Asperger und AD(H)S

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    • Ich weiß das daher, da es viele Geschichten gibt über normale Kinder, die einen Auftrag bekommen haben aber dann unterwegs von irgendwas anderem abgelenkt wurden und so ihren Auftrag vernachlässigt oder auch zeitweilig ganz vergessen haben und sich stattdessen von irgendwem in irgendwas anderes reinziehen ließen oder durch sonstwas abgelenkt waren. Ist ein beliebtes Thema für Geschichten offenbar schon seit Jahrhunderten. Mit zunehmendem Alter steigt meist die Konzentrationsfähigkeit und durch Erfahrung auch Dinge wie Reife, Verantwortungsgefühl, sich beherrschen können und so weiter. Daher muss man bei Kindern immer mit dem Verhalten anderer Kinder der Altersgruppe vergleichen. Ist nur Pech wenn man wie ich zufällig in einer Grundschulklasse voller Vollchaoten sitzt...
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Mal wieder was zum Abgleichen...

      Es wird ja davon ausgegangen, dass bei ADHS die rechte Gehirnhälfte dominiert.

      Folgender Auszug von einer Internetseite:

      "Rechtshirndominante Kinder denken räumlich und dreidimensional, speichern Informationen quasi in Bildern und haben sofort ein Bild vor Augen, wenn sie sich an etwas erinnern. Die Informationsverarbeitung ist intuitiv und weniger logisch als bei Kindern mit Linkshirndominanz.

      Deshalb sind rechtshirndominante Kinder auch eher unorganisiert (bis chaotisch), impulsiv und haben Schwierigkeiten bei der Einhaltung von Regeln, sind dafür aber in der Lage, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Oft ist es geradezu erforderlich, dass sie sich in Bewegung befinden, um aufmerksam sein zu können und Neues aufzunehmen!

      Sie sehen das Ganze und gehen erst dann ins Detail, während „Linkshirner“ sich von Einzelinformationen zum Ganzen vorarbeiten. Letztere profitieren von Schritt-für-Schritt-Anleitungen und lernen durch Versuch und Irrtum (z. B. beim Erlernen des Radfahrens), während „Rechtshirner“ am besten mit Abbildungen klarkommen und sich neue Fertigkeiten am leichtesten dadurch aneignen, indem sie anderen dabei zusehen.

      Rechtshirndominante Kinder sind sehr kreativ und oft ausgesprochen musisch oder künstlerisch begabt."

      Quelle: elternwissen.com/lerntipps/kon…kinder-denken-anders.html

      In mir entsteht auch ein Bild, wenn ich mich an etwas erinnere, ohne Bilder geht es nicht. Räumlich und dreidimensional denke ich aber nicht, dieses Vorstellungsvermögen ist bei mir extrem gering ausgeprägt.

      Mehrere Dinge gleichzeitig tun kann ich überhaupt nicht und ich nehme auch nicht besser auf, wenn ich in Bewegung bin, im Gegenteil. Ich muss draußen oft stehen bleiben, wenn ich etwas Neues sehe/erfassen will oder mich orientieren will und auch Gespräche im Gehen funktionieren bei mir nur, wenn ich nicht auf den Weg achten muss, sodass ich beim Gehen ganz ins Gespräch tauche, von der Umgebung dann aber so gut wie nichts mehr mitbekomme. Ich bleibe unterwegs, also vor allem in unbekannter Umgebung, oft stehen, um etwas zu erfassen.

      Na und das hier: "Sie sehen das Ganze und gehen erst dann ins Detail" - das trifft auf mich überhaupt nicht zu, ganz im Gegenteil hab ich immer große Schwierigkeiten damit, das Gesamtbild zu sehen.

      Absolut zutreffend ist das:
      ", während „Linkshirner“ sich von Einzelinformationen zum Ganzen vorarbeiten."

      Ich lerne auch nicht gut, indem ich mir bei anderen eine Fertigkeit ansehe, wie sie es machen. Ich benötige auch die Schritt für Schritt-Anleitung und muss jeden Schritt selbst ausführen, um ihn zu lernen. Es würde mir nicht helfen, zu sehen, wie ein anderer eine Maschine bedient (oder nur wenig). Ich muss selbst an der Maschine sitzen, dann kann ich nach und nach die Bedienung durch Anleitung in Kombination mit selbst Ausprobieren erlernen.

      Kreativ bin ich überhaupt nicht, also wirklich kein bisschen.
      Ich kann kopieren, aber Eigenes fällt mir nicht ein (früher in der Schule ein Detailbild gut abgezeichnet, aber etwas eigenes zeichnen, Fehlanzeige - null Idee und völlig hilflos bei der Ausführung der Zeichnung, wenn es was Eigenes sein musste; oder Häkeln selbst beigebracht mit Anleitungsvideos, feine, detailreiche Arbeiten hervorgebracht, aber nur nach 1 zu 1-Anleitung, nie selbst etwas entworfen oder auch nur die kleinste Abweichung kreiert).
    • mir kurz...Mehrere Hobbys kann ich haben, aber gleichzeitig etwas tun....Mir reicht schon ins Zimmer gehen und dabei etwas denken oder sehen und ich bin abgelenkt .
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”


      (Sylvia Boorstein)
    • Mein Eindruck nach der Beantwortung der vielen Testfragen (nach deren Auswertung ich auch ganz klar ADxS haben müsste und genau zwischen ADHS und ADS stehe...) ist, dass diese Fragen auch wieder überwiegend nur das Endergebnis abfragen, aber zu wenig die Hintergründe (warum ist etwas schwierig, was daran fällt schwer, und in welchem Kontext). Eine ganze Reihe Fragen konnte ich auch gar nicht beantworten, da beide Optionen einfach in die falsche Richtung gingen.
      Was diese Aussagen zu Rechts- und Linkshirnerei angeht: Hemisphärenmodell.

      Mein Eindruck ist, dass da noch viel unerforscht ist und von betroffenen Laien wie uns / Angehörigen auf der Basis ihrer eigenen subjektiven Erfahrungen Theorien aufgestellt werden. Machen wir hier ja auch öfter. Aber man sollte sich dabei bewusst sein, dass das wirklich völlig unwissenschaftlich ist und entsprechend keine größere Aussagekraft hat als Kaffeesatzlesen. Immerhin gibt es nicht mal wissenschaftliche Messdaten, die eine falsifizierbare Aussage über das Vorliegen von Autismus ermöglichen, ebenso gibt es die nicht für ADxS.
      Das ist auch der Grund, warum für mich eine ADxS-Diagnostik kein Thema ist: Mir ist längst bekannt, dass ich eine Reihe Probleme habe, die auch auf ADxS hinweisen. Neben viel mehr Problemen, die nicht dazu passen, sondern zur ASS. Letzteres wurde diagnostiziert, ob jetzt der Umstand, dass ich es nicht schaffe, meine Hütte so aufzuräumen, wie ich es gerne hätte, dem ASS geschuldet ist oder einem zusätzlichen ADxS, macht für mich eigentlich keinen Unterschied. Eine Therapie kommt ja eh an der ASS nicht vorbei. Ich kann mir gerade nach der Beantwortung der Fragen nicht vorstellen, dass ich mit einem ADxS-Therapeuten klarkäme, da ich dem dauernd erklären müsste, dass mein Problem je nach Situation unterschiedliche Ursachen hat und auch sehr situationsabhängig in unterschiedlicher Form auftritt, und der wahrscheinlich irre werden würde, wenn ich dem dann die fraglichen Details darlegen würde (was ich aber muss!). Ich weiß nicht, welche Erfahrung ihr da so gemacht habt, aber mit dieser autistischen Eigenschaft kommt fast keiner der Therapeuten, die mir begegnet sind, klar. Da braucht es jemanden, der Erfahrung mit Autismus hat und damit um- und darauf eingehen kann und will...
    • Um der Diskussion bzw. Grübelei zu entgehen, ob da jetzt ein "H" hin muss oder nicht, und falls ja, ob dieses dann für "Hyperaktivität(s)" oder "Hypoaktivität(s)" steht...
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    • @LinneaJa, und die empfinde ich auch in der Situation, in die ich geraten bin, als hilfreich. Aber für mich persönlich sehe ich derzeit keinen sinnvollen Anlass, allemal nicht nach der Kenntnis der oben verlinkten Fragen, eine zusätzliche ADxS-Diagnose anzustreben, da mir das in Bezug auf meine Symptome in der ASS-Diagnose schon weitgehend subsummiert erscheint und nicht als eigenständige zusätzliche separate Problematik... Mir scheint das wie in einem Venn-Diagramm als große Menge ASS, von dem sich ein kleiner Teil mit fast der kompletten Menge an ADxS-Symptomen überschneiden. Hm, weiß nicht, ob es jetzt verständlicher ist??? :?

      @Lex genau :thumbup:
    • @Lex Nach meinem Verständnis steht das "H" immer für "Hyperaktivität(s)", und ADS entsprechend indirekt für "Hypoaktivität", weil eben die Hyperaktivität dann fehlt. Bzw. oder es gibt keine extra Bezeichnung um Hypoaktivität zu bezeichnen, da bin ich mir nicht sicher wie genau ADS definiert ist.
    • Morrow wrote:

      @Lex Nach meinem Verständnis steht das "H" immer für "Hyperaktivität(s)", und ADS entsprechend indirekt für "Hypoaktivität", weil eben die Hyperaktivität dann fehlt. Bzw. oder es gibt keine extra Bezeichnung um Hypoaktivität zu bezeichnen,
      So ist es. Das "H" steht nie für Hypoaktivität.
    • Lex wrote:

      Das habe ich mir nicht ausgedacht. Habe gelesen dass manche meinen man kann das H auch für Hypoaktivität nehmen.
      Ja, schon klar, allerdings ist "Hypoaktivität" weit weniger ein Begriff, der mit AD(H)S verbunden wird, auch bei denen ohne H muß es sich ja nicht um Hypoaktive handeln.
    • Ich fand es einfacher, ein kleines x einzufügen auf der Handytastatur als Klammer auf großes h Klammer zu. Das ist alles. Ich war davon ausgegangen, dass klar ist, was gemeint ist. Zumal das glaube ich auch bei dem verlinkten Fragebogen so gehandhabt wird.
    • Dieses "Verträumte", also geistig abwesende und auch das manchmal verzögerte Denken, das ist wohl schon typisch für die von dem Typus, der vor allem Konzentrationsprobleme hat ohne Hyperaktivität oder Impulsivität. Entspricht grob auch dem "Sluggish Cognitive Tempo", was ja manchmal als gesondertes Phänomen diskutiert wurde.

      Was mich betrifft, so würde ich behaupten ich habe sowohl hyperaktive und impulsive als auch hypoaktive Anteile.
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    • Ich auch.
      Ob es bez. dieses Phänomens, dass "beide Ausprägungen" kombiniert zu sein scheinen, möglicherweise einen Zusammenhang mit der ASS gibt? Oder gibt es Autisten mit reinem ADHS?
      Mein Eindruck (den ich aber nicht sachlich begründen kann :? ) ist, dass es innerhalb von ASS eben unterschiedliche Ausprägungen (mehrdimensionales Spektrum) gibt, und Teile davon äußerlich an ADxS erinnern. Aber dass man nicht zwei, bzw. sogar drei Syndrome in Kombination hat.

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      Zum Thema "kanalisieren"..


      was ja m.E. wichtig ist bei AD(h)s....wie macht ihr das?

      sowohl die Neurologin, als auch die Thera meinten..eine Adhs geht nicht einfach weg, sondern kann auch bei äusserer Ruhe im Inneren große Unruhe oder Spannung erzeugen.
      Also muss ja etwas veräussert werden, kanalisiert.

      Bei mir vermute ich, dass innen eben dann die Psychosomatiken entstehen und die hohe Muskelanspannung/-verspannung.

      Also müsste sowohl so etwas wie "calm down" geschehen..... sowie ein Entäussern..in Bewegung, musizieren, schöpferisch sein, trommeln usw. :roll:

      Und wie holt man sich calm down, also wirkliche Beruhigung, wenn man sich ein selbstgesagtes: "hey,... alles ist gut." nicht glaubt?
      Wenn man von kleinauf nicht beruhigend bemuttert oder bevatert wurde, ist es für viele schwer, es selber erfolgreich zu tun.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”


      (Sylvia Boorstein)
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      @Linnea Mein Vorschlag bzgl 'calm down':

      Ich würde mir versuchen eine stressfreie, gemütliche Umgebung zu schaffen und mir rational erklären, dass alles safe ist, dass meine Amygdala zu aktiv ist, dass ich die Möglichkeit habe, meinen Angstlevel runterzuregulieren. Ruhig atmen, vielleicht langsam zählen. Für den Anfang nicht mehr "wollen", als bis zur nächsten Zahl zu kommen. Wenn es dir angenehm ist, ein bisschen schaukeln/wippen, vielleicht deine Augen schließen und dich selbst fest drücken. Bewusst wahrnehmen, dass es keine Bedrohung gibt, positive Bilder im Kopf aktivieren.
      "in truth, only atoms and the void" Sean Carroll (paraphrased Demokritos)