Gutes Gedächnis - Autismus?

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    • Ich habe ein hervoragendes Langzeitgedächtnis. Ich vergesse so gut wie nie.
      Aber ich habe auch ein fast nicht vorhandenes Kurzzeitgedächtnis / Arbeitsgedächtnis. Alles was mein Gehirn als "nicht-wert-für-das-Langzeitgedächtnis" einstuft ist innerhalb kürzester Zeit völlig verschwunden.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Ginome wrote:

      Ich habe ein hervoragendes Langzeitgedächtnis. Ich vergesse so gut wie nie.
      Aber ich habe auch ein fast nicht vorhandenes Kurzzeitgedächtnis / Arbeitsgedächtnis. Alles was mein Gehirn als "nicht-wert-für-das-Langzeitgedächtnis" einstuft ist innerhalb kürzester Zeit völlig verschwunden.
      Das finde ich merkwürdig. Ich dachte gerade Autisten müsstern z.B. beim Memory-Spiel wo es auf's Kurzzeitgedächnis ankommt besonders gut abschneiden. Wenn ich mit Kindern Memory spiele erinnere ich mich im Vergleich zu denen unglaublich schlecht, ich glaube den meisten Erwachsenen geht es da ähnlich.

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    • Und woran liegt es das dein Gedächnis eher mies ist?

      Keine Ahnung, ich bin so auf die Welt gekommen. Gelegentlich dachte ich, vielleicht lag es am Sauerstoffmangel bei der Geburt (Nabelschnur um den Hals), aber wer weiß es schon. Man wird es nie erfahren. Jemand mit einem besonders guten Gedächtnis wird wohl auch eher nicht sagen können, warum genau das bei ihm nun so ist und nicht anders.

      Bei mir ist es eher so, dass ich kaum Zugriff aufs episodische Langzeitgedächtnis habe, Sachinformationen bzw. Faktenwissen ist davon eher nicht betroffen. Ich habe aber auch nie versucht, dem auf den Grund zu gehen. Es würde ja auch einfach gar keinen Vorteil bringen, da es ohnehin ist, wie es ist.
      Nichts ist, wie es scheint...
    • Ich habe ein extrem gutes Langzeitgedächtnis. Kann mich an nahezu alles erinnern was ich mal erlebt habe, sogar an Einzelheiten wie Sätze die da gesprochen wurden oder das Aussehen des Raumes/der Umgebung erinnern. Es macht unglaublichen Spaß das den Leuten aus der Familie oder im Bekanntenkreis zu erzählen, wenn wir das gemeinsam erlebt haben. Meine Freundin - ebenfalls Autistin (aber nicht Kanner und auch nicht Asperger-Syndrom, weiß nicht genau welches), kann das auch, aber bei ihr ist es noch eine Stufe krasser - sie kann das genaue Datum zu dem Erlebnis benennen. Beispielsweise: "Wisst ihr noch? Am 23.03.2010 waren wir in Belantis und haben dort dies und das gemacht und das und das hast du da gesagt." Ich finde das total beeindruckend. :) Das Wissen bezieht sich allerdings eher wirklich auf Erlebnisse, Schulwissen vergesse ich relativ schnell wieder wenn mich das Thema nicht interessiert. Aber ich habe den Vorteil: ich kann etwas innerhalb von 10-45 Minuten auswendig lernen und weiß dass dann fehlerfrei, teilweise wenn ich in dem Stoff drin bin muss ich auch gar nicht lernen um eine 1 abzugreifen, während andere locker 2 Stunden davor sitzen weil es einfach eine Menge ist, ich lerne sehr schnell auswendig. Habe auch ein übelstes Liederarchiv in meinem Kopf - ich kann sämtliche Lieder auswendig mitsingen, das macht total Spaß - auswendig gelernt habe ich diese Lieder nie.

      Beim Kurzzeitgedächtnis kommt es bei mir darauf an. Wenn es darum geht sich irgendwelche Parkplatznummern oder Nummern für Bilder die man am Fotoautomaten ausdrucken möchte geht, bin ich ein Ass. Das kann ich mir ultra gut merken, ich weiß die Nummern vom letzten Bilder entwickeln immer noch auswendig... Ich merke mir das nicht mit Absicht so lange - es ist einfach in meinem Gedächtnis gespeichert, NTs vergessen so etwas meistens in Minutenschnelle sobald das Wissen nicht mehr benötigt wird, bei mir bleibt es eben gespeichert obwohl ich es ja gar nicht mehr brauche und eigentlich auch nicht für wichtig erachte. Wenn mir aber jemand sagt, wo ich irgendetwas suchen soll wenn ich was holen soll, dann vergesse ich das dummerweise sofort, auch wenn ich noch nicht mal drei Meter von der Person weg bin die mir das gesagt hat. Dabei wäre sowas ja wesentlich wichtiger als Fotonummern. :) In Memory oder so was bin ich ganz schlecht. Beim IQ - Test kann ich aber Zahlen locker bis 6 Ziffern mir ewig merken - vielleicht kann ich das mit Zahlen besonders gut...
    • Ginome wrote:

      Ich habe ein hervoragendes Langzeitgedächtnis. Ich vergesse so gut wie nie.
      Aber ich habe auch ein fast nicht vorhandenes Kurzzeitgedächtnis / Arbeitsgedächtnis. Alles was mein Gehirn als "nicht-wert-für-das-Langzeitgedächtnis" einstuft ist innerhalb kürzester Zeit völlig verschwunden.
      Ist bei mir so ähnlich, das Kurzzeitgedächntnis ist gerade mal so alltagstauglich (mal mehr, mal weniger), das Langzeitgedächtnis enthält teilweise sehr altes, nur begrenzt nutzbares Zeugs.

      Memory spielen klappt bei mir gar nicht.
      It takes a man to suffer ignorance and smile,
      be yourself, no matter what they say.

    • Limopard wrote:

      Memory spielen klappt bei mir gar nicht.
      Ist bei mir genauso, Memory oder vergleichbares geht nicht.
      Auch habe ich immer zettel und stift zur hand um die einfachsten Dinge aufzuschreiben..., geht leider nicht immer, z.B. beim Memory spielen :fun:
      finde im Leben heraus was Du nicht gut kannst, und dann lass es bleiben. [ALF]
    • Bei mir hängt es sehr stark davon ab, ob mich etwas in irgendeiner Form interessiert. Diese Dinge kann ich mir problemlos merken. Alles andere eher nicht. Das führt dazu, dass ich für Außenstehende ein etwas merkwürdiges Bild abliefere.
    • Das ist bei mir eigentlich total unterschiedlich. An den Inhalt von Büchern, Filmen und Serien erinnere ich mich auch nach vielen Jahren sehr gut, aber auch nur, wenn ich sie mit Interesse gelesen, bzw. gesehen habe. Ich weiß bei den meisten meiner CDs und LPs (ca. 750 Stück) auch ganz genau, welches Lied als nächstes kommt und kann mir auch die Liedtexte sehr gut merken. Außerdem kann ich mich auch an sehr viele Sachen aus meiner frühesten Kindheit erinnern und weiß auch nach Jahren noch Pin-Nummern. :]

      Was ich mir aber absolut nicht merken kann sind Geburtstage und Dinge, die ich als nicht wirklich wichtig erachte. Besonders mit mündlichen Anweisungen habe ich sehr große Probleme. Die gehen meistens ins eine Ohr rein und aus dem Anderen gleich wieder raus. Deshalb gelte ich leider auch immer als völlig "verpeilt" oder dumm. :oops:
      Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein, wie Andere mich gern hätten.
    • Bei Dingen die mein SI betreffen, ist mein Gedächtnis sehr gut. Bei allen anderen Sachen ist es eher schlecht - mein Gehirn tut ziemlich alles, was kein SI ist, als "unwichtig" Einstufen und oft nicht "abspeichern".
      「人上人不造」 All Men Are Created Equal

      It's simple. There are no guarantees. I have to trust in luck. That is all.
    • Ich habe zumindest ein überdurchschnittliches Gedächtnis.
      Das ist dann sehr abhängig davon, wie viel Interesse ich in dem Moment (aktiv oder passiv) dem ganzen geschenkt habe - heißt es kommt nicht alleine dadurch im Gedächtnis an, dass ich es gesehen habe.
      Einige Dinge kann ich mir fast garnicht merken (optische Informationen die nicht in Sachinformationen übersetzt wurden, Namen), während ich "erschaffene Ereignisinformationen" in einer sehr großen Detailtiefe behalte. Eine gute Spielwiese dafür sind Tischrollenspiele, bei denen ich auch nach Jahren noch Spielabende besser wiedergeben kann, als die Leute, die aktiv mitgeschrieben haben. War ich an dem Abend jedoch müde habe ich echte Probleme und das Datum dazu weiß ich nur in Einzelfällen (wenn es an dem Abend irgendwie eine Rolle spielte, meistens eher Indirekt über nahegelegene Ereignisse mit bekanntem Datum). Schlimm ist es jedoch, dass ich mir die Namen der ausgedachten Nebenfiguren nur selten merken kann, sehr wohl aber viele Details über sie.

      In anderen Situationen habe ich wenige direkte Vergleichsmöglichkeit. Auf der Arbeit rekapituliert man selten gemeinsam das Wissen und Bulimielernen für ne Klausur konnte ich nie wirklich (hab mir den Kram einmal durchgelesen, ne mittelmäßige Note geschrieben, fertig. Wenn es Material war, das in Übungen wirklich benutzt wurde, war's besser - in meiner Abiklausur habe ich eine physikalische Formel herleiten müssen, weil ich sie nie gemerkt hatte. Das Herleitungskonzept beherrschte ich jedoch so gut, dass ich die Aufgabe schneller abschloss als einige der anderen, die die Formel kannten).

      Tragisch ist es, dass ich immer und immer wieder Personen verwechsle. Weder kann ich mir die Person als Person gut merken, noch das Gesicht als Bild. Wenn also Personen im Bereich der für mich gedächtnisrelevanten Eigenschaften ähnlich sind, bringe ich sie durcheinander. Das Trifft natürlich vor allem auf, wenn ich sie nur flüchtig kenne. Derzeit versuche ich Handlungen zweier Frauen die ich in der selben Situation im Abstand weniger Tage erstmalig getroffen habe, auseinanderzudröseln, von denen eine mir wohl positiv gesonnen ist, die andere mich eher nicht mag. Nebeneinandergestellt sehen die beiden sich nur entfernt ähnlich, ich habe im Erstkontakt aber ähnliche Eigenschaften als Erkennungsrelevant eingespeichert.

      Im Vergleich mit Erinnerungen anderer Personen fällt mir immer und immer wieder auf, dass diese auch bei einem guten Gedächtnis eher Vage Sachinformationen haben und eher "Beziehungsinformationen" und "Gefühlsinformationen" speichern, daraus und aus unvollständigen Sachinformationen dann halbgare Ereignis- und Sachinformationen ableiten, die sie dann als neue Erinnerung als Wahrheit ansehen und mit neuen Details versehen.
    • Als Kind und junge Erwachsene hatte ich ein sehr gutes Gedächtnis. Aber es hat ziemlich nachgelassen. Heute erinnert mich mein Gedächtnis eher an Schweizer Käse, und ich habe Mühe, mir mal etwas einzuprägen. Es geht nicht mehr so nebenbei wie früher, sondern ich muss mich wirklich darauf konzentrieren und auch Interesse daran haben, sonst bleibt nichts hängen.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Ich kann mir extrem gut Zahlen und Fakten merken (sog. Semantisches Gedächtnis). Ich weiß sogar noch die Telefonnummern von Schulfreunden von vor 40 Jahren. Bei allem, was mit Statistiken zu tun hat, bin ich mit Leidenschaft dabei und speichere jede Zahl ab wie ein Schwamm.

      Was meine Biografie anbetrifft (Episodisches Gedächtnis), so weiß ich seit ca. dem 3. Lebensjahr bis heute noch ziemlich genau, was in jedem einzelnen Lebensjahr passiert ist. Bei meinem Kurzzeitgedächtnis hingegen ist mir nie irgendwas Bemerkenswertes aufgefallen, von daher dürfte das durchschnittlich sein.
      "Ich würde nie einem Club beitreten, der bereit wäre, jemanden wie mich als Mitglied aufzunehmen" (Groucho Marx) “Sich zu akzeptieren als den, der man ist, ohne etwas anderes sein zu wollen - das ist Freiheit“ (Ramesh Balsekar)
    • Mein Langzeitgedächtnis ist leider ziemlich schlecht. Mich ärgert das, weil ich mir viele Sachen, die mich eigentlich interessieren, nicht gut merken kann. Meine Allgemeinbildung ist daher auch total schlecht, obwohl mich fast alle Bereiche im Grunde interessieren.

      Ich habe auch das Gefühl, dass sich mein Gedächtnis in den letzten 10-15 Jahren, eventuell durch diverse längere Depressionen oder einfach nur Alltagsstress, nochmal sehr verschlechtert hat. Zwischenzeitlich hatte ich sogar Angst, ich könnte Alzheimer oder sowas haben.

      Das einzige, was ich mir anscheinend gut merken kann, sind Vokabeln und noch mehr die Rechtschreibung. Obwohl ich z. B. nur zwei Jahre Französisch in der Schule hatte, das schon ewig her ist und ich die Sprache seither praktisch nie mehr genutzt habe, merke ich meist sofort, wenn mein Freund auf Französisch was falsch schreibt (er spricht fast fließend, aber seine Rechtschreibung hat Schwächen).

      An Zahlen kann ich mir Telefonnummern noch ganz gut merken, aber z. B. gar keine Jahreszahlen. Man kann mir 20 berühmte Persönlichkeiten nennen und ich würde wahrscheinlich nicht mal bei 5 davon das richtige Jahrhundert wissen, wann die gelebt haben :(

      Ich habe mich eine Zeitlang mit Gedächtnis-Techniken beschäftigt und einige davon funktionieren ja auch wirklich gut. Leider brauchen sie aber Zeit und Vorbereitung, und die fehlt mir im Alltag dann doch wieder, so dass ich es zu selten anwende.
    • Sandgirl wrote:

      Aber ich habe den Vorteil: ich kann etwas innerhalb von 10-45 Minuten auswendig lernen und weiß dass dann fehlerfrei, teilweise wenn ich in dem Stoff drin bin muss ich auch gar nicht lernen um eine 1 abzugreifen, während andere locker 2 Stunden davor sitzen weil es einfach eine Menge ist, ich lerne sehr schnell auswendig.
      Ja, so ging es mir früher in der Schule auch. Wenn Klassenarbeiten anstanden hab ich sehr oft erst an dem Morgen an dem die Arbeit geschrieben wurde angefangen zu lernen. Sich Tage vorher hinzusetzen gab es bei mir nie. Ich wusste dann meistens alles auswendig - habe es dann nach der geschriebenen Arbeit aber auch wieder vergessen. Es hat gereicht um es in dem Zeitraum im Kopf zu behalten.
    • Ich bin da auch eher von der Sorte super Langzeitgedächtnis und schlechteres Kurzzeitgedächtnis. In einem psych. Test habe ich Wörterketten nur schlecht wiedergeben können, doch nach längeren Zeitabständen war das Ergebnis der erinnerten Worte viel besser. D.h. ich speichere es zwar sofort ab, kann es aber nicht zeitnah wieder abrufen, da muss schon ein Weilchen vergehen :nod:

      Ansonsten sind Ereignisse, die teils Jahrzehnte zurückliegen, noch ebenso gut abrufbar, als wären sie gestern erst passiert. Natürlich geht das nicht mit allen Ereignissen (oder Gott sei Dank) ;)
      ~ Erst wenn Du einen Anderen so annehmen kannst wie er von Natur aus ist, ist er frei geworden, sich von dort an aufzumachen, derjenige zu werden und zu sein, dessen er befähigt ist ~
    • Bei mir ist es sehr unterschiedlich. Ich kann z.b. einen Film sehen und 5 Minuten später weiß ich nicht mehr, was ich überhaupt gesehen habe, kann aber die Telefonnummern meiner alten Schulfreunde noch auswendig. Dann gibt es Telefonnummern, die versuche ich mir schon seit Jahren zu merken, geht aber nicht. Keine Ahnung, womit das zusammenhängt. Generell würde ich aber sagen, Langzeitgedächtnis nicht überragend, aber recht gut. Kurzzeitgedächtnis absolut mies.
    • Sandgirl wrote:

      Kann mich an nahezu alles erinnern was ich mal erlebt habe, sogar an Einzelheiten wie Sätze die da gesprochen wurden oder das Aussehen des Raumes/der Umgebung erinnern. Es macht unglaublichen Spaß das den Leuten aus der Familie oder im Bekanntenkreis zu erzählen, wenn wir das gemeinsam erlebt haben. Meine Freundin - ebenfalls Autistin (aber nicht Kanner und auch nicht Asperger-Syndrom, weiß nicht genau welches), kann das auch, aber bei ihr ist es noch eine Stufe krasser - sie kann das genaue Datum zu dem Erlebnis benennen. Beispielsweise: "Wisst ihr noch? Am 23.03.2010 waren wir in Belantis und haben dort dies und das gemacht und das und das hast du da gesagt." Ich finde das total beeindruckend.
      Ich auch. Aber so detailliert kann ich das leider nicht.

      Windtänzerin wrote:

      An den Inhalt von Büchern, Filmen und Serien erinnere ich mich auch nach vielen Jahren sehr gut, aber auch nur, wenn ich sie mit Interesse gelesen, bzw. gesehen habe.
      Das ist bei mir ähnlich, funktioniert aber nicht hundertprozentig. Gelegentlich bin ich doch überrascht, wenn ich einen Film oder eine Serie nach längerer Zeit wiedersehe, dass sich der genaue Wortlaut doch geringfügig von dem unterscheidet, was ich im Gedächtnis abgespeichert hatte.
      Ansonsten ist es aber so, dass ich Bücher auch gerne mehrfach lese oder Filme/Serien auch wiederholt anschaue. Da finde ich es eigentlich ganz normal, dass dann vieles im Gedächtnis bleibt, ohne bewusst auswendig gelernt worden zu sein.
      Dabei wird offenbar auch Information mit abgespeichert, die eigentlich gar nicht wichtig ist. Vor kurzem sprach ich zum Beispiel mit meiner Schwester über Karl May, den sie als Kind sehr gerne gelesen hatte. Sie sagte, sie hätte es immer als sehr schade empfunden, dass Winnetou im ersten Band auf den ersten hundert Seiten gar nicht vorgekommen sei. Ich widersprach ihr und behauptete, dass Winnetou ganz bestimmt seinen ersten Auftritt vor Seite 80 hätte. Wir haben nachgeguckt. In der Ausgabe, die sie auch als Kind gelesen hatte, kommt Winnetou zum ersten Mal auf Seite 74 vor.
      Mit einem "fotografischen" Gedächtnis hat es aber wohl nichts zu tun. Eine Abbildung kann ich mir nur schwer einprägen. Eher Informationen, die linear oder tabellarisch dargestellt sind.
      Da ist es auch egal, ob es als fortlaufender Text aufgeschrieben ist, oder akustisch abgespeichert ist (Tonspur eines Films o.ä.).

      Bhai wrote:

      Bei allem, was mit Statistiken zu tun hat, bin ich mit Leidenschaft dabei und speichere jede Zahl ab wie ein Schwamm.
      Das kann ich von mir auch behaupten. Ich interessiere mich auch sehr für die statistischen Zusammenhänge zwischen den Daten.
      Den Vergleich mit dem Schwamm finde ich aber etwas kurios. Ich wusste gar nicht, dass Schwämme als Datenspeicher so gut geeignet sind. :d

      TalkativeP wrote:

      Bei mir hängt es sehr stark davon ab, ob mich etwas in irgendeiner Form interessiert. Diese Dinge kann ich mir problemlos merken. Alles andere eher nicht.
      Das ist bei mir auch so. Insbesondere natürlich bei den Spezialinteressen. Das wirkt dann auf andere eher sonderbar, wenn man alte Fußballtabellen auswendig kann oder die Erklärungen zur türkischen Grammatik aus dem Buch fast wörtlich wiedergeben kann, ist aber letztlich nur die Folge von ausgiebiger Beschäftigung mit dem jeweiligen Thema.
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)
    • Bhai wrote:

      Ich kann mir extrem gut Zahlen und Fakten merken (sog. Semantisches Gedächtnis). Ich weiß sogar noch die Telefonnummern von Schulfreunden von vor 40 Jahren. Bei allem, was mit Statistiken zu tun hat, bin ich mit Leidenschaft dabei und speichere jede Zahl ab wie ein Schwamm.

      Was meine Biografie anbetrifft (Episodisches Gedächtnis), so weiß ich seit ca. dem 3. Lebensjahr bis heute noch ziemlich genau, was in jedem einzelnen Lebensjahr passiert ist. Bei meinem Kurzzeitgedächtnis hingegen ist mir nie irgendwas Bemerkenswertes aufgefallen, von daher dürfte das durchschnittlich sein.
      Ist bei mir aehnlich, nur dass meine Schulzeit keine 40 Jahre zurueckliegt :d

      Interessanterweise habe ich aber ein ganz mieses Gedaechtnis, wenn es um verbale Informationen geht.
      Wenn mir jemand was sagt, dann merke ich mir in der Regel den Inhalt, aber nicht den Wortlaut.
      Daher kann ich mir auch nur sehr schwer sowas wie Songtexte oder Filmzitate merken.

      Und ich habe eine massive Schwaeche, was Filme und Buecher betrifft. Da weiss ich nicht, womit das zusammenhaengt. Aber ich kann Buecher 10mal lesen und es ist jedesmal voellig neu und unerwartet, was da passiert.
      Dafuer kann ich Pi auf 50 Nachkommastellen und son Unsinn. Mein Gehirn hat da offensichtlich merkwuerdige Prioritaeten :d