Kommunikationsprobleme

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Lex wrote:

      Ist Dir eigentlich bewusst, was Du da machst, mit Deinen Antworten???
      Ich halte Deine Aussagen und Stellungnahmen für bedenklich.

      Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung (...)



      Da hast Du allerdings recht, nichts anderes habe ich getan, als meine Meinung geäußert. :thumbup:

      Meiner Meinung nach wäre es besser, wenn sich Meinungen weiterhin, auch als solche, erkennen lassen,
      und nicht in Beiträge virtueller pseudo-therapeutischer Betätigung ausufern (RW).
      Das kann für das Gegenüber auch mal schief gehen(RW), zumal der tatsächlich professionelle fachliche Hintergrund fehlt.
      Eine Fernbewertung von therapeutischen Settings, via Internet ohne Protokoll und Zusatzinformationen, halte ich, auch für Profesionelle, m M. n. für bedenklich, umso bedenklicher wird es, wenn sich ein Laie erlaubt ein Urteil abzugeben, welches unter Umständen für den/die Patientin/Patienten nach hinten los gehen kann (RW).


      Gruß A-L
      Im tiefsten Winter erkannte ich,
      daß in mir ein unbesiegbarer Sommer wohnt.
      (Albert Camus)
    • Um zurück zu kommen zum ursprünglichen Thema dieses Threads, nämlich Kommunikationsprobleme:

      Mein Therapeut will dass ich mit ihm an meine Kommunikation arbeite, weil ich Defizite in der Kommunikation haben soll (seiner Meinung nach) und meine Kommunikation verbessern kann (sagt er).

      Ich habe gerade einen Bericht gelesen anderswo im Forum über Sozialkompetenztraining und mir stehen jetzt die Haare zu Berge (RW). Mir ist es höchst unangenehm zu denken dass ein fremder Mensch mich drillen will anders zu sein als ich bin um vermeintliche Defizite in der Kommunikation zu überwinden die ich gar nicht sehen kann. Besonders weil ich inzwischen über 60 Jahre alt bin komme ich mir bescheuert vor von einem anderen Menschen gelehrt zu bekommen wie ich kommunizieren soll. Er hat auch gesagt dass ich grundsätzliche Fehler mache in meinem Gebrauch der deutschen Sprache, was mich sehr verunsichert weil ich dachte immer dass mein Gebrauch der Sprache mehr oder weniger in Ordnung wäre. Es klingt vielleicht blöd aber ich fühle mich erniedrigt wenn ich denke jetzt dass eine fremde Person mir Unterricht geben will wie ich kommunizieren soll. Als ob ich bevormundet werden müsse als inkompetente Person von jemandem der kompetent wäre. Gleichzeitig bin ich auch neugierig was er meint mit schlechter und guter Kommunikation.

      Was ich vielleicht schlecht mache in der Kommunikation während der Therapie ist dass ich viel rede und höre nicht so sehr zu. Es ist mir wichtig zu sagen was ich zu sagen habe und wenn er seine Bemerkungen macht kommen sie oft nicht richtig an sondern bleiben nur Sätze die ich durch eine Art Nebel wahrnehme.

      Es ist auch so dass ich ihn nicht anschaue wenn ich rede weil das worüber ich rede wie ein Film abläuft vor meinen geistigen Augen und ich lese die Geschichte von den Bildern im Kopf ab. Wenn die Geschichte die ich erzählt habe zu Ende ist kucke ich ihn an. Wenn ich ihn ankucken würde während des Erzählens wäre es zu ablenkend und ich könnte nicht so fliessend und detailreich erzählen. Aber solche Kommunikation habe ich nur in der Therapie weil im RL erzähle ich keine riesigen Geschichten aus der Vergangenheit wie bei der Therapie und ich habe ihm schön erklärt warum ich ihn nicht anschaue während des Erzählens.

      Ich benütze auch viele Allegorien und wenn er eine Frage stellt fange ich die Antwort von sehr weit an. Zum Beispiel würde man mich fragen warum ich dort oder dort gewohnt habe mit 27, würde ich vielleicht mit Ereignissen anfangen die mit 14 passiert waren, weil in meinem Kopf die Tatsachen kausal verbunden sind. Vielleicht ist es nicht immer nachvollziehbar was der Zusammenhang ist und warum ich so weit weg anfange.

      Manchmal will er Smalltalk machen aber das will ich nicht weil die Termine nur 50 Minuten dauern und ich will die Zeit nicht verplempern. Wenn er über sein Leben erzählt nehme ich nur ungern das Thema auf weil die Therapie geht um mich denke ich und nicht um ihn. Während meiner Arbeit im RL nehme ich Interesse an das Leben meiner Studenten weil das meine Rolle ist, aber während meiner Therapie will ich dass meine psychische Probleme behandelt werden und nicht dass jemand mir erzählt über sich. Im RL höre ich zu wenn jemand über sich erzählt weil ich schon als Kind gelernt habe dass man das tut, aber in der Therapie will ich das nicht. Es kann sein dass das als Defizit aufgefasst wird.

      Wenn jemand sagt dass er an meiner Kommunikation arbeiten möchte wenn ich damit einverstanden bin, meint er eine Art Sozialkompetenztraining? Ich bin 61 und nicht 17. Es ist immer interessant Feedback zu bekommen darüber wie man hinüberkommt aber ich bin dort wegen meiner Zwangsgedanken und jetzt habe ich Kommunikationsprobleme bekommen. Ich bin verunsichert.

      The post was edited 6 times, last by Unbewohnte Insel ().

    • Ich glaube, ich wäre auch versunsichert und würde mich bevormundet fühlen. Ich würde dem Therapeuten die Chance geben, mir schlüssig zu erklären, wie die Verbesserung meiner Kommunikation zu einer Verbesserung meiner Zwangsgedanken führen kann. Wenn es gar keinen Zusammenhang gibt oder er mir fadenscheinig vorkäme, würde ich ablehnen, in der Therapiezeit daran zu arbeiten. Als kleines Entgegenkommen würde ich vielleicht fragen, ob er mir stattdessen ein Buch empfehlen kann, mit dem ich im Selbststudium an meiner Kommunikation arbeiten kann.
    • Turtle wrote:

      Als kleines Entgegenkommen würde ich vielleicht fragen, ob er mir stattdessen ein Buch empfehlen kann, mit dem ich im Selbststudium an meiner Kommunikation arbeiten kann.
      Genau, Sheldon Cooper kann ja auch Schwimmen lernen durch Theorie-Unterricht.
      Praxis und den Blick eines "Trainers" brauchen auch Haertefaelle nicht ...


      Man liest sich ... Sascha

      PS: kann Spuren von Ironie enthalten.
    • Sascha wrote:

      Genau, Sheldon Cooper kann ja auch Schwimmen lernen durch Theorie-Unterricht.
      Praxis und den Blick eines "Trainers" brauchen auch Haertefaelle nicht ...
      Betrachte meinen Rat doch bitte im Kontext. Unbewohnte Insel sieht sich nicht als Härtefall, sondern sieht die Arbeit an seiner Kommunikation momentan gar nicht selbst als wichtig an. Wenn der Therapeut meint, dass etwas wirklich Gravierendes in der Kommunikation schiefläuft, dann sind das mit großer Wahrscheinlichkeit nicht nur praktische Dinge, die nur mit entsprechendem Feedback geübt werden können. Ob es gute Fachbücher zur Theorie des Schwimmens gibt, weiß ich nicht, doch Ratgeber, die einem beim Verstehen von Kommunikation helfen gibt es. Die Praxis ersetzen diese natürlich nicht.

      P.S. Auch mein Beitrag könnte eine Prise Ironie enthalten.
    • 50 Minuten sind wirklich verdammt kurz, eigentlich viel zu kurz. Du hast uns sehr klar kommuniziert, wie du diese 50 Minuten zu nutzen gedenkst und warum. Und ich vermute du hast es ihm ebenso klar kommuniziert. Aber NTs denken immer nur an das Soziale und fühlen sich dann auf den Schlips getreten.

      Kurze Beispiele aus meinen jüngsten Erlebnissen: NT (Autoritätsperson) bittet mich mit ihr mitzugehen für ein Gespräch. Meine Antwort: "Ich kann grad nicht." NT hört nicht "ich kann grad nicht" sondern hört "nein" bzw. macht gedanklich ein "nein" draus und fühlt sich gleich zurückgewiesen und denkt sich: "Ich nehme mir extra Zeit für das Gespräch und sie sagt "nein"."

      Anderes Beispiel (das übrigens noch vor dem ersten Beispiel stattfand): Ich erfahre erst in letzter Sekunde wieder, dass es nach draußen gehen soll, bin aber nicht für draußen angezogen, die anderen sind schon rausgegangen, ich will den Anfang nicht verpassen und sie nicht warten lassen, also denke ich mir okay dann muss ich, um zu meinem Zimmer zu gehen und meine Mütze zu holen, mal eben schnell durch den kleinen Flur flitzen wo ich eigentlich gerade nicht durch darf, da außen rum gehen zu lange dauern würde. Ich renne also zur Tür, renne durch den Raum, da empört sich die dortige Autoritätsperson da sie meint ich stäöre die Gruppe, die gerade dort ist, und will deshalb mit mir reden. Ich mache nochmal deutlich, dass ich ganz doll in Eile bin, doch das ist ihr schnurz und sie fühlt sich nur als Autoritätsperson nicht ernst genommen, weil ich versucht habe das Gespräch mit ihr in dem Moment abzulehnen, und meint jetzt aus Symbolträchtigkeit das durchdrücken zu müssen, mich jetzt direkt zu ermahnen, obwohl nicht nur ich sondern auch sie selbst eigentlich gar keine Zeit dafür hat und die Störung dadurch viel größer wurde als hätte sie mich einfach kurz durchflitzen lassen und zu nem späteren Zeitpunkt mich nochmal drauf angesprochen.

      Kurz gesagt: NTs haben Kommunikationsprobleme, wenn sie alles persönlich nehmen und eine Sachaussage nicht als solche auffassen können. Wenn ich keine Zeit habe, habe ich keine Zeit. Wenn man wissen will warum, kann ich erklären warum, vorausgesetzt ich habe Zeit für die Erklärung. Ich denke du hast schon genug Zeit damit verschwendet, deinem Therapeuten die Dinge erklären zu wollen. NTs haben leider oft die Angewohnheit, Erklärungen einfach nicht geistig aufzunehmen sondern später nochmal das zu wiederholen, was sie eingangs gesagt haben, so dass man sich genötigt fühlt mit der Erklärung nochmal von vorne zu beginnen, da der Satz die Erklärung vollkommen unberücksichtigt ließ und man sich so im Kreis dreht.

      Auf dein Beispiel übertragen heißt das: Auch wenn du deinem Therapeuten bereits erklärt hast, dass du einfach keine Zeit hast, dir Geschichten aus seinem Leben anzuhören, insofern diese nicht in direktem inhaltlichen Bezug zu deinen aktuellen Problemen stehen, so wird er sich weiterhin persönlich zurückgesetzt fühlen und weiterhin denken er müsse dir beibringen für das Tagesgeschehen anderer Leute Interesse zu heucheln, da er denkt du seist zu sozial freundlichem Verhalten nicht fähig. Und auch die anderen Dinge, die du ihm schon erklärt hast, müsstest du ihm alle nochmal erklären, was nicht ganz fair wäre, da du ja schließlich nicht dafür bezahlt wirst ihn zu therapieren bzw. ihm Wissen zu vermitteln!

      Du bist der Kunde, der Kunde ist König. Du weißt was du willst. Wenn du im Geschäft eine blaue Krawatte kaufen willst, würdest du dich auch nicht jedes Mal vom Verkäufer nerven lassen, der dir stattdessen ein quietschgrünes Oberhemd andrehen will! Und wenn der Typ das nicht kapieren will und dir weiter deine Zeit raubt, muss man auch mal härter durchgreifen, auch wenn dies unhöflich wirken mag!

      Ich würde vorschlagen dass du versucht deinem Therapeuten beim nächsten mal nochmal in zwei Minuten klar zu machen, dass ihr euch in einem Kosten-Nutzen Verhältnis befindet, dass er nicht dein Freund oder Arbeitgeber ist sondern dir eine Dienstleistung entgegenbringt, dass Zeit Geld ist und dass du diese knappe Dienstleistungszeit in der für dich als am hilfreichesten erachteten Weise nutzen möchtest und dass dies in keinem Zusammenhang zu deinem Sozialverhalten im geselligen Beisammensein mit Freunden steht und du hierfür somit auch kein Training benötigst oder dafür zumindest momentan keine Zeit hast. Und dann kann er kurz darauf antworten und die restlichen 45 Minuten könnt ihr dann in der für dich wichtigen Weise nutzen.

      Und wenn du das nächste Mal eine Therapie anfängst, mach es am besten gleich so, dass die Sitzungen mindestens 60, wenn nicht gar 90 Minuten dauern, damit es nicht so gehetzt ist. Denn wenn du viel schnell sprichst um möglichst viel besprechen zu können, hört er dir eh nicht richtig zu und bekommt nur die Hälfte mit und kann sich auch nicht genug Notizen machen.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Lex wrote:

      NTs haben leider oft die Angewohnheit, Erklärungen einfach nicht geistig aufzunehmen sondern später nochmal das zu wiederholen, was sie eingangs gesagt haben

      bei dieser und den anderen Aussagen über "NTs" ist mir nicht ersichtlich, wieso das eine spezielle Eigenschaft von "NTs" sein soll. Es gibt sicher Leute, die so sind, und vielleicht gehört der Therapeut dazu, vielleicht aber auch nicht. Auch unter Aspies gibt es Leute, die Erklärungen anscheinend geistig nicht aufnehmen. Ich finde, du bist selbst gerade ein gutes Beispiel dafür. Denn man hat dir gerade erklärt, du sollst nicht Ratschläge geben, als ob du ausgebildeter Therapeut wärst, und du tust es direkt wieder.

      Lex wrote:

      so wird er sich weiterhin persönlich zurückgesetzt fühlen und weiterhin denken er müsse dir beibringen für das Tagesgeschehen anderer Leute Interesse zu heucheln, da er denkt du seist zu sozial freundlichem Verhalten nicht fähig.

      Du weißt nicht, was er denkt, das kannst du nur vermuten. Dann schreib doch bitte nicht so, als ob es eine Tatsache wäre, nur weil du es vermutest.

      Lex wrote:

      Ich würde vorschlagen dass du versucht deinem Therapeuten beim nächsten mal nochmal in zwei Minuten klar zu machen, dass ihr euch in einem Kosten-Nutzen Verhältnis befindet, dass er nicht dein Freund oder Arbeitgeber ist sondern dir eine Dienstleistung entgegenbringt, dass Zeit Geld ist und dass du diese knappe Dienstleistungszeit in der für dich als am hilfreichesten erachteten Weise nutzen möchtest und dass dies in keinem Zusammenhang zu deinem Sozialverhalten im geselligen Beisammensein mit Freunden steht und du hierfür somit auch kein Training benötigst oder dafür zumindest momentan keine Zeit hast.

      Klare Kommunikation mit dem Therapeuten finde ich wichtig. Ich denke aber, dass eine andere Formulierung eventuell besser wäre. Das mit dem Dienstleister würde ich erstmal weglassen. Stattdessen nur darauf hinweisen, dass nur noch eine begrenzte Zahl von Sitzungen verbleibt, und man in dieser Zeit unbedingt das eigentliche Thema besprechen möchte, sodass man darum bittet, sich darauf zu konzentrieren, da sonst die Zeit nicht reicht. Wenn das nicht funktioniert, dann nochmal ganz klar sagen, dass man über Kommunikationsprobleme nicht reden will.
      Normalerweise merkt der Therapeut dann, dass die Bereitschaft nicht da ist, und bei fehlender Bereitschaft, über ein Thema zu reden, kann er auch nichts ausrichten, daher wird er es nicht weiter versuchen.
      Alles wird galaktisch gut.

      The post was edited 1 time, last by Shenya ().

    • Ich habe dir klar kommuniziert, dass ich die Meinung, dass ich nicht kompetent genug sei, Ratschläge zu geben, oder hierdurch Schaden anrichten würde, nicht teile. Es macht also keinen Sinn, mir zu unterstellen, ich hätte deine Ansicht bzw. Aufforderung nicht verstanden, nur weil ich mich nicht nach dieser richte bzw. nicht "gehorche".

      Übrigens: Wenn deine Freundin dir erzählt sie ist wegen Kopfschmerzen zum Arzt gegangen und dieser hätte daraufhin eine Hüftoperation für sie angesetzt in der Hoffnung, dies würde ihre Kopfschmerzen heilen, so würdest du deiner Freundin doch auch dazu raten die Kompetenz des Arztes anzuzweifeln und sicherheitshalber eine zweite Meinung durch einen anderen Arzt einzuholen. Dafür muss man kein medizinischer Experte sein! Also warum sollte es im psychologischen Bereich anders sein?

      Und zu deiner Frage: Sicher nehmen Autisten auch nicht immer Erklärungen auf, aber hier ging es speziell um Erklärungen, die der Klärung von kommunikativrn Missverdzändnissrn dienen. Und speziell hierfür dond NTs leider häufig weniger offen. Es geht oft um Dinge, bei denen der Autist etwas aus rein sachlich, praktisch, rationalen Gründen geran hat oder eine Aussage rein suf der Sachebene gemacht hat, doch der NT jedoch etwas reininterpretiert und emotional persönlich genommen hat und so felsenfest davon überzeugt ist, die Lage richtig einzuschätzen, dass er es gar nicht für nötig hält, einer andersgearteten Erklärung zuzuhören und diese geistig aufzunehmen. Stattdessen kommt häufig ein Vorwurf, dass man überhaupt etwas klären möchte statt die Kritik einfach dankend anzunehmen und sich zu entschuldigen, da auch das sich erklären wollen falsch interpretiert wird wie als Respektlosigkeit oder nach Ausflüchten suchen.

      AAutisten können zwar (aus anderen Gründen) auch nicht immer richtig zuhören, sind jedoch oftmals mehr gewillt zu akzeptieren, dass etwas anders gemeint war, als sie es aufgefasst haben, bzw. mit dieser Möglichkeit zu rechnen. Ich zum Beispiel War schon immer sehr an der Klärung von Missverständnissen interessiert. Wenn mir also jemand sein Verhalten erklären will und diese Erklärung die Dinge in neuem Licht darstellt, würde ich nicht einfach die Ohren zuklappen sondern das aufnehmen und entsprechend nicht zum Abschluss des Gespräches meinen Vorwurf nochmal in genau der gleichen Form zu wiederholen und ihn auch nicht abwürgen, wenn er sich daraufhin genötigt sieht auch seine Erklärung entsprechend nochmal wiederholen zu müssen. Wie gesagt geht es hier nicht um verschiedene Ansichten sondern um die Begründung eines Verhaltens, welches jemandem vorgeworfen wurde, da das Verhalten falsch interpretiert wurde, da der Person nicht alle relevanten Fakten zu der Situation vorlagen, so dass die Erklärung den wesentlichen Unterschied macht.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.

      The post was edited 2 times, last by Lex ().

    • Lex wrote:

      Ich habe dir klar kommuniziert, dass ich die Meinung, dass ich nicht kompetent genug sei, Ratschläge zu geben, oder hierdurch Schaden anrichten würde, nicht teile. Es macht also keinen Sinn, mir zu unterstellen, ich hätte deine Ansicht bzw. Aufforderung nicht verstanden, nur weil ich mich nicht nach dieser richte bzw. nicht "gehorche".

      Vielleicht ist es bei dem Therapeuten genauso. Vielleicht hat er einen triftigen Grund, dieses Kommunikationsproblem zu erwähnen. Du weißt es nicht. Du bist nicht dabei gewesen, und du hast nicht alles gehört, was der Therapeut gesagt hat, und du kennst auch Unbewohnte Insel nicht und weißt nicht alles über ihn.

      Lex wrote:

      Übrigens: Wenn deine Freundin dir erzählt sie ist wegen Kopfschmerzen zum Arzt gegangen und dieser hätte daraufhin eine Hüftoperation für sie angesetzt in der Hoffnung, dies würde ihre Kopfschmerzen heilen, so würdest du deiner Freundin doch auch dazu raten die Kompetenz des Arztes anzuzweifeln und sicherheitshalber eine zweite Meinung durch einen anderen Arzt einzuholen. Dafür muss man kein medizinischer Experte sein! Also warum sollte es im psychologischen Bereich anders sein?

      s.o.
      Man hat bei einem Text im Internet niemals alle Informationen, also kann man auch keine Schlussfolgerung treffen und Ratschläge geben, als ob man alle Fakten hätte. Man kann maximal eine Einschätzung geben. Angenommen, die Freundin hätte Kopfschmerzen, weil ihr die Hüfte wehtut und sie sich daher verkrampft, dann könnte die Hüft-OP tatsächlich auch gegen die Kopfschmerzen helfen. Wenn du nicht alle Fakten hast, kannst du kein endgültiges Urteil fällen, und du kannst auch nicht hergehen, und den Arzt vorschnell inkompetent nennen.

      Lex wrote:

      Und zu deiner Frage: Sicher nehmen Autisten auch nicht immer Erklärungen auf, aber hier ging es speziell um Erklärungen, die der Klärung von kommunikativrn Missverdzändnissrn dienen. Und speziell hierfür dond NTs leider häufig weniger offen. Es geht oft um Dinge, bei denen der Autist etwas aus rein sachlich, praktisch, rationalen Gründen geran hat oder eine Aussage rein suf der Sachebene gemacht hat, doch der NT jedoch etwas reininterpretiert und emotional persönlich genommen hat und so felsenfest davon überzeugt ist, die Lage richtig einzuschätzen, dass er es gar nicht für nötig hält, einer andersgearteten Erklärung zuzuhören und diese geistig aufzunehmen. Stattdessen kommt häufig ein Vorwurf, dass man überhaupt etwas klären möchte statt die Kritik einfach dankend anzunehmen und sich zu entschuldigen, da auch das sich erklären wollen falsch interpretiert wird wie als Respektlosigkeit oder nach Ausflüchten suchen.

      das beruht auf der unterschiedlichen Kommunikation, hat aber mit diesem Thema wirklich nichts zu tun. Denn du hast einfach unterstellt, dass der Therapeut etwas hineininterpretiert, und es persönlich nimmt, obwohl du es gar nicht weißt. Denn darüber hat Unbewohnte Insel gar nichts geschrieben.

      Lex wrote:

      Autisten können zwar (aus anderen Gründen) auch nicht immer richtig zuhören, sind jedoch oftmals mehr gewillt zu akzeptieren, dass etwas anders gemeint war, als sie es aufgefasst haben, bzw. mit dieser Möglichkeit zu rechnen.

      unbewiesene Behauptung. Umgekehrte Behauptung: Ich traue NTs eher zu, in ihrem Denken flexibler zu sein und auch von einer einmal gefassten Meinung abzurücken, wenn sie eine plausible Erklärung für etwas bekommen. Ebenfalls unbewiesen.
      Alles wird galaktisch gut.

      The post was edited 1 time, last by Shenya ().

    • Lex wrote:

      Kurz gesagt: NTs haben Kommunikationsprobleme, wenn sie alles persönlich nehmen und eine Sachaussage nicht als solche auffassen können. Wenn ich keine Zeit habe, habe ich keine Zeit. Wenn man wissen will warum, kann ich erklären warum, vorausgesetzt ich habe Zeit für die Erklärung. Ich denke du hast schon genug Zeit damit verschwendet, deinem Therapeuten die Dinge erklären zu wollen.

      "NTs" haben Kommunikationsprobleme? :? Also fast die gesamte Menschheit. Allein solche Aussagen verdeutlichen doch, dass es gut und richtig ist, dass ein Therapeut "neurotypisch" ist. Jemand mit derselben Diagnose wäre wohl nicht geeignet. Denn man lebt in einer "neurotypischen" Welt. Punkt. Ich finde es alles andere als hilfreich, wenn aufgrund einer psychiatrischen Diagnose vom Kaliber des Autismus (wo Defizite im Bereich im Bereich der sozialen Interaktion und Kommunikation eine zentrale Rolle spielen), die Seiten verdreht werden. So als wären die "NTs" die psychiatrisch auffälligen Menschen. Ich habe keine Ahnung was vor Ort in der Therapie so lief, aber wenn so eine Therapie auch den Sinn hat besser mit anderen Menschen im Alltag klarzukommen, dann würde ich stets damit rechnen, dass es weniger schöne Therapie-Momente gibt, man als Aspie etwas nicht so sieht wie der Therapeut und/oder man zeitweilig aneinander vorbeiredet. Ob Zeit verschwendet wurde und die Chemie zwischen dem Therapeuten nicht stimmt, das muss Unbewohnte Insel selbst für sich beurteilen. Aber so wie du über "NTs" schreibst wäre es schon paradox den nächsten Therapeuten aufzusuchen, weil ganz sicher wäre dieser nämlich auch "NT".
      In letters of gold on a snow white kite I will write "I love you"
      And send it soaring high above you for all to read
    • Turtle wrote:

      Sascha wrote:

      Genau, Sheldon Cooper kann ja auch Schwimmen lernen durch Theorie-Unterricht.
      Praxis und den Blick eines "Trainers" brauchen auch Haertefaelle nicht ...
      Ob es gute Fachbücher zur Theorie des Schwimmens gibt, weiß ich nicht, doch Ratgeber, die einem beim Verstehen von Kommunikation helfen gibt es. Die Praxis ersetzen diese natürlich nicht.
      Fachbuecher machen nur Sinn, wenn man die Theorie auch irgendwie verinnerlichen kann. Irgendeinen Bezug herstellen kann.
      Solange er die Aussagen des Therapeuten ned versteht, welche Schwierigkeiten dieser abbauen will, solange wird er nedmal wissen, welche Fachbuecher er sich vornehmen soll.

      Ich gehe davon aus, dass jeder Autist mehr oder weniger Kommunikationsprobleme hat.
      Die meisten haben mehr oder weniger viele Kompensationsstrategien entwickelt, andere befassen sich lieber mit anderen Dingen als mit Konfliktpraevention - und wiederum andere wissen nichtmal um die Stolperfallen, in die sie hineintreten.

      Von daher wuerd ich tunlichst zuhoeren, was an den Hinweisen dran ist.


      Man liest sich ... Sascha
    • Lex wrote:

      Und wenn du das nächste Mal eine Therapie anfängst, mach es am besten gleich so, dass die Sitzungen mindestens 60, wenn nicht gar 90 Minuten dauern, damit es nicht so gehetzt ist.


      Das wird kaum ein Kassentherapeut tun, denn die haben ihre festen Stundensätze und -kontingente. Ich persönlich merke zwar tatsächlich oft, dass ich, um mich nicht gehetzt zu fühlen, mehr als 50 Minuten bräuchte, aber das zu erwirken bei Therapeuten dürfte sehr, sehr schwierig sein. Und die Frage ist auch, wie viele Stunden man letztlich brauchen wird. Wenn es insgesamt über eine Kurzzeittherapie hinausgeht, muss man aufpassen, dass die 80 VT-Stunden (oder 100 TFP oder bis höchstens 300 Analyse) nicht zu schnell aufgebraucht sind.

      Außerdem: Ein verantwortungsbewusster Therapeut spricht nicht viel und höchstens in wenigen Situationen -- etwa zur Verdeutlichung dessen, was er meint -- über sein eigenes Leben. Aus ethischer Perspektive ist es kein ethisch akzeptables Verhalten, wenn ein Therapeut regelmäßig über sein eigenes Leben erzählt.

      @ Unbewohnte Insel:

      Ich kann zu psychotherapeutischen Fragen und Schwierigkeiten sehr den Ethikverein empfehlen.

      Dort kannst Du bei Schwierigkeiten wirklich kompetente und zuhörende Personen (selbst Therapeuten) sprechen.
      Die Sprache ist das Haus des Seins.

      (Martin Heidegger)
    • Sascha wrote:

      Ich gehe davon aus, dass jeder Autist mehr oder weniger Kommunikationsprobleme hat.
      Da stimme ich dir absolut zu. Unbewohnte Insel hat aber ein anderes, ganz konkretes Anliegen in der Therapie. Mal ehrlich: Siehst du den Zusammenhang zwischen der Bewältigung seiner Zwangsgedanken und der Arbeit an seiner Kommunikation? Ich schliesse ja nicht aus, dass es ihn gibt, aber dann sollte der Therapeut ihn doch auch erklären können.

      Edit: Vielleicht schätzen wir ihn auch einfach komplett unterschiedlich ein. Für mich liest sich Unbewohnte Insel einfach nicht wie jemand mit derben Kommunikationsproblemen, die eine Therapie an sich unmöglich machen, sondern wie ein erwachsener, berufstätiger Nicht-Muttersprachler, der in Partnerschaft und Beruf hinreichend erfolgreich kommuniziert, dass er dort zumindest nicht übermässig negativ damit aufgefallen ist.

      The post was edited 1 time, last by Turtle ().

    • Turtle wrote:

      Mal ehrlich: Siehst du den Zusammenhang zwischen der Bewältigung seiner Zwangsgedanken und der Arbeit an seiner Kommunikation? Ich schliesse ja nicht aus, dass es ihn gibt, aber dann sollte der Therapeut ihn doch auch erklären können.

      Edit: Vielleicht schätzen wir ihn auch einfach komplett unterschiedlich ein. Für mich liest sich Unbewohnte Insel einfach nicht wie jemand mit derben Kommunikationsproblemen, die eine Therapie an sich unmöglich machen,
      Nein, ich sehe keinen Zusammenhang zwischen Zwangsgedanken und der Arbeit an seiner Kommunikation.
      Dennoch kann ich mir genug Szenarien vorstellen, bei denen ein Zusammenhang besteht, die fuer einen involvierten Autisten nicht ersichtlich sind.
      Zu denen auch gehoert, dass der Therapeut die Relevanz evtl. nicht erklaeren kann.

      Viele Situationen kann man erst verstehen, wenn man sie erlebt hat, und die Zusammenhaenge durchgekaut hat.
      Manchen NTs kannst Du Autismus auch erst begreiflich machen, wenn sie einen Autisten kennenlernen.
      Ebenso koennte es sein, dass der Therapeut erstmal kommunikative Wechselwirkungen ansprechen will, die auf Psyche und evtl. Zwangsgedanken einwirken.

      Derlei duerfte nicht allzu haeufig vorkommen, aber irgendwas muss der Therapeut ja beabsichtigen.
      Ich wuerde daher nachhaken, und mir das anhoeren.
      Oder wen Drittes einschalten, einen NT, der die Erklaerungen sich anhoert, und mir dann uebersetzt, ob er das plausibel findet.


      Man liest sich ... Sascha
    • @ Turtle

      Ja. Ich lebe im Ausland (hier) und komme zurecht mit der Kommunikation in meinem (mini-) Beruf und mit meiner (sehr toleranten) Partnerin. Mein Leben ist zwar immer etwas schwierig und leer gewesen im zwischenmenschlichen Bereich aber ich kommuniziere gut genug um zurechtzukommen. Ich denke dass die meisten die professionell mit mir zu tun haben stufen mich halbbewusst als (im sozialen Bereich) etwas eigenartig ein aber nicht als unfähig zur ordentlichen Kommunikation. Sonst wäre ich rausgeflogen aus der Arbeit schon vor Jahren.

      Ich sehe ein dass ich schwach bin in sozialen Sachen aber nicht dass ich Unterricht brauche um etwas zu trainieren. Etwas trainieren will ich nicht. Ich bin ich und will mich nicht optimieren um effizienter Sachen zu erreichen.

      Irgendwie habe ich das Gefühl dass der Therapeut mich gleichzeitig aufbauen und herabziehen will.

      Was mich etwas schockiert hat ist dass er mir gesagt hat dass ich Sachen falsch mache in meinem Gebrauch der deutschen Sprache und dass er mit mir daran arbeiten will. Ich habe meine Partnerin gefragt ob es stimmt und sie hat gesagt "Du sprichst Deutsch perfekt", was auch nicht stimmt aber meine Fehler in der Anwendung der deutschen Sprache brauchen keine psychotherapeutischen Behandlung. Höchstens könnte ich einen Privatlehrer anheuern um mein Gebrauch der Sprache zu optimieren. Er weiss dass Sprachen meine grosse Leidenschaft sind und will mir vielleicht zeigen dass ich nicht so gut bin wie ich denke aber ich denke nicht dass ich gut bin, es ist nur dass wenn man sich jahrzehntelang mit etwas beschäftigt (zB Sprachen) dann hat man am Ende einen riesigen Haufen Wissen (zB haufenweise Sprachen). Ausser meiner Muttersprache gibt es keine Sprache die ich zu 100% beherrsche.

      Ich will nicht therapieresistent sein aber in meinem Alter (61) einen Sozialkompetenztraining zu machen wäre irgendwie eine Bankrotterklärung.

      @ Sascha

      Irgendwas muss der Therapeut "im Schilde" (rw) haben aber ich weiss nicht was. Mittwoch habe ich den nächsten Termin. Als Interpret habe ich meine Partnerin. Ich erzähle ihr immer das was er gesagt hat und sie versucht mir zu erklären warum er es gesagt haben könnte.

      The post was edited 6 times, last by Unbewohnte Insel ().

    • @ Shenya

      Ja. Wir haben Missverständnisse, denke ich.

      Wenn ich jetzt daran denke weiss ich nicht was los ist in der Therapie oder was sie soll im konkreten Sinne. Ich habe einen Haufen Zeug erzählt über meine Schulzeit und über meine Eltern und er hat zugehört und viele Notizen gemacht und Sachen gesagt als Reaktion oder Aufmunterung oder Erklärung warum dieses oder jenes. Ich habe gedacht dass das die Vorbereitung war und dass jetzt wo er die ganze Information hat kommt die Therapie aber jetzt hat er mir gesagt dass er gern meine Kommunikation bessern möchte. Das scheint irgendwie ein neues Thema einzuführen, wo das alte Thema noch ungelöst ist bzw war.

      Meine Zwangsgedanken sind zur Zeit fast weg, und zwar seit ich den Beitrag von Lex gelesen habe mit den zwei wichtigen Einsichten. Aber ich denke die Therapie hat den Boden vorbereitet für die Einsichten die ich hatte durch den Beitrag. Die Einsichten waren nicht durch den Therapeuten gekommen. Es wird heikel sein dem Therapeuten zu sagen dass ich eine Besserung erlebt habe aber nicht durch seine Interpretationen oder Aufmunterung sondern durch jemanden im Internet.

      Ich wollte ihn fragen ob er (der Therapeut) bei der Stasi gearbeitet hat in der DDR weil ich vermute (von vielen Sachen aus seiner Biographie) das er vielleicht bei der Stasi war, aber meine Freundin hat gesagt dass ich sowas nicht fragen darf und deswegen werde ich nicht fragen. Was man sagen darf und was nicht merke ich oft gar nicht oder nur in der allerletzten Sekunde bevor ich es sage. In dem Sinne ist meine Kommunikation schlecht.

      The post was edited 6 times, last by Unbewohnte Insel ().

    • Unbewohnte Insel wrote:

      @ Sascha

      Irgendwas muss der Therapeut "im Schilde" (rw) haben aber ich weiss nicht was. Mittwoch habe ich den nächsten Termin. Als Interpret habe ich meine Partnerin. Ich erzähle ihr immer das was er gesagt hat und sie versucht mir zu erklären warum er es gesagt haben könnte.
      Interpretation indirekt ist nicht wirklich besser.
      Ich meine als Vorschlag, dass er nicht versucht, Dir die Sachen zu erklaeren, sondern der dritten Person.


      Man liest sich ... Sascha
    • Unbewohnte Insel wrote:

      Meine Zwangsgedanken sind zur Zeit fast weg, und zwar seit ich den Beitrag von Lex gelesen habe mit den zwei wichtigen Einsichten. Aber ich denke die Therapie hat den Boden vorbereitet für die Einsichten die ich hatte durch den Beitrag. Die Einsichten waren nicht durch den Therapeuten gekommen. Es wird heikel sein dem Therapeuten zu sagen dass ich eine Besserung erlebt habe aber nicht durch seine Interpretationen oder Aufmunterung sondern durch jemanden im Internet.
      Diesen Umstand kann man so formulieren, dass Du seine Vorarbeit herausstellst.
      Durch seine Anregungen hast Du Tipps aus dem Internet besser auffassen und verstehen koennen.


      Man liest sich ... Sascha