Pinned Wie denkt ihr über Therapien für autistische Menschen (insbesondere Erwachsene)?

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    • Alles, was das Hirn schädigen kann, kann dabei auch Autismus hervorrufen, wenn zufällig genau die Hirnarreale betroffen sind, die für autistisches Verhalten zuständig sind (welche das sind, weiß man aber, glaube ich, gar nicht so genau, oder es ist sehr komplex). Ich weiß aber nicht, ob das passieren kann, wenn die Entzündung ansonsten folgenlos abheilt. Ich denke, es müsste dann schon eine sehr schwere Entzündung sein, die auf das Gehirn übergreift.

      Wenn das einem sehr kleinen Kind passiert, dass es so einen Hirnschaden mit Symptomen wie bei Autismus erleidet, dann wird es auch zum Autismus gerechnet. Zumindest habe ich das so gelesen. Wenn es einem Erwachsenen passieren würde, dass er psychische Symptome nach einer Hirnhautentzündung bekäme, dann würde man es wahrscheinlich eher als hirnorganisches Psychosyndrom bezeichnen.
      Alles wird galaktisch gut.
    • @Shenya
      Danke! Ich versuche nämlich gerade herauszufinden, ob mein Sohn schlichtweg durch äußere Faktoren überfordert ist oder latent vorhandene Schwächen durch die Meningitis ggf. noch einmal verschlimmert wurden...

      Am Ende ist es wahrscheinlich egal - ich muss nur wissen, wie ich ihn am besten unterstützen kann...
      Es ist nicht Dein Job mich zu mögen - sondern meiner...
    • Es ist ein bisschen blöd diese Diskussion in diesem Thread zu haben, weil es da ja um Therapien geht... allerdings finde ich das Thema auch sehr interessant. Vielleicht wirds abgetrennt oder so.

      Happy to be wrote:

      Vereinfacht ausgedrückt: Ich kann als Asperger in einer Umgebung leben, in der ich mir Flöhe und Läuse einfange, das Kratzen gibt Entzündungen, da setzt sich ein Pilz drauf, ich meinde Menschen, vereinsame, werde depressiv,
      oder ich bin genetisch depressesiv veranlagt, meide Menschen, vereinsame, pflege mich und die Umgebung nicht und achte nicht auf mich und dann kommen Flöhe und Läuse, das Kratzen und die Entzündung und der Pilz und dann sieht es genauso aus wie Asperger...und es kann auch beides als Anlage da sein und es ist etwas schwierig, das alles zu unterscheiden....?
      Jein... ich versuche es weiter unten zu erklären (hoffe es gelingt mir)

      Happy to be wrote:

      Ich habe aus dem Zusammenhang leider nicht erkennen können, ob du dieser Aussage zustimmst oder nicht:
      ""Es sieht aus wie Asperger und es besteht seit früher Kindheit? Dann IST es Asperger".
      Ich verstehe nicht ganz, denn es ist doch irrelevant ob ich dieser Aussage zustimme oder nicht, denn meines Wissens ist es eben die Wahrheit (im Sinne von: Fakt). Meines Wissens (!) sehen das Fachleute/Experten/Forscher so, und die Psychiatie IST so (und Asperger fällt in den Bereich der Psychiatrie).
      Ich weise aber daraufhin, ich bin Laie. Dh ich kann nur weitergeben was mir an Infos mal unterkam, ob diese vollständig sind, und ob diese stimmen (und ob ich sie richtig interpretiere) da gebe ich keine Garantie drauf ;)

      Ludger Tebartz van Elst (Uniklinik Freiburg) schrieb im Buch "Autismus und ADHS"
      [...] Durch diese Entkoppelung des Störungsbegriffs von der die Störung verursachenden Kausalität wird aber de facto ein pseudokategoriialer Krankheitsbegriff geschaffen. Das bedeutet dass in der Pragmatik des alltäglichen Sprechens Störungsbegriffe wie Autismus, ADHS, Depression und Schizophrenie wie Krankheitsbegriffe daherkommen, obwohl sie in Wirklichkeit lediglich Sammelbegriffe für kausal nur unscharf verbundene Symptom- und Syndrom-Cluster sind. Das hat weitreichende - und leider oft nachteilige - Folgen für das eigene Krankheitsverständnis und Selbstbild der Patienten, die Therapiestrategien der behandelnden Ärzte und die Forschungsstrategien der Wissenschaftler.
      (Das Buch habe ich nicht, es stammt aus einer Leseprobe; jmd der das Buch gelesen hat, kann sicherlich das besser erklären, da ihm vollständigere Infos vorliegen)


      Das hier hat denselben Inhalt:
      Therapie-Manual von der Freiburger Autismus-Studiengruppe ("Asperger-Autismus und hochfunktionaler Autismus bei Erwachsenen")

      "Nach ICD-10 und DSM-4 Kriterien werden Autismus-Spektrum-Störungen und das Asperger Syndrom aufgrund der Symptombereiche Störung der sozialen Interaktion, Störung der Kommunikation und Stereotype Verhaltensweisen und Sonderinteressen diagnostiziert. Es handelt sich dabei aber im Grunde um eine komplexe syndromale Diagnsose. D.h. es wird kein Bezug genommen auf eine klare Ursache. Dementsprechend gibt es offensichtlich unterschiedliche Ursachen, die zu autistischen Störungen führen können.
      Autismus und Autismus-Spektrum-Störungen sind also keine einheitliche Krankheit, sondern eine Gruppe von Störungen oder auch Besonderheiten."
      (hier haben wir es auch mal diskutiert, wen es interessiert: Vergleichbarkeit AS )


      Also so wie ich das verstehe bedeutet das quasi, Menschen mit AS haben dieselben Symptome, aber wodurch sie verursacht werden, kann bei Asperger Anton anders sein, als bei Asperger Paul. Zurecht können sie beide die Diagnose haben, und keiner davon ist ein „richtigerer“ Asperger als der andere.

      Beispiele (ob es medizinisch so korrekt wäre weiß ich nicht, es sind nur Beispiele die ich verwende um zu illustrieren worum es mir geht)

      a) Ein Kind mit einer nonverbalen Lernstörung (selbe Symptome wie bei AS, siehe oben) (genetisch, oder durch Geburtskomplikationen oder frühe Hirnschädigungen erworben) entwickelt durch ein Aufwachsen mit dieser Störung (oder auch durch traumatische Erlebnisse in der Kindheit) schizoide Wesenszüge (oder auch andere PS denkbar)

      b) Ein Kind mit ADS kann zB auch Probleme haben, andere Menschen richtig zu „lesen“, da durch die Aufmerksamkeitsdefizite (verursacht durch Reizüberflutung) es wichtige Lernimpulse im Laufe der Entwicklung verpasst, außerdem ist es insich gekehrt und introvertiert und damit sozial eher isoliert. Im Falle wenn Hyperaktivität dazukommt, missachtet es zusätzlich impulshaft soziale Regeln. Bei ADS/ADHS sind außerdem auch die sog „exekutiven Funktionen“ betroffen (Handlungsplanung, Organisation) wie bei AS auch oft. Auch die Motorik ist glaube ich teilweise betroffen. Dazu entwickelt es vielleicht eine Depression, Angststörung oder eine Persönlichkeitsstörung (zB durch Mobbing)

      c) Ein Kind mit einem genetischen Syndrom, zB Neurofibromatose (betroffene Kinder haben laut Wikipedia „oft einen niedrigen IQ, eine ADS oder ADHS, Probleme mit der Selbstorganisation, Motorik-Schwächen sowohl fein- als auch grobmotorisch“) hat aufgrund des ADS/ADHS und des evtl niedrigeren IQ soziale Probleme

      d) Ein Kind mit einer angeborenen Disposition für eine chronische Depression entwickelt durch Umweltfaktoren eben eine chronische Depression (verursacht auch viele autistische Eigenschaften, sogar die Reizempfindlichkeit kann durch Depression steigen), dazu eine eine Zwangsstörung. Vielleicht hat es auch zufällig mehr Probleme mit der Motorik als andere Kinder


      Es sind alles nur Beispiele! Lässt sich sicherlich auch beliebig fortsetzen. So wie ich es verstand halt: Wenn ausschaut wie AS dann kann es die Diagnose AS bekommen. Und keines davon ist eine Fehldiagnose. (Am typischten gibt meinem Eindruck nach Punkt a) das Asperger-Syndrom wieder) (Falls jmd mehr weiß, kann er mich gern berichtigen, ich würde mich freuen mehr zu erfahren)

      Du gehst anscheinend davon aus, dass AS so eine Art „Neuro-Rasse“ ist... dass die Abweichungen im Gehirn bei jedem mit AS-Diagnose (und ich meine hier keine Fehldiagnose) gleich wären... aber das ist es nicht. Das denkt man erstmal, ging mir auch so. Aber die Psychiatrie ist gar nicht so.
      Das AS hat ja auch das Wort „Syndrom“ im Namen. Und ein Syndrom ist genau das: eine Sammlung von Eigenschaften, ohne Angabe zur Ursache (also: verscheidene Ursachen denkbar).

      Erst wenn zweifelsfreie „Bio-Marker“ oder sonstige zweifelsfreie, objektive Testverfahren gefunden werden, lässt sich da genauer differenzieren. Dann wird man wohl auch in weitere Sub-Gruppen unterteilen. Und derzeit ist man da doch noch „meilenweit“ von entfernt.

      Das selbe Prinzip kann man übrigens auch auf die Kategorie frühkindlicher Autismus / Kanner-Syndrom übertragen. Auch das ist keine homogene Masse an Ursachen.
      (selbiges Prinzip bei allen psychiatrischen Erkrankung, ADS/ADHS, Depression, Schizophrenie uswusf...)

      *Und Anmerkung noch zu „genetisch“: also es ist jetzt schon klar dass es nicht das eine Gen, oder die eine Genkombination gibt, die Asperger/Autismus auslöst. Bei zwei Autisten kann es genetisch sein, aber das heißt nicht das es bei beiden die selben Gene und Mechanismen sind. Erwähne ich nur dazu weil es erfahrungsgemäß da öfter Missverständnisse gab.


      …...............
      Und noch ein bisschen OnTopic... also eine Therapie muss schon sehr individuell sein, da die autistischen Menschen eben so unterschiedlich sind. Schon allein was den Autismus selbst angeht, nicht nur unterschiedlicher Umfelder und Lebenswege (wobei die auch einen sehr großen Faktor bilden denke ich).
    • @Neoni

      vielen Dank für die Infos und die Hinweise zum Weiterlesen.

      Ertappt, ich hatte gehofft, dass es sich einfach nur um ein anderes "Betriebssystem" handelt und wenn man die Grundlagen dazu durchschaut hat, dann .....

      Was mir beim Durchlesen ins Auge gefallen (RW) ist, war Folgendes:

      " Das Human Genome Project hatte DNA im Wesentlichen als lineare Abfolge von Buchstaben dargestellt. Forscher hatten dann Variationen katalogisiert, die hauptsächlich aus Tausenden winziger Abweichungen von ein oder zwei Buchstaben bestanden. Allerdings gab es auch viel größere Abweichungen mit überraschender Häufigkeit: riesige Dopplungen, klaffende Lücken und große Abschnitte von sich mehrfach wiederholenden Segmenten – zusammengenommen bekannt als Kopienzahl-Variationen. Michael Wigler erklärt es so: "Angenommen, Sie kaufen ein Buch. Aber der Verleger hat bestimmte Seiten dupliziert, einige Seiten rausgelassen und die Reihenfolge der Seiten geändert. Das passiert im Genom.""
      heise.de/tr/artikel/Der-Autismus-Code-2557818.html

      Das würde die vielen unterschiedlichen Ausprägungen erklären.


      Allgemein wäre es ja sowie so von Vorteil, wenn Therapien wirklich individuell zusammengestellt würden . Je nach Bedarf aus Elementen, die dem Einzelnen wirklich helfen. Bisher ist das ja noch eher das "Gießkannen-Prinzip" (RW). Wenn des Asperger-Syndrom dafür mehr Bewusstsein schafft, dann wäre das ja schon ein weiterer Fortschritt.


      PS: Bei mir hat der Verleger zwar einen Abschnitt des Kapitels "Strukturen erkennen." dringelassen, das Kapitel "Ordnungen und Strukturen herstellen" komplett vergessen :d
      Liebe braucht Mut
    • Neoni wrote:

      Menschen mit AS haben dieselben Symptome,
      auch nicht so korrekt in meinem Verstehen...es gibt eine Menge an Symptomen, die für AS sprechen, von denen jeder Aspie z.B. je eine individuelle Anzahl von Merkmalen aus dem Katalog hat.
      Sogar bei den ganz "typischen" Merkmalen sagt nicht jeder Aspie, (wenn auch viele), "ja, hab ich auch so".

      Bei Merkmal A sagen z.B. hier im Forum 77 Prozent: habe ich auch/kenne ich auch von mir
      bei Merkmal B sind es 90 Prozent,
      usw....

      Insofern müsste jede Therapie auch individuell eingepasst sein.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Chris36 wrote:

      Jetzt verstehe ich den Unterschied. Nehmen wir das Bsp Besuch im Restaurant. Der AS sucht die ruhige Ecke, interessiert sich für Dinge im Raum. Monitore, Kassensysteme o.ä. sind toll. Die Menschen interessieren ihn einen Dreck. Ggf wenn was nicht ins Muster passt wie ein schiefer Rock, der Knopf vom Hemd des Kellners ist kaputt oder sowas.
      Der PGestörte ist auch alleine, braucht den ruhigen Platz, hat aber doch Interesse an den Mitmenschen . ..was reden diese, wie fühlen diese, wie schaue ich aus, war ich höflich genug usw. Befindlichkeiten eben. Der Mensch ansich ist ihm nicht egal. Er würde sich auch gerne austauschen... Nicht nur über rationale Themen...Auch über Gefühle
      Es gibt verschiedene Persönlichkeitsstörungen und zB ein Schizoider und ein Borderliner unterscheiden sich denke ich deutlich... ein Schizoider hat glaube ich (in der Klischeehaften-Vorstellung) kein Interesse an Menschen, und kein Interesse an Austausch. Also eigentlich das, was du dem Aspie zuschreibst.
      Und es gibt meiner Beobachtung nach Asperger die so sind (zb auch keine "warmen" Gefühle für Babys oder Tiere empfinden), es gibt welche, bei denen das nur von außen so ausschaut als hätten sie kein Interesse an anderen Menschen, aber innerlich haben sie es sehr wohl, oder auch solche, die haben Interesse, zeigen es auch, aber sozial unbeholfen.

      Happy to be wrote:

      " Das Human Genome Project hatte DNA im Wesentlichen als lineare Abfolge von Buchstaben dargestellt. Forscher hatten dann Variationen katalogisiert, die hauptsächlich aus Tausenden winziger Abweichungen von ein oder zwei Buchstaben bestanden. Allerdings gab es auch viel größere Abweichungen mit überraschender Häufigkeit: riesige Dopplungen, klaffende Lücken und große Abschnitte von sich mehrfach wiederholenden Segmenten – zusammengenommen bekannt als Kopienzahl-Variationen. Michael Wigler erklärt es so: "Angenommen, Sie kaufen ein Buch. Aber der Verleger hat bestimmte Seiten dupliziert, einige Seiten rausgelassen und die Reihenfolge der Seiten geändert. Das passiert im Genom.""
      Das würde die vielen unterschiedlichen Ausprägungen erklären.
      In der Zusammenfassung von Tuvok Der Autismus-Code steht aber ja "könnten sie für bis zu 50% der Autismus-Fälle verantwortlich sein". Da ist also noch viel Raum für andere Ursachen. Außerdem heißt es ja auch "könnten"... ich kenne mich mit so Sachen aber gar nicht aus.

      Linnea wrote:

      auch nicht so korrekt in meinem Verstehen...es gibt eine Menge an Symptomen, die für AS sprechen, von denen jeder Aspie z.B. je eine individuelle Anzahl von Merkmalen aus dem Katalog hat.
      Sogar bei den ganz "typischen" Merkmalen sagt nicht jeder Aspie, (wenn auch viele), "ja, hab ich auch so".

      Bei Merkmal A sagen z.B. hier im Forum 77 Prozent: habe ich auch/kenne ich auch von mir
      bei Merkmal B sind es 90 Prozent,
      usw....
      Meines Wissens ist es ja häufig so, dass ein Mensch nicht 100% in seine psychiatrische Diagnose passt.
      Aber meines Wissens ist es schon so, dass es schon mehr sein muss als jemanden in die Einzelsymptome hineinzuinterpretieren und die Symptome abzuhaken... es kommt glaube ich schon auch auf ein bestimmtes Muster an. Und die Eigenschaften müssten quasi den ganzen Menschen durchziehen, quasi Grundeigenschaften von ihm sein, die sich auch in allen Lebensbereichen zeigen.
    • Neoni wrote:

      Hier die Symptome der NVLS (und es steht auch dabei dass die meisten mit AS diese haben)

      Zu den Defiziten gehört u. a., dass keine Körpersprache verwendet oder verstanden werden kann. Die Fähigkeiten beinhalten frühe Sprach- und Wortschatzentwicklung, bemerkenswertes Gedächtnis für Auswendiggelerntes, Aufmerksamkeit für Details, frühe Leseentwicklung und exzellente Sprachfähigkeiten. Zusätzlich haben diese Menschen die sprachliche Fähigkeit, sich wortgewandt auszudrücken.
      Darüber hinaus haben Personen mit NLD ein starkes auditives Gedächtnis.
      Es zeigen sich folgende Hauptkategorien von Defiziten und Störungen:
      – Diskrepanz zwischen Verbal- und Handlungsteil im Intelligenztest (im HAWIK Diskrepanz zwischen hohem Verbalteil und signifikant niedrigerem Handlungsteil)
      – motorisch (fehlende Koordination, schwere Gleichgewichtsprobleme und Schwierigkeiten mit der Handschrift)
      – visuell-räumlich-strukturierend (Fehlen des Bildes, schlechtes visuelles Gedächtnis, fehlerhafte räumliche Wahrnehmung, Schwierigkeiten mit exekutiven Funktionen und Probleme mit räumlichen Zusammenhängen)
      – sozial (Fehlen der Fähigkeit, nonverbale Kommunikation zu verstehen, Schwierigkeiten, sich auf Veränderungen und neue Situationen einzustellen und Defizite in der Beurteilung sozialer Situationen sowie der sozialen Interaktion)
      – sensorisch (Über- bzw. Unterempfindlichkeit in einem der sensorischen Modi: visuell, akustisch, taktil, geschmacklich oder olfaktorisch)

      Die meisten Asperger-Autisten haben eine nonverbale Lernstörung, aber nicht alle Menschen mit nonverbaler Lernstörung sind autistisch. Allerdings sind die neurophysiologischen Unterschiede zwischen Asperger-Syndrom und NLD unklar.https://de.wikipedia.org/wiki/Nichtsprachliche_Lernst%C3%B6rung
      Jup.. ich denke alle Aspergerautisten erfüllen diese Liste.
      Allerdings fehlen da die Routinen und Stereotypien / (abnorme) Sonderinteressen.
      Die Unterscheidung dürfte sich dann daran festmachen.

      @Therapien
      Ich finde, das jeder von einer Therapie profitieren kann. Es muss nur die passende Therapie sein.
      Eine unpassende Therapie ist Zeit- und Geldveschwendung.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Ginome wrote:

      Jup.. ich denke alle Aspergerautisten erfüllen diese Liste.
      Allerdings fehlen da die Routinen und Stereotypien / (abnorme) Sonderinteressen.
      Die Unterscheidung dürfte sich dann daran festmachen.
      Wär ich gar nicht so sicher. Immerhin steht da ja "Schwierigkeiten, sich auf Veränderungen und neue Situationen einzustellen" (und die Auflistung bei Wikipedia ist vielleicht auch nicht wirklich erschöpfend, sondern gibt nur einen groben Überblick).

      Ich denke mal wenn man starke Probleme mit exekutiven Funktionen hat, dann wird man wohl Routinen entwickeln (müssen), um bestimmte Handlungen auszuführen, und sich sklavisch an diese halten (da es viel zu schwierig wäre, dauernd neue Handlungsmuster mühsam einzuüben).
      Oder wenn man Probleme hat sich visuell-räumlich zu orientieren (inkl zwar Detailblick, aber keine Übersicht etwas als großes Ganzes zu erfassen), dann macht es natürlich Sinn zB Gegenstände stur an immer den gleichen Plätzen haben zu wollen (sonst werden sie nicht wiedergefunden).
      Dazu kommt noch, sich wiederholende Handlungen / Kontinuität wirken auf alle Menschen beruhigend. Ist man aufgrund der Störung viel Stress ausgeliefert (zB Unsicherheit bei Handlungen, Orientierung und die Unwägbarkeiten und Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen), wäre es logisch wenn sich da Ängste entwickeln, die dann mit Zwängen gelindert werden. Oder zB ein Spezialinteresse, als beruhigende Kontinuität im Leben, Stressabbau...

      So wie ichs jetzt verstanden habe, ist die NVLS eigentlich keine gesonderte Störung, sondern nur eine andere Beschreibungsform für AS, zumindest hab ich das so aufgefasst: "Asperger Syndrome has been conceptualized as a "Non-Verbal Learning Disability" (Klin, et al., 1995", was ja bedeutet etwa "Asperger wurde in den Begriff einer NVLS gefasst".

      Und "A comparison of NLD and AS individuals revealed 20 out of 21 similarities"... deswegen glaube ich nicht dass ein einziges unterschiedliches Symptom von 21, eine eigene Störung rechtfertigt.
    • Kein Bedürfnis nach Kontakt ordne ich persönlich viel eher der schizoiden PS zu.
      Autismus ist für mich was ganz anderes als "keine Menschen mögen", zum einen weil die Aussage für viele Autisten nicht stimmt und zum anderen, weil Autismus sehr viel mehr ist. Wie Neoni schrieb, gilt das sicher für einige Autisten, aber bei vielen ist es eher so, dass durchaus (mitunter sehr starkes) Interesse vorhanden ist, es aber an den sozialen Defiziten scheitert.

      Interessant finde ich gerade, dass weder die nonverbale Lernstörung, noch die schizoide PS auf mich zutrifft, nichtmal annähernd.
      Gerade bei der NVLS ist bei mir vieles eher andersrum. Hängt vllt damit zusammen, dass ich kein "klassischer" Aspie bin, sondern eine Sprachentwicklungverzögerung hatte. Zumindest ist bei mir im IQ-Test der Verbalteil der schwächere und auch das auditive Gedächtnis ist eher mäßig bis katastrophal.
    • Neoni wrote:

      Aber meines Wissens ist es schon so, dass es schon mehr sein muss als jemanden in die Einzelsymptome hineinzuinterpretieren und die Symptome abzuhaken... es kommt glaube ich schon auch auf ein bestimmtes Muster an. Und die Eigenschaften müssten quasi den ganzen Menschen durchziehen, quasi Grundeigenschaften von ihm sein, die sich auch in allen Lebensbereichen zeigen.
      Ja, so sehe ich das auch.


      Neoni wrote:

      Und es gibt meiner Beobachtung nach Asperger die so sind (zb auch keine "warmen" Gefühle für Babys oder Tiere empfinden), es gibt welche, bei denen das nur von außen so ausschaut als hätten sie kein Interesse an anderen Menschen, aber innerlich haben sie es sehr wohl, oder auch solche, die haben Interesse, zeigen es auch, aber sozial unbeholfen.
      Da stimme ich ebenfalls zu.
      Es ist hat schon differenzierter, als es manche sehen.



      Neoni wrote:

      Oder wenn man Probleme hat sich visuell-räumlich zu orientieren (inkl zwar Detailblick, aber keine Übersicht etwas als großes Ganzes zu erfassen), dann macht es natürlich Sinn zB Gegenstände stur an immer den gleichen Plätzen haben zu wollen (sonst werden sie nicht wiedergefunden).
      Da denke ich eben drüber nach...Ich finde sie zwar oft wieder, aber es ist ein Gefühl, als führe ein Auto plötzlich in eine andere Richtung als gewohnt/erahnt...,
      der Körper/Psyche haben sich aber schon in die vorher gedachte Fahrtrichtung eingestellt.
      Das ist eine andere Form von Desorientierung, Unvertrautheit dazu, woran ich mich erst wieder gewöhnen muss.
      Bin ich dann umgewöhnt, geht alles von vorne los bei einem wieder neuen Platz.

      Bei Kurzzeitplätzen wie in der Pause, wo man immer nehmen muss , was frei ist, ist es nicht ganz so stark ausgeprägt, aber in Tendenzen.
      Auch in der Mensa gab es bestimmte Ecken, die sich mir vertrauter oder irriger anfühlten.

      Schlimm ist, wenn umgeräumt wird.
      Obwohl ich das selber daheim bisweilen tat, weil es der besseren Struktur diente, war es dennoch eine lange Zeit an Sucherei und blauen Flecken;-)

      Das erstreckt sich sogar auf meinen Pc (nicht die blauen Flecken ;) )...wenn mein früherer Freund den "aufräumt", bin ich oft eine Zeitlang verzweifelt und etwas desorientiert.
      Hacke lange auf neuen, anders angelegten, Tastaturen auf den falschen Buchstaben herum... :m(:
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Neoni wrote:

      Immerhin steht da ja "Schwierigkeiten, sich auf Veränderungen und neue Situationen einzustellen"
      ...ich musste ja als Kind 12 mal umziehen, fast eine Katastrophe, auf jedenfall traumatisch..aber das irre ist....ich habe das, allerdings innerhalb der Ortschaft, (nicht wie vorher in verschiedenen Bundesländern)...wie ein hypnotisiertes Kaninchen fortgeführt, bis ich endlich relativ zur Ruhe kam und blieb.
      Da ich meist nur eine feste Freundin gewann und das lange dauerte, bis ich sie hatte( nicht wie meine Schwester, die immer gleich Menschen um sich scharte)...war das echt extrem für mich.

      Dann erstreckte es sich erst noch auf die Zimmer, dann ..wie eine angestossenes rohes Ei, wo das Schlingern endlich zur Ruhe kommt, kam auch ich in den Punkten endlich zur Ruhe.
      Nun kann ich mir kaum vorstellen, jemals hier wegzugehen, obwohl ich gerne z.b. am Meer wohnen würde oder mehr in Waldwiesennähe.

      Auch jeder Auszug meiner Kinder, auch, wenn es in gewisser sorgerischer Hinsicht teils dann leichter wurde, war für mich besonders schwer in der neuen Umstellung/Situation,
      orientiertungsmässig wie seelisch...ich glaube, ein Stück weit hängt es da noch...vermutlich, weil HS hinzukommt.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Hypatia wrote:

      Zumindest ist bei mir im IQ-Test der Verbalteil der schwächere und auch das auditive Gedächtnis ist eher mäßig bis katastrophal
      Um Missverständnisse zu vermeiden:
      Verbalteil kann man nicht wörtlich nehmen. Da gehören bei diesem Test der speziell gemeint ist zum Verbalteil Untertests dazu die heißen: Allgemeines Wissen, Zahlennachsprechen, Wortschatztest, Rechnerisches Denken, Allgemeines Verständnis, Gemeinsamkeiten finden.
      (Hier sind die Aufgaben beschrieben: stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/testbsphawie.html )

      Soweit ich weiß zeigt sich das eben auch nur bei einem bestimmten IQ-Test (HAWIK-3). Ich meine gelesen zu haben, schon bei der neueren Version sieht man die Unterschiede nicht mehr so deutlich. Hier mehr falls du lesen magst: adressen.kinderpsychiater.org/forum/forum_2009_4.pdf#page=95 ("Der HAWIK-III – ein nützliches Instrument bei der Abklärung des Asperger-Syndroms")
      Da kommt es dann wohl auch nicht auf die reinen Werte an, sondern das Verhältnis bestimmter Einzeltest-Werte zueinander, und auch durch Beobachtung wie bestimmte UNtertests gelöst wurden.
      Da wird es dann deutlich dass die Kinder mit AS Probleme haben mit "Raumorientierung und visuelles Erfassen von Figuren, generell ganz-heitliches Erfassen (vs. Detailorientierung)"
    • Mein Bsp. mit dem Restaurant kam von der Oberärztin ( sie ist auf Autismus spezialisiert).
      Sie ist kein Laie wie wir. Und natürlich ist das nur ein Ausschnitt und es gehört eine ganze Bandbreite zu der Störung. Nur angeblich all die anderen Kriterien passen auf AS und PS (PStörung. )
      Und nochmal der Autist ist so und bleibt uch nsch 100 Jahren Therapie so. Und bis auf Ausnahmen, die es immer gibt, kann der AS gut mit sich auskommen.
      Mit PS kommt man ja nicht auf die Welt. Und wenn man sch... Eltern hat, die einen nur für hre Bedürfnisse missbrauchen, ist es als Laie gut nachvollziehbar, dass man auch nie gelernt hat Mimik u Gestik richtig zu interpretieren usw und Menschen meidet. Nur der PS leidet darunter, weil er eigentlich anders gestrickt ist. Und er könnte es mit guter Therapie auch als Erwachsener noch lernen. Das ist ein riesen Unterschied er beiden Störungen.

      Vermutlich ist eine gründliche Diagnose schwer, vorallem von einem Arzt der einen nur 3 Stunden ür den Test sieht.
      Ich weiß bis heute nicht, ob ich lieber mit oder ohne Menschen bin. Braucht nicht jeder eine Bezugsperson, der man vertrauen kann? Ich vertraue niemandem (=PS). Wenn suche ich mir noch Schächere-Alkoholiker oder Frauen die nur Jammer (=schwierige Kindheitserfahrung). Und wenn ich kurze Zeit mit Menschen zusammen in und dies ok ist, wird es mir so schnell zu viel (=AS).

      Ich finde es sehr frustrieren so lange und so oft in Therapie zu rennen und an dem Punkt überhaupt nicht weitrrzukommen. Viele Schulkinder wissen schon deutlicher ie ich -so bin ich. das will ich . das kann ich . ...
    • Neoni wrote:

      Um Missverständnisse zu vermeiden:
      Verbalteil kann man nicht wörtlich nehmen.
      Ich weiß, wobei das nicht heißt, dass es mich nicht jedesmal aufs neue verwirrt ;)

      Bei der Diagnostik wurde bei mir ein "partieller IQ-Test" durchgeführt. Daher gibt es auch kein echtes Ergebnis, nur Tendenzen.
      Und der Verbalteil ist bei mir auch nicht unterdurchschnittlich, nur der Handlungsteil halt etwas besser.
      Wirklich extrem ist die Differenz aber glaube ich nicht (genaue Zahlen, wie gesagt, gibt es bei mir dazu aber auch nicht).

      Chris36 wrote:

      Mit PS kommt man ja nicht auf die Welt. Und wenn man sch... Eltern hat, die einen nur für hre Bedürfnisse missbrauchen, ist es als Laie gut nachvollziehbar, dass man auch nie gelernt hat Mimik u Gestik richtig zu interpretieren usw und Menschen meidet. Nur der PS leidet darunter, weil er eigentlich anders gestrickt ist.
      Jein. Einer PS liegt ein Persönlichkeitstypus zugrunde. Es gibt ängstliche Menschen, narzisstische, emotional-instabile, zwanghafte, schizoide etc., es ist wohl - zumindest ist es logisch dies anzunehmen - so, dass Leute mit entsprechendem Persönlichkeitstypus auch eher die dazugehörige PS entwickeln.
      Also ein Mensch mit emotional-instabilem Typus, der dann als Kind vllt. missbraucht wird, entwickelt eine Borderline PS und eher keine schizoide PS u.s.w.

      Generell, je mehr ich über die schizoide PS lese, desto mehr fällt es mir schwer, dies als Persönlichkeitsstörung im eigentlichen Sinne zu verstehen.
      Laut Wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Schizoid…%B6nlichkeitsst%C3%B6rung

      Wikipedia wrote:

      Zwillingsstudien schätzen die Erblichkeit der SPS auf etwa 55-59 %, sodass auch eine genetische Veranlagung mit ursächlich sein könnte.
      [...]
      Auch nach einer Kopfverletzung entwickeln sich oft plötzlich schizoide Verhaltensweisen (z. B. starkes Einzelgängertum).[17][18]
      Anzeichen zeigen sich in der Regel wohl ebenfalls schon in der frühen Kindheit.
      Im Unterschied zum Autismus kommt hier der Aspekt der emotionalen Vernachlässigung hinzu, aber offensichtlich auch nicht immer.

      Ich schätze, dass jemand mit Autismus UND emotionaler Vernachlässigung in der Kindheit auch für Profis nicht von jemandem mit schizoider PS zu unterscheiden ist. Vielleicht ist es sogar dasselbe. Also schizoide PS = autistische Züge + Vernachlässigung. [Achtung, der letzte Abschnitt basiert rein auf laienhaften Mutmaßungen!]

      Wobei da das mit der Kopfverletzung nicht rein passt. In dem Falle scheint die schizoide PS auch eher eine neurologische Störung zu sein?

      Für die Therapie selber fand ich bei mir jedoch wichtig, zwischen "angeboren" und "erworben" zu unterscheiden.
      In meinem Falle ließ es sich nach einer Zeit zum Glück relativ gut abgrenzen und hat den Therapieprozess massiv beschleunigt.
      Autistische Symptome lassen sich nicht wegtherapieren, das führt nur zu Frust. Man muss lernen, mit diesen umzugehen, sie in die Therapiearbeit mit einbeziehen. Um an die tatsächlich "therapierbaren" Probleme heranzukommen.
    • Leider kann ich nicht zitieren.

      Das klingt interessant, macht Sinn und ist mir neu. Das autistische Kind entwickelt obendrein noch die schizoide PS. Es ist ja bereits "seine Welt."

      Bei mir war es mir Therapie eben umgekehrt. Erst die therapierbaren Störungen " wegschaufeln". Da hat die Therapeutin viel bewirkt.

      Wir wissen nun, dass es alles sehr verworren und vielschichtig sein kann. Ich versuche es zu akzeptieren. Vielleicht habe ich den Ärzten auch Unrecht getan.
      Ich habe nun gelernt, dass s ganz wichtig ist "es"zu akzeptieren und SEINEN Weg zu gehen. Das war ein Leben lang as Schlimmste, dass man mir eingeredet hat ich sei ganz normal. Ein Leben lang habe ich mich mit gesunden Menschen verglichen. DAS hat mich richtig krank gemacht.

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    • Hypatia wrote:

      Generell, je mehr ich über die schizoide PS lese, desto mehr fällt es mir schwer, dies als Persönlichkeitsstörung im eigentlichen Sinne zu verstehen.
      Das meine ich auch. Schizoid ist ein Charaktertypus, aber keine Persönlichkeitsstörung. Die Störung heißt Schizophrenie. Schizoid liegt meiner Meinung nach noch im gesunden Bereich (so wie bei mir). Der Wikipedia-Artikel ist falsch. Ein Einzelgänger ist ist nicht unbedingt gestört, sondern nur anders (aber nicht schlechter als ein Herdentier). In meiner Familie sind wir auch alle so.
    • Schizoide PS und Schizophrenie haben außer dem Namen wenig gemein. Allerdings scheinen laut Definition AS und die schizoide Persönlichkeitsstörung sehr ähnlich zu sein. Ich habe von dieser Persönlichkeitsstörung bisher nie gehört. Vielleicht einfach ein neuer Begriff für eine neue unerklärliche Störung.
    • Ich habe diesen Thread von hinten aufgerollt (RW) und daher jetzt schon mal sorry, falls ich etwas offtopic werde.
      Ich habe die Doppeldiagnose Schizoide PS und je nach Diagnostiker Verdacht AS oder auch atypischer Autismus. Oder auch anders herum: atypischer Autismus mit Zügen SPS. Mein Psychiater ist trotz eher ablehnender Diagnostik der Leipziger bezüglich Asperger ausdrücklich für mich bei dem Autismus geblieben, unter anderem mit den Worten: Sie können 5 Psychiater fragen und werden 7 Diagnosen bekommen" So viel zur zum Teil weit verbreiteten Diagnosegläubigkeit.

      Also: Schizoide PS ist nicht neu, sondern lange bekannt. Sie gilt als erworben bei entsprechender Disposition, in aller Regel durch Erfahrung von Lieblosigkeit, psychischer Gewalt etc. Sie gilt nicht nur als Persönlichkeitstyp, sondern hat Krankheitswert, wenn der Betroffene eben darunter leidet. Darum ja auch PS.
      Schizoide PS und AS sind zwar differentialdiagnostisch zu unterscheiden, was aber nicht heißt, dass man nicht beides haben kann. Es schließt sich nicht aus. Und ein traumatisierter Autist kann durchaus auch noch eine schizoide PS entwickeln. Und nein, sie ist nicht sicher und vor allem wohl nicht vollständig therapierbar. Das ist zwar strittig, aber in aller Regel kann auch ein Betroffener mit SPS nur lernen, damit und mit sich umzugehen, vor allem, je länger er damit schon leben musste. Angeblich bildet sich die SPS erst im Jugendalter heraus.
      Es gibt gewisse Unterschiede zwischen SPS und AS, logisch, aber die Problembilder sind sehr ähnlich. Die Versuche, vor allem für den Laien den Unterschied deutlich zu machen, treiben zum Teil lustige Blüten (RW) und werden häufig im Netz und auch -nochmal sorry - in diesem Forum als Dogma und Stein der Weisen (RW) dargestellt. Nur genauso unterschiedlich, wie Aspies, sind auch SPSler unterschiedlich und jeder Versuch, den Unterschied zu verdeutlichen endet darin, das jemand sagt "aber ich kenne da jemanden, der .. " also, nach meiner Erfahrung haben SPSler deutlich weniger Bedürfnis nach menschlichem Kontakt, als zumindest hochfunktionale Aspies. Bei vielen Aspies ist da ein gewisser Wunsch, aber es funktioniert einfach nicht. Dieser Wunsch fehlt bei SPSlern signifikant häufiger. Angeblich könnten SPSler soziale Regeln erkennen und einhalten, wollen aber nicht. Auch das ist schon umstritten. Während Aspies wollen, aber nicht können. Letzteres kann ich für etliche hier im Forum nicht feststellen. Sie/wir können z.T. durchaus, aber es ist furchtbar anstrengend, befremdlich und fühlt sich wie auswendiggelernt an. Na ja, das wisst Ihr ja selber. Angeblich haben SPSler nur ganz eingeschränkte Ineressen, während Aspies neben dem SI durchaus vielseitig interessiert sind. Und so weiter ...
      Ich verstehe das Bedürfnis des einzelnen Betroffenen, Klarheit zu bekommen, denn die Herangehensweise bei der Therapie ist natürlich unterschiedlich, vor allem, wenn man einen Therapeuten hat, der - zu Recht oder Unrecht - davon ausgeht, das SPS therapierbar ist.
      Therapierbar sind z.B. Traumafolgen; soweit diese für die SPS verantwortlich sind, mildern sich die SPS-Symptome natürlich.
      Und vielleicht ist es nicht abwegig, bei einer Doppeldiagnose dann zu schlußfolgern, dass das, was trotz Traumalösung bleibt, auf den Autismus zurückzuführen ist. Darauf läuft es vermutlich bei mir hinaus.
      OK, nochmal sorry für diesen Monolog :oops:
      Wrong planet? Ich weiß nicht, der Planet selbst ist ganz OK, nur die vielen Menschen stören…