Asperger und AD(H)S

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    • Finde ich gut:




      ...wobei ich gerne noch mehr Filme und Bücher fände, wo die Stärken betont werden und wie man das erreichen kann, gut zu leben.

      Bei mir sitzt z.b tief: "du kannst etwas dafür. Bemühe dich mehr. Sei langsam. Ordne deine Gedanken. entscheide dich für ruhige Gedanken. Lass doch mal was weg. Hör richtig zu.
      Sei ordentlicher"...............udvm.

      Ich bekomme es nicht damit weg: "ist ja nur die Amygdala etc, du kannst nichts dafür". Das greift nicht, alles andere ist lauter und schon tief eingebrannt.
      Kennt ihr das auch?
      Was hilft euch?
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Linnea wrote:

      Kennt ihr das auch?
      Was hilft euch?
      1. Vor allem das "Du musst dich nur mehr bemühen", "Du bist selber Schuld wenn du das nicht hinbekommst" und ähnliches sitzt tief. Es gibt Phasen, da denke ich diese Vorwürfe überwunden zu haben und dann kommt wieder so ein Kommentar inkl. Herabsetzung (letztens erst durch eine sehr nahestehende Person) und es triggert mich sehr, verletzt mich so unglaublich. Es folgt Traurigkeit, Hilflosigkeit nicht verstanden zu werden. Zum einen, weil ich manche Dinge gerne können würde und es mir einfach nicht möglich ist, zum anderen, weil ich nicht so akzeptiert werde wie ich bin und dadurch wieder dieses "falsch sein", "weniger wert sein" hoch kommt. Doppeltes Salz in der Wunde quasi. Ich komme dann immer wieder in Selbstzweifel und frage mich, ob ich mich wirklich nur anstelle. Ich bin mit dem Mindsetting aufgewachsen, dass man alles kann wenn man nur will und sich anstrengt. Das kollidiert immer wieder mit meinen Erfahrungen und funktioniert nur kurzzeitig und zu hohen Preisen. Trotzdem möchte ich mich nicht auf meinen Problemen ausruhen und versuche Strategien und Workarounds zu finden, allerdings zu meinen Bedingungen und zu mir passend, das ist jetzt neu.

      2. Kurzzeitig hilft es mir mich daran zu erinnern, dass mein Therapeut mir genau das gesagt hat (Sie können nichts dafür.). Und ich gebe mir dann selbst ausdrücklich die Erlaubnis, ich zu sein. Ein bisschen wie der Thread von Lefty, ich sage mir: "es ist in Ordnung das grade nicht zu können". Und auch: "es ist in Ordnung deshalb jetzt traurig zu sein". Ich gebe mir selbst das Verständnis, welches ich mir wünsche und nehme mich selbst an, oder versuche es zumindest.
      Langfristig greift es bis jetzt noch nicht, ob es das irgendwann tut bleibt nur zu hoffen.
    • Ginkgo wrote:

      frage mich, ob ich mich wirklich nur anstelle. Ich bin mit dem Mindsetting aufgewachsen, dass man alles kann wenn man nur will und sich anstrengt. Das kollidiert immer wieder mit meinen Erfahrungen und funktioniert nur kurzzeitig und zu hohen Preisen. Trotzdem möchte ich mich nicht auf meinen Problemen ausruhen und versuche Strategien und Workarounds zu finden,
      Ja, so sieht es in mir auch aus.

      Ginkgo wrote:

      allerdings zu meinen Bedingungen und zu mir passend, das ist jetzt neu.
      das muss ich noch sortieren und finden.

      Ginkgo wrote:

      2. Kurzzeitig hilft es mir mich daran zu erinnern, dass mein Therapeut mir genau das gesagt hat (Sie können nichts dafür.). Und ich gebe mir dann selbst ausdrücklich die Erlaubnis, ich zu sein. Ein bisschen wie der Thread von Lefty, ich sage mir: "es ist in Ordnung das grade nicht zu können". Und auch: "es ist in Ordnung deshalb jetzt traurig zu sein". Ich gebe mir selbst das Verständnis, welches ich mir wünsche und nehme mich selbst an, oder versuche es zumindest.
      Langfristig greift es bis jetzt noch nicht, ob es das irgendwann tut bleibt nur zu hoffen.
      Seufz...es soll bitte bei uns greifen endlich. Wurzeln. Das wäre traumhaft.


      Was ich am ehesten kann jetzt, iist, mich loben, auch für einfache Dinge, wenn ich sie schaffe.
      Und das mit dem "du darfst darüber traurig sein" geht auch ein bisschen.

      Das " Ich kann nichts dafür" geht nicht wirklich. Ich spüre in mich und da ist Widerstand. Verurteilung.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)

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    • Dingdong...... :thumbup: :| 8o :)


      aufgeregt, freudig, heulerig.....am 7.2 20 ist das 60 Minütige Erstgespräch, dann 3 Folgetermine in der Fliednerklinik!
      Puh. Geschafft. :cryforjoy:
      Gefühlte 100x besetzt...dann eine nette Dame am Telefon, sehr nett zum Glück.
      Ich bin bewegt und nervös.
      Naja, wird wohl abebben und dann nochmal fluten, wenn es näher rückt. Om.
      Noch Zeit fürs Finden der Zeugnisse. :d
      Und die Berichte der Theras.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Ich wünschte nach wie vor man würde zumindest routinemäßig Kombidiagnostik für Autismus+ADHS anbieten. Alles, was bei dir für Autismus spricht, kann das erreichen der Punktzahl für ADHS-Fiagnose erschweren. Soll heißen im Grunde müsstest du ansprechen, dass du vermutest, dass bei dir beides vorliegt, aber selbst dann würden die Fragebögen das nicht berücksichtigen.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Wenn eine ausgeprägte ADHS im Vordergrund steht ist es "einfacher". Es ist möglich systematisch zu einer umfassenden Diagnose zu gelangen.

      Im Anschluss an eine ADHS-Diagnose wird eine dementsprechende eine Pharmakotherapie gestartet. Nach der langen Einstellungsphase wird durch die Wirkung der Pharmakotherapie die ADHS-Thematik entschärft und in den Hintergrund rücken. Wenn sich eine ASS dahinter verborgen hat wird diese nun "sichtbar", weil dann eben die zu erwartende Besserung der Gesamtsituation so nicht eintreten wird. Dies ist dann der Zeitpunkt, an dem ein ASS-Test auch zu einer ASS-Diagnose führen wird - was sonst womöglich nicht der Fall wäre.

      Die Gesamtsituation verändert sich durch die Pharmakotherapie gewiss und einige ADHS-Probleme werden entschärft. Dafür können Wesensmerkmale einer ASS nun ungestört in Aktion treten. Z.B. stundenlanges sich im Detail verlieren ohne das impulsiv-genervte davonlaufen, alles wegschmeissen oder zu einer anderen Tätigkeit zu springen.

      Gewiss, ich bin überzeugt dass die Kombination von ADHS und Asperger allen NT bei weitem geistig überlegen sind. Aber nur wenn sie in der jeweiligen Situation erkennen können, welche der beiden gegensätzlichen Stärken "Gaben" (ADHS & ASS) jetzt von nutzen ist. Und dann auch noch bewusst steuern können welche denn nun eingesetzt werden soll.

      Trotzdem bliebe dann noch die niederschmetternde Unterlegenheit bei den ToM-Fähigkeiten (Theory of Mind), welche in der von NT dominierten Welt anscheinend von grösserem Nutzen ist.
      Ich geistere seit Urzeiten durch den Alpenraum... 8o - Seit dem DSM-V existiere ich offiziell! :d
    • Lex wrote:

      Ich wünschte nach wie vor man würde zumindest routinemäßig Kombidiagnostik für Autismus+ADHS anbieten. Alles, was bei dir für Autismus spricht, kann das erreichen der Punktzahl für ADHS-Fiagnose erschweren. Soll heißen im Grunde müsstest du ansprechen, dass du vermutest, dass bei dir beides vorliegt, aber selbst dann würden die Fragebögen das nicht berücksichtigen.
      Ja, da ist mein Dilemma.

      ....
      Ich will erstmal keine Medikamente, @ADHD-Aspie.
      Erst ausschöpfen, was sonst angeboten wird.

      Vulkan wrote:

      Glückwunsch zum Erstgesprächstermin.

      Du hast ja noch genügend Zeit alle Unterlagen zusammen zu suchen.
      Danke, ja. Ich beginne schon morgen damit.
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      (Sylvia Boorstein)
    • Was mich heute ärgert..Adhs halt..vor lauter Klinikgedanken, Job, für den Sohn etwas einstellen, schnell noch einkaufen.. habe ich meinen geliebten Theatertherapietermin heute versemmelt. :(
      Die Leiterin frug eben, ob alles okay ist. :oops: So ein shit. Einfach weg aus meinem Kopf,
      obwohl es mir wichtig ist. Das passiert mir zum Glück sehr selten so krass.
      Menno. :?

      und was doof von mir ist und peinlich :m(: ..ich bin sauer auf den Ex, also Vater vom Sohn, weil der so lange hier hockte und redete und ich dann echt raus war aus allem.
      Dabei ist er natürluch nicht schuld. Klar. :thumbup:
      Aber so doof bin ich dann manchmal.
      Ich bin untröstlich über mich selber.
      Wie kann das abhauen aus den Gedanken, wenn es mir am Herzen liegt? x( :evil: :(
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      (Sylvia Boorstein)

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    • @Linnea

      Wer will denn schon Medikamente... Aber bei mir kommt erst mal die Familie, dann der Job. Und erst wenn's dort läuft stelle ich mir die "Luxus"frage ob ich die Medikamente nun will oder - eigentlich ja nicht.

      Der Nutzen kann in Frage gestellt werden, aber es gibt doch mehrere Studien die belegen, dass bei ADHS eine Pharmakotherapie die Gesamtsituation oft verbessert, was bei anderen Methoden nicht wissenschaftlich erhärtet ist. [Krause&Krause, ADHS im Erwachsenenalter]

      "Kombidiagnostik" klingt gut - gibt es m.E. aber (noch) nicht. Die beiden Themen sind Grundverschieden und haben daher spezifische Fragebögen.
      Die einzige Gemeinsamkeit die ich erkenne sind die betroffenen Bereiche im Gehirn (striatofontale, neurologische Dysfunktion). Die Funktionsweise in diesen Bereichen unterscheidet sich von jener bei den NT.
      Da diese andere Funktionsweise sowohl bei ADHS wie auch bei ASS in denselben Bereichen im Gehirn stattfindet sind Überschneidungen bei der Symptomatik nachvollziehbar. Daher "liegt es für mich auch auf der Hand" (RW), dass beide "Störungen" koexistieren können.

      Dies könnte dann als Aufmerksamkeitsdefizit-, Hyperaktivitäts- und Autismus-Spektrum-Störung (ADHASS) betitelt werden?
      Ich geistere seit Urzeiten durch den Alpenraum... 8o - Seit dem DSM-V existiere ich offiziell! :d
    • Ich denke du hast es noch nicht ganz verstanden. Die beiden Gebiete sind nur deshalb grundverschieden, weil sie in grundverschiedener Form definiert wurden. Ich versuche es mal symbolisch zu erklären (eine Farbe = ein Symptom. Farbvermischungen gibt es hier nicht, also eventuelle Verwandtschaften zwischen Farben können ignoriert werden):

      Menschen, bei denen eine Kombination aus blau, gelb, grün, schwarz und türkis vorliegt, sind Autisten, das wurde so definiert. (Wobei in DSM-V ergänzt wurde, dass eventuell auch orange vorliegen kann.)

      Menschen, bei denen eine Kombination aus rot, lila, orange und weiß vorliegt, haben ADHS, das wurde so festgelegt.

      Nur sind die Menschen in Wahrheit viel bunter. Denkt mal zum Beispiel an Frau Müller. Frau Müller hat blau, orange, lila, braun, rot, gelb, grau, grün und türkis. Als was soll sie denn nun diagnostiziert werden? Oder soll man sie einfach für gesund erklären, obwohl sie sogar mehr Symptome hat als die beiden oben Genannten?

      Wenn man sich von diesen ganzen Regenschirmdiagnosen vorübergehend lösen würde und einfach sämtliche Symptome verschiedener Menschen erfassen würde, würde man vielleicht zu dem Schluss kommen, ganz neue Regenschirme (Cluster) bilden zu müssen, bisherige Cluster und "Einzelstörungen" teils zu verbinden oder auch sich von Clustern ganz zu lösen und einfach festzustellen, dass manche Menschen über eine Vielzahl neurologischer Symptome verfügen und man mit entsprechenden Instrumenten einfach alle, die vorliegen, erfassen müsste. Aber das wird nicht passieren, solange schon die "Grundschubladen" unterschiedlich sind, man z. B. das eine als Entwicklungsstörung definiert und das andere nicht, man manches mehr auf Psychischer- und Verhaltensebene betrachtet, anderes als tatsächliches neurologisches Problem, wieder anderes als spezifische Art von Lernstörung usw.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Ja genau...Ich bin ein bunter Regenschirm. :)

      .....
      Und das mit den Medikamenten ist auf "mich" bezogen, nicht auf die , die es brauchen .
      Ich möchte erst andere Wege versuchen...angeboten bekommen.
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      (Sylvia Boorstein)
    • Linnea wrote:

      Ja genau...Ich bin ein bunter Regenschirm.
      Deine Sichtweise gefällt mir. :nod:

      Linnea wrote:

      Ich möchte erst andere Wege versuchen...angeboten bekommen.
      Ich sprech aus Erfahrung, wenn ich sag: Es geht auch ohne Medis. Man muss da halt nur seinen eigenen Weg finden. Ich drück dir die Daumen, dass du deinen Weg findest. :nod:
      "Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen."
      Erasmus von Rotterdam
    • AdAs oder AdhAs...Wäre die neue Bezeichnung.
      Oder es gäbe eben einen neuen Namen .

      Das Bunteschirm- Syndrom. :d


      Im Ernst...Es gibt ja noch diese Scannerpersönlichkeiten ...Manche nennen sich bunte Zebras. ..die oft auch hs oder hb sind und wo auch viel von den Farbbeispielen,( sprich :Eigenschaften und Symptomatiken), wie Lex erwähnte, in ihnen wohnen .
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      (Sylvia Boorstein)

      The post was edited 2 times, last by Linnea ().