Sprachfantasie (Lautspiele, Wortschöpfungen, Neologismen, Geheimsprachen)

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    • Sprachfantasie (Lautspiele, Wortschöpfungen, Neologismen, Geheimsprachen)

      In diesem Thread soll es um Sprachfantasie gehen. Das umfasst Lautspiele, Wortschöpfungen, Neologismen, Geheimsprachen, und was es dergestalt sonst noch gibt. Das soll ja auch ein besonderes Merkmal im Autismusspektrum sein. Ihr, die Leserschaft seid eingeladen zu schreiben, was bei Euch der Fall ist.


      Was bei mir der Fall ist:

      In meinen jungen Jahren habe ich gern mit Lauten und Wörtern gespielt. Das drückte sich in spaßigen Wortschöpfungen aus, wie beispielsweise Brolihops, Kalihaps, Wulihups (= Brot, Käse, Wurst).

      Erweitert habe ich Sätze spontan-dadaistisch hervorgesprochen. Heraus kommt jetzt beispielsweise Folgendes: Grača umpus kaliwat, sinki šurus katipat.

      Manchmal habe ich Ersatzworte erfunden, wie beispielsweise Kuhsaft für Milch, oder Sausack für Wurst (eine Verballhornung von englisch sausage). Das jedoch kaum aus Mängeln in meinem Wortschatz, sondern vielmehr aus spezialinteressanter Freude daran.

      Zusätzlich habe ich die Sprache auf intellektuelle Art und Weise verfremdet. Das heißt, ich habe die Wörter nach festgelegten Regeln zu einer Fantasiesprache umgeformt. Zuerst mittels handgeschriebener Tabellen, dann programmiert per Computer. Die Programme nannte ich Sprachfant (abgekürzt aus Sprachfantasie).

      In dem Zusammenhang und überhaupt habe ich mich mit Phonologie beschäftigt. Das umfasst Wissen, Aussprache und Schreibung, beispielsweise das Internationale Phonetische Alphabet (IPA). Besonders lustig sind die Klicklaute, deren Hervorbringen mir eine spezialinteressante Freude bereitet.

      Heutzutage erschaffe ich gezielt Neologismen für mein Erdachtes, wofür es noch keine Bezeichnung gibt. Beispielsweise heißt meine Universalphilosophie Holodynamokosmonoologie. Oder ein Satz lautet: Der Urknall ist die Komplexiraumzeit-Expansion des Universums.
      "Wer in seiner eigenen Welt lebt, kann sie auch nutzen."
    • Solche Threads gabs eigentlich schon öfters imo.
      "They say humans are social animals, they can't live alone. But you can live pretty well by yourself. I tell ya...instead of feeling alone in a group, It's better to have real solitude all by yourself."―Faye Valentine
    • Tabantus wrote:

      Solche Threads gabs eigentlich schon öfters imo.

      In diesem Forum? Ich kann hier keinen finden zumindest via Suchfunktion, höchstens einen bzgl. Kindersprache.

      Vollmond wrote:

      Das soll ja auch ein besonderes Merkmal im Autismusspektrum sein. Ihr, die Leserschaft seid eingeladen zu schreiben, was bei Euch der Fall ist.


      Ich habe kein besonderes Interesse an Wortneuschöpfungen, aber manchmal finde ich kein passendes Wort und setze mir dann nicht wirklich existierende Worte zusammen, um mich ausdrücken zu können.
      Wobei es dann auf das Gegenüber ankommt, ob das Wort dann gleich als nachvollziehbar verstanden wird oder nicht.

      Allerdings habe ich als Kind ab und an gerne Worte im Kopf rückwärts gelesen für mich,
      das Lied "froh zu sein bedarf es wenig" (= "horf uz nies fradeb se ginew" ) z.B. habe ich mir bis heute auch rückwärts gemerkt von früher.

      The post was edited 1 time, last by ifi ().

    • Dass sich gewisse Themen über die Jahre immer mal wiederholen ist normal und logisch. Soweit kein aktueller und identischer Thread vorliegt ist das auch okay so. Das mit den Wortkreationen mache ich im Forum wohl am ehesten auf er Spielwiese, die ja zuweilen auch verdammt autistic ist. :d
      In letters of gold on a snow white kite I will write "I love you"
      And send it soaring high above you for all to read
    • Als Jugendliche habe ich mal versucht, eine eigene Sprache zu erfinden. Dafür habe ich mir viele Fantasiewörter ausgedacht und wie in einem Wörterbuch aufgeschrieben. Außerdem noch eine einfache Grammatik dazu. Dann habe ich verschiedene Sätze in meine Fantasiesprache übersetzt.
      Das tat ich, weil ich Spaß am Klang der Wörter hatte und sehen wollte, wie ein Satz in dieser Sprache klingen würde. Das hat mich für einige Wochen unterhalten, aber irgendwann verlor ich wieder das Interesse daran.

      Fantasiewörter kommen mir aber bis heute immer wieder in den Kopf. Ich höre auch gerne afrikanische Musik, und da ich die afrikanischen Sprachen nicht verstehe, sind die Wörter auch wie Fantasiewörter für mich. Sie klingen schön, und ich versuche immer mitzusingen, obwohl ich gar nichts verstehe.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • Das soll ja auch ein besonderes Merkmal im Autismusspektrum sein.

      Na ich weiß nicht ob das bei mir zu Sprachphantasie gehört(e), vieles sind halt bei mir einfach sprachl. Fehlleistungen (schriftlich nicht, mündlich meist nur noch unkonzentriert). Aber es wurde auch schon für Kreativität gehalten... *g*
    • Shenya wrote:

      Als Jugendliche habe ich mal versucht, eine eigene Sprache zu erfinden. Dafür habe ich mir viele Fantasiewörter ausgedacht und wie in einem Wörterbuch aufgeschrieben. Außerdem noch eine einfache Grammatik dazu. Dann habe ich verschiedene Sätze in meine Fantasiesprache übersetzt.
      Das tat ich, weil ich Spaß am Klang der Wörter hatte und sehen wollte, wie ein Satz in dieser Sprache klingen würde. Das hat mich für einige Wochen unterhalten, aber irgendwann verlor ich wieder das Interesse daran.


      Daniel Tammet hat es mit seiner selbstgeschaffenen Sprache Mänti durchgezogen.
      "Wer in seiner eigenen Welt lebt, kann sie auch nutzen."
    • Neoni wrote:

      Das soll ja auch ein besonderes Merkmal im Autismusspektrum sein.

      Na ich weiß nicht ob das bei mir zu Sprachphantasie gehört(e), vieles sind halt bei mir einfach sprachl. Fehlleistungen (schriftlich nicht, mündlich meist nur noch unkonzentriert). Aber es wurde auch schon für Kreativität gehalten... *g*


      Sprachliche Fehlleistungen zähle ich nicht zu Sprachfantasie. Das wäre also ein anderes Thema.
      "Wer in seiner eigenen Welt lebt, kann sie auch nutzen."
    • Als Kind von 4 bis 6 Jahren habe ich ziemlich viel konfabuliert, davon existieren auch Tonbänder. Ich glaube, das ist aber normal. Für bestimmte Straßen oder Dinge im Familienalltag habe ich oder sogar mein eher autoritärer Vater "Privatbegriffe" eingeführt... wo mir erst Jahre später klar wurde, dass das sonst niemand so nennt.
      Das Hand- Wischgerät für Autoscheiben z.B. ist eine "Proke".
    • Ich habe als Kind in Phantasiesprache gesungen. Davon profitiere ich jetzt noch beim Improvisieren. Ich bin immer etwas enttäuscht, wenn ich es dann für einen sinnvollen Text eindeutschen bzw. eher "einenglischen" muss.....solche Arten von Wortkreationen (z.B. englische Wörter deutsch verwenden) liebe ich übrigens. Aber ist noch nicht wirklich eine Phantasiesprache.

      Kennt ihr die AlfalfaSprache? Darin war und bin :) ich perfekt.
      Ähnlich der B-Sprache.
      "Ich bin ein Aspie" heißt da "Ilifich bilifin eileifein Alaphaspilifie."
      Pretending to be .... normal (Liane Holliday)
      or
      Pretending to be .... listening/ interested in this conversation/ understanding jokes/ happy/ enjoing the party/.....
    • pretendingtobe... wrote:

      Ich habe als Kind in Phantasiesprache gesungen. Davon profitiere ich jetzt noch beim Improvisieren. Ich bin immer etwas enttäuscht, wenn ich es dann für einen sinnvollen Text eindeutschen bzw. eher "einenglischen" muss.....solche Arten von Wortkreationen (z.B. englische Wörter deutsch verwenden) liebe ich übrigens. Aber ist noch nicht wirklich eine Phantasiesprache.


      Das erinnert mich an Susanne Schäfer, die in ihrem Buch 'Sterne, Äpfel und rundes Glas' schreibt, dass sie Lieder in ihrer Fantasiesprache 'Duadonisch' gesungen hat.
      "Wer in seiner eigenen Welt lebt, kann sie auch nutzen."
    • Ich habe als Kind ebenfalls in einer Phantasiesprache gesungen und "unterhalte" mich mit meinem Mann öfter in einfachen Lauten (keine Worte).

      Er hat viel gelernt im Umgang mit Aspies. :d
      Jedes mal, wenn man mir sagt, ich wäre nicht gesellschaftsfähig,
      werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin überaus erleichtert.
    • In Phantasiesprache singen auch manche Musikgruppen wie z.B. Adiemus oder Sigur Rós. Ich finde das gar nicht so schlecht, so muss man sich keine Gedanken über den Text machen (weder beim Komponieren noch beim Hören), und die Worte passen immer gut zur Musik.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • Sola wrote:

      Spiegelei nenne ich seit Kleinkindalter, "Diggy" und gebratene Nudeln, (und NUR wenn diese gebraten sind!), nenne ich seit dieser Zeit "Kitti".

      Zählt das auch?
      Ist zwar süß :d , aber würde das nicht mitzählen.
      Bei Kleinkindern ist es normal, dass sie Wörter erfinden. Und wenn sie merken, dass manche Wörter positive Effekte erzielen, dann behalten sie diese bei.
      Jedoch beruhen (klein-)kindliche Neologismen hauptsächlich darauf, dass sie viele Wörter noch nicht kennen oder nicht so schnell parat haben.
    • Hypatia wrote:

      Ist zwar süß , aber würde das nicht mitzählen.
      Liebe Hypatia,


      mein Fehler war jetzt zugegebenermaßen, dass ich nicht - so wie du - einen Smiley benutzt habe. :d Ich meinte es also nicht ganz so ernst und denke da auch so wie du.


      Um aber wieder etwas mehr Ernsthaftigkeit in die Diskussion zu bringen, möchte ich hinzufügen, dass ich persönlich noch nie etwas davon gehört habe, dass - sofern man im Spektrum ist - dazu neigt, Fantasiesprachen zu entwickeln. Das war mir wirklich neu, ist aber interessant. :)