Lohnt sich eine Anfrage auf Diagnose unter diesen Vorzeichen?

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    • Tatsächlich ist es so, dass die Diagnosestellen sich bei 5jährigen Kindern oft scheuen solch eine endgültige Diagnose wie Autismus zu stellen. Die wollen dann lieber die weitere Entwicklung abwarten, eben weil es nichts Heilbares ist.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Kann mir vielleicht nochmal jemand helfen? Ich habe gerade eine weitere Phrase in meinen Zeugnissen entdeckt und frage mich, ob das ein weiteres Indiz sein könnte:

      "In Deutsch liest namenlos auch ungeübte Texte fließend vor. (...) Mündlich kann er die Inhalte des Gelesenen wiedergeben, schriftliche Sinnerfassungen aber bereiten ihm Schwierigkeiten."

      Kann man das so verstehen, dass ich Probleme hatte, einen bestimmten Kontext aus Texten zu erfassen, bzw. sowas wie Redewendungen oder Metaphern zu verstehen? Der Abschnitt stammt aus dem zweitem Schuljahr, aus dem zweitem Halbjahr.
    • Ich würde sagen: Das bedeutet, dass du zwar die Wörter lesen konntest und auch sagen, worum es in dem Text geht, es dir aber schwerfiel, die Inhalte des Gelesen schriftlich wiederzugeben.

      Ich glaube weniger, dass es inhaltlich um Redewendungen und Metaphern in Texten des zweiten Schuljahres ging.
      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)
    • Das dachte ich mir nach dem Absenden dann auch. Möglicherweise war ich da etwas vorschnell. :m(:

      Leider enden die ausführlichen Texte bereits nach der zweiten Klasse, sodass ich vermutlich versuche, mehr daraus zu lesen, als zu lesen ist.

      Stutzig macht mich dieser Abschnitt schon, aber es tut sicher auch nicht gut, immer gleich etwas Pathologisches daraus zu schlussfolgern. Ich bin zumindest noch nicht schlau geworden, was wann typische Auffälligkeiten im Kindesalter sind und was wann noch als "entwicklungsverzögert" durchgeht.
    • Der Satz bedeutet nix weiter, als dass du dich besser sprachlich als schriftlich ausgedrückt hast. Solche Unterscheide haben viele Kinder, in die eine wie die andere Richtung, und das kann man oft auch noch bei Erwachsenen beobachten (dürfte analog zu den verschiedenen Erfaß-/Lerntypen sein).
    • "Entwicklungsverzögert"? Wenn wohl eher im Sozialverhalten, Spielverhalten oder motorischem Geschick (Schuhe zubinden, Ball fangen, Bewegungen anderer Personen korrekt nachahmen etc.).

      Das Thema Sprachentwicklung kontra laufen lernen war mehr relevant zur Unterscheidung zwischen frühkindlichem Autismus und Asperger-Syndrom.

      Beim Thema Texterfassung fiel es manchen Aspiekindern schwer die Motive / Gefühle/ Absichten der Figuren zu durchschauen.

      Besonders schwer fällt Aspies oft das Zusammenfassen von Texten und bei der schriftlichen Beantwortung von Fragen nicht zu ausführlich zu werden und zu erahnen was man weglassen darf und was nicht. Wenn man Pech hat reicht dann die Schreibzeit oder der Platz nicht aus und man hat trotzdem nicht alles erwähnt, was der Lehrer wichtig findet zu erwähnen.

      Überleg doch mal was du selbst noch von deiner Schulzeit erinnerst und geh nicht nur nach Zeugnissen.

      Warst du in manchen Fächern überdurchschnittlich gut und in anderen unterdurchschnittlich schlecht?

      Wurdest du von den anderen Kindern gemobbt oder verprügelt?

      Hattest du das Gefühl die anderen Kinder sind teils unter deinem Niveau und / oder halten dich für dumm? Oder für nen Schlaumeier? Hast du Ärger bekommen, weil du Lehrer korrigiert hast? Oder mit ihnen diskutiert?
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    • Lex wrote:

      Besonders schwer fällt Aspies oft das Zusammenfassen von Texten und bei der schriftlichen Beantwortung von Fragen nicht zu ausführlich zu werden und zu erahnen was man weglassen darf und was nicht. Wenn man Pech hat reicht dann die Schreibzeit oder der Platz nicht aus und man hat trotzdem nicht alles erwähnt, was der Lehrer wichtig findet zu erwähnen.
      Das passiert hier ständig bei unserer 15 jährigen Tochter (ASS)
      In Deutsch bekomme ich sehr oft die Rückmeldung das ihre Inhaltsangaben oder Antworten zu lang und zu Detailliert wären. Auch die Praktikumsmappe wo sie täglich reinschreiben sollte was sie an dem Tag gemacht hat war immer zu lang. Sie sollte eigentlich Tätigkeiten aufschreiben die für den Beruf relevant sind, aber sie hat noch Sachen reingeschrieben wie; was sie zum frühstück gegessen hat, wann sie gegessen hat viel belangloses halt...
    • Jedes Kind entwickelt sich anders und legt ein anderes Tempo ...
      So einschneidende Rückmeldungen von der Grundschule an die ich mich erinnern kann waren Sachen wie;
      Zu Ostern z.b hat sie sich geweigert einen Osterhasen zu basteln und Eier zu bemalen, die Lehrerin war natürlich erbost und sagte mir das unsere Tochter ihren Arbeitsauftrag verweigert. Zuhause angekommen frage ich warum sie nicht macht was die Lehrerin will...unsere Tochter "es gibt keine Hasen die bunte Eier verstecken, das können Hasen nicht ausserdem wäre es Schwachsinn Eier bunt zu bemalen, was soll das für einen Sinn haben?!" das war ihre Meinung zu dem ganzen Arbeitsauftrag...Das selbe bzw. ähnliches Drama gab es dann auch bei den Weihnachtsvorbereitungen in der Schule...

      Sport fand sie immer schrecklich, vor allem Ballspiele...Da hat sie auch tatsächlich immer eine schlechte Note.
      Dann hatte sie eine Phase wo sie konsequent nur mit Katzen "miauen" geantwortet hat, also immer wenn sie was gefragt wurde hat sie nur miaut, das hat sie eine Woche lang gemacht bis die Lehrerin mich anrief...Warum sie das getan hat weiß ich bis heute nicht.
      Irgendwann kam ein Anruf aus der schule weil unsere Tochter ihrer Mitschülerin ohne ersichtlichen Grund beim vorbeigehen eine Ohrfeige verpasst hat...Das war in sofern verwunderlich weil sie nie Handgreiflich je irgendwem gegenüber war. Sie hätte sich auch nicht dazu geäussert wieso weshalb warum, entschuldigen wollte sie sich auch nicht. Ich weiß bis heute nicht wieso sie das getan hat.

      Es gab da ein paar Sachen mehr weshalb unsere Tochter in der Grundschule schon als etwas "seltsam" auffiel.

      Im Kindergarten wurde mir immer nur gesagt das sie sehr zurückhaltend ist, sich sehr lange mit sich selbst beschäftigen kann und viel irgendwo sitzt und aussieht als würde sie träumen oder stundenlang die anderen Kinder beobachten. Mit den Erzieherinnen hat sie nur gesprochen wenn sie etwas wollte also ein Becher oder so...Sie war ein stilles Kind weshalb sie da als sehr unproblematisch beschrieben wurde. An Regeln hat sie sich immer gehalten.

      Ich weiß jetzt nicht wieviel davon ASS abhängig ist...aber das waren so einige der Rückmeldungen von Kita, Schule etc...

      Ich als Mutter war da nicht alarmiert, sie war eben etwas anders als die anderen Kinder aber nicht besorgniserregend als das ich mir was dabei gedacht hätte.
      Jedes Kind entwickelt sich eben anders...Nur wenn das Alter irgendwann nicht mehr zu dem Verhalten passt und einiges bleibt was sich hätte weiterentwickeln müssen....Dan fällt das irgendwann auf.
    • Lex wrote:

      "Entwicklungsverzögert"? Wenn wohl eher im Sozialverhalten, Spielverhalten oder motorischem Geschick (Schuhe zubinden, Ball fangen, Bewegungen anderer Personen korrekt nachahmen etc.).

      Das Thema Sprachentwicklung kontra laufen lernen war mehr relevant zur Unterscheidung zwischen frühkindlichem Autismus und Asperger-Syndrom.

      Beim Thema Texterfassung fiel es manchen Aspiekindern schwer die Motive / Gefühle/ Absichten der Figuren zu durchschauen.

      Besonders schwer fällt Aspies oft das Zusammenfassen von Texten und bei der schriftlichen Beantwortung von Fragen nicht zu ausführlich zu werden und zu erahnen was man weglassen darf und was nicht. Wenn man Pech hat reicht dann die Schreibzeit oder der Platz nicht aus und man hat trotzdem nicht alles erwähnt, was der Lehrer wichtig findet zu erwähnen.

      Überleg doch mal was du selbst noch von deiner Schulzeit erinnerst und geh nicht nur nach Zeugnissen.

      Warst du in manchen Fächern überdurchschnittlich gut und in anderen unterdurchschnittlich schlecht?

      Wurdest du von den anderen Kindern gemobbt oder verprügelt?

      Hattest du das Gefühl die anderen Kinder sind teils unter deinem Niveau und / oder halten dich für dumm? Oder für nen Schlaumeier? Hast du Ärger bekommen, weil du Lehrer korrigiert hast? Oder mit ihnen diskutiert?
      Kann es sein, dass die Zitatfunktion zur Zeit irgendwie nicht richtig funktioniert? Die Option ein ausgewähltes Teilzitat einzufügen, wird mir gar nicht angezigt.

      Ich wollte aber unbedingt auf Deine Nachricht antworten.

      Beim ersten Punkt fällt mir spontan ein, dass ich lange gebraucht habe, um zu verstehen, wie man Schuhe bindet, dann waren aber alle zufrieden mit diesem Service. 8-)

      Bewegungsabläufe immtieren weiß ich leider nichts dazu, nur eben, dass meine Motorik nicht die beste war und ist.

      Beim zweiten Punkt war meine Entwicklung meines Wissens nach nicht sonderlich verzögert, sprechen konnte ich nur sehr undeutlich und musste zur Logopädin.

      Beim dritten Punkt bin ich ratlos, weil ich nie wirklich viel las als Kind, eher Hörkassetten oder sowas. Und da ich die so oft gehört habe, wusste ich dann auch die Absichten der Märchenfiguren. An das allererste Mal hören kann ich mich nun wirklich nicht entsinnen.

      Beim vierten Punkt sehe ich mich 100%ig drinnen, frage mich aber, ob ADHS nicht eine ähnliche Problematik auslösen könnte.

      War ich irgendwo gut/schlecht? In der längsten Zeit in der Schule war ich in Mathe, gut, später auch in sowas wie Sozialkunde, Geschichte , Physik und Astronomie.

      Schlecht war ich eher in Musik und Sport. Während Musik einfach an der Lehrerin lag, lag es beim Sport an ausbleibenden Leistungen. Ich war lange Zeit wirklich nicht dick oder so, aber ich konnte nicht die Leistungen erbringen, wie sie andere Kinder erbrachten. Teilweise fiel auch die Art und Weise auf, wie ich etwas durchgeführt habe, komische Haltung, komisches Laufen usw.

      Gemobbt und/ oder verprügelt?

      Ja, mal mehr, mal weniger, aber doch immer wieder über die gesamte Schulzeit. Selbst der Klassenlehrerin schien es zu gefallen, mich zu demütigen und brüllt mich an, dass sie "noch nie so ein gestörtes Kind unterrichtet hat"

      Teils fühlte ich mich reifer als andere Kinder, da ich eher den Bezug zu Erwachsenen gesucht habe, teils unreifer in Hinblick auf Beziehungen. Rückblickend gab es viele dumme Idioten, auf welche ich hätte schei*** müssen, aber damals wollte ich nur nicht unter deren Radar fallen (RW)
    • Der Befund liegt vor und lässt mich mit mehr Fragen zurück, als dass er sie beantwortet, ich werde hier weitläufig zitieren, ich denke das wird den besten Überblick schaffen.

      Vorstellungsgrund: Leistungsdiagnostik
      Diagnose nach ICD 10: F84.1 V. a. atypischen Autismus

      "Während der Untersuchung verhielt sich namenlos nach anfänglicher, eher vorsichtig abwehrender Zurückhaltung kontaktbereit. Insgesamt zeigte er sich jedoch eher wechselhaft mit einigen Verhaltensbesonderheiten, wie sie bei autistischen Kindern beobachtbar sind. So fiel es ihm zunächst recht schwer, sich bei Leistungsanforderungen auf die Situation einzulassen. Er nahm anfangs nicht alle Aufgaben an, versuchte auszuweichen, abzulenken, teilweise auch zu verweigern, wurde ausgesprochen unruhig und unsicher. Bei wechselnden Anforderungen reagiert er sichtlich emotional beteiligt mit einem sichtlichen Bedürfnis nach Rückzug (hält sich z.B. die Ohren zu) Es fielen Verhaltenssterotypien auf (taktile Stimulation om Mund-Nase-Bereich), mit denen er sich zu beruhigen versuchte. Teilweise reagierte er latent ärgerlich-missmutig bis ängstlich-unausgeglichen. Namenlos' Frustrationstoleranz bei Versagungen sowie bei tatsächlichen oder vermeintlichen Misserfolgen ist erheblich herabgesetzt. Er ist noch nicht sehr lange belastbar. Nach ca. 30 Minuten sind Ermüdungserscheinungen nicht zu übersehen. Namenlos hat einen hohen Anspruch an sich selbst, möchte alles richtig machen, oder gibt gleich auf. Er benötig bereits in der Einzelsituation verstärkt individuelle Zuwendung, Lenkung und Zuspruch, um die Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten, Aufgaben seinen tatsächlichen Fähigkeiten entsprechend anzunehmen, zu bewältigen und bis zum Ende durchzuhalten. Wenn er sich einmal auf die Situation eingestellt hat, ist er bei konsequenter Zuwendung immer wieder motivierbar und zeigt Fähigkeiten, die Aufgrund des Eindrucks und seiner Verhaltensbesonderheiten überraschen. Über Erfolge freute er sich sichtlich. Seine Leistungen sind aber nicht zuverlässig abrufbar und schwanken stark."

      Nach den testpsychologischen Ergebnissen: Einschätzung von Leistung und Intelligenz etc.

      Zusammemfassung und Konsequenzen:

      "Namenlos ist ein gut durchschnittlich bis sogar überdurchschnittlich intelligenter Junge mit diskreten Beeinträchtigungen in seiner Feinmotorik und im Erfassen von Raum-Lage-Beziehungen. Aufgrund ausgeprägter Verhaltensbesonderheiten, wie sie bei Kindern mit einer autistischen Störung beobachtbar sind, benötigt er bereits in der Einzelsituation verstärkt individuelle Zuwendung, Lenkung und Zuspruch, um Aufgaben seinen Fähigneiten entsprechend zu bewältigen. Es besteht ansonsten die Gefahr, ihn in seinen intellektuellen Fähigketen erheblich zu unterschätzen. Es muss trotz seiner gut entwickelten Fähigkeiten vor allem aufgrund seiner Verhaltensauffälligkeiten mit erheblichen Schwierigkeiten im Anfangsunterricht gerechnet werden. In einer normalgroßen Grundschulklasse dürfte er rasch in Überforderungssituationen geraten. Es sollte ihm auf jeden Fall eine verlängerte Schuleingangsphase, möglichst in einer kleinen Klasse, gewährt werden. Zusätzlich sollte er durch eine individuelle Begleitperson unterstützt werden, die ihm kontinuierliche Teilnahme am Unterricht sowie die Integration in die Gleichaltrigengruppe ermöglicht."

      Das ist alles, was ich bekommen habe, dazu noch die Auswertung von Intelligenztests, aber keine Autismustestung.

      Auch liefert es nicht sonderlich viel Info über autistische Verhaltensweisen, sodass ich nicht weiß, ob man mit dem Befund wirklich ein Elterngespräch umgehen könnte, was eben bei mir nichts bringen würde.

      The post was edited 2 times, last by namenlos ().

    • Auf mich wirkt es so, als sei eine Autismustestung auch nicht Ziel der Untersuchung gewesen, sondern eben eine "Leistungsdiagnostik" wie dort steht, was wohl hauptsächlich ein IQ-Test ist. Während dieser Untersuchung vielen dann aber eben Verhaltensweisen von dir als autistisch auf, was vermerkt wurde "V. a" = Verdacht auf.

      Dieser Verdachtsdisgnose scheinen deine Eltern dann aber nicht weiter nachgegangen zu sein, wenn du keine weiteren Unterlagen hast.

      Meine Einschätzung: Du hast als kleines Kind Besonderheiten gezeigt, die laut Einschätzung der Untersucher autismustypisch sind. Dieser Verdacht wurde im weiteren Verlauf weder bestätigt noch entkräftigt (, weil keine spezifische Diagnostik durchgeführt wurde.)

      Die Ergebnisse sprechen auf jeden Fall nicht gegen Autismus, sondern verdeutlichen, dass du zumindest auffällig gewesen bist.

      Ich würde diese Unterlagen zu einer möglichen Autismus-Diagnostik mitnehmen. Ob sie eine Fremdanamnese mit den Eltern komplett ersetzen können, weiß ich nicht.
      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)
    • Ich hätte mir mehr Aufschluss erhofft, insbesondere über die autistischen Verhaltensweisen.

      Jetzt ist es so, dass im Alter von 7 ein Aufenthalt in einer KJP folgte, in der auch ADHS diagnostiziert wurde. Normalerweise müssten die darüber Bescheid gewusst haben, da müsste dann ja mehr drinnen stehen. Die Akte ist auf jeden fall sehr dick, die habe ich letztes Jahr gesehen. Da fanden wohl einige Testungen statt. Danach wurde ich ambulant weiterbehandelt und musste auch ständig irgendwelche Tests machen, von den heute keiner mehr weiß, wozu die dienten.

      Wie kann ich mich jetzt verhalten? Die ganze Akte brauche ich ja nicht. Anderseits weiß ich nicht mehr, was man genau mit mir gemacht hat, sodass ich sagen könnte: "Bitte händigen sie mir Befunde x,y,z aus. Ich suche die Nadel im Heuhaufen. (RW)
    • Kunterbunt84 wrote:

      Zuhause angekommen frage ich warum sie nicht macht was die Lehrerin will...unsere Tochter "es gibt keine Hasen die bunte Eier verstecken, das können Hasen nicht ausserdem wäre es Schwachsinn Eier bunt zu bemalen, was soll das für einen Sinn haben?!"
      Das ist mal wieder typisch Aspie!


      Übrigens Texterfassung bezog sich auf Texterfassung als Aufgabe im Deutschunterricht. Kommt öfter vor je älter die Kinder sind bzw. je höher die Klassenstufe, dass erwartet wird, dass man selber nachdenkt und einen Text intensiver durchleuchten kann und nicht nur klar macht, dass man ihn lesen kann, sondern auch Verhalten der Figuren vorausahnen oder tiefer interpretieren / begründen kann etc.

      In ner Ausbildungsschule hatte ich mal das umgekehrte Problem, dass ich mit tieferer Textinterpretation einsteigen wollte aber die wollten, dass ich nur ganz banal das wiedergebe, was da steht, fast als ginge es nur um einfachstes Leseverständnis. Und meine über das Ziel hinausgeschossenen Bemühungen wurden dann sogar noch mit schlechter mündlicher Note quitiert nach dem Motto das, was ich versuche, sei nicht so sozial gegenüber den weniger schlauen Mitschülern. Dabei waren das Schüler 16 bis 25 Jahre und älter meine Güte und wie soll ich ahnen dass es dermaßen banal da bleiben muss, dass man sich nur langweilt und seine eigentlichen Gedanken zum Text nicht loswerden darf? Geht hier um nen Sachtext aber ist ja egal letztlich. Wenn man sich so ins Zeug legt und das dann auch noch abgestraft wird, ist es echt mies. Ich dachte irgendwann geht es richtig los aber es hat schon gereicht, wenn alle den Text verstanden haben. Aus meiner Sicht ist das aber noch kein richtiges Text verstehen, wenn es kein tieferes Verständnis ist. Und nein, das war keine Klasse für Migranten oder für Deutsch als Fremdsprache oder sowas!
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    • Lex wrote:

      In ner Ausbildungsschule hatte ich mal das umgekehrte Problem, dass ich mit tieferer Textinterpretation einsteigen wollte aber die wollten, dass ich nur ganz banal das wiedergebe, was da steht, fast als ginge es nur um einfachstes Leseverständnis.
      Das Problem hatte ich in der Mittelstufe in Deutsch und, bis ich es abwählen konnte, in Englisch. Hat Jahre gedauert, bevor ich auf die für mich gut funktionierende Formel kam: Schreibe das Offensichtliche im Konjunktiv auf und verweise auf entsprechende Stellen im Text. Vorher hab ich einfach nicht kapiert, was man eigentlich von mir will.
    • Lex wrote:

      Wenn man sich so ins Zeug legt und das dann auch noch abgestraft wird, ist es echt mies
      Das hat sie öfters erlebt, mittlerweile ist die so ziemlich demotiviert.
      Letztes Schuljahr hatte sie eine Deutsch Lehrerin die vollauf begeistert von unserer Tochter war, sie hat sie immer dafür gelobt wie gründlich sie Texte abarbeitet, wie toll ihrer Rechtschreibung und auch ihrer Zeichensetzung ist, wie gut und korrekt ihre Grammatik ist und war begeistert das sie viele Wörter benutzte die andere in ihrem alter nicht kennen oder benutzen würden...
      Leider ist die Dame weg, ihre jetzige Lehrerin kennt unsere Tochter nicht so gut...Sie beklagt sich über ihre Mündliche Mitarbeit, ist zwar begeistert von ihre Schreibstil aber sie beklagt sich halt das ihre Texte immer zu lang wären, zu detailliert, würden öfters ihren Sinn verfehlen oder eben in Details ausschweifen...
      Von einer (2) ist sie dieses Jahr leider auf eine (4) gerutscht.

      Wir haben jetzt Nachteilsausgleiche gefordert, bald findet eine Konferenz statt wo eine Autismusbeauftragte für Schulen alle ihre Fachlehrer aufklären soll welche Missverständnisse entstehen können und wie Aufgaben für sie verständlicher gestaltet werden können.
    • Ja, bei mir war es auch so dass ich es quasi nicht konnte bzw. nicht verstanden habe. Wenn man einfach nur Sätze umformulieren soll ohne Interpretation ist das schließlich Grundschulniveau... Und dass es so simpel sein soll, konnte ich mir nicht vorstellen. Das wäre ja so wie wenn ich im Text lese: "Der Mann stieg in ein grünes Auto" und ich dann sagen müsste: "Der Text erzählt von einem Mann, der in ein Auto eingestiegen ist. Die Farbe des Wagens war grün." Autsch!
      Es war zwar ein nicht ganz so simpler Text wie der im Beispiel aber soo schwer war er nun auch wieder nicht. Das Prinzip bleibt also das gleiche.

      Erst als ich endlich im Studium war, wurde ich vernünftig gefördert und gefordert!


      In Frage kommende Nachteilsausgleiche sind für Prüfungen: Verlängerte Schreibzeit. Separater Raum wegen Lärm. Und dass man dem Lehrer bevor es richtig losgeht kurz was fragen darf, da wenn man über die Formulierung der Prüfungsfrage irgendwie stolpert und sie so nicht versteht, ne Blockade einsetzen kann, so dass man letztlich gar nichts schreibt. Und dafür kann es schon reichen, dass die Fragestellung z. B. grammatikalisch falsch ist oder ein seltsames oder mehrdeutiges Wort verwendet wurde.
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