Fragen zu Bfw

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    • Fragen zu Bfw

      Ich habe hier in der Vergangenheit bereits gelesen, dass Berufsförderungswerke nicht für Autisten geeignet seien. Momentan sehe ich eine Ausbildung dort allerdings als einzige Möglichkeit an. Ich wohne aber auch sehr ländlich, niemand kennt sich so richtig mit Autismus aus und ich habe bisher auch noch keine Hilfe diesbezüglich bekommen.

      Ich habe mich noch nicht bei einem Bfw informiert, aber ich möchte hier gern mal fragen, wer in einem war und was einen dort erwartet?

      Wird dort tatsächlich individuell auf einen eingegangen? Sind manche Institute empfehlenswerter als andere? Und wie sind die Aussichten auf eine Arbeit im Anschluss?

      Haben alle Bfw ein Internat und lässt es sich als Autist dort aushalten? Ich bin z.B. sehr geräuschempfindlich und lebe sehr zurückgezogen.
      Und wenn man dort wohnt, bleibt man dort auch am Wochenende und muss seine Wohnung kündigen? Ich kann mir das irgendwie gar nicht vorstellen, weil ich nicht wüsste, wohin mit meinem Hausrat und zu den Ferienzeiten hätte ich auch gar keine Möglichkeit, jemanden zu besuchen.

      Wie war das bei euch? Was würde auf mich zukommen? Oder gibt es Alternativen?
    • Da ich gerade den Antrag für eine Ausbildung in einem Bfw laufen habe, kann ich dir zumindest ein paar Infos geben.

      Manche Autisten haben es im Bfw ausgehalten, laut Internet. Ich meine, dass hier im Forum haben auch schon einige ein Bfw erfolgreich durchlaufen haben.

      Einige Bfws/Bbws fangen an, sich auf Autisten einzustellen.
      Bbw Südhessen
      Bfw Heidelberg

      Bei meiner Recherche bin ich auf kein Bfw gestoßen, dass kein Internat hat. Manche bieten auch andere Wohnformen, z.B. selbstständige Wgs im Ort an.
      Die eigene Wohnung wird einem bezahlt und für 2x im Monat bekommt man Fahrtkosten nach Hause bezahlt. Für deinen Unterhalt ist gesorgt, im Detail hängt es aber von deiner Situation ab(letztes Einkommen bzw. Arbeitslosigkeit)

      Wenn du einen SBA hast, dann kannst du dir die Bfw vermutlich aussuchen. Es gibt da eine nette Passage im SGB IX §9: (1) Bei der Entscheidung über die Leistungen und bei der Ausführung der Leistungen zur Teilhabe wird berechtigten Wünschen der Leistungsberechtigten entsprochen.[...] Hab da aber keine Erfahrung, wie weit das umgesetzt wird.

      Die Aussicht auf Arbeit scheint recht gut zu sein. Auf Xing findet man immer wieder Leute, die in einer Bfw waren und nun in fester Arbeit sind. Nebenbei haben die Bfws eine Verpflichtung, dass ca 70% der Abgänger innerhalb eines Jahres in Arbeit kommen müssen, ansonsten gibt es Ärger mit den Trägern(kann gerade keine Quelle finden, bin mir aber sicher davon gelesen zu haben).
    • Hallo und danke für deine Antwort!

      Warst du bereits im Bfw und hast dort einen Beruf getestet oder ähnliches?

      Und wenn man keinen SBA hat, muss man dann das nächst gelegene Bfw nehmen, auch wenn die gar keinen passenden Beruf anbieten?

      Momentan bekomme ich eine sehr kleine EM-Rente und Grundsicherung für Erwerbsgeminderte. Weißt du, wer dann der Träger wäre? Um ehrlich zu sein, möchte ich bloß so schnell wie möglich von der Grundsicherung weg kommen, dort hat man ja noch weniger Rechte als bei Hartz IV.

      Und wenn ich dich richtig verstanden habe, behält man seine Wohnung und kann zwei Mal im Monat nach Hause?
    • Schanascha wrote:

      Um ehrlich zu sein, möchte ich bloß so schnell wie möglich von der Grundsicherung weg kommen, dort hat man ja noch weniger Rechte als bei Hartz IV.
      Warum hat man da weniger Rechte als bei ALG II ?



      TomiLiunZwi wrote:

      Manche Autisten haben es im Bfw ausgehalten, laut Internet. Ich meine, dass hier im Forum haben auch schon einige ein Bfw erfolgreich durchlaufen haben.
      Ist es wirklich notwendig in diesen Internaten von denen zu leben?

      Gut dass es einige geschafft haben, aber irgendwie kommt ist mir nicht Autisten freudig rüber, für mich wäre dass eine zu große Überwindung.

      Wie ein Bfw aber genau funktioniert würde mich auch interessieren.
    • Ein paar Jahre hab ich auch Grundsicherung bezogen und ich weiß nicht, in welcher Hinsicht man da weniger Rechte haben sollte. Kannst du das spezifizieren?

      Schanascha wrote:

      Warst du bereits im Bfw und hast dort einen Beruf getestet oder ähnliches?
      Ich war noch in keinem, aber ich denke, ich habe mich gründlich informiert. Für mich solls eine Ausbildung als Technischer Produktdesigner werden. Ich hab einen Heidenspaß mit AutoCAD.


      Schanascha wrote:

      Und wenn man keinen SBA hat, muss man dann das nächst gelegene Bfw nehmen, auch wenn die gar keinen passenden Beruf anbieten?
      Mit einem SBA hat man Anspruch auf eine berufliche Reha, ohne liegt die Wahl beim Träger und es kommt auf den Sachbearbeiter an, ob sie auf deine Wünsche eingehen. Mit guten Argumenten, Bsp: "Dort wird Förderung für Autisten angeboten, hier aber nicht" könnte es durchaus klappen.
      Berufliche Reha ist sehr teuer und die Träger wollen daher auch sicherstellen, dass man den größten Erfolg hat.


      Schanascha wrote:

      Momentan bekomme ich eine sehr kleine EM-Rente und Grundsicherung für Erwerbsgeminderte. Weißt du, wer dann der Träger wäre?
      Es gibt 3 Träger: Rentenversicherung, Berufsgenossenschaft, Agentur für Arbeit. Bei dir würde ich auf die RV tippen.
      Hier gibt es aber einen ganz tollen Passus im Gesetz. Schick deinen Reha-Antrag zu irgendeinem der drei, die sind verpflichtet innerhalb von 2 Wochen festzustellen, ob sie zuständig sind. Wenn nicht, dann müssen sie den Antrag an den passenden Träger zusenden. Also wenig Arbeit für dich und du wirst auf dem Laufenden gehalten, wo dein Antrag gerade ist. Nur mit Wartezeit musst du rechnen.


      Schanascha wrote:

      Und wenn ich dich richtig verstanden habe, behält man seine Wohnung und kann zwei Mal im Monat nach Hause?
      In deinem Fall solltest du weiterhin die EM-Rente+GruSi bekommen. Beim Jobcenter bekommt man die Leistungen auf jedenfall weiter bewilligt. Man bekommt die Fahrt 2x im Monat nach Hause bezahlt, du kannst aber jederzeit auf eigene Kosten nach Hause fahren.



      Nun zu lady sasha:


      lady sasha wrote:

      Ist es wirklich notwendig in diesen Internaten von denen zu leben?
      Überhaupt nicht. Die Bfws sind nur etwas weit verteilt und deswegen ist eine tägliche Anfahrt nicht jedem zuzumuten.




      lady sasha wrote:

      Wie ein Bfw aber genau funktioniert würde mich auch interessieren.
      Grob gesagt: Es sind Einrichtungen der 3 Träger, die auf berufliche Reha ausgerichtet sind. Bfws sind, im Gegensatz zu Bbws, auf Erwachsene ausgerichtet. Es wird daher Eigenverantwortlichkeit und mehr Selbständigkeit erwartet. Auch der allgemeinbildende Teil der Bbws fällt weg.
      Die Ausbildung in den Bbws beträgt die normalen ca. 3 1/2 Jahre, in den Bfws ist sie wegen obigen Gründen auf 2 Jahre verkürzt.
      Das ganze fällte in die Kategorie "Außerbetriebliche Ausbildung", eine schulische ist es nicht. Die Bfws könnte man als intensive Berufsschulen bezeichnen(meine Wortwahl), dazu gibt es noch ein wohnortnahes, also nicht beim Bfw-Standort, Praktikum über mehrere Monate in einem Betrieb.
      In Bfws gibt es auch Hilfestellung, wenn man z.B. Probleme mit sozialen Interaktionen, allgemeiner Lebensführung etc. hat. Das genauer Angebot variiert und hier bieten die ersten auch für Autisten Kurse oder ähnliches an.
      Die Ausbildung endet mit einem IHK-Abschluss, ist also ganz normal.

      Folgende Infos hab ich eigentlich bei allen Bfws gefunden, garantieren mag ich es nicht:
      Es gibt eine Mensa, Essensversorgung ist in der Reha inklusive. Auch gibt es ein reichhaltiges Freizeitangebot. Bei manchen gibt es Kegelbahnen, Bogenschießanlagen, Kanufahren, Bibliotheken...
      Die meisten Bfws liegen am Rande von Städten oder auch in kleinen Dörfern nahe der großen Zentren. Meist sehr naturnah. Eine liegt sogar direkt am Ostseestrand.

      Das klingt jetzt alles sehr positiv. Vom Konzept her sind Bfws auch etwas sehr tolles. Der Haken ist der "menschliche Faktor". Hab diverse Berichte von unmotiviertem Personal gelesen, Konflikte unter den Teilnehmern und katastrophale Verkehrsanbindung, wo Internat und Schule nicht auf dem selben Gelände lagen. Genauso aber auch von sehr erfolgreichen und angenehmen Aufenthalten.
      So um 2008 herum wurde die gesetzlichen Regelungen und deren Einhaltung stark verändert und anscheinend hat sich seit dem die generelle Lage verbessert. Ich würde alte Erfahrungsberichte vor dieser Zeit nicht unbedingt als Vergleichsmöglichkeit nehmen.

      Meine Empfehlung: Ausprobieren.
    • lady sasha wrote:

      Warum hat man da weniger Rechte als bei ALG II ?
      Man wird z.B. arm gehalten, obwohl man für den Bezug von Grundsicherung ja gar nichts kann und oft auch gar nicht die Möglichkeit hat, da raus zu kommen. Bei der Grundsicherung darfst du so gut wie nichts besitzen, bei Hartz IV wird dir mehr zugestanden. Ehrlich gesagt könnte ich es eher verstehen, wenn es umgekehrt wäre aber fairer wäre es natürlich, wenn einfach die gleichen Rechte für alle Empfänger gelten würden.
      Mir wurde auch gesagt, dass ich bei Hartz IV das Haus meiner Oma erben dürfte, insofern ich bereits darin lebe, bei Grundsicherung wäre das wohl nicht der Fall. Ein (relativ) vernünftiges Auto, das nicht alle 3 Monate in die Werkstatt muss, darf man ebenfalls nicht haben, bei Hartz IV schon.


      TomiLiunZwi wrote:

      In deinem Fall solltest du weiterhin die EM-Rente+GruSi bekommen.
      Das habe ich befürchtet. Aus diversen Gründen bin ich sehr schlecht auf das zuständige Amt zu sprechen. Wenn ich dort etwas beantrage, wird sich erstmal tot gestellt. Ich bin zum Beispiel vor 3 Monaten umgezogen und die Sachbearbeiterin hat die Neuberechnung erst letzte Woche fertig gemacht.

      Hast du dich über alle Berufsförderungswerke informiert?
      Wie lange läuft denn dein Antrag schon und denkst du, dass du dieses Jahr noch eine Umschulung beginnen kannst?
    • Schanascha wrote:

      Das habe ich befürchtet. Aus diversen Gründen bin ich sehr schlecht auf das zuständige Amt zu sprechen
      Es gibt natürlich die Möglichkeit, dass du deine Erwerbsfähigkeit auf mindestens 3h/Tag hochstufst. Möhlicherweise muss hier der Ärztliche Dienst mitmachen. Zumindest wärst du dann wieder beim Jobcenter, mit allen positiven und negativen Folgen. Ein SBA würde hier helfen und da du erwerbsgemindert bist, könntest du ihn durchaus bekommen, selbst wenn du deine Erwerbsfähigkeit wieder hochstuft. Wärst du beim Jobcenter, wäre als Träger die Arbeitsagentur wahrscheinlich.


      Schanascha wrote:

      Hast du dich über alle Berufsförderungswerke informiert?
      Ich hab mich über deren Grundlagen informiert. Glücklicherweise fällt es mir leicht Gesetzestexte zu lesen. Außerdem bin ich viele Erfahrungsberichte und Infoseiten der Träger durchgegangen.
      Dann hab ich mich noch über die Liste der Berufsförderungswerke bei so ziemlich allen Bfws durchgeklickt. Zusätzlich hat mich noch eine Freundin, die in einem Bfw eine Ausbildung machte, und eine Sozialpädagogin beraten.


      Schanascha wrote:

      Wie lange läuft denn dein Antrag schon und denkst du, dass du dieses Jahr noch eine Umschulung beginnen kannst?
      Mein Antrag läuft seit Ende Dezember. Ich hab das Glück eine äußerst flinke Sachbearbeiterin zu haben. Die medizinische Untersuchung steht in 2 Wochen an. Danach sollte ein erstes Gespräch und dann ein 2-wöchiges Reha-Assesment kommen. Die Reha dieses Jahr zu beginnen halte ich für sehr gut möglich.
    • TomiLiunZwi wrote:

      Es gibt natürlich die Möglichkeit, dass du deine Erwerbsfähigkeit auf mindestens 3h/Tag hochstufst.
      Ich hatte ja angenommen, dass ich automatisch als erwerbsfähig eingestuft werde, sobald ich in einem Bfw anfange und dann keine Grundsicherung mehr bekomme.

      TomiLiunZwi wrote:

      Ein SBA würde hier helfen
      Den habe ich sogar (GDB 50), allerdings muss ich demnächst endlich mal einen Verschlimmerungsantrag stellen. Ich habe schon gelesen, dass manche dabei Probleme hatten, da ihr GDB sogar verringert wurde. Bisher wurde AS noch gar nicht darin berücksichtigt.

      TomiLiunZwi wrote:

      Zusätzlich hat mich noch eine Freundin, die in einem Bfw eine Ausbildung machte, und eine Sozialpädagogin beraten.
      Das ist natürlich praktisch. Bei mir sind das bisher alles nur Gedanken. Im Februar bekomme ich eine ambulante Betreuung, die mir bei der Umsetzung hoffentlich auch etwas helfen kann.
    • TomiLiunZwi wrote:

      Wenn du einen SBA hast, dann kannst du dir die Bfw vermutlich aussuchen. Es gibt da eine nette Passage im SGB IX §9: (1) Bei der Entscheidung über die Leistungen und bei der Ausführung der Leistungen zur Teilhabe wird berechtigten Wünschen der Leistungsberechtigten entsprochen.[...] Hab da aber keine Erfahrung, wie weit das umgesetzt wird.

      Als ich auf Empfehlung meiner ersten Therapeutin (mir wurde paranoid-halluzinatorische Schizophrenie bescheinigt und hatte SBA) eine auswärtige Umschulungsmaßnahme machen sollte, hatte man mir bei der Arbeitsagentur klipp und klar gesagt das ich es gerne beantragen kann. Die Wahrscheinlichkeit wäre aber gleich null, da eine solche Maßnahme im Regelfall in der Nähe des Wohnortes stattfindet.
      Der Grund war, dass während einer solchen Maßnahme mit örtlichen Arbeitgebern zusammenarbeitet wird und man sich ja so kennenlernen kann. Evtl. hat man Glück und kann bei einem Arbeitgeber weiterarbeiten nach Beendigung der Maßnahme. Dies würde ja nicht gehen wenn man zu weit entfernt vom Wohnort an der Maßnahme teilnehmen würde. Dann wäre man nach Beendigung trotzdem wieder arbeitssuchend. Das oberste Gebot ist es bei der Arbeitsagentur die Menschen nachhaltig in eine Beschäftigung zu kriegen.

      Inwieweit das auf eine Ausbildung in einem Bfw zutrifft kann ich dir aber leider nicht sagen
    • Schanascha wrote:

      Ich hatte ja angenommen, dass ich automatisch als erwerbsfähig eingestuft werde, sobald ich in einem Bfw anfange und dann keine Grundsicherung mehr bekomme.
      Hab mal etwas recherchiert, aber ich bin zu keinem klaren Ergebnis gekommen. Möglich dass du Übergangsgeld beziehst, dass möglicherweise um Grundsicherung oder Alg II oder EM-Rente ergänze wird. Oder dass du Alg II bekommst. Oder dass du weiterhin bei EM-Rente+GruSi bleibst. :nerved:
      Geld wirst du mindestens auf Alg II Niveau bekommen. Für Details bitte Profis fragen.
      Mit Schwerbehinderung hast du auch Anspruch auf einen Mehrbedarf von 35%, sowohl bei Alg II, als auch bei GruSi. Das bedeutet knapp 140€ mehr im Monat.

      Schanascha wrote:

      Den habe ich sogar (GDB 50), allerdings muss ich demnächst endlich mal einen Verschlimmerungsantrag stellen. Ich habe schon gelesen, dass manche dabei Probleme hatten, da ihr GDB sogar verringert wurde. Bisher wurde AS noch gar nicht darin berücksichtigt.
      Da du einen SBA hast möchte ich eine meiner Antworten nochmal vertiefen:
      Mit SBA hast du ein Recht auf berufliche Reha. Und auch Anspruch, dass deinen berechtigten Wünschen entsprochen wird. Ohne wäre selbst die Reha eine Kann-Leistung der Träger. Sieht also gut aus für dich.
      Wenn du dir Sorgen um eine Verringerung des GDBs machst, dann wäge doch ab, ob die Vorteile durch eine Erhöhung gravierend sind. Wenn nicht, dann würde ich einfach dabeibleiben und die Reha beantragen.



      Schanascha wrote:

      Das ist natürlich praktisch. Bei mir sind das bisher alles nur Gedanken. Im Februar bekomme ich eine ambulante Betreuung, die mir bei der Umsetzung hoffentlich auch etwas helfen kann.
      Ambulante Betreuung ist immer gut. Nimm die auch mit zu Amtsterminen. Dann gehen Sachbearbeiter gleich ganz anders mit einem um. Auch mit Ärzten/Therapeuten solltest du dich absprechen, da bei einer Beantragung die auch, per "freiwilliger Schweigepflichtsentbindung" befragt werden.
      Meine Ärztin sieht dass ich mich anstrenge und ist dadurch sehr kooperativ und hat sich mit mir abgesprochen, was sie den Trägern schreiben soll. Sowas kommt häufiger vor.

      Meine Antworten waren jetzt alle etwas abschweifend. Ich hoffe, dass sie dennoch verständlich sind.

      DerJan wrote:

      Als ich auf Empfehlung meiner ersten Therapeutin (mir wurde paranoid-halluzinatorische Schizophrenie bescheinigt und hatte SBA) eine auswärtige Umschulungsmaßnahme machen sollte, hatte man mir bei der Arbeitsagentur klipp und klar gesagt das ich es gerne beantragen kann. Die Wahrscheinlichkeit wäre aber gleich null, da eine solche Maßnahme im Regelfall in der Nähe des Wohnortes stattfindet.
      Der Grund war, dass während einer solchen Maßnahme mit örtlichen Arbeitgebern zusammenarbeitet wird und man sich ja so kennenlernen kann. Evtl. hat man Glück und kann bei einem Arbeitgeber weiterarbeiten nach Beendigung der Maßnahme. Dies würde ja nicht gehen wenn man zu weit entfernt vom Wohnort an der Maßnahme teilnehmen würde. Dann wäre man nach Beendigung trotzdem wieder arbeitssuchend. Das oberste Gebot ist es bei der Arbeitsagentur die Menschen nachhaltig in eine Beschäftigung zu kriegen.

      Inwieweit das auf eine Ausbildung in einem Bfw zutrifft kann ich dir aber leider nicht sagen
      Bfws gibt es, glaube ich, 28 in Deutschland. Auswärtig dürfte daher die Regel sein. Natürlich ist der Begriff "berechtigter Wunsch" interpretierungsfähig.
      Praktika in Bfws sollen "wohnortnah" stattfinden. Daher impliziert dass für mich, dass Bfws als auswärtig gewertet werden und dass in diesem Fall auch erwünscht ist.
      Aber dein Beispiel gibt einen Einblick, wie Sachbearbeiter denken können.

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    • TomiLiunZwi wrote:

      Für Details bitte Profis fragen.
      Insofern man an Profis gerät. Denn ich habe oftmals das Gefühl, dass die Sachbearbeiter selbst gar keine Ahnung von ihrer Arbeit haben. Ich könnte mir gut vorstellen, dass alles so weiter läuft, selbst wenn es eigentlich andere Möglichkeiten gäbe. Als ich damals in der WfbM anfing, hat es auch eine Weile gedauert, bis ich bei der Grundsicherung gelandet bin, weil sich niemand zuständig fühlte.


      TomiLiunZwi wrote:

      Mit Schwerbehinderung hast du auch Anspruch auf einen Mehrbedarf von 35%, sowohl bei Alg II, als auch bei GruSi. Das bedeutet knapp 140€ mehr im Monat.
      Bist du dir sicher, dass das generell gilt? Ich habe das im Antrag mal gelesen mit dem Zusatz (z.B. für kostenaufwändige Ernährung). Daher habe ich das nie angekreuzt. Oder ist das gar nicht damit gemeint? Ich schreibe das gerade nur aus dem Gedächtnis und habe die Passage nie groß beachtet. Aber falls das so wäre, ist das wieder ein super Beispiel dafür, dass die Ämter einem gerne Leistungen vorenthalten, wenn man nicht selbst darauf achtet.


      TomiLiunZwi wrote:

      Wenn du dir Sorgen um eine Verringerung des GDBs machst, dann wäge doch ab, ob die Vorteile durch eine Erhöhung gravierend sind.
      Das ist ja der Grund, warum ich bisher zögere. Mein Gedanke dabei war, dass die Berücksichtung des AS vielleicht wichtig für eine angemessene Integration wäre. Außerdem erhoffe ich mir, dass ich dieses Mal endlich das Merkzeichen B bekomme. Bei der Beantragung damals war das ein ewiges Hin und Her, erst sollte ich lediglich GdB 30 bekommen und das ganze dauerte über ein Jahr. Schlussendlich hat jemand aus der Werkstatt dort Druck gemacht und ich bekam den SBA sogar unbefristet.


      TomiLiunZwi wrote:

      Ambulante Betreuung ist immer gut. Nimm die auch mit zu Amtsterminen. Dann gehen Sachbearbeiter gleich ganz anders mit einem um.
      Das war tatsächlich mein Hauptbeweggrund, eine ambulante Betreuung zu beantragen.


      TomiLiunZwi wrote:

      Meine Antworten waren jetzt alle etwas abschweifend. Ich hoffe, dass sie dennoch verständlich sind.
      Nein, ich fand deine Antworten überhaupt nicht abschweifend, sondern im Gegenteil sehr informativ. Vielen Dank dafür!
    • assamit wrote:

      den Mehrbedarf von 35% gibt es nur wenn man eine Maßnahme macht, die zu "Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben" zählt (z.B. BFW, BBW, bzw. bestimmte Vorbereitungs/erprobungsmaßnahmen)
      ...in meinem Kopf war diese Erläuterung mit dabei, aber sie hat es nicht in den Beitrag geschafft. Mein Fehler und vielen Dank für die Ergänzung.

      Schanascha wrote:

      Das ist ja der Grund, warum ich bisher zögere. Mein Gedanke dabei war, dass die Berücksichtung des AS vielleicht wichtig für eine angemessene Integration wäre. Außerdem erhoffe ich mir, dass ich dieses Mal endlich das Merkzeichen B bekomme. Bei der Beantragung damals war das ein ewiges Hin und Her, erst sollte ich lediglich GdB 30 bekommen und das ganze dauerte über ein Jahr. Schlussendlich hat jemand aus der Werkstatt dort Druck gemacht und ich bekam den SBA sogar unbefristet.
      Die Berücksichtigung des AS sollte vor allem über den Diagnosebrief erfolgen. Mir fällt gerade kein Grund ein, außer steuerlichen Vorteilen, bei dem eine Einstufung >50 Sinn machen würde. Der Diagnosebrief sollte mehr bewirken.
      Für die Beantragung des Merkzeichens B empfehle ich das erst mit Ärzten abzuklären, damit die von vornerein entsprechendes ans Versorgungsamt schreiben. Vielleicht fällt, wenn du bei der Betreuung bist, denen noch weitere Stellen ein, von denen du dir ein offizielles Schreiben holen könntest. Anscheinend sind die Behörden ziemlich widerspenstig bei "B". Die unterschiedlichen Formen von AS scheinen eher unbekannt zu sein.