Frage an die Vorstandskandidaten

This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

  • Frage an die Vorstandskandidaten

    Hallo,

    ich bin selbst zwar kein Mitglied des Vereins, aber trotzdem beobachte ich seine Entwicklung (auch mit dem Gedanken eines eventuellen Beitritts im Hinterkopf). Ich hätte eine Frage die die zukünftige Marschrichtung des Vereins betrifft, da die Meinung des Vorstands ja irgendwo relevant ist und mir bisher sowas wie ein Wahlprogramm fehlt, oder entgangen ist(falls es sowas geben sollte wäre ich über einen Link dankbar).

    Die Frage wäre wie die Vorstandskandidaten persönlich zu ABA stehen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ben
    Handle ehrlich, handle weise, sei freundlich, baue Brücken keine Mauern, aktzeptiere Fremdes, freue dich über Unterschiede.
  • Hallo Ben,

    wenn Du Dir Gedanken machst wegen einem eventuellen Beitritt bei Aspies e.V., so werde ich nun die Erste der vier Vorstandskandiaten sein die Stellung zu Deinen Fragen bezieht.

    Zum Thema ABA

    Das ABA von manchen Therapeuten bei Autisten angeboten wird, kann ich aus ethischen Gründen nicht tolerieren, denn diese Therapieform verstößt m. M. n. gegen folgende (von mir herausgesuchten) Punkte der Präambel des Deutschen Grundgesetzes :
    • Artikel 1 [Menschenwürde; Grundrechtsbindung der staatlichen Gewalt]
      (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
    • Artikel 2 [Allgemeine Handlungsfreiheit; Freiheit der Person; Recht auf Leben]
      (1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
      (2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf
      Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.
    • Artikel 3 [Gleichheit vor dem Gesetz; Gleichberechtigung von Männern und Frauen; Diskriminierungsverbote]
      (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
      (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner
      Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens,
      seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder
      bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

    Autisten sind durch Ihre Art anders wie andere Menschen und haben all ihre Besonderheiten. Aber Autisten sollen m. M. n. (wenn Bedarf besteht) Unterstützung erhalten. Da Autisten (in der Regel) ihre Abläufe, Routinen, Stereotypienund Strukturen die ihnen um Alltag Sicherheit geben.Wenn man Autisten unterstützen möchte, dann darf es in keinem Fall wider die Natur sein, sondern wenn, dann in der Form, dass man sie in ihrer Art und ihrem Wesen integriert, damit ein Leben autismusgerecht gestaltet werden kann. Aber Versuche durch eine Therapieform ABA den Willen zu brechen damit sie für ihre Familen (primär der Wunsch mancher Eltern) kompatibler (als Dressur-Affe) werden, grenzt für mich an psychische Folter.

    Aus diesem erwähnten Gründen bin ich gegen ABA.

    Des Weiteren bin ich
    • gegen Werbung von ABA-Anbietern
    • gegen Verlinkungen zu ABA-Anbietern
    Jedoch bin ich der Aufassung, dass wir uns z.B. nicht allen Veranstaltungen verschließen sollen, nur weil ein paar ABA-Anbieter ebenfalls mit anwesend sind. Auch bin ich nicht dafür, dass wir z.B. global gegen einen Bundesverband vorgehen (wie es schon mal jemand in diesem Forum vorgeschlagen hatte), denn einzelne Regionalverbände entscheiden individuell. Die einen sind absolut für ABA, Andere sind dagegen und wieder Andere haben es z.B. in ihrem Katalog und bieten es selten an. Daher kann man m. M. n. nicht global vorgehen.

    Einfach zu sagen ABA ist nicht gut und sich selbst von allem abzuschotten/zurückziehen was schlecht ist, halte ich ebenfalls nicht für den richtigen Weg. Denn wenn man nur verurteilt und sich von allem absondert, schießt man sich selbst ins Aus. Manche Diktatur wäre nicht entstanden, wenn viele Menschen sich nicht, weil sie was nicht gut fanden zurückgezogen haben. Denn (auch wenn es ggf. nicht bewusst erscheint) unterstützt man jene die man nicht für gut empfindet, wenn man nicht handelt. Unter Handeln verstehe ich z.B. wenn es zu Treffen (bei Veranstaltungen etc.) aufeinander kommt, dass man fachlich, sachlich fundiert gegen ABA agumentiert und Stellung bezieht.

    - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

    Was den Verein Aspies e.V. betrifft so haben wir vom 18.04.2015 bis zum 19.04.2015 unsere MV (Mitgliederversammlung). Die 2 wichtigsten Organe des Vereins sind die Mitgliederversammlung und der Vorstand. Bei der Mitgliederversammlung wird der Kurs des Vereins, sowie ein neuer Vorstand gewählt werden. Beschlüsse, die die Mitgliederversammlung verabschiedet, sind vom neuen Vorstand dann während dessen Legislaturperiode umzusetzen sowie den Verein während dieser Zeit in der Innen- und Außenwirkung geschäftsführend zu vertreten.

    - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

    Die angefragte Marschrichtung (Kurs) wird bei der MV besprochen und verabschiedet werden. Wie diese/r ausfallen wird kann ich im Vorfeld nicht sagen, da ich nicht in die Zukunft sehen kann. Alle bei der MV (vor Ort, sowie online) beteiligten werden Themen erörtern, Beschlüsse fällen und eine Wahl abhalten. Da es bei Beschlüssen, sowie bei der Wahl stets demokratisch abgestimmt wird, wird der Kurs mit allen Beschlüssen nach der Mv feststehen.

    Was mich betrifft so plädiere ich für eine Stellungsnahme von Aspies e.V. zum Thema ABA unmittelbar nach der MV.

    Lieben Gruß
    Trinity
    Wir können alles. Außer hochdeutsch. Baden-Württemberg
  • ABA-Umfrage 1 34
    1.  
      Ich bin kein Vereinsmitglied und lehne ABA ab. (25) 74%
    2.  
      Ich bin Vereinsmitglied und lehne ABA ab. (5) 15%
    3.  
      Ich bin Vereinsmitglied und ABA ist mir egal. (2) 6%
    4.  
      Ich bin kein Vereinsmitglied und ABA ist mir egal. (2) 6%
    5.  
      Ich bin Vereinsmitglied und befürworte ABA. (0) 0%
    6.  
      Ich bin kein Vereinsmitglied und befürworte ABA. (0) 0%
    Trinity hat sich schon geäußert zu Bens Frage, die ich auch sehr interessant finde. Das ist schön.
    Wie sieht es mit dem Rest der Vorstandskandidaten aus?
    Rainer zum Beispiel, durchaus online die letzten Tage, aber noch kein Statement.
    Wer sind die anderen Kandidaten und wie ist ihre Einstellung dazu?

    Für die Vorstandskandidaten ist es sicherlich auch interessant, wie die Vereinsmitglieder, aber auch die Forenuser als potentielle Vereinsmitglieder, zu ABA stehen und was sie vom Verein dahingehend erwarten.
    Immerhin sind wir es, ob nun Mitglied oder nicht, die der Verein zu vertreten gedenkt.
    Daher zwei kleine Umfragen an die User.
  • ABA-Umfrage 2 16
    1.  
      Ich würde dem Verein eventuell beitreten, wenn er sich gegen ABA positioniert. (13) 81%
    2.  
      Ich würde dem Verein eventuell beitreten, egal wie er sich zu ABA positioniert. (2) 13%
    3.  
      Ich trete aus, wenn der Verein sich neutral oder für ABA positioniert. (1) 6%
    4.  
      Ich würde dem Verein eventuell beitreten, wenn er sich für ABA positioniert. (0) 0%
    5.  
      Ich trete aus, wenn der Verein sich gegen ABA positioniert. (0) 0%
    6.  
      Ich trete aus, egal wie der Verein sich zu ABA positioniert. (0) 0%
    Und die zweite Umfrage.
  • Meine Haltung ist, dass ich die Berichte autistischer Menschen über Traumatisierungen durch ABA-Therapien ernst nehme. Aspies e.V. sollte sich von Therapeuten, die das Selbstbestimmungsrecht und die Würde autistischer Patienten verletzen, distanzieren und ich bin auch für eine entsprechende öffentliche Stellungnahme durch den Verein, wie es ja auch Stellungnahmen gegen MMS und die Festhaltetherapie gegeben hat. Die Erklärung von Autismus Mittelfranken findet meine ausdrückliche Unterstützung - sie zeigt vor allem auch, dass es auch von Seiten vieler Eltern Kritik an solchen Therapiemethoden gibt; daher sollten wir gerade auch unter Eltern autistischer Kinder Verbündete suchen und auch deren Empowerment fördern und für Aufklärung leisten, etwa, dass es auch alternative Therapieformen wie TEACCH, kognitive und sensorische Therapien, etc. und natürlich auch die Autismus-Selbsthilfe gibt. Hier sollten wir auch weiter Netzwerkarbeit leisten, damit sich die Vereinsarbeit auch nicht in reinem Dagegen-Sein beschränkt, sondern konstruktiv vorgeht; das gilt in gleicher Weise auch für Fachkräfte, wo es auch genügend Leute gibt, die ABA kritisch gegenüber eingestellt sind. Ansonsten teile ich auch die Ansicht, die im neuesten Buch von Theunissen vertreten wird, wo es heißt, "Signifikante Belege dafür, dass ABA Kindern in Autismus-Spektrum dabei hilft, wesentliche Alltagskompetenzen zu erwerben, die mehr Selbstständigkeit und auch Selbstbestimmung erst ermöglichen, gibt es nicht." Ich denke, diejenigen Therapeuten, die das Ziel verfolgen, Autisten zu möglichst pflegeleichten, unauffälligen und angepassten Menschen dressieren zu wollen, arbeiten nicht nach wirklich ethischen Standards.

    Was das Vorgehen des Vereins angeht, hat Ivonne ja ansonsten schon darauf hingewiesen, dass das letztlich Entscheidung der Mitgliederversammlung ist. Ich plädiere ansonsten aber für geduldige Aufklärungsarbeit und dazu ist es auch nötig, im Dialog mit den Beteiligten zu bleiben und so aufzutreten, dass man dauerhaft ernstgenommen wird. Und ansonsten auch noch der Hinweis: ABA wird auf der Mitgliederversammlung nicht das einzige Thema sein. So wichtig der Einsatz gegen Missbräuche in der Therapie und durch die Therapie ist, es gibt auch noch genügend andere Baustellen zu beackern, die auch nicht aus den Augen verloren werden dürfen. Die Kandidaten sollten in meinen Augen auch danach bewertet werden, welches Engagement sie dort zeigen.

    The post was edited 1 time, last by Rainer ().

  • Rainer wrote:

    Die Kandidaten sollten in meinen Augen auch danach bewertet werden, welches Engagement sie dort zeigen.


    Das finde ich auch sehr wichtig. Erwachsene Autisten und die meisten hier im Forum und im Vereinsforum werden sicherlich keinerlei Aba-Erfahrung gemacht haben. Insofern bin ich auch eher dafür den Focus auf die Sachen zu richten, die erwachsenen Autisten das Leben erleichtern.

    Ich finde im Kampf gegen Aba haben sich schon so viele Leute zerfleischt und ich finde es dient oft nur noch als Stimmungsmache gegen den Verein, und ich kann das nicht mehr hören mit Aba x(

    Man muss auch als Verein ernstgenommen werden und diese Sachen "buhhh Aba ist so scheiße" schreien bringt doch den Aba Betroffenen am allerwenigsten, ich finde den Ansatz gut sich von Aba zu distanzieren , aber eben auf konstruktive Weise. ich finde diese Umfrage einfach nur stimmungsmache und halte sie für überflüssig :m(: Leute die nur aus ihren Löchern kommen, wenns darum geht den Verein zu schaden und ständig und ausschließlich nur deswegen hier auffallen kann ich auch nicht mehr ernstnehmen.
    ~Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden.~
  • Vielen Dank für das Statement.
    Fehlen noch zwei.

    Rainer wrote:

    Und ansonsten auch noch der Hinweis: ABA wird auf der Mitgliederversammlung nicht das einzige Thema sein. So wichtig der Einsatz gegen Missbräuche in der Therapie und durch die Therapie ist, es gibt auch noch genügend andere Baustellen zu beackern, die auch nicht aus den Augen verloren werden dürfen. Die Kandidaten sollten in meinen Augen auch danach bewertet werden, welches Engagement sie dort zeigen.
    Natürlich sind weitere Dinge ebenso wichtig.
    Die Frage ist halt, wie man die Kandidaten nach ihrem Engagement bewerten soll, wenn sie sich dazu nicht auch mal äußern, ja, man nicht mal weiß, wer diese Kandidaten überhaupt sind.
  • Rechercheur wrote:

    Vielen Dank für das Statement.
    Fehlen noch zwei.
    Ich schließe mich Rechercheuer an. Für mich ist die Frage nach ABA nicht nur eine Frage nach ABA sondern generell wie mit der autistischen Würde umgegangen wird, wie mit der Würde des Menschen verfahren wird und ob man bereit ist für eine Sache einzustehen. Ich hätte zusätzlich fragen können was der Verein bzw die Vorstandskandidaten gedenken zu tun um Erwachsene Autisten besser zu Unterstüzen, aber keine Frage zeigt den Charakter der Leute derart wie diese Frage.
    Handle ehrlich, handle weise, sei freundlich, baue Brücken keine Mauern, aktzeptiere Fremdes, freue dich über Unterschiede.
  • Ich schreib lieber meine Sichtweise. Für mich ist eine bestimmte ABA-Positionierung nicht wirklich relevant. Das liegt einerseits daran, weil ABA mit meinem Leben und Alltag überhaupt nichts zu tun hat. Auch bei all den Leuten, die ich seit 2007 kennengelernt habe spielte ABA keine Rolle (weswegen ich mich damit bis dato auch nie intensiv beschäftigt habe), sondern es standen ganz andere Probleme und Anliegen im Vordergrund. Wenn über Nacht ABA aus der Welt geschafft werden würde, dann würde sich für mich und viele andere vermutlich nichts ändern. Das bedeutet aber nicht, dass ABA etwas ist was ich jetzt gut finde oder empfehlen würde, sondern das ist einfach der Grund weshalb "Anti-ABA-Politik" bei mir auf den ersten 10 Plätzen wohl nicht zu finden ist. Ich hatte eigentlich nie den Eindruck, dass User im Forum oder Leute des Vereins für ABA sind.

    Ich finde, dass ein Verein angemessen und vernünftig ABA-Kritik betreiben sollte und nicht auf dem Niveau von "anarchistischen Steinewerfern" agieren sollte. Auch sollte man sich mit Emotionen wie Wut etc. zurückhalten bei sowas. Ich finde das auch sehr wichtig, weil man nicht nur einen Dialog erzeugen sollte, sondern diesen auch halten sollte. Wenn man mit fragwürdigem Auftreten Eltern/Befürworter/Fachkräfte verunsichert und vergrault, dann bringt es nämlich nichts. Die Qualität und Glaubwürdigkeit würden auch sehr geschmälert werden und die Ernsthaftigkeit des Vereins in Frage stellen. In der Hinsicht fand ich Aspies e.V. immer vernünftig und glaubwürdig. Ein Verein sollte ABA-Kritik nicht so betreiben, wie einzelne User es teils gemacht haben, weil das für einen Verein viel zu einseitig wäre. Wenn das "Spotlight" nur starr und grell auf das Schlimmste gerichtet ist, daneben aber nicht NEUTRAL informiert wird, keine Alternativen und wirklich brauchbare Hilfen genannt werden, dann lässt man Eltern nämlich irgendwo auch "im Regen stehen" und sie sind verunsichert, sie sind dort wo sie schon vorher auch waren. Auch fühlt sich derjenige, der sich erst noch eine eigene Meinung zu ABA bilden möchte u. U. benutzt, gelenkt und eingesammelt um kollektiv die Anliegen/Sichtweisen anderer zu untermauern. So sollte ein Verein wirklich nicht auftreten, davon würde ich dringend abraten, wenn man ernst genommen werden möchte und etwas erreichen möchte. Nur das wird nicht über Nacht geschehen. :roll:

    Beim Verein ist mir wichtig, dass er von zuverlässigen Leuten besetzt ist. Leute, die nicht einfach plötzlich weg sind, Leute die nicht andere einfach im Stich lassen. In der Hinsicht muss ich Rainer loben, denn er war 2007 schon da und ist es heute noch im Jahre 2015. :thumbup:
    In letters of gold on a snow white kite I will write "I love you"
    And send it soaring high above you for all to read
  • Hyperakusis wrote:

    Ich finde, dass ein Verein angemessen und vernünftig ABA-Kritik betreiben sollte und nicht auf dem Niveau von "anarchistischen Steinewerfern" agieren sollte. Auch sollte man sich mit Emotionen wie Wut etc. zurückhalten bei sowas. Ich finde das auch sehr wichtig, weil man nicht nur einen Dialog erzeugen sollte, sondern diesen auch halten sollte. Wenn man mit fragwürdigem Auftreten Eltern/Befürworter/Fachkräfte verunsichert und vergrault, dann bringt es nämlich nichts. Die Qualität und Glaubwürdigkeit würden auch sehr geschmälert werden und die Ernsthaftigkeit des Vereins in Frage stellen. In der Hinsicht fand ich Aspies e.V. immer vernünftig und glaubwürdig. Ein Verein sollte ABA-Kritik nicht so betreiben, wie einzelne User es teils gemacht haben, weil das für einen Verein viel zu einseitig wäre. Wenn das "Spotlight" nur starr und grell auf das Schlimmste gerichtet ist, daneben aber nicht NEUTRAL informiert wird, keine Alternativen und wirklich brauchbare Hilfen genannt werden, dann lässt man Eltern nämlich irgendwo auch "im Regen stehen" und sie sind verunsichert, sie sind dort wo sie schon vorher auch waren. Auch fühlt sich derjenige, der sich erst noch eine eigene Meinung zu ABA bilden möchte u. U. benutzt, gelenkt und eingesammelt um kollektiv die Anliegen/Sichtweisen anderer zu untermauern. So sollte ein Verein wirklich nicht auftreten, davon würde ich dringend abraten, wenn man ernst genommen werden möchte und etwas erreichen möchte. Nur das wird nicht über Nacht geschehen. :roll:
    Dahingehend empfehle ich hier noch mal die Stellungnahme von Autismus Mittelfranken e. V. als positives Beispiel:
    autismus-mfr.de/images/articles/Stellungnahme_gegen_ABA.pdf
    So etwas stelle zumindest ich mir vor.
    Anarchistische Steinewerfer, wie du es formulierst, sind als Verein natürlich nicht gefragt!

    Hyperakusis wrote:

    Ich hatte eigentlich nie den Eindruck, dass User im Forum oder Leute des Vereins für ABA sind.
    Liegt vielleicht daran, dass du dich aufgrund des Mangels an Interesse an dem Thema weniger damit befasst hast.
    Im letzten Jahr gab es da noch diese Kooperation mit dem Verein seitens dieser ABA-Anbieterin, die der Verein nur enorm ungern angegangen ist.
    Und auch in den Threads zu ABA gab es im alten Board noch deutlich andere Stimmen als jetzt in diesem, wenn auch nur wenige.
    Ich denke, dass Trinity da sehr viel zum Verständnis und zur Meinungsbildung beigetragen hat. Aber auch sind vielleicht nicht alle User mehr hier, die dort waren.

    The post was edited 1 time, last by Rechercheur ().

  • Hallo zusammen,

    nun will ich mich (bevor ich arbeiten gehe) auch noch Mal zu Wort melden.

    Ich kam einst am 25.09.2010 als User ins Selbsthilfeforum von Aspies e.V., war neu und verunsichert wie viele am Anfang. Auch bei mir bestand damals ein Verdacht auf Asperger, denn ich in den Folgemonaten abklären lies. Es stellte sich im Juni 2011 heraus das ich schon immer Asperger hatte. Auch ich musste mich danach zurecht finden, da ich ab da zunehmened im Laufe der Zeit besser verstanden haben wie so ich stets andere wie andere Menschen war.

    Im Fernsehen oder auf YouTube verfolgte ich mit Spannung Berichte, Dokus etc. von bekannten hochfunktionalen Autisten. Sei es ein Peter Schmidt, eine Christine Preißmann, ein Rainer Döhle etc. was sie so berichteten. Damals hätte ich in keiner Weise mir vorstellen können, dass ich nicht nur sie, sondern auch viele bekannte Diagnostiker/Fachärzte, Elternvertreter, Elterbverbände etc. alle kennen lerne. Darunter auch Befürworter für ABA und ABA-Anbieter. Auf je mehr Veranstaltungen und Treffen man ist, deso mehr kennt man mit der Zeit.

    Ich war auch 2,75 Jahre Vereinsmitglied bei Aspies e.V. bevor ich selbst aktiv wurde. In Meiner inaktiven Zeit hatte ich stets Aufmerksam verfolgt was in der Autismus Community geschieht und ich konnte nie das große Uneins unter Autisten nachvollziehen, was ich stets bedauerte.

    Seit Januar 2010 bin ich in Südaben in Selbsthilfegruppen engagiert und auch eine der Ansprechpartner in SHGs. Daher habe ich im Südwesten auch viele Kontakte zu Angehörigen (bin zusätzlich selbst Angehörige einer Autistin), Elternvertreter und sonstige Aktivisten. Mein Ziel ist gewiss nicht (sinnbildlich) mit einer Streitaxt alle kaputt zu machen. Denn ich habe viele gute Kontakte um vernünftige Dialoge führen zu können.

    Seit Januar 2015 kandidiere ich für den zukünftigen Vorstand von Aspies e.V. und ich bin mir sehr bewusst welche Verantwortung da auf mich zukommt. Aber ich vergesse auch nicht woher ich komme, denn ich bin ein User dieses Selbsthilfeforums wo einst wie viele, sich verunsichert in diesem Forum registrierte um virtuelle Kontakte zu bekommen. Seit nun 4,5 Jahren bin ich regelmäßig im Selbsthilfeforum, in Chats und lese auch so manchen Blogs. Mit anderen Worten ich kenne auch die Bedürfnisse und Altagssorgen der User der Autismus Community in Deutschland.

    Und unabhänig dessen dass ich aktuell kandidiere, sollte ein Verein wie Aspies e.V., als Verein von und für Autisten auch die Bedenken und Sorgen vieler Autisten anhören und nicht nur einfach seine Sache machen. Denn dies würde die Autismus Community nur spalten.

    Was mich betrifft, so bin ich:
    • Vereinsmitglied bei Aspies e.V.
    • User dieses Selbsthilfeforum
    • kenne ca. 100 Autisten real (bedingt durch viele Treffen)
    • kenne auch ABA-Gegener
    • kenne Blogger
    • etc.
    Ich sehe aktuell die große Chance, dass wenn wir uns zum Thema ABA, was unter vielen Autisten große Besorgnis auslöst einig werden können. Daher stehe ich nach wie vor dafür, dass es nach der MV zu einer vernünftigen Stellungsnahme von Seitens Aspies e.V. zum Thema ABA kommen sollte. Dann dann kann man z.B. hinterher auch vernünftig Dialoge führen in dem fachlich/sachlich argumentiert wenn es um dieses Thema geht.

    Des Weiteren muss man sich m. M. n. mehr dafür einsetzen dass mehr Inklusion für Erwachse Autisten auf dem 1. Arbeitsmarkt möglich ist.

    I Have a Dream

    Mein Traum ist die Autismus Community (Erwachsener Autisten) in Deutschland mehr zu vereinen um gemeinsam eine besssere Interessenvertretung zu ereichen. Für dies stehe ich, für dies setze ich mich ein und für dies kämpfe ich.

    In 9 Tagen ist die Wahl auf der MV. Es entscheiden die Mitglieder des Vereins. Aber egal ob ich gewählt werde oder nicht. Ohne Gesicht zu zeigen, Offenheit und Ziel für was ich stehe und mich einsetzen werde, würde ich nie kandidieren. So bin ich und so war ich schon immer und so will ich bleiben.
    Wir können alles. Außer hochdeutsch. Baden-Württemberg
  • Was mich bei dieser Wahl auch intresieren würde ist wer denn eigentlich
    diese beiden "Geheimkandidaten" sind, und vor allem warum sie geheim sind...
    Immerhin werden sie ja in einer Woche für den Verein den Kopf in der Öffentlichkeit
    hinhalten müssen, und nach dem was im letzten Jahr so los war wird man vermutlich
    genauer hinkucken was die denn überhaupt tun......
  • ABA-Eltern feiern Stellungnahme des Wissenschaftlichen Beirats von Autismus Deutschland e. V.

    Der Wissenschaftliche Beirat des Bundesverbandes Autismus Deutschland e. V. besteht derzeit aus:

    Die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats des Bundesverbandes

    Vorsitzender:
    Prof. Dr. med. Matthias Dose
    Ärztlicher Direktor der Klinik Taufkirchen (Vils)
    Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und psychosomatische Medizin
    Bräuhausstraße 5
    84416 Taufkirchen (Vils)
    Tel.: 08084 / 934-212
    FAX: 08084 / 934-400
    E-Mail: matthias.dose@kbo.de


    Prof. Dr. Matthias Dalferth
    Fachhochschule Regensburg, FB Sozialwesen
    Postfach 12 03 27
    93025 Regensburg
    Tel.: 0941 / 943 10-87 Sekretariat: 0941 / 94310-81
    FAX: 0941 / 94314-68
    E-Mail: matthias.dalferth@soz.fh-regensburg.de


    Prof. Dr. med. Dipl. theol. Christine M. Freitag
    Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Goethe-Universität
    Deutschordenstraße 50 (Haus 92)
    60528 Frankfurt am Main
    Tel.: 069-6301- 5408
    Fax 069-6301-5843
    E-Mail: C.Freitag@em.uni-frankfurt.de


    Prof. Dr. phil. Inge Kamp-Becker
    Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
    Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Marburg
    Schützenstr. 49
    35039 Marburg
    Tel.: 06421 / 586 6439
    FAX: 06421 / 586 3078
    E-Mail: kampbeck@med.uni-marburg.de


    Bea Küpperfahrenberg
    Comenius-Schule
    Auf dem Loh 15s
    45289 Essen
    Tel. 0201 5717430
    E-Mail: bea.kuefa@arcor.de


    Claus Lechmann
    Autismus-Therapie-Zentrum Köln
    Neusser Str. 786
    50737 Köln
    Tel: 0221 97 72 56 0
    Fax: 0221 97 72 56 16
    E-Mail: lechmann@autismus-koeln.de



    Dr. Tobias Leppert
    Hamburger Autismus-Institut
    Bebelallee 141
    22297 Hamburg
    Tel.: 040 / 511 68 25
    Fax: 040 / 511 86 10
    E-Mail: leppert@autismus-hamburg.de


    Dr. Bernhard Schmalenbach
    Alanus Hochschule
    Fachbereich Bildungswissenschaften
    Villestr. 3, 53347 Alfter
    Tel. Verwaltung: 02222 / 93 21 - 0
    Fax: 02222 / 93 21 - 21
    E-Mail: bernhard.schmalenbach@alanus.edu


    Prof. Dr. Dr. Kai Vogeley
    Klinik f. Psychiatrie u. Psychotherapie
    Uni Köln
    Kerpener Str. 62
    50924 Köln
    Tel. 0221 / 478 87 155
    E-Mail: kai.vogeley@uk-koeln.de


    Da habt ihr eure Pappenheimer!
    Macht mal die Augen auf so langsam!
  • Wo ist denn diese Stellungnahme? Ich sehe nur, dass etwas behauptet wird. Eine Quellenangabe sehe ich aber nicht. Und im zweiten Link sehe ich die Email AN den wissenschaftlichen Beirat - nicht VON.
    Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
    Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
  • Ginome wrote:

    Und im zweiten Link sehe ich die Email AN den wissenschaftlichen Beirat - nicht VON.
    Interessant.

    Ich dagegen sehe da eine E-Mail von Autismus Karlsruhe e. V., konkret von Simone Morales Sabournin morales@autismus-karlsruhe.de, an "Verborgene_Empfaenger", beinhaltend ein Zitat aus der Einschätzung des Wissenschaftlichen Beirats von Autismus Deutschland e. V. und laut Text mit der gesamten Einschätzung, wie auf der Website von ABA-Eltern zu lesen, im Anhang, der dort natürlich nicht zu sehen ist. Da aber das Zitat aus ebenjenem Text stammt, wird das wohl übereinstimmen.

    Desweiteren sehe ich, dass eben diese E-Mail wiederum von einer Nadine, die in der Signatur die Daten von Knospe-ABA stehen hat, also vermutlich Nadine Schramm (geb. Knopse) sein wird, in die Yahoo-Mailingliste aba-autismus@yahoogroups.de gepostet wurde.

    Von dort aus wird sie wohl zu den ABA-Eltern gelangt sein, die sie prompt veröffentlichten.

    Weg also vermutlich:
    Wissenschaftlicher Beirat -> Autismus Karlsruhe -> unbekannte Empfänger (vermutlich inkl. Knospe-ABA) -> Knospe-ABA -> Yahoo-Mailingliste -> ABA-Eltern

    Die Echtheit des Textes und seine Herkunft wurden leider schon bestätigt, wie mir zugetragen wurde, wenn es derzeit auch leider keine weitere Quellenangabe gibt, denn der Beirat ist eben ein Beirat und nicht der Vereinsvorstand, der sich bislang nicht dazu äußerte.
    Aber du kannst dich sicherlich bei Knospe-ABA, ABA-Eltern oder auch dem Wissenschaftlichen Beirat selbst erkundigen, E-Mail-Adressen sind ja vorhanden.
  • Interessant.. ich sehe immer noch keinen Text VOM wissenschaftlichen Beirat. Nur ein kurzes Zitat was auf dieser ABA-Seite auch steht.
    Die Email im Original (und komplett) sehe ich nirgendwo.

    Gibt es irgendwo die Möglichkeit diese Email komplett zu sehen? Theoretisch könnten diese ABA-Heinis das ja auch verfälscht haben.
    Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
    Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
  • Ginome wrote:

    Gibt es irgendwo die Möglichkeit diese Email komplett zu sehen? Theoretisch könnten diese ABA-Heinis das ja auch verfälscht haben.
    Nein, bislang nicht:

    Rechercheur wrote:

    Die Echtheit des Textes und seine Herkunft wurden leider schon bestätigt, wie mir zugetragen wurde, wenn es derzeit auch leider keine weitere Quellenangabe gibt, denn der Beirat ist eben ein Beirat und nicht der Vereinsvorstand, der sich bislang nicht dazu äußerte.
    Aber du kannst dich sicherlich bei Knospe-ABA, ABA-Eltern oder auch dem Wissenschaftlichen Beirat selbst erkundigen, E-Mail-Adressen sind ja vorhanden.

    Also entweder übst du dich in Geduld oder fragst halt selbst nach. E-Mail-Adressen sind ja bekannt, wie gesagt.
    Drängeln hilft gerade nix.