Werkstatt- WfbM

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    • Werkstatt- WfbM

      Was mich mal interessieren würde- gibt es hier User, die in einer solchen Einrichtung arbeiten?
      Ich habe neulich gelesen, dass über 70 Prozent aller Autisten in einer WfbM arbeiten. Finde ich krass. Das ist bestimmt allermeist vergeudetes Potential..
      Wobei ich finde, dass solche Einrichtungen nicht unbedingt autismustauglich sind.
      Der Leistungsstandart ist dort ja nur herabgesetzt, andere Dinge sind, wie auf dem allg. Arbeitsmarkt genauso ungeeignet für Autisten.
      Wie zb. Lärmbelastung und Gruppenzwang.
      Rot Orange Gelb Grün Blau Violett
    • Rasmuss wrote:

      Was mich mal interessieren würde- gibt es hier User, die in einer solchen Einrichtung arbeiten?
      Ich habe neulich gelesen, dass über 70 Prozent aller Autisten in einer WfbM arbeiten. Finde ich krass. Das ist bestimmt allermeist vergeudetes Potential..

      Die Statistik bezieht sich ja auf alle offiziell diagnostizierten Autisten, auch diejenigen, die nicht in der Lage wären, in einem Forum wie diesem zu schreiben. Der Anteil hier ist sicher wesentlich geringer. Was das vergeudete Potential angeht, stimme ich jedoch voll zu. Ebenso in Bezug auf die Autisten, die arbeitslos oder deutlich unter ihren Qualifikationen und Möglichkeiten beschäftigt sind. Da schätze ich den Anteil hier recht hoch ein.
      Wobei ich finde, dass solche Einrichtungen nicht unbedingt autismustauglich sind.
      Der Leistungsstandart ist dort ja nur herabgesetzt, andere Dinge sind, wie auf dem allg. Arbeitsmarkt genauso ungeeignet für Autisten.
      Wie zb. Lärmbelastung und Gruppenzwang.
      Das sehe ich genauso - in vieler Hinsicht halte ich Werkstätten sogar für besonders ungeeignet für Autisten. Zur Lärmbelästigung kommen meist noch Gruppenbeschäftigung und fehlende Rückzugsmöglichkeiten. Dazu, was die Gruppendynamik betrifft, noch "verschärfte" Bedingungen mit anstrengenden, "schwierigen" Menschen. Oft monotone Arbeit - was entgegen der Klischees für viele Autisten überhaupt nicht passt. Nur "praktische" Arbeit, während Autisten oft eher Theoretiker sind. Ich halte WfbMs für intelligente, eloquente Autisten für völllig "daneben" - im Grunde für einen Ausdruck gesellschaftlichen Versagens. Fast jedem, der dort "gelandet" ist, würde ich raten, zu versuchen, dort wegzukommen, eventuell über einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Rasmuss wrote:

      Ich habe neulich gelesen, dass über 70 Prozent aller Autisten in einer WfbM arbeiten. Finde ich krass. Das ist bestimmt allermeist vergeudetes Potential..
      Wobei ich finde, dass solche Einrichtungen nicht unbedingt autismustauglich sind.

      Diese Passagen habe ich hier auch schon mal wo anders gelesen, jetzt wo ich darüber nachdenke.


      Leonora wrote:


      Die Statistik bezieht sich ja auf alle offiziell diagnostizierten Autisten, auch diejenigen, die nicht in der Lage wären, in einem Forum wie diesem zu schreiben. Der Anteil hier ist sicher wesentlich geringer. Was das vergeudete Potential angeht, stimme ich jedoch voll zu. Ebenso in Bezug auf die Autisten, die arbeitslos oder deutlich unter ihren Qualifikationen und Möglichkeiten beschäftigt sind. Da schätze ich den Anteil hier recht hoch ein.

      So ist es, es bezieht sich auf die Offiziell diagnostizierten Autisten, und vor allem an die , die starke Probleme haben, in ihren Leben und Alltag sich zurecht zu finden.
      Leute wie wir, fallen ja bei der Statistik vollkommen heraus, sodass deswegen die Gesellschaft wegen des Schubladen Denkens, bei uns gar nicht den Autismus vermuten würde.

      Vergeudetes Potenzial ist es aber mal, sie haben zwar Höchstwahrscheinlich in vielen Bereichen Probleme, aber wenn man sich mit denen auseinandersetzen würde, könnte man für sie genau die stelle finden, wo sie am ende scheinen könnten, und sogar noch ein großer Gewinn für die Firma sein könnten, aber da komme ich wieder auf den Punkt mit dem auseinandersetzen, dies macht man leider zu selten, lieber den Problemfall in die nächste Werkstatt abschieben, auch wenn diese vollkommen ungeeignet sein könnte weil auch andere mit anderen Diagnosen dort sind, aber Behindert ist halt Behindert für die Gesellschaft.


      Ich denke, wenn man die Dunkelziffer, also alle Autisten die auch nicht Diagnostiziert worden sind hinzuzählt, dann ist die Masse aller Autisten viel eher Arbeitslos und Bezieher von Hartz4, bei der Eingliederungsvereinbarung des Jobcenters als Standardgemäß mit - Stabilisierung der Psyche gekennzeichnet.


      Leonora wrote:

      Das sehe ich genauso - in vieler Hinsicht halte ich Werkstätten sogar für besonders ungeeignet für Autisten. Zur Lärmbelästigung kommen meist noch Gruppenbeschäftigung und fehlende Rückzugsmöglichkeiten. Dazu, was die Gruppendynamik betrifft, noch "verschärfte" Bedingungen mit anstrengenden, "schwierigen" Menschen. Oft monotone Arbeit - was entgegen der Klischees für viele Autisten überhaupt nicht passt. Nur "praktische" Arbeit, während Autisten oft eher Theoretiker sind. Ich halte WfbMs für intelligente, eloquente Autisten für völllig "daneben" - im Grunde für einen Ausdruck gesellschaftlichen Versagens. Fast jedem, der dort "gelandet" ist, würde ich raten, zu versuchen, dort wegzukommen, eventuell über einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben.

      Genau, das kann ich nur unterschreiben.
      Viel zu großer Lärm, ständige Gruppenarbeiten mit schwierigeren Menschen.
      Monotone Arbeit die einen nach einer Zeit wahnsinnig machen würde, und ganz besonders das sie Praktisch ist.
      Wer der Autismus hat, arbeitet gerne Praktisch? Vorstellen kann ich mir das nicht wirklich.


      Ich muss auch hin zusagen, dass ich einige Leute Privat im RL kenne, die in wfbm´s arbeiten.
      Zwar ist es bei denen die Wfbm´s für Psychische Erkrankungen statt Geistige Behinderungen ( das wird stark getrennt )
      aber die Problematik und die art der Arbeit ist genau dasselbe,es sind genau dieselben Werkstätten nur mit anderen Leuten drin.

      Eine Bekannte von mir ist mittlerweile in einer, ich selbst kann es nicht nachvollziehen warum sie in einer Freiwillig rein gegangen ist.
      Für sie ist die Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt einfach zu anstrengend, auch bei ihr vermutet ich sogar AS, die Anzeichen sind da, und sie selbst hatte den Verdacht auch schon geäußert, ihre Therapeutin allerdings, die sich natürlich mit der Thematik null auskennt, verneint dies natürlich, mittlerweile hat sie aber glaube ich auch wieder eine andere.

      Auch andere Bekannte die ich damals von meiner Maßnahme kennenlernte, sind da rein gegangen, eine von denen war sogar mal in der Vergangenheit Medizinerin und hat ihr Medizin Studium auch absolviert. Bis dann die Krankheit, bei ihr Schizophrenie durchbrach, und sie nun den glauben zu Gott gefunden hat, und den Weg in einer wfbm. Ich weiß, Schizophrenie und glauben zu Gott, das ist auch wieder ein Klischee aber hierbei stimmt es leider, kann aber nicht verstehen wie Leute sich ihre Chancen im Leben sich so sehr verspielen, es wird ihnen schön geredet und von den Betreuern schmackhaft gemacht.

      Ich hatte auch mal eine Betreuerin und mir hatte man auch versucht es schmackhaft zumachen, irgendwann habe ich diese Betreuung gekündigt weil ich keine Lust mehr auf die hatte. Ich finde irgendwie, der Mensch hat sich aufgegeben wenn er diese letzte Möglichkeit in Betracht zieht, auch kommen diese Leute meistens nicht da raus wenn sie einmal da drin sind, einfach nur weil sie sich zu sehr daran gewöhnt haben, an die Abläufe.

      Ist für mich ein klares NO-GO, aber das konnte ich meiner Bekannten nicht sagen, das hätte sie bestimmt verletzt dachte ich mir.

      Man lebt nur einmal, soll man dieses eine Leben dort wirklich verschwenden?
      Ich habe vorher mein Leben Zuhause mit keiner Perspektive verschwendet, und mit einer Maßnahme die mir auch nichts gebracht hat, außer das es mir danach noch schlechter ging? Ist es das Wert? Ich denke nicht, und ich möchte mein eines Leben was ich habe sinnvoll nutzen, statt in irgendeiner Schublade abgeschoben zu werden.

      The post was edited 1 time, last by lady sasha ().

    • Rasmuss wrote:

      Ich habe neulich gelesen, dass über 70 Prozent aller Autisten in einer WfbM arbeiten. Finde ich krass. Das ist bestimmt allermeist vergeudetes Potential..

      Die Statistiken variriieren, und wie Leonora es auch schrieb, achte darauf auf welche Gruppe von Leuten mit Autismus-Spektrum-Störung sich die Statistik bezieht.
      Oftmals kommen autistische Leute in einem WfbM, die auch eine geistige Behinderung haben.
      Der Anteil der Leute mit AS und high-functioning-Autismus in WfbM dürfte gering sein.

      Es gibt eine Umfrage in diesem Forum zur Berufstätigkeit. Ich habe da vor einer Woche ungefähr durchgezählt (Stand 21.8.15)
      Umfrage: Seid Ihr berufstätig?

      gesamt: 105 Personen
      davon in Arbeit: 52 (, Arbeit-Vollzeit, Teilzeit, befristet, unbefristet, Selbständig, Minijob, etc, also alles zusammen)
      Ausbildung: 14
      ohne Arbeit: 39 (arbeitssuchend, Dauer-krankgeschrieben, erwerbsunfähig mit Rente = haben schonmal länger gearbeitet, erwerbsunfähig ohne Rente, Altersrente)


      lady sasha wrote:

      Wer der Autismus hat, arbeitet gerne Praktisch? Vorstellen kann ich mir das nicht wirklich.

      Ich :)


      ---
      ---

      Der Amtsarzt (Arbeitsamt) hat festgestellt, dass ich erwerbsunfähig bin und das vorraussichtlich auf längere Zeit. Er empfahl meinem Sachbearbeiter im Arbeitsamt für mich eine Einglliederung in eine WfbM. Ich war auch bei einem Berater im Arbeitsamt für WfbM. Wir haben aber festgestellt, dass es in meinem Landkreis, und auch in den Nachbarlandkreisen, nichts passendes für mich gibt.
      Der Arzt riet mir aber sowieso wiederholt ab, wegen gesundheitlichen Gründen.
      _Falls_ das jmd genauer interessiert, ich habs hier mal erzählt Werkstatt für behinderte Menschen

      The post was edited 3 times, last by Neoni ().

    • Neoni wrote:

      gesamt: 105 Personen
      davon in Arbeit: 52 (, Arbeit-Vollzeit, Teilzeit, befristet, unbefristet, Selbständig, Minijob, etc, also alles zusammen)
      Ausbildung: 14
      ohne Arbeit: 39 (arbeitssuchend, Dauer-krankgeschrieben, erwerbsunfähig mit Rente = haben schonmal länger gearbeitet, erwerbsunfähig ohne Rente, Altersrente)

      Ja den Thread habe ich auch verfolgt, ich gehöre auch zu den 52 da ich mit abgestimmt habe.

      Neoni wrote:


      Zitat von »lady sasha«
      Wer der Autismus hat, arbeitet gerne Praktisch? Vorstellen kann ich mir das nicht wirklich.
      Ah, da kann man mal sehen, es gibt doch immer wieder Überraschungen:)
      Was ist es denn genau was du gerne Praktisch machst? Gibt es da bestimmte Sachen, oder ist es mehr allgemein?


      Neoni wrote:


      Der Amtsarzt (Arbeitsamt) hat festgestellt, dass ich erwerbsunfähig bin und das vorraussichtlich auf längere Zeit. Er empfahl meinem Sachbearbeiter im Arbeitsamt für mich eine Einglliederung in eine WfbM. Ich war auch bei einem Berater im Arbeitsamt für WfbM. Wir haben aber festgestellt, dass es in meinem Landkreis, und auch in den Nachbarlandkreisen, nichts passendes für mich gibt.
      Der Arzt riet mir aber sowieso wiederholt ab, wegen gesundheitlichen Gründen.
      _Falls_ das jmd genauer interessiert, ich habs hier mal erzählt Werkstatt für behinderte Menschen
      Ja, ich habe mir den älteren Thread eben kurz durchgelesen.
      Ich denke, dass die Heimarbeit wie du sie im anderen Thread beschreibst, wirklich die beste Lösung wäre.
      Ich weiß aber auch das es wie du schon sagtest Utopisch ist, es gibt wirklich wenig Möglichkeiten von Zuhause aus zu arbeiten.

      Man müsste einfach nur das passende finden was von Zuhause ausgeht, und was den Lebensunterhalt sichert.
      Wo sind denn deine stärken und schwächen? Stärken sind ja Praktisch wie du meintest.
      Ich kann mir auch vorstellen dass du bestimmte Dinge baust oder zusammenbaust je nachdem.
      Und diese könntest du dann vielleicht verkaufen, über eine Internetplattform zum Beispiel, wäre dann im Endeffekt eine eigenständige Tätigkeit.

      Vielleicht irgend etwas in der Richtung?
    • lady sasha wrote:

      Wer der Autismus hat, arbeitet gerne Praktisch? Vorstellen kann ich mir das nicht wirklich.


      Ich arbeite im Grunde gerne praktisch, obwohl ich da jetzt nicht so der crack bin.
      Es tut mir gut, nicht ausschliesslich in inneren Welten und im Geist zu "hängen".

      Ich habe mir zudem auch mal überlegt , ob ich in einer WfB gut aufgehoben wäre. Da ich eben im Praktischen Bereich u.a. nicht so gut organisiert bin, ungelernt zudem und zudem auf Arbeistsplätze angewiesen bin, die ich stabil ausfüllen kann.
      Müsste jetzt nicht unbedingt Schraubensortieren sein , aber selbst das würde ich machen.
      Lieber wäre mir aber der Gartenbereich oder Umgang mit Lebensmitteln.

      Der Gedanke war, daß es da ggfls. möglich wäre in Absprache mit Anleitern ( ich war selber mal Anleiterin in einer WfB in einem Praktikum) gemäss des eigenen Tempos und der eigenen Fähigkeiten und Ideen den Arbeitsplatz zu gestalten.

      Mit Menschen , die welche "Behinderungen" auch immer haben komme ich in der Regel sehr gut klar, und ich kann mich da ggfls. auch gut abgrenzen.

      Aber ich wüsste erstens gar nicht, wie ich jemals in eine WfB kommen könnte, ich habe nichtmals einen SBA beantragt.
      Zweitens ist man dann da eben doch eingebunden in die Strukturen der jeweiligen Gruppe und deren Vorgesetzen.
      Die sich mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht ändern würden, nur weil ich meine Ideen habe :m(: .

      Das war also reine Träumerei.
      Und so jobbe ich mich derzeit "marginal" durch, mit praktischer Arbeit.
      Und das bis mein Konto leer ist und ich aufstocken muss, ich endgültig nicht mehr kann und mich berenten lasse , ich wieder Kraft und neue Ideen für andere Arbeitsstellen habe , oder was auch immer.

      The post was edited 1 time, last by ifi ().

    • ifi wrote:

      Ich arbeite im Grunde gerne praktisch, obwohl ich da jetzt nicht so der crack bin.
      Es tut mir gut, nicht ausschliesslich in inneren Welten und im Geist zu "hängen".

      Ich merke schon dass es wohl doch welche gibt die auch gerne Praktisch arbeiten.
      Immer wieder schön zusehen das doch nicht alle gleich sind, mir sind allerdings Praktische Arbeiten ein Grauß, damals in der Regelschule in Technik hatte ich auch stets 5er Benotungen.

      ifi wrote:

      Lieber wäre mir aber der Gartenbereich oder Umgang mit Lebensmitteln.

      Der Gedanke war, daß es da ggfls. möglich wäre in Absprache mit Anleitern ( ich war selber mal Anleiterin in einer WfB in einem Praktikum) gemäss des eigenen Tempos und der eigenen Fähigkeiten und Ideen den Arbeitsplatz zu gestalten.
      Ich sehe es auch so, dass die sich darauf wohl nicht einlassen würden.
      Du bist halt diejenige dort von vielen Arbeitern, ich meine ich kann mich zwar auch irren, aber ich denke nicht dass sie ihre festen Strukturen umändern, ich glaube man muss sich denen dort beugen ob man will oder nicht, kann natürlich auch anders sein aber so stelle ich mir das vor.
      Ganz nach dem Motto, die Leute hier haben nur ihre Arbeit zu verrichten und dann pünktlich zugehen, wie eine art Beschäftigungstherapie wo man die Abläufe bloß nicht stören sollte.

      Ich muss dazu sagen dass ich ein ganz schlechtes Bild von Wfbm´s habe, falls manche Sachen zu überspitzt rüberkommen sollten, möchte ich mich dafür dann entschuldigen. Ich sehe einfach zu viele aus meinen Umfeld dorthin gehen sehen, und ich verstehe es auch nicht, meine damalige Betreuung hatte die Leute immer dazu gedrängt dorthin zugehen, einfach nur damit das Jobcenter im Endeffekt ein Fall weniger hat, den es zu bearbeiten gilt.

      Ich mein es kann auch gut dort sein, ich weiß es nicht da ich nie in einer war, ich möchte es auch nie, die Leute die ich kenne berichten auch tatsächlich positive Dinge und das sie gerne dort sind. Und wenn es für sie richtig ist,dann sollte man sich da dann vielleicht auch nicht einmischen, jeder hat ja seine eigene art sein Leben zu leben und in der Gesellschaft zu agieren.


      ifi wrote:

      Und so jobbe ich mich derzeit "marginal" durch, mit praktischer Arbeit.
      Und das bis mein Konto leer ist und ich aufstocken muss, ich endgültig nicht mehr kann und mich berenten lasse , ich wieder Kraft und neue Ideen für andere Arbeitsstellen habe , oder was auch immer.
      Das ist die knallharte Realität, leider :m(:
      Arbeitgeber die zu wenig Zahlen für eine Arbeit die vom Energie Aufwand und vom Stress her, doppelt soviel an Finanziellen Einkünften erbringen müsste.
      Aber es gibt halt auch zu viele die diese Berufe brauchen um sich über Wasser halten zu können, und diese müssen dann in den sauren Apfel beißen RW.
      Das wissen auch die Konzerne deswegen bedarf es auch keine Gehaltserhöhungen.

      Eine stressige und anstrengende Welt :m(:

      The post was edited 1 time, last by lady sasha ().

    • Leonora wrote:

      Nur "praktische" Arbeit, während Autisten oft eher Theoretiker sind.

      Da muss ich mich persönlich aber ganz klar rausnehmen. Bin von jeher ein praktischer Mensch. den ganzen Tag auf einen Rechner zu satarren empfinde ich als grauenhaft.
      Ich habe im Büro, sowie der Digitalisierung gearbeitet- beides empfand ich auf die Dauer als Folter.
      Rot Orange Gelb Grün Blau Violett
    • lady sasha wrote:



      Ich muss dazu sagen dass ich ein ganz schlechtes Bild von Wfbm´s habe, falls manche Sachen zu überspitzt rüberkommen sollten, möchte ich mich dafür dann entschuldigen.

      WfbM's finde ich auch, sind sehr kritisch zu sehen- finde ich zumindest. Auf der einen Seite, kann man schon sagen, dass es gut ist, für manche Menschen dort zu arbeiten. Die haben dann zumindest Sozialkontakte
      und eine gewisse Tagesstruktur.
      Auf der anderen Seite, sehe ich solche Einrichtungen in einem moralischen und rechtlichen Grenzbereich an. Weil zum Einen, die Entlohnung der Beschäftigten nichtmal dem Mindestlohn entspricht.
      Und weil auf der anderen Seite, für Betriebe dort Aufträge reinzugeben, extrem "kostengünstig" ist. Da konkurrieren WfbM's schon auf dem freien Arbeitsmarkt mit den günstigsten Anbietern.
      Der Widerspruch ist ja auch, dass ein in einer WfbM arbeitender als nicht arbeitsfähig gilt- die Arbeit die er dort verrichtet, ist aber sehr wohl wirtschaftlich verwertbar. Heißt, sie wird dem ganz
      normalen Wirtschaftskreislauf zugeführt.

      Ich habe mal einen Bericht gesehen, da wurden in einem Gefängnis Modellautos hergestellt. Die Gefangenen erhalten bestimmt nicht mehr Lohn als ein Mensch in einer WfbM. Sie sind dort nichtmal rentenversichert.
      Diese Autos, sind dann sehr hochpreisig- für tausend Euro pro Stück, in der freien Wirtschaft verkauft worden.
      Aufgrund dessen, musste auch eine Politkerin aus Bayern zurücktreten, die mit ihrem Mann in diesen Deal "involviert" war zurücktreten.
      Rot Orange Gelb Grün Blau Violett
    • Rasmuss wrote:

      WfbM's finde ich auch, sind sehr kritisch zu sehen- finde ich zumindest. Auf der einen Seite, kann man schon sagen, dass es gut ist, für manche Menschen dort zu arbeiten. Die haben dann zumindest Sozialkontakte
      und eine gewisse Tagesstruktur.

      Genau, das ist der Grund warum viele es auch gut finden, es enstehen soziale Kontakte und eine Tagesstruktur wird geformt.
      Dennoch bin ich genau wie du sehr kritisch diesem Thema gegenüber.

      Rasmuss wrote:

      Auf der anderen Seite, sehe ich solche Einrichtungen in einem moralischen und rechtlichen Grenzbereich an. Weil zum Einen, die Entlohnung der Beschäftigten nichtmal dem Mindestlohn entspricht.
      Und weil auf der anderen Seite, für Betriebe dort Aufträge reinzugeben, extrem "kostengünstig" ist. Da konkurrieren WfbM's schon auf dem freien Arbeitsmarkt mit den günstigsten Anbietern.
      Da stellt sich mir die frage, wie ist denn die Entlohnung dort?
      Genaue Zahlen kenne ich da nicht, ich weiß nur das bei uns in Essen, wenn man vorher Hartz4 Empfänger war, dann fällt dieses weg und man bekommt nurnoch die Grundsicherung und das Geld des Wfbm´s. Die Grundsicherung ist dann auch nicht mehr vom Jobcenter sondern das bekommen die dann von der Stadt selbst, was heißt das der eine Bereich Jobcenter, befreit ist von diesen einen Kunden, deswegen bemühen die sich auch so sehr Leute da rein zustecken.

      Naja, was ist das so eine Welt wenn WfbM´s schon sich gegeneinandern konkurrieren und ausspielen müssen?
      Die sollten feste Handelspartner haben, wo kein ständiges Handeln des Preises vorhanden sein sollte, insbesondere weil der Verdienst der Arbeiter so wenig ist.
      Ich weiß aber auch, was dem Verdienst anbelangt, dass dieser Unterschiedlich sein soll, je nachdem wie lange du da bist, und welche Tätigkeit du dort ausübst.

      Rasmuss wrote:

      Der Widerspruch ist ja auch, dass ein in einer WfbM arbeitender als nicht arbeitsfähig gilt- die Arbeit die er dort verrichtet, ist aber sehr wohl wirtschaftlich verwertbar. Heißt, sie wird dem ganz
      normalen Wirtschaftskreislauf zugeführt.

      Ich habe mal einen Bericht gesehen, da wurden in einem Gefängnis Modellautos hergestellt. Die Gefangenen erhalten bestimmt nicht mehr Lohn als ein Mensch in einer WfbM. Sie sind dort nichtmal rentenversichert.
      Diese Autos, sind dann sehr hochpreisig- für tausend Euro pro Stück, in der freien Wirtschaft verkauft worden.
      Aufgrund dessen, musste auch eine Politkerin aus Bayern zurücktreten, die mit ihrem Mann in diesen Deal "involviert" war zurücktreten.
      Schlimm, die Arbeiter werden einfach hinters Licht geführt.
      Natürlich ist ihre Arbeit dort etwas Wert, die Dinge stellen einen großen Wert für die Gesellschaft da die dort gebaut produziert werden.
      Aber den Arbeitern selbst wird eben suggeriert dass sie froh sein können wenigstens diesen Job hinzu bekommen, und dass die Produktionen einer Beschäftigungstherapie gleichen.

      Und wegen den Gefangenen, da hat einfach eine Politikerin aus dem Unglück anderer Kapital geschlagen.
      Nur weil diese Menschen straf tätig waren sind sie nicht weniger Wert als andere, ich finde es gut dass sie auch im Gefängnis Jobs ausüben können, diese sollte aber auch Humaner und besser bezahlt werden, sonst sieht es schlecht aus mit der Resozialisierung wenn ihnen suggeriert wird dass sie weniger wert sind als andere.



      Apropos, die bekannte von mir, wo ich auch den AS Verdacht habe, würde ich gerne viel lieber vorschlagen Biologie zu studieren, statt in einer WfbM zu versauern.
      Ihr SI ist Tiere und Natur, und das bemerkt man jeden Tag, sie kann eigentlich über nichts anderes reden, sei es in RL oder über Facebook oder sonst wo.
      Sie setzt sich sehr in diesen Bereich auch ein, bei Hilfsorginationen und Spenden Veranstaltungen. Sie ist auch fast immer in allen möglichen Zoo´s unterwegs.

      Sie wollte ja gerne Tierpflegerin werden, aber diese Ausbildung zubekommen ist recht schwer, aber vielleicht wäre ein Biologie Studium das richtige.
      Immerhin wäre es eine größere Bereicherung als die die man in einer WfbM bekommt, finde ich.

      The post was edited 1 time, last by lady sasha ().

    • [quote='lady sasha','i
      Viel zu großer Lärm, ständige Gruppenarbeiten mit schwierigeren Menschen.
      Monotone Arbeit die einen nach einer Zeit wahnsinnig machen würde, und ganz besonders das sie Praktisch ist.
      Wer der Autismus hat, arbeitet gerne Praktisch? Vorstellen kann ich mir das nicht wirklich.



      Ich arbeite auch sehr gerne praktisch und wollte eig. nie eine Ausbildung im Bürobereich machen. In der Schule hatte ich am liebsten Hauswirtschaftsunterricht. Da hatte ich immer eine 1. :)

      Sollte ich mit dem drittem Jahr zur Kauffrau für Dialogmarketing nichts anfangen können, so könnte ich mir in dem Bereich eine Umschulung vorstellen.

      Vor dem Schubladendenken der ARGE habe ich auch Angst. Ich habe neben dem Autismus auch noch Probleme mit meinen Augen. Deshalb sollte vor 3 Jahren unbedingt eine Ausbildung in einem Berufsbildungswerk machen. Da gab es schon das Schubladendenken. Wenn man einmal in einer Wfmb ist, dann kommt man da so schnell denke ich nicht wieder raus.

      Mein Bruder arbeitet in einer Wfmb und verdient glaube ich so um die 140 €

      The post was edited 2 times, last by caki ().

    • Für mich sollte die Arbeit am besten aus theoretischen und praktischen Anteilen bestehen. Müsste ich aber zwischen Theorie und Praxis wählen, würde ich definitiv die Praxis nehmen.

      Was ich von WfbM halten soll und ob ich da arbeiten würde, kann ich nicht sagen. Einerseits fürchte ich, dort Probleme mit den anderen Arbeitern zu bekommen und durch Geräusche etc. überlastet zu werden, aber andererseits lockt da ja auch eine einigermaßen gute Rente, die ich sonst nie zusammenbekäme.
      Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein, wie Andere mich gern hätten.

      The post was edited 1 time, last by Windtänzerin ().

    • Da stellt sich mir die frage, wie ist denn die Entlohnung dort?


      Als Beschäftigter einer Wekstatt, bekommt man entweder GruSi oder Rente.
      Obendrauf gibt es noch einen" Werkstattlohn", der beginnt bei ca 80 Euro, und liegt im Höchstsatz bei 350 Euro.
      Rot Orange Gelb Grün Blau Violett
    • caki wrote:

      In der Schule hatte ich am liebsten Hauswirtschaftsunterricht.
      Das hatte ich gar nicht gerne, Grund dafür war, dass wir danach die Sachen auch Essen mussten, als ich das mal nicht tat bekam ich sofort eine 6.
      Auch war das Problem vorhanden, dass ich nie wusste was ich machen sollte bei der Zubereitung, weil die anderen aus meiner Gruppe alle arbeiten mir schon abgenommen hatten.

      Rasmuss wrote:

      Als Beschäftigter einer Wekstatt, bekommt man entweder GruSi oder Rente.
      Soweit ich weiß bekommt man beides.

      da_hooliii wrote:

      Naja..von dem Geld das man dort verdient kann man nicht wirklich leben.
      Naja geht, es ist halt nicht viel anders wie bei Hartz4.
      Mit der Grundsicherung wird halt die Miete und Rechnungen bezahlt, und mit dem Werkstattgeld hat man noch etwas für sich.
      Je nachdem wie halt ein und ausgaben im Monat des jeweils einzelnen ist.
      Aber große Sprünge sind wahrscheinlich nicht möglich das stimmt schon.

      konfetti wrote:

      Das nicht, aber nach 20 Jahren in der Werkstatt hat man Anspruch auf eine Rente, die immerhin höher ist als Grundsicherung (da die Werkstatt Beiträge in die gesetzliche Renenversicherung einzahlt).
      Das war die eine Sache die man den Leuten dabei immer schmackhaft gemacht hat, das man nämlich eine Rente bekommt.
      Während bei Job Orientierungsmaßnahmen das nicht der Fall wäre, dieses Argument hat man immer gerne verwendet um die Leute dazu zubringen dort hinzugehen.

      Das ist auch die einzige gute Sache an der ganzen Wfbm Geschichte.
      Dennoch sehe ich dem weiterhin kritisch entgegen, ich kenne auch keine Leute die irgendwie danach das Wfbm verlassen und einen geregelten Job nachgehen, irgendwie einmal drin immer drin, und das nicht weil es ein Zwang ist, wir sind ja immerhin freie Menschen wenn man etwas nicht machen will macht man es einfach nicht. Es ist mehr, dass die Leute sich an das ganze gewöhnen, sich evtl auch nicht zutrauen auf dem ersten Arbeitsmarkt wieder zugehen, und sich in der kleinen Wfbm sicher fühlen, und diese sichere Zone nur ungern verlassen wollen.


      Übrigens, soweit ich weiß soll es in Wfbm´s auch Bürobereiche geben, der Begriff Werkstatt ist halt nur hängen geblieben, nicht alle Bereiche sind dort Werkstätte, die Tätigkeiten dort sind sehr vielschichtig.

      Ich selbst könnte es mir aber nicht vorstellen dort zuarbeiten, auch nicht wenn es in einem Bürobereich wäre.

      The post was edited 1 time, last by lady sasha ().

    • lady sasha wrote:


      _Falls_ das jmd genauer interessiert, ich habs hier mal erzählt Werkstatt für behinderte Menschen

      Ja, ich habe mir den älteren Thread eben kurz durchgelesen.
      Ich denke, dass die Heimarbeit wie du sie im anderen Thread beschreibst, wirklich die beste Lösung wäre.
      Ich weiß aber auch das es wie du schon sagtest Utopisch ist, es gibt wirklich wenig Möglichkeiten von Zuhause aus zu arbeiten.

      Man müsste einfach nur das passende finden was von Zuhause ausgeht, und was den Lebensunterhalt sichert.

      Es ist sehr nett dass dich das so interessiert. Ich weiß im Moment aber auch nicht, wie das weitergehen könnte. "Kommt Zeit, kommt Rat" und so...
    • Neoni wrote:


      Es ist sehr nett dass dich das so interessiert. Ich weiß im Moment aber auch nicht, wie das weitergehen könnte. "Kommt Zeit, kommt Rat" und so...
      Natürlich, warum sollte mich das nicht interessieren:)

      Du meintest in einen anderen Thread auch mal dass du es draußen nicht gut von der Reizüberflutung aushältst.
      Ich meine das mal bei dir gelesen zu haben, und das ist natürlich nicht schön, wenn man jeden Tag an seine eigenen Grenzen dann gehen muss, nur damit etwas Geld in die Kasse fließen kann.

      Ich kann es draußen noch ertragen, zwar bin ich jeden Tag und recht schnell auch Müde, und brauche meine vielen Pausen dazwischen, aber es klappt irgendwie, ich muss mich leider dazu zwingen.

      Für dich aber wäre Heimarbeit genau das richtige, denn am ende soll Arbeit ja nicht nur Leid bedeuten, um die Arbeit konsequent durchführen zu können muss es einen doch Mental und Körperlich auch gut gehen.

      Ich wünsche dir dass du es schaffst, die passende Sache für dich zu finden, ich werde auch mal weiter überlegen was in Frage kommen könnte bei dir:)
    • lady sasha wrote:

      Vergeudetes Potenzial ist es aber mal, sie haben zwar Höchstwahrscheinlich in vielen Bereichen Probleme, aber wenn man sich mit denen auseinandersetzen würde, könnte man für sie genau die stelle finden, wo sie am ende scheinen könnten, und sogar noch ein großer Gewinn für die Firma sein könnten, aber da komme ich wieder auf den Punkt mit dem auseinandersetzen, dies macht man leider zu selten, lieber den Problemfall in die nächste Werkstatt abschieben, auch wenn diese vollkommen ungeeignet sein könnte weil auch andere mit anderen Diagnosen dort sind, aber Behindert ist halt Behindert für die Gesellschaft.
      Ja, das ist leider wohl vielfach die Einstellung. Meist wohl nicht aus bösem Willen, sondern aus Unwissen in Kombination mit einem Mangel an Alternativen. Echte passende Unterstützung für "hochfunktionale" Autisten gibt es kaum. Ebenso wenig übrigens auch für psychisch Erkrankte mit höherem Bildungsniveau. In diesem Buch wird das sehr deutlich. Viele der Hürden und auch der "Sackgassen", in denen solche Menschen landen, sind ähnlich wie bei Autisten, wenn auch die Grundproblematik eine andere ist. Die Fallbeispiele in dem Buch zeigen das sehr deutlich: fast alle arbeiten entweder in relativ "einfachen" Jobs in Lager oder Vertrieb oder sind frühberentet. Oder sie sind halt in einer Behindertenwerkstatt. Und diejenigen, die eine ihrer Qualifikation angemessene Stelle haben, verheimlichen zumeist ihre Erkrankung - was ebenfalls großen Stress mit sich bringt. :roll:

      lady sasha wrote:

      Ich denke, wenn man die Dunkelziffer, also alle Autisten die auch nicht Diagnostiziert worden sind hinzuzählt, dann ist die Masse aller Autisten viel eher Arbeitslos und Bezieher von Hartz4, bei der Eingliederungsvereinbarung des Jobcenters als Standardgemäß mit - Stabilisierung der Psyche gekennzeichnet.
      Denke ich auch.

      lady sasha wrote:

      Genau, das kann ich nur unterschreiben.
      Viel zu großer Lärm, ständige Gruppenarbeiten mit schwierigeren Menschen.
      Monotone Arbeit die einen nach einer Zeit wahnsinnig machen würde, und ganz besonders das sie Praktisch ist.
      Wer der Autismus hat, arbeitet gerne Praktisch? Vorstellen kann ich mir das nicht wirklich.
      Da gibt es verschiedene "Typen", denke ich. Für "klassische" Asperger, "Verbalisierer" mit früher Sprachentwicklung und motorischer Unbeholfenheit (so wie mich), ist praktische Arbeit nichts. Die visuellen Denker mit später Sprachentwicklung sind aber oft motorisch geschickt und haben auch Lust zu praktischen Tätigkeiten. Allerdings sind gerade diese Menschen meinem Eindruck nach oft besonders reiz- und lärmempfindlich. Und die Monotonie der Tätigkeiten in einer WfbM in Kombination mit "schwierigen" Kollegen und ohne Rückzugsmöglichkeiten dürfte in beiden Fällen völlig unpassend sein.

      lady sasha wrote:

      Ich muss auch hin zusagen, dass ich einige Leute Privat im RL kenne, die in wfbm´s arbeiten.
      Zwar ist es bei denen die Wfbm´s für Psychische Erkrankungen statt Geistige Behinderungen ( das wird stark getrennt )
      aber die Problematik und die art der Arbeit ist genau dasselbe,es sind genau dieselben Werkstätten nur mit anderen Leuten drin.
      Ja, das weiß ich von einem Tag der offenen Tür in einer Werkstatt. Die Gruppen werden voneinander getrennt, ansonsten ist das jedoch ähnlich aufgebaut.

      lady sasha wrote:

      Eine Bekannte von mir ist mittlerweile in einer, ich selbst kann es nicht nachvollziehen warum sie in einer Freiwillig rein gegangen ist.
      Ich kann das bei intelligenten, eloquenten Menschen ehrlich gesagt auch nicht nachvollziehen. In vielen Fällen zieht es sie langfristig sicher auch noch weiter runter. :roll:

      lady sasha wrote:

      Auch andere Bekannte die ich damals von meiner Maßnahme kennenlernte, sind da rein gegangen, eine von denen war sogar mal in der Vergangenheit Medizinerin und hat ihr Medizin Studium auch absolviert. Bis dann die Krankheit, bei ihr Schizophrenie durchbrach, und sie nun den glauben zu Gott gefunden hat, und den Weg in einer wfbm. Ich weiß, Schizophrenie und glauben zu Gott, das ist auch wieder ein Klischee aber hierbei stimmt es leider, kann aber nicht verstehen wie Leute sich ihre Chancen im Leben sich so sehr verspielen, es wird ihnen schön geredet und von den Betreuern schmackhaft gemacht.
      Das wird in dem verlinkten Buch auch in einem Fallbeispiel kritisiert.

      lady sasha wrote:

      Ich hatte auch mal eine Betreuerin und mir hatte man auch versucht es schmackhaft zumachen, irgendwann habe ich diese Betreuung gekündigt weil ich keine Lust mehr auf die hatte. Ich finde irgendwie, der Mensch hat sich aufgegeben wenn er diese letzte Möglichkeit in Betracht zieht, auch kommen diese Leute meistens nicht da raus wenn sie einmal da drin sind, einfach nur weil sie sich zu sehr daran gewöhnt haben, an die Abläufe.
      Auch das wird dort erwähnt: dass Leute aus der Werkstatt wieder in eine "richtige" Arbeit kommen, ist äußerst selten. Gerade das zeigt, was da alles falsch läuft - Inklusion jedenfalls sieht anders aus. :roll:
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Rasmuss wrote:

      lady sasha wrote:



      Ich muss dazu sagen dass ich ein ganz schlechtes Bild von Wfbm´s habe, falls manche Sachen zu überspitzt rüberkommen sollten, möchte ich mich dafür dann entschuldigen.

      WfbM's finde ich auch, sind sehr kritisch zu sehen- finde ich zumindest. Auf der einen Seite, kann man schon sagen, dass es gut ist, für manche Menschen dort zu arbeiten. Die haben dann zumindest Sozialkontakte
      und eine gewisse Tagesstruktur.
      Auf der anderen Seite, sehe ich solche Einrichtungen in einem moralischen und rechtlichen Grenzbereich an. Weil zum Einen, die Entlohnung der Beschäftigten nichtmal dem Mindestlohn entspricht.
      Und weil auf der anderen Seite, für Betriebe dort Aufträge reinzugeben, extrem "kostengünstig" ist. Da konkurrieren WfbM's schon auf dem freien Arbeitsmarkt mit den günstigsten Anbietern.
      Der Widerspruch ist ja auch, dass ein in einer WfbM arbeitender als nicht arbeitsfähig gilt- die Arbeit die er dort verrichtet, ist aber sehr wohl wirtschaftlich verwertbar. Heißt, sie wird dem ganz
      normalen Wirtschaftskreislauf zugeführt.
      Ja, das ist ein weiterer Grund, weshalb ich Werkstätten sehr kritisch sehe. Wobei die Mitarbeiter wenigstens eine faire Rente bekommen - ein Grund, weshalb auf einer Veranstaltung zum Thema psychisch Kranke und Arbeit eine Sozialpädagogin mal ehrlich meinte, dass sie den meisten Leuten doch zur Werkstattsarbeit rät. Das sei für sie zumeist der einzige gangbare Weg, Altersarmut zu vermeiden. Aber auch da läuft meiner Ansicht nach etwas falsch.
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