Leben im Hausboot

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    • Leonora wrote:

      Klar, wenn man das Geld für ein richtig großes Anwesen hat, würde schon auch vieles für ein Leben auf dem Land sprechen.
      Das kapiere ich nicht, da große Grundstücke auf dem Land doch billiger sind als kleine in der Stadt, wie bereits dargelegt.
      Die Pflege des Anwesens wäre für mich eine gelungene Abwechslung, es hat etwas meditatives.
      Monatlich Rasen mähen und 1x im Jahr die Sträucher verschneiden nimmt nicht viel Zeit in Anspruch.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Für mich ist auch Rasenmähen Arbeit, ähnlich wie putzen, und das kriege ich auch schon nicht auf die Reihe. Ist eins meiner Bedenken, wenn ich an Hauskauf denke. Womöglich würde alles verkommen oder ich müsste jemanden dafür bezahlen, dass es gemacht wird. Aber vielleicht wäre ja mehr Energie frei, wenn es auf dem Land im Haus dann ruhiger wäre....
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • Hm, mir schwebt so ein amerkanischer Trailerpark mitten in der Wüste vor. :d

      Leider sind Grundstücke in Stadtnähe unerschwinglich. Da würde ich ein Kleinsthaus draufstellen. Eines für 30.000 Euro.
      Mir macht Rasenmähen Spaß. Ich versuche immer, gerade Linien zu produzieren.

      Ich halte so ein Projekt, in welchem sich mehrere Parteien zusammenschließen und eine Art Kommune auf dem Land bilden für zukunftsweisend.
    • Als Zivi hatte ich ein 5000m²-Grundstück gärtnerisch zu versorgen.
      Da hat das Rasenmähen gut 2 Tage gedauert, aber ich habe mir auch viel Zeit gelassen.

      Viel schlimmer fand ich das Schneeschippen. Da konnte ich an manchen Tagen vorne wieder anfangen, wenn ich hinten fertig war.
      Heute wird ja nicht mehr geräumt, da muss nur noch ein Alibi-Räumdienst 1x am Tag den Schnee platt wälzen und ein paar Tonnen Split streuen, fertig.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Garten pflegen mache ich auch gerne. Allerdings muss das Wetter passen, und weil ich Vollzeit arbeite ist dafür nicht viel Zeit (ich brauche auch Erholung von der Vollzeit und muss den Haushalt machen).
      Ich habe einen Naturgarten. Ich lasse wachsen was da ist und schneide eigentlich nur zurück.

      Mich nerven die Nachbarn, die meinen besser zu wissen wie ein Garten aussehen soll. Sie stellen Vogelhäuser auf. :lol: Aber die Vögel sind lieber bei mir. Bei mir leben Meisen, Amseln und ein Rotkehlchen. Ein Eichhörnchen schaut regelmäßig vorbei. Da weiß ich nicht, wo es lebt. Ein Igel wohnt hier auch. Und Mäuse, wobei die Nachbarskatzen drauf achten, dass das nicht überhand nimmt.
    • Wort-Spinner wrote:

      Ich halte so ein Projekt, in welchem sich mehrere Parteien zusammenschließen und eine Art Kommune auf dem Land bilden für zukunftsweisend.
      Als reine Zweckkommune ja. D.h. ohne irgendwelche Ansprüche in Richtung Gemeinschaft, Zusammenleben etc., also nichts, was andere Landkommunen in der Regel zusammenbringt (und dann irgendwann in allgemeiner Frustration auch wieder auseinander). Ich jedenfalls hätte keine Lust auf gemeinsames Kochen, Essen und gesellig Beisammensitzen, jedenfalls nicht, wenn das von mir ex- oder implizit erwartet wird - und mir dann irgendwann vorgeworfen (“Du bringst dich nicht genug ein!“). Ich brauche keine Ersatzfamilie, die eine, die ich hatte, hat mir gereicht.

      Von daher müsste auch jede Parzelle so groß sein, dass ich sie mit einer hohen Hecke nach allen Seiten hin abschirmen könnte.
      "Ich würde nie einem Club beitreten, der bereit wäre, jemanden wie mich als Mitglied aufzunehmen" (Groucho Marx) “Sich zu akzeptieren als den, der man ist, ohne etwas anderes sein zu wollen - das ist Freiheit“ (Ramesh Balsekar)
    • Bhai wrote:

      Von daher müsste auch jede Parzelle so groß sein, dass ich sie mit einer hohen Hecke nach allen Seiten hin abschirmen könnte.
      Ja, so eine Art Schrebergartenkolonie. Jeder hat seine Parzelle, kann nen Bauwagen draufstellen, ein Zelt, Wohnwagen oder ein Haus. Jeder hat Wasser- und Stromanschlüsse, Abwasser. Der Abstand zum Nachbarn ist gegeben und wenn dieser einem nicht passt, sucht man sich eine andere Parzelle. Müsste ein riesiges Grundstück sein oder ein ehemaliger Campingplatz. Der hätte den Vorteil, dass Sanitäranlagen wahrscheinlich schon vorhanden wären für all jene, die sich ein Haus nicht leisten können.

      Und vor allem unverbindlich, das ist wichtig. Niemand sollte genötigt werden, an Gemeinschaftsaktivitäten teilzunehmen. Es liegt an jedem selbst, ob man andere treffen möchte oder nicht. Es gäbe zwar ein Gemeinschaftshaus, in welchem man zusammen kochen kann, aber nichts ist Zwang.
    • Garfield wrote:

      Aber gerade in der Großstadt hocken die Leute doch dicht beieinander. Ich habe hier 30m² Garten, die Nachbarn sitzen direkt hinter der Hecke. Da herrscht Null Privatsphäre.
      Kommt vielleicht noch drauf an wo man wohnt. Einen Garten habe ich nicht. Die unmittelbaren Nachbarn kenne ich, und die Leute sind schon sehr sozial und warmherzig. Halten sehr gerne Smalltalk. Ist sicherlich alles positiv gemeint. Da ich mich aber zurückhaltend zeige weil ich mit deren Art nur begrenzt was anfangen kann, haben sie auch mit der Zeit verstanden und ungefragt kommt niemand vorbei. Manchmal trifft man sich, tauscht sich ein bisschen aus, und das ist eigentlich ganz nett. Und es kann nützlich sein, die Nachbarn zu kennen wenn man wirklich mal Hilfe braucht weil man sich z.B. selbst aus der Wohnung ausgesperrt hat oder sonstwie mal Hilfe braucht. Und die meisten Leute im Gebäude kenne ich nichtmal beim Namen.
      Labels are for tins, not people.
    • So ein Hausboot fände ich für eine Zeit mal sehr spannend, vielleicht ein paar Wochen oder Monate. Wenn es denn erschwinglich wäre. Aber es gibt schon liebe Menschen, die ich gerne sehen möchte, und das ginge nicht wenn ich erstmal stundenlang unterwegs wäre, um jemanden zu besuchen...
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    • Wort-Spinner wrote:

      Müsste ein riesiges Grundstück sein oder ein ehemaliger Campingplatz.
      So ein Objekt war mal zum Kauf angeboten, fand ich spannend.
      War mit allem drum und dran, was ein Campingplatz halt so hat.
      Aber abgesehen von der nötigen Kohle muss man zudem echt "auf dem Punkt sein" was Handeln und Orga und so angeht um so ein Projekt zu starten. Und es braucht Vorbereitung, Marketing etc. .
      Hat halt insgesamt nicht gepasst.
      Aber schon damals dachte ich, vermutlich würde es ausreichend Autisten geben, die sowas suchen würden.
      Entweder zum Wohnen oder als Auszeit.
    • Bhai wrote:

      Als reine Zweckkommune ja. D.h. ohne irgendwelche Ansprüche in Richtung Gemeinschaft, Zusammenleben etc., also nichts, was andere Landkommunen in der Regel zusammenbringt
      Bei einer Autisten-Kommune dürfte sich das Gemeinschaftliche doch ohnehin von allen Seiten in Grenzen halten.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Eine Schrebergartenparzelle wäre genial, aber in Schrebergärten darf man ja nicht wohnen, jedenfalls nicht offiziell
      "Ich würde nie einem Club beitreten, der bereit wäre, jemanden wie mich als Mitglied aufzunehmen" (Groucho Marx) “Sich zu akzeptieren als den, der man ist, ohne etwas anderes sein zu wollen - das ist Freiheit“ (Ramesh Balsekar)
    • Garfield wrote:

      Leonora wrote:

      Klar, wenn man das Geld für ein richtig großes Anwesen hat, würde schon auch vieles für ein Leben auf dem Land sprechen.
      Das kapiere ich nicht, da große Grundstücke auf dem Land doch billiger sind als kleine in der Stadt, wie bereits dargelegt.
      Naja, ein wirklich riesiges Grundstück, wo man "ganz für sich" ist, wäre auch auf dem Land vermutlich zumeist noch recht teuer. Mit "das Geld für ein richtig großes Anwesen" dachte ich hier allerdings auch an die Pflege. Mit geht es auch so, dass das Arbeit für mich wäre - gewissermaßen eine zusätzliche "Baustelle" im Leben. Abgesehen davon besteht Ruhe für mich nicht nur darin, unbeobachtet im Garten sein zu können. Wobei das zweifelsohne schön und reizvoll ist. In kleineren Communities sind generell das Interesse aneinander und die gegenseitige Beobachtung und soziale Kontrolle größer als in Großstädten (natürlich auch abhängig von der konkreten Nachbarschaft). Gerade kürzlich hörte ich eine Frau, die lange auf dem Land lebte, auf einem riesigen Grundstück, das man auf unterschiedlichen Seiten verlassen konnte, davon erzählen, wie sie jahrelang bewusst wie Hin- und Rückweg immer die beiden unterschiedlichen Wege benutzte. Es gab Nachbarn, die das Kommen und Gehen genau beobachteten, wie lange man weg war etc., und einen dann darauf ansprachen. Das mag ein Extremfall gewesen sein, aber in kleineren Gemeinschaften wird meinem Eindruck nach oft schon genauer geschaut - das würde mich stören. Da ich weder Auto noch Fahrrad fahre, fände ich den organisatorischen Aufwand für Besorgungen etc. auf dem Land auch zu anstrengend. Aber ich kann nachvollziehen, warum andere, gerade Menschen, die das Leben auf dem Land gewohnt sind, andere Prioritäten haben und beispielsweise den Trubel in der Stadt zu anstrengend finden.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Leonora wrote:

      Es gab Nachbarn, die das Kommen und Gehen genau beobachteten, wie lange man weg war etc., und einen dann darauf ansprachen.
      Ich weiß, dass viele Leute mich beobachten, aber mir ist das ziemlich egal. Hauptsache ich muß sie nicht sehen oder mit ihnen sprechen, wenn ich das nicht will. Ich kann mir auch vorstellen, dass hinter meinem Rücken getratscht und allerhand hergezogen wird, aber solange ich da nichts Konkretes mitkriege, stört mich das auch nicht. Mein Mann hat mir mal besonders schlimme Geschichten erzählt, was in seinem Arbeitsumfeld über mich behauptet und getratscht wurde, wovon nichts stimmte, was aber aufgrund der mangelnden Kenntnis meiner echten Person und der üblichen Theorien, die sich NT´s machen über Personen, die sich in ihren Augen seltsam verhalten, erklärbar war. Das war z.B. dass andere sagten, ich würde dauernd fremd gehen und ich sei sexsüchtig (ich bin asexuell), was daran lag, dass mir oftmals zwielichtige Männer (aus dem Tauchclub oder in dem weiteren Arbeitsumfeld) sexuelle Angebote machten und ich aus Höflichkeit mit ihnen redete, weil ich dachte, die wollten nett zu mir sein. Dabei wollte ich nichts von ihnen und hatte mit ihnen auch niemals Sex. Oder Menschen machten doppeldeutige Witze, die ich nicht verstand und ich lachte mit, weil ich nicht auffallen wollte, woraufhin diese Witze verstärkt mit mir gemacht wurden, und ich dann mehr mitlachte, etc., dabei hatte ich nicht nur die Intentionen nicht mitbekommen, sondern auch akustisch nichts verstanden. Oder mir wurde das alles zuviel, weil ich nichts verstand, und ich wandte mich ab, daraus wurde die Story, dass ich arrogant sei und mich wegen meiner Herkunft für etwas besseres halte - und dann gab es Storys, dass ich ein eigenes Schiff, Flugzeug nebst Flughafen, Schwimmbad, etc hätte, was völliger Unsinn war. Bei derlei Geschichten wurde ich kurzzeitig schon so richtig sauer und brüllte dann meinen Mann an - auch die anderen Personen, die wenigstens so nett waren und mir die Gerüchte erzählten (diejenigen die merkten, dass da wohl Unsinn erzählt wurde und meinten, ich würde ganz anders wirken, wie das was die Gerüchte so über mich berichten). Nach ein paar Stunden regte ich mich ab, unterhielt mich mit meinem Mann darüber und auch warum die Leute so etwas brauchen (z.B. sich selbst besser darstellen, Neid, etc.), und dann kam ich etwas runter...

      Es bringt doch nichts, sich soviele Gedanken zu machen, was die anderen Leute denken. Die denken doch ohnehin das, was sie wollen, und sagen tun sie manchmal sogar ganz andere Dinge als sie denken, um sich in der sozialen Hackordnung besser darzustellen. Daher ist meine Devise, dass ich ja nichts zu verheimlichen habe, und wenn ich mich anstrengen würde, irgendwas von mir zu verheimlichen, verbrate ich nicht nur unnötig meine Energie, sondern wirke dann noch verdächtiger und damit "interessanter" (im Sinne für Mutmaßungen und daraus resultierender Gerüchte) für die anderen Leute als zuvor. Ich habe begriffen, dass ich mich oft nicht besonders günstig vor den anderen darstelle, wenn ich mich um ein besonders gutes Außenbild bemühe. Daher möchte ich lieber authentisch sein, das ist immer noch besser als ein gestelltes Bild von sich aufzubauen, das noch ungünstiger ist, als wenn ich authentisch bin. Weiterhin ist es ein Selektionsmechanismus: Wer mich von Anfang an so kennenlernt wie ich bin, der wird dann auch ein echtes Interesse an mir haben, wenn er bei mir bleibt. Da muß ich nicht Energien für Schauspielkunst vergeuden, um dann etliche Leute an mich zu ziehen, die ich alle "versorgen" muß, um dann selbst eine Auslese aus ihnen zu treffen, wo dann 99% am Ende rausfliegen, die letzten Endes doch diejenigen sind, die ich auch auf dem authentischen Wege als Freunde/Bekannte gewonnen hätte.

      Spricht mich jemand auf etwas aus seinen Beobachtungen an, dann reagiere ich meist in der Form, dass der andere schnell versteht, dass ich derartige Smalltalk Gespräche nicht wünsche. (Im Extremfall ignoriere ich ihn, und mir ist dann egal, was er dann zu anderen deswegen erzählt.) Wenn ich merke, da steckt "echtes" Interesse hinter, also z.B. Sorge, er braucht Hilfe oder bietet mir welche an, oder Kontaktwunsch, dann bin ich natürlich höflich, helfe gern und nutze dann ggf. die Möglichkeit, den anderen auf diese Weise kennenzulernen (hängt natürlich auch von meiner Verfassung ab).
      "Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein."
      - Albert Einstein -
    • Kosmonautin77 wrote:

      Leonora wrote:

      Es gab Nachbarn, die das Kommen und Gehen genau beobachteten, wie lange man weg war etc., und einen dann darauf ansprachen.
      Ich weiß, dass viele Leute mich beobachten, aber mir ist das ziemlich egal. Hauptsache ich muß sie nicht sehen oder mit ihnen sprechen, wenn ich das nicht will. Ich kann mir auch vorstellen, dass hinter meinem Rücken getratscht und allerhand hergezogen wird, aber solange ich da nichts Konkretes mitkriege, stört mich das auch nicht. Mein Mann hat mir mal besonders schlimme Geschichten erzählt, was in seinem Arbeitsumfeld über mich behauptet und getratscht wurde, wovon nichts stimmte, was aber aufgrund der mangelnden Kenntnis meiner echten Person und der üblichen Theorien, die sich NT´s machen über Personen, die sich in ihren Augen seltsam verhalten, erklärbar war.
      Unabhängig vom Thema "soziale Kontrolle in kleineren Communities": das ist wohl - leider - etwas, was viele Autisten kennen. Allein die Tatsache, dass das eigene Verhalten auf andere oft nicht "schlüssig" wirkt, nicht eingeordnet werden kann, führt häufig zu einer "Gerüchteküche". Dazu, dass einem Aussagen "im Mund umgedreht" und auf eine Weise gedeutet werden, auf die man sie nie gemeint hat. Dass sie sinnentstellt weitergegeben werden. Und manchmal leider auch zu völlig unzutreffenden Behauptungen - denen dann auch noch geglaubt wird, eben, weil die anderen einen merkwürdig finden. Das, was Du hier beschreibst, klingt schon nach "Rufmord". Wobei ähnliches wohl gerade autistischen Frauen offenbar gar nicht so selten passiert, weil sie naiv wirken und manche Anspielungen gar nicht verstehen. In Rudy Simones Buch erzählt auch eine Autistin, wie sie irgendwann überrascht erfuhr, dass man sie am Arbeitsplatz für einen "huge flirt" hielt. Dabei hatte sie die Avancen ihrer Kollegen überhaupt nicht bemerkt ...


      Kosmonautin77 wrote:

      Es bringt doch nichts, sich soviele Gedanken zu machen, was die anderen Leute denken. Die denken doch ohnehin das, was sie wollen, und sagen tun sie manchmal sogar ganz andere Dinge als sie denken, um sich in der sozialen Hackordnung besser darzustellen. Daher ist meine Devise, dass ich ja nichts zu verheimlichen habe, und wenn ich mich anstrengen würde, irgendwas von mir zu verheimlichen, verbrate ich nicht nur unnötig meine Energie, sondern wirke dann noch verdächtiger und damit "interessanter" (im Sinne für Mutmaßungen und daraus resultierender Gerüchte) für die anderen Leute als zuvor.
      Eine sehr gesunde Einstellung. :)


      Kosmonautin77 wrote:

      Ich habe begriffen, dass ich mich oft nicht besonders günstig vor den anderen darstelle, wenn ich mich um ein besonders gutes Außenbild bemühe. Daher möchte ich lieber authentisch sein, das ist immer noch besser als ein gestelltes Bild von sich aufzubauen, das noch ungünstiger ist, als wenn ich authentisch bin.
      Das wiederum entspricht auch meiner Erfahrung. Ein falsches Bild kann ich normalerweise ohnehin nicht dauerhaft aufrecht erhalten, irgendwann fällt es mir "auf die Füße". Und ja, sehr anstrengend ist so ein "Schauspiel" obendrein. Generell gelingt es mir zumeist nicht gut, mich positiv darzustellen, wenn es "darauf ankommt" bzw. ich etwas bewusst erreichen will. Vermutlich, weil derartige Situationen "Multitasking" erfordern - sobald ich mich auf mich selbst und meine Wirkung konzentrieren muss, bleibt mir für andere Themen keine Energie mehr, und ich wirke unecht und verkrampft. Daher funktionieren auch "künstliche Situationen" wie Bewerbungsgespräche für mich nicht. Es sei denn, ich kenne die Betreffenden und es geht im Grunde nur um eine "Formsache". Dann kann ich selbstbewusst und entspannt sein.

      Kosmonautin77 wrote:

      Spricht mich jemand auf etwas aus seinen Beobachtungen an, dann reagiere ich meist in der Form, dass der andere schnell versteht, dass ich derartige Smalltalk Gespräche nicht wünsche.
      Dito. Ich habe schon Leuten ganz direkt gesagt, dass ich nicht über mich selbst reden möchte.

      Kosmonautin77 wrote:

      Wenn ich merke, da steckt "echtes" Interesse hinter, also z.B. Sorge, er braucht Hilfe oder bietet mir welche an, oder Kontaktwunsch, dann bin ich natürlich höflich, helfe gern und nutze dann ggf. die Möglichkeit, den anderen auf diese Weise kennenzulernen (hängt natürlich auch von meiner Verfassung ab).
      Das ist bei mir ähnlich. Echtes Interesse ist halt etwas anderes als Neugier. Bei Menschen, die mir sympathisch sind und die meiner Einschätzung nach auch mich schätzen, reagiere ich zumeist auch anders als bei "irgendwelchen" Bekannten. Aber auch bei mir ist das abhängig von Kontext und Tagesform.
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    • Illi wrote:

      So eine "unsoziale Kommune" fände ich auch gut.
      Nach meiner Definition wäre das eigentlich nicht "unsozial", sondern gerade "sozial". Weil es bedeutet, Rückzüge nicht gleich negativ zu bewerten und den anderen das Gefühl zu geben, weiterhin willkommen und zugehörig zu sein. Auch, wenn sie länger nicht dabei waren. Ist deutlich "sozialer" und freundlicher als ein ständiger Zwang zur Beteiligung.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Bhai wrote:

      Eine Schrebergartenparzelle wäre genial, aber in Schrebergärten darf man ja nicht wohnen, jedenfalls nicht offiziell
      Die sind am allerschlimmsten, fast so wie Gartenzwerg-Camping-Plätze.
      Was daran genial sein soll, entzieht sich meiner Vorstellungskraft.
      Dauerhaft wohnen darf man da wirklich nicht und wenn man zu wenig Obst/Gemüse anbaut, gibt es auch Ärger.
      Aber dafür gibts ja dann extra Gartenanlagen, in denen man auch wohnen darf, wenn man das will. Es kostet nur mehr Steuern und ist dann meist nicht in der Stadt, sondern auf dem Land.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • @Bhai: wäre das nichts für dich? ;)
      wunschimmo.de/expose/g506528?l
      Leider darf man da vermutlich auch nicht dauerhaft wohnen. Aber wenn man irgendwo noch eine Möglichkeit hätte, sich mit Hauptwohnsitz zu melden und seine Post hinschicken zu lassen (z.B. bei Eltern, Geschwister o.ä.), dann würde es wahrscheinlich keiner merken, wenn man sich dauerhaft in diesem Wochenendhaus aufhält.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • Ich denke, dass der Begriff Schrebergarten in Deutschland nicht das hält, was er verspricht. Seitenweise Auflagen, was man darf oder nicht darf. Und dann ist das auch wieder eine Art Gemeinschaft, aus der man sich nicht ganz zurückziehen darf, weil man sich sonst gleich unbeliebt macht. Außerdem wird jeder den anderen ständig kontrollieren und hinhängen wollen, denn was der eine darf, möchte der andere auch haben. Grauenhaft.

      Meine Schwester hat vor Jahren ein Reihenhaus mit kleinem Garten in der Stadt gekauft. Im Vertrag ist genau geregelt, was man pflanzen darf und was nicht, wie hoch die Hecke sein darf und und und. Furchtbar. Da würde ich lieber ganz auf einen Garten verzichten.

      Nein, falls ich jemals den Ruhestand erlebe, dann würde ich sofort auf das Land ziehen.