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    • @Linnea Ich verstehe nicht so recht, was genau der Mann für Probleme hatte, er bleibt da sehr vage, was die von ihm postulierte Verknüpfung Qi Gong - Leben zerstört angeht. Mir scheint, dass er da ein Phänomen meint, das es auch bei Psychotherapien, Selbsterfahrung etc. geben kann und auch bösartig ausgenutzt werden kann (und wird): Man setzt sich intensiv mit sich selbst, seinem Körper, seiner Wahrnehmung auseinander, man hinterfragt gewohnte Denkmuster und Bewertungsautomatismen, stellt Dinge in Frage. Da letztlich die eigene Realität eine subjektive Wirklichkeitskonstruktion ist und "die Realität" (als etwas vermeintlich Objektives) ein kollektives Konstrukt des Umfeldes, in das man eingebettet ist, ist, kommt es zu m.o.w. großen Diskrepanzen, wenn man den kulturellen Konsens verlässt und beginnt anders zu denken. Wie stark ein Mensch manipulierbar ist, ist wohl recht unterschiedlich und auch von der jeweiligen psychischen Verfassung abhängig. Es gibt auch immer Grauzonen: Der eine ist tatsächlich m.o.w. naiv in eine psychische Abhängigkeit reingerutscht, der andere hat sich aus sehr unabhängigen eigenen Gedanken heraus von den Denkmustern seines Umfeldes entfernt, das nun frustriert ist und ihn für fremdgesteuert hält, weil das besser in deren Denkmuster von richtig und falsch passt. Der Mann in dem von dir verlinkten Beitrag hat anscheinend die Diskrepanz zwischen seinem gewohnten und dem neuen Denkmuster irgendwann bemerkt, als es Konsequenzen hatte (Stress mit dem Umfeld), und hat sich manipuliert gefühlt. Andere merken vorher, dass sie z.B. zwar Yoga sehr mögen, ihnen das konkrete Umfeld, in dem der Kurs stattfindet, zu esoterisch ist. Und wieder andere fühlen sich gerade dazu sehr hingezogen und merken, dass da bei ihnen ein spirituelles Vakuum gefüllt wird. Und es gibt halt auch welche, die nichts bemerken oder sich bei Zweifeln an den Aussagen anderer orientieren (altes, oder eben neues Umfeld), und dann irgendwann das Gefühl haben, einen Fehler bemacht zu haben bzw. Opfer geworden zu sein.

      Ich denke, es ist immer gut, eigenständig zu denken und nicht irgendeinem Vordenker hinterher zu laufen. Wenn du dich insgesamt gut fühlst, ist alles zum jetzigen Zeitpunkt richtig so für dich. Wenn du den Muskelkater gerade angenehm findest, ist er gut für dich. Wenn du beim nächsten Mal das Gefühl hast, dich nicht wohl zu fühlen, dann hör für diesen Moment oder in diesem Kurs oder wie auch immer auf.
      Bei mir kristallisiert sich in den letzten Monaten immer mehr ein Gedanke heraus: Alles, was ich bin, denke, fühle..., tue ich mit meinem Körper. Ohne meinen Körper existiere "ich" nicht. Ob es mir "gut" geht, kann immer nur mein Körper wissen, denn nur über ihn kann ich irgendetwas fühlen, empfinden, wahrnehmen. Er gibt mir also Rückmeldung darüber, ob ich auf dem richtigen Weg bin oder nicht. Das heißt nicht, den Kopf auszuschalten (das Gehirn ist ja auch Teil des Körpers und von ihm abhängig). Aber es heißt, wach und bewusst für die Signale im Inneren zu sein. Immerhin ist das nicht-denkende Leben seit Jahrmillionen sehr erfolgreich in seiner Existenz. Der Körper muss also die wesentlichen Dinge vollkommen automatisch ganz gut können und wissen. Ich versuche, ihn nun weniger zu stören und ihm wachsam, aber vertrauensvoll zu folgen. Das scheint mir vielversprechender zu sein als den Lehren irgendeines anderen Menschen zu folgen.
      Es darf genau so sein.
    • ifi wrote:

      da ich auch den Eindruck hatte, dass da ein Mann seine eigenen Themen über mich ergiesst,
      der Artikel ist über diesen Mann und QuiGong.
      Sicher schliesst man sich, wenn man sowas wie Qui Gong ernsthaft betreiben mag, an ein umfassendes System an, das Auswirkungen auf das eigene Leben und dessen Verlauf hat.
      Sich dann darüber zu beschweren und Qui Gong an sich für verantwortlich zu erklären finde ich etwas einseitig.
      Seine Themen wurden halt bewegt und es gab Auswirkungen.
      Danke, sehe ich auch so.

      ifi wrote:

      Ich kenne QuiGong nur als einzelne Übungem um Muskeln in einem lädierten Rücken ihr Gleichgewicht wiederfinden zu lassen, als solches hat es mir mal vorübergehend gutgetan.
      Es war ein Beginn meinen Körper besser wahrnehmen zu können.

      ifi wrote:

      Das wiederum denke ich schon, eben da, so wie ich es erlebte, QuiGong auch den Muskeln Raum geben kann sich neu zu "sortieren".
      Somit können zuvor weniger benutze Muskelpartien plötzlich ins Arbeiten kommen.
      Eben so können die daran hängenden Wirbel/Gelenke ( auch Rippen) plötzlich in andere Zug- und Bewegungsdynamiken kommen.
      Das kann ggfls. auch mal zu Spannungen/Schmerzen führen denke ich.
      Ja, danke, das ist sehr schlüssig alles.
      Dann mache ich weiter in der Hoffnung, dass sich mein Körper gewöhnt.
      "Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen."
      © Kurt Marti
    • Platypus wrote:

      Ich denke, es ist immer gut, eigenständig zu denken und nicht irgendeinem Vordenker hinterher zu laufen. Wenn du dich insgesamt gut fühlst, ist alles zum jetzigen Zeitpunkt richtig so für dich. Wenn du den Muskelkater gerade angenehm findest, ist er gut für dich. Wenn du beim nächsten Mal das Gefühl hast, dich nicht wohl zu fühlen, dann hör für diesen Moment oder in diesem Kurs oder wie auch immer auf.
      Ja, danke, das ist sinnvoll.
      Mich hatte nur irritiert, wie massiv dieser Mann alles empfand und deutete.
      "Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen."
      © Kurt Marti