Asperger und AD(H)S

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      @Linnea: man kann auch versuchen sich auf die angenehmen Körperempfindungen zu konzentrieren (z. B. angenehme Wärme spüren, ein Körperteil, das sich gut anfühlt oder aber auch Geräusche der Umgebung (oder Stille) die man als 'normal' empfindet). Du kanntest glaube ich auch Levin, oder? Da geht es ja auch darum den Körper aus dem Alarmmodus heraus zu bringen in einen entspannten Zustand.
      Oder sich innerlich einen Wohlfühlort vorstellen an dem alles schön und sicher ist. Wobei das schwierig sein kann, wenn das Vertrauen fehlt oder man noch nie ein gefühl der Sicherheit und Geborgenheit gespürt hat.
      Ich wünsche Dir, dass Du bald das Richtige für Dich findest. :)
      „Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“
      Rumi
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      kikilino wrote:

      Oder sich innerlich einen Wohlfühlort vorstellen an dem alles schön und sicher ist. Wobei das schwierig sein kann, wenn das Vertrauen fehlt
      Ja.
      Ich kenne es von Traumatherapie..der Ort des -Schutzes..war kurz einer, dann schlich sich wieder etwas ein.
      Zum Mäusemelken.

      kikilino wrote:

      Ich wünsche Dir, dass Du bald das Richtige für Dich findest.
      Danke. Ich bleibe dran.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”


      (Sylvia Boorstein)
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      Ich weiß nicht, ob ich das mit dem Lautsprecher habe meine eigenen Wahrnehmungen betreffend, ich glaube nicht. Also, ich denke nicht ständig: oh, eine Fliege und dergleichen. Wenn ich etwas wahrnehme, das mir auffällig ist, dann nehme ich das meist nur zur Kenntnis, ohne innere Worte dazu - glaube ich. Und gerade draußen, wenn andere Menschen um mich herum sind, dann fallen mir z.B. glitzernde Dinge auf oder abstehende Haare, aber das zieht dann nur meinen Blick an, ohne dass ich etwas dabei denke (das Glitzern gefällt mir, die abstehenden Haare stören mich). Das meiste von meiner Umgebung nehme ich überhaupt nur wahr, wenn es mich stört - wenn es mich von meinen Gedanken ablenkt - oder halt, wenn es sehr schön ist und meinem Gehirn eine Art Beruhigung beschert.

      Den "Lautsprecher" für die Außengeräusche habe ich aber definitiv. Ich höre "alles" und kann nichts filtern und wenn es richtig arg viel wird (was z.B. passiert, wenn ich zusätzlich in einer fremden Umgebung bin), dann kommt es manchmal auch dazu, dass ich weinen muss. Das verbuche ich mittlerweile unter Overload und Meltdown, weil die Beschreibungen hierzu für mich passend sind, also dieses innere Erstarren und nur noch auf Autopilot funktionieren bishin zu Weinen halt oder "Ausbruch" (in Form von Schimpftiraden z.B.)
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      "Mein Kopf fühlt sich oft an, als sei da ein Lautsprecher installiert worden, der wie die Sprachausgabe beim Smartphone funktioniert. Er liest einfach alles laut vor, was er sieht. Und damit meine ich: absolut alles. Oh, es ist heiß, ich schwitze, schönes Kleid hat die, die Blume da sieht ja eklig aus, wo kommen diese Fliegen her, meine Güte, ich habe Hunger, nein, ich habe Durst, nein, ich habe Kopfweh, nein, doch Hunger, oh, das Buch wollte ich ja noch lesen, erst mal rauchen, ich rauche zu viel, ich kriege bestimmt Krebs, Blasenkrebs oder so etwas, habe ich da schon wieder einen Pickel, wieso guckt der so, was stimmt mit mir denn nicht? So in etwa sieht das in einem Bruchteil einer Sekunde in meinem Kopf aus."

      Das hat mich noch beschäftigt gestern, meine Frage: ist es nicht normal, dass meine seine eigenen Gedanken wie: "Ach, das Buch wollte ich ja noch lesen!" selbst hört/mitbekommt? Sonst wüsste man ja gar nicht, was man denkt.?

      Oder geht es hier eher um die Sprunghaftigkeit und Menge der Gedanken? Das hätte dann aber m.E. nichts mit dem "Lautsprecher" zu tun, also der Zusammenhang erschließt sich mir nicht so richtig.

      Ich kenn das jedenfalls sehr gut, dass ich mein Gehirn verfluche, weil es nicht aufhört, es spinnt sich unter Stress von einem Gedanken zum nächsten und kommt nicht zur Ruhe. Auch beim Reden passiert das unter großem Stress, dass ich Sprechdurchfall kriege, aber das ist dann weniger sprunghaftes Denken als vielmehr eine Endloskette an aufeinander folgenden Gedanken, wo auf jeden ausgesprochenen Gedanken der nächste folgt (also schon zusammen hängend).
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      Linnea wrote:

      kikilino wrote:

      Oder sich innerlich einen Wohlfühlort vorstellen an dem alles schön und sicher ist. Wobei das schwierig sein kann, wenn das Vertrauen fehlt
      Ja.Ich kenne es von Traumatherapie..der Ort des -Schutzes..war kurz einer, dann schlich sich wieder etwas ein.
      Zum Mäusemelken.

      Ja, das ist sehr nervig und kann auch entmutigend wirken. Vielleicht ermutigt es Dich, wenn ich Dir von mir etwas erzähle: ich habe das auch erlebt. Ich habe ja schon geschrieben, dass ich mit der 'Inneren-Kind-Therapie' gearbeitet habe und das hat bei mir sehr gut funktioniert...auch, wenn es sehr langwierig war und extrem viele Wiederholungen bauchte, bis mein inneres Kind meine Botschaft annehmen konnte. Jetzt ist dieses Traumakind in mir integriert (das merkt man dann ja daran, dass die Gefühle und Glaubenssätze nicht mehr hoch kommen). Das wirst Du mit der zu Dir passenden Technik auch schaffen, daran glaube ich und ich drücke gaaanz dolle die Daumen, dass es immer wieder kleine Fortschritte gibt, die Dich ermutigen und stärken werden. Alles Gute und Passende für Dich und Deine lieben inneren Kinderchen. :)
      „Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“
      Rumi
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      Lefty wrote:

      Ich weiß nicht, ob ich das mit dem Lautsprecher habe meine eigenen Wahrnehmungen betreffend, ich glaube nicht. Also, ich denke nicht ständig: oh, eine Fliege und dergleichen. Wenn ich etwas wahrnehme, das mir auffällig ist, dann nehme ich das meist nur zur Kenntnis, ohne innere Worte dazu
      Das ist bei mir auch so. Meine Wahrnehmung ist ohnehin meist nach innen gerichtet, vermutlich als Schutzmechanismus. Wenn ich sie nach außen richte, ist es mit der Aufmerksamkeit ähnlich wie von der Dame beschrieben, aber eben nicht als Worte oder Gedanken sondern nur als reine Wahrnehmung.

      Störender ist für mich die Gedankenkette, die Wahrgenommenes manchmal auslöst. Ich sehe eine Grünlilie, dann erscheint (parallel zur normalen Wahrnehmung und Gedankenwelt) eine Erinnerung aus der Grundschule, wo unsere Lehrerin jedem Kind ein Ableger mitgab. Dann sehe ich eine leere Kakaodose mit Schlitz im Deckel für ein Gruppenspiel und parallel dazu die Kletterwand an der Turnhalle und ein brennendes Teelicht auf jedermanns Pult. In der nächsten Sequenz folgen pro jeder Erinnerung nochmals 2-3, bis ich irgendwann gefühlt tausend Dinge gleichzeitig denke, mein Hirn nicht mehr mitmacht und ich nur noch den Tinnitus höre und sich mein Hirn wie Brei anfühlt. Dann bin ich einige Stunden bis Tage k.o., je nachdem wie schnell es mir gelang diesen Gedankenmarathon zu unterbrechen.
      Das ist auch nicht nur mit Erinnerungen so, sondern auch mit anderen Gedanken, Ideen, Vorstellungen. Denkfokussierungsstörung quasi. Ständig plöppen irgendwelche PopUp-Fenster auf bis der Arbeitsspeicher überlastet ist, wie bei einem PC-Virus. Das Hirn überhitzt, stürzt ab und irgendwann geht es von vorne los :m(: Deshalb versuche ich immer meine Gedanken unter Kontrolle zu halten, und diese ganzen Assoziationen wegzuschieben bzw. nicht bewusst zu erfassen. Mich überfordert das und ich bekomme deshalb oft nichts oder nur wenig von meiner Umwelt mit. Oder kriege meinen Alltag nicht gebacken. Genau hier hilft mir zB das Medikinet gut, da kommen die Gedanken nicht alle auf einmal wie PopUps sondern alle schön brav hintereinander und es scheint sich eine Art Gedankenschleifenschutz einzuschalten. Ein Bewusstmachen der Konzentration hilft auch, ist aber je nach Zustand nicht immer möglich und braucht enorm viel Übung und Willenskraft. Irgendwas Wichtiges dazu wollte ich noch schreiben, aber ich habs beim Ausformulieren vergessen :oops:
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      Das mit den Assoziationsketten und weiter ploppen kenne ich auch.
      Bisweilen sehr erschöpfend.
      Früher war ich eher noch eher schöpferisch bis zum umfallen.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”


      (Sylvia Boorstein)
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      Ich formuliere auch keine Gedanken sprachlich sondern es sind eher Eindrücke oder Erinnerungen, eher Bilder als Text.

      Was du schreibst @Ginkgo kommt mir im Ansatz bekannt vor, aber bei mir bricht die Assoziationskette ab wenn ich dann den nächsten Sinneseindruck von außen habe. Also da springt mein Gehirn dann weiter. Dieses "Springen" von einem Eindruck oder Gedanken zum nächsten habe ich allgemein oft, der löst dann aber die vorherigen Gedanken oder Eindrücke ab und daher ist es nur nervig aber keine Gefahr der Überlastung.
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      Linnea wrote:

      Auf dem Weg kann man leider vergessen, was man ursprünglich tun oder sinnieren wollte.
      Das ist wahr, passiert mir allerdings verhältnismäßig selten. An Vorhaben, Terminen etc. hält sich ein Teil meiner Aufmerksamkeit verkrampft fest und früher oder später erinnere ich mich an wichtige Dinge. Das kostet allerdings auch wieder viel Energie, ein loslassen und gelassen sein ist dadurch nicht möglich.
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      kikilino wrote:

      Oder sich innerlich einen Wohlfühlort vorstellen an dem alles schön und sicher ist. Wobei das schwierig sein kann, wenn das Vertrauen fehlt oder man noch nie ein gefühl der Sicherheit und Geborgenheit gespürt hat.
      Stimmt, bei mir klappt das immer nicht. Selbst in meiner Vorstellung springe ich an dem Ort nach ein paar Sekunden auf voller Unruhe oder fühle mich allarmiert, wenn ich versuche zu entspannen. Mal abgesehen davon, dass mein bildliches Erinnerungs- und Vorstellungsvermögen ohnehin stark eingeschränkt ist.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
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      Ich kenne das mit dem Lautsprecher, wenn meine Reserven aufgebraucht sind.
      Dann sitze ich im Raum und das Licht wird immer greller, dass ich die Augen schließen muss.
      Die Laute um mich herum tönen schleichend von außerhalb meines Ohres bis innerhalb meines Gehirns, da gibt es kein Entkommen mehr.
      Alles wirkt so übertrieben und überwältigend. Da denke ich mir auch, wozu Drogen nehmen, wenn ich sowas auch so erlebe und es ist nicht schön.

      Zeitlich flexibel konnte ich aber nicht arbeiten, gerade davon wurde ich krank.
      Um-die-Ecke-denken fällt mir ebenfalls nicht leicht.
      Das kommt aber gut hin "weil sie vergesslich, verplant oder schusselig wirken können".

      Bei der Beschreibung ihrer Gedanken wurde mir schwindelig. XD
      Dieser "Lautsprecher", merke ich gerade, damit meint sie, dass ihre Gedanken laut in ihrem Kopf wieder hallen.
      Das habe ich dann falsch verstanden, wobei das bei mir auch so ist, ich habe das aber bei mir als Selbstgespräche eingeordnet. :roll:
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
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      Ja, Selbstgespräche sind es. Ich habe mich da heute bewusst beobachtet. ... und natürlich dokumentiere auch ich nicht alles , was ich wahrnehme.
      Aber da oben ist viel los .
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      (Sylvia Boorstein)