Stress: Körperliche Reaktionen und Bewältigungsstrategien

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    • Stress: Körperliche Reaktionen und Bewältigungsstrategien

      In den letzten paar Monaten habe ich für meine Verhältnisse viel Stress und wenig wirklich freie Zeit am Stück. Und ich scheine auf den Stress recht stark körperlich zu reagieren:
      An manchen Tagen habe ich ständig einen erhöhten Puls, neige zu Hyperventilation und habe so eine undefinierbare Angst und ein Unwohlsein in mir. Mein Blutdruck ist auch erhöht, lt. einem Handgelenks-Messgerät ca. 150/100 (Im Normalfall habe ich etwa die Idealwerte von 120/80).
      Ich kann mich fast nie wirklich entspannen, und fange schon an wichtige Dinge (Bachelorarbeit und Lernen fürs Studium) nach hinten zu schieben um wenigstens etwas Zeit für mich zu haben.


      Und meine Strategien die bislang gut geklappt haben reichen mir mittlerweile nicht mehr aus:


      Sport hat mir bislang immer sehr gut geholfen. Insbesondere im Fitnessstudio kann ich den Stress ausblenden, und bis vor ein paar Monaten hat die Wirkung auch ein paar Tage angehalten.
      Inzwischen kommt der Stress aber schon wenige Stunden nach dem Sport wieder zurück; und oft bin ich so fertig dass ich gar nicht mehr zum Sport gehen will und lieber vor mich hin grüble.
      Meistens zwinge ich mich dann aber dazu Sport zu machen, ich weiß nämlich dass dabei der Stress von mir abfällt und ich mich wenigstens für ein paar Stunden entspannen kann. Außerdem schlafe ich viel besser wenn ich ausgearbeitet bin.


      Und bei leichterem Stress hilft bei mir Tiefendruck/Deep Pressure wunderbar: Ich lege mein Sand-Kissen auf mich drauf und kann mich binnen weniger Minuten völlig entspannen.
      Bei stärkerem Stress wie ich ihn aktuell habe bringt das Kissen leider wenig. Die Anspannung geht nicht wirklich weg, ich spüre den Tiefendruck gar nicht richtig und kann mich nicht darauf einlassen.
      Vielleicht würde stärkerer Druck helfen; ich habe aber nichts um es ausprobieren zu können:

      Eine schwere Decke wird zu schwer um sie überhaupt bewegen zu können. Das Kissen wiegt schon 50 kg, und die Decke liegt auf einer viel größeren Fläche auf. Wahrscheinlich müsste so eine Decke über 150 kg wiegen...
      Vor einer Weile ist mir mal mein Bruder auf dem Rücken rumgelaufen (nach Ashiatsu-Art ;) ), das fand ich sehr entspannend und danach habe ich richtig gut geschlafen. Ob mir das auch bei Stress hilft konnte ich noch nicht ausprobieren weil ich ihn nicht oft treffe und es mir etwas unangenehm ist ihn darum zu bitten.
      Und von meinem Bruder abgesehen kenne ich niemanden so gut dass ich ihn sowas fragen würde.

      Die aufblasbaren Westen (Squease & Co.) werden sicher nicht so viel Druck liefern, allein schon damit sich niemand in einem Anfall von selbstverletzendem Verhalten erdrücken kann ;) .
      Außerdem befürchte ich bei Tiefendruck dass ich mich auf Dauer daran gewöhne; dann wirkt der Druck fast gar nicht mehr. Das Sand-Kissen habe ich seit vier Jahren und spüre diesen Effekt schon deutlich.


      Viel Schlaf hilft mir auch etwas, sofern ich denn schlafen kann. Insbesondere wenn ich am nächsten Tag um 6 Uhr aufstehen muss bin ich oft am Abend vorher schon nervös, kann kaum einschlafen und schlafe nur 3-5 Stunden.
      Mich früh hinzulegen hilft nicht, dann bin ich noch nicht müde genug, fange zu grübeln an und schlafe noch später ein.


      Über Weihnachten werde ich gut zwei Wochen frei haben, ich hoffe dass ich mich da etwas erholen kann.
      Kennt jemand gute Stress-Bewältigungsstrategien und/oder hat jemand ähnliche Probleme?
    • Also ich kenne das sehr gut, habe aber noch keine ultimative Lösung. Gegen Bluthochdruck und Anspannung nehme ich Medikamente (Betablocker und Opipramol). Ansonsten habe ich meine Arbeitszeit reduziert (4-Tage-Woche) und versuche, immer wieder entspannende Dinge zu machen. Tiefendruck kommt auch zur Anwendung und verschafft mir wieder etwas Energie.

      Wahrscheinlich musst du im Lauf der Zeit ein Gleichgewicht finden zwischen Arbeit und Entspannung. Sport ist auf jeden Fall gut (mach ich selber zwar nicht, denke aber, dass es für den Ausgleich eine gute Sache ist). Bei dem was dich stresst musst du schauen, ob du davon was weglassen/reduzieren kannst, und wenn nicht, wie du trotzdem besser damit klarkommst. Ich z.B. neige dazu, mir viel unnötigen Stress zu machen, weil ich z.B. bei Terminen in Hektik komme oder versuche, möglichst schnell fertig zu werden, obwohl ich mir mehr Zeit lassen könnte. Also würde es helfen, insgesamt ein bisschen gelassener zu werden.

      Ich habe mal den Tipp bekommen, Achtsamkeitstraining zu machen, habe aber noch nicht damit begonnen. Da gibt es Kurse, die man machen kann, aber für's erste wäre das mehr Stress, weil man zu den Kursen ja hingehen muss. Würde sich vielleicht langfristig positiv auswirken.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Gegen Bluthochdruck und Anspannung nehme ich Medikamente (Betablocker und Opipramol).
      Könnte man das nicht auch ohne Medikamente in den Griff kriegen? Zum Beispiel durch Sport und gesunde Ernährung?
      「人上人不造」 All Men Are Created Equal

      It's simple. There are no guarantees. I have to trust in luck. That is all.
    • ich spüre Stress auch körperlich. Manchmal spüre ich so eine Abgeschlagenheit und brauche dringend Ruhe. Bei großem Stress sogar Übelkeit oder Durchfall und Appetitlosigkeit. Ich hatte schon immer mit psychosomatischen Störungen zu kämpfen gerade wenn ich aufgeregt bin oder längerem/großen Stress. Ich kann da meist nix essen oder nur sehr wenig. Ich bekomme da einfach nix runter, geht es da auch jemanden so? Später wenn sich mein Körper dann fast erholt hat dann habe ich Hunger aber vorher nicht. Ich mache schon Entspannungsübungen. Oder auch Sport aber eher unregelmäßig. Mein Körper ist eben auch sehr sensibel, liegt wohl am Nervenkostüm.
    • Hallo 65536,

      das kenne ich auch, also das Gefühl dass ich Dauerstress habe bzw. vom Stress nicht runter komme. Aktuell überlege ich auch, mir eine schwere Decke zu basteln, brauche dabei aber Hilfe weil ich keinen Schimmer habe wie ich die basteln soll, eine Psychologin ist aber bereit mir dabei zu helfen. :) Wenn ich starken Stress habe, hilft es mir teilweise einen Kühlakku in den Nacken zu legen und dabei versuche ich die Augen zuzumachen und alle Gedanken aus dem Kopf rauszuschicken. Weiß nicht wie ich letzteres beschreiben soll. Bei jedem Atemzug weicht ein Gedanke mehr aus dem Kopf. Der Grund warum das funktioniert: im Nacken ist irgendein Nerv und wenn der durch Kälte gereizt wird, sorgt der Nerv dafür dass man ruhiger wird oder wenn er es ist der ein nervös macht wird er dadurch ein bisschen beruhigt und reagiert weniger stark, ich weiß jetzt nicht so genau was die Ursache dafür ist dass es funktioniert, aber bei mir hilft es in den meisten Fällen. Eigentlich wurde mir das gegen Panikattacken empfohlen, aber ich habe es auch schon mal gemacht um von Extremstress runterzukommen. Du kannst auch versuchen vor dem Schlafen gehen noch mal einen ausgedehnten Spaziergang zu machen, nicht schnell, ganz entspannt. Durch die frische Luft entspannt man sich ein bisschen. Tagebuch würde ich normalerweise auch empfehlen, vielleicht hilft es dir alles noch mal dir von der Seele zu schreiben, es kann aber auch sagen dass du dann noch mehr grübelst. Andere Ideen habe ich gegen Stress leider auch nicht, schlafen ist aber eigentlich am wichtigsten - wenn man zu wenig Schlaf hat kann das auch zu Stress führen, was sich dann auch körperlich äußert. Also am allerwichtigsten ist wirklich dass du zu Schlaf kommst, nimm im Notfall Schlafmittel wie Baldrian (ist nicht so heftig, aber vielleicht hilft es dir trotzdem) Oder eine warme Milch mit Honig falls du das magst und du das noch nicht ausprobiert hast, auf keinen Fall irgendwie Roiboos/Schwarzen Tee oder Kaffee trinken vor dem Schlafen, das putscht unglaublich auf.

      Ich hoffe für dich, dass es dir bald wieder besser geht.
      Sandgirl
    • Accelerator wrote:

      Shenya wrote:

      Gegen Bluthochdruck und Anspannung nehme ich Medikamente (Betablocker und Opipramol).
      Könnte man das nicht auch ohne Medikamente in den Griff kriegen? Zum Beispiel durch Sport und gesunde Ernährung?
      Die Ernährung spielt bei mir keine Rolle, im Ruhezustand ist mein Blutdruck nämlich ganz normal, nur bei Stress geht er hoch, gleich wie bei 65536. Außerdem kann ich wegen einer rheumatischen Krankheit keinen richtigen Sport machen. Spaziergänge mache ich.
      Aber es geht hier nicht um mich, sondern um Tipps für 65536.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Ich entnehme dem, dass Du mit Deinem Stress auf eine ungesunde Art und Weise umzugehen beginnst: statt wie vorher eine Pause zu machen, willst Du "durcharbeiten". Dabei sind die körperlichen Symptome schlicht und einfach ein Weg Deines Körpers, Dir zu zeigen, dass Pause sein MUSS. Also: pfeif auf die vermeintlich wichtigen Ziele und mach Dich nicht kaputt.
    • Ich gehe gern Schwimmen. Ich glaube, durch das Wasser und den Druck und das Streichen am ganzen Körper werde ich entspannt. Es funktioniert aber nur, weil ich es schon oft gemacht habe. Das Drumherum, Umziehen, föhnen usw. ist nicht so stressig, weil ich alles immer gleich mache. Und natürlich allein. Sonst würde glaube ich das die Entspannung wieder vernichten.
    • ist es bei euch auch so wenn ihr inneren Stress habt zb wenn es zu laut und zu hektisch zugeht, das ihr die körperlichen Symptome auch spürt? Ich leide ja unter Reizüberflutung und dann wenn es permanent laut ist dann spüre ich Übelkeit und den Drang einen ruhigen Ort aufzusuchen weil ich dann kurz davor stehe das mein Kreislauf schlapp macht. Danach gehts etwas aber ich kann dann auch in der Situation nix essen,mir ist dann einfach nur flau und mir wird alles zu viel und muss später auch aus der Situation raus.
    • Shenya wrote:

      Ansonsten habe ich meine Arbeitszeit reduziert (4-Tage-Woche) und versuche, immer wieder entspannende Dinge zu machen.

      Im Studium habe ich zwar nicht so viel Zeit in der ich außer Haus bin und in diesem Semester einen Tag frei, wenn ich grob zusammenrechne komme ich auf 26h/Woche. Fahrzeiten habe ich da eingerechnet weil sie für mich auch Stress sind.

      Allerdings gibt's halt viel nebenbei zu tun: Bachelorarbeit schreiben, Vorbereitung für Praktika, eigentlich sollte man auch noch Vorlesungen daheim vor- und nachbereiten, usw. Insgesamt fand ich das Praxissemester deutlich entspannender, da habe ich 35h/Woche gearbeitet und Feierabende + Wochenenden waren wirklich frei.

      Mit den Hausarbeiten komme ich leicht in einen Teufelskreis: Ich mache die nicht unbedingt nötigen Sachen gar nicht und schiebe Wichtiges hinaus weil ich daheim einfach Zeit zum Entspannen brauche. Dann komme ich irgendwann in Termindruck, bekomme noch mehr Stress und habe noch weniger Lust und Energie die Sachen zu erledigen.

      Shenya wrote:

      Ich z.B. neige dazu, mir viel unnötigen Stress zu machen, weil ich z.B. bei Terminen in Hektik komme oder versuche, möglichst schnell fertig zu werden, obwohl ich mir mehr Zeit lassen könnte. Also würde es helfen, insgesamt ein bisschen gelassener zu werden.
      Da hast du wohl Recht. Auch hier wirkt bei mir dieser Teufelskreis - je gereizter ich bin desto mehr belasten mich Kleinigkeiten.

      Im Moment regt mich sogar schon Fahren auf, das einzige Verkehrsmittel mit dem ich derzeit gern unterwegs bin ist das Fahrrad.
      Auto fahre ich unter Stress nicht gern, da wird meine Motorik nämlich schlechter als sonst, ich mache kleine Fehler (nix wirklich Gefährliches, sondern z.B. mal den Motor abwürgen) und rege mich dann über mich selbst auf weil ich nicht mal mehr vernünftig Auto fahren kann. Außerdem nervt mich Stau.
      Mit der Bahn fahre ich auch nicht gern, die hat gern mal Verspätung so dass ich zu spät an der Hochschule ankomme; und ich hasse es in eine Vorlesung reinzuplatzen. Außerdem nervt es mich dass da ständig Fahrkarten kontrolliert werden, damit werde ich immer zu ungewisser Zeit aus meiner Beschäftigung (mit dem Smartphone im Internet surfen) gerissen.


      Lemon83 wrote:

      ich spüre Stress auch körperlich. Manchmal spüre ich so eine Abgeschlagenheit und brauche dringend Ruhe. Bei großem Stress sogar Übelkeit oder Durchfall und Appetitlosigkeit. Ich hatte schon immer mit psychosomatischen Störungen zu kämpfen gerade wenn ich aufgeregt bin oder längerem/großen Stress. Ich kann da meist nix essen oder nur sehr wenig. Ich bekomme da einfach nix runter, geht es da auch jemanden so?

      Ja, ich kenne das alles auch, Durchfall habe ich aber nur selten. Es ist ganz normal dass die Verdauung bei Stress Probleme macht, die Stresshormone sorgen dafür dass das Verdauungssystem nur noch auf Sparflamme läuft. Somit steht mehr Energie für die Muskeln zur Verfügung, das Ganze ist auch als Fight or Flight (Kampf oder Flucht)-Reaktion bekannt.

      Leider ist der Körper sehr auf Extremsituationen und Stress ausgelegt, viel zu sehr für die heutige Welt. Die Stresshormone sorgen dafür dass der Körper kurzzeitig leistungsfähiger wird und seine Belastungsgrenze überschreiten kann.
      In der heutigen Welt ist die körperliche Leistungsfähigkeit meistens total unnütz; da schadet diese Reaktion nur. Ich war echt schockiert als ich mal gelesen habe welche Langzeitfolgen Dauerstress haben kann (Magengeschwüre, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, usw.) :roll: .


      Sandgirl wrote:

      Aktuell überlege ich auch, mir eine schwere Decke zu basteln, brauche dabei aber Hilfe weil ich keinen Schimmer habe wie ich die basteln soll, eine Psychologin ist aber bereit mir dabei zu helfen.
      Da könnte ich dir auch ein paar Tipps geben ;) .
      Ich nutze seit ca. 4 Jahren regelmäßig Tiefendruck, und ich muss sagen dass es mich auf jeden Fall zum Positiven verändert hat. Ich bin schon viel weniger reizbar als früher, und deutlich unempfindlicher gegen Berührungen bin ich auch geworden.

      Ein Problem bei Tiefendruck ist aber dass man sich daran gewöhnt und die beruhigende Wirkung auf Dauer schwächer wird. Zum Teil kann man das durch stärkeren Druck wieder ausgleichen, aber irgendwann erreicht man natürlich den Punkt an dem mehr Druck unangenehm oder unpraktikabel (siehe mein Eröffnungsbeitrag) wird.


      Sandgirl wrote:

      Ich hoffe für dich, dass es dir bald wieder besser geht.
      Danke! Ich hoffe und vermute das auch, dazu gleich mehr.

      Shenya wrote:

      Außerdem kann ich wegen einer rheumatischen Krankheit keinen richtigen Sport machen.
      Bei mir ist's genau umgekehrt: Ich habe Asthma und werde darum wenn's irgendwie geht vermeiden Betablocker zu nehmen, kann ansonsten aber ohne Einschränkungen Sport machen.


      shnoing wrote:

      Ich entnehme dem, dass Du mit Deinem Stress auf eine ungesunde Art und Weise umzugehen beginnst: statt wie vorher eine Pause zu machen, willst Du "durcharbeiten". Dabei sind die körperlichen Symptome schlicht und einfach ein Weg Deines Körpers, Dir zu zeigen, dass Pause sein MUSS. Also: pfeif auf die vermeintlich wichtigen Ziele und mach Dich nicht kaputt.
      Auf Dauer hast du sicherlich Recht, derzeit bin ich etwa an dem Punkt wo ich mich in der Arbeit krank schreiben lassen würde.

      Aber ich denke dass ich das derzeitige Studium durchziehen sollte, bis März 2016 muss ich nur noch zwei Prüfungen und die Bachelorarbeit schreiben und habe dann meinen Abschluss; und nach Weihnachten sind eh die meisten Vorlesungen schon vorbei und ich habe mehr Zeit für mich. Längerfristig würde ich das aber weder durchhalten können noch wollen.
      Ich habe schon noch vor ein anschließendes Master-Studium zu machen und werde mich dafür auch gleich einschreiben, wenn's mir im März nicht besser geht könnte ich aber auch das erste Semester komplett freinehmen und hätte dann bis Oktober frei.


      Lemon83 wrote:

      ist es bei euch auch so wenn ihr inneren Stress habt zb wenn es zu laut und zu hektisch zugeht, das ihr die körperlichen Symptome auch spürt? Ich leide ja unter Reizüberflutung und dann wenn es permanent laut ist dann spüre ich Übelkeit und den Drang einen ruhigen Ort aufzusuchen weil ich dann kurz davor stehe das mein Kreislauf schlapp macht.
      Ja, ist bei mir auch so. Ich versuche in den letzten Jahren aber solche Situationen zu vermeiden.
      Am schlimmsten finde ich überfüllte Geschäfte und Einkaufsstraßen; ich gehe immer unter der Woche einkaufen und war schon seit Jahren nicht mehr am Samstag in der Stadt.
      Unterwegs nehme ich gern Kopfhörer und höre Musik, das hält das Gequassel der vielen Leute von mir fern.
    • @65536
      Ohne jetzt pessimistisch sein zu wollen: Bis März 2016 ist es noch relativ lang hin und gerade die BA Arbeit könnte nochmal ziemlich anstrengend werden.

      Ich kenne deine Situation aus eigenem Erleben, insofern Antwort auf eine deiner Eingangsfragen: Ich hatte ähnliche Probleme, das mit dem Tiefendruck kenne ich allerdings gar nicht.

      Es kommt darauf an, wer schneller ist, du oder deine körperlichen Reaktionen auf diesen permanenten Stress. Meine Bewältigungsstrategie war gegen Ende des Studiums dann nur noch Durchhalten, in der Arbeit war ich damals sogar drei Wochen lang krankgeschrieben, für Sport oder sonstwas hatte ich keinerlei Energie mehr übrig, obwohl das eine Zeitlang ebenfalls geholfen hatte. Leider hatte ich dank meiner Prokrastinationsneigung auch überhaupt keine Zeit mehr dafür. Sport, Krankschreibung und damit mehr Zeit fürs Studium, Durchhalten und Ablenkung/Abschottung (Musik) als Strategien haben für den BA Abschluss gereicht. Danach hatte ich mich ein halbes Jahr erholt. Jetzt bin ich im MA Studium und leider reichten diese Strategie vor ein paar Monaten dann nicht mehr.

      Du hast danach gefragt, ob jemand gute Bewältigungsstrategien kennt. Bis zu meinem Zusammenbruch hätte ich gesagt, ja, das sind gute Strategien. Ich bin mir jetzt nicht mehr so sicher, ob der Teil mit dem Durchhalten eine gute Strategie ist. Überlegung: Vielleicht hält man einfach nur ein gewisses Maß an Stress aus (interindividuell natürlich unterschiedlich), aber wenn man diese Grenze überschritten hat, dann schafft man hinterher nie mehr ein so hohes Stresslevel, weil der Körper sich dagegen wehrt?

      Vielleicht liegt es aber auch nur am Alter.
      Ich stimme shnoing zu: Mach dich nicht kaputt.
      21 is only half of the answer.
    • @65536

      ich war gestern auf einer Feier, Hätte ich gewusst wie hektisch das dort zugeht wäre ich erst gar nicht gekommen. Werde ich auch nie wieder. Genauso diese Schlappheit hatte ich gestern auch den ganzen Tag. Müde, abgeschlagen, Drang nach Ruhe. Ich war mit die erste die ging. ich bebte am ganzen Körper und weinte dann auch unterwegs weil das zu viel war für mich. Zu viel auf einmal.

      ich hoffe nicht das ich mal Geschwüre bekomme oder Herzprobleme :(
    • Ich reagiere mit Migräne-Attacken, Rücken-/Nackenverspannungen und Angst/Panikattacken auf zu viel Stress (neben den "üblichen" Symptomen wie Müdigkeit, Anspannug, Reizüberflutung etc.).

      Leider habe ich bisher nichts gefunden, was mich davor beschützt, außer drastische Stressreduktion und ganz viel Schlaf (was mit Kindern nicht so einfach ist....).
      Panikattacken kann ich schon mal durch Sport (Laufen) verhindern, aber nur zeitweise. Außerdem muss ich dann in dem entsprechenden Zeitpunkt auch die Möglichkeit dazu haben, das ist ja nicht immer so.
      Im Studium hatte ich mir damals den Stundenplan so gelegt, dass ich möglichst nur 3 Unitage/Woche habe und nie eine Vorlesung um 8. sondern frühestens um 10, damit ich genug schlafen kann.

      Ich wollte mir endlich mal eine Gewichtsdecke nähen, das ist zum Entspannen sicher gut für mich.
    • Was, die Bachelorarbeit schreibt man nebenbei, beim normalen Studiumsbetrieb?
      Ich hätte das so lange wie möglich rausgeschoben, sprich bis nach Ende der Vorlesungen/Prüfungen.
      Bei mir war das ohnehin so vorgesehen und ich habe mir sogar noch 2 Monate extra erkauft, indem ich die Arbeit einfach erst 2 Monate nach Beginn offiziell angemeldet habe.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • SD_Aspie wrote:

      Ich hatte ähnliche Probleme, das mit dem Tiefendruck kenne ich allerdings gar nicht.
      Der Tiefendruck hilft auch längst nicht bei jedem Autisten; einige bekommen sogar schon bei der Vorstellung etwas Schweres auf sich liegen zu haben Panik.
      Ich mochte solchen Druck schon immer, konnte mir das aber nicht eklären bis ich mal im Internet auf das Thema gestoßen bin ;) .

      Lemon83 wrote:

      ich war gestern auf einer Feier, Hätte ich gewusst wie hektisch das dort zugeht wäre ich erst gar nicht gekommen. Werde ich auch nie wieder. Genauso diese Schlappheit hatte ich gestern auch den ganzen Tag. Müde, abgeschlagen, Drang nach Ruhe. Ich war mit die erste die ging. ich bebte am ganzen Körper und weinte dann auch unterwegs weil das zu viel war für mich. Zu viel auf einmal.
      Dieses Jahr komme ich glücklicherweise um alle Weihnachtsfeiern herum: In der Firma in der ich Bachelorarbeit schreibe erwartet niemand dass ich komme (bin eh nur einen Tag die Woche da), im Studium gibt's keine und daheim verbringe ich Weihnachten bei meinen Eltern (bei denen ich eh wohne).

      Lalalalalila wrote:

      Im Studium hatte ich mir damals den Stundenplan so gelegt, dass ich möglichst nur 3 Unitage/Woche habe und nie eine Vorlesung um 8. sondern frühestens um 10, damit ich genug schlafen kann.
      Das geht bei mir leider nicht, der Stundenplan ist fest und ich muss an zwei Tagen um 8 Uhr da sein.
      Ich könnte höchstens die frühen oder mir nicht in den Zeitplan passenden Vorlesungen immer ausfallen lassen, aber damit verpasse ich zu viel. Der Professor stellt nicht mal anständige Unterrichtsmaterialien zur Verfügung mit denen ich den Stoff daheim lernen könnte.


      Garfield wrote:

      Was, die Bachelorarbeit schreibt man nebenbei, beim normalen Studiumsbetrieb?
      Ich hätte das so lange wie möglich rausgeschoben, sprich bis nach Ende der Vorlesungen/Prüfungen.
      Bei mir war das ohnehin so vorgesehen und ich habe mir sogar noch 2 Monate extra erkauft, indem ich die Arbeit einfach erst 2 Monate nach Beginn offiziell angemeldet habe.
      Ja, das ist im Studienplan so vorgesehen, dementsprechend sind im letzten Semester auch nur noch wenige Vorlesungen.
      Man könnte die Arbeit auch ein Semester später schreiben und damit sein Studium um ein Semester verlängern.

      Ich habe auch schon vor der Anmeldung angefangen und damit über vier Monate mehr Zeit; derzeit bin ich mit dem "wissenschaftlichen" Teil zu ca. drei Vierteln und mit dem Schreiben zu einem Drittel fertig und denke dass ich die Arbeit ohne irgendwelchen Zeitdruck bis Ende März fertig bekomme. Ehrlich gesagt habe ich viel mehr Angst vor dem Vortrag den ich halten muss als vor dem Abgabetermin :roll: .

      Die Firma in der ich die Arbeit schreibe hat mir angeboten früher anzufangen, dann war ich im Sommer in den Semesterferien als Werkstudent beschäftigt (ca. zwei Tage pro Woche) und hatte da Gelegenheit mit der Arbeit anzufangen.
      Ich habe aber nicht damit gerechnet dass mir die Ferien jetzt so fehlen würden.

      Aber wie gesagt, ich denke dass ich den Bachelor noch irgendwie überstehen werde; das Masterstudium lasse ich dann sehr ruhig angehen.
    • Bei dem Vortrag hatte ich mir gesagt, dass ich da eh nicht viel herausholen kann und habe mich voll auf den schriftlichen Teil konzentriert, damit der mit vollen Punkten bewertet wird und im Durchschnitt dann trotzdem noch ein Gut rauskommt. Hat auch geklappt.
      Man kann ja im Vortrag bewußt ein paar Unklarheiten einbauen, dann stürzen sich die Frager hoffentlich genau darauf und auf diese Fragen kann man sich vorbereiten.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • 65536 wrote:



      Lalalalalila wrote:

      Im Studium hatte ich mir damals den Stundenplan so gelegt, dass ich möglichst nur 3 Unitage/Woche habe und nie eine Vorlesung um 8. sondern frühestens um 10, damit ich genug schlafen kann.
      Das geht bei mir leider nicht, der Stundenplan ist fest und ich muss an zwei Tagen um 8 Uhr da sein.Ich könnte höchstens die frühen oder mir nicht in den Zeitplan passenden Vorlesungen immer ausfallen lassen, aber damit verpasse ich zu viel. Der Professor stellt nicht mal anständige Unterrichtsmaterialien zur Verfügung mit denen ich den Stoff daheim lernen könnte.
      Oh, das ist schade. Ich hab noch einen Diplomstudiengang gehabt, da war der Stundenplan zum Glück recht frei zusammenstellbar. Ich hab Vorlesungen auch generell nur besucht, wenn das Skript mist war :d Ansonsten habe ich lieber für mich alleine gelernt, das hat eh besser geklappt.
    • Garfield wrote:

      Bei dem Vortrag hatte ich mir gesagt, dass ich da eh nicht viel herausholen kann und habe mich voll auf den schriftlichen Teil konzentriert, damit der mit vollen Punkten bewertet wird und im Durchschnitt dann trotzdem noch ein Gut rauskommt. Hat auch geklappt.
      Man kann ja im Vortrag bewußt ein paar Unklarheiten einbauen, dann stürzen sich die Frager hoffentlich genau darauf und auf diese Fragen kann man sich vorbereiten.
      Mist, der Vortrag wird auch noch bewertet?! Habe ich gar nicht gewusst. Da muss ich mal in die Bestimmungen von meiner Hochschule schauen wie stark er
      in die Bewertung eingeht; üblich scheinen lt. Google so 20% zu sein.

      Lalalalalila wrote:

      Ansonsten habe ich lieber für mich alleine gelernt, das hat eh besser geklappt.
      Bei mir klappt das nur bei den Themen in denen ich gut bin; da muss ich nicht allzu viel dafür tun und habe dann auch Lust das daheim zu machen.

      Wenn ich aber mindestens die Zeit die ich in der Vorlesung sitzen würde auch daheim lernen müsste dann gehe ich besser in die Vorlesung. Daheim kann ich mich einfach nicht motivieren so viel Zeit mit dem Stoff zu verbringen und fange stattdessen an andere Dinge zu machen :roll: .
    • Bei mir wars jeweils 1/3 (Arbeit, Vortrag, Bewertung durch Betreuer in der Firma).

      Das mit den anderen Dingen, die ständig ablenken, statt lernen kenn ich leider zu gut. Da hilft nur, den ganzen Lernkrempel packen und sich übers Wochenende in eine einsame Berghütte verkriechen, zum Glück haben wir sowas.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.