Asperger und AD(H)S

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    • Nach der Beschreibung könnte es durchaus am Asperger liegen. Es könnte aber auch einem starken Wunsch nach persönlicher Abgrenzung entspringen, der sich natürlich in deiner Biographie begründen kann.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Ich habe mir nun ein Buch bestellt:

      books.google.de/books?id=3oIwB…hl=de#v=onepage&q&f=false


      Suche dir Menschen, die dir guttun: Coaching für Erwachsene mit ADS


      Wurde sehr empfohlen in einer Gruppe auf FB. :thumbup:
      Noch habe ich sonst kein Forum gefunden, wo ich mich auch heimisch fühle.

      Sonst habe ich eine Arbeitskollegin, die immer mal Tipps gibt und mit der ich mich austauschen kann einmal die Woche.
      Ich merke, das ist mir gerade zu wenig...ich bin so voll mit allem. :oops:
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • gudrun-neldner.de/

      Noch'n Blog
      Eichhörnchen; das
      Veröffentlicht am 17.07.2019
      Verbreitungsgebiet: weltweit; oft in unmittelbarer Nähe von Menschen mit ADHS
      "Iiiich? Ich hab doch keine ADH - o, guck mal, ein Eichhörnchen!"
      Jetzt weißt du, wie ich (auf den letzten Drücker) auf diesen Titel kam.
      Es geht in dem Buch nicht nur heiter, selbstironisch und lustig zu; dazu ist das Thema viel zu ernst. Viel zu ernst! Der Umgang der Gesellschaft mit dieser Diagnose treibt viele über die reine Verzweiflung hinaus ...
      Ohne eine gehörige Portion Humor ist ADHS deswegen meiner Meinung nach nicht zu ertragen.
      Ich selbst bin davon überzeugt, dass ADHS mein Leben nicht nur sehr belastet hat, sondern ich nicht (mehr) darauf verzichten möchte. Aber lies selbst ...
      Ganzen Eintrag lesen »


      und ihr Buch zum reinschnuppern:

      amazon.de/Eichh%C3%B6rnchen-da…9430217#reader_3749430217
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Soweit ich las, ist sie eine der wenigen, die das so tut.
      Daher interessiert es mich.
      Weil ich es auch selten lustig finde.
      Ich hoffe auf .. Inspirationen oder Ideen, wie man es anders sehen und tun kann.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Linnea wrote:

      Soweit ich las, ist sie eine der wenigen, die das so tut.
      Nein, ist sie nicht. Mina Teichert schreibt auch so, in Blogs, AD(H)S-Foren und in Interviews mit Betroffenen les ich immer wieder diesen Ton.

      Hab jetzt aber gelesen, dass sie (die verlinkte Autorin) schon Selbstmord begehen wollte, also ist dieser Humor vielleicht ihre einzige Möglichkeit, mit der Störung zu leben.
    • Lefty wrote:

      Mina Teichert schreibt auch so
      Kenn ich nicht, zumindest nicht bewusst...danke, da gucke ich mal.

      Lefty wrote:

      also ist dieser Humor vielleicht ihre einzige Möglichkeit, mit der Störung zu leben.
      das kann gut sein.

      Linnea wrote:

      ...""Viel zu ernst! Der Umgang der Gesellschaft mit dieser Diagnose treibt viele über die reine Verzweiflung hinaus ...
      Ohne eine gehörige Portion Humor ist ADHS deswegen meiner Meinung nach nicht zu ertragen..""
      kann ja ab einem bestimmten Zeitpunkt für sie ein hilfreiches Umschwenken gewesen sein.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Lefty wrote:

      Ich kann an meinem ADS leider selten was lustig finden und wundere mich darüber, dass AD(H)S-Betroffene oft in diesem lustig-fröhlichen Ton schreiben, als gäbe es nichts Ulkigeres, als mit dieser Störung zu leben.
      Da passt der Spruch:
      Humor ist, wenn man trotz dem lacht.

      Ich habe auch etwas gebraucht, bis ich über mich selbst und meine dusseligkeit lachen konnte.

      Jetzt tue ich es gerne. Es hilft mir genau so wie anderen, die ja von den Situationen (Schlüssel vergessen, was anderes vergessen, abgelenkt, …) auch immer betroffen sind.


      Stell dir mal folgende Situation vor: Du willst jemandem etwas mit bringen, kommst hin und hast es nicht dabei. Dann meint der zu dir: „Du würdest deinen Kopf vergessen, wenn der nicht angewachsen wäre“

      Option ärgern
      Sauer sein auf die Person, auf sich selbst → Stress, Schuldzuweisungen, ….


      Option Humor
      „Selbst den würde ich dann irgendwo vergessen“ oder „vielleicht hätte ich mir XXX anwachsen lassen sollen - wer macht passende OPs?“ o.ä. → zusammen drüber witzeln. → zusammen Problem lösen.
      Wird schon si hoc legere scis nimium erutitionis habes
    • Es gibt zum Beispiel auch ne ADHS-Facebookgruppe, wo sie einen Thread haben ähnlich wie der eine hier im Forum, also so einer alla: "Du merkst, dass du ADHS hast, wenn..." und dann kommen halt so Sachen, Anekdoten über Schusseligkeiten und so, die man mit Humor sehen kann.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Ich nehm mein ADS (und auch mein AS) auch lieber mit Humor. Ändern lässt sich das eh nicht, also warum drüber ärgern? Dann lieber drüber lachen. Das ist nämlich eindeutig besser für Seele und Körper. :nod:
      "Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen."
      Erasmus von Rotterdam
    • Lefty wrote:

      Ich kann an meinem ADS leider selten was lustig finden und wundere mich darüber, dass AD(H)S-Betroffene oft in diesem lustig-fröhlichen Ton schreiben, als gäbe es nichts Ulkigeres, als mit dieser Störung zu leben.
      Also einersets wird das Galgenhumor sein bzw. Zynismus, was blebt einem auch anderes übrig, wenn man nicht mehr lachen kann ist alles vorbei. Darüber lachen kann dann auch eine große Entlastungsfunktion darstellen.

      Hinzu kommt aber auch, was einem gespiegelt wird. Also meine Freundin kommentiert das gerne mal witzig, wenn ich wieder mittem im Gespräch abdrifte oder weg bin (da kam auch schon mal "Eichhörnchen!" dann muss ich lachen). Wenn einem das Umfeld das einen nicht immer negativ spiegelt, sondern es ebenfalls humorvoll aufnimmt und als Eigenheit wahrnimmt, fällt es einem selber auch leichter mal darüber zu lachen.
    • Zum Thema, mit Humor nehmen, warum mir das schwer fällt. Ein Beispiel: ich habe mir jetzt eine Liste mit "Überlebens-Regeln" gemacht, da steht u.a. drauf, dass ich alle 4 bis 5 Stunden etwas essen muss. Wenn ich nicht regelmäßig esse, was an Tagen, an denen ich nicht arbeite, häufig vorkommt, dann überkommt mich plötzlich ein starkes Stimmungstief, bestehend aus Gefühlen von Angst und Depression. Ich fühle mich dann teilweise richtig verzweifelt und weiß nicht, warum. Körperliche Schwäche kommt dann auch noch dazu. Wenn ich dann überlege, wann ich das letzte Mal etwas gegessen habe und feststelle, dass das 6 Stunden zurück liegt, weiß ich, woher das Gefühl kommt. Ich esse dann etwas und SOFORT ist das schlechte Gefühl weg.

      Das weiß ich jetzt zwar, aber trotzdem passiert es mir immer und immer wieder. Und das finde ich überhaupt nicht lustig. Es ist, als hätte ich überhaupt keine Kontrolle über mein Leben, bzw., auf dieses Beispiel bezogen, über mein psychisches und körperliches Gleichgewicht.

      Gestern hab ich mir nach dem Frühstück meinen Handywecker gestellt, damit ich rechtzeitig daran erinnert werde, wann ich wieder etwas essen muss. Heute hab ich das auch getan. Frühstück war um 8, also hab ich mir den Wecker jetzt auf 12:30 Uhr gestellt, dann muss ich etwas essen.

      Ich finde, wenn auch sehr langsam, Maßnahmen für mich in verschiedenen Bereichen, die mir helfen, zurecht zu kommen. Aber oft habe ich das Gefühl, immer wieder komplett von vorn zu beginnen, weil ich meine eigenen Strategien immer wieder vergesse.

      Ich bin nie ein leichtlebiger, optimistischer Mensch gewesen, sondern wohl eher mit einem melancholischen, nachdenklichen Charakter auf die Welt gekommen. Deshalb neige ich nicht dazu, Dinge leicht und meine Probleme mit Humor zu nehmen. Wenn andere humorvoll darüber schreiben, empfinde ich es durchaus manchmal als Erleichterung, aber selbst krieg ich das nur selten hin. Es ist einfach zuviel. Ich erlebe täglich meine Unfähigkeit, dazu die permanenten Entscheidungsprobleme, die soviel Energie kosten, die Kommunikationsprobleme und immer wieder darauf gestoßen werden, dass man anders ist und nicht dazu gehört, immer wieder Empfinden von Peinlichkeit, weil man etwas nicht oder falsch verstanden hat oder etwas für andere Unsinniges oder das Falsche antwortet. Dann die Reizoffenheit, die mich bei einer kurzen Bahnfahrt oder bei einem Gang eine laute Straße entlang oder einfach überall, wo zuviele Geräusche und menschliches Treiben sind, in einen Zustand versetzt, dass ich um mich schlagen will und das Gefühl habe, zu implodieren, wenn ich nicht meltdownartig explodiere.

      Mein Leben ist, und das meine ich ohne Übertreibung, obwohl ich arg zur Übertreibung neige, ein täglicher Kampf. Buchstäblich jeden Tag bringt mich irgendetwas an meine Grenzen oder erlebe ich Scheitern oder fühle mich einfach mies, weil ich wieder etwas Neues ausprobiere und schon weiß, dass das eh nicht von Dauer sein wird. Es fühlt sich an, als würde ich jeden einzelnen Tag meines Lebens komplett von vorn anfangen, unter anderem, weil ich ein Gedächtnis habe wie der Mann in "Memento".

      The post was edited 3 times, last by Lefty ().

    • Die Reizoffenheit und ewiges vergessen oder missachten eigener wichtiger Strategien. ..Habe ich auch und finde das wenig lustig.

      Es geht eher um Schusseligkeiten wie Brille auf dem Kopf vergessen ... bzw ähnliches. ..Wo ich mitunter lachen muss oder bewusst sage ..komm..ruhig Linnea... nicht aufregen.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Absolut. Wenn mir mal wieder bewusst wird, wie viel ich mir damit schon kaputt gemacht habe und wie aussichtslos mein Leben dadurch ist, bekomme ich Suizidgedanken (ohne Absichten, aber auch (leider?) ohne Zutrauen in die Fähigkeit, das umzusetzen). Das macht es auch so unendlich schwer, noch Pläne oder Hoffnungen auf Wege zu entwickeln, die mehr als bittere Notlösungen sind. Ich glaube, um seine Situation mit Humor zu sehen, braucht es eine gewisse Stärke und Souveränität. Die hat nicht jeder. Und sie von jemandem einzufordern, der anders "gestrickt" ist, kann sehr verletzend sein.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • @Leonora :thumbup:

      Es ist auch eine Missachtung der eigenen Wahrnehmung und Gefühle. Ich spreche jetzt nicht die User an, sondern wenn das jemand Nahestehendes tut. Mir wurden als Kind oft meine Gefühle abgesprochen, immer wurde alles relativiert. Meine Gefühle waren trotzdem da, aber ihre Daseinsberechtigung wurde nicht bestätigt. So weiß ich heut noch oft nicht, wann eine Sorge von mir begründet ist und wann sie völlig irrational ist. Man verliert das Vertrauen ins eigene Urteilsvermögen.

      Wenn man von selbst dahin kommt, dass man vieles mit Humor nehmen kann, dann ist das großartig. Das ist dann aber das Ergebnis aus der Kombination von teilweise genetisch vorgegebenem Charakter und viel geleisteter "Seelenarbeit", auch die Erlebnisse, die der einzelne hat, spielen eine große Rolle. Wenn man so unten ist, dass man sterben will (ich beziehe mich auf die früher im Thread genannte Autorin), kann es passieren, dass man völlig "loslässt" und plötzlich eine innere Befreiung erlebt und alles nicht mehr so schwer nimmt.