Bücherliste zum Thema Autismus

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    • @Lex kenne ebenfalls nur seine Rezensionen, habe seine Website durchforstet, dafür dass er mir so unbekannt war, hat er eine, wie ich finde, beachtliche Sammlung herausgegebener Ratgeberliteratur.

      Beispiele fände ich ebenso höchst interessant.

      VG
      Inside an autistic person there isn’t a non-autistic person trying to get out. ~ Ian McKinnell
    • Naja, wie gesagt sind das alles kleine Büchlein mit wenig Text. Es wäre vielleicht sinnvoll eine Art Sammeland herauszubringen, wo man alle Informationen in nur ein Buch steckt, zumal es wie gesagt eh viel an gleichen Inhalten gibt in den jeweiigen Büchern.

      Alten Hasen wie euch würden die Bücher vermutlich auch nicht viel Neues erzählen aber gerade für "Einsteiger", die Autismus eher aus defizitorientierter Sicht sehen, machen sie Sinn.

      Er geht zum Beispiel recht ausführlich auf die verschiedenen Kommunikationsstile von Autisten und Nichtautisten ein, also darauf, dass Nichtautisten überwiegend leeres Geschwätz und noch Schlimmeres von sich geben (auch wenn er das mit anderen Worten ausdrückt, ist das der Eindruck, der sich aus seinen Worten ergibt) und Autisten vorwiegend Fakten. Man kann fast sagen er hat sowas wie sein eigenes Modell dazu entwickelt, womit er das übersichtlich darstellt. Ich müsste wohl das Buch rauskramen, um es noch genauer sagen zu können, aber ich will ihm nicht den Inhalt wegnehmen, für den er sich bezahlen lässt, zumal das Büchlein wie gesagt eh nicht sehr groß ist. Und ja, seine Wortwahl ist oftmals recht heftig, teils sogar noch heftiger als ich sie jetzt wählte. Aber er ist kein Wissenschaftler, er ist nur jemand, der sich ziemlich aufspielt, und entweder findet man das gut oder halt nicht. Entweder pflichtet man seinen Argumenten, mit denen er u. a. die Wissenschaftler kritisiert, bei oder nicht. In der Welt der Wissenschaft zählen leider nur namhafte Autoren mit entsprechenden Studienabschlüssen, die über einen renomierten Verlag publizieren und nicht in Eigenregie. Aber finds schon gut, wenn überhaupt mal jemand, der offen auf Seiten der Autisten steht, so unverblümt öffentlich seine Meinung äußert. Ich weiß er übertreibt es teils in seinen Aussagen und polarisiert dadurch, allerdings ist das wohl das benötigte Gegengewicht zu den zahlreichen Publikationen anderer Autoren, die Autisten extrem negativ darstellen.

      Vielleicht sollte man auch mal gezielt auf nicht empfehlenswerte Bücher zum Thema Autismus eingehen. Ein Buch eines anderen Autors war glaube ich sogar das erste, was ich zum Thema Autismus gekauft habe, aber habe den Kauf ziemlich bereut, weil das Buch ziemlicher Mist ist und ich würde es am liebsten vom Markt nehmen. Weiß aber gar nicht mehr genau, was mich daran so gestört hat, dafür müsste ich es nochmal lesen. Und da gibt es schon auch noch ein paar andere Bücher in der Art.


      Einer meiner Lieblingsautoren ist allerdings auch noch immer Barry M. Prizant, weil er auch darstellt, dass jede auch noch so ungewöhnlich erscheinende Verhaltensweise eines Autisten einen Zweck erfüllt (z. B. auch Echolalie, wie er an Beispielen zeigt) und dass auch jede dieser Verhaltensweisen unter bestimmten Umständen auch von Nichtautisten gezeigt wird (z. B. "stereotypes" Verhalten wie den eigenen Körper hin- und herschaukeln nach einem extrem schockierenden, vielleicht traumatischen Erlebnis). Buch:
      Einzigartig anders - und ganz normal: Kinder mit Autismus respektieren statt therapieren
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.

      The post was edited 1 time, last by Lex ().

    • Lex wrote:

      also darauf, dass Nichtautisten überwiegend leeres Geschwätz und noch Schlimmeres von sich geben
      Ohje, also ein Realitätsverweigerer und "die anderen sind immer doof"-Mensch.
      Sowas finde ich eher peinlich, weil es so einfach strukturiert ist.

      Ich finde, man kann Wissenschaftler kritisieren, aber dann doch bitte mit Substanz und sachlich.
      Diese Art von Autisten ist echt nervig.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • Auf seiner Website erklärt er "seine" "Autismustheorie", er verlinkt recht viele frei zugängliche Informationen.

      Zu beachten ist, dass er 70€/h und 120€/2h für "Beratung" nimmt, er also weder offizieller Sozialarbeiter 60€/h noch psychologischer Psychotherapeut 100€/h ist, er also offensichtlich vollkommen selbstständig agiert.

      Mich stört es nicht, dass jemand nicht über eine "offizielle" "Ausbildung" oder einen "anerkannten" Verlag verfügt. Ich selbst kenne Neurodiverse, die vom Land NRW für ihre Forschungsarbeit ausgezeichnet wurden und nicht einmal über ein abgeschlossenes Studium verfügen.

      @Shenya da muss ich dir beipflichten, seine Polarsierungen scheinen biographischen Ursprungs zu sein.

      Ich würde sagen, dass man sich ein eigenes Bild machen muss, möglicherweise kommt seine "schwarz-weiß-Sicht" aus einer Falschbehandlung und Nichtanerkennung seiner "Expertise", gekränkte "Weise" gibt es in jeder Fachrichtung.

      autismusberatung.info/autismus-verstehen/

      VG
      Inside an autistic person there isn’t a non-autistic person trying to get out. ~ Ian McKinnell
    • Der Suchende wrote:

      und Nichtanerkennung seiner "Expertise", gekränkte "Weise" gibt es in jeder Fachrichtung.
      b-j-schmidt.info/ignorismus/

      Welche Expertise? Oder anders: nach nur kurzer Recherche erscheint mir der Mensch ziemlich abgedriftet zu sein, aber Neologismen sehr gerne zu mögen.
      Eine kunterbunte Mischung aus Postmoderne, Psychoanalyse anderen Esoteriken und Ablehnung von empirischen Wissenschaften.

      (Und mir fehlt die Steuernummer im Impressum)

      Als Ausbildung - und da muss ich hermeneutisch deuten - dürfte da ein Studium der Soziologie am Anfang gestanden haben.
    • Vielleicht sollte der sich auf Rezensionen beschränken. Die Website ist wirklich absolut schräg.
      Doch begann auch er in Menschengestalt, und er tappte im Dunkeln, und seine Taten waren zufällig, bis ihm offenbart wurde, wer er sei und was er solle.
      – Peter Høeg, Fräulein Smillas Gespür für Schnee

      The post was edited 1 time, last by Saga N. ().

    • Leonora wrote:

      Ich stimme ihm sogar zu, dass Beiträge von Autisten, wie er in der Kritik schreibt, nicht nur auf biographische Innenperspektiven beschränkt sein, sondern sie auch die Möglichkeit zu fachlichen Beiträgen haben sollten. Dennoch halte ich die Innenperspektive autistischer Menschen für interessant und wichtig. Echt daneben finde ich dagegen, wie er manche recht prominenten autistischen Menschen eine dissoziative Persönlichkeitsstörung unterstellt.
      Diesen (erhellenden) Kommentar finde ich hilfreich. Merci!
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")
    • Lex wrote:

      Allerdings finde ich das Wort "Anpassungsstörung" als solches fragwürdig.
      Im Schwerbehindertenrecht heißt es allerdings "soziale Anpassungsschwierigkeiten". Ein Anpassungsstörung ist eine andere Diagnose (F43.2). Aber auch Autisten können eine Anpassungsstörung bekommen.
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")
    • Capricorn wrote:

      Diesen (erhellenden) Kommentar finde ich hilfreich. Merci!
      Gern geschehen. Freut mich. :)

      Der Suchende wrote:

      Mich stört es nicht, dass jemand nicht über eine "offizielle" "Ausbildung" oder einen "anerkannten" Verlag verfügt. Ich selbst kenne Neurodiverse, die vom Land NRW für ihre Forschungsarbeit ausgezeichnet wurden und nicht einmal über ein abgeschlossenes Studium verfügen.
      Das klingt ja interessant. Wenn irgendetwas darüber öffentlich geteilt werden kann, würde ich sehr gerne mehr darüber erfahren. In Deutschland ist es ja teilweise noch ein bisschen schwierig, solche Projekte zu etablieren.

      Persönlich stimme ich zu, dass auch Autodidakten sehr kompetent sein können. Es kommt da halt immer auf den Einzelfall an.

      Incommunicado wrote:

      Welche Expertise? Oder anders: nach nur kurzer Recherche erscheint mir der Mensch ziemlich abgedriftet zu sein, aber Neologismen sehr gerne zu mögen.
      Eine kunterbunte Mischung aus Postmoderne, Psychoanalyse anderen Esoteriken und Ablehnung von empirischen Wissenschaften.
      Manche seiner Ideen sind schon interessant. Zum Beispiel finde ich gut, dass er Begriffe wie "soziale Einschränkungen" ablehnt und eher von "kommunikativen" oder "interaktiven" Einschränkungen oder Schwierigkeiten spricht.

      Zugleich widerspricht er sich selbst sehr oft. Einerseits verwendet er den Begriff "Autismus" selbst, andererseits tritt er dann auf anderer Stelle dafür ein, alle psychiatrischen Diagnosen abzuschaffen, und wird sehr aggressiv, wenn man dem nicht zustimmt. Überhaupt wird er bei unterschiedlichen Ansichten, auch in den sozialen Medien, ziemlich aggressiv und ausfällig.

      Saga N. wrote:

      Vielleicht sollte der sich auf Rezensionen beschränken. Die Website ist wirklich absolut schräg.
      Auch die Rezensionen sind teilweise echt beleidigend. Insbesondere, wenn er Bücher von deutschen Autisten rezensiert, die etwas mehr in der Öffentlichkeit stehen. Da spielt leider offenbar auch Neid eine Rolle, meinem Eindruck nach.

      Sehr problematisch finde ich außerdem den Grundgedanken seines "entwicklungsdynamischen" Ansatzes, dass Autisten "alles lernen" können - und offenbar sollten. Und seine Behauptung im Buch von Ina Blodig, dass Komorbiditäten generell durch Stressmanagement vermeidbar wären. Auf mich wirkt das alles ziemlich pauschal und ziemlich polemisch.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Leonora wrote:

      Auf mich wirkt das alles ziemlich pauschal und ziemlich polemisch.
      ....während er andererseits das oben erwähnte Theunissen-Buch als "überflüssig" deklariert. -

      Wobei ich das noch ansatzweise verstehen kann, denn wenn das oft zitierte "Kennst du einen Autisten, dann kennst du 1 Autisten" stimmen sollte, nützen mir "Innenansichten" von einigen Menschen im Spektrum möglicherweise nicht wirklich beim Verstehen.

      Auch sein später eingefügtes "UpDate" zur Rezension enthält ja nachvollziehbare Argumente. Nur sollte man sich dann bitte auch selbst an diese guter-Standard-Definition halten.
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")
    • Capricorn wrote:

      Leonora wrote:

      Auf mich wirkt das alles ziemlich pauschal und ziemlich polemisch.
      ....während er andererseits das oben erwähnte Theunissen-Buch als "überflüssig" deklariert. -
      Wobei ich das noch ansatzweise verstehen kann, denn wenn das oft zitierte "Kennst du einen Autisten, dann kennst du 1 Autisten" stimmen sollte, nützen mir "Innenansichten" von einigen Menschen im Spektrum möglicherweise nicht wirklich beim Verstehen.
      Man muss eigentlich nur eines Verstehen: Im Grunde _ist_ man kein Autist, man _hat_ Autismus. Dazu kommen dann noch jede Menge andre Charaktereigenschaften. Daher gibt es ja auch so unterschiedliche Autisten.

      Was allen gleich ist: ein anderes "Framework" für die Datenwahrnehmung und -verarbeitung als NTs. Daraus mögen sich manche Verhaltensweisen der entsprechenden Personen entwickeln, eiunfach weil die Welt anders wahrgenommen wird. Die definieren diese aber nicht.
      Man ist nicht dazu gezwungen, die Meisen anderer Leute zu füttern.
      Asperger Syndrome bei TVTropes (englisch)
    • Capricorn wrote:

      ....während er andererseits das oben erwähnte Theunissen-Buch als "überflüssig" deklariert. -
      Er bezeichnet es ja sogar als schädlich, was schon eine Frechheit ist.

      Capricorn wrote:

      Wobei ich das noch ansatzweise verstehen kann, denn wenn das oft zitierte "Kennst du einen Autisten, dann kennst du 1 Autisten" stimmen sollte, nützen mir "Innenansichten" von einigen Menschen im Spektrum möglicherweise nicht wirklich beim Verstehen.
      Persönlich halte ich gerade eine Beschäftigung mit der Innenperspektive für wichtig. Sie liefert eine ganz andere Dimension, autistische Menschen ohne "pathologisierenden" Blick zu verstehen. Natürlich ist jeder autistische Mensch anders. Das betonen aber auch nahezu alle autistischen Autoren, die ich bisher gelesen habe. Die wenigsten behaupten verallgemeinernd, für alle zu sprechen. Die Stärke dieses Buches ähnlich wie beispielsweise der Sammelbänder von Aspies e. V. ist ja, dass ganz unterschiedliche autistische Perspektiven beteiligt sind. Das kann gerade zu einem differenzierteren Bild beitragen.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • freebirth_one wrote:

      Man muss eigentlich nur eines Verstehen: Im Grunde _ist_ man kein Autist, man _hat_ Autismus.
      Darauf fahre ich inzwischen nicht mehr ab.....
      Pardon: Man hat zwar rotes Haar, ist aber kein Rothaariger?!

      Die Probleme autistischer Menschen werden durch strikte Formulierungen so wenig verbessert wie das Gendern geschlechterspezifische Ungerechtigkeiten verbessert. Kann man machen, muss man aber nicht.

      (siehe auch Beitrag Nr. 215..!)
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")
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      Surprised wrote:

      --> Und dann kam Billy: Die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft : Booth, Louise, Kinkel, Silvia: Amazon.de: Bücher

      Habe ich heute bei einem Bücherflohmarkt entdeckt und gleich gekauft. Wird im nächsten Urlaub gelesen.
      Inzwischen fertiggelesen. Also schon Anfang August bei einem Kurzurlaub. Und dann in einem Öffentlichen Bücherschrank umgetauscht in ein anderes Buch. Was ich inzwischen bereue. Immer wieder denke ich mir, ich hätte es besser @Marnie schenken sollen. Denn es ist ein total schönes Buch über die "Magie" einer Freundschaft eines Autisten mit einer Katze. Ein Buch, das glücklich macht.
      Surprised by the joy of life.