Habt Ihr als Autist einen Führerschein?

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    • In der Vorbereitung auf die Theorieprüfung lernt man, dass man nicht grundlos langsam fahren soll, um den Verkehrsfluss nicht zu behindern.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Grubber wrote:

      Ich bin dafür, eine regelmäßige Fahrtauglichkeitsprüfung einzuführen, und davon das Behalten des Führrerscheins abhängig zu machen.
      Ich glaube auch, dass das sinnvoll wäre, aus Sicherheitsgründen. Es könnte dann auch ggf. freiwillige Schulungen/Fahrkurse geben, wo ältere Menschen verschiedene Situationen nochmal üben könnten, um ihren Führerschein zu behalten.
      Meine Mutter fährt manchmal auch schon extrem langsam, da werde ich als Beifahrer schon unruhig. Natürlich ist es besser, wenn sie langsam fährt anstatt schneller zu fahren und einen Unfall zu bauen, aber optimal ist es halt nicht, weil die anderen Verkehrsteilnehmer darunter leiden. Irgendwann kommt wahrscheinlich auch der Punkt, wo auch langsames Tempo nicht mehr hilft, Unfälle zu vermeiden, das sind dann die, die Gas und Bremse verwechseln und ins nächste Schaufenster fahren.

      Da sich vermutlich in nächster Zeit nichts ändern wird, es immer mehr langsame Fahrer gibt, hilft es mir am meisten, entweder Abstand zu halten und mit Tempomat in einem Abstand zu fahren, der mir angenehm ist, oder mal rechts ran fahren und dem Langsamfahrer Vorsprung zu geben. Auf der Autobahn überhole ich, aber da habe ich oft das Problem, dass ich mit einer mittleren Geschwindigkeit die Schnelleren im Nacken und die Langsameren vor mir habe, und keinem kann man es recht machen.

      Garfield wrote:

      Viele PKW überholen inzwischen Dank Tempomat mit 1-2 km/h mehr, das ist noch schlimmer als ein LKW der wenigstens 5kmh schneller ist beim Überholen.
      Langsame Überholer finde ich auch blöd. Wenn ich vor dem Überholen mit Tempomat gefahren bin, dann gebe ich trotzdem während dem Überholen Gas, damit ich schnell vorbei bin und wieder Platz machen kann. Außer wenn es eine Kolonnenfahrt ist, wo noch viele andere im gleichen Tempo unterwegs sind.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • Grubber wrote:


      Übrigens fahren auch ältere Menschen, Fahranfänger, Seltenfahrer, Ortsfremde etc. auf deutschen Straßen. Da (siehe auch hier Straßenverkehrsordnung) jeder Mensch unabhängig von der eventuell vorgegebenen Höchstgeschwindigkeit seine tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit im Rahmen der max. Geschwindigkeit an die Situation so anzupassen hat, dass er dadurch niemanden gefährdet, impliziert dies, dass unsichere Fahrer sogar langsamer fahren müssen als die Max-Geschwindigkeit. Gleiches gilt bei Nässe, schlechter Sicht, Laub auf der Fahrbahn, Schlaglöchern und Co, also bei allem, was die Kontrolle deines Fahrzeuges durch die erschwert und damit zu einer erhöhten Gefährdung anderer führen kann.
      Das meine ich auch - vielleicht fahre ich deswegen so langsam, wie zb stundenlang hinter einem lkw her. ich fühle mich einfach besser und sicherer. Klar, Mittelspurschleichen muss nicht sein.
    • Ich hab mich auch schwer getan beim Fahren lernen. Der Umstieg auf Automatik hat mir geholfen und würde ich weiterempfehlen. Da meine Eltern eh ein neues Auto gekauft haben, habe ich kurz vor meinem 18. den Führerschein nur für Automatik gemacht.
      Kann nicht richtig Fahrrad fahren, deswegen hat mein Fahrlehrer vermutet, ist mir auch das Lenken lernen schwerer gefallen.
      Bin 23 und habe vor einem halben Jahr die Diagnose Asperger bekommen.
    • Ich habe zwar den Führerschein, aner ich habe sehr viele Fahrstunden (um die 80) gebraucht und bin nur wenige Jahre gefahren. Mittlerweile fahre ich seit über zehn Jahren nicht mehr.

      Das ist eine bewusste Entscheidung, da ich weder von den Anforderungen an die Aufmerksamkeit, noch vom Reaktionsvermögen und auch von der Stressresistenz her nicht die Voraussetzungen erfülle, um als Autofahrer am Straßenverkehr teilzunehmen.

      Meine Ärzte und Therapeuten haben mir auch bestätigt, dass ein Zusammenhang zwischen der fehlenden Eignung zun Autofahren und dem ADHS + Asperger bei mir naheliegend ist, eine offizielle Beurteilung könne dazu aber nur ein Verkehrsmediziner erstellen. Dennoch haben mir alle Ärzte und Therapeuten auch klar gesagt, dass sie mir aufgrund meiner Schwierigkeiten dringend davon abraten, je wieder selber Auto zu fahren.
    • ich habe einen Führerschein und möchte ihn auch nicht missen. Ds ich in meiner Freizeit gern wandern gehe und versucht mal mit den Öfs irgendwo in ein abgelegenes Gebiet zu kommen :thumbdown:
      Bin aber grad so beim dritten Versuch durchgerasselt und hab recht viele Stunden gebraucht. Bin auch eher ein defensiver Fahrer.
      Was ich überhaupt nicht mag ist nachts durch eine fremde Stadt zu fahren, zu viele Lichter die irritieren um einen herum und wenn es dann noch regnet und alles glänzt und spiegelt... oh weh
    • Bei mir war das so, daß ich unbedingt einen Führerschein machen wollte.
      Hat auch ganz gut geklappt.
      Den Motorradführerschein habe ich vor 11 Jahren gemacht.
      Da ist es mir schon sehr schwergefallen, mir von dem Fahrlehrer was sagen zu lassen.

      Aber mittlerweile fahre ich lieber mit dem Fahrrad oder Zug.
      Es sind mir inzwischen zuviele Autos unterwegs.
      Schaut in die Sonne und nicht ins dunkle Mauseloch
    • Bisher über 400.000 km gefahren, keinen Unfall verursacht, aber schon mehrfach verhindert, dass mir ein Seppl ins Auto fährt. Führerschein im ersten Anlauf geschafft und innerhalb kürzest möglicher Zeit. Bin an zwei verschiedenen Orten (die hatten mehrere Dependancen), also insgesamt zu vier Terminen pro Woche in die Theorie gegangen und habe die Theoretische nach den Pflichtstunden gemacht.

      Aber ich habe dem Fahrlehrer gesagt, dass ich körperliche Dinge (hier das Beherrschen des Autos an sich) langsam lerne und Zeit brauche, dass Fahren zu automatisieren. Er fand das gut und ehrlich und ich habe tatsächlich mehr Std (Praxis) genommen als man muss. Das war für mich sehr wichtig. Ich brauche Zeit, um etwas gut zu machen, da ich alles bewusst erlerne. Er hat sich sehr gut auf mich eingestellt. Wir haben zum Beispiel die erste Std auf einem Parkplatz gemacht, damit ich mich voll auf das motorische Erlernen des Fahrens konzentrieren konnte. Ich bin später eine Std lang auf die Autobahn auf- und runtergefahren, um meine Angst zu verlieren und auf der Beschleunigungsspur auch vernünftig aufzufahren. Oder er hat einmal extra eine Stunde nachts gemacht, weil es da geregnet hat und das für mich wg der Geräusche wieder was zum lernen war. Autofahren im strömenden Regen hört sich anders an.

      Habe Kollegen, die sagen, dass sie sonst ungerne bei anderen mitfahren, sich bei mir aber sicher fühlen und auf dem Beifahrersitz die Augen schließen könnten. Bin schon nachts auf der Autobahn eingeschneit worden, im Sturm ist vor mir ein Baum über die Bahn geweht. Ich glaube, dass alles an der guten Ausbildung lag, die ich hatte. Die Zeit. Die Chance langsam zu lernen und danach den Kopf für den Straßenverkehr frei zu haben.

      Meiner Meinung nach hat das nur funktioniert, weil ich vorher ein auf meine Persönlickeit abgestimmtes Fahrtraining hatte. Ohne das gute Training, hätte ich das nie so geschafft/gelernt. Bin sehr froh, dass ich das Geld für mehr Std investiert habe, denn so fahre ich jetzt sicher. Ein Standardtraining wäre nichts für mich gewesen. Ich brauchte die Zeit.

      The post was edited 1 time, last by Shino Me ().

    • Das mit dem gründlichen Fahrtraining finde ich prima. Beim Autoführerschein ( damals Klasse 3 bis 7,5 Tonnen) benötigte ich sehr lange wegen Wintereinbruchs und Trainingsbedarf. Der Busführerschein gut anderthalb Jahrzehnte später war dann kein so großes Problem mehr... Generell bemühe ich mich um strikte Einhaltung der Verkehrsregeln und daher besonders empört über die ausgeführten oder angedrohten Behinderungen wie zu lange Ampelphasen für Fußgänger und Radfahrer( erzeugt Rückstaus durch Behinderung der Abbieger), Fahrradschutzstreifen, die die Anfahrt an die jeweilige Haltestelle behindern, angedrohte weitere Tempolimits... . Gleichzeitig fahre ich privat fast nur Fahrrad und auf der Autobahn, wenn ich Zeit habe, mit 80 zwischen den LKWs. Asozial finde ich es, andere Verkehrsteilnehmer mehr zu behindern als unbedingt nötig. Ein Fahrradpolizist guckte sehr säuerlich, als ich ihm sinngemäß zurief, daß es in der DDR- STVO für Radler hieß, auf der äußersten rechten Fahrbahnseite zu fahren...
    • Ich habe keinen Führerschein. Mehrmals probiert, jedes Mal aufgegeben.

      Die Sache ist so: Ich habe festgestellt, dass mich Fahren im Stadtverkehr überfordert, wenn ich noch lerne. Ich muss mich auf so viele Sachen konzentrieren. Bei Fahrten "im Grünen" kam ich gut klar.

      Ich könnte wahrscheinlich fahren lernen, wenn ich erstmal außerhalb des Stadtverkehrs lernen würde, bis ich die Routinen verinnerlicht habe. Dann könnte ich mich wahrscheinlich in den Stadt- oder Autobahnverkehr wagen.
      For mash get SMASH!
    • Nowhere Mat wrote:

      Ich könnte wahrscheinlich fahren lernen, wenn ich erstmal außerhalb des Stadtverkehrs lernen würde, bis ich die Routinen verinnerlicht habe. Dann könnte ich mich wahrscheinlich in den Stadt- oder Autobahnverkehr wagen.
      Mein Fahrlehrer war vorher bei der BW :) und hat da den fast noch Pubertierenden das LKW fahren bei gebracht.

      Ich durfte wie gesagt die erste Std auf einem leeren Parkplatz üben, was für mich sehr wichtig war, da ich mich so voll auf das Auto konzentrieren konnte. Er hat mich später so lange die Autobah rauf und runter fahren lasse, dass ich heute ganz entspannt bin, egal ob die Bahn voll ist, vor mir einer was unkluges macht oder der Beschleunigungsstreifen sehr kurz ist. Das liegt sicherlich daran, dass ich eine positive Routine aufbauen konnte.

      Er hat mir nach der Prüfung gesagt, jetzt hast du den Führerschein, aber denk dran, richtig Autofahren dauert. Das kommt mit der Erfahrung. Sein Rat:

      Die ersten 5000 km (ja 5000 km .-)) nur alleine und ohne Radio ganz bewusst fahren. Er sagte, dass viele Schüler glauben, dass sie mit dem Schein auch Erfahrung haben und sich dann schnell überschätzen. Daher war sein Rat: Erstmal auf das Fahren konzentrieren.
    • Shino Me wrote:

      Er hat mir nach der Prüfung gesagt, jetzt hast du den Führerschein, aber denk dran, richtig Autofahren dauert. Das kommt mit der Erfahrung. Sein Rat:
      Du hattest einen guten Fahrlehrer. Mein letzter, vor 10 Jahren, war ein echter Heiopei! (das heißt hier sehr doof). Das kam noch dazu. Hielt mich eh für einen Idioten, weil ich mit Mitte 40 noch nicht fahren konnte. Telefonierte die ganze Zeit mit seiner Freundin. 18 Jahre alt, seit 2 Jahren zusammen oder so. Er auch Mitte 40. Ein Fall für den Staatsanwalt. Ging gar nicht. Über 500 € in den Wind geblasen.

      Beim nächsten Versuch wird der Fahrlehrer sehr sorgfältig ausgesucht.

      Auf Parkplätzen konnte ich super fahren und beim Einparken schlug ich den doofen Fahrlehrer.
      For mash get SMASH!
    • Nowhere Mat wrote:

      Ein Fall für den Staatsanwalt.

      Nowhere Mat wrote:

      beim Einparken schlug ich den doofen Fahrlehrer.
      Schlagen darfst du ihn trotzdem nicht. Sonst bist du auch ein Fall für den Staatsanwalt. :d
      Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anderswerden, wenn es besser werden soll. (Georg Christoph Lichtenberg)
      Veränderungen führen deutlich öfter zu Einsichten, als dass Einsichten zu Veränderungen führen. (Milton H. Erickson)
      Morgen werde ich mich ändern, gestern wollte ich es heute schon. (Christine Busta)
    • Shenya wrote:

      Grubber wrote:

      Ich bin dafür, eine regelmäßige Fahrtauglichkeitsprüfung einzuführen, und davon das Behalten des Führrerscheins abhängig zu machen.
      Ich glaube auch, dass das sinnvoll wäre, aus Sicherheitsgründen. Es könnte dann auch ggf. freiwillige Schulungen/Fahrkurse geben, wo ältere Menschen verschiedene Situationen nochmal üben könnten, um ihren Führerschein zu behalten.
      gibt es. Nennt sich Fahrschule. Jeder kann dort unabhängig davon, ob er bereits einen Führerschein hat, Fahrstunden nehmen.
      Ich schreibe in der Regel vom mobilen Endgerät aus - merkwürdige Wortkonstrukte sind ggf. der Autokorrektur geschuldet
    • Mandelkern wrote:

      Shenya wrote:

      Grubber wrote:

      Ich bin dafür, eine regelmäßige Fahrtauglichkeitsprüfung einzuführen, und davon das Behalten des Führrerscheins abhängig zu machen.
      Ich glaube auch, dass das sinnvoll wäre, aus Sicherheitsgründen. Es könnte dann auch ggf. freiwillige Schulungen/Fahrkurse geben, wo ältere Menschen verschiedene Situationen nochmal üben könnten, um ihren Führerschein zu behalten.
      gibt es. Nennt sich Fahrschule. Jeder kann dort unabhängig davon, ob er bereits einen Führerschein hat, Fahrstunden nehmen.
      Mein Vater bekam im Alter von einem xyz Hausarzt ein Mittel gegen Depressionen verschrieben. Er hatte zwar keine, sondern lediglich gesagt, dass er Schmerzen hatte, aber...
      Er nahm es mehrere Tage und an einem Abend fand ich meinen Vater auf dem Boden kriechend - vollkommen verwirrt. Seinen Arzt angerufen. So ist das halt, wenn man alt wird. Ich müsse lernen damit zu leben. Öhm? Mein Vater war vor der Einnahme des Midikaments fit.

      Ich habe ihn ins KH gebracht, wo man mir erklärte, er sei halt dement. Wollten ihn nicht mal richtig untersuchen. Ich habe dem Arzt gesagt, dass ich eine "Spontandemenz" doch für fraglich hielte. Verlangt, dass er im KH bleibt, bis die Wirkung des Medikaments nachlässt. Und ich habe richtig Druck gemacht.
      Nach einigen Tagen ging es ihm besser und er kam heim.

      Für ihn war das ein Schock, zumal er sich nicht erinnern konnte, wie er ins KH kam.

      Er ist dann von sich aus zu einem Neurologen und hat gebeten, dass man seine Fahrtauglichkeit prüft. Und sieh da, er war wieder fit und in der Lage ein Auto zu führen. Drei Jahre später hat er sein Auto verkauft und mir gesagt, dass er das Gefühl hatte, er sein nicht mehr schnell genug.

      Das fand ich beeindruckend! Erst mal in seinem Alter zu einem Neurologen und dort zu sagen: prüf mal, was ich noch kann und dann später zu sagen, nun lasse ich es.

      Lange Rede, kurzer Sinn:
      Wer sich nicht sicher ist, in wie weit er noch fahren kann:
      mal mit einem Fahrlehrer ne Runde fahren oder wie mein Vater es einfach testen lassen (Reaktionsschnelligkeit)
    • Shino Me wrote:

      Wer sich nicht sicher ist, in wie weit er noch fahren kann:
      mal mit einem Fahrlehrer ne Runde fahren oder wie mein Vater es einfach testen lassen (Reaktionsschnelligkeit)
      Ein guter Vorschlag, zumindest wenn der Betroffene verantwortungsbewusst ist und sich selbst nicht maßlos überschätzt.

      Ich möchte allerdings auch davor warnen, den Führerschein wegen vermeintlicher Fahruntauglichkeit voreilig an die Behörde zurückzugeben.

      Meine Eltern waren im Behindertensport aktiv und haben von einem Vereinsfreund erzählt, der wegen eines schweren und unheilbaren Augenleidens den Führerschein freiwillig zurückgegeben hat.
      Ein paar Monate oder Jahre später gab es eine Heilmethode und er konnte wieder so gut sehen wie früher.

      Also im Zweifelsfall: eher den Führerschein bei einem verantwortungsbewussten Freund oder Angehörigen deponieren.
      Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anderswerden, wenn es besser werden soll. (Georg Christoph Lichtenberg)
      Veränderungen führen deutlich öfter zu Einsichten, als dass Einsichten zu Veränderungen führen. (Milton H. Erickson)
      Morgen werde ich mich ändern, gestern wollte ich es heute schon. (Christine Busta)