurch erzwungenen Änderungen beim Sammeln und Jagen zu einer Angleichung der Körpergrößen der Geschlechter führten, woran sich die Gehirne nicht schnell genug anpassten. Dies wird üblicherweise als Ausgangspunkt von Körperbemalung und Verkleidungen usw. betrachtet, weil Rollenzuschreibungen nicht mehr unmittelbar über den Körper erfolgen konnten, unsere Vorfahren aber schon clever genug waren, die damit entstandene Lücke kreativ auszugestalten. Ein weiterer Umbruch erfolgte mit dem Einsetzen der Sprachentwicklung, als die Feinheiten der Mimik (und verm. auch Gestik) viel ihrer Bedeutung verloren und sich z.B. die Gesichtsfäche sehr reduzierte, interessanterweise setzt man in jenem Übergang auch die Entstehung sprachbasierter Pathologien an, von denen schon frühe Mythen erzählten: z.B. shkaminski.com/Classes/MNGT5590/dv.htm , bmcr.brynmawr.edu/1993/04.05.36.html , journals.uchicago.edu/doi/abs/10.1086/598231 . Sehr in der Diskussion ist dann noch die allgemeine Reduktion des Gehirns (ich hatte es mal nachgerechnet: soweit ich mich dran erinnere Volumenschwund ca. 1 Tennisball) seit ein paar Jahrzehntausenden, im relativen Volumen vergleichbar dem in der Region um Tschernobyl bei Vögeln festgestellten Hirnschwund. Normalerweise werden solche Veränderungen als zwangsläufig mit Rückentwicklungen des Erlebens, Fühlens und Verhaltens verknüpft, unter Anthropologen wird aber heiß diskutiert, ob diese sehr zeitnahe, aber allgemeine, Verkleinerung beim modernen Menschen nicht vielleicht doch Ausdruck einer intelligenten Optimierung sein (m.E.: Wunschdenken ;) ).

      Wenn wir also von "Gefühlen", deren Wahrnehmungen und Wahrnehmungsfähigkeiten sprechen, müssen wir uns klar darüber sein, daß wir es bei sozialen "Gefühlen" mit weit komplizierteren Dingen zu tun haben, als z.B. bei "Gefühlen" anderer Tiere. Daß manche gegenüber Menschen "Autisten", gegenüber Tieren "Empathen" sind, kann sich auch daraus gut erklären. Insbesondere müssen wir us bewußt sein, daß intuitive soziale Kompetenzen sich in Gruppen entwickelten, die zwar klug genug für Feuer, Hütten, Jagd, Waffenherstellung, Rohstoffbesorgung über weite Distanzen usw. waren, aber noch nicht über die menschliche Sprache verfügten. Da war ein "Zuviel" von Einfühlungsvermögen vermutlich genau so tödlich wie ein zum Gruppenausschluß führendes "Zuwenig".

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    • Mir ging es um die praktische Anwendung, und überhaupt nicht um die Theorie. Mit der habe ich mich auch schon in einem früheren Zeitraum beschäftigt, aber daraus leider keine hilfreichen Informationen für die praktische Anwendung entnehmen können. Die Spezialfälle im real life sind irgendwie zu speziell für die Theorie.
    • Über TMS gab es einiges im alten Forum. Die Suche müsste es noch finden.

      Beeindruckend finde ich die im Artikel beschriebene Reizüberflutung, als er in den Menschen plötzlich das Schlechte sehen konnte. NAs haben eine ganze Kindheit, um akzeptieren zu lernen, dass Menschen hinterhältig und egoistisch sind. Wenn man die Menschen aber bisher neutral betrachtet hat und dann von ihrer ganzen Gemeinheit "überfallen" wird, kann man natürlich nicht damit umgehen.