Gerichtlich angeordnete Untersuchung Schwerbehindertenausweis

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    • Merkzeichen B bedeutet "nur", dass eine Begleitperson - wenn man sie denn hat - freie Mitfahrt in öff. Verkehrsmitteln erhält.

      Zuerst sollte deswegen die Beantragung einer Assistenz an anderen Stellen geschehen.

      Pflegekasse und Sozialamt wären da die richtigen Anlaufstellen.
      Viel Erfolg, manchmal braucht man Geduld.
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")
    • Genau, die Beantragung würde dann woanders laufen, dass weiß ich.

      Ich wollte mehr darauf hinaus, dass es etwas sinnfrei ist, diese Assistenz zu beantragen, wenn sie einen wichtigen Teil ihrer Aufgaben ohne das Merkzeichen gar nicht machen kann. Bzw. nur unter zusätzlichen Kosten.
    • Es muss aber keine Assistenz vorhanden sein um das Merkmal zu beantragen. Haben wir vorher im Gesetz nachgeschaut.

      Es ist eben nur das Recht eine mögliche Begleitperson mitzunehmen. Das muss nicht mal eine richtige Assistenz sein, dass können auch Eltern, Verwandten, Freunde sein. Und die begleiten mich ja auch aktuell wohl mal öfter. Nur werden die nicht dafür bezahlt. Sondern zahlen sogar noch oben drauf.

      Assistenz habe ich aktuell nicht u.a. Deshalb weil die Sozialdienste erst mal einen SBA nachgefragt haben. Aber ich habe durchaus Begleitpersonen, für die ich das Merkzeichen bereits jetzt schon nutzen könnte, wenn ich es hätte. Nur eine feste Assistenz habe ich seit 5 Monaten nicht mehr offiziell, weil meine Bewilligung ausgelaufen ist und mir gesagt wurde, für eine neue brauche ich erst den SBA (am besten mit Merkzeichen).

      Und wenn mir der Therapeut, der Anwalt vom Sozialverband und die Sozialberatung einstimmig und unabhängig voneinander raten, das Merkzeichen zu beantragen, weil es jetzt schon für mich sinnvoll und nützlich sei, dann vertraue ich denen da. Denn im Gegensatz zu mir ist das für die alle nicht das erste Verfahren.
    • Samtpfote wrote:

      Es muss aber keine Assistenz vorhanden sein um das Merkmal zu beantragen.
      Nein, das weiß ich, das habe ich auch nicht behauptet, siehe meinen Beitrag 64.

      Aber B bekommst du nur, wenn du unabhängige Berichte beibringst, dass du ohne Begleitung keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kannst.
      Und zwar stets. Nicht nur ab und zu.
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    • Wie gesagt: Anwalt, Therapeut und Sozialberatung sind sich einig, dass eine ständige Begleitung im ÖPNV für mich sinnvoll wäre. Und die kennen mich und meine Geschichte und werden sich das wohl kaum aus den Fingern saugen (RW). Und da die da mehr Ahnung von haben als ich, wurde es mit beantragt. Genauso wie die anderen Merkzeichen. Und es wurde im SBA-Antrag auch ausführlich begründet, warum dieses Merkzeichen auf mich zutrifft, außerdem gibt es im Zweifel mehrere Zeugen, die meine Probleme im ÖPNV berichten können.

      Was das Gericht und der Gutachter dazu meinen, wird sich dann zeigen.

      The post was edited 1 time, last by Samtpfote ().

    • Samtpfote wrote:

      Und es wurde im SBA-Antrag auch ausführlich begründet, warum dieses Merkzeichen auf mich zutrifft, außerdem gibt es im Zweifel mehrere Zeugen, die meine Probleme im ÖPNV berichten können.
      Und das hört sich doch gut an (also im Hinblick auf das beantragte Merkzeichen).

      Was ich dir und den anderen, die es lesen, an Information zukommen lassen will, sind die aktuellen Herangehensweisen in NRW im Bereich Schwerbehindertenrecht. Unter Berufung auf die VersMedV.

      Wenn du weißt, wie es da in der VersMedV gesehen wird, kannst du dich besser auf die Gerichtssache vorbereiten.
      (Ich habe selber keine Vorbehalte gegen deine Pläne; wie könnte ich auch? - Also musst du auch nicht mich überzeugen, sondern die SozialrichterInnen.)
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    • Ja, leider ist mein Fall einer, der eben nicht den "typischen" Fälle in der VersMedV entspricht. Ich hoffe einfach, dass die Richterin bzw. der Gutacher erkennen, dass meine Einschränkungen zwar nicht typischerweise diesen Merkzeichen zugeordnet sind, die Merkzeichen aber trotzdem gerechtfertigt sind. Denn die Einschränkungen sind ja da, sie äußern sich halt nur anders, als bei denen, die so ein Merkzeichen meistens haben.
    • Danke :)

      Am wichtigsten wäre mir aber irgendein Merkzeichen, das ich die Wertmarke für den ÖPNV bekomme. Auf den bin ich tatsächlich dringend angewiesen aber der geht halt auch echt ins Geld, selbst mit "günstigem" Monatsticket. Ich besuche ja öfters meine Eltern um meine Energiereserven aufzufüllen, da kostet die Hin- und Rückfahrt insgesamt 24€. Und die Besuche sind echt wichtig für mich

      Beantragt wurden G, H und B. Wobei ich H am ehesten bekommen dürfte, ich krieg nicht mal Wasser kochen für Nudeln stressfrei hin oder morgens alleine aufstehen ‍
    • Samtpfote wrote:

      Beantragt wurden G, H und B. Wobei ich H am ehesten bekommen dürfte, ich krieg nicht mal Wasser kochen für Nudeln stressfrei hin oder morgens alleine aufstehen ‍
      Die Wahrscheinlichkeit für "H" ist noch geringer als für "G" und "B". Oder hast Du einen höheren Pflegegrad und bekommst auch Pflege? Daran macht das Versorgungsamt das nämlich meistens fest.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • DeinVorname wrote:

      Ginome wrote:

      Oder hast Du einen höheren Pflegegrad und bekommst auch Pflege? Daran macht das Versorgungsamt das nämlich meistens fest.
      Das stimmt nicht. Pflegegrad und Schwerbehinderung unterliegen verschiedenen Kriterien und werden unabhängig voneinander bewertet.
      ab Pflegegrad 4 wird das Merkzeichen H automatisch vergeben. Bei 3 kommt es auf den Einzelfall an, Pflegegrad 2 reicht noch nicht aus.
      Natürlich werden GdB und Pflegegrad unabhängig voneinander bewertet, Merkzeichen H aber orientiert sich am Pflegegrad. Da sparen sich die Versorgungsämter die Arbeit und greifen auch gern auf die Einstufung der Pflegekassen zurück. wenn man hilflos ist, braucht man ja auch jemanden der pflegt. Wie soll das sonst gehen?
      Für Merkzeichen B braucht man auch noch G, H, oder Bl.
      wenn bisher noch nicht mal ein Pflegegrad vergeben wurde, ist es schon eher unwahrscheinlich dass das zugesprochen wird.


      @Samtpfote wie hast du dann bisher überlebt? Wenn es so schlimm ist dass du nicht mal alleine Wasser kochen kannst. Ernstgemeinte Frage. Die das Gericht auch stellen wird. Wer hat sich bisher gekümmert?
      Una est catena quae nos alligatos tenet, amor vitae
    • Zebra wrote:

      @Samtpfote wie hast du dann bisher überlebt? Wenn es so schlimm ist dass du nicht mal alleine Wasser kochen kannst. Ernstgemeinte Frage. Die das Gericht auch stellen wird. Wer hat sich bisher gekümmert
      Meine Mutter. Die ist tagsüber zuhause und fast jederzeit per Telefon oder Handy erreichbar. Die ist dann quasi beim Kochen oder beim einkaufen per Handy "live" mit dabei und unterstützt mich. Und weckt mich auch jeden Morgen falls ich die 4 Wecker nicht höre und ihr bis zu einer bestimmten Uhrzeit nicht geschrieben habe das ich wach bin.


      DeinVorname wrote:

      Zebra wrote:

      Für Merkzeichen B braucht man auch noch G, H, oder Bl.
      wenn bisher noch nicht mal ein Pflegegrad vergeben wurde, ist es schon eher unwahrscheinlich dass das zugesprochen wird.
      Bei mir ging das. Erst Merkzeichen dann Pflegegrad. Aber egal.
      Also mein Anwalt sagt auch das geht. Und er sagt auch, dass ich nicht verpflichtet bin einen Pflegegrad zu beantragen. Der sagt dasselbe wie @DeinVorname


      DeinVorname wrote:

      Pflegegrad und Schwerbehinderung unterliegen verschiedenen Kriterien und werden unabhängig voneinander bewertet.
      Die Pflegekasse ist ja auch bisher in keinster Weise in den Prozess involviert.

      Ich zitiere hier mal den Gesetzestext dazu (Hervorhebung durch mich):
      "Hilflos sind diejenigen, die [...] für eine Reihe von häufig und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen zur Sicherung ihrer persönlichen Existenz im Ablauf eines jeden Tages fremder Hilfe dauernd bedürfen. Diese Voraussetzungen sind auch erfüllt, wenn die Hilfe in Form einer Überwachung oder einer Anleitung zu den genannten Verrichtungen erforderlich ist oder wenn die Hilfe zwar nicht dauernd geleistet werden muss, jedoch eine ständige Bereitschaft zur Hilfeleistung erforderlich ist.
      [...]
      Hilflosigkeit liegt im oben genannten Sinne auch dann vor, wenn ein psychisch oder geistig behinderter Mensch zwar bei zahlreichen Verrichtungen des täglichen Lebens der Hilfe nicht unmittelbar bedarf, er diese Verrichtungen aber infolge einer Antriebsschwäche ohne ständige Überwachung nicht vornähme. "
      gesetze-im-internet.de/versmedv/anlage.html

      Meine Mutter muss z.B. beim Kochen und beim Einkaufen ständig telefonisch oder per Whatsapp erreichbar sein falls ich mal wieder nicht weiter weiß und dann total verloren rumstehe und wie gelähmt bin und z.B. im Geschäft dann entweder einfach rausgehe (ohne einzukaufen) oder aber beim Kochen dann einfach gar nicht erst anfange und nix esse. Oft muss meine Mutter zusätzlich ein Auge drauf haben, dass ich überhaupt was esse, weil das vergesse ich ganz gerne mal, wenn ich mir selbst essen machen muss. Beim Wecken krieg ich es teilweise selbst mit 4 oder 5 Weckern nicht hin, weil ich die im Schlaf ausstelle. Ebenso muss sie mich zu Arzt- und Friseurbesuchen ständig massiv überreden, weil ich freiwillig da so gut wie nie hingehen würde. Gleiches gilt z.B. auch für die Haushaltsführung. Wenn meine Eltern nicht 4-5 mal im Jahr zu Besuch kämen und Stress machen würden, dann würde meine Wohnung teilweise wohl ein halbes dreiviertel Jahr nicht geputzt werden.

      Und das sind jetzt nur die "krassen" Sachen, da gibt es noch jede Menge Kleinigkeiten.

      Kann ich falls das Gericht es fordern würde dann z.B. durch Chats belegen, dass ich ständig meine Mutter für jede Kleinigkeit um Rat fragen muss oder das sie regelmäßig telefonisch wecken muss.

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    • DeinVorname wrote:

      Zebra wrote:

      Für Merkzeichen B braucht man auch noch G, H, oder Bl.
      wenn bisher noch nicht mal ein Pflegegrad vergeben wurde, ist es schon eher unwahrscheinlich dass das zugesprochen wird.
      Bei mir ging das. Erst Merkzeichen dann Pflegegrad. Aber egal.
      Für "H"?
      "G" und "B" klar. Ich hatte auch erst die Merkzeichen. "H" habe ich aber nicht.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Wobei ich mich auch frage, warum 3 Stellen, die eigentlich alle zumindest ein bisschen, eine Stelle aber definitiv sehr viel Erfahrung mit solchen Anträgen und Klageverfahren haben, mir alle diese 3 Merkzeichen empfohlen haben zu beantragen und mir auch wirklich Mut gemacht haben, mindestens 2 davon zu bekommen, wenn das anscheinend doch alles so aussichtslos ist.

      Achman vielleicht sollte ich das ganze doch alles zurückziehen und einfach mit den ganzen Problemen weiterleben wie bisher und hoffen, dass es irgendwie klappt :(