Pinned Wie denkt ihr über Therapien für autistische Menschen (insbesondere Erwachsene)?

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    • Meine Diagnose ist schon älter (2010), aber ich habe immer noch Momente, wo ich ungläubig bin, dass ich wirklich AS haben soll, und Momente, wo ich es sehr negativ finde, AS zu haben.
      Die Therapeutin hat eine Approbation als kognitive Verhaltenstherapeutin.
      Was die Therapie autismusspezifisch macht, ist, dass die Therapeutin in einem Autismuskompetenzzentrum arbeitet und sich deshalb gut auskennt. Sie kann z.B. ihre Gesprächstechniken und sonstige Methoden an Autisten anpassen.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Eine Therapie ist ja idealerweise auf ein Ziel gerichtet. Blöd ist, wenn man eine Therapie wegen Depressionen und Selbstwertstörung macht und dabei eigentlich bloß Asperger ist....

      Für die Nebenkriegsschauplätze Depression und Angstzustände fand ich die Therapie (ohne bekannte Diagnose) gar nicht so verkehrt. Das Problem war halt, dass die ursächlichen Dinge mangels Bekanntheit nicht angegangen werden konnten.

      Jetzt, wo ich eine Diagnose habe, werde ich eine neue Therapeutin suchen, die sich auch mit AS auskennt, allerdings nicht, um "normalisiert" zu werden, sondern um zu lernen, wie ich die drohende Reizüberflutung erkenne und vermeide oder wie ich mich davon erholen kann. Auch vor Überforderung muss ich mich schützen, teilweise vor mir selbst....

      Ansonsten habe ich sehr lange Zeit gehabt, zu lernen, wie man in der NT Welt zurecht kommt. Ich beherrsche das fast perfekt, nur geübte Beobachter (und die habe ich anscheinend tatsächlich bis vor kurzem nie getroffen) merken etwas. Es ist aber unheimlich anstrengend (und führte letztlich zum Burnout und Depressionen), immer die Normale zu geben, und deswegen möchte ich das reduzieren. Da das zwangsläufig dazu führen wird, dass ich öfter anecke oder unangenehm auffalle, muss ich lernen, auch damit zurecht zu kommen.

      Ich glaube, wenn man es schafft, einen guten Therapeuten zu finden, macht eine Therapie immer Sinn. Mir ist noch nie jemand begegnet (ich kenne noch keine Aspies außer mir), die Psycho-Fachkräfte eingeschlossen!, der 100% psychisch gesund war. Irgendwas ist ja immer, nur die meisten kommen halt klar.

      Ich finde, dass unsere Art zu denken uns helfen kann, eine Therapie sinnvoll und zielführend durchzuziehen. Ich analysiere mich meistens selber und die Therapeutin unterstützt mich dabei und macht Lösungsvorschläge. :)

      Schematherapie hab ich kürzlich in der Klinik kennengelernt, das finde ich mal eine sinnvolle Sache. Anfangs gewöhnungsbedürftig, aber man kommt relativ schnell an den Punkt, dass man sich selbst analysieren und helfen kann. Kognitive Verhaltenstherapie ist auch nicht schlecht, ich mag es, wenn etwas pragmatisch ist und nicht ewig drumherum geredet wird.
      Nicht das schwarze Schaf ist anders, die weissen sind alle gleich.
      (Gefunden auf Facebook)
    • Aspielle wrote:

      Jetzt, wo ich eine Diagnose habe, werde ich eine neue Therapeutin suchen, die sich auch mit AS auskennt, allerdings nicht, um "normalisiert" zu werden, sondern um zu lernen, wie ich die drohende Reizüberflutung erkenne und vermeide oder wie ich mich davon erholen kann. Auch vor Überforderung muss ich mich schützen, teilweise vor mir selbst....
      Genau diese Dinge habe ich bei meiner Therapeutin gelernt. Ich drücke dir die Daumen, dass du jemanden passendes findest.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~