Warum ist man eigentlich immer so einsam

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    • Warum ist man eigentlich immer so einsam

      Warum hat die Evolution mich geschaffen, wenn ich mit anderen Menschen nichts anfangen kann? Egal ob es NTs sind oder nicht.

      Wenn ich mit Menschen bin, dann immer nur deshalb, weil sie "halt eben da" sind..die Eltern, die Arbeitskollegen, die Schulkameraden..man kann mit ihnen reden, man kann vielleicht ein bisschen Spaß mit ihnen haben...aber im Endeffekt ist man doch allein.

      Die Zeit vergeht, man schlägt sich die Zeit mit arbeiten, schlafen und rumgrübeln tot...jeder Tag ist wie der andere. Menschen kommen und gehen, wirklich geliebt habe ich nie jemanden. Immer wenn ich versuche, mich jemandem anzunähern, klappt es sowieso nicht und ich fühle mich noch beschissener als vorher..also wieder zurück in die lauen, langweiligen, lieblosen Tage, die man Leben nennt...andere Menschen haben Freude an anderen Menschen und irgendwelchen Dingen, aber ich, ich glaube ich werde nie wirklich glücklich werden..ist das wirklich alles?
      "They say humans are social animals, they can't live alone. But you can live pretty well by yourself. I tell ya...instead of feeling alone in a group, It's better to have real solitude all by yourself."―Faye Valentine

      The post was edited 1 time, last by Tabantus ().

    • Ein paar Nacht-Gedanken.
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      Tabantus, ich kann Deinen Text unmittelbar nachempfinden.
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      Vorab zur Evolution: Es gibt keinen Plan. Alles ist Experiment.
      Ob eine Mutation nützlich ist oder nicht, stellt sich später heraus.
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      Auf meine Biomasse bezogen folgende Logik (Stand heute, änderbar):
      Ich bin Autist und schwerbehindert. (aktuell amtlich: Gleichstellung).
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      Ein NT lebt in der Herde.
      Er definiert sich als Teil von ihr - vielsam + glücklich.
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      Ich (Aspie) stehe außerhalb der Herde als "krankes", einsames Einzelwesen.
      Ich weiß nicht was Glück ist. Keine entsprechende Mimik.
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      Aber ich erreiche es indirekt, indem ich glückliche Gesichter erzeuge.
      Z.B. durch meine ehrenamtliche Behinderten-Arbeit.
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      Die beiden anderen Komponenten von Glück sind:
      Genuß und Bewegung (Sport). Immerhin etwas.
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      LGFr

      PS: Mein Spruch unter einem anderen Text fand Anklang:
      "Wenn ich schon mal Aspie bin, dann will ich es auch voll auskosten"
      Immanuel Kant: „Handle nur nach derjenigen Maxime,durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“
    • Ich glaube, man fragt am besten gar nicht nach dem großen Ziel oder Sinn, sondern konzentriert sich lieber auf die kleinen Dinge. Alles, was Freude macht, auch wenn es nur für einen Moment ist, muss wahrgenommen werden.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Es existieren doch ein paar Lebensphilosophien mit bestechender Logik.

      Beispielsweise, dass ein Jetski die Lösung aller Probleme darstellen würde.
      Weil man noch nie eine unglückliche Person auf einem Jetski sah.

      Aber abseits dieser Absurditäten kann ich Shenyas Aussage nur zustimmen.
      Wer braucht Freunde, wenn er Schokoeis hat? Oder gerade seinen Lieblingsfilm ansieht? Oder ein schönes heißes Bad nimmt?

      Am besten und glücklichsten kommst du durchs Leben wenn du deinem Körper ab und zu eine Freude machst.
      Das Hirn mag zwar schreien: "NEIN, ISS DAS NICHT! Du wirst nur fett und lahm! Triff dich lieber mit Freunden!"
      Aber der Körper flüstert: "Jetzt iss das Eis schon! Scheiß auf die Leute! Iss es! ISS ES!!!" :d

      Selbst wenn du selbst nicht klug genug sein solltest um zu wissen was dich glücklich macht - dein Körper ist es bestimmt. Und DER verlangt selten nach anderen Menschen. Das ist immer nur ein Teil von dir.
      Der Körper würde es doch nicht einmal merken, ob er von einer (sehr guten) Maschine massiert wird, oder von einer hübschen jungen Dame bzw. Lebensgefährtin. ;)
      Das Leben ist eine Komödie für den Denkenden und eine Tragödie für die, welche fühlen.
    • Tabantus wrote:

      Warum hat die Evolution mich geschaffen, wenn ich mit anderen Menschen nichts anfangen kann? Egal ob es NTs sind oder nicht.

      Wenn ich mit Menschen bin, dann immer nur deshalb, weil sie "halt eben da" sind..die Eltern, die Arbeitskollegen, die Schulkameraden..man kann mit ihnen reden, man kann vielleicht ein bisschen Spaß mit ihnen haben...aber im Endeffekt ist man doch allein.

      Die Zeit vergeht, man schlägt sich die Zeit mit arbeiten, schlafen und rumgrübeln tot...jeder Tag ist wie der andere. Menschen kommen und gehen, wirklich geliebt habe ich nie jemanden. Immer wenn ich versuche, mich jemandem anzunähern, klappt es sowieso nicht und ich fühle mich noch beschissener als vorher..also wieder zurück in die lauen, langweiligen, lieblosen Tage, die man Leben nennt...andere Menschen haben Freude an anderen Menschen und irgendwelchen Dingen, aber ich, ich glaube ich werde nie wirklich glücklich werden..ist das wirklich alles?


      Man kann sehr gut, an deinem Posting, rauslesen, dass du gerade ziemlich frustriert bist. Kann ich nachvollziehen.

      Du hast doch auch Hobbies und Interessen, die dir Freude bereiten, oder nicht? Könntest du nicht darüber vielleicht Kontakt zu anderen, Gleichgesinnten, knüpfen?

      Die Welt ist nunmal im Wandel - alles ändert sich. Immer und immer wieder. Vermutlich ist es genau das, was uns so schwer fällt. Ich bin davon überzeugt, dass auch du, irgendwann, einen tieferen Sinn im Leben finden wirst. Vielleicht wird er (der Sinn) sich dir erst Rückblickend erschließen - aber ich bin dennoch davon überzeugt, dass alles seinen Sinn hat.

      Vielleicht hilft dir ja dieses Video ein wenig weiter - es ist die Stanford Abschlussrede von Steve Jobs (in Englisch). Ich höre mir die ganz gerne an wenn ich manchmal etwas "ziellos" bin. Es sind wirklich gut investierte 15 Minuten:

      youtube.com/watch?v=UF8uR6Z6KLc

      :) :)
      「人上人不造」 All Men Are Created Equal

      It's simple. There are no guarantees. I have to trust in luck. That is all.

      The post was edited 1 time, last by Joker ().

    • so kann es gehen,
      der eine autist ärgert sich, dass es alleine ist und der andere ist froh darüber.

      ich gehöre zu zweiteren und akzeptiere mich, so wie ich bin und fülle meinen alltag mir meinen hobbies und spezialinteressen.
      3 freunde habe ich auch, und das reicht mir vollkommen.
    • Ich kann das Gefühl verstehen. Ich habe oft den Eindruck, Aspies fehlt dieser "rote Lebensfaden", wonach sich irgendwie die meisten Menschen richten, der unsichtbar ist, aber viele wissen intuitiv was zu tun ist.

      Ich denke in jungen Jahren kann man noch besser kompensieren (als Frau hat man es, wenn man zumindest durchschnittlich aussieht, auch in den ersten 30 Lebensjahren meiner Meinung nach einfacher), in späteren Jahren fehlt einem aber dann die Kraft, obwohl man mehr Erfahrungen hat im Leben.

      Es tut auch ab einem bestimmten Alter etwas weh, wenn man sieht wie weit man von den "anderen" entfernt ist. Es ist ein komisches Gefühl. Es ist auch nicht neid oder so, weil bsp hätte würde ich nicht mit Eltern tauschen wollen, aber es gibt so ein komisches Gefühl, wenn so sichtbar wird wie anders man ist. :roll: Und ich denke dann kann auch das Einsamkeitsgefühl kommen, wenn man sich verloren in der Welt fühlt, jeder nach einem Plan lebt (zumindest Gefühlt) und man selbst wie ein Depp darsteht (RW).

      Ein Problem ist ja auch, dass es meiner Meinung nach mit zunehmenden Alter schwieriger wird: Partner zu finden, Arbeitsstelle zu wechseln, seine positive Grundstimmung zu behalten, Geld für ein existenzsicherndes Leben zu haben...

      Du fragst ja warum ist man einsam, ich denke schon dass so etwas auch mit Autismus zu tun haben kann. Eben weil man mit zunehmenden Alter einfach viele interessen der "NT-Welt" nicht so teilen mag und kann, dass man dann je länger man sich von der "NT-Welt" zurückzieht irgendwann auch nicht mehr den Anschluß kriegt. :roll:
      ~Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden.~

      The post was edited 1 time, last by Wüstenblume ().

    • Tabantus wrote:

      Warum hat die Evolution mich geschaffen, wenn ich mit anderen Menschen nichts anfangen kann? Egal ob es NTs sind oder nicht.

      Wenn ich mit Menschen bin, dann immer nur deshalb, weil sie "halt eben da" sind..die Eltern, die Arbeitskollegen, die Schulkameraden..man kann mit ihnen reden, man kann vielleicht ein bisschen Spaß mit ihnen haben...aber im Endeffekt ist man doch allein.

      Die Zeit vergeht, man schlägt sich die Zeit mit arbeiten, schlafen und rumgrübeln tot...jeder Tag ist wie der andere. Menschen kommen und gehen, wirklich geliebt habe ich nie jemanden. Immer wenn ich versuche, mich jemandem anzunähern, klappt es sowieso nicht und ich fühle mich noch beschissener als vorher..also wieder zurück in die lauen, langweiligen, lieblosen Tage, die man Leben nennt...andere Menschen haben Freude an anderen Menschen und irgendwelchen Dingen, aber ich, ich glaube ich werde nie wirklich glücklich werden..ist das wirklich alles?


      Hallo Tabantus,

      ich weis jetzt nicht wie alt du genau bist, aber ich bin 16 (wenn auch weiblich).

      Und auch wenn ich momentan eigentlich sehr zufrieden bin, mit meinem Leben, so gibt es auch Tage....da denke ich mir, "Doch immer wenn ich nach dem Leben greif, spüre ich wie es zerbricht."
      Und noch viele, ähnliche Gedanken. Die will ich hier aber nicht zitieren, da mir meine Gedankenwelt heilig ist, und Umschreibungen sind nicht meine Stärke.

      Meiner Erfahrung nach hilft es sich klare Ziele zu suchen, die man erreichen möchte, in nächster Zeit. Sind diese Ziele erreicht, dann sucht man sich neue Ziele.
      Wichtig ist halt sich nicht zu viel abzuverlangen, und nicht zu viel zu erwarten.
      Früher träumte ich auch davon, den Sinn des Lebens zu finden, mir ist inzwischen aber klar geworden dass dies so absolut unmöglich ist, wie die absolute Perfektion zu erreichen.
      Das Problem ist einfach, jedes Individuum hat ganz andere Definitionen vom Sinn des Lebens und Perfektion, weshalb beide automatisch unerreichbar sind. Und es sind sowieso nur künstlich geprägte, philosophische Begriffe.

      Deshalb habe ich die Suche danach aufgegeben, genau wie meinen Wunschtraum eines Tages durch das Universum zu fliegen (aus eigener Kraft) und seine unendlichen Geheimnisse zu erforschen.

      Und Freundschaften...ja, die sind schwierig zu schließen und noch viel anstrengender zu pflegen. Ich habe eine beste Freundin und zwei weitere Freunde, die andere Menschen wohl eher als Bekannte einstufen würden, die man gelegentlich mal sieht, um den Kontakt aufrecht zu erhalten. Was mir persönlich vollkommen genügt.
      Und auch die Einsamkeit ist mir nicht fremd, da ich nach der Grundschule ewig gebraucht habe, um überhaupt mal neue, soziale Kontakte zu knüpfen, wenn man die ganzen Katzen mal unbeachtet lässt, die mich scheinbar als eine Art "Mutter der Katzen" oder Katzenkönigin ansehen.

      Priorität hat es bei mir aber auch immer, meinem Körper etwas Gutes zu tun und auch meinem Geist. Ich stecke mir kleine Ziele, und gebe mir viel Zeit um diese zu erreichen. Und seien es nur Dinge wie eine neue Sprache lernen, oder irgendwie anders an sich selbst zu arbeiten.

      Und wenn....ich dir noch einen kleinen Tipp geben darf. (Du kannst mir im Anschluss gerne sagen, dass ich meinen Mund halten und mich um meine Angelegenheiten kümmern soll.)
      Du solltest dich vom Nihilismus abwenden, das ist eine Weltanschauung/ein Glaubensparadigma welches unweigerlich negative Energie und negative Gedanken mit sich bringt.
    • Tabantus wrote:

      Warum hat die Evolution mich geschaffen, wenn ich mit anderen Menschen nichts anfangen kann?

      Ich habe dein Eingangsposting gelesen und dachte spontan:
      Kannst du denn etwas mit dir anfangen?
      Bei mir ist es so, dass ich immer sehr fanatisch meinen aktuellen Interessen nachgehe und der Tag ist immer viel zu kurz.
      Die Frage ist ja auch, warum man mit Menschen nicht anfangen kann und welche Erwartungen man eigentlich hat?
      Ein gutes Verbindungsstück ist denke ich "Gemeinsamkeiten" und ich denke da beispielsweise an ein SI und wenn jemand sich dafür auch interessiert, dann könnte derjenige interessant sein.
      Diesen ganzen "0815-Alltagskram" finde ich meist auch nicht so interessant oder ich nehme ihn gar nicht war, weil das fast unbemerkt an mir vorbeizieht. :roll:
      In letters of gold on a snow white kite I will write "I love you"
      And send it soaring high above you for all to read
    • Tabantus wrote:

      Wenn ich mit Menschen bin, dann immer nur deshalb, weil sie "halt eben da" sind..die Eltern, die Arbeitskollegen, die Schulkameraden..man kann mit ihnen reden, man kann vielleicht ein bisschen Spaß mit ihnen haben...aber im Endeffekt ist man doch allein.

      Ich denke Nichtautisten brauchen nicht viel, um in der Gesellschaft glücklich zu sein. Ich vermute es gibt einen Automatismus der ihnen eine Ladung Glückshormone verpasst, sobald sie sich in Gesellschaft befinden. Evolutionär bedingt. Gruppen überleben eher als Einzelne. Wenn ich beobachte, wie sie sich auf Treffen freuen, es kaum abwarten können. Wie leicht ihnen alles fällt. Klar, sie haben es mit nonverbaler Kommunikation deutlich einfacher auf einer Feier oder einem Treffen zu überleben.

      Wohingegen man selbst alles mögliche durchdenkt, versucht die ganzen Fettnäpfchen zu umgehen (und es natürlich nicht schafft), leicht gestresst reingeht, vom Krach genervt ist, angestrengt von der Konversation, überrascht von neuen Situationen und dann ziemlich kaputt nach Hause geht. Ich denke, man muss sich damit abfinden. Menschen zu genießen wie ein Nichtautist wird einem nicht gelingen.

      Trotzdem bin ich froh für jedes Treffen. Für jede Feier, zu der ich eingeladen werde. Es ist schwer mit Menschen, aber komplett ohne würde mir schwerfallen. Die Freunde habe ich alle aus dem Berufsleben. Es tut gut Vertraute zu haben in einer ähnlichen Situation (ähnliches Alter, manche Ähnlichkeiten im Werdegang, ähnliches Alter bedingt oft ähnliche Probleme und deutlich mehr Verständniss als von Leuten gänzlich anderen Alters). Aber selbst nach Treffen mit Freunden ist es nicht so, dass ich ein Glücksgefühl hätte. Es ist eher so "schön, dass das Treffen stattfand, schön, dass ich diesen Freund habe". Ich frage mich immer, ob das eine Art Betrug ist.

      Ich hätte gerne eine Herde, Gleichgesinnte, auf die man sich verlassen kann. Vor denen man sich aber nicht verstellen muss. Ich denke nicht, dass sich in meinem Leben viel ändern wird. Die Zurückgezogenheit wird bleiben, das Alleinsein, das Andersein. Wäre schön eine Gruppe von Menschen zu haben, vor denen man sich deswegen nicht zu verstecken braucht.

      Mein Rezept für mein glückliches Leben? Mit Menschen hat es wenig zu tun. Ich denke, ich brauche eine Sache von Bedeutung. Im englischen heißt es "a meaningful life". Eine wichtige Sache, an der ich beruflich arbeiten kann. Glücklicher- und dummerweise leben wir einer Gesellschaft die von Überfluss geprägt ist und 95% aller Berufe sind wirklich redundant. Kann man machen (die meisten Asperger wären wohl glücklich, wenn sie diese Chance hätte), aber wenn man es nicht macht, juckt es auch niemanden.

      Menschliches Beisammensein auf einer rein menschlichen/beziehungstechnischen Basis wird nichts. Ich denke ich brauche auch im privaten eine Tätigkeit, eine Sache für die es sich lohnt Lebenszeit zu investieren. Und an dieser Tätigkeit arbeite ich mit relativ gleichgesinnte Freunde. Ein Umfeld, auf dass ein gewisser Verlass ist. Ich denke mal, es sollten Asperger sein. Nein, nicht diese naive Vorstellung "alle Asperger sind Freunde", sondern es sind Asperger und haben viele Ähnlichkeiten und Interessen wie ich. Ich denke, dann kann so etwas durchaus klappen. Wenn mit offenen Karten gespielt, auf einer gleichen Ebenen, dann ist das ein problemloseres Beisammensein.

      Momentan wird alles eher schwerer. Wenn Freunde heiraten wird man sowieso eher zur B-Ware. Wenn sie Kinder kriegen, wird man zur C-Ware. Mit Freunden in Urlaub fahren ist eher eine Sache, die man in den 20ern macht. In den 30ern/40ern geht man mit der eigenen Familie in Urlaub und verbringt viel Zeit mit den Kindern. Jobmäßig wird man komisch angekuckt, wenn man keine Familie gegründet hat (zumindest in den besseren Jobs wird sehr stark auf das soziale Umfeld geschaut). Tja. Schlechte Karten. (Ein Aspie meinte mal zu mir "ich möchte nicht mit 40 Single sein. Da haben alle Angst wenn ich in die Nähe ihrer Kinder komme". Tja. Dass das grob auf mich zutrifft, das kam ihm nicht in den Sinn.)

      Die Zeit vergeht, man schlägt sich die Zeit mit arbeiten, schlafen und rumgrübeln tot...jeder Tag ist wie der andere.

      Neben einer Neuordnung meines Lebens versuche ich mich weiterzubilden. Sachbücher, Onlinekurse. Wer lernen mag, wer verstehen will, für den ist das immer eine Möglichkeit das Leben anzureichern. Ist natürlich schwer neben einem anstrengenden Beruf noch Zeit zum lernen zu finden. Aber immer wieder greife ich das Theme Fortbildung auf. Nicht so sehr wegen Karriere oder Ähnlichem, sondern wirklich um mein Wissen anzureichern. Weil es mich befriedigt. Weil ich denke, dass von der Zeit, die ich jetzt verbringe, dass Wissen bestehen bleibt (bis ich eben irgendwann nicht mehr bin).

      Ansonsten sollte man wirklich etwas finden, was einem Spaß macht. Egal wie düster die Zeiten sind. Immer mal ein paar Stunden abschalten und seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen. Nur für einen selbst. Ob ihr 8 oder 11 Stunden am Tag über Probleme grübelt macht keinen Unterschied (wenn ihr nach 8 Stunden keine Lösung habt, habt ihr auch nach 11 keine). Aber ob ihr 3 Stunden am Tag etwas Schönes betreibt, macht sehr wohl einen Unterschied.
    • konvolution wrote:



      Momentan wird alles eher schwerer. Wenn Freunde heiraten wird man sowieso eher zur B-Ware. Wenn sie Kinder kriegen, wird man zur C-Ware. Mit Freunden in Urlaub fahren ist eher eine Sache, die man in den 20ern macht. In den 30ern/40ern geht man mit der eigenen Familie in Urlaub und verbringt viel Zeit mit den Kindern. Jobmäßig wird man komisch angekuckt, wenn man keine Familie gegründet hat (zumindest in den besseren Jobs wird sehr stark auf das soziale Umfeld geschaut). Tja. Schlechte Karten. (Ein Aspie meinte mal zu mir "ich möchte nicht mit 40 Single sein. Da haben alle Angst wenn ich in die Nähe ihrer Kinder komme". Tja. Dass das grob auf mich zutrifft, das kam ihm nicht in den Sinn.)


      Stimmt, das fällt mir auch auf. In meinen "Twenties", bin ich oft mit Freunden in den Urlaub gefahren. Das macht man in dem Alter so, ist auch irgendwie nicht so schwierig.
      Kommen dann die "Fourties und Thirtys", wird das alles immer schwieriger. So als ob die Leute "festgefahrener", geerdeter werden..
      In diesen Jahren fährt man dann mit der Familie oder dem Partner, oder in einen Pärchenurlaub.
      Du schreibst, "wenn man keine Fam. gründet". Ich meine, ganz so ist es ja nicht, gibt ja auch homosexuelle Menschen. Oder kinderlose Hetenpaare, aus welchem Grund auch immer, die kinderlos sind.
      Wie eine gewisse Fr. Dr. Merkel mit ihrem Mann, Prof. Sauer.
      Rot Orange Gelb Grün Blau Violett
    • Rasmuss wrote:


      In diesen Jahren fährt man dann mit der Familie oder dem Partner, oder in einen Pärchenurlaub.

      Gilt dann auch für andere Festivitäten, wenn man z.B. im kleinen Kreis Neujahr feiert werden eher ein zwei andere Paare eingeladen. Der Single, der bekannt ist sich bei Feiern ziemlich heftig zu betrinken (macht es deutlich einfacher Feiern zu überstehen) bleibt außen vor.


      Du schreibst, "wenn man keine Fam. gründet". Ich meine, ganz so ist es ja nicht, gibt ja auch homosexuelle Menschen. Oder kinderlose Hetenpaare, aus welchem Grund auch immer, die kinderlos sind.
      Wie eine gewisse Fr. Dr. Merkel mit ihrem Mann, Prof. Sauer.

      Und sie kommt ja auch wunderbar klar:
      spiegel.de/politik/deutschland…-zu-merkel-a-1038375.html

      Aber du hast Recht. Es ist nicht so, dass das ein absolutes Ausschlusskriterium wäre. Aber es macht die Sache doch schwerer. Selbst wenn man Single ist gehen die Leute davon aus, dass man irgendwann auf irgendeiner Betriebsfeier mit einer Freundin auftaucht. Wenn da nie etwas kommt, wird dass schon komisch (und ich kann auch verstehen, dass das komisch auf die Leute wirkt, wenn man mal sieht, was für Deppen es manchmal schaffen eine Beziehung zu führen). Sobald man sich dann mal mit jemand anfreundet kommt das als Thema auf. Und dann ist eben die Frage, wie geht man damit um. (Ist auch nicht unmöglich, aber eben eine von den vielen Dingen, die einem das Leben unnötig schwer machen). Ich habe auch bei größeren Fernmegameetings mit Kollegen am Flughafen gesessen und gewartet. Die gingen dann die Anmeldungslisten durch und haben gekuckt, welche vermeintlichen Schwulen/Lesben mit gleichgeschlechtlichen Partnern angemeldet waren. Ist wohl deren Art von Fun. Nicht so sehr um die Leute zu diskriminieren, sondern mehr im Sinne von "ich habe es doch gewusst". Naja. Nerviger Scheiß halt.
    • konvolution wrote:


      Gilt dann auch für andere Festivitäten, wenn man z.B. im kleinen Kreis Neujahr feiert werden eher ein zwei andere Paare eingeladen. Der Single, der bekannt ist sich bei Feiern ziemlich heftig zu betrinken (macht es deutlich einfacher Feiern zu überstehen) bleibt außen vor.


      Es wird schwieriger, jenseits der "twentys", im Fluss mit zu schwimmen, wenn man ein bißchen anders ist. D. h., wenn man länger oder immer Single ist, wenn man einfach nicht der Norm entspricht, die für Menschen jenseits der 20 vorgeschrieben werden.
      Rot Orange Gelb Grün Blau Violett
    • Ja auf jeden Fall kann ich das bestätigen. Ab 30 Jahren wird man als Studentin eben komisch angeguckt oder wenn man keine Kinder will und nicht verheiratet ist. Ich fand das Leben in den 20ern DEUTLICH einfacher. :roll:
      ~Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden.~
    • Gilt dann auch für andere Festivitäten, wenn man z.B. im kleinen Kreis Neujahr feiert werden eher ein zwei andere Paare eingeladen. Der Single, der bekannt ist sich bei Feiern ziemlich heftig zu betrinken (macht es deutlich einfacher Feiern zu überstehen) bleibt außen vor.

      Sich betrinken ist doch keine Lösung... und gefährlich ist es obendrein! Sogar in doppelter Hinsicht! Zum einen, weil es gesundheitsgefährdend ist, wenn man sich zu heftig betrinkt (wenn man Pech hat wacht man dann irgendwann mit neurologischen Schäden auf, wenn überhaupt...) und zum anderen, weil Leute es gerne ausnutzen, um einem was anzutun (beklauen oder Sonstiges), wenn man in einen hilflosen Zustand gerät. Und in einen hemmungslos wehrhaften Zustand geraten kann noch Schwierigkeiten ganz anderer Art auf den Plan rufen.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.

      The post was edited 1 time, last by Lex ().

    • Ich trinke gerne. Es ist ein Teil meiner Lebensgestaltung. Den Abend über ein paar Bier und zwei Flaschen Wein zu besonderen Aktivitäten kommt in etwa hin. Ja, ich bin immer noch in der Lage normal zu gehen. Ich bin deutlich entspannter. Ich genieße es deutlich mehr. Und ich kann auch einen Monat komplett ohne Alkohol auskommen (bin also kein Alkoholiker).

      Dass ein kleines Stück meines Hirns auf der Strecke bleibt ist mir egal. Wir leben schließlich keine 1000 Jahre. :) Und sonderlich gefährlich ist mein Umfeld nicht. Nein, eine Lösung ist es nicht. Aber eine Torte ist auch keine Lösung und trotzdem isst man ein Stück davon.

      The post was edited 1 time, last by konvolution ().

    • Okay, das ist dann ja nicht volltrunken... das ist was anderes. Was ich meinte war nicht das allmähliche Absterben von Hirnzellen, was bei Alkis nach Jahren irgendwann zu vorzeitiger Debilität, Störungen des Bewegungsapparats und sonstwas führen kann, sondern ich bezog mich durchaus auf etwas, was auch jungen, im Prinzip gesunden Menschen ganz plötzlich widerfahren kann. Ich habe zum Beispiel mal einen jungen Mann getroffen, der hatte es auf einer Party zu toll getrieben mit dem Saufen, so dass ihm die Lichter ausgegangen sind. Vorher war er ein talentierter Künstler, aber nach dieser Sache hatte er neurologische Schäden zurückbehalten, die die Feinmotorik seiner Hand beeinträchtigen, wodurch er das Zeichnen nicht mehr richtig hinbekommt und somit sein Lieblingshobby nicht mehr ausüben kann und es dürften sich wohl auch andere Probleme im Alltag für ihn ergeben haben durch seine Einschränkung. Sowas gibt einem schon zu denken...
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Wüstenblume wrote:

      Ja auf jeden Fall kann ich das bestätigen. Ab 30 Jahren wird man als Studentin eben komisch angeguckt oder wenn man keine Kinder will und nicht verheiratet ist. Ich fand das Leben in den 20ern DEUTLICH einfacher. :roll:

      Ich fand das Leben in den "Twentys" auch einfacher, unschuldiger.
      Vieles ist naiver, man macht sich nicht soviele Gedanken, und kriegt auch leichter Kontakte.
      Ok, ich hatte schon immer große Schwierigkeiten Kontakte zu knüpfen, aufgrund von AS, Ängsten und Misstrauen Menschen gegenüber.
      Aber in den Twentys war alles noch nicht so auf Beziehung und Familie gepolt. Als ob man einfach freier miteinander umgegangen ist.
      Heute hat man gewisse gesellschaftliche Normen einfach zu erfüllen. Ansonsten ist man außen vor, oder muss sich halt Menschen suchen, die ähnlich sind.
      Rot Orange Gelb Grün Blau Violett
    • Ich glaube der Sache, dass Nichtauthisten automatisch glücklich sind und Authisten im Umkehrschluss wohl zum unglücklich sein verdammt sind, kann man so nicht sagen.
      Meiner Meinung kommt es auf die Familie, deren Rückhalt und ob dem Authist die Möglichkeit geboten wird Menschen zu haben, den er sich anvertrauen kann. Bedingt kann ich vom mir sagen, dass ich mich alleine fühle. Das ist vielleicht in Situationen der Fall wo ich mich vielleicht etwas anders als die Anderen verhalte und wo ich mich mal von gewissem Schwarmverhalten abwende und die Sache etwas anders mache.

      Wo ich in einem Kreis zusammen bin, wo sich Menschen ein Hobby von mir teilen, da fühle ich mich durchaus gut aufgehoben. Aber auch bei Normalos kann es sein, dass diese auch mal bewusst alleine seien möchten, weil sie vielleicht einen Moment mal brauchen wo sie gestresst sind oder etwas erlebt haben und jetzt das Gefühl haben sie müssen einfach mal runter kommen, sich entschleunigen und mal zur Ruhe kommen.
    • rhelms wrote:


      Meiner Meinung kommt es auf die Familie, deren Rückhalt und ob dem Authist die Möglichkeit geboten wird Menschen zu haben, den er sich anvertrauen kann.


      Vor allem kommt es auch darauf an, wie man die Vergangenheit erlebt hat. Ob man Erfolgserlebnisse hatte, als Mensch wertgeschätzt worden ist. Oder ob man meistens Ablehnung und Ausgrenzung erfahren hat.
      Wenn man schon in jungen Jahren, bis in's Erwachsenenalter gelitten hat, ist es schwer noch ein einigermaßen stabiles Selbstwertgefühl aufzubauen.. :cry:
      Rot Orange Gelb Grün Blau Violett