Eingliederungshilfe/Persönliches Budget

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    • Eingliederungshilfe/Persönliches Budget

      Hallo!

      Bei mir läuft ein Antrag auf Eingliederungsilfe beim Sozialamt. Jetzt stehe ich aber vor der Entscheidung, ob ich diese als Sachleistungin Anspruch nehmen möchte oder in Form des persönlichesn Budgets, wenn diese bewilligt wird. Hat dazu hier jemand Erfahrung?

      Gruß ISO
    • Als persönliches Budget musst Du Dir die Hilfen selbstständig suchen und auch bezahlen.
      Das PB ist in der Regel auch nicht so hoch, dass das Geld dafür ausreichen würde. Jedenfalls nicht wenn umfangreiche Hilfen nötig sind.
      Bei Sachleistung rechnen die Helfer direkt mit dem Amt ab. Afaik gibt es da keine Begrenzung.
      Nur halt die 1-2 jährliche Hilfeplankonferenz wo entschieden wird welchen Hilfebedarf man hat und welcher davon genehmigt wird.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Lies doch mal im Netz über das Persönliche Budget, dazu findet man viele Seiten. Leistungsmäßig ist auch das PB nicht nach oben begrenzt. Es kommt auch darauf an, was du suchst - wenn du z.B. verschiedene Leistungen in Anspruch nehmen willst und diese selbst bzw. flexibler gestalten willst, würde das für ein PB sprechen. Das PB geht aber auch mit Nachteilen einher, z.B. deine Stellung rechtmäßig als Arbeitgeber mit allen Rechten und Pflichten.
    • Die Frage wäre noch, wie rekrutierte man eine zuverlässige Person. Das stelle ich mir sehr schwierig vor.

      p.s. Der Betrag für die Fachleistungsstunde ist doch vom Sozialhilfeträger vorgegeben, wenn ich mich recht erinnere.
      anders anders

      The post was edited 1 time, last by underdog ().

    • Die Frage wäre noch, wie rekrutierte man eine zuverlässige Person. Das stelle ich mir sehr schwierig vor.

      Kommt drauf an, ob man vielleicht im Bekanntenkreis eine passende Person schon kennt. Darüber hinaus kann man sich an Betreuungsvereine richten und dort Personen kennenlernen. Das ist ja gerade der Vorteil beim PB, dass man sich nicht festlegen muss, sondern leichter die Betreuung den Wünschen nach umgestalten kann. Beim Weg ohne PB kann man natürlich auch die Betreuung wechseln, aber weil man hier nicht der Arbeitgeber ist, muss das über das Amt neu beantragt werden und bewilligt werden. Andererseits helfen bei der Beantragung i.d.R. die Vereine mit. Ich habe nur gute Erfahrung mit meinem Betreuerverein, aber ich habe mir auch Zeit genommen viele anzusehen.
    • Mit Betreuungs- / Betreuerverein sind die Anbieter von Eingliederungshilfen gemeint? Ich kenne den Begriff nur im Zusammenhang mit rechtlichen Betreuern.

      Ich sehe manchmal Anzeigen in der Jobbörse, wo Betreuer oder Assistenten gesucht werden. Nur, wer will da die Spreu vom Weizen trennen und welcher Mensch mit hinreichendem professionellem Hintergrund lässt sich überhaupt auf solche Arbeitsbedingungen ein? Der Betrag für eine Fachleistungsstunde mag hoch sein, aber da steckt ja einiges an organisatorischer Arbeit dahinter. Mein Leistungsträger hat hier offensichtlich mit der Abrechnung der Stunden betrogen, um mehr abrechnen zu können.

      Ganz schwierig, vor allem mit dem Bürokratismus im Hintergrund, der bewältigt werden will.
      anders anders
    • underdog wrote:

      Mit Betreuungs- / Betreuerverein sind die Anbieter von Eingliederungshilfen gemeint?
      Ja. "Anbieter von Eingliederungshilfen" fand ich zu allgemein.

      Nur, wer will da die Spreu vom Weizen trennen und welcher Mensch mit hinreichendem professionellem Hintergrund lässt sich überhaupt auf solche Arbeitsbedingungen ein?
      Was meinst du mit "solche" Arbeitsbedingungen? Ist es so schlimm mit Autisten zu arbeiten? Oder hälst du die sozialen Vereine und Dienstleister für schlechte Arbeitgeber? Du scheinst schlechte Erfahrungen gemacht zu haben. Ich könnte nur Gutes berichten. Ich weiß nicht wie groß die Dichte der Angebote in anderen Städten außerhalb Berlins ist, hier hatte ich immerhin mehrere Angebote.

      Man darf übrigens erwarten, dass ein Betreuer / Assistent eine sozial- oder heilpädagogische Ausbildung hat. Man darf m.E. aber nicht erwarten, dass er Autismusexperte ist, zumal selbst in Vereinen die ausschließlich mit Autisten arbeiten die Erfahrungen der einzelnen Betreuer so unterschiedlich sein können, wie die autistischen Klienten selbst. Ich habe von vorne herein im Erstgespräch einen Text mit meinen Erwartungen und Bedürfnissen mitgebracht. Da habe ich kein besonderes Wissen beim potentiellen Betreuer voraussgesetzt, sondern diesbezüglich eine Offenheit und Neugier von mir und über mich zu lernen.
    • Mark_Twain wrote:

      Man darf übrigens erwarten, dass ein Betreuer / Assistent eine sozial- oder heilpädagogische Ausbildung hat.

      Nicht wirklich. Es werden auch häufig Personengruppen eingestellt, die zb "nur" normaler Erzieher sind. Oder auch Leute entsprechend des Gebietes. Für Küchen zb Diplom Ökotrophologen.
      Die Erfahrung mit Behinderten kommt dann mit der Berufserfahrung.
      Natürlich gibt es auch Sozialassistenten. Da die aber ziemlich teuer sind sitzen die eher in der leitenden Position.
      Erwarten darf man eigentlich gar nichts. Egal welcher Beruf erlernt wurde: Am Ende zählt nur das Ergebnis und der Preis.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Mark_Twain wrote:

      Was meinst du mit "solche" Arbeitsbedingungen?
      Das war auf die Freiberufler bezogen, die sich über PB finanzieren müssen.
      Geringes Einkommen, große Unsicherheiten, großer bürokratischer Aufwand. Ein Angestelltenverhätnis ist da weitaus attraktiver, denke ich.

      Schlechte Erfahrugen habe ich nicht. In meiner persönlichen Situation waren die Eingliederungshilfen nur absolut ergebnislos. Der Betreuer war teilweise sehr distanzlos. Das hätte man aber beheben können, indem man sich einen anderen hätte zuteilen lassen. Letztendlich habe ich gekündigt.
      anders anders
    • underdog wrote:

      Ein Angestelltenverhätnis ist da weitaus attraktiver, denke ich.
      Meines Wissens sind die in einem Angestelltenverhältnis. Wenn ich über ein PB eine Frau anstelle, die ich bezahle, dann muss ich ihr sogar Schwangerschaftsurlaub etc. zahlen. Insofern würde ich keine Frau anstellen, wenn ich auf Hilfe angewiesen bin. Deswegen heißt das ganze auch "Arbeitgebermodell". Das ist jedenfalls mein Wissenstand, Gewähr gebe ich darauf natürlich nicht, da ich kein Jurist bin. Über fachkundige Aussagen hierzu wäre ich dankbar.

      Es werden auch häufig Personengruppen eingestellt, die zb "nur" normaler Erzieher sind. Oder auch Leute entsprechend des Gebietes. Für Küchen zb Diplom Ökotrophologen.
      Erzieher haben auch eine Ausbildung gemacht. Und für die Küche ist es auch nicht schlecht, wenn es ein Ökotrophologe ist, aber den stellt man ja vermutlich nicht als Betreuer im PB an, außer man braucht explizit eine Küchenhilfe, oder? Ich kann mich ja auch irren, aber welchen Sinn hätte das? Du meinst doch eher z.B. eine WfbM, wo im technischen Arbeitsbereich auch ein ausgebildeter Techniker anleitet, das macht ja wiederrum Sinn finde ich. Aber oft findet man in entsprechenden Stellenangeboten für WfbMs trotzdem auch weitere Voraussetzungen, wie "langjährige Erfahrung im Behindertenbereich" oder eine "sonderpädagogische Zusatzqualifikation", siehe etwa hier oder hier

      The post was edited 1 time, last by Mark_Twain ().

    • Mark_Twain wrote:

      aber den stellt man ja vermutlich nicht als Betreuer im PB an, außer man braucht explizit eine Küchenhilfe, oder? Ich kann mich ja auch irren, aber welchen Sinn hätte das?
      Mangel an qualifizierten Fachkräften?! Wobei ich Sozialarbeiter auch oft für nicht sonderlich kompetent halte.

      Mark_Twain wrote:

      Meines Wissens sind die in einem Angestelltenverhältnis.
      Arbeitgeber ist der Klient. Wo ist da der Unterschied zur Selbstständigkeit? Man muss sich selbst um alle Formalitäten kümmern und Akquise betreiben. Dazu steht man in Konkurrenz zu den Trägervereinen. Das sind schon prekäre Arbeitsbedingungen.
      anders anders
    • underdog wrote:

      Mangel an qualifizierten Fachkräften?! Wobei ich Sozialarbeiter auch oft für nicht sonderlich kompetent halte.
      Ja, wenn man Sozialarbeiter meist nicht kompetent findet, muss man wohl zum Schluss kommen, dass es einen Mangel an qualifizierten Fachkräften gibt.

      underdog wrote:

      Man muss sich selbst um alle Formalitäten kümmern und Akquise betreiben.
      Richtig, und das ist nicht jedermanns Sache. Das PB hat aber auch entsprechende Vorteile, die ich jetzt nicht nochmal nennen werde.

      Dazu steht man in Konkurrenz zu den Trägervereinen. Das sind schon prekäre Arbeitsbedingungen.
      Nein. Die Trägervereine, also Vereine, die Sozialarbeiter und oder Sozialpädagogen angestellt haben, können auch über PB abrechnen. Ob das Geld vom Amt, von den Eltern oder vom Budgetnehmer kommt ist doch gleich. Insofern gibt es auf dem Markt gleich viel Angebot. Man wäre also auch nicht immer Arbeitgeber mit entsprechenden Pflichten, sondern könnte auch bloß Kunde sein. Beim PB kann man auch Familienmitglieder, die Teilhabeleistungen erbringen, bezahlen - ob das ohne PB geht, entzieht sich meiner Kenntnis, wäre aber jedenfalls formal aufwändiger.
    • underdog wrote:

      Mark_Twain wrote:

      Die Trägervereine, also Vereine, die Sozialarbeiter und oder Sozialpädagogen angestellt haben, können auch über PB abrechnen.

      Das ist mir neu und mein Träger stellte das zu Beginn als Alternative dar. Welchen Sinn soll das machen? Doppelter bürokratischer Aufwand?
      Tut mir leid, ich verstehe weder deinen ersten Satz, noch deine zwei Fragen. Wieso ist es dir neu, dass Eingliederungshilfeträger über PB abrechnen können, wenn dein Träger die Bezahlung über PB als Alternative doch vorgeschlagen hatte? Was meinst du mit doppelter bürokratischer Aufwand?
    • Die Trägervereine müssen die Möglichkeit des PB als Alternative zu den von ihnen erbrachten Sachleistungen bennen.

      Die Träger müssten zusätzlich zu ihrer internen Organisation ein Vertragsverhältnis mit dem Klienten eingehen. Da kann das Sozialamt auch direkt überweisen.
      anders anders
    • Ich bin mir momentan nicht sicher, was sinnvoller ist: Ich möchte beim Sozialamt Leistungen zur Eingliederung in die Gesellschaft beantragen (um die Autismustherapie finanziert zu bekommen und um z. B. soziale Veranstaltungen wie Freizeitkurse in einem sozialpsychiatrischen Zentrum besuchen zu können und ich würde auch gerne eine Musik-/Körpertherapie darüber finanzieren).

      Wenn ich einen Antrag auf diese Leistungen zur Eingliederung stelle, muss ich dann zusätzlich einen Antrag auf ein persönliches Budget stellen oder soll ich sagen, dass ich die Leistungen als persönlcihes Budget haben möchte?

      Die Autismustherapie wäre vermutlich auch als normale Leistung (kein persönliches Budget) okay, allerdings glaube ich, dass ich aufgrund meiner Problematiken die anderen Therapieformen wie Freizeitkurse und Musik-/Körpertherapie häufiger pausieren bzw. abwechselnd gestalten möchte, so dass es da vermutlich sinnvoller wäre, mir die Leistungen über ein persönliches Budget selbst einzukaufen, als jedesmal das Sozialamt um einen Antrag zu bitten.
      Deshalb dachte ich, dass es sinnvoll wäre, alles als persönliches Budget zu beantragen.

      Hat jemand damit Erfahrungen gemacht bzw. weiß jemand, ob ich schon direkt beim Antrag auf Leistungen zur Eingliederung in die Gesellschaft ankreuzen kann, ob ich die Leistungen als persönliches Budget erhalten will oder ob ich einen extra Antrag stellen muss? Wisst ihr, wie man das begründen soll? Meint ihr, dass meine Begründung ausreicht?
    • FruchtigBunt wrote:

      Weiß darüber hinaus jemand, was für eine Form der sozialen Teilhabe nach Kapitel 13 SGB IX die Autismustherapie darstellt? Soll das eine sogenannte Assistenzleistung nach § 78 SGB IX sein oder worunter fällt das genau?
      Mein erster Rat wäre: Wende Dich direkt (ohne Formular) erst einmal an deine(n) Sachbearbeiter(in), denn für das Sozialamt gilt, dass es keine Antragserfordernis gibt, sondern das Sozialamt tätig werden muss, wenn es Kenntnis von einer Problemlage in seinem Zuständigkeitsbereich erhält.

      Zweitens ein Tipp/ Literaturhinweis: Trendel, Manuela: Praxisratgeber Persönliches Budget, 3. Auflage, Regensburg 2018. Überhaupt sind die Walhalla- Rechtsratgeber eine gute Referenz, weil sie auch der Standard in der Verwaltung selbst sind. (Bspw. hatte ich in meiner Offizierzeit z.B. die aktuellen Ratgeber zum Soldaten- und Disziplinarrecht im Regal stehen.)
      Of course I talk to myself! :nod: Sometimes I need expert advice. :prof:
    • AspiIT wrote:

      FruchtigBunt wrote:

      Weiß darüber hinaus jemand, was für eine Form der sozialen Teilhabe nach Kapitel 13 SGB IX die Autismustherapie darstellt? Soll das eine sogenannte Assistenzleistung nach § 78 SGB IX sein oder worunter fällt das genau?
      Die Autismustherapie kann soziale, aber auch berufliche Teilhabe sein.
      Ja, das sehe ich auch so. Wenn man es als soziale Teilhabe beantragt, ist momentan meine Frage, welche Unterform der sozialen Teilhabe es ist. Eine Unterkategorie nennt sich "Assistenzleistungen". Es gibt noch andere Unterkategorien der sozialen Teilhabe. Ich bin mir nicht sicher, ob es eine Assistenzleistung ist oder eine andere Unterform der sozialen Teilhabe. Unter "Assistenzleistungen" hätte ich mir z. B. die Begleitung zu Terminen durch eine Hilfsperson vorgestellt, aber die Autismustherapie sieht bei mir so aus, dass ich einfach nur mit der Therapeutin redet. Eine wirkliche Assistenz stellt die Therapeutin momentan nicht dar. Die anderen Unterkategorien der "sozialen Teilhabe" passen aber noch weniger. Deshalb überlegte ich das.